Heibel-Ticker 10/35 - Lohnsteigerung und Sondersteuern

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

5. Jahrgang - Ausgabe 35 (03.09.2010)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
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I N H A L T

01. INFO-KICKER: HURRIKAN STÖRT US-BÖRSENHANDEL
02. SO TICKT DIE BÖRSE: LOHNSTEIGERUNG UND SONDERSTEUERN
03. AUSBLICK: HEIDELBERGCEMENT IM SOG DER INT. ZEMENTINDUSTRIE
04. MONATSBETRACHTUNG: DAX, DOW JONES, NIKKEI, USD, YEN,
UMLAUFRENDITE, ÖL, GOLD
05. KOLUMNENTICKER: ENTFÄLLT
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: HURRIKAN STÖRT US-BÖRSENHANDEL
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Liebe Börsenfreunde,

der ganze August hat sowohl vom Wetter her als auch von der
Börsenstimmung nicht gerade Spaß gemacht. Da wird die Rallye
der vergangenen Tage geradezu euphorisch gefeiert. Grund genug
für mich als grenzenlosem Optimisten, um Ihnen jetzt die Themen
zu präsentieren, die in den kommenden Monaten auf die Stimmung
schlagen werden: Gehaltserhöhungen und Sondersteuern für
Unternehmen, die nicht einstellen. Meine Ausführungen dazu
finden Sie in Kapitel 02.

HeidelbergCement ist im Rahmen von Branchenstudien ausverkauft
worden, denn die globale Betrachtung der Zementindustrie lässt
durchaus einen kritischen Betrachtungswinkel zu. Ob diese
Pauschalisierung im Speziellen auch für HeidelbergCement
zutrifft oder nicht, untersuche ich in Kapitel 03.

Wie immer zum Monatswechsel habe ich auch diesmal wieder meinen
charttechnischen Hut aufgesetzt und eine etwas langfristigere
Betrachtung der wichtigsten Indizes vorgenommen. Die
entsprechenden Ausführungen finden Sie in Kapitel 04.

Im Kapitel 06 habe ich zu einigen Unternehmen Stellung
genommen, bei denen sich in den vergangenen Tagen wichtige
Neuerungen ergeben haben. Bitte schauen Sie sich sorgfältig an,
ob Positionen betroffen sind, die Sie interessieren oder
betreffen.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, immerhin lugt heute endlich
die Sonne mal hervor. An der Ostküste der USA tobt ein Hurrikan
und verhindert, dass ein Großteil der Wall-Street-Angestellten
heute zur Arbeit kommt. Daher dürfte das Handelsvolumen in den
USA heute besonders dünn sein. Das macht die Indizes anfällig
für heftige Schwankungen. Lassen Sie sich nicht täuschen,
solche Bewegungen werden vermutlich Anfang nächster Woche
wieder ausgeglichen.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts100903.pdf

Ich wünsche eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: LOHNSTEIGERUNG UND SONDERSTEUERN
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Ohh wie schön kann doch eine Rallye sein. Genießen Sie diese
Tage, damit Sie sich in schweren Zeiten gern daran erinnern.
Unsere Tradingempfehlung zu Dialog Semiconductor hat binnen
zwei Tagen 16% zugelegt. Damit hat die Aktie unser Jahresziel
schon fast wieder erreicht. Und auch HeidelbergCement hat im
Wochenvergleich um schlappe 8% zugelegt. Ich habe im Kapitel 03
eine ausführliche Analyse zu HeidelbergCement erstellt, in der
ich das Unternehmen von den allgemeinen Markterwartungen
abgrenze.

Doch so, wie mir manchmal in schweren Zeiten mein Optimismus
zum Vorwurf gemacht wird, werde ich heute überwiegend auf das
eingehen, was schief gehen kann. Wie Sie wissen, unterscheiden
wir zwischen langfristigen Titeln und kurzfristigen
Spekulationen. Ich finde Spekulationen super und verwende viel
Zeit dafür, entsprechende Ideen aufzuspüren und für Sie
auszuarbeiten. Wenn Sie aber nach dieser Rallye euphorische
Freudensprünge vollführen, weil Ihr Portfolio deutlich stärker
angestiegen ist als der breite Markt, dann müssen Sie sich
dessen bewusst sein, dass Ihr Portfolio bei der nächsten
Korrektur auch wesentlich stärker korrigieren wird.

Daher sind spekulative Titel in einem langfristig
ausgerichteten Depot höchstens eine Beimischung, um den
Nervenkitzel hervorzurufen, den Sie brauchen, um das Interesse
an der Börse nicht zu verlieren.

Den ganzen Sommer über schreibe ich bereits, dass Unternehmen
in Deutschland und den USA wesentlich bessere Gewinne
ausgewiesen haben, als es sich in der Kursentwicklung
niederschlägt. Doch die Kursentwicklung spiegelt mögliche
künftige Entwicklungen wider und es ist natürlich nicht gesagt,
dass ein Konjunkturaufschwung unendlich weiterläuft.

Vielmehr gibt es insbesondere in den USA starke Bedenken.
Bereits für das zweite Halbjahr 2010 wurde eine deutliche
Zunahme des Wachstums erwartet, doch die Arbeitsmarktdaten
sowie die Einzelhandelsumsätze schüren die Befürchtungen, dass
diese Dynamik ausbleiben könnte.

Ich messe insbesondere einem Faktor eine bedrohliche Wirkung
zu: dem Arbeitsmarkt. Und das sowohl in den USA als auch bei
uns. In den USA haben wir die „jobless recovery“, also die
Konjunkturerholung ohne neue Arbeitsplätze. In Deutschland
freuen wir uns über unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit
aufgrund der mehrjährigen Zurückhaltung der Gewerkschaften bei
den Lohnforderungen. Gegenüber beiden Entwicklungen regt sich
Widerstand in der Bevölkerung.

So könnte ich mir gut vorstellen, dass Obama irgendwann an die
Unternehmen herantritt, die trotz Aufschwung und Rekordgewinnen
in den USA keine neuen Arbeitsplätze schaffen. Eine
Sondersteuer für Unternehmensgewinne ohne neue Arbeitsplätze
wäre eine Idee, die Obama populistisch zum Besten geben könnte.
Oder aber einfach eine Ausnahmeregelung der breiten
Steuererhöhungen für diejenigen Unternehmen, die Arbeitsplätze
schaffen. So oder so ist es eine lukrative Einnahmequelle für
den Staat, die in der Bevölkerung umgehend einen breiten
Rückhalt gewinnen würde.

In Deutschland haben wir zwar derzeit keine hohe
Arbeitslosigkeit, im Gegenteil, aber wann haben Sie das letzte
Mal ungefragt eine Gehaltserhöhung erhalten? Bei den meisten
dürfte das lange her sein. Toll, das Deutschland international
so wettbewerbsfähig ist und toll, dass Unternehmen dicke
Gewinne erwirtschaften können. Doch beim Volk kommt davon wenig
an, wie wir den aktuellen Statistiken über die
Einzelhandelsumsätze entnehmen können.

Es ist schwer, hier die Balance zu finden. Nachdem gut
organisierte Gewerkschaften über einen langen Zeitraum viele
Arbeitsplätze in Deutschland vernichteten, führte die folgende
Lohnzurückhaltung nun zu dicken Unternehmensgewinnen, die
leider gar nicht mehr beim Volk ankommen. Der nächste Schwenk
wird sicherlich nicht zugunsten der Unternehmen stattfinden,
schon gar nicht bei unserer Kanzlerin.

So sollten Sie sich schon jetzt gegen die Wehklagen der
Wirtschaft hüben wie drüben stählen, damit Sie am Ende dieser
Rallye nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Wenn Sie
also in Ihrem Portfolio Titel haben, die in diesen Tagen
überproportional zugelegt haben, dann schauen Sie ganz genau
hin, wie lange Sie diese Titel behalten wollen. Ein enger Stopp
Loss ist in meinen Augen ratsam. Und vergessen Sie nicht,
einfach mal ein paar Gewinne mitzunehmen. Das geht leichter bei
steigenden Kursen als zu Crash-Zeiten.


WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 2.9.10
Dow Jones 10.320 3,3%
DAX 6.084 2,9%
Nikkei 9.114 1,4%
Euro/US-Dollar 1,283 0,9%
Euro/Yen 108,12 0,3%
10-Jahre-US-Anleihe 2,63% 0,1%
Umlaufrendite Dt 1,82% 0,0%
Feinunze Gold USD $1.251,00 1,2%
Fass Crude Öl USD $76,50 2,1%
Baltic Dry Shipping I 2.835 4,9%
Kupfer in US$/to 7.665 2,9%


Ich habe den Kupferpreis mit in die Wochenübersicht
aufgenommen, da der Kupferpreis ein extrem guter Indikator für
die Aktivität der Weltwirtschaft ist. Der Kupferpreis ist den
ganzen August über gegen den Aktienmarkttrend angestiegen. Für
mich ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass China erfolgreich
ein Softlanding (weiche Landung, also keine Rezession) der
Wirtschaft bewerkstelligt. Anfang Juli stand der Kupferpreis
noch bei 6.270 USD/Tonne. Von Rezession ist da nicht viel zu
sehen.

Diesen Konjunkturoptimismus lese ich auch aus dem Umstand ab,
dass der Ölpreis über 70 USD/Fass schon wieder drehte. Das Öl
ist sauteuer, egal ob es gerade von 82 auf 72 USD/Fass gefallen
ist.

Japan hat sich diese Woche für eine deutlich lockerere
Geldpolitik ausgesprochen, doch hinter den Kulissen wird die
Sorge artikuliert, dass eine lockere Geldpolitik ohne
internationale Unterstützung, insbesondere ohne die USA, kaum
umsetzbar sei. Japans Notenbank allein kann kaum genug Yen auf
den Markt schmeißen, um gegen internationale
Währungsspekulanten etwas auszurichten.

Daher ist der Yen trotz der Ankündigung kaum gefallen, der
Nikkei blieb bei der Rallye zurück. Ich sehe darin den
verzweifelten Versuch Japans, im weltweiten Abwertungswettlauf
mitzuspielen, doch weder China noch die USA wollen Japan
unterstützen, weil sie selber eine schwache Währung haben
wollen. Der Goldpreis steht daher in meinen Augen vor seinem
nächsten kräftigen Aufschwung.

Es ist das zweite Mal, dass ein Land offen ausspricht, gern
eine schwächere Währung zu haben, jedoch im Abwertungswettlauf
keine Chance zu haben. Das erste Mal sprach Ulrich Kohli,
ehemaliger Chefvolkswirt der Schweizer Nationalbank, von der
Wirkungslosigkeit nationaler Abwertungsversuche im Juni dieses
Jahres. Die Schweizer stellten daraufhin ihre
Abwertungsambitionen ein.

Wenn Sie also etwas über die Wertentwicklung bestimmter
Währungen wissen möchten, sollten Sie lieber auf den Goldpreis
schauen, nicht auf den Wechselkurs zwischen zwei schwachen
Währungen.


SENTIMENTDATEN

ANALYSTEN:
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
13.08.- 20.08. (166): 44% / 16%
20.08.- 27.08. (139): 57% / 11%
27.08.- 03.09. (136): 56% / 10%

ANALYSTEN KAUF
VINCI S.A., United Internet, Infineon

ANALYSTEN VERKAUF
Hermes Intl., RWE, Funkwerk

PRIVATANLEGER:
33. KW 2010: 56% Bullen (65 Stimmen)
34. KW 2010: 64% Bullen (82 Stimmen)
35. KW 2010: 72% Bullen (72 Stimmen)
Durchschnittlich erwarteter DAX-Endstand für heute: 6.008

PRIVATANLEGER KAUF
Infineon, HeidelbergCement, AXA

PRIVATANLEGER VERKAUF
Q-Cells, Neurocrine Bioscience,

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit
Sharewise erstellt: http://www.sharewise.com?heibel


Na, hier in Deutschland steigt der Optimismus. Zu Recht, denn
Deutschlands Wirtschaft steht derzeit so gut da wie in kaum
einem anderen Land der Welt. Wollen wir hoffen, dass
Griechenland und Co den Euro noch eine Weile auf ein niedriges
Niveau drücken.

Apropos Griechenland, Südeuropa und Konjunktursorgen: Diese
Themen habe ich detailliert und mit Fakten untermauert in
meiner Analyse zu HeidelbergCement aufgegriffen. Mehr dazu im
nächsten Kapitel.


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03. AUSBLICK: HEIDELBERGCEMENT IM SOG DER INT. ZEMENTINDUSTRIE
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend
vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte
Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsen-
entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-
Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach.
Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement
folgende Zusätze:

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- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen
Positionen anzeigen lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

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Charts von den besprochenen Aktien und Indizes sowie Rohstoffen
enthält. Darüber hinaus wird die Liste der offenen Positionen
tabellarisch wesentlich übersichtlicher dargestellt als in der
„nur-Text“-Version möglich.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der
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04. MONATSBETRACHTUNG: DAX, DOW JONES, NIKKEI, USD, YEN,
UMLAUFRENDITE, ÖL, GOLD
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DAX 5.925

Seit dem Frühjahr dieses Jahres kämpft sich der DAX immer
wieder mühsam in Richtung 6.300 Punkte vor, um dann binnen
kurzer Zeit unter 6.000 Punkte zu korrigieren. Anfang August
wurde noch ein neues Jahreshoch bei 6.387 Punkten erreicht, bis
zum Monatsende fiel der Index sodann um 9% auf vorübergehend
5.833 Punkte. Auch wenn der Ausverkauf wie immer schmerzhaft
war für Anleger, die ihre Positionen ins Minus rutschen sahen,
so war der Ausverkauf doch letztlich nichts weiter als "wie
immer" seit nunmehr sechs Monaten.

Das für etwas langfristiger orientierte Anleger Wichtige an den
vielen Hochs und Tiefs seit diesem Frühjahr ist, dass die Hochs
immer höher und die Tiefs ebenfalls immer höher sind. Wir haben
also noch immer, wenn auch unter starken Schwankungen, eine
steigende Tendenz. Charttechniker jubeln bei dieser
Information.

Gleichzeitig verzweifeln Charttechniker jedoch, wenn sie sich
die 200-Tages-Durchschnittslinie anschauen, die bei 5.950
Punkten nun unterschritten, also nach unten durchbrochen wurde.
Angst vor einer zweiten Rezession kommt da schnell auf.

Im Monatsvergleich hat der DAX 4,24% abgegeben. Seit fünf
Jahren ist es das erste Mal, dass der August kein Plus erzeugt
hat. Vor den nunmehr eher als schwache Börsenmonate bekannten
September und Oktober ist das wahrlich eine schlechte
Ausgangssituation. Mark Twain würde sagen: Der August ist ein
wahrlich gefährlicher Börsenmonat, genau wie der Oktober und
auch der September. So sind auch der März sowie der Mai als
auch der Januar und der November, der Juni und Juli, der
Dezember und der Februar sowie der April besonders gefährliche
Börsenmonate. Habe ich einen vergessen?

Derzeit gibt es noch keinerlei Signale, dass der Zickzackkurs
an den Börsen bald aufgelöst werden könnte. So müssen wir damit
rechnen, bis zum November, den US-Zwischenwahlen, immer wieder
ein entsprechendes Heiß-Kalt-Bad verabreicht zu bekommen. Ich
halte nach wie vor die Gefahr eines Abrutschens in eine zweite
Rezession für nicht sehr groß und würde daher nach wie vor
vermeiden, zu Tiefstkursen einzelne Positionen unter Panik zu
verkaufen. Lieber auf die nächste Aufwärtswelle warten.

Zu den Tiefstkursen würde ich sodann weiterhin versuchen,
einzelne Positionen aufzustocken sowie neue Spekulationen
einzugehen.


DOW JONES 10.014

Anders als beim DAX sieht es beim Dow Jones lange nicht so gut
aus: Das Jahreshoch vom Frühjahr bei 11.204 Punkten bleibt auch
Anfang August in weiter Ferne, das Zwischenhoch erreichte hier
nur 10.720 Punkte. Im Monatsvergleich hat der Dow Jones 4,3%
abgegeben, das Tief lag mit 9.936 Punkten deutlich über den
Tiefs des Frühjahrs.

Charttechniker machen beim Dow Jones, und viel stärker noch
beim S&P 500, eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS-
Formation) aus. Dies würde bei einem weiteren Abwärtstrend bis
unter etwa 9.600 Punkten im Dow Jones auf eine zweite Rezession
hindeuten und einen weiteren Ausverkauf bis auf 8.200 Punkte
nach sich ziehen. Charttechnisch gesehen – versteht sich. Es
bleibt natürlich fraglich, ob Dow Jones und S&P 500 in den
kommenden Tagen weitere 5% abgeben. Meiner Einschätzung nach
würden Hiobsbotschaften aus den USA dazu nicht ausreichen, es
bräuchte auch entsprechende Meldungen aus China und Deutschland
– doch diese bleiben glücklicherweise derzeit aus.

Es ist wohl zu einfach, die aufziehenden dunklen Wolken aus den
USA hinter dem sich aufhellenden Konjunkturhimmel Chinas und
Deutschlands als unbedeutend abzutun, doch bei der Analyse der
verschiedenen Indikatoren (Kupferpreis, Verschiffungsraten,
etc.) komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass die Bedeutung
der US-Wirtschaft für die Weltkonjunktur abnimmt. Ungeachtet
dessen werde ich natürlich die USA weiterhin kritisch
beobachten.

Nicht zu unterschätzen ist jedoch wie immer im August der
Umstand, dass das Handelsvolumen urlaubsbedingt sehr niedrig
war und im Folgemonat eine Egalisierung der Bewegung möglich
ist – was in diesem Jahr eben einen festen September bedeuten
würde. Nachdem unsere vor einem Monat ausgegebene Unterstützung
bei 9.700 Punkten bislang gehalten hat, gehe ich also von einer
Erholung in den nächsten Wochen aus.


NIKKEI 8.824

Der Yen hat gegenüber dem US-Dollar ein neues Allzeithoch
erreicht, was die Exporte Nippons stark belastet. Entsprechend
ist der Nikkei im August um insgesamt 7,5% eingebrochen, am 30.
August erfolgte eine Notsitzung der Bank of Japan, in der eine
leichte Lockerung der Geldpolitik beschlossen wurde. Der Nikkei
stieg infolgedessen an.

Das Chartbild des Nikkei sieht alarmierend schlecht aus, die
Hochs werden immer tiefer, die Tiefs ebenfalls. Der Nikkei
befindet sich in einem Abwärtstrend, aus dem er erst einmal
ausbrechen muss. Immerhin spitzt sich dieser Trend langsam zu,
sodass eine baldige Auflösung, charttechnisch gesehen meist
nach oben, zu erwarten ist.

Dennoch würde ich hier zunächst auf ein entschiedeneres
Vorgehen der japanischen Notenbank warten, bevor ich mir den
Nikkei näher ansehe.


US-DOLLAR / EURO 1,27

Nach dem heftigen Wechselkursanstieg im Vormonat wurde nun ein
Teil der Bewegung wieder neutralisiert. Der Euro-Anstieg des
Vormonats ist also erst einmal gestoppt. Das Monatsminus
beträgt 2,6%. Das Ende der Euro-Rallye hilft erneut unseren
Exporten, und die Konjunkturlaune in Deutschland steigt spürbar
an. Dank jahrelanger Lohnzurückhaltung sinkt die
Arbeitslosigkeit, Exportunternehmen melden Rekordgewinne und
Deutschland wird seiner fast schon vergessenen Rolle als
Konjunkturlokomotive Europas gerecht.

Die Kehrseite der Medaille ist der fehlende Konsum in
Deutschland. Wie soll der Konsum anspringen, wenn die Löhne
nicht steigen? So wurden gerade erst wieder schwache
Einzelhandelsumsätze für den Monat Juli bekannt gegeben, was in
den Medien als große Überraschung ausgegeben wurde. Doch der
Aufschwung in Deutschland ist teuer erkauft. In meinen Augen
ist es eine Frage der Zeit, bis höhere Lohnforderungen die
Feierlaune der Wirtschaft beenden.

Doch auch das würde den Euro nicht sonderlich belasten, da
dadurch ja die Binnenkonjunktur gestärkt würde. Ich erwarte
tendenziell also eher einen erneuten Anstieg des Euro und nicht
eine Rückkehr zu den Tiefs vom Juni.


YEN / EURO 106,84

Vor einigen Monaten hatte ich eine Kaufkraftparität von 70
YEN/EUR ausgerechnet, was dem Yen noch einigen Raum für einen
weiteren Anstieg gibt (wenn der Wechselkurs fällt, fällt der
Euro und der Yen steigt). Doch schon jetzt ist die japanische
Notenbank alarmiert und sucht nach Instrumenten, um der
heimischen Exportindustrie zu helfen. Mein Eindruck ist, dass
die Hilfe nur halbherzig erfolgt, dem Yen-Anstieg kann sich
Japan nicht dauerhaft entziehen, und so blieb die Notsitzung
der Bank of Japan auch ohne das erwartete revolutionäre
Ergebnis – lediglich leichte geldpolitische Maßnahmen wurden
verkündet.

Noch hält die Unterstützung bei 107 YEN/EUR, weil eben auch der
Euro in diesem Monat recht schwach war. Gegenüber dem US-Dollar
hat der Yen hingegen im August gleich mehrere Allzeit-Hochs
erklommen.

Derzeit ist ein Ende der Yen-Stärke nicht absehbar, wenngleich
vorerst eine Gegenbewegung erfolgen sollte.


CRUDE OIL 71,69 USD/Fass

Um 9,5% ist der Ölpreis im August eingebrochen. Der zuvor
etablierte Aufwärtstrend konnte die 84 USD/Fass nicht
überspringen und der sodann folgende Ausverkauf führt nunmehr
zu einer Handelsspanne zwischen 70 und 80 USD/Fass, was bis auf
Weiteres eine Seitwärtsbewegung bedeutet.

Der Ölpreis ist das Spiegelbild der Konjunkturerwartung. Mehren
sich die Zeichen für eine zweite Rezession, so dürfte der
Ölpreis flugs wieder unter 60 USD/Fass fallen. Doch die
Tatsache, dass er noch immer über 70 USD/Fass notiert, obwohl
so ziemlich alle Ängste, die mir in den Sinn kommen könnten, im
August an der Börse durchgespielt wurden, konnte sich der
Ölpreis über 70 USD/Fass halten. Von Rezession ist also an den
Ölmärkten nichts zu sehen.

Damit werte ich dies als weiteres Indiz dafür, dass wir aus der
aktuellen Misere eher nach oben ausbrechen werden.


GOLD 1.247 USD/Oz
In Indien kämpft man gegen Inflationstendenzen. Dieses Jahr gab
es schon vier Leitzinsanhebungen, die Wirtschaft wächst mit
8,8% und bei der Vermögensanlage spielt traditionell das Gold
eine sehr große Rolle. Vor dem Hintergrund der aktuellen
Situation (Wachstum = steigender Wohlstand, Inflationsangst =
sicherer Hafen des Goldes) würde es mich nicht wundern, wenn
der Goldpreis in den kommenden Wochen ein neues Allzeithoch
erreicht. Der Aufwärtstrend ist stetig, und mit einem
Monatsplus von 5,7% notiert das Edelmetall nun nur noch wenig
unter seinem Allzeithoch.

Es ist die Saison der Hochzeiten in Indien, die schon häufig
für neue Goldpreisrallyes verantwortlich war. So spricht auch
dies für einen anhaltenden Anstieg des Goldpreises. Der
Widerstand bei 1.265 USD/Oz könnte sich als hartnäckig erweisen
und gegebenenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen, um
überwunden zu werden. Doch anschließend dürfte der
Goldpreisanstieg an Dynamik gewinnen.

Sie merken es: Ich orientiere mich beim Goldpreis überwiegend
nach oben, von einer Preiskorrektur sehe ich derzeit nicht
viel.


UMLAUFRENDITE 1,82%

Im August erfolgte ein Run auf deutsche Staatsanleihen, die
Rendite ist um 0,53 Prozentpunkte, also um 22,5%, gefallen. Das
ist ein historischer Tiefstand. Anleger fliehen aus den
Aktienmärkten und legen ihr Kapital in den Anleihemärkten an.
Es erinnert mich an unsere Großeltern, die das Bargeld lieber
in der Matratze oder im Kopfkissen einnähten. Von Zinsen wollte
niemand etwas wissen.

Dabei sind die Aktien günstig wie schon lange nicht mehr und
die Renditen der Anleihen sind so niedrig, dass insbesondere
Versicherungen, Lebensversicherungen mit Renditegarantien, nun
auf der Suche nach alternativen Anlageorten zu Anleihen sein
müssten. Und da sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis
Aktien wieder entdeckt werden, zumal vielfach
Dividendenrenditen von 5% und deutlich mehr geboten werden.

Staatsanleihen würde ich also derzeit meiden, ich habe daher
alternativ ein paar Unternehmensanleihen vorgestellt. Doch die
besten Anlagealternativen bleiben Gold und Aktien.



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05. KOLUMNENTICKER: ENTFÄLLT
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Puh, die anderen Kapitel waren aufwendig genug, hier gibt es
diese Woche nichts.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hineinschauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchem Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.

Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die
Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des
Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge
verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine
Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten,
dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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Quellen: deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen
von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com


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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas
für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.


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08. AN-/ABMELDUNG
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Heibel-Ticker Ende
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