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11.05.2012:
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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

7. Jahrgang - Ausgabe 19 (11.05.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: DIENSTAGABEND: VORTRAG IN GÖTTINGEN
02. SO TICKT DIE BÖRSE: J.P.MORGANS PEINLICHE SCHLAPPE
03. AUSBLICK: STABILITÄT FÜR DEN SOMMER
04. DEPOTCHECK: APPLE, CHINA MOBILE, COMMERZBANK, K+S, DEUTZ
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: AXEL SPRINGER, FRAPORT & DOUGLAS
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01.INFO-KICKER: DIENSTAGABEND: VORTRAG IN GÖTTINGEN
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Liebe Börsenfreunde,

am kommenden Dienstagabend um 18:15 Uhr halte ich einen Vortrag
in Göttingen vor dem dortigen akademischen Börsenverein. Thema
„Heibel-Ticker: Über einen Börsenbrief und seinen Autor“
(http://abvg.stud.uni-goettingen.de/index.php/asdf/aktuell).
Ich kann mir also recht frei das Thema aussuchen und werde im
ersten Teil Einblicke in meine Arbeitsweise geben und im
zweiten Teil auf die aktuelle Marktsituation eingehen.
Vielleicht wollen Sie die Gelegenheit nutzen, mich einmal
persönlich kennen zu lernen. Ich würde mich freuen, den einen
oder anderen von Ihnen dort zu sehen. Sie können gerne bei mir
den genauen Ort und eine Anfahrtsskizze anfordern.

Letztmalig heute gibt es die Zusammenfassung des TV-Interviews.
Ich habe die Zusammenarbeit mit dem Sender beendet, da der
Aufwand sehr groß war für mich und ich diese Zeit eigentlich
Ihnen, meinen Kunden, widmen möchte. Ein Jahr lang hat es mir
Spaß gemacht, das Interview zu geben, ich habe gelernt mich
live auszudrücken, doch darüber hinaus ist außer Spesen nichts
gewesen.

Künftig werde ich den Mittwoch dazu nutzen, nicht die Aktie zu
analysieren, die am meisten Suchanfragen generiert, sondern die
in meinen Augen günstig bewertet ist.

Im heutigen Rückblick zeige ich Ihnen das wirklich Peinliche an
dem Milliardenverlust von J.P. Morgan, dem Musterknaben der
Investmentbranche. Jeder Brancheninsider hätte bis gestern sein
Haus darauf verwettet, dass so ein Fehler bei J.P. Morgan nicht
passieren könne ... doch nicht einmal der Brancheprimus
beherrscht die Komplexität der modernen Finanzprodukte. Wie
kann man da von Ihnen als Privatanleger erwarten, sich in
diesem Dschungel zurechtzufinden.

Im Ausblick habe ich Ihnen dargelegt, warum unsere bisherigen
Unternehmensanleihen bis zum heutigen Tage noch immer die
besten sind. Aus einem Anleiheuniversum von 20.000 Stück habe
ich die wenigen passenden Anleihen für unsere Ziele
herausgefiltert, um am Ende festzustellen, dass wir unser
alternatives Portfolio bereits optimal aufgestellt haben.

Der Depotcheck von heute wurde von mir diesmal etwas anders
gestaltet. Die fünf größten Positionen der Kundin bestanden
überwiegend aus Fonds und die 17 Aktienpositionen schrien nach
einer Überarbeitung. So habe ich das Portfolio zunächst
zusammengestrichen und um eine mir sinnvoll erscheinende
Position ergänzt, bevor ich die Korrelationsmatrix erstellt
habe. Ich bin sicher, die Vorgehensweise würde für viele von
Ihnen in ähnlicher Form passen.

Wie immer gibt es in Kapitel 06 Aktualisierungen zu unseren
offenen Positionen. Wenige diese Woche, denn wir haben schon in
den Vorwochen unsere Bestände drastisch reduziert.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120511.pdf


Wie gesagt, ich freue mich auf Sie in Göttingen. Nun wünsche
ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker


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02. SO TICKT DIE BÖRSE: J.P.MORGANS PEINLICHE SCHLAPPE
==============================================================

Seit Jahren brodelt die Auseinandersetzung zwischen den Banken
und den Regulierungsbehörden darüber, ob Banken riskante
Geschäfte auf eigene Rechnung machen dürfen oder nicht. Stark
vereinfacht gesagt ist die Frage, ob Banken allein als
Knotenpunkt für die Geschäftsinteressen ihrer Kunden fungieren,
oder ob sie von Marktungleichgewichten einen Vorteil ziehen
dürfen.

Meine Meinung dazu kennen Sie: Banken sind ein Knotenpunkt.
„Geld“ ist kein besonders wertvolles Produkt, sondern eine
Verrechnungseinheit. Die Bank missbraucht in meinen Augen die
Vertrauensposition gegenüber ihrem Kunden, wenn sie die ihr zur
Verfügung stehenden zusätzlichen Informationen nicht an ihren
Kunden weiterreicht, sondern versucht, sie zum eigenen Vorteil
zu nutzen.

So sieht es auch Paul Volcker, der ehemalige Präsident der US-
Notenbank Fed, der nach der Finanzkrise 2007 / 2008 seine
„Volcker-Rule“ durch die Parlamente peitschte, die den
Eigenhandel der Banken stark einschränkt. Die Volcker-Rule wird
dieses Jahr eingeführt, und deren Einhaltung wird ab Mitte 2014
durch die Regulierungsbehörden kontrolliert.

Selbst nach der Finanzkrise 2007 / 2008 machen sich die
Bankenchefs über diese Regel noch immer lustig. Klar, wer sich
verspekuliert, der hat etwas falsch gemacht. Wir erinnern uns
an den Trader der Société Générale, der „eigenmächtig“ zu hohe
Risiken eingegangen ist und letztlich auf dem falschen Fuß
erwischt wurde. 4,9 Mrd. Euro hat der Spaß 2008 gekostet.

Die UBS verzockte erst Ende letzten Jahres 2 Mrd. Euro. Es
kommt also in den besten Familien vor.

Einzig unangetastet blieb bislang der Brancheprimus J.P.
Morgan. Die amerikanische Investmentbank hat die Finanzkrise
unter der Leitung ihres CEOs Jamie Dimon bravourös gemeistert
und in den vergangenen Jahren kräftig Marktanteile
hinzugewonnen. Aus dieser Position heraus war Jamie Dimon der
Wortführer der Banker gegen die Volcker-Rule, die in seinen
Augen die Innovationskraft für neue Finanzprodukte zum Wohle
der Kunden bremsen würde.

Nun, gestern Abend hat nun auch Jamie Dimon den Verlust von 2
Mrd. USD aus eigenen Risikopositionen zu vermelden gehabt. In
einer Pressekonferenz zu diesem Verlust wurde offensichtlich,
dass Dimon keinen Schimmer darüber hatte, wie das passieren
konnte. Es ist natürlich bekannt, dass ein französisch-
stämmiger Händler in London mit toxischen Derivaten die
Verluste herbeigeführt hat, vermutlich auch mit den viel
zitierten Kreditausfallversicherungen, doch warum die
Kontrollsysteme und Absicherungsstrategien nicht
funktionierten, ist Jamie Dimon unerklärlich.

Nun sind 2 Mrd. USD für J.P. Morgan mit den Worten von Hilmar
Kopper nichts weiter als „Peanuts“, doch die zugrunde liegende
Position, die diesen Verlust verursacht hatte, lag im
dreistelligen Milliardenbereich, und das ist schon eine
Hausnummer, die sich auch mal ein Jamie Dimon anschauen sollte.
Schlimmer als die verlorenen 2 Mrd. USD ist jedoch der
Vertrauensverlust.

Seit der Finanzkrise beteuern sämtliche Banken wieder und
wieder, dass sie diese Art von Eigenhandel nicht mehr
betreiben. Auch Jamie Dimon ließ mehrfach verlauten, dass man
lediglich die Kundenpositionen durch entsprechende
Gegenpositionen absichere und höchstens ein klein wenig um die
Position herum handele (trading around the position). Doch
diese Praxis kann niemals so hohe Verluste erzeugen. Also hat
Dimon entweder gelogen oder er wusste tatsächlich nicht, was in
seinem Unternehmen abgeht. Beides ist schlimm.

Schlimm nicht nur für J.P. Morgan, sondern schlimm auch für die
gesamte Bankenwelt, deren Beteuerungen, keinen nennenswerten
Eigenhandel mehr zu betreiben, nun nicht mehr geglaubt werden
können.

Zu einem Zeitpunkt, da die Unsicherheit über die Euro-
Schuldenkrise wieder zunimmt und erste Zweifel am Aufschwung
und der Konjunkturerholung aufkommen, ist dieser faux pas ein
gefundenes Fressen für die Bären und dürfte auf die
Börsenstimmung schlagen.

Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:


WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 10.05.12 DIFF
Dow Jones 12.855 -2,7%
DAX 6.518 -2,6%
Nikkei 8.953 -4,6%
Euro/US-Dollar 1,292 -1,7%
Euro/Yen 103,015 -2,2%
10-Jahres-US-Anleihe 1,88% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,25% -0,1
Feinunze Gold USD $1.580,45 -3,2%
Fass Brent Öl USD $111,65 -3,7%
Kupfer in US$/to 8.008 -2,9%
Baltic Dry Shipping I 1.146 -1,0%

Am Wochenende wurde gewählt: In Frankreich wird nun der
Sozialist Hollande das Ruder übernehmen. In Griechenland ringt
man noch immer um eine Regierungsbildung, um Neuwahlen zu
verhindern.

Hollande wird das europäische Projekt nicht gefährden, zu sehr
ist den Franzosen die Diplomatie auf die Brust geschrieben.
Doch Hollande hat die Wahl gewonnen, weil er dem Spardiktat
Deutschlands einen Gegenpol zu bilden versprach. So leicht wird
er sich also nicht abspeisen lassen, und Angela Merkel wird
sich etwas Gutes ausdenken müssen, damit er sein Gesicht wahren
kann. Puff, da sind sie dahin, die zusätzlichen
Steuermilliarden, die gestern vermeldet wurden. Schade.

Es ist wichtig, dass die zwei Schwergewichte Frankreich und
Deutschland keinen offenen Streit austragen. Ein falsches Wort,
und die Märkte tauchen ab.

Griechenland hingegen ist nach Meinung der Politiker inzwischen
keine Gefahr mehr für Europa. Einen Austritt aus der EU würde
man verkraften, tönt es allerorten. An den Finanzmärkten sieht
man das anders, denn die Banktitel bewegen sich in den letzten
Tagen entsprechend der Verhandlungsfortschritte oder –
misserfolge bei der griechischen Regierungsbildung.

Ich habe es schon am Montag im Update geschrieben: Die
Geldpolitik in Europa wird sich in Folge dieser Wahlausgänge
weiter lockern, bereiten Sie sich auf höhere Inflationsraten
vor. Nein, keine Angst, „höhere Inflationsraten“ heißt nicht
gleich „Hyperinflation wie 1923“! Es heißt lediglich, dass die
Inflationsrate von unter 2% auf leicht darüber steigen dürfte,
vielleicht bis auf 3%.

Der DAX ist in Folge der Wahlergebnisse unter seine
Handelsspanne von 6.500 bis 6.850 Punkte gerutscht und droht
damit nun auf 6.200 Punkte abzutauchen. Ich glaube nicht, dass
wir bei 6.382 Punkten am Mittwoch bereits das Tief dieser
Korrektur gesehen haben und würde mich daher mit Käufen
weiterhin zurückhalten.

Wir haben in unserem Portfolio die Bar-Quote auf nahezu 30%
hochgefahren und sind bereit, in einen erneuten Ausverkauf
hinein das Geld zum Arbeiten zu schicken.


Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:


SENTIMENTDATEN STARK SCHWANKEND

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
20.04.- 27.04. (276): 46% / 15%
27.04.- 04.05. (198): 46% / 13%
04.05.- 11.05. (156): 52% / 11%

Kaufempfehlungen der Analysten
K+S, Hochtief, Par Pharmaceutical Cies

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Südzucker, Gamesa, Beiersdorf

Privatanleger
17. KW: 55% Bullen (171 Stimmen)
18. KW: 65% Bullen (166 Stimmen)
19. KW: 56% Bullen (179 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Commerzbank, Fossil, Alcatel-Lucent

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
J.P. Morgan, Vertex Pharmaceuticals, EADS

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel


TOP ANALYTENZIELE

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:

Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
HEIDEL DRUCK 10.05. 1,31€ 3,00€ 129,01%
PRIME OFFICE 10.05. 3,47€ 6,50€ 87,32%
Süss Micro 08.05. 7,09€ 13,00€ 83,36%
THYSSENKRUPP 07.05. 16,30€ 28,00€ 71,78%
Klöckner &Co 10.05. 8,22€ 14,00€ 70,32%
Grammer 09.05. 14,68€ 25,00€ 70,30%
TUI AG 10.05. 5,32€ 9,00€ 69,17%
QSC AG 07.05. 1,72€ 2,90€ 68,60%
Süss Micro 08.05. 9,53€ 16,00€ 67,89%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.

==============================================================
03. AUSBLICK: STABILITÄT FÜR DEN SOMMER
==============================================================

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend
vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte
Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsen-
entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-
Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach.
Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement
folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den
offenen
Positionen anzeigen lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Kurz nach dem Versand des Heibel-Ticker PLUS wird Online
eine PDF-Version zur Verfügung gestellt, die zusätzlich
Charts von den besprochenen Aktien und Indizes sowie
Rohstoffen
enthält. Darüber hinaus wird die Liste der offenen Positionen
tabellarisch wesentlich übersichtlicher dargestellt als in der
„nur-Text“-Version möglich.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der
Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt
und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt.
Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem
Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich
freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche
Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen
veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den
Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel
Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo.

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04. DEPOTCHECK: APPLE, CHINA MOBILE, COMMERZBANK, K+S, DEUTZ
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.


FRAGE:

Sehr geehrter Herr Heibel, sehr geehrte Frau Schilling,

Sie hatten mir die Möglichkeit angeboten, einen Blick auf meine
fünf größten Positionen zu werfen.
Ich habe insgesamt drei Excel-Tabs erstellt, wobei die erste
Tab die größten Positionen enthält und zum Überblick die zweite
die schlechteste und die dritte die fünf mit der besten
Performance darstellt.
Diese Positionen sind wild durcheinander gekauft, und ich habe
keinen Überblick, welche ich abstoßen sollte.
Können Sie mir einen Rat geben? Im Voraus vielen Dank!

Freundliche Grüße, Anne aus Lübeck


ANTWORT:

Zu Ihren Fonds kann ich Ihnen leider keine Analyse erstellen,
da ich mich auf Aktien spezialisiert habe.

Sie haben 17 Aktienpositionen, eine ganze Reihe von Unternehmen
würde ich rausschmeißen:


Solarindustrie kämpft ums Überleben

Sie haben Centrotherm, Q-Cells, SMA Solar und Solarworld. Ja,
die Solarworld ist das beste Solarunternehmen, das Deutschland
hat - doch was nutzt der beste Grundig-Fernseher, wenn die
Asiaten inzwischen fast vergleichbare Qualität zum halben Preis
anbieten können? Auch mit SMA Solar und Centrotherm haben Sie
die in meinen Augen besten Unternehmen ihres Bereiches im
Portfolio, doch auch Centrotherm kämpft gegen die strukturellen
Probleme seiner Kunden in China, und auch SMA Solar bekommt
immer mehr Konkurrenz im angestammten Bereich der
Wechselrichter, die Margen schmelzen.

Die deutsche Energiepolitik ist derzeit undurchsichtig, erst
heute hat die Opposition wieder einen Vorschlag der Regierung
für die künftige Solarförderung gekippt. Es gibt kein
langfristig tragfähiges Konzept, und so haben Ihre Unternehmen
in eine Zukunft investiert, die so nun nicht eintritt. Es würde
mich nicht wundern, wenn der neue französische Regierungschef
Hollande unserer Kanzlerin Merkel ein Abkommen aus den Rippen
quetscht, das den Bezug französischer Atomenergie durch
Deutschland regelt. Wo bleiben dann die Solarunternehmen? Ich
würde die Positionen trotz des Verlustes auflösen und das Geld
in andere Aktien investieren.


China kämpft mit eigenen Problemen

Sie haben Asian Bamboo und China Mobile. Auch hier haben Sie
zwei Unternehmen ausgewählt, die in meinen Augen solide sind
und über eine gute Bilanz verfügen. Doch China musste seine
Konjunktur kräftig abkühlen, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Das hat sich kräftig auf die Aktienkurse niedergeschlagen. Und
nun benötigt China für den inländischen Aufschwung die
ausländische Nachfrage. Denn so groß China auch sein mag und so
viel dort derzeit investiert wird, ein Großteil der
Unternehmensgewinne stammt aus dem Außenhandel, und mit Europa
in den Seilen und den USA mit nur einem zaghaften
Konjunkturaufschwung stehen die Zeichen für einen Aufschwung in
China nicht besonders gut.

China Mobile hat sich in den vergangenen Monaten gut gehalten.
Die Einführung des iPhones hilft dem Unternehmen. Und Asian
Bamboo verfügt über eine hohe Dividendenrendite. Bei beiden
Unternehmen sehe ich also keinen Grund für Panik. Doch auf
mittlere Sicht würde ich diese direkten Investitionen in
chinesische Unternehmen durch indirekte ersetzen, also durch
westliche Unternehmen, die beispielsweise Rohstoffe nach China
liefern. Diese unterliegen unseren Finanzierungsregeln und sind
daher für uns transparenter.


Pfennigaktien haben bei Privatanlegern nichts zu suchen!

Sie haben Colexon und Mandalay Resource Corp. im Depot liegen,
zwei Unternehmen mit einem Börsenwert von deutlich unter 100
Mio. Euro (Colexon nur 4 Mio. EUR, Mandalay 50 Mio. EUR). Es
gibt keine verlässliche Drittmeinung über diese Aktien, sodass
Sie Fehlinformationen hilflos ausgeliefert sind, es sei denn,
Sie kennen den Unternehmenschef persönlich. Ich würde diese
beiden Aktien nicht mit der Kneifzange anfassen.


Zu viele Finanzaktien

Sie haben die Citigroup, die Commerzbank, die Deutsche Bank,
die Allianz und die Deutsche Börse im Portfolio. Vier
Finanztitel zu Zeiten, in denen die Finanzkrise zumindest in
Europa noch immer tobt. Das ist zu viel, ich würde bestenfalls
eine Position als spekulative Komponente gut heißen.

Die Deutsche Börse muss feststellen, dass die zur Verfügung
Stellung eines Handels-Knotenpunktes kein Wachstumsgeschäft
ist, sondern vielmehr ein Gemeingut, mit dem sich keine
nachhaltig hohen Gewinnmargen halten lassen. Die Konkurrenz
nimmt zu, die Margen schmelzen. Die Deutsche Bank hat ein neues
Management, und ich würde dort erst einmal abwarten, wie das
Zusammenspiel von Jain und Fitschen funktioniert. Die
Commerzbank und die Citigroup sind Beides Turnaround-
Geschichten, bei denen der jeweilige Staat langsam aus der
Eigentümerliste hinausdiffundieren soll. Beides interessante
Situationen, beides eine Spekulation wert. Doch Sie werden Zeit
dafür brauchen, und derzeit sehen in meinen Augen die Bilanzen
der US-Banken besser aus als die ihrer europäischen
Wettbewerber.

Bleibt noch die Allianz. Eine gute Dividendenrendite von 5,6%
bei einem langfristig stabilen, kurzfristig jedoch anfälligen
Geschäftsmodell. Immer wieder erschüttern Katastrophen die
Bilanz der Allianz, es folgen Prämienerhöhungen, die sich
anschließend positiv auf das Ergebnis auswirken. Auf der
anderen Seite muss die Allianz die hohen Rücklagen jedoch
gewinnbringend anlegen, um künftige Forderungen begleichen zu
können. Bei dem Schuldendrama in Europa, dem niedrigen
Zinsniveau bei gleichzeitig hohem Risiko, ist die Allianz in
meinen Augen schwer in der Lage, den Spagat zwischen
zukunftssicheren Anlagen und gleichzeitig hoher Rendite
langfristig zu meistern. Ich habe Versicherungen daher nicht
auf der Liste meiner Favoriten, wenngleich ich kurzfristig
keine große Gefahr für die Aktie sehe.


Zu große Abhängigkeit von Rohstoffpreisen

Sie haben E.On, Ivanhoe Mines, K+S und Salzgitter. Die
schwachen Sommermonate beginnen, und gleichzeitig droht die
Konjunktur in Europa, mit Ausnahme von Deutschland, wieder
zurückzufallen. In den USA wird man spätestens nach den
Präsidentschaftswahlen im November steigende Sparanstrengungen
erwarten, was die Konjunktur belasten wird. Und in China warten
wir ungeduldig auf eine Lockerung der dortigen Geldpolitik. All
diese Entwicklungen, gepaart mit insbesondere der aktuellen
Ungewissheit über die Zukunft Europas, belasten die
Rohstoffpreise, und daher halte ich derzeit vier Titel aus dem
Rohstoffsektor für viel zu viel.

E.On unterliegt dem Hass der Bevölkerung und ist damit ein
leichtes Ziel für Steuererhöhungen durch die Politik. An diesem
Problem wird sich in meinen Augen in den nächsten Quartalen
auch nichts ändern, der Kursverlust dürfte die Freude über die
hohe Dividendenrendite auf absehbare Zeit versauern. Salzgitter
kämpft in einem Stahlmarkt, in dem sich Länder wie China und
Indien mit gigantischen Investitionen und Förderprogrammen die
Stahlzufuhr sichern, jedoch leider nicht durch Käufe bei
Salzgitter sondern durch Förderung der einheimischen
Produktion. Der hochwertige Stahl von Salzgitter bleibt damit
nur für besondere Lösungen. Ich erwarte hier leider auch einen
zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Ivanhoe Mines
entwickelt eine ganze Reihe von Minen in der ehemaligen
Sowjetunion sowie in Australien. Das sieht alles
vielversprechend aus, doch ist mir diese Mine in einem noch
viel zu frühen Stadium der Minenentwicklung, um einen Marktwert
von 7 Mrd. USD zu rechtfertigen. Zu riskant.

Bleibt K+S, die mir mit einer kleinen Einschränkung sehr gut
gefallen: Das Unternehmen befindet sich im Umbau, die
Salzsparte wird ausgebaut und die Düngemittelsparte wird
verschlankt. Ich halte die Strategie für richtig und die
Investitionen für sinnvoll, doch es dürfte noch ein paar
Quartale dauern, bis sich K+S deutlich nach oben entwickelt.
Mit etwas Geduld sollte sich das Investment allerdings in
meinen Augen lohnen.


Bleibt noch Apple als letzte Aktie Ihres Portfolios. Es wird
Sie nicht überraschen, aber die Aktie würde ich bis auf
weiteres halten, nach dem jüngsten Ausverkauf sogar eher noch
nachkaufen.


Korrelationsanalyse

Mein favorisiertes Portfolio würde also Apple, China Mobile,
die Commerzbank und K+S enthalten. Die Allianz und Asian Bamboo
würde ich ohne Hast bei nächster Gelegenheit verkaufen. Die
Citigroup können Sie von mir aus gemeinsam mit der Commerzbank
behalten. Dem Rest würde ich den Mietvertrag kündigen. Die
fünfte Position würde ich mit einer Spekulation in einer
Industrieaktie wie Deutz, EADS oder Jungheinrich auffüllen.
Nehmen wir für unser Beispiel einmal Deutz.


KORRELATION
  

lfr. APC CTM CBK SDF DEZ
APC 1,00 -0,03 0,15 0,31 0,30
CTM -0,03 1,00 -0,16 -0,18 -0,13
CBK 0,15 -0,16 1,00 0,48 0,55
SDF 0,31 -0,18 0,48 1,00 0,59
DEZ 0,30 -0,13 0,55 0,59 1,00

kfr. APC CTM CBK SDF DEZ
APC 1,00 0,04 0,29 0,50 0,34
CTM 0,04 1,00 0,08 0,09 0,24
CBK 0,29 0,08 1,00 0,61 0,62
SDF 0,50 0,09 0,61 1,00 0,62
DEZ 0,34 0,24 0,62 0,62 1,00


Kurzfristig ist die Korrelation unter den deutschen Titeln K+S,
Commerzbank und Deutz recht hoch, da die Aktien in den
vergangenen Monaten insbesondere auf die neusten Entwicklungen
der Europa-Schuldenkrise reagiert haben. Doch längerfristig
relativiert sich die Abhängigkeit. Wenn Sie Ihre Europa-
Abhängigkeit reduzieren wollen, dann tauschen Sie vielleicht
die Commerzbank gegen die Citigroup aus.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Analyse ein paar
Denkanstöße geben.

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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: AXEL SPRINGER, FRAPORT & DOUGLAS
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AXEL SPRINGER WIRD ZUM INTERNET-UNTERNEHMEN

Das Verlagshaus wandelt sich zum Content-Provider. Während das
traditionelle Verlagsgeschäft mit Printmedien gegen rückläufige
Absatzzahlen kämpft, schießen die Umsätze im Online-Bereich des
Unternehmens in die Höhe. Der Umsatz mit Werbung ist hier
vorgeprescht und wird bereits zur Hälfte Online erwirtschaftet.
Erhöhte Abogebühren für Printmedien sowie eine zögerliche
Akzeptant von „Paid Content“, dem Pendant für Abogebühren im
Internet, führen dazu, dass die alte Cashcow Investitionen in
die neuen Medien finanzieren muss.

Unter’m Strich ist Axel Springer auf einem soliden Transferweg
vom Verlagshaus zum Content-Provider. Im abgelaufenen Quartal
ging der Absatz bei Printmedien um 7% zurück, die
Werbeeinnahmen sanken um 5%. Durch die gestiegenen Abopreise
und durch diverse Sonderaktionen konnte dennoch ein Umsatzplus
von 1,5% erwirtschaftet werden. Zudem wird im Printbereich
kräftig gespart, sodass der Gewinn gar um 3,6% anwuchs.

Der Online-Umsatz wuchs um 30,1% an, besonders die Werbung
sprang um 31,4% während der Paid-Content um 24,6% anstieg.
Insgesamt wird inzwischen schon ein Drittel des Konzernumsatzes
Online erwirtschaftet, bei den Werbeeinnahmen ist es bereits
über die Hälfte. Der Gewinn ist um 81,8% angesprungen.

Axel Springer hat kürzlich für seinen Online-Auftritt der Bild-
Zeitung Lizenzrechte an der Fußball Bundesliga erworben. So ist
absehbar, dass die Werbeerlöse weiter sprudeln werden. Für den
Bereich Paid-Content werden jedoch noch neue Konzepte getestet.
Ob über iTunes, über Abos oder im Einzelkauf, es wird ein Mix
aus verschiedenen Angeboten geben.

Für das laufende Jahr ist Vorstandschef Mathias Döpfner
zuversichtlich, er erwartet ein Umsatzwachstum im einstelligen
Bereich und ein kleines Ergebniswachstum, sofern die Konjunktur
nicht einbricht.

Neben den Online-Auftritten von Welt.de (bevorzugte
Nachrichtenquelle Ihres Autors) und Bild.de erweitert das
Unternehmen die Online-Präsenz durch reine Internet-Angebote
wie Immonet und SeLoger, Stepstone und Totaljobs sowie
Finanzen.net. Dank der soliden Bilanz kann Axel Springer das
Ziel von weiteren Zukäufen im laufenden Jahr umsetzen.

Mit einer Dividendenrendite von 5,2% und einem KGV von 11 bei
einem hohen einstelligen Umsatzwachstum ist das
Bewertungsniveau in meinen Augen in Ordnung. Der
Enterprisevalue im Verhältnis zum Gewinn (EBIT) steht bei knapp
10, was ebenfalls fair bewertet ist. Der Konzern ist im
Umbruch, der Umbruch wird aber gut gemanagt. Ich halte die
Strategie für erfolgsversprechend und dem Aktionär wird die
Umbruchzeit durch eine hohe Dividende versüßt.


FRAPORT MUSS AUF PASSAGIERKAPAZITÄT

Diese Woche hat Fraport die Zahlen des ersten Quartals
vorgelegt. Umsatz und Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen
(EBITDA) stiegen leicht an, die Abschreibungen auf die
Investition in die neue Landebahn drücken jedoch das EBIT
kräftig nach unten. Insgesamt belasteten drei Faktoren das
Ergebnis:

1. die Investition in den Bau der dritten Landebahn,
2. der Streik der Vorfeldarbeiter, die Kosten hierfür allein
werden auf 4 Mio. Euro geschätzt, und
3. das Nachtflugverbot, das Ende letzten Jahres durchgesetzt
wurde. Das Frachtaufkommen in Frankfurt ist um 12%
eingebrochen.

So blieb unter’m Strich ein Gewinnrückgang um 37% auf 16 Mio.
Euro (EBITDA +8%) bei einem Umsatzanstieg um 6% auf 538 Mio.
Euro.

Die Belastung durch den Streik dürfte sich nicht wiederholen,
wir alle haben in den Medien verfolgen können, wie die
Gewerkschaft mit einer kleinen Zahl an Leuten gleich zwei große
Konzerne schädigte, Fraport und Lufthansa. Ein Streik, der
insbesondere unbeteiligte Dritte schädigt, darf sich in
Deutschland nicht wiederholen.

Die Belastung durch das Nachtflugverbot ist real und
nachhaltig. Insbesondere Frachtflieger nutzen die Flexibilität
von Nachtflügen für die beschleunigte Zustellung ihrer Waren.
Frankfurt fällt für diese Zielgruppe aus.

So ist die Investition in die dritte Landebahn mit dem Bau
eines dritten Terminals die Flucht nach vorne für den Fraport.
Frankfurt muss internationales Drehkreuz für Passagiere
bleiben, und dazu muss die Kapazität erhöht werden. Die
Investitionen, so teuer sie heute sein mögen, sind notwendig.

Für das laufende Jahr hat Fraport die Prognose bestätigt. 3%
Umsatzwachstum und 7% Gewinnwachstum ist in meinen Augen aber
kein Wachstum, das ein KGV 12e von 17 rechtfertigt. Immerhin
wird eine Dividendenrendite von 2,8% erwartet. Doch die dürfte
eher noch ansteigen (sprich, der Kurs könnte weiter fallen).
Erst bei einer Dividendenrendite von über 3,5% würde ich mir
die Aktie erneut näher anschauen. Bis dahin gibt es bessere
Aktien, die ich Fraport vorziehen würde.


DOUGLAS: BÜCHER VERBUCHEN BUCHVERLUST

165 Mio. Euro Verlust hat Douglas im ersten Quartal für seine
Buchtochter Thalia verbucht. Der Wettbewerb durch Amazon macht
Thalia zu schaffen. Der hilflose Versuch, den Umsatz durch das
Aufstellen von Touchscreens anzukurbeln, hat, wie von mir
erwartet, nicht funktioniert.

So wird es nun Standortschließungen, Flächenverkleinerungen,
Untervermietungen und Sortimentsanpassungen bei Thalia geben.
36,3 Mio. Euro hat das Unternehmen dafür zurückgestellt. Zudem
wurden die Bewertungen für Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte außerplanmäßig um 128,8 Mio. Euro vermindert.

Dank des frühen Ostertermins verzeichneten die Douglas
Parfümerie, der Juwelier Christ und der Hussel Süßwarenverkauf
gute Quartalszahlen. Der Umsatz ist trotz der Probleme bei
Thalia um 2% angewachsen.

Doch Thalia hat der Bilanz zugesetzt. Der Cashflow ist aufgrund
der hohen Lagerbestände schwach. Die Bankschulden sind von 67
auf 89 Mio. Euro angewachsen.

Die Probleme bei Thalia sind nicht neu, doch seit mehreren
Quartalen vermisse ich ein schlüssiges Konzept, um die Probleme
zu lösen. Das Konzept fehlt auch heute noch, doch immerhin
zeigt das aktuelle Quartalsergebnis, dass man sich des Ernstes
der Lage bewusst ist. Die bittere Pille wurde geschluckt, nun
wird nach Lösungen gesucht.

Doch eins nach dem anderen: Schritt 1: Aufdeckung der Realität,
das ist nun endlich geschehen. Schritt 2: Generierung von Cash,
um Umstrukturierungen zu finanzieren. Nun, die Dividende wurde
gestrichen, das wird 43 Mio. Euro Liquidität schaffen. Ein
wichtiger Schritt. Zudem erwarte ich, dass die hohen
Lagerbestände in den nächsten Monaten ausverkauft werden und
Thalia zunächst vorsichtig bei Neubestellungen sein wird. Erst
dann, also in einigen Monaten, kann Schritt 3 folgen, die
Umsetzung einer neuen Strategie.

Hier sehe ich das größte Problem bei Douglas. Das
Familienunternehmen verfügt über einen Streubesitz von derzeit
nur 28%. Die Familie Oetker hält 25,8%, Unternehmer Erwin
Müller hält 10,8% und die derzeit bestimmende Familie Kreke
hält 12,7%. Zudem gibt es eine Reihe von Finanzinvestoren. Es
wird schwer sein, für diese bunte Eigentümermischung eine neue
Strategie zu entwickeln, mit der alle einverstanden sind. Zudem
gibt es Gerüchte über Interesse der Familie Kreke, Douglas von
der Börse zu nehmen und Gerüchte über Interesse von Erwin
Müller, seine Anteile drastisch zu erhöhen.

Die Bilanz von Douglas ist sauber und ermöglicht aus
finanzieller Sicht locker drastische und teure Umbaumaßnahmen.
Doch die Interessen der Eigentümer sind teilweise nicht
bekannt, teilweise gegenläufig, so dass sich über die Zeit die
Bilanz deutlich verschlechtern kann, ohne dass eine neue
Strategie gefunden wurde. Als Privatanleger würde ich nicht ins
Kreuzfeuer der Familieninteressen geraten wollen und würde mich
daher aus dieser Aktie bis auf weiteres raus halten.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird

Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.



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dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
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Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
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die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

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