Heibel-Ticker PLUS 12/16 - Spekulanten kreischen "Olé"

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H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

7. Jahrgang - Ausgabe 16 (20.04.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: KRISE? WELCHE KRISE?
02. SO TICKT DIE BÖRSE: SPEKULANTEN KREISCHEN „OLE“
03. AUSBLICK: MEGATREND DATENSPEICHER
WAHLEN IN FRANKREICH: VERLUST DES VERLÄSSLICHEN PARTNERS
SARKOZY BEFÜRCHTET
04. WUNSCHANALYSE: VMWARE
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: SKY & AXEL SPRINGER
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01.INFO-KICKER: KRISE? WELCHE KRISE?
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Liebe Börsenfreunde,

wie in einer spanischen Stierkampfarena kommt mir das Chaos um
die Finanzen dieses EU-Landes vor, doch außerhalb der Arena
bekommt man außer dem lauten Geschrei nicht viel mit. Mit
Sicherheit ein großer Unterschied zu den bisherigen Euro-
Krisen, die wir erlebt haben. Mehr dazu in Kapitel 02.

Dort bespreche ich auch die Quartalszahlen von Ebay, die
jegliche Erwartungen übertroffen haben. Ebay geht von der
Defensive in die Offensive, sagt der CEO Donahoe. Nach Jahren
der Entwicklung kommt nun die Erntezeit.

In Kapitel 03 liste ich die Beteiligten des Megatrends der
Datenspeicherung auf, fast alle Dauermieter auf der Liste der
Aktien mit 52-Wochen-Hochs sind. Für uns Privatanleger ist es
schwer nachzuvollziehen, was sich in dieser Branche abspielt.
Ich habe Versucht, ein wenig Licht in diese Branche zu bringen.

Zudem gebe ich meine Einschätzung zu den Präsidentschaftswahlen
in Frankreich. Sarkozy liegt in Umfragen hinten. Ein Wechsel
zum Guten oder zum Schlechten? Meine finanzwirtschaftliche
Meinung dazu ebenfalls in Kapitel 03.

VMware ist einer der Teilnehmer des Megatrends
Datenspeicherung. Die Wunschanalyse in Kapitel 04 zeigt das
Unternehmen, das zu 80% dem EMC-Konzern gehört.

Im Fernsehen wurde ich diese Woche nach meiner Meinung zum
Fußball gefragt - natürlich zu den Lizenzrechten für die
Bundesliga, die diese Woche an Sky und Axel Springer vergeben
wurden. Der Gewinner ist ... der DFL, der seine Einnahmen um
50% steigern konnte. Wenn wir uns Sky und Axel Springer näher
anschauen, dann bekommen wir eine Idee, wie wir in den nächsten
vier Jahren Fußball schauen werden. Spannend! Die Details dazu
lesen Sie in Kapitel 05.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates in Kapitel 06 zu
unseren offenen Positionen, die Sie nicht verpassen dürfen.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp120420.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker


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02. SO TICKT DIE BÖRSE: SPEKULANTEN KREISCHEN „OLE“
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„Olé“ rufen die internationalen Hedgefondsmanager und Daytrader
dem spanischen Finanzminister Cristóbal Montoro zu. Die Arena
ist voll von Spekulanten. Geschickt hatte der Torero gestern
nach dem erfolgreichen Platzieren der 10-Jahre laufenden
Staatsanleihe Spaniens eine Banderilla (Spieß) platziert: Die
ganze Arena kann und wird nun jede spanische Auktion von
Staatspapiere verfolgen.

Drei solcher Banderillas werden Spekulanten Spanien anheften,
bevor der Matador die Arena betritt, der Stiertöter. Die zweite
Banderilla wird den Titel „spanische Banken“ tragen und die
dritte könnte dann „Arbeitslosigkeit“ oder „anhaltender
Immobiliencrash“ heißen. So angeschlagen wird sodann der
Matador in Frage stellen, ob der EFSF oder dann der ESM
überhaupt in der Lage ist, Spanien aufzufangen.

Ein böses Spiel, bei dem man kaum weiß, ob man Mitleid mit dem
armen Stier oder Angst vor dem moralischen Verfall bei den
Toreros haben soll. Doch bei keinem Berufsstand darf man auf
die Einsicht der Beteiligten setzen, sie haben eine harte
Ausbildung durchlaufen und wollen ihr Können nun unter Beweis
stellen.

Ich will mal hoffen, dass sich Spanien ein Beispiel an den
Stierkämpfen in Portugal nimmt – dort werden seit vielen
Jahrzehnten keine Stiere mehr getötet, es wird nur „gespielt“.

Sie und ich wissen, dass anders als im vergangenen August heute
ein Arsenal an Mitteln bereitsteht, um Spanien zu helfen: Die
EZB könnte weiter Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt
aufkaufen und damit spanischen Banken indirekt den Druck
nehmen, Spanien selbst kann Irland und Italien zum Vorbild
nehmen um zu sehen, wie man notwendige Reformen durchsetzt. Der
EFSF, später der ESM stehen bereit, und der IWF ist inzwischen
auch auf der Seite der Europäer. So leicht wird es der Matador
nicht haben.

Doch darum geht es ja auch gar nicht. Griechenland wurde
letztlich auch gerettet, und Spekulanten haben an der ganzen
Geschichte prächtig verdient. Es geht darum, nun ein paar
Wochen, vielleicht Monate, für Chaos zu sorgen, für
Verunsicherung, um in dieser Zeit mit kurzfristigen
Spekulationen gut zu verdienen und sich mittel- und langfristig
gut zu positionieren.

Die Rhetorik der Finanzpresse ist schon ziemlich harsch
geworden. Nachdem ich in englischsprachigen Finanzmedien in der
Vorwoche schon Artikel gelesen habe, in denen nicht mehr über
den Kollaps Spaniens spekuliert wurde, sondern dieser als
unausweichlich vorausgesetzt wurde, habe ich diese Woche auch
schon Artikel gelesen, die ähnliches über den Euro selbst
schrieben.

Außerhalb Spaniens hat man sich an den Druck der Finanzmärkte
gewöhnt, der Euro verharrt über der 1,30 USD/EUR Marke. Und
auch der DAX gibt sich diesmal offensichtlich mit einer 10%-
Korrektur zufrieden. Während Spanien also wutschnaubend durch
die Arena prescht, vertrauen Anleger auf die oben
angesprochenen Abwehrmittel, die ein Übergreifen auf Europa
verhindern sollen. Welch ein Unterschied zum vergangenen
August, als der DAX wegen Griechenland um 20% einbrach!

Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:


WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 12.04.12 DIFF
Dow Jones 12.964 -0,2%
DAX 6.671 -1,1%
Nikkei 9.561 -0,8%
Euro/US-Dollar 1,313 0,4%
Euro/Yen 107,1905 1,3%
10-Jahres-US-Anleihe 1,95% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,41% 0,0
Feinunze Gold USD $1.642,75 -1,5%
Fass Brent Öl USD $118,23 -2,7%
Kupfer in US$/to 8.057 0,8%
Baltic Dry Shipping I 1.028 7,1%

Auch der Goldpreis spricht mit einem leichten Rückgang eher
dafür, dass Anleger nicht in Panik verfallen, sondern die
Turbulenzen der Arena als Spiel in einer abgeschirmten Arena
wahrnehmen.

Optimistisch stimmen mich die Preisentwicklungen des Öls
(rückläufig), des Kupfers und des Verschiffungsindexes Baltic
Dry (Anstieg). Der Ölpreis notiert auf einem so hohen Niveau,
dass dadurch die Wirtschaft und Konjunktur geschädigt wird. Ein
Preisrückgang ist hier nicht als Zeichen für eine schwächere
Konjunktur zu deuten, sondern als Erleichterung für die
Wirtschaft.

Der Kupferpreis steigt an, und auch die Verschiffungsraten
steigen an, was von einer anziehenden wirtschaftlichen
Aktivität kündet. Ich habe hier insbesondere China im Auge, da
von dort neue Wachstumsimpulse erwartet werden.


Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:


SENTIMENTDATEN ÜBERRASCHEND BULLISCH

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
30.03.- 05.04. (153): 47% / 12%
05.04.- 13.04. (159): 49% / 15%
13.04.- 20.04. ( 94): 52% / 6%

Kaufempfehlungen der Analysten
SAP, Rio Tinto, Danone

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Carrefour S.A., Nokia, Infosys

Privatanleger
14. KW: 65% Bullen (177 Stimmen)
15. KW: 66% Bullen (183 Stimmen)
16. KW: 63% Bullen (192 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Société Générale, BNP Paribas, Archos

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Conergy, eBay

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel


EBAY: 1, 2, 3, MEINS – ZAHLUNGSABWICKLUNG PAYPAL

Im Juni 2009 hatte ich die gewagte Behauptung aufgestellt, dass
Ebay mit Paypal ein Juwel im Portfolio hält und dass die Aktie,
damals bei 17 Euro, durchaus auf 30 Euro steigen könnte. Raten
Sie mal, wo die Aktie heute steht: bei 31 Euro. Okay, es hat
fast drei Jahre gedauert, doch dafür sehen die Chancen heute
wesentlich besser aus als damals.

Heute verfügt Ebay über ein wachsendes Auktionsgeschäft und
gleichzeitig mit Paypal über die Pole-Position bei Online-
Bezahlsystemen. Und gerade bei Paypal spielt die Musik.

Der Umsatz wuchs um 29%, der Gewinn wuchs um 20% an. Paypal
erzielt inzwischen 40% des Umsatzes von Ebay und wächst mit 32%
p.a., deutlich also schneller als das Auktionsgeschäft. Doch
das KGV 12e von Ebay steht aktuell nur bei 16.

In der Analystenkonferenz sprach CEO John Donahoe von dem
Schwenk seines Unternehmens von der Defensive in die Offensive.
Er habe viel Arbeit in die Verfeinerung der Online-Shops auf
Ebay gesteckt, damit sowohl Kunden als auch Geschäftspartner
ein reibungsloses und intuitives Shopping-Erlebnis haben. Die
Überarbeitung sei nun abgeschlossen, und nun mache Ebay wieder
Werbung, was sich sofort auszahle.

Mit anderen Worten: Es handelte sich nicht nur um einen
einmaligen Sondereffekt bei Auktionen und den Ebay
Marktplätzen, sondern um einen von langer Hand vorbereiteten
Sturm auf Amazon – und derzeit mit Erfolg.

Gleichzeitig hat Paypal Versuche in Baumärkten unternommen,
Kunden dort mit Paypal zahlen zu lassen. Hierbei handelt es
sich um einen ersten Schritt weg vom Internet, während
Mastercard und Visa vehement aus der Offline-Welt ins Internet
streben.

Ich denke, es wird künftig drei wesentliche Zahlungssysteme
geben: Paypal, Mastercard und Visa. Die beiden
Kreditkartenunternehmen nehmen höhere Gebühren und sind noch
lange nicht so unkompliziert bei der Einbindung ihres Dienstes
in Webseiten. Das Wachstum des Einzelhandels über das Internet
landet zu einem großen Teil bei Paypal.

Gestern ist die Aktie von Ebay um 14% angesprungen. Ich denke,
dass ein solcher Kurssprung eine Konsolidierungsphase nach sich
ziehen wird. Doch aus Sicht der Bewertung ist noch viel Luft
nach oben für Ebay, und ich kann mir gut vorstellen, dass die
jüngsten Quartalzahlen erst der Startschuss für eine wesentlich
aggressivere Gangart bei Ebay waren.


TOP ANALYSTENZIELE

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:

Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
SKY Dtl. 12.04. 2,01€ 4,25€ 111,44%
RHÖN-KLINIK 13.04. 13,95€ 22,00€ 57,71%
PORSCHE 10.04. 42,70€ 66,00€ 54,57%
BAUER AG 13.04. 19,80€ 28,00€ 41,41%
LUFTHANSA 13.04. 9,96€ 14,00€ 40,56%
Gigaset 10.04. 2,28€ 3,20€ 40,35%
CELESIO AG 13.04. 12,83€ 18,00€ 40,30%
VOLKSWAGEN 13.04.129,06€180,00€ 39,47%
KLOECKNER 12.04. 10,14€ 14,00€ 38,07%
LANXESS AG 11.04. 58,61€ 80,00€ 36,50%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.

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03. AUSBLICK: MEGATREND DATENSPEICHER
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Seagate, Hersteller der „alten“ Festplatten, übertrifft die
Erwartungen um Meilen. Sandisk, größter Anbieter der „neuen“
Festplatten, verfehlt die Erwartungen und gibt einen
enttäuschenden Ausblick.

Sandisk baut die Flash-Speicher, die in jedem Smartphone und
Touchpad verwendet werden. Allein Apple kauft weltweit 25%
aller produzierten Flashspeicher. Wie kann Sandisk bei dem
boomenden Apple-Geschäft die Erwartungen verfehlen? Und wie
schlimm ist das für Apple?

Nun, meine Antwort darauf wird sie überraschen: Sandisk hat
schlechtes Management und die Management-Probleme bei Sandisk
haben überhaupt keine Auswirkung auf Apple. Nicht jeder Apple-
Lieferant wird automatisch zu einem fantastischen Unternehmen,
es gibt auch Graupen.

Seagate hingegen, ein aufgegebenes Unternehmen, da es die
klobigen Festplatten mit sich drehenden Scheiben von gestern
auch heute noch baut, erfreut sich reißender Nachfrage. Wie
kommt’s? Nun, Unternehmen sammeln Daten, die Cloud wächst und
wird weltweit überall verfügbar gemacht. Da werden unzählige
Serverfarmen gebaut, jeweils ausgestattet mit Rechnern, die
über riesige Speicher verfügen. Und IDE-Speicher (oder die
Speicher von gestern) haben einfach eine größere Kapazität.

Dieses Quartal war also das Quartal der alten Speicherplatten.
Das wird nicht ewig so bleiben, doch derzeit ist der Megatrend
der dezentralen Datenverfügbarkeit von Unternehmen erst am
Anfang, da werden noch eine ganze Reihe von Serverfarmen
gebaut. Seagate wächst mit über 20% p.a. im Umsatz während die
Gewinne explodieren, das KGV 2012e von 14 wird dieser
Entwicklung nicht gerecht. Totgesagte leben länger – seit
Anfang 2009 hat sich der Kurs von Seagate verzehnfacht!

Sandisk hingegen lebt zwar in einem boomenden Markt, doch ist
dies nicht das erste Mal, dass interne Probleme das Wachstum
nicht in Gewinne ummünzen – und solange CEO Luczko am Ruder
bleibt, erwarte ich kaum Besserung.

Über VMware lesen Sie im folgenden Kapitel in der
Wunschanalyse, und so lässt sich auch für EMC ein langfristiger
Wachstumspfad aufmalen. Doch nicht nur EMC profitiert von dem
Megatrend, auch der alte Chipgigant Intel erfreut sich der
reißenden Nachfrage für seine Serverchips. Derzeit entwickelt
das Unternehmen einen besonders leistungsstarken und
gleichzeitig stromsparenden Chip, der eine Überhitzung von
Servern künftig vermeiden soll.

Wo wir gestern noch glaubten, die erreichte Performance reicht
nun für alle Anwendungen aus, da müssen wir heute feststellen,
dass Streaming Musik und Video sowie Realtime-Auswertungen die
Server ganz schnell an ihre Grenzen führen. Schneller, immer
schneller ist wieder aktueller, Intel ist wieder gefragt. Die
unzähligen Serverfarmen statten ihre Server natürlich mit
Intel-Chips aus.

Und natürlich spielt die Cloud eine Rolle in diesem
Wachstumsmarkt. Salesforce.com springt von Allzeithoch zu
Allzeithoch, weil Anleger nach Unternehmen suchen, deren
Wachstum eben nicht von der konjunkturellen Entwicklung
abhängt, sondern einem übergreifenden Trend unterliegt.

So natürlich auch Red Hat, der Anbieter von Dienstleistungen im
Linux-Umfeld. 80% aller Webserver laufen heute unter Linux, und
wer verlässlichen Support haben möchte, der wendet sich an Red
Hat mit der eigenen Version von Linux, die kostenfrei verfügbar
ist.

Tibco wertet Bewegungsdaten von Unternehmen in Echtzeit aus und
liefert sofort umsetzbare Marketingaktionen als Resultat. Auch
Tibco ist Dauermieter auf der Liste der Aktien mit 52-Wochen-
Hochs.

Für uns hier in Deutschland gibt es bei diesem Megatrend noch
nicht viel, was wir mitmachen können. Mir fällt höchstens SAP
ein, die diesen Trend erkannt haben und mit aller Kraft dort
hinein investieren. Anders als von Tibcos CEO behauptet, ist
SAP eben nicht nur ein Marketingunternehmen, sondern das
Rückgrat ganzer Industriezweige und aufgrund der dezentralen
Softwarearchitektur in der Lage, diesen neuen Megatrend
wesentlich tiefgreifender in die Unternehmen zu integrieren als
nur beim Marketing.

Und Unternehmen, die große Anwendungen über das Internet an den
Mann bringen, bauen auf F5 Networks, ein weiteres Unternehmen,
das diese Woche herausragende Zahlen veröffentlicht hat.
Software-as-a-Service lebt davon, dass die Kunden egal wo sie
in der Welt eine Anwendung starten, eine gute Performance für
ihre Anwendung erhalten. F5 Networks sorgt dafür, dass dies
funktioniert.

Wie schadet es den hier aufgezählten Unternehmen, wenn eine
spanische Auktion von Staatsanleihen schlecht läuft? Ich weiß
es nicht. Wenn die Aktien ausverkauft werden, nur weil Ängste
über Spanien über die Märkte hereinbrechen, dann ist das eine
Kaufgelegenheit für Anleger, um solche Wachstumsaktien
einzusammeln.

Vielleicht sollte ich einfach mal einen Index entwickeln, der
die an diesem Megatrend beteiligten Unternehmen enthält.


WAHLEN IN FRANKREICH: VERLUST DES VERLÄSSLICHEN PARTNERS
SARKOZY BEFÜRCHTET

Umfragen zufolge liegt der Herausforderer Sarkozys vorne.
Dieses Wochenende finden Vorwahlen statt, Anfang Juni dann die
Stichwahl zwischen Sarkozy und Herausforderer Hollande.

Hollande hat bereits angekündigt, er wolle die EZB zu einem
niedrigeren Leitzins drängen, um die Konjunktur anzukurbeln.
Ich denke, Sie kennen Ihren Autor gut genug, um zu wissen, was
ich von dieser Idee halte: Um Gottes Willen, wieder ein linker
Politiker, der in die Befugnisse der unabhängigen EZB
hineinpfuschen möchte!

Schon bei Sarkozy hat es ewig gedauert, bis er endlich auf die
Spur von Angela Merkel eingelenkt ist. Mit Hollande dürfte es
meines Erachtens also zunächst wieder einige Grundsatzprobleme
geben, die zwischen Deutschland und Frankreich neu ausgegraben
werden. Das ist nicht gut für die Kontinuität in der Politik.
Und da wir uns meines Erachtens derzeit zumindest in die
richtige Richtung bewegen (wenn auch nicht schnell genug),
graut es mir vor neuen Grundsatzfragen seitens der Franzosen,
verbunden sicherlich mit einem erneuten Kräftemessen.

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04. WUNSCHANALYSE: VMWARE
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VMware bietet Virtualisierungssoftware an, mit der Server
effizienter genutzt und gewartet werden können. Dank der
Technologie und unter Anbindung an Clouds amortisiert sich die
Investition häufig noch im Jahr der Anschaffung, was das
Produkt zu einem Verkaufsschlager in der Wirtschaft macht. Die
Aktie ist schon hoch bewertet und daher nur etwas für
spekulativ eingestellte Anleger.


ERWARTUNGSGEMÄß BESSER ALS ERWARTET

Gestern Abend hat VMware Quartalszahlen zum ersten Quartal 2012
veröffentlicht. Die Zahlen waren wie erwartet besser als
erwartet. Nein, das ist kein deutsch, also will ich es anders
ausdrücken: Das Geschäft läuft so gut, dass ich mich inzwischen
daran gewöhnt habe, dass die Erwartungen der Analysten stets zu
niedrig sind. In den vergangenen vier Quartalen wurden die
Erwartungen um 3,3%, 6%, 17% und 14% übertroffen. Das gestrige
Ergebnis von 0,66 USD je Aktie liegt um 10% über den
Erwartungen der Analysten.

„ARG“ ist so etwas wie der Heilige Gral in der Investmentwelt:
„Accelerated Revenue Growth“ – „beschleunigendes
Umsatzwachstum“. Damit Spekulanten die Aktien eines
Unternehmens als „Wachstumsaktie“ bezeichnen, muss das
Umsatzwachstum nicht nur zweistellig sein, es muss sich auch
beschleunigen. Bei VMware ist das Umsatzwachstum von 22% im
vorigen Quartal auf 25% gesprungen.

Schauen wir uns einmal die Produkte von VMware an, um den
Erfolg besser nachvollziehen zu können.


VIRTUALISIERUNG FÜR SERVER IN DER CLOUD

VMware Fusion kennt vielleicht der eine oder andere Apple-
Nutzer von Ihnen, der nach dem Umstieg in die Apple-Welt auf
ein paar Windows-Applikationen nicht verzichten wollte. Es gibt
Fusion und Parallels, mit denen man gleichzeitig sowohl MacOS
als auch Windows auf seinem Computer laufen lassen kann. So hat
Ihr Autor nicht selten zwei Excel-Versionen gleichzeitig offen,
die eine in der Mac-Umgebung, in der alle aktuellen Daten
verarbeitet werden und die andere in der Windows-Umgebung, die
über Add-Ins verfügt, die eine direkte Kursabfrage ermöglichen.

Unternehmen verfügen über komplexe EDV-Landschaften. Nicht
genug damit, dass der eine MacOS nutzen will, während der
andere Windows schätzt, nein, die Server laufen heute
überwiegend unter Linux. Und damit beginnt gerade erst einmal
die Komplexität, da es viele verschiedene Linux-Versionen gibt,
die gleichzeitig laufen sollen. Zudem gibt es häufig mehrere
identische Linux-Installationen, die gleichzeitig laufen
sollen, damit unterschiedliche Applikationen unabhängig
voneinander bedient werden können.

Früher hätte man für jede Betriebssystemversion einen neuen
Server anschaffen müssen, ausgestattet mit der Performance für
die maximale Beanspruchung. Doch die maximale Beanspruchung
kommt je nach Anwendung nur sporadisch und häufig sehr selten
vor. Die Hardware, also der Server, langweilt sich die meiste
Zeit.

Dank der virtualisierten Server kann sich das Unternehmen nun
ein paar wenige Hochleistungsrechner kaufen und darauf alle
Betriebssysteme gleichzeitig installieren. Die Performance für
die jeweiligen Anwendungen wird dynamisch verwaltet, und so hat
jeder stets genau die Leistung, die er braucht. Es kommt
eigentlich niemals vor, dass alle unterschiedlichen Anwendungen
gleichzeitig die maximale Performance beanspruchen.

Der Vorteil: Kosteneinsparungen bei der Hardware und noch viel
wichtiger bei der Instandhaltung der Hardware. Nicht mehr 50
Server müssen gewartet werden sondern beispielsweise nur noch
sieben.

VMware verkauft seine Virtualisierungssoftware mit dem
Argument, dass sich die Investition häufig noch im gleichen
Jahr oder spätestens im Folgejahr amortisiert. Die Investition
trägt sich durch die Kosteneinsparungen von selbst.

Der nächste Schritt in dieser Entwicklung ist die Nutzung der
öffentlichen Clouds zur besseren Auslastung der
Serverperformance. Dazu hat VMware letzte Woche eine Initiative
gestartet, mit der das Unternehmen in die Fußstapfen von Linux
treten will – doch mehr dazu am Ende der Analyse.


PLÖTZLICHER ABGANG DES FINANZCHEFS

VMware wurde 2007 von der Konzernmutter EMC ausgegliedert. CFO
(Finanzchef) Mark Peer begleitete den erfolgreichen Weg an die
Börse und galt seither als Garant für saubere Bilanzzahlen und
verlässlich konservative Unternehmensprognosen.

Letzte Woche gab Peer überraschend seinen Wechsel zum Start-Up
Workday bekannt, ein Cloud-Spezialist, der Salesforce.com als
direkten Konkurrenten betrachtet. Es ist nun absehbar, dass
Workday an die Börse strebt und dazu Mark Peer geholt wurde.
Doch Anleger sind verunsichert darüber, was einen gestandenen
Finanzchef dazu bewegen kann, die gut bezahlte und sichere
Heimat eines Wachstumsunternehmens wie VMware zu verlassen und
zu einer kleinen Start-Up Bude zu wechseln. Der Kurs von VMware
fiel in Folge dieser Meldung vorübergehend um 8%.

Für Börsenneulinge: CEO (Vorstandsvorsitzender) und CFO
(Finanzchef) eines Unternehmens sind für Analysten häufig
wichtiger als Quartalszahlen. Wenn Analysten dem Management
vertrauen, dann bleiben sie auch einige Verlustquartale bei der
Stange, denn das Management wird schon wissen was es tut.
Dieser menschliche Vertrauensbonus wird in den Finanzmedien nur
selten erwähnt.

Und so überschlugen sich die Spekulationen darüber, was Mark
Peer zu seinem Wechsel bewogen haben könnte. Natürlich haben
VMWare und Peer selbst von einer Neuorientierung gesprochen und
keine weiteren Gründe angegeben. Letztlich ist man nun zu der
Überzeugung gekommen, dass es tatsächlich die neue
Herausforderung für Mark Peer ist, die ihn zu dem Schritt
bewogen hat. Wären Unstimmigkeiten vorgekommen, so hätte man
Peer sofort vor die Tür gesetzt. Doch er bleibt bis Ende Juni
Finanzchef bei VMware und geht seiner geregelten Arbeit nach.

So erholte sich der Kurs nach dem Ausverkauf schnell wieder und
notierte gestern vor den Zahlen wieder auf dem Niveau von vor
der Bekanntgabe des Wechsels von Mark Peer.

INNOVATIVER ARM EINER STARKEN MUTTER

Die Konzernmutter, EMC, ist einer der großen Anbieter von
Unternehmenssoftware. Der Schwerpunkt liegt bei der
Datenspeicherung, einem elementaren Bestandteil der Cloud-
Infrastruktur. An VMware hält die Konzernmutter heute noch 80%,
damit drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass VMware auch
heute noch nicht viel eigenständiger ist als eine Abteilung von
EMC.

Doch das ist ein Vorteil für VMware, erhält es dadurch doch
direkten Zugang zu den größten Kunden der Wirtschaft. EMC misst
sich mit Hewlett Packard, Oracle, IBM und SAP und hat spezielle
Angebote in Sachen Sicherheit (RSA Security), mit denen es sich
von der Konkurrenz abhebt.

In meinem Börsenbrief Heibel-Ticker habe ich ausführlich
dargelegt, warum die heutige Cloud vielfach dicke Dateien
verwalten muss und dazu ganz andere infrastrukturelle
Voraussetzungen benötigt als die Verwaltung von komplexen
Unternehmensvorgängen wie von SAP abgebildet. So hat jedes
Unternehmen seine Stärken, doch für VMware ist es ein großer
Vorteil, durch die guten Kontakte der Konzernmutter bereits bei
den großen Unternehmen einen Fuß in der Tür zu haben.


BEWERTUNGSNIVEAU MACHT SCHWINDELIG

Ein KGV von 66 lässt sich auch mit einem Umsatzwachstum von 25%
kaum rechtfertigen. Höchstens mit dem überproportionalen
Gewinnwachstum von 38% lässt sich die PEG-Ratio (KGV im
Verhältnis zur Wachstumsrate) von 1,7 erklären. VMware hat
Anfangsaufwendungen für Neukunden, doch wenn das Geschäft
läuft, dann wird der Betreuungsaufwand gering und die
Gewinnmarge steigt. So ist das nachhaltig höhere Gewinnwachstum
im Verhältnis zum Umsatzwachstum zu erklären.

Doch wenn wir uns die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum
Umsatz anschauen, dann wird unsere Vorstellungskraft auf eine
besondere Probe gestellt: 4,6 Mrd. USD sollen im laufenden Jahr
umgesetzt werden, dafür wird eine Marktkapitalisierung von 47
Mrd. USD veranschlagt. Das Zehnfache! Wenn man also die
heutigen Kennziffern anschaut, dann findet sich keine
hinreichende Begründung für den hohen Börsenkurs. Wir müssen
schon mit einer Bewertungsmethode vorlieb nehmen, die das
zukünftig erwartete Wachstum einbezieht, und das ist die
Discounted Cashflow Methode (DCF).

Die DCF-Methode wird immer dann angewendet, wenn ein
Unternehmen überwiegend nach seinen Zukunftschancen bewertet
werden soll. Damit lässt sich das aktuelle Bewertungsniveau
problemlos erklären. Problem dabei ist natürlich, dass die
Annahme der anhaltend hohen Wachstumsgeschwindigkeit nichts
weiter ist als eben dies: eine Annahme. Gibt es einmal
Anzeichen für ein sich abschwächendes Umsatzwachstum oder
schrumpfende Gewinnmargen, dann stürzt der Kurs sofort auf ein
Niveau ab, das eben mit anderen Bewertungsmodellen
gerechtfertigt werden kann – ein viel niedrigeres Niveau.

Solange der Erfolgskurs von VMware anhält, dürfte die Aktie
kräftig weiter steigen. Doch wehe, ein Wettbewerber erscheint
auf der Bildfläche.


WETTBEWERB ODER STANDARD?

Das hat natürlich auch VMware erkannt, und so möchte man den
heutigen Vorsprung, kein anderes Unternehmen ist mit seinen
Virtualisierungsangeboten so weit wie VMware, nutzen, um die
eigene Lösung zum Branchenstandard zu machen. Wir kennen das
von Microsoft (gegen MacOS), von Unix (gegen Linux), ... bis
zurück zum Streit um VHS oder Betamax bei Videokassetten.
Manchmal gewinnt der Bessere (Linux), manchmal gewinnt der
Schnellere (Windows, VHS).

VMware hat nun also eine führende Stellung bei der
Virtualisierung von Servern inne und weitet diese Stellung
insbesondere in den Cloud-Bereich aus. Hier sitzt RedHat an
vergleichbaren Lösungen auf Linux-Basis. RedHat ist in den
vergangenen Jahren mit seinen Linux-Versionen groß geworden:
Eine offene und kostenfreie Lösung für den Server-Betrieb, bei
dem Sie nur den Support zahlen. Bevor nun RedHat eigene Cloud-
Virtualisierungen und dynamische Anbindungen in mehrere Clouds
anbieten kann, will VMware seine funktionierende Lösung zum
Standard machen, indem der Code offengelegt und die
Entwicklergemeinde zum Weiterentwickeln aufgerufen wird.

Pfiffig, da die VMware-Lösung nicht auf den RedHat-System
aufbaut, sondern eigene, proprietäre VMware- und EMC-Software
nutzt. Pfiffig, wenn es klappt. Doch das ist noch nicht raus.

Wir kennen Entwickler als eine sehr besondere Spezie. Besonders
im Sinne von, sie haben ihre eigene Vorstellung der Tools, der
Entwicklungsumgebung, die sie nutzen möchten. Apple hat es
geschafft, die eigene Entwicklungsumgebung für iOS in den Markt
zu drücken. Doch die Kritik an den Einschrängungen, die von
Apple vorgenommen werden, hört nicht auf. Kritik seitens der
Entwickler! Nicht seitens der Kunden.

Und so dürfte es in meinen Augen schwer werden für EMC, die
Virtualisierung der öffentlichen Clouds über die eigene
„Platform-as-a-Service“ (PaaS) im Markt zu etablieren. Es ist
ein Versuch der Zementierung der eigenen Führungsposition, und
das führt bei mir zu einer gewissen Skepsis.


FAZIT: HOHE CHANCE, HOHES RISIKO

VMware sitzt an der Spitze in einer Wachstumsbranche. Ohne
Zweifel verdient dieses Unternehmen einen Bewertungsaufschlag –
doch den hat die Aktie bereits. Wer in VMware investieren will,
muss die gute Chance mit dem hohen Risiko abwiegen. Ein Haar in
der Suppe, und die Aktie rauscht in den Keller. Ich sehe für
die nächsten Quartale kaum ein Haar, denn die Virualisierung,
der Trend zur Cloud bei Unternehmen stecken noch in den
Kinderschuhen, na sagen wir lieber Teenagerschuhen.

Für ein konservativ geführtes Portfolio halte ich die Aktie von
EMC für besser. Ich habe sie Anfang 2011 ins Porftolio meines
Heibel-Ticker Börsenbriefes aufgenommen.

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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: SKY & AXEL SPRINGER
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FUßBALL-BUNDESLIGA PER IPTV ÜBER SKY LIVE IM INTERNET,
AXEL SPRINGER MIT BILD.DE MIT ONLINE-INITIATIVE

Sky hat sich für 2013 bis 2017 die Übertragungsrechte für die
Fußball-Bundesliga gesichert. Dafür zahlt Sky jährlich 485,7
Mio. Euro an den DFL, fast doppelt so viel wie bisher. An dem
Deal sind neben Sky die Deutsche Telekom, Axel Springer sowie
ARD und ZDF beteiligt. Der Gewinner des Deals ist der DFL!

Das Bundesverfassungsgericht hat es vor vielen Jahren
klargestellt: Fußball ist ein Volkssport und darf dem Volk
nicht aus Preisgründen vorenthalten werden. Daher darf ein
jeder bis zu 90-Sekunden lange Zusammenfassungen über
Bundesligaspiele bringen – etwas zeitversetzt und gegen einen
kleinen Obolus. Wenn also um die Übertragungsrechte verhandelt
wird, dann verhandelt man über Live-Übertragungen sowie über
Zusammenfassungen, die 90 Sekunden bis sechs Minuten lang sind.

Es war ein heißer Bieterstreit, da verschiedene Konzepte
aufeinander stießen. Die Deutsche Telekom bot sich mit Sky
Deutschland ein heißes Rennen um die Live-Übertragungsrechte.
Bislang hatte die Deutsche Telekom die Rechte für IPTV, also
für die Übertragung per Internet. Diese Übertragungsrechte sind
nunmehr ebenfalls an Sky gegangen, neben den Kabel- und
Satellitenwegen. Damit ist Sky nun der alleinige Anbieter von
Live-Übertragungen.

Das ist ein extrem wichtiger Wettbewerbsvorteil, denn bislang
zerrieben sich die Deutsche Telekom mit ihrem Liga Total
Angebot mit Skys Kabel- und Satellitenangebot. Nun braucht sich
der Fußballfan nicht mehr entscheiden, es gibt nur noch Sky.
Von den 180.000 Telekom-Kunden werden sicherlich einige zu Sky
wechseln und deren Kundenzahl von derzeit 3 Mio. ein wenig nach
oben bringen.

Doch ist dieser Wettbewerbsvorteil den Aufpreis wert? Sky ist
seit Jahren defizitär, alle Anstrengungen reichen nicht aus, um
das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu bringen. Dank des
Großaktionärs News Corp., der 49,9% der Anteile hält, ist das
Unternehmen zumindest liquide und kann auch ambitionierte
Investitionen tätigen. Dabei braucht News Corp. gar nicht mal
selbst in die Tasche greifen, meist reicht schon aus, dass sie
es tun würden, wenn es nötig wäre. Im laufenden Jahr will Sky
somit 300 Mio. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, um die
Bundesligarechte zu finanzieren.

Diese 300 Mio. Euro können über neue Aktien, über
Wandelanleihen oder über direkte Unternehmenskredite
aufgenommen werden. Eine erste Finanzierungsrunde fand bereits
im Februar statt, eine weitere soll es im September geben.
Aller Voraussicht nach wird, über neue Aktie direkt oder
Wandelanleihen zu einem späteren Zeitpunkt, das Eigentum der
Altaktionäre verwässert, daher ist die Aktie derzeit stark
unter Druck.

Mit den IPTV-Rechten hat Sky jedoch nicht nur das Monopol auf
die Live-Bundesligaübertragung, sondern auch die Möglichkeit,
ganz neue Vertriebswege zu nutzen. Über iTunes könnten Sie dann
einzelne Spiele abrufen und separat bezahlen, denken Sie nur an
die vielen zahlungskräftigen iPhone- und iPad-Nutzer sowie die
vergleichbaren Möglichkeiten auf den Android-Systemen.

Nach einem kurzen Freudensprung der Sky Aktie von 2 auf 2,50
Euro fiel der Kurs heute nun auf 1,88 Euro zurück. Auf diesem
Niveau brauchen Sie nicht mehr zu verkaufen. Sprudelnde Gewinne
dürfen Sie jedoch kaum vor 2014 erwarten, und daher wird es
auch noch eine Weile dauern, bis sich die Aktie deutlich nach
oben bewegt. Zudem steht im September die zweite
Finanzierungsrunde an, die zu einer weiteren Verwässerung
führen könnte.

Sky hat nun die Chance, das IPTV zu einem wesentlichen
Bestandteil des Live-Angebots der Fußball Bundesliga zu machen.
Übertragungen On-the-Go für Sky-Kunden, gezielter
kostenpflichtiger Content, hier gibt es eine Reihe neuer
Möglichkeiten, die in den USA bereits erfolgreich genutzt
werden. Ich will mal hoffen, dass Sky schnell genug diese
Möglichkeit erkennt und, wichtiger noch, umsetzen kann, damit
sich die exorbitant hohe Investition in die Rechte lohnt. Denn
allein um den Bestand zu bewahren, kann diese Investition nicht
gerechtfertigt werden, Verlusten muss man nicht noch gutes Geld
hinterher werfen.

ARD & ZDF

ARD und ZDF zahlen 200 Mio. Euro für die Erlaubnis,
Samstagabends bzw. nachts Zusammenfassungen von bis zu sechs
Minuten Länge zu bringen. 90 Sekunden wären fast kostenfrei,
und so fragt es sich, wie die ARD 4 Mio. Euro pro Samstag
einspielen will.

AXEL SPRINGER - BILD.DE

Bleibt der vierte im Bunde. Axel Springer. Für einen nicht
genannten Preis hat das Unternehmen die Online-
Vermarktungsrechte erworben. Damit sollen über Bild.de einzelne
Spielzusammenfassungen schon eine Stunde nach Spielende
angeboten werden, gegen eine Gebühr natürlich. Bild.de ist
somit bei vielen Spielen, insbesondere den Freitagsspielen,
deutlich früher dran als die Sportschau, und darüber hinaus
können dort gezielt die Spiele abgerufen werden, die einen
interessieren.

Viele Fans werden es zu schätzen wissen, gleich das Spiel ihrer
Lieblingsmannschaft aufzurufen und nicht erst all die anderen
Spielzusammenfassungen abwarten zu müssen, wie im Fernsehen.
Hier beschreitet Axel Springer Neuland, und was oben für Live-
Übertragungen beim IPTV von Sky gilt, kann nun auch für die
Zusammenfassungen bei Bild.de gelten: Bezahlte
Zusammenfassungen werden sicherlich ein starkes Kundeninteresse
haben und gleichzeitig wird Bild.de auch die Werbebanner über
die Internetseiten jagen, die Axel Springers Werbeeinnahmen
seit fünf Jahren um durchschnittlich 43% p.a. steigen lassen.

Axel Springer setzt seit einigen Jahren konsequent auf das
Online-Geschäft und baut dort im Wesentlichen auf zwei Säulen:
Paid Content (also bezahlte Inhalte) und Werbung (hauptsächlich
Bannerwerbung). Das zweistellige Umsatzwachstum im
Onlinegeschäft soll den rückläufigen Umsatz beim Printgeschäft
auffangen – und tut es zunehmend. Der Gewinn kommt inzwischen
schon fast zur Hälfte aus dem Online-Bereich.

Axel Springer ist in meinen Augen zunehmend ein Online-
Unternehmen, ja ein Internetunternehmen, das sich besser als
viele andere Print-Verlage auf die neue Welt eingestellt hat.
So wird die attraktive Dividendenrendite von 4,9% aufrecht
erhalten, das KGV ist mit 12 angemessen. Die Verschuldung ist
gering, der hohe freie Cashflow ermöglicht (über die
Dividendenausschüttung hinaus) auch weitere Investitionen und
Übernahmen im Bereich des Internetgeschäfts.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Axel Springer über die Zeit
ein gutes Internetgeschäft aufbaut. Neben Immonet, und SeLoger
am Immobilienmarkt ist das Unternehmen auch stark über
StepStone und TotalJobs im Personalvermittlungsmarkt. Nun kommt
mit der Fußball Bundesliga ein weiterer attraktiver Online-
Bereich bei Bild.de hinzu. Es wird sich lohnen, die Entwicklung
im Auge zu behalten.

Wer schon sehr früh investieren will, der wird mit der hohen
Dividendenrendite bei Laune gehalten. Ich denke jedoch, dass
zunächst noch kräftige Investitionen ins Online-Marketing sowie
einige Übernahmen zum Ausbau des Internetportfolios notwendig
werden, was die Gewinne des Unternehmens kurzfristig belastet.
Ich würde noch ein wenig mit einem Einstieg warten.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird

Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.



VALUE (≈50%) = 38,1% WKN 19.4. Woche 2012 Anteil i
Apple 865985 456,25 € -4,1% 46% 6,5% H
Sto AG 727413 112,15 € -0,2% 10% 4,9% TV
Siemens 723610 69,86 € -4,3% 4% 8,7% H
Unilever A0JMZB 25,46 € 3,3% -3% 6,4% VL
Freeport McMoRan 896476 28,97 € 2,0% -3% 9,2% TV
Boeing 850471 55,97 € 0,1% 1% 2,5% K

Ziel 5 Positionen à 10,0%


ALTERNATIV (≈25%) =18,3 WKN 19.4. Woche 2012 Anteil i
Goldbarren 100 gr. 3.970 € 1,2% 1% 7,7% NK
Südzucker Anleihe A0E6FU 99,50% 0,3% 2% 2,0% H
Renault Anleihe A1ANEW 105,60% 0,0% 2% 4,1% H
HeidelbergCement AnleihA1A6PH 111,45% 0,7% 11% 4,5% VL

Ziel 5 Positionen à 5,0%


SPEKULATIV (≈20%) =18% WKN 19.4. Woche 2012 Anteil i
EMC 872526 21,43 € -2,6% 25% 4,0% NK
Villeroy & Boch 765723 8,43 € 0,0% 43% 4,3% TV
Jungheinrich 621993 24,65 € -2,0% 32% 3,3% H
Juniper Networks 923889 15,95 € -1,6% -5% 3,2% H
Banco Santander 858872 4,62 € -11,7% -14% 3,3% NK

Ziel 5 Positionen à 4,0%


HEIBEL-PICKER (≈5%) =7, WKN 19.4. Woche 2012 Anteil i
bet-at-home A0DNAY 26,71 € -1,6% 8% 4,8% H
Adler Modemärkte A1H8MU 6,25 € -0,5% 1% 2,5% K

Ziel 2 Positionen à 2,5%

Cashquote 18,3%
- Ergebnis 2012 12,9%




APPLE – 20.4.12
NEUES KURSZIEL 600 EURO
Aktuell notiert Apple auf einem KGV 2012e (e steht für
estimated, also geschätzt) von 14. Der Umsatz soll im laufenden
Jahr um 48% anwachsen. Normalerweise hält man ein KGV je
Umsatzwachstum im Verhältnis von 1:1 für gerecht. Ein KGV von
48 wäre also bei einem Start-Up nicht außergewöhnlich, manchmal
rechtfertigen Analysten auch ein Verhältnis von 2:1, also ein
KGV von 96 bei 48% Umsatzwachstum. Ich will nicht ausrechnen,
wo der Kurs von Apple dann stünde, es gibt auch Gründe, warum
dies unrealistisch ist.

Zum einen wird Apple mit zunehmendem Umsatzwachstum
insbesondere im Smartphone- und Touchpadmarkt die hohe
Gewinnmarge nicht halten können. Diese Geräte haben eine
niedrigere Gewinnmarge als Apples Computerlinie der Macs. Mit
dem Erfolg des iPhones und des iPads wird die Gewinnmarge also
natürlicherweise zurückgehen.

Zum anderen hält Apple nach wie vor die höchsten Gewinnmargen
bei seinen Produkten und jeder Markt, der Margen von über 20%
bietet, schreit förmlich nach mehr Wettbewerb ... und so kommt
die Konkurrenz auf verschiedensten Wegen: Samsung mit
hochgerüsteten Smartphones, Google mit einem ausgefeilten
Betriebssystem und Microsoft mit dem Versuch, ein ähnlich
integriertes Ökosystem wie Apple aufzubauen.

Apple wird kein Monopol aufbauen, nein. Es wird Wettbewerber
geben, die ebenfalls erfolgreich eigene Produkte in den Markt
bringen. Doch die Vormachtstellung von Apple ist derzeit so
groß, dass jeder noch so kleine Erfolg eines Wettbewerbers als
erstes Anzeichen dafür gewertet wird, Apple habe seinen Zenit
überschritten.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 50% zugelegt, und nun haben
wir einige Wochen der Konsolidierung erlebt. Erfahrungsgemäß
trifft es die besten Aktien immer am Schluss einer
Konsolidierungsphase, und Apple hatte sich lange Zeit
unbeeindruckt von dem schwachen Markt von Allzeithoch zu
Allzeithoch geschwungen, doch diese Woche kam nun auch Apple
unter Druck.

Gründe für einen Ausverkauf gibt es viele: Gerüchte über eine
iPhone-Überproduktion machten die Runde, gleichzeitig
vermeldete Qualcomm schlechte Quartalszahlen. Der Umsatz bei
Qualcomm, dem Hersteller der Mobilfunkchips für das iPhone,
blieb hinter den Erwartungen zurück. Gewinnmarge und Gewinn
waren jedoch gut. Als Begründung nannte das Unternehmen
Engpässe in der Beschaffungslogistik. Mit anderen Worten: "Wir
können nicht so schnell produzieren, wie uns unsere Chips aus
der Hand gerissen werden". Das ist ein Problem auf hohem
Niveau. Doch die Meldung hat zunächst zu einem Ausverkauf der
Apple Aktien geführt, bevor man sich dann der Begründung
widmete.

Eine Aktie, die in vier Monaten von 289 auf 489 EUR schießt,
kann dann an schlechten Tagen auch entsprechend heftig
korrigieren. Ich will nicht ausschließen, dass der Kurs in den
Sommermonaten noch weiter zurückkommt. Doch darüber würde ich
mich ehrlich gesagt freuen, denn ich würde unsere Position dann
aufstocken. Mein Kursziel, das sich typischerweise stets auf
einen Zeithorizont von 12-18 Monate bezieht, setze ich auf 600
Euro herauf. Dort stünde das KGV bei 18, ein für meinen
Geschmack noch immer günstiges KGV für Apple.


STO AG – 17.4.12
TEILVERKAUF VOR JAHRESBILANZ
Wie jedes Jahr so erwarte ich auch dieses Jahr nur Schlechtes
aus dem Munde von Jochen Friedrich Stotmeister, dem
Vorstandsvorsitzenden der Firma Sto. Wir erinnern uns, 100% der
stimmrechtslosen Vorzugsaktien befinden sich im Streubesitz.
100% der nicht börsennotierten Stammaktien hingegen befinden
sich in den Händen der Familie Stotmeister.

Irgendwie kursiert das Gerücht am Markt, dass die Familie
Stotmeister nicht gut auf die Börse zu sprechen ist, da vor
einigen Jahren eine versuchte Privatisierung nicht umgesetzt
werden konnte und die Familie sich nun immer wieder mit den
Aktionären rumschlagen muss. Also wird die jährliche
Pressekonferenz lediglich dazu genutzt, auf alle eventuellen
und möglichen, teilweise auch unmöglichen Risiken hinzuweisen,
während über die Geschäftspolitik und Strategie sehr wenig in
Erfahrung zu bringen ist. Wir haben hier stimmrechtslose
Vorzugsaktien an einem Quasi-Familienunternehmen und müssen der
Familie vertrauen.

Die besten Informationen über das Unternehmen erhalten wir also
nicht vom Vorstand selbst sondern aus der Bilanz. Und die
Bilanz für das Jahr 2011 könnte durchwachsen sein. Gestiegene
Rohstoffpreise könnten das Umsatzwachstum egalisiert haben, so
dass unterm Strich nur ein kleiner Gewinnanstieg zu erwarten
ist, während die Gewinnmarge, etwas, worauf die Analysten sehr
gerne schauen, belastet würde.

Ich erwarte einen Ausverkauf der Aktien nach Bekanntgabe der
Zahlen. Das war seit 2006 jedes Mal der Fall. Jedes Mal wird
die eigene Prognose übertroffen und anschließend malt man die
Zukunft in schwarzen Farben aus. Jedes Mal seit 2006 ist die
Aktie in Folge dieser Schwarzmalerei ausverkauft worden, und
jedes Mal war dies eine gute Kaufgelegenheit. Fünfmal wurden
Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen. Im Jahr 2007 wurde nur
der Gewinn übertroffen, während Währungseinflüsse auf den
Umsatz drückten und damit die Unternehmensprognose leicht
verfehlt wurde (3,5% erzielt statt 5% Prognose).

Irgendwann sollte das Schema bekannt sein, würde ich denken,
wenn Sto eine in der Öffentlichkeit stehende Aktie wäre. Doch
kaum jemand kennt die Aktie, und so gibt es jedes Jahr neue
Aktionäre, die sich von der Schwarzmalerei des Vorstands ins
Bockshorn jagen lassen. Wir nicht, wir bereiten uns diesmal
sogar darauf vor.

Einen offiziellen Termin für die Veröffentlichung der Zahlen
gibt es nicht, am Markt erwartet man die Zahlen für diesen
Freitag, den 20.4. Ich würde daher in den kommenden Tagen die
Hälfte unserer Position zu Kursen über 112 Euro verkaufen und
auf den bekannten Ausverkauf nach den Zahlen setzen, um die
Position sodann zu günstigeren Kursen wieder aufzustocken.


BOEING – 17.4.12
HILFE DURCH ALCOA
Letzte Woche hat Alcoa ein gutes Quartalsergebnis vermeldet und
dabei einen Einblick in einzelne Industriebereiche gegeben. Für
die Flugzeugbauer hat Alcoa das erwartete Umsatzwachstum von
10% auf 13-14% p.a. angehoben, dabei wurde der hohe
Auftragsbestand bei Boeing und Airbus als Grund angegeben. Die
beiden Flugzeugbauer haben Aufträge in den Büchern, die ihre
Produktion für die nächsten 8 (in Worten: acht!) Jahre
auslastet. Das nennt sich "Transparenz" :-)

Bei den neuen Flugzeugtypen wird nicht nur mehr Carbonfaser
sondern auch mehr Aluminium eingesetzt, um das Gewicht zu
reduzieren. Immerhin wird der Treibstoffverbrauch dadurch um
weitere 10-15% gesenkt. So liefert der steigende Spritpreis
sowohl ein bullisches als auch ein bärisches Signal: Der Zwang
zum Investieren in moderne, spritsparende Flugzeuge wird für
die Fluglinien größer. Gleichzeitig fehlt den Fluglinien das
Geld, wenn der Spritpreis steigt, um in neue Flugzeuge zu
investieren.

Das bullische Signal überwiegt in meinen Augen. Das können Sie
schon alleine aus dem großen Auftragsbestand ableiten. Auch die
Preise sind in den vergangenen Jahren angezogen, nachdem sich
Boeing und Airbus in den Neunzigern und Anfang der 2000er
heftige Preiskriege geliefert haben. Seit einigen Jahren werden
höhere Preise durchgesetzt, was sich aufgrund der langen
Lieferzeiten erst mit mehrjähriger Verzögerung in der Bilanz
niederschlägt - also ungefähr jetzt.

Nächste Woche, am 25. April, werden Quartalszahlen
veröffentlicht. Ich erwarte, dass die Unternehmensprognose
angehoben wird. Zudem findet im Juli die Pariser Luftfahrtschau
statt, und jedes Jahr werden von Airbus und Boeing auf dieser
Messe eine ganze Reihe neuer Bestellungen in die Bücher geholt.

Einen zum Nachkaufen geeigneten Rücksetzer gab es bislang
leider nicht. Ich würde damit auf Kurse um 51,50 Euro warten.


EMC – 17.4.12
CFO VON VMWARE GEHT, Q-ZAHLEN AM DONNERSTAG
In der vergangenen Woche hat das Unternehmen bekanntgegeben,
dass der CFO von VMware zu einem Start-up Unternehmen wechselt
(Workday). EMC besitzt 80% von VMware, und das Ausscheiden
eines CFOs ist immer ein Grund zur Sorge. Er hatte ein
Aufsichtsratsmandat bei Workday, und daher sieht der Abgang des
CFOs in diesem Fall nicht wie eine Flucht aus. Dennoch ist es
kein gutes Zeichen, dass der CFO offensichtlich lieber in einer
kleinen Bude arbeitet als für den Weltkonzern VMware. Hoffen
wir, dass dies nur persönliche Gründe hatte.

Gleichzeitig mit dieser Meldung gab VMware bekannt, dass man
die Umsatzprognose im laufenden Quartal wohl erreichen oder
leicht übertreffen werde. Von einem Wachstumsunternehmen wie
VMware erwartet man jedoch gerne ein etwas deutlicheres
positives Zeichen als ein nur "leichtes Übertreffen".

Entsprechend ist die Aktie von EMC in Folge dieser Meldung
ausverkauft worden. Der Kurs ging um 3% zurück, holte diesen
Verlust jedoch in den Folgetagen schnell wieder auf. Am
Donnerstag werden VMware sowie EMC ihre Quartalszahlen
veröffentlichen. Dann werden wir mehr wissen. Ich sehe derzeit
keinen ausreichenden Grund für Skepsis und würde daher die
Position behalten. Insbesondere die gute Positionierung EMCs
für Cloud, Virtualisierung (VMware), Sicherheit (RSA Security)
und Speicher lassen ein überdurchschnittliches Wachstum
erwarten, also mehr als beim Wettbewerber NetApp. Halten.


EMC II – 19.4.12
ZAHLEN DURCHWACHSEN, AKTIE IM STURZFLUG NACHKAUFEN
Gestern Abend hat VMware bereits Zahlen vermeldet, Umsatz und
Gewinn als auch die Jahresprognose lagen komfortabel über den
Erwartungen. In der heutigen Wunschanalyse lesen Sie eine
ausführliche Analyse zu den Zahlen und zu VMware. Zur
Erinnerung: EMC hält 80% der Anteile von VMware.

Heute früh hat EMC Zahlen vorgelegt. Der Gewinn und die
Prognose liegen leicht über den Erwartungen, der Umsatz jedoch
fiel schwächer aus. Die Aktie hat in diesem Jahr bereits 35%
zugelegt, und so wird diese leichte Enttäuschung für einen
heftigen Ausverkauf genutzt, die Aktie notiert mit 6,3% im
Minus, und ich würde den Ausverkauf nutzen, um unsere Position
wieder ein wenig aufzustocken.

Die Zulieferung von Festplatten war das Problem, das ins
Umsatzwachstum schnitt. Im vergangenen Herbst gab es
Überflutungen in Indonesien und wichtige Festplattenfabriken
wurden überspült. Weltweit kam es zu einem Festplattenengpass.
Insbesondere bei den speicherhungrigen Cloud-Servern macht sich
dieses Problem nun bemerkbar. Somit stieg die Gewinnmarge
überraschend auf 63% an (Bruttogewinn), und dies führte dann
auch zu dem erfreulich hohen Gewinn von 0,37 statt der
erwarteten 0,36 USD je Aktie.

Die Prognose für das laufende Jahr wurde um eine optimistische
Formulierung ergänzt: 22 Mrd. USD Umsatz "oder mehr" und 1,70
USD Gewinn je Aktie "oder mehr". So werden ein Gewinnwachstum
von 19% und ein Umsatzwachstum von 11% p.a. prognostiziert.

In der Bilanz liegen Ende 2012 etwa 7 Mrd. USD Nettoliquidität,
keine Schulden. Das KGV 2012e steht aktuell bei 16, in meinen
Augen lächerlich niedrig für das erwartete Wachstum von 11% im
Umsatz bzw. 19% im Gewinn. Insbesondere die neuen Aktivitäten,
wie neben VMware mit einem Umsatzwachstum von 25% und RSA
Securities von 19% auch die neuen Cloud-basierten Angebote für
den Mittelstand (Isilon) mit 99%, lassen das Wachstum von EMC
auf Jahre gesichert erscheinen.

Alles in allem ein solides Ergebnis und das Haar in der Suppe,
die Lieferprobleme bei Festplatten, führt Unternehmensangaben
zufolge zu einer Umsatzverschiebung, nicht zu einem
Umsatzverlust. Die Festplatten werden halt gekauft, wenn sie
wieder verfügbar sind. Für dieses Haar in der Suppe ist der
Ausverkauf von über 6% in meinen Augen übertrieben, und ich
würde nachkaufen.


BANCO SANTANDER – 17.4.12
DIVIDENDEN REINVESTIEREN
Tut mir leid, dass Sie so lange mit einer Meinung zum
Dividenden-Reinvestitionsvorschlag der Banco Santander warten
mussten, aber es gibt kaum verlässliche Informationen zu diesem
Thema. Es kostete mich einigen Aufwand, die Informationsmosaike
zusammenzufügen.

Die Banco Santander zahlt mehrmals im Jahr eine Dividende,
insgesamt werden 0,60 Euro je Aktie für das Jahr 2011
ausgezahlt. Jeder Aktionär wird für am 12. April (letzte Woche
Donnerstag nach Börsenschluss) im Bestand befindliche Aktien
eine Dividende in Höhe von 0,22 Euro erhalten, zahlbar am 3.
Mai (schlappe 4,17%!). Auf diese 22 Cents fällt eine spanische
Steuer in Höhe von 21% an, die Sie sich gegebenenfalls nächstes
Jahr mit Ihrer Steuererklärung zurück oder teilweise
zurückholen können, je nach Ausschöpfung Ihres
Sparerfreibetrags und Ihres persönlichen Steuersatzes.

Alternativ dazu können Sie sich die 0,22 Euro je Aktie auch in
Form von neuen Santander Aktien auszahlen lassen. Für 24 Aktien
in Ihrem Depot erhalten Sie das Recht auf eine neue Aktie.
Sollten Sie Ihrer Bank keine anders lautende Weisung geben, so
werden Sie einfach eine entsprechende Anzahl an neuen Aktien in
Ihr Depot gebucht bekommen. Der Vorteil dieses Weges: Es fallen
keine Steuern an. Sie können Ihre Dividende also steuerfrei in
die Bank "reinvestieren".

Ich halte die Option des Reinvestierens der Dividende für eine
gute Sache. Insbesondere vor dem Hintergrund des etwas
umständlichen Weges, sich die in Spanien geleistete Steuer über
die deutsche Steuererklärung zurückzuholen, ist das
Reinvestieren eine elegante Möglichkeit, dies zu umgehen.

WICHTIG: Sollten Sie jedoch die Auszahlung der Dividende
bevorzugen (17,38 Cent je Aktie nach Steuern), so muss der
Banco Santander bis spätestens am 23. April eine entsprechende
Weisung gegeben werden. Da Sie die Weisung Ihrer Bank geben und
diese das dann weiterreicht, können bei Ihrer Bank kürzere
Fristen gelten, ich habe gehört, dass teilweise nur noch bis
zum morgigen Mittwoch entsprechende Weisungen entgegen genommen
werden. Bitte erkundigen Sie sich also bei Ihrer Bank nach dem
für Sie geltenden Termin.

Wer keine entsprechende Weisung abgibt und zu einem späteren
Zeitpunkt dann doch noch lieber auf das Bargeld zugreifen
möchte, der kann die Bezugsrechte über die Börse bis zum 27.
April verkaufen. Doch das ist eher was zum Zocken, da sich das
Bezugsrecht entsprechend gehebelt zur Aktie entwickeln dürfte.
Ich halte die Aktie der Banco Santander für volatil genug und
möchte nicht noch zusätzlich über die gehebelten Rechte zocken.

Also mein Vorschlag: Garnichts tun, so erhalten Sie Ihre
Dividende in Form von neuen Aktien ausgezahlt. Der Handel der
neuen Aktien beginnt am 9. Mai.

Zur Aktie: Die Gerüchte laufen heiß, dass spanische Banken bald
Hilfe von der Regierung, und da diese nicht kann, also von dem
EFSF benötigen werden. Daher die lauten Hilferufe nach weiteren
Staatsanleihekäufen der EZB, die damit das Zinsniveau in
Spanien drücken würde und den spanischen Banken bessere
Refinanzierungsmöglichkeiten gäbe.

Wie schon im vergangenen Herbst reagiert die Politik langsam
bis gar nicht auf solche Finanzmarktturbulenzen (Chaos!). Das
drückt die Kurse, insbesondere die Banco Santander leidet unter
dem Druck der internationalen Spekulanten und unsere Position
notiert mit 5% im Minus (nach Abzug der Dividende).

Gleichzeitig legt die Bank ein neues Kreditprogramm im Volumen
von 4 Mrd. Euro auf, um die Wirtschaft anzukurbeln. Kredite,
finanziert durch die EZB-Ausleihungen und verzinst zu einem
wesentlich attraktiveren Zins, die in den kommenden Jahren für
einen hohen Zinsgewinn sorgen werden.

Und gleichzeitig kauft die Banco Santander ausstehende
Schuldverschreibungen im Volumen von 750 Mio. Euro vorzeitig
zurück, um ihren Anlegern "Liquidität zu verschaffen". Eine
komische Begründung, doch in meinen Augen ein weiteres Zeichen
dafür, dass die Banco Santander nicht mit dem Rücken zur Wand
steht sondern nach wie vor einen normalen Geschäftsbetrieb
aufrecht erhält.

Im Unterschied zu dem überraschenden Ausverkauf im vergangenen
August kommt dieser Angriff auf Spanien zu einem Zeitpunkt, da
Politik und Finanzinstitutionen (EZB, IWF, nationale
Notenbanken, ...) die Vorgänge kennen und ein ganzes Arsenal an
möglichen Antworten parat halten. Ich kann mir nicht
vorstellen, dass wir derzeit einem erneuten Erdrutsch wie im
vergangenen August gegenüberstehen.

Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass die Lage bis am
Donnerstag angespannt bleibt. Am Donnerstag steht eine größere
Auktion Spaniens von 10-Jahre laufenden Anleihen an, vor der
internationale Anleger entweder Angst haben oder die genutzt
wird, um Angst zu verbreiten. Beides dürfte sich bedingen.

Das heißt, dass die Kurse durchaus nochmals tiefer rutschen
können. Ich würde tiefere Kurse zum Nachkaufen nutzen und nicht
in Panik geraten.


Quellen: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen
von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
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Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

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08. AN-/ABMELDUNG
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Heibel-Ticker Ende
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