H E I B E L - T I C K E R P L U S
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
7. Jahrgang - Ausgabe 10 (09.03.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)
I N H A L T
01. INFO-KICKER: TURBULENTE WOCHE
02. SO TICKT DIE BÖRSE: GRIECHENLAND IST VOM TISCH
03. AUSBLICK: CHINA UND DER IRAN
04. DEPOTCHECK: UNITED INTERNET, IAMGOLD, THOMPSON CREEK,
SOLARWINDS, SCHOELLER-BLECKMANN
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: SINGULUS
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG
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01.INFO-KICKER: TURBULENTE WOCHE
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Liebe Börsenfreunde,
eine turbulente Woche haben wir hinter uns und erneut haben wir
gesehen, dass 2012 nicht mit 2011 zu vergleichen ist. Die
Sorgen um Griechenland hielten die Börse nur einen Tag in Atem,
danach ging man wieder zur Tagesordnung über. Warum
Griechenland nun für uns Anleger vorerst vom Tisch ist, zeige
ich Ihnen in Kapitel 02.
In Kapitel 03 gehe ich dann auf den Nachfolger Griechenlands
ein: Den Ölpreis. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, die
man schwer im Überblick behalten kann.
Im heutigen Depotcheck analysiere ich zwei Minengesellschaften
und stoße dank dieser Kundenanfrage auf ein interessantes IT-
Dienstleistungsunternehmen: SolarWinds bietet
Überwachungssoftware für Server und Applikationen an. Ein
Bereich, der in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen
dürfte.
Im Fernsehen wurde ich zu Singulus befragt. Das Unternehmen
eignet sich hervorragend, um über neueste Technologien zu
berichten. Da kommt Begeisterung bei Ihrem Autor auf. Doch wenn
Sie sich die Entwicklung von Singulus in den vergangenen zwölf
Jahren anschauen, dann sehen diese Innovationen nur noch aus
wie ein Strohhalm, an dem sich Singulus festklammert. Mehr dazu
in Kapitel 05.
In dieser turbulenten Woche haben wir einige Nachkäufe
getätigt, die Sie in Kapitel 06 nachlesen können.
Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp120309.pdf
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
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02. SO TICKT DIE BÖRSE: GRIECHENLAND IST VOM TISCH
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Seit Dezember kennt die Börse nur noch eine Richtung: Gen
Norden. Haben wir da nicht noch ein Schreckensgespenst, mit dem
wir Privatanlegern die Angst in die Knochen treiben können? Na
klar, Griechenland! Ein Gefallener kann sich nicht einmal mehr
wehren. Und wer eine schnelle Reaktion der Euroländer fürchtet,
der hat das Prinzip der eigenständigen Nationalstaaten nicht
verstanden. Denn, um im Notwendigen Einmütigkeit herzustellen,
bedarf es im Euroland mindestens 24 Stunden.
Und das reicht, um Verwirrung zu stiften, zu der sich viele zu
Wort melden, die keine Ahnung haben. Was haben wir am Dienstag
für einen Unsinn gehört: Wie hoch muss die Annahmequote sein:
60%, sonst ist Griechenland gescheitert? Nein, zwei Drittel
waren es. Oder vielleicht doch 75%? Nun, ohne die
erforderlichen 95% könne nicht verhindert werden, dass die
Kreditausfallversicherungen aktiviert werden – und dann droht
uns doch ein Lehman-Szenario, oder?
Ich habe in diesem Wirrwarr ebenfalls nicht mehr durchgeblickt
und beschränkte mich auf die Feststellung, dass Kanzlerin
Angela Merkel seit dem 10. Dezember alles richtig gemacht hat –
und damit standen die Chancen recht gut, dass sie auch die
freiwillige Umschuldung Griechenlands im Griff hat. Egal, was
für Horrormärchen verbreitet wurden. Entsprechendes schrieb ich
in einem Update an die PLUS-Kunden, wir haben also die
niedrigen Kurse zum Nachkaufen genutzt.
Überrascht war ich sodann jedoch davon, wie schnell diese
Gerüchte sich dann verflüchtigten. Schon am Mittwoch kamen
Zweifel an dem Horrorszenario auf, und am Donnerstag schien
wieder die Sonne auf dem Parkett. Das spricht wirklich für den
Gesundheitszustand unseres Bullenmarktes.
Heute wird die Annahmequote von 85,8% als Erfolg gefeiert.
Griechenland will die verbleibenden Investoren zwingen,
ebenfalls auf 75% ihrer Forderungen zu verzichten, und somit
werden nun die Ausfallversicherungen aktiviert. Von den
„unabsehbaren Folgen“ ist tatsächlich nicht viel zu sehen.
70 Mrd. USD soll das Volumen der Kreditausfallversicherungen
auf Griechenland weltweit betragen. Da die meisten Teilnehmer
an diesem Pokertisch sowohl solche Verträge ge- als auch
verkauft haben, ist der letztlich zu zahlende Betrag, der unser
Finanzsystem belasten könnte, wesentlich kleiner. Man schätzt
ihn auf etwa 3 Mrd. USD. Damit kann das Weltfinanzsystem nicht
aus den Angeln gehoben werden.
Wohl aber werden einige Teilnehmer auf dem falschen Fuß
erwischt worden sein und Pleite gehen. Ich rechne damit, dass
wir in den nächsten Wochen eine kleine Pleitewelle bei
Hedgefonds und anderen institutionellen Anlegern erleben
werden. Doch das dürfte dann tragisch für die entsprechenden
Unternehmen sein, nicht aber darüber hinaus Wellen schlagen.
In einer Umfrage vor zwei Wochen haben Anleger die Erwartung
formuliert, dass Griechenland im weiteren Jahresverlauf wieder
auf die Tagesordnung zurückkehrt. Ich denke, diese Erwartung
wird sich nicht mehr erfüllen. Für ein bis zwei Jahre haben wir
nun Ruhe.
„Wir“ heißt in diesem Fall natürlich „wir Anleger“. Es gibt
viele Probleme in Griechenland, und wir werden immer wieder
Berichte darüber sehen, wie schlimm alles dort unten ist. Doch
für die Börse dürfte das Thema vorerst keine Relevanz mehr
haben.
Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:
WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES
INDIZES 08.03.12 DIFF
Dow Jones 12.908 -0,6%
DAX 6.834 -1,6%
Nikkei 9.769 -0,1%
Euro/US-Dollar 1,328 0,0%
Euro/Yen 108,27 -0,1%
10-Jahres-US-Anleihe 2,01% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,50% 0,0
Feinunze Gold USD $1.700,90 -0,8%
Fass Brent Öl USD $125,33 -1,3%
Kupfer in US$/to 8.340 -3,4%
Baltic Dry Shipping I 812 6,4%
So schnell und überraschend, wie der Ausverkauf erfolgte, so
schnell haben die meisten Aktienindizes ihre Verluste auch
wieder aufgeholt. Lediglich der DAX leidet noch etwas stärker
als seine japanischen und amerikanischen Geschwister, denn hier
in Deutschland haben nun einige große Unternehmen zusätzliche
Millionen abzuschreiben (Commerzbank, Allianz, Münchener Rück,
...).
Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:
SENTIMENTDATEN
Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
17.02.- 24.02. (251): 49% / 9%
24.02.- 02.03. (215): 42% / 12%
02.03.- 09.03. (178): 54% / 11%
Kaufempfehlungen der Analysten
Dt. Post, Henkel, Adidas
Verkaufsempfehlungen der Analysten
Carrefour, SMA Solar, Peugeot
Privatanleger
08. KW: 67% Bullen (131 Stimmen)
09. KW: 70% Bullen (134 Stimmen)
10. KW: 58% Bullen (147 Stimmen)
Kaufempfehlungen der Privatanleger
Société Générale, Salzgitter, Vivendi
Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Haulotte, Veolia Environnement, Solarworld
Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel
Privatanlegern sitzt der Schock vom Dienstag in den Knochen.
Nach vielen Wochen des Optimismus wurde ihnen vor Augen
geführt, wie schnell sich das Blatt an der Börse wenden kann,
und so brachen die Bullen von 70% auf 58% ein.
In meinen Augen ist das eine gesunde Entwicklung in einem
Bullenmarkt: Überschwänglicher Optimismus muss abgebaut werden.
Dass dies so schnell und heftig erfolgte, ist natürlich nichts
für schwache Nerven.
Analysten arbeiten mit komplexen Rechenmodellen, um ihre
Kursziele auszuarbeiten. Brechen die Kurse plötzlich ein, ohne
dass sich fundamental etwas geändert hätte, was ins
Rechenmodell aufgenommen werden könnte, dann liegen die
ursprünglichen Kursziele plötzlich deutlich über den aktuellen
Kursen, was zu dem „Sprung im Optimismus“ der Analysten führt.
Ich würde diesem Umstand also höchstes zuschreiben, dass
Analysten diesen Einbruch als Einstiegsgelegenheit gesehen
haben müssen – sofern sie die Nerven behalten haben.
Meine Gesprächspartner haben das nicht, ich war der Einzige,
der stoisch seine Nachkaufliste abarbeitete.
Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:
Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
Dt Forfait 08.03 2,80€ 5,50€ 96,43%
WILEX AG 05.03 3,39€ 6,50€ 91,74%
Hugo-BossVZ 07.03 81,21€ 130,80€ 61,06%
QSC AG 06.03 2,32€ 3,70€ 59,48%
Adidas 07.03 58,22€ 91,70€ 57,51%
BECHTLE AG 08.03 31,37€ 47,00€ 49,82%
ADIDAS AG 09.03 46,80€ 70,00€ 49,57%
CENTROTHERM 09.03 11,08€ 16,00€ 44,40%
MORPHOSYS 08.03 18,94€ 27,00€ 42,56%
Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.
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03. AUSBLICK: CHINA UND DER IRAN
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Mit Griechenland vom Tisch, bleiben uns noch der Ölpreis in
Folge des Israel-Iran-Konflikts sowie das
Weltwirtschaftswachstum in Folge der Reduzierung des
Wachstumsziels durch China von 8% auf 7,5% als Themen.
Heute hat der israelische Premier Netanjahu gesagt, ein
militärischer Schlag gegen den Iran sei keine Frage von Tagen
oder Wochen, aber auch nicht von Jahren. Daraus können wir
schließen, dass er den eingeführten Sanktionen nochmals etwas
mehr Zeit einräumt, um gegen den Iran zu wirken, wie sich Obama
erbeten hatte.
Ich würde sagen, damit ist auch dieser Konflikt erst einmal
aufgeschoben, und der Ölpreis dürfte, wenn auch bereits auf
hohem Niveau, vorerst nicht mehr weiter steigen. Zumal die
Meldung des Wachstumsziels aus China ja zusätzlich auf den
Ölpreis drückt.
Mit einem Ölpreis zwischen 100 und 125 USD/Fass befindet sich
die Wirtschaft in einer ungemütlichen Wartestellung. Steigt der
Ölpreis weiter an, dann wird das wie eine zusätzliche
Sondersteuer auf die Wirtschaft wirken und den weltweiten
Aufschwung abbremsen. Doch es hat den Anschein, als könne der
Ölpreis auch ohne eine dramatische Wirtschaftsflaute nicht mehr
unter 100 USD/Fass sinken.
Der Ölpreis wird für die nächsten Monate Griechenland als
Buhmann der Börse ersetzen. Iran und China bestimmen die
Richtung. Ich hoffe, wir werden uns an das Niveau zwischen 100
und 125 USD/Fass gewöhnen können. Doch wir werden Woche für
Woche untersuchen müssen, wie sich die Wahrscheinlichkeit eines
Ausbruchs nach oben oder unten entwickelt.
Wir haben eine ereignisreiche Woche hinter uns. Wieder einmal
hat sich gezeigt, dass 2012 ein anderes Klima an den Börsen
herrscht als 2011. Während in 2011 aus Anlegersicht alles
schief ging, was schief gehen konnte, kann uns 2012 nicht
einmal mehr die Aktivierung der Kreditausfallversicherungen für
Griechenland aus der Bahn werfen.
Natürlich hat der Dow Jones heute (Freitag) Abend heftig Punkte
abgegeben, als die Meldung über die Kreditausfallversicherung
kam. Doch das ist nun Gewissheit. Wenn es am Dienstag etwas
gab, das mit Recht für den Ausverkauf gesorgt haben könnte,
dann die Vorahnung der Anleger, dass Griechenland einen Teil
der Anleger wird zwingen müssen und dadurch eben die
Kreditausfallversicherungen aktiviert werden. Das ist also
eingepreist.
Im Jahr 2012 ist man auf die Dinge vorbereitet, die schief
gehen, und sie belasten die Aktienbörse nicht mehr.
Es war wirklich eindrucksvoll, wie schnell sich die Aktienbörse
nach dem Ausverkauf vom Dienstag berappelt hat, und es dient
mir als Zeichen dafür, dass noch viele Anleger
„unterinvestiert“ sind, also jede Gelegenheit wahr- nehmen, um
einzusteigen. Ich bleibe damit bei meinem Fahrplan, bis zum
Frühjahr weiter steigende Kurse zu erwarten.
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04. DEPOTCHECK: UNITED INTERNET, IAMGOLD, THOMPSON CREEK,
SOLARWINDS, SCHOELLER-BLECKMANN
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.
Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.
FRAGE:
Hallo Herr Heibel,
ich habe Sie mal eine Weile mit Fragen in Ruhe gelassen - wie
immer, wenn alles läuft. :-)
Als langjähriger Kunde des kostenpflichtigen Briefes muss ich
erneut feststellen:
Andere Briefe kamen und gingen bei mir - Ihren habe ich immer
noch. :)
Mir brennen derzeit zwei Positionen "unter den Nägeln", die
nicht besonders gut gelaufen sind:
- Iamgold - da gab es zuletzt reißerische Artikel wie "Iamgold
geht das Gold aus" - und
- Thompson Creek Metals - die kommen heute nach den
Quartalszahlen (erneut) unter die Räder
Ich wäre aber auch an einem Depotcheck interessiert, wo diese
beiden Werte vorkommen.
Da meine fünf größten Positionen aus Unilever, Sto AG, EMC,
Teva und Dialog Semi bestehen, würde ich Ihnen gern die
Positionen 6 bis 10 "unterjubeln":
- United Internet (508903)
- Thompson Creek Metals (TC)
- SolarWinds Inc. (SWI)
- Schoeller-Bleckmann Oilfields (907391)
- Iamgold (IAG)
Ich würde mich freuen, wenn es klappt - vor allem Ihre aktuelle
Meinung zu Iamgold und Thompson Creek interessiert mich.
Beste Grüße aus Dresden , Wolfgang
ANTWORT
Soll ich jetzt sagen: "Schön, dass ich so lange nichts von
Ihnen gehört habe...?" ;-) Ich habe mir Ihre Positionen 6-10
gerne angeschaut. Hier ein paar Anmerkungen.
UNITED INTERNET
2% Dividendenrendite, 8% Umsatzwachstum und ein KGV von 14, der
Verschuldungsgrad ist gering. Das sieht alles recht solide aus.
United Internet hat sich in einem hart umkämpften Markt
behauptet. Das EBIT wächst überproportional, und die
Nettoverbindlichkeit von 365 Mio. Euro soll bis Ende 2013
weitgehend zurückgeführt sein. Dividendenerhöhungen sind also
möglich. Sieht mir nach einer unspektakulären, soliden Aktie
aus.
THOMPSON CREEK
Molybdän baut das Unternehmen ab, ein seltener Rohstoff, der
für die Veredelung von Stahl benötigt wird. Damit hängt das
Geschäft mittelbar am Wohl Chinas, und so ist der Kurseinbruch
in dieser Woche, nachdem China das Wachstumsziel von 8% auf
7,5% gesenkt hat, nicht überraschend. Doch es scheint, dass
Thompson Creek noch andere Probleme hat, denn der Kurs läuft
schon seit Anfang 2011 gen Süden. Der Preis für Molvbdän war
2011 stark rückläufig und hat zu einem Umsatz- und
Gewinneinbruch bei Thompson Creek geführt - und
Aktienkurseinbruch. Ein Analyst hat ausgerechnet, dass die
Marktkapitalisierung inzwischen niedriger ist als der Buchwert.
Derzeit investiert Thompson Creek in eine neue Moly-Mine und
hat dazu Royal Gold mit ins Boot geholt: Ein Teil (40%) des als
"Abfall" anfallenden Goldes der neuen Mine wird Royal Gold für
sein heutiges Investment erhalten. Geht das Investment auf,
dann könnte Thompson Creek schon im Jahr 2014 über 4 USD je
Aktie verdienen. Beim heutigen Aktienkurs von 7,12 USD ist das
eine Menge.
Doch Minenprojekte laufen niemals nach Plan. Und nicht selten
muss ein großer Teil des künftig zu erwartenden Gewinns an
gegebenenfalls später benötigte neue Geldgeber abgegeben
werden. Ich habe es deshalb vor einigen Jahren aufgegeben,
Minenaktien zu bewerten - es ist nicht möglich.
Auf dem aktuellen Niveau ist in meinen Augen sicherlich ein
Tiefpunkt der Bewertung erreicht, und ich würde hier nicht mehr
verkaufen. Doch wenn es einmal einige Monate mit guten
Meldungen gab, die den Kurs in die Höhe getrieben haben, würde
ich diese Position zugunsten eines Direktinvestments in einen
Rohstoff (Gold oder Silber) oder aber gegen oben genannte Aktie
von Royal Gold austauschen.
SOLARWINDS
Weder Solarpanel noch Windräder können Sie bei diesem
Unternehmen kaufen: Server und Application Monitoring bietet
SolarWinds an. Software, die auf Ihrem Server kontinuierlich
schaut, dass alle Prozesse rund laufen und Sie benachrichtigt,
sobald Fehler auftreten. Mit diesem IT-Service hat es das
Unternehmen immerhin auf eine Marktkapitalisierung von 2,7 Mrd.
USD gebracht. Das Umsatzwachstum liegt bei 32%, für die
nächsten fünf Jahre werden durchschnittlich 20% p.a. erwartet.
Schulden bestehen nicht. Das sieht alles sehr gut aus, aber ...
das Unternehmen macht 200 Mio. USD Umsatz und das KGV steht bei
44. Da darf nicht viel schief gehen, damit diese hohe
Marktkapitalisierung gehalten werden kann.
Dennoch habe ich den Eindruck, dass es sich hier um ein Angebot
handelt, das auch weiterhin eine starke Nachfrage erfahren
wird: Der Ausbau der Clouds wird immer ausgefeiltere
Monitoring-Software erfordern, so dass SolarWinds hier mitten
in einem sekulären Wachstumsmarkt agiert.
SCHOELLER-BLECKMANN
Super Aktie, aber ich würde mich jetzt davon trennen.
Schoeller-Bleckmann bietet "Hochpräzisionsteile" für
Ölbohrungen an. Diese Branche boomt derzeit und der Ölpreis
steigt nicht zuletzt aufgrund der Spannungen zwischen dem Iran
und Israel auf ungeahnte Höhen, so dass man meinen könnte, die
Ölkonzerne bohren weiter was das Zeug hält.
Doch schon 2008 haben wir erlebt, dass der Ölpreis nicht
unendlich hoch steigen kann. Irgendwann kippt die Stimmung, und
dann wird fieberhaft nach Alternativen, nach Substituten
gesucht, und alles was mit Öl zu tun hat gilt als zu teuer. Da
ich erwarte, dass die Spannungen zwischen dem Iran und Israel
noch einige Zeit bei uns sein werden (das neue Griechenland?),
dürfte der Ölpreis weiter ansteigen und schon bald die Marke
erreichen, auf der die Stimmung kippt.
IAMGOLD
Die tief hängenden Früchte sind gepflückt. Wer heute Gold
fördern möchte, der muss gigantische Investitionen tätigen und
sich gleichzeitig mit Behörden und Bürgerbewegungen
auseinandersetzen. Ich bin seit Jahren im Verteiler einer
Bürgerinitiative, die den Bau einer Goldmine in Alaska
verhindern möchte. Sie glauben gar nicht, welche berechtigten
Einwände diese Initiative immer wieder vorbringt. Nein, es ist
heute kaum mehr möglich, Gold wirtschaftlich abzubauen. Nicht
zu aktuellen Preisen!
Ich habe mir Iamgold angeschaut, und ich kann nicht viel
finden, was mich begeistert. Ja, das Unternehmen sitzt auf
einer Milliarde USD Cash und hat keine Schulden. Doch wohin mit
dem Geld, wenn überall zunächst Auflagen zu erfüllen sind?
Immerhin will es das Unternehmen schaffen, seinen Umsatz im
laufenden Jahr nochmals um 20% zu steigern, danach werden aber
geringe Wachstumsraten von 5% erwartet. Das KGV steht derzeit
bei 7 und wird auf Basis des für 2013 erwarteten Gewinns auf 8
ansteigen: Das Umsatzplus wird also zu noch höheren Kosten
erkauft.
Wenn der Goldpreis auf ein neues Niveau steigt, dann verdienen
die Goldminen kurzzeitig ganz gut, und der Aktienkurs steigt
an. Doch schnell sind die Gewerkschaften mit Forderungen nach
Lohnerhöhungen bei der Hand und für Sicherheitsvorkehrungen
kann niemals genug ausgegeben werden.
Also, wie schon bei Thompson Creek bin ich auch bei Iamgold
eher geneigt, mir eine Royal Gold anzuschauen oder eben direkt
das Gold als Münze oder Barren zu kaufen.
KORRELATIONSMATRIX
Kfr. UTDI A6R SWI SLL IAL
UTDI 1,00 0,30 0,39 0,25 0,34
A6R 0,30 1,00 0,41 0,08 0,30
SWI 0,39 0,41 1,00 0,07 0,33
SLL 0,25 0,08 0,07 1,00 -0,05
IAL 0,34 0,30 0,33 -0,05 1,00
Mfr. UTDI A6R SWI SLL IAL
UTDI 1,00 0,23 0,33 0,37 0,39
A6R 0,23 1,00 0,44 0,14 0,60
SWI 0,33 0,44 1,00 0,27 0,20
SLL 0,37 0,14 0,27 1,00 0,31
IAL 0,39 0,60 0,20 0,31 1,00
Wenngleich Iamgold und Thompson Creek beides Minen sind, so
korrelieren die Aktienkurse doch kaum miteinander. Der
Goldpreis unterliegt völlig anderen Faktoren als der Stahl-
bzw. Moly-Preis. Dennoch halte ich zwei Minen unter fünf Aktien
für zu viel. Da Sie mir jedoch eingangs schrieben, dass Sie
fünf weitere Aktien besitzen, von denen keine aus diesem
Bereich stammt, und da es sich Ihrer Aussage zufolge um
kleinere Positionen handelt, sehe ich hier keinen akuten
Handlungsbedarf. Dennoch würde ich perspektivisch (also bei
höheren Kursen) mindestens eine Position austauschen.
United Internet und SolarWinds sind beides IT-Unternehmen.
Schlimmer noch, United Internet könnte ein guter Kunde von
SolarWinds sein, um seine eigenen Serverfarmen (Rechenzentren)
zu monitoren (überwachen). Ja, es ist schwer, bei diesem Thema
beim Deutsch zu bleiben, aber es geht :-) Die beiden Aktien
korrelieren überhaupt nicht miteinander, weil SolarWinds ein
junges, aufstrebendes Unternehmen ist und United Internet
bereits ein reifes Geschäftsmodell besitzt. Da Sie noch EMC
besitzen, das ebenfalls in einem ähnlichen Marktumfeld aktiv
ist, würde ich hier eine der drei Positionen austauschen.
Schoeller-Bleckmann habe ich oben schon bewertet.
Insgesamt haben Sie in meinen Augen also ein Portfolio
zusammengestellt, das Aktien aus wenigen unterschiedlichen
Branchen enthält, dort aber kaum Überschneidungen enthält. Für
den IT-Bereich finde ich das gut, denn es scheint, als hätten
Sie davon Ahnung und wissen also über die Unternehmen Bescheid.
Mit Ihren fünf großen Positionen haben Sie ja auch noch weitere
Branchen wie Pharma, Energie (Sie brauchen also gar kein
Schoeller-Bleckmann) und Konsumartikel abgedeckt.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar Denkanstöße geben.
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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH:
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AURTRAGSEINGANG FÜR ZWEI MRAM-FERTIGUNGSANLAGEN
MRAM soll, wenn es nach dem Willen der Forscher geht, einmal
Arbeitsspeicher und Festplatte vereinen. Die magnetischen
Zustände („M“RAM) des Speichers behalten die Informationen auch
ohne Strom, gleichzeitig kann der Zustand unendlich häufig
verändert werden.
Sie werden wissen, dass Computer, Touchpads und Smartphones
heute stets einen Arbeitsspeicher sowie eine Festplatte
besitzen. Der Arbeitsspeicher nennt sich SRAM oder DRAM und
speichert elektrische Zustände. Leider sind diese Zustände
„flüchtig“, sie verflüchtigen sich, wenn Sie den Strom
abschalten.
Als Festplatte wird das herkömmliche, sich drehende
Speichermedium derzeit vom SSD Flashspeicher in immer mehr
Bereichen abgelöst. SSDs sind schneller und robuster, denn es
muss keine Scheibe rotiert werden, um die Daten auszulesen.
Warum nimmt man nicht schon längst die SSD Flashspeicher als
Arbeitsspeicher? Nun, wie viele von Ihnen wissen, geht jede
Festplatte irgendwann einmal kaputt. Man kann sie nicht
„unendlich oft“ neu beschreiben, genau das ist jedoch beim
Arbeitsspeicher notwendig.
Dem Wunsch, den Rechner sofort nach Aufklappen (früher
„Einschalten“) mit sämtlichen Programmen verfügbar zu haben,
konnte daher bislang nicht nachgekommen werden.
Mit der MRAM könnte nun endlich die Lücke zwischen
Arbeitsspeicher und Festplatte geschlossen werden, und Singulus
wittert hier das große Zukunftsgeschäft. Somit ist der
Auftragseingang für den Bau zweier Fertigungsanlagen von MRAM-
Speichern überaus positiv.
Doch ist es das nächste Megageschäft für Singulus? Ich
bezweifle das. Schauen wir einmal in die Vergangenheit von
Singulus:
Kerngeschäft von Singulus ist der Bau von Fertigungsanlagen für
CDs. Singulus beherrscht sämtliche Produkte, von CD über DVD
bis hin zur Blu-Ray, von nicht beschreibbar über beschreibbar
bis hin zu wiederbeschreibbar.
Was kommt nach der wiederbeschreibbaren Blu-Ray? Zunächst der
USB-Stick, dann die Cloud. In beiden Geschäften hat Singulus
keine Karten, und so ist das Management bemüht, ein neues
Geschäftsfeld aufzutun.
Da tummelt man sich auf dem Solarmarkt, bietet
Fertigungsanlagen für Nanotechnologie an und hat nun auch das
Zukunftsthema MRAM im Visier. Doch ob daraus nochmals ein
Geschäft werden kann wie das mit den CDs ist fraglich.
Erinnern Sie sich an die Jahrtausendwende, als AOL in jeden
Briefkasten der zivilisierten Welt Internet-CDs einwerfen ließ?
Das war der Zenit der CD, damals stand die Aktie von Singulus
bei 75 Euro.
Seither geht es stetig bergab, und an die alten Erfolge konnte
nie wieder angeknüpft werden. Heute steht die Aktie noch bei
2,52 Euro.
Ich würde gerne sagen, das Management von Singulus hat immer
wieder sein Können unter Beweis gestellt, und so glaube ich,
dass auch diesmal ein neuer Geschäftsbereich erfolgreich
erschlossen wird. Doch wenn ich mir den Kursverlauf der
vergangenen zwölf Jahre anschaue, dann kann ich diese
Vorschusslorbeeren nicht vergeben, im Gegenteil.
Es sieht nun vielmehr so aus, als stünde das Unternehmen mit
dem Rücken zur Wand und muss händeringend ein neues
Geschäftsmodell erfinden, um das in absehbarer Zeit
wegbrechende Blu-Ray Geschäft zu ersetzen.
Vor sechs Wochen hatte ich an dieser Stelle gemutmaßt, dass
sich Singulus über eine Kapitalmaßnahme, vermutlich über eine
Unternehmensanleihe, frisches Investitionskapital verschaffen
würde. Genau das ist postwendend eingetreten, die Anleihe hat
ein Volumen von 60 Mio. Euro, läuft 5 Jahre und wird mit 7,75%
verzinst. Ich würde diese Anleihe nicht kaufen.
Die Bilanz von Singulus ist sauber, und es gibt rechnerisch
kaum einen Grund, diesem Unternehmen so negativ gegenüber
eingestellt zu sein. Doch ich erwarte, dass die Cloud schneller
kommt, als von Singulus erwartet. Und ich habe meine Zweifel,
dass Singulus mit seinen neuen Geschäften kurz vor dem
Durchbruch steht – es dürfte noch eine Weile dauern, bis
gegebenenfalls eines der neuen Geschäftsfelder abhebt.
Singulus hat ein gutes Knowhow und wird sicher nicht von heute
auf morgen von der Bildfläche verschwinden. Doch vorerst
dürften noch ein paar schwere Zeiten auf das Unternehmen
zukommen.
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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.
Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird
Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.
VALUE (≈50%) = 50,5% WKN 8.3. Woche 2012 Anteil i
Apple 865985 403,85 € -0,6% 29% 5,8% NK
Teva Pharmaceutical 883035 34,00 € -0,6% 11% 7,2% TV
Sto AG 727413 116,70 € -1,9% 14% 10,2% H
Siemens 723610 74,69 € -1,0% 4% 9,3% H
Unilever A0JMZB 25,40 € 0,7% -2% 8,6% H
Freeport McMoRan 896476 29,55 € -7,7% -1% 9,4% H
ZIEL: 5 Positionen à 10,0%
ALTERNATIV (≈25%) =17% WKN 8.3. Woche 2012 Anteil i
Goldbarren 100 gr. 4.067 € -1,0% 3% 6,2% K
Südzucker Anleihe A0E6FU 100,55% -0,1% 3% 2,1% H
Renault Anleihe A1ANEW 106,65% -0,1% 3% 4,1% H
HeidelbergCement AnleihA1A6PH 113,40% -0,8% 13% 4,6% VL
ZIEL: 5 Positionen à 5,0%
SPEKULATIV (≈20%) =15,8 WKN 8.3. Woche 2012 Anteil i
EMC 872526 21,44 € 1,4% 14% 3,3% TV
Villeroy & Boch 765723 6,87 € -3,6% 17% 5,9% H
Jungheinrich 621993 25,00 € -6,3% 32% 3,3% H
Juniper Networks 923889 16,06 € -3,2% -5% 3,3% NK
ZIEL: 5 Positionen à 4,0%
HEIBEL-PICKER (≈5%) =5% WKN 8.3. Woche 2012 Anteil i
bet-at-home A0DNAY 27,48 € 1,4% 12% 5,0% H
ZIEL: 2 Positionen à 2,5%
Cashquote 11,7%
- Ergebnis 2012 12,1%
APPLE – 6.3.12
KORREKTUREN SIND GESUND FÜR EINEN BULLENMARKT
Dass die Börse keine Einbahnstraße ist, wissen wir. Dennoch
sind die Erfahrungen der vergangenen zwölf Jahre schuld daran,
dass wir bei dem ersten Anzeichen einer Korrektur sofort an das
Verkaufen sämtlicher Positionen denken. Es könnten die Gewinne
ja binnen weniger Wochen zunichte gemacht werden, wie es in den
letzten Jahren so häufig geschah. Warum ist es diesmal anders?
2000, 2003 und 2007 waren die KGVs so hoch, dass die erreichten
Kursniveaus nicht mehr fundamental gerechtfertigt waren. 2011
hat die Schuldenkrise die 2009 begonnene Rallye unterbrochen.
Doch die Schuldenkrise ist nun bekannt, Gegenmittel (zumindest
für die nächsten Monate) sind geordert, und die Börse kann sich
wieder den Unternehmensbewertungen zuwenden. Und die sind nach
wie vor extrem niedrig. Das durchschnittliche KGV des S&P 500
beträgt aktuell 13. Historisch bewegt es sich meist um die 17.
Ich gehe davon aus, dass wir uns in einer Korrektur befinden,
die nochmals günstige Kaufgelegenheiten erzeugen kann. Je
stärker die Aktie zuvor gestiegen war, desto stärker dürfte
folglich nun auch der Ausverkauf ausfallen. Paradebeispiel ist
dafür natürlich Apple, die Aktie ist seit vergangenem November
um 52% angestiegen. Dementsprechend erwarte ich besonders bei
Apple eine heftige Korrektur. Mal sehen, wie weit sie uns nach
unten drückt, vielleicht lohnt es sich dann, unsere Position
noch ein wenig aufzustocken.
Vorerst würde ich noch abwarten.
APPLE II – 10.3.12
DAS NEUE IPAD IST DA
Alles läuft rund bei Apple und Ihr Autor wird zum blauäugigen
Schwärmer? Sie haben sicherlich bereits gehört, mit welchen
Verbesserungen Apple sein neues iPad ausgestattet hat, und ich
bin sicher, dass das Gerät wieder ein großer Erfolg wird.
Bislang war Ihr Autor mit seinem iPhone zufrieden, jetzt hat er
sich auch ein iPad bestellt.
Doch bevor Sie mich für einen blauäugigen Schwärmer halten,
möchte ich Ihnen aufzeigen, welche Entwicklungen ich ebenfalls
kritisch verfolge. So war es dem Unternehmen keine Bemerkung
wert, dass die so hochgelobte 4G-Geschwindigkeit im mobilen
LTE-Datennetz ausschließlich in den USA erzielt werden kann.
Ich hielt es für selbstverständlich, dass die in Europa
verkauften Geräte auch die hiesigen Frequenzen verstehen, doch
das ist nicht der Fall. 4G hat das neue iPad nicht, und es kann
auch nicht später einmal zugeschaltet werden.
Erstens ist es nicht gerade gut für Apple, Europa in diesem
Punkt zu übergehen. Zweitens macht es mich nachdenklich, warum
Apple dieses Manko nicht einmal für erwähnenswert hält. Selbst
auf der deutschen Apple-Seite wird 4G groß angepriesen, als sei
es das non plus ultra. Ich hätte hier ein wenig mehr
Fingerspitzengefühl erwartet.
Das Gleiche gilt auch für den Preis. 120 Euro teurer ist das
Gerät in Deutschland. Natürlich ergibt sich dieser
Preisunterschied aufgrund der Anpassungen, die das
amerikanische Unternehmen für die europäischen Geräte vornehmen
muss, könnte man argumentieren, denn das betrifft genau die
unterschiedlichen Mobilfunknetze. Doch das ist ja eben nicht
der Fall, wir haben das US-Gerät serviert bekommen, das in
Europa kein LTE versteht. Warum dann der hohe Preisunterschied?
Ich hätte auch hier ein wenig mehr Fingerspitzengefühl
erwartet.
Und dann ist da noch der Namensstreit mit dem chinesischen
Unternehmen Proview, das sich den Namen "iPad" gesichert haben
will. Hier scheint Apple einen ungewohnt gefährlichen Kurs zu
fahren, denn der Kontrahent versammelt Meldungen zufolge
inzwischen Banken hinter sich, um den Rechtsstreit mit Apple
bis zum letzten auszutragen. Apple behauptet, den Namen 2009
rechtmäßig erworben zu haben und zwar von einer
Tochtergesellschaft von Proview. Proview erwidert, dass diese
Tochtergesellschaft gar nicht das Recht hatte, den Namen zu
verkaufen.
Ich bin kein Anwalt, und es mag sein, dass diese
Auseinandersetzung letztlich nichts ungewöhnliches in der
Geschäftswelt ist. Doch wenn es um den chinesischen Markt geht,
dann kann man schon nervös werden. Wir haben gesehen, dass die
Aktie von Google seit dem Rückzug Googles aus China nicht mehr
wirklich auf die Beine gekommen ist.
Also: Ich habe Ihnen diese Dornen im Auge von Apple aufgelistet
um zu zeigen, dass Apple im Ausland nicht so souverän auftritt
wie in seiner Heimat. War Steve Jobs ein besserer Cosmopolit?
Es ist sicher zu früh, um das zu beurteilen, doch ich werde
Apples Auslandsaktivitäten künftig besonders kritisch
beobachten.
Ungeachtet dessen: Das neue iPad ist der Hammer, und die Aktie
steigt und steigt und hat uns nicht einmal in dieser Woche die
Gelegenheit zum Nachkaufen gegeben - zu schnell war die
Korrektur vorbei, zu seicht fiel sie aus. Wir bleiben also
weiterhin mit unserem Bestand an Bord.
FREEPORT MCMORAN – 6.3.12
CHINA BELASTET, NACHKAUFEN UNTER 30 EUR
China hat das Wachstumsziel für 2012 von 8% auf 7,5%
zurückgenommen. An den Finanzmärkten wird dieser Schritt als
gleichbedeutend mit einem Konjunktureinbruch in China
interpretiert - keine "weiche Landung" nach der beinahe
Überhitzung am Immobilienmarkt, sondern eine "harte Landung"
wird nun befürchtet.
Vor 30 Jahren gingen 30% der weltweiten Kupferexporte in die
USA, nur 10% nach China. Heute gehen 10% in die USA und 30%
nach China. Entsprechend dramatisch ist die Reaktion der Aktie
von Freeport McMoRan, die mit ihrer großen Kupfermine in
Indonesien hauptsächlich nach China exportieren. Anleger
flüchten vor dieser Aktie, und gestern betrug das Minus 7%.
Ich werde mich hier nicht hinstellen und behaupten, ich
verstünde China. Nein, das habe ich aufgegeben. China hat seine
eigenen Methoden. So wurde bekannt gegeben, dass die
Konjunkturförderungen künftig verstärkt beim Konsumenten
angesetzt werden. Ich hatte dies bereits bei der Analyse von
Aixtron in Erfahrung gebracht. Die Meldung von diesem
Wochenende zeigt, dass dieser Ansatz nun grundsätzlich in den
meisten Wirtschaftsbereichen verwendet wird. So will man besser
steuern, welche Bereiche ausgebaut werden und welche nicht. Die
Mittelverwendung kann so besser beeinflusst werden.
Wie bei Aixtron dürfte sich nun also tatsächlich eine
Umbruchsituation ergeben, Unsicherheit und Zurückhaltung bei
Bestellungen, bis das neue Fördersystem eingeführt und
verstanden wurde.
Zudem hat China im vergangenen Jahr bereits zweimal den
chinesischen Leitzins gesenkt. Sie wissen, dass
Leitzinssenkungen eine langfristige Sache sind. Wenn man sich
mal entscheidet, von Anhebungen zu Senkungen überzugehen, kann
man mit zwei bis drei Jahren Zinssenkungen rechnen. Ich fürchte
also nicht, dass in den nächsten Monaten das Wachstum durch
Zinsanhebungen gedrosselt wird.
Gleichzeitig durchläuft China eine Industrielle Revolution, wie
wir sie in den 1870er Jahren erlebt haben. Der
hochindustrialisierte Südosten Chinas wird mit dem
zurückgebliebenen, von Ackerbau dominierten Westen Chinas
verbunden. Autobahnen und Eisenbahnstrecken mit unzähligen
Brücken, Vernetzung der dortigen Städte, und durch die
Anbindung ein steigender Wohlstand im Westen Chinas, führen zu
einem Nachfrageschub, der meines Erachtens tatsächlich die
Weltwirtschaft mit sich reißen kann - oder es bereits tut.
Diese Entwicklung wird durch das Wachstumsziel von "nur" 7,5%
statt 8% nicht in Frage gestellt.
Seit Jahresbeginn hatte Freeport um 20% zugelegt. Kein Wunder,
dass nun einige Anleger beim erstbesten Anlass Gewinne
mitnehmen und weitere Spekulanten dadurch ihre Positionen glatt
stellen. Unsere Positionsgröße liegt bei 7,5% mit dem Ziel, sie
einmal auf 10% zu bringen. Entsprechend würde ich im weiteren
Wochenverlauf Kurse unter 30 Euro zum Nachkaufen nutzen.
FREEPORT II – 8.3.12
KURS UNTER 30 EUR, NACHKAUFEN
Wie Anfang der Woche angekündigt, würde ich morgen Vormittag
Kurse unter 30 Euro zum Kaufen von Freeport nutzen. Die Aktie
steht heute Abend bei 29,50 EUR. An der für Freeport
maßgeblichen US-Börse ist der Kurs leicht angestiegen, das
Minus hier in Deutschland ergibt sich aus dem festen Euro: Sie
müssen weniger Euros aufwenden, um eine US-Aktie zu kaufen -
und so ist der Kurs nochmals unter 30 Euro gerutscht.
JUNGHEINRICH – 8.3.12
VON SCHWACHEM Q4 KEINE SPUR
Gestern hat Jungheinrich Zahlen für das Jahr 2011 vorgelegt.
Besonders positiv stach der Auftragseingang im vierten Quartal
2011 hervor, der mit 546 Mio. EUR weit über den Erwartungen
(534 Mio. EUR) lag. Der Umsatz wuchs im Jahr 2011 gegenüber dem
Vorjahr um 16,5% auf 2,1 Mrd. EUR und liegt damit nur knapp
unter dem Rekordniveau von 2008. Der Gewinn hingegen konnte mit
146 Mio. EUR das Rekordjahr von 2008 übertreffen, was die Folge
der Kostensenkungen bzw. Effizienzsteigerungen ist, die in den
vergangenen Krisen umgesetzt wurden.
Im Rahmen des Ausverkaufs war Jungheinrich zum Wochenbeginn
stark unter die Räder geraten, und ich hatte mir 23,50 EUR als
Nachkauflimit notiert, doch die Aktie drehte schon knapp unter
24 Euro und notiert inzwischen schon wieder bei 25,25 EUR. Es
bleibt für uns also bei der halben Position im Portfolio.
Durch den gestiegenen Auftragseingang ist die Aussicht für das
Jahr 2012 sehr rosig. Jungheinrich baut in Hamburg ein neues
Werk sowie ein neues Ersatzteilzentrum und baut in China ein
weiteres Werk, was die Kriegskasse des Unternehmens belastet
und auch Kapazitäten bindet. Im laufenden Jahr wird ein Umsatz-
und Gewinnrückgang erwartet, bevor es im Jahr 2013 wieder
aufwärts gehen kann.
Das KGV 12e von 9 ist in meinen Augen günstig, doch es würde
mich nicht überraschen, wenn die Aktie auf diesem Niveau oder
nur wenig höher eine Weile auf der Stelle tritt. Daher merke
ich mir vor, die Position bis zum Frühjahr aufzulösen, sofern
sich der Ausblick nicht ändert.
JUNIPER – 6.3.12
US-BÖRSENDIENST TRENNT SICH VON JUNIPER, NACHKAUFEN
UNTER 16,40 EUR
Jim Cramer mit seinem Dienst "Action Alert Plus" hat sich nun
gestern endgültig von Juniper getrennt. Der Börsendienst ist in
den USA ziemlich groß und entsprechend groß war die
Verkaufswelle, als Cramer bekanntgab, die Position aufzulösen.
Schon in der vergangenen Woche hatte er die Position
verkleinert, was den Kurs kurz nach unserem Einstieg drückte.
Gestern ging es nochmals um 4% gen Süden.
Das Tief lag gestern bei 16,10 Euro, seither hat sich der Kurs
wieder ein wenig erholt (16:38 EUR Tradegate um 10:38 Uhr). Ich
denke zwar, dass der gestern begonnene Ausverkauf diesmal
erstmals in 2012 ein paar Tage anhalten kann, doch Juniper
dürfte das Gröbste bereits hinter sich haben. Daher würde ich
die Position zu Kursen unter 16,40 Euro voll machen. Den Stopp
Loss bei 15,75 EUR würde ich dennoch weiter beachten, falls es
zu einer noch heftigeren Reaktion kommt.
Quellen: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen
von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com
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Stephan Heibel
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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
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