Heibel-Ticker 13/14 - Schwanken zwischen Zuversicht und Angst

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H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

8. Jahrgang - Ausgabe 14 (05.04.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Schwanken zwischen Zuversicht und Angst
02.So tickt die Börse: Widersprüchliche Signale
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Private zuversichtlich, Profis zögern
 - Top Analystenziele
04.Ausblick: Branchen im Bullenmarkt
05.Wunschanalyse: SGL Carbon
 - SGL Carbon: Sehr chancenreich, sehr sexy, aber auch sehr riskant.
 - Sexy Geschäftsbereiche
 - Das langweilige Stammgeschäft
 - Beneidenswerte Ausgangsposition für langen Weg
 - Bewertungsniveau sehr hoch
 - Timing fraglich
 - Kursverlauf zwischen Euphorie und Ernüchterung
 - Fazit: Auf Rückschlag warten
06.Depotcheck: , Volkswagen VZ, Allgeier, Allianz, Freenet, Bertrandt, Korrelationsmatrix
 - :
 - Volkswagen VZ:
 - Allgeier:
 - Allianz:
 - Freenet:
 - Bertrandt:
 - Korrelationsmatrix:
07.Monatsbetrachtung: DAX, Dow Jones, Nikkei, US-Dollar, Yen, Gold, Öl, Umlaufrendite
 - DAX 7.789
 - Dow Jones Industrial 14.578
 - Nikkei 225 12.494
 - US-Dollar / Euro 1,28
 - Yen / Euro 120,79
 - Gold 1.597 USD/Oz
 - Crude Oil 109,06 USD/Fass
 - Umlaufrendite 0,99%
08.Update beobachteter Werte
 Aktie außer Mode, Unternehmen auf Kurs
 Brasilianer wollen Gewinne ausländischer Tochterunternehmen besteuern
 Eigene Android-Version
09.Übersicht HT-Portfolio
10.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
11.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Schwanken zwischen Zuversicht und Angst

Liebe Börsenfreunde,

es war schwer, diese Ausgabe zu erstellen. In den USA erreichen die Märkte Allzeithochs während wir hier in Europa gegen eine drohende Rezession und somit vielleicht auch gegen einen drohenden Bärenmarkt kämpfen. Entsprechend widersprüchlich sind die Meldungen dieser Woche, entsprechend widersprüchlich sind die Aktienkursbewegungen und entsprechend schwer ist es mir gefallen, einen roten Faden durch die abgelaufene Woche zu legen.

In Kapitel 02 kommentiere ich die wichtigsten Meldungen der Woche wie beispielsweise die Kommentare des EZB-Chefs Mario Draghi, aber auch die Spannungen in Nordkorea.

Die Stimmung der Anleger ist ebenfalls widersprüchlich: Während die Privaten eher bereits mit den Füßen scharren und kaufen wollen, halten sich die Profis deutlich zurück. Das Sentiment stelle ich in Kapitel 03 dar.

Es gibt immer Bullenmärkte, derzeit sind sie überwiegend in den USA zu finden. Ich habe Ihnen drei davon in Kapitel 04 aufgezeigt: Biotech, Flugzeuge und Immobilien. Ja, nicht die Nase rümpfen, diese inzwischen verhassten Branchen erleben eine Renaissance.

Die heutige Wunschanalyse befasst sich mit dem Anlegerliebling SGL Carbon: Tolle Produkte, aber auf Gewinne aus den Zukunftsprojekten des Unternehmens müssen Anleger noch sehr lange warten. Zu lange für die meisten Profis, Private hingegen fühlen sich in diesem Umfeld wohl. Mehr dazu in Kapitel 05.

In Kapitel 06 habe ich einen interessanten Depotcheck durchgeführt. Einige dividendenstarke Titel und einige Wachstumsaktien sind in meinen Augen sehr gut zusammengemischt worden. Es sind ausschließlich deutsche Aktien, der Kunde hat die anderen Bereiche über ETFs und Fonds abgedeckt.

Wie immer gibt es auch heute wieder die monatliche charttechnische Betrachtung der wichtigsten Indizes. Die Einzelheiten stehen in Kapitel 07.

Bitte schauen Sie sich die Updates in Kapitel 08 an, die über die neuesten Entwicklungen zu den bei uns im Portfolio befindlichen Aktien informieren.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts130405.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Widersprüchliche Signale

Ohh je, heute müssen wir arbeiten: Das erste Quartal liegt hinter uns, und es werden die Weichen für das zweite Quartal gestellt. Die Entwicklungen zwischen Europa und den USA sind so widersprüchlich, dass ich mich in Kapitel 04 näher damit beschäftigen werde.

Wenn wir uns den DAX anschauen und daraus unsere Schlüsse ziehen, dann erhalten wir ein recht durchwachsenes Bild. Insbesondere diese Woche, in der die defensiven Titel an der Spitze der Performancelisten stehen, lässt Schlimmes fürchten.

In den USA hingegen sieht es ganz anders aus: Biotech, Flugzeuge, Tankschiffe, Nahrungsmittelhersteller und Immobilienversicherer stürmen an die Spitze, während Tech, Rohstoffe und Industrietitel gemieden werden. China läuft eher "europäisch", auch dort bestimmen Konjunktursorgen das Anlegerverhalten.

Diese Woche hat EZB Chef Mario Draghi die Entscheidung der Notenbank kommentiert, den Leitzins unverändert zu lassen. Insbesondere die Club-Med Länder hatten auf eine Zinssenkung gehofft, dieser Wunsch wurde jedoch nicht erfüllt. Während sich im Süden Europas eine Rezession ausbreitet, kommt im Norden langsam die Angst auf, mit in eine Rezession gezogen zu werden.

In Japan hat der neue Notenbankchef Haruhiko Kuroda radikale Änderungen in der Notenbankpolitik vorgenommen. Nachdem der Leitzins seit Jahren an der Nullgrenze klebt und dennoch die Deflation nicht erfolgreich bekämpfen kann, hat er sich einfach von dieser Kerngröße verabschiedet. Man werde künftig verstärkt durch Geldmarktoperationen Einfluss nehmen, so die Ankündigung, der auch konkrete Zahlen folgten: unlimitierte Wertpapierankaufprogramme, eine kontinuierliche Ausweitung der Geldmenge M0, Verdopplung der Ankäufe von Staatsanleihen und die Ankündigung, künftig auch 40-Jahre Laufzeit bei Staatsanleihen einzuführen. Kurz gesagt: Der Begriff Liquiditätsflutung erhält in Japan eine neue Dimension.

Entsprechend ist der Nikkei angesprungen und der Yen gefallen. Es ist ein Experiment, dessen Ausgang heute noch ungewiss ist. Immerhin wird die Wirtschaft in Japan damit ordentlich angekurbelt, anders als in Europa und China.

Schlimmer als die Konjunktursorgen Europas sind die Vorgänge in Nordkorea. Dort hat man offiziell die Erlaubnis für einen atomaren Schlag gegen die USA erteilt. Der Staatschef Kim Jong-un ist schwer berechenbar, er ist erst seit kurzem im Amt und gerade mal 30 Jahre jung. Es wäre aus jeglicher Sicht Wahnsinn, den Konflikt mit den USA weiter eskalieren zu lassen, doch niemand kann Kurzschlusshandlungen des so jungen Regierungschefs ausschließen.

Nordkorea nimmt damit eine traurige Sonderposition ein: Die Gefahr ist zu wenig verständlich für unsere Erwartungen an menschliches Verhalten, als dass wir sie in unsere Börseneinschätzung einbeziehen könnten. Dennoch dürfen wir die Vorgänge nicht aus den Augen lassen.

Schauen wir einmal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenverlauf entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES4.4.13Woche Δ
Dow Jones14.606 0,6%
DAX7.817 0,4%
Nikkei12.891 4,5%
Euro/US-Dollar1,291,0%
Euro/Yen124,433,3%
10-Jahres-US-Anleihe1,76%-0,09
Umlaufrendite Dt1,06%0,04
Feinunze Gold$1.554 -3,2%
Fass Brent Öl$106,41 -3,1%
Kupfer7.473 -1,9%
Baltic Dry Shipping866 -6,1%



Öl, Kupfer und auch der Verschiffungsindex Baltic Dry befinden sich auf dem Rückzug. Das sind eigentlich Warnsignale, denn sie signalisieren eine aufziehende Konjunkturschwäche. Gleichzeitig werden die größten Nutzer der Rohstoffe wie beispielsweise Bayer und BASF günstigere Einsatzkosten haben und damit höhere Gewinne erwirtschaften, sofern der Absatz stabil bleibt.

Zypern konnte den DAX nicht in die Knie zwingen, doch nach der verhältnismäßig guten Performance im März folgen nun erst einmal Gewinnmitnahmen. Insbesondere die konjunkturellen Aussichten sind zu ungewiss geworden, als dass man weiterhin voll investiert bleiben möchte. Das schmächtige Wochenplus von 0,6% wird am heutigen Tag mit einem Minus von aktuell 1,7% ins Gegenteil verkehrt.

Dow Jones und S&P 500 schrieben diese Woche wieder Allzeithochs. Hier scheint sich die Zypernkrise positiv auszuwirken, mehr Kapital strömt in die USA. Gleichzeitig stabilisiert sich die Konjunktur in den USA.

Doch hier kommt nun der Grund für den heutigen Ausverkauf im DAX zum tragen: Immer mehr hat sich in den vergangenen Wochen herausgestellt, dass die USA mit ihrer gesundenden Konjunktur zum einen ein attraktiver Anlagestandort sind und zum anderen auch eine stabile Nachfrage auf den Weltmärkten darstellen. Doch gestern wurden Beschäftigungszahlen veröffentlicht, die hinter den Erwartungen blieben und für den heutigen Freitag werden die Arbeitsmarktdaten für den Monat März erwartet. Man fürchtet Schlimmes, die gute Entwicklung der Vorwochen könnte sich umkehren.

Grund ist unter anderem die automatische Budgetkürzung des Staatshaushalts, die seit einigen Wochen sukzessive in Kraft tritt. Neueinstellungen sind derzeit kaum möglich, neue Projekte werden nicht mehr verabschiedet, und so fällt ein großer Arbeitgeber weg. Über die Dimension der möglichen Auswirkungen gibt es unterschiedliche Einschätzungen, und so werden die nunmehr veröffentlichten ersten Beweise des negativen Einflusses mit großer Sorge zur Kenntnis genommen.

Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelt hat:




03. Sentiment: Private zuversichtlich, Profis zögern

Unser animusX Indikator zeigt kurzfristig einen starken Anstieg des Pessimismus, kaum jemand rechnet derzeit mit einer baldigen Rallye. Insbesondere institutionelle Anleger erwarten eine anhaltende Korrektur des DAX, während die Privaten sich so langsam schon wieder zum Kaufen bereit machen.

Auffallend ist jedoch die hohe Neutralität sowohl bei kurzfristiger als auch mittelfristiger Erwartung. Offensichtlich können sich viele nicht so recht entscheiden, ob wir am Anfang eines Bärenmarktes stehen oder ob die Korrektur gekauft werden sollte. Heute ist der DAX unter 7.700 Punkte gerutscht, was den Bären vorerst recht gibt. Das Ziel dieser Bewegung liegt bei 7.600 Punkten.

Nachdem in der vergangenen Woche die erste Unterstützung bei 7.780 Punkten nicht gehalten hat, wird sich nun bei 7.600 Punkten die nächste Bewegung ankündigen. Ein Unterschreiten dieser Marke dürfte weitere Verkäufe nach sich ziehen, erst bei 7.000 Punkten ist die nächste Unterstützung zu finden.

Die Stimmung unter den Anlegern ist zwar deutlich negativer geworden, reicht derzeit aber noch nicht für eine klare Aussage aus. Derzeit sind Bewegungen des DAX in beide Richtungen möglich.

Deutlicher wird da der Sentiment-Index der Deutschen Börse. Dort nehmen die institutionellen Anleger nach der Lösung der Zypernkrise nun wieder ihre optimistische Haltung an, wenngleich gut gelaufene Aktien schon mal verkauft werden um Gewinne zu sichern.

Sentimentdaten

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
22.03.- 28.03. (268): 42% / 16%
29.03.- 05.04. (155): 45% / 15%

Kaufempfehlungen der Analysten
EADS, BASF, Fresenius Medical Care

Verkaufsempfehlungen der Analysten
E.On, IVG Immobilien, ElringKlinger

Privatanleger
12. KW: 55% Bullen (215 Stimmen)
13. KW: 65% Bullen (172 Stimmen)
14. KW: 70% Bullen (182 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Fannie Mae, Alstom S.A., Peugeot S.A.

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Netflix, Yingli Green, Zodiac Aerospace

Analysten sind noch recht verhalten, bei ihnen ist das Verhältnis der Verkaufsempfehlungen noch immer recht hoch. Entsprechend werden eher defensive Titel empfohlen.

Privatanleger auf der anderen Seite sind genau wie beim animusX Sentiment schon wieder optimistischer und sehen den aktuellen Rücksetzer als Kaufgelegenheit an.

Während also Profis überwiegend vorsichtig sind, schöpfen Private schon wieder Hoffnung. Liegt es vielleicht daran, dass Profis nach dem guten ersten Quartal derzeit eher Gewinne sichern und nicht mehr bereit sind, neue Risiken einzugehen? Vielleicht sollten auch wir den Fokus daher im weiteren Jahresverlauf verstärkt auf defensive Dividendenbringer richten. Nicht aus Konjunkturgründen, sondern einfach weil viele Institutionelle bereits gute Gewinne haben und diese nicht mehr riskieren wollen.

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien

TOP ANALYSTENZIELE

UnternehmenAnalyse v.KursKurszielUpside
Dialog Semi4.410,89 €17,00 €56,11%
Süss MicroTec2.49,31 €14,00 €50,38%
Gildemeister4.414,89 €22,00 €47,75%
GFT Techn.3.43,52 €5,00 €42,05%
Prime Office2.43,39 €4,80 €41,59%
Lufthansa2.414,29 €20,00 €39,96%
Grammer4.421,25 €28,00 €31,76%
Grenkeleasing3.457,76 €75,00 €29,85%
CEWE Color2.432,73 €42,00 €28,32%
SAG Solarstrom2.42,82 €3,60 €27,66%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.

Diese Woche befinden sich eine ganze Reihe von konjunktursensiblen Unternehmen unter den Top-Analystenempfehlungen. Dialog Semi hängt am Erfolg von Apple und Samsung, Süss MicroTec hat ebenfalls jüngst einen Neuauftrag von Samsung vermeldet. Gildemeister und Grammer hängen an der Autoindustrie. GFT und Grenkeleasing hängen an der Finanzwirtschaft, die eben doch nicht verschwinden wird. Während also die meisten Empfehlungen für defensive Titel ausgesprochen werden (siehe Sharewise-Daten), gibt es für die zyklischen Titel die höchsten Kursziele. Hier werden offensichtlich Sondersituationen bewertet.




04. Ausblick: Branchen im Bullenmarkt

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

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05. Wunschanalyse: SGL Carbon



SGL Carbon
Sehr chancenreich, sehr sexy, aber auch sehr riskant.

Fr, 05. April um 11:18 Uhr

Hochspekulativ, überaus sexy und wirklich chancenreich, was dieses Unternehmen an Zukunftstechnologien im Portfolio hat. Basierend auf einer Cashcow aus dem traditionellen Geschäft mit Graphit-Elektroden für die Stahlindustrie kann SGL Carbon eine lange Investitionsphase für die Zukunftstechnologien durchstehen. Doch die Aktie ist bereits sehr hoch bewertet. Für wen oder wann sich ein Investment lohnen könnte, untersuche ich in dieser Wunschanalyse.


SEXY GESCHÄFTSBEREICHE

Welche Aktie empfehlen Sie, wenn ich auf die Batterien in Elektroautos setzen möchte? LED-Fernseher überfluten den Markt. Welches deutsche Unternehmen partizipiert an dieser Hausse? Welches Unternehmen arbeitet an der Reduzierung des Karosseriegewichts von Autos? Woraus bestehen eigentlich die leichten Rotorblätter von Windkrafträdern? Neue Flugzeuge werden zu einem immer größeren Teil aus Kohlefasern gebaut, wer liefert die Kohlefaser?

Ich könnte so viele Kundenanfragen einfach mit zwei Worten beantworten: SGL Carbon!

SGL Carbon liefert die Graphit-Elektroden für wiederaufladbare Lithium-Batterien, die in Autos eingesetzt werden sollen (teilweise bereits werden). Damit haben wir hier einen deutschen Spezialisten, der von der gerade anlaufenden Welle der Elektroautos profitieren wird.

LED-Leuchten werden auf einem Silikon-Träger aufgebracht, der nur mit Karbon stabil gemacht werden kann. Nach LED-Bildschirmen bei Laptops und nunmehr LED-TVs steht als nächstes die LED-Revolution bei der Beleuchtung an. Die Glühlampe ist ja verboten, und es gibt ein weites Feld an Anwendungen, bei denen LED-Lampen eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden.

SGL Carbon arbeitet an einer Kohlefaser-Karosserie für neue, spritsparende Autos von BMW, teilweise ebenfalls Elektroautos. Während Audi bereits alles auf Alu umgestellt hat, was geht, versteift sich BMW nun auf die viel teurere dafür aber bessere Kohlefaser. Wir dürfen gespannt sein, was rauskommt.

Auch die Rotorblätter von Windkrafträdern werden aus Kohlefaser hergestellt, dem leichtesten Material, das die gewünschte Stabilität liefert, um den Wind mit wenig Verlust in Bewegung und somit Strom umzuwandeln. Natürlich wird diese Erkenntnis auf bei den Rennrädern angewendet, wo federgewichtige Carbonrenner für fünfstellige Summen angeboten werden.

Boeing ist mit seinem Dreamliner einen neuen Weg gegangen: Wo immer möglich wurde Stahl durch Kohlefaser ersetzt. Auch Airbus plant seine neuen Flieger mit einem zunehmenden Anteil von Kohlefaser. Die Stückzahlen sind natürlich noch sehr gering, aber wenn das mal zum Standard wird, ...

...toll, was man aus Karbon alles machen kann. Nicht heute, aber später vielleicht mal.


DAS LANGWEILIGE STAMMGESCHÄFT

Neben diesen futuristischen Anwendungen hat SGL auch ein Stammgeschäft: Graphit-Elektroden für die Veredlung von Stahl. Jeder fünfte Stahlkocher weltweit arbeitet mit Graphit-Elektroden von SGL Carbon, die alle 5-8 Stunden ausgetauscht werden. Es werden überwiegend Rahmenverträge für ein ganzes Jahr abgeschlossen, hier kommt ein regelmäßiger Geldstrom herein. Insbesondere das Wachstum in China und in anderen Schwellenländern sorgt für Wachstumsphantasie.

Von den unzähligen sexy Möglichkeiten hebt sich dieses Stammgeschäft langweilig ab. Doch damit werden noch über die Hälfte des Umsatzes generiert, und das wird den Unternehmensprognosen zufolge auch noch eine Weile so bleiben. Und beim Gewinn neigt sich das Pendel noch weiter in Richtung Stammgeschäft: Drei Viertel werden hier erwirtschaftet.

Die oben aufgezeigten Zukunftsprodukte werden in absehbarer Zeit, also in den kommenden ein bis zwei Jahren, kaum mehr zum Unternehmensergebnis beitragen können. Im Gegenteil, der LED-Markt gerät zunehmend in Absatzschwierigkeiten. Zuvor war ein großer Abnehmer die Solarindustrie, aber auch die kämpft ums Überleben. Und mit der Karbonfaser wird noch kein Gewinn erwirtschaftet.


BENEIDENSWERTE AUSGANGSPOSITION FÜR LANGEN WEG

Ja, SGL Carbon befindet sich in einer beneidenswerten Ausgangslage: Eine Cashcow liefert das Geld um in sexy Zukunftstechnologien zu investieren. Und wenn es auch noch drei bis vier Jahre dauern wird, bis das Elektroautos aus Karbonfaser in großen Stückzahlen über unsere Straßen rollt, bis LEDs bei der Gebäude- und Straßenbeleuchtung eingesetzt werden und bis der Dreamliner in großen Stückzahlen vom Band läuft, so scheint die Richtung doch zweifelsfrei die Richtige zu sein: Energiesparen durch leichtere Materialien.

Doch hier kommen wir zu meiner ersten Kritik an dieser Aktie: Innovatoren sind nicht immer die Gleichen, die dann die Massenprodution übernehmen. Wenn SGL Carbon auch als erster in diesen Zukunftsmärkten vertreten ist, so gelten für günstige Massenproduktionen ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen als für Innovationen. Sehr viele Unternehmen schaffen den Sprung vom Innovator zum Massenproduzent nicht, schauen Sie sich unsere Solarunternehmen an.

Es ist also verständlich, diese Zukunftstechnologien mit einem Aufschlag zu bewerten, ein Aufschlag, der bei der Aktie von SGL Carbon schon Tradition hat. Doch es ist ein Aufschlag von dem wir erst in drei bis vier Jahren wissen werden, ob er gerechtfertigt ist.


BEWERTUNGSNIVEAU SEHR HOCH

Sie haben es zwischen den Zeilen bereits herauslesen können: Ich möchte für ein gegebenenfalls in drei bis vier Jahren erfolgreiches Unternehmen kein KGV 13e von 47 bezahlen. 3% Umsatzwachstum werden für das laufende Jahr erwartet, immerhin erwartet man einen überproportionalen Gewinnanstieg (EBIT) von 25%.

Doch auch auf Basis der Schätzungen für 2014 sehen die Bewertungsziffern nicht viel besser aus: Das KGV 14e beträgt noch immer 27, das Umsatzwachstum soll Erwartungen zufolge auf 8% anspringen und der Gewinn (EBIT) um erneut überproportionale 45%.

SGL Carbon hat investiert, für dieses Jahr erwartet das Unternehmen nun sprudelnde Einnahmen. Insbesondere der Cashflow werde 2013 erstmals nach fünf Jahren hoher Investitionen positiv ausfallen, so das Unternehmen in seiner jüngsten Prognose. Das wäre super, wenn da nicht eine kleine Einschränkung wäre. Und die bezieht sich auf weitere Übernahmen und neue Investitionen. „Invest to grow” wird das bei SGL Carbon genannt. Wachstum durch Investitionen.

Konservativ eingestellte Analysten möchten gerne organisches Wachstum sehen. Die getätigten Investitionen sollten sich erst einmal auszahlen, bevor weiter wie wild investiert wird. Doch so geht das in einem jungen Industriezweig nicht, da muss der Markt mit immer neuen Innovationen begeistert werden, da müssen immer neue Anforderungen aus den letzten Innovationen durch Neuerungen gelöst werden.


TIMING FRAGLICH

Die meisten Zukunftstechnologien brauchen in meinen Augen noch drei bis vier Jahre bis sie massenmarkttauglich sind. Und in dieser Zeit wird SGL Carbon immer weiter investieren, Innovationen anstoßen und interessante Wettbewerber übernehmen müssen. Anleger werden noch viel Geduld brauchen.

Die Prognose, dass im laufenden Jahr ein positiver Cashflow erreicht werde, sofern keine Übernahmen getätigt werden, ist ein Zuckerstückchen, das den Anlegern zugeworfen wird. Doch bei der nächsten Übernahme wird der Kurs wieder unter Druck geraten.

Die Bilanz gibt nicht viel Kapital für Übernahmen her, immerhin dürfte es mit der Eigenkapitalquote von 42% nicht schwer sein, weitere Kredite zu erhalten. Doch diese kosten Geld und belasten zunächst den Gewinn.


KURSVERLAUF ZWISCHEN EUPHORIE UND ERNÜCHTERUNG

Die Analyse wäre unvollständig, wenn ich nicht erwähnen würde, dass BMW-Anteilseignerin Susanne Klatten über ihre Investmentgesellschaft Skion 28% an SGL Carbon hält. Weitere 15% hält BMW direkt. Auch VW ist bereits in der Eigentümerliste mit 8% vertreten. Diese Konstellation birgt Zündstoff, denn wenn einer der beiden Autobauer SGL Carbon vollständig übernehmen wollte, dann würde sich ein Übernahmekrieg entwickeln. Doch ich halte dieses Szenario für unwahrscheinlich, SGL Carbon hat so viele Geschäftsfelder, dass ein Autobauer als Eigner viele Chancen zerstören würde.

Dennoch kursieren immer wieder Übernahmegerüchte im Markt und entsprechend schießt der Kurs in die Höhe, um anschließend wieder zurückzufallen. Die Aktie hat schon 50 Euro (Ende 2011) gesehen, doch stabilisiert sich seit Anfang 2012 zwischen 30 und 35 Euro.

Für meinen Geschmack ist die Euphorie über die tollen Zukunftstechnologien sowie über die möglichen Übernahmeschlachten noch nicht aus der Aktie vertrieben, und bevor ich einen Ausbruch über 35 Euro erwarte, würde ich ein Abtauchen unter 30 Euro für wahrscheinlich halten.

Es ist ein natürlicher Vorgang, dass die ehemals spekulativen Hände erst aus der Aktie geschüttelt werden müssen, bevor sie auf ein neues Kursniveau ansteigen kann. Sollte im laufenden Jahr tatsächlich die deutliche Gewinnverbesserung eintreten, so könnten der Aktie also einige turbulente Monate bevorstehen.


FAZIT: AUF RÜCKSCHLAG WARTEN

Auf dem aktuellen Niveau ist mir die Aktie zu teuer. Die tollen Zukunftschancen würde ich gerne zu einem Preis erhalten, der das Risiko besser wiederspiegelt, also nochmals 15-20% tiefer als heute. Und selbst wenn die Aktie dann einmal abheben sollte, so ist es kein Selbstläufer, weil sich erst in drei bis vier Jahren zeigen wird, ob der Wandel vom Innovator zum Massenproduzenten gelingen wird.

Also: Sehr chancenreich, sehr sexy, aber auch sehr riskant.



06. Depotcheck: , Volkswagen VZ, Allgeier, Allianz, Freenet, Bertrandt, Korrelationsmatrix




Fr, 05. April um 11:22 Uhr
Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

Sehr geehrter Herr Heibel,

kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin 64 Jahre alt und seit einem Jahr Rentner, vorher leitend im Innendienst einer Lebensversicherung tätig. Mit der Börse beschäftige ich mich etwa seit 2000. Meine Anlagen tätige ich fast ausschließlich in Aktien und Fonds bzw. ETFs.

Ihren (für den Empfänger) kostenlosen Börsendienst lese ich seit Jahren mit großem Vergnügen, weil es Ihnen gelingt, das Marktgeschehen und schwierige Sachverhalte verständlich zu machen. Man merkt, dass Sie einen eigenen Kopf haben. Ihre Analysen heben sich wohltuend von manch anderem ab, was man in der Presse oder im Internet so liest.

Als ich letztes Jahr eine Lebensversicherung ausgezahlt bekam, bin ich zu Ihrem kostenpflichtigen Dienst gewechselt, um zusätzlich in den Genuss Ihrer konkreten Empfehlungen zu kommen. Einiges davon habe ich genutzt. Dankbar wäre ich Ihnen für einen kurzen Depotcheck. Meine fünf größten Posten (außerhalb Ihrer Empfehlungen) sind:

Volkswagen (766403),
Allgeier (508630),
Allianz (840400),
Freenet (A0Z2ZZ),
Bertrandt (523280).

Amerika und Asien habe ich über Fonds bzw. ETFs abgedeckt.

Mit freundlichen Grüßen, Rainer aus Dortmund


Antwort:

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Gerne schaue ich mir Ihr interessantes Portfolio näher an:


Volkswagen VZ

Fr, 05. April um 11:27 Uhr

Die Wolfsburger befinden sich auf dem Weg zum weltgrößten Automobilhersteller und sind strategisch den Wettbewerbern General Motors und Toyota einen Schritt voraus. Dank des "Modularen Querbaukasten" kann der Konzern markenübergreifend (Audi, Skoda, Porsche, …) Kosten einsparen. Gleichzeitig werden über die verschiedenen Marken sämtliche Käuferschichten abgedeckt. Die Absatzschwäche in Südeuropa wird durch eine gute Präsenz in den Schwellenländern mehr als kompensiert.

Mit einem KGV 13e von 7 ist das Umsatzwachstum von 5-6% p.a. günstig bewertet. Die 10 Mrd. Euro Nettoliquidität in der Bilanz spiegeln die gesunde Aufstellung wider und eine Dividendenrendite von 2,6% ist immerhin besser als was Sie derzeit für Festgeld erhalten. Der Kursrücksetzer seit Jahresbeginn (von 187 auf 157 Euro) ist in meinen Augen eine Kaufgelegenheit.


Allgeier

Fr, 05. April um 11:28 Uhr

4,6% Dividendenrendite bei einer sauberen Bilanz machen diese Aktie zu einem soliden Langfristinvestment. Das Bewertungsniveau ist günstig, 10-12% Umsatzwachstum werden mit einem KGV 13e von nur 10 belegt. Allgeier ist ein Konglomerat von verschiedenen Unternehmensteilen, die derzeit zu einem einheitlichen Auftreten zusammengeführt werden sollen. Synergien sind reichlich vorhanden, sodass ich ein überproportionales Gewinnwachstum erwarte.


Allianz

Fr, 05. April um 11:29 Uhr

Tja, wie oft soll ich noch vor Versicherungen warnen um gleichzeitig zuzusehen, wie deren Kurs durch die Decke geht? Ja, Versicherungen haben viele Staatsanleihen der Krisenstaaten in der Bilanz gehabt. Ja, Versicherungen hatten zuvor auch viele toxische Immobilienanleihen im Portfolio und waren auch an den Banken beteiligt, die unter die Räder kamen (Dresdner). Und ja, die Garantieverzinsung für Lebensversicherungen kann kaum noch erwirtschaftet werden. Dennoch steigt der Aktienkurs der Allianz seit Mitte 2011 kontinuierlich an, von damals 60 auf nunmehr 108 Euro. Über eine Anpassung der Prämienberechnungen können die meisten Risiken mittelfristig abgefangen werden, solange es nicht überraschend schnell geht wie beispielsweise bei der Lehman-Pleite 2009.

So ist die Dividendenrendite von 4,6% überaus attraktiv und das KGV von 8 spiegelt eine faire Bewertung wider. "Eigentlich" ist also alles im grünen Bereich für die Allianz. Dennoch wäre ich nach wie vor vorsichtig mit Versicherungen. Sollte sich die Euro-Schuldenkrise nochmals ausweiten, Slowenien steht ja schon an und Italien und Spanien köcheln noch immer auf niedriger Flamme, dann dürften auch die Versicherungsaktien wieder unter die Räder geraten.


Freenet

Fr, 05. April um 11:30 Uhr

Die Aktie hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren verdoppelt, und noch immer erhalten Sie eine Dividendenrendite von 7,1%. Freenet hat kein eigenes Mobilfunknetz, sondern mietet sich bei den etablierten Anbietern ein und verkauft innovative Verträge. Der Umschwung von Prepaid auf lukrativere Vertragskunden ist gelungen, und ich gehe davon aus, dass der hohe Cashflow auch weiterhin eine ordentliche Dividendenrendite gewährleistet.


Bertrandt

Fr, 05. April um 11:31 Uhr

Die Ingenieursdienstleistungen für die deutsche Automobilindustrie sind weiterhin gefragt. Automodelle müssen jeweils mit immer mehr verschiedenen Antrieben angeboten werden: Von Benzin und Diesel über Hybrid bis hin zu Elektro und Brennstoff, jede Antriebsart hat Auswirkungen auf das gesamte Auto (Raumbedarf, Gewichtsverlagerung, Stabilität und Straßenlage, …), und da sind Ingenieure gefragt, dieses umzusetzen. Bertrandt stellt nach wie vor aggressiv ein und hat noch immer kein Problem, die Ingenieure an die Autoindustrie zu vermieten. Nun ist die Aktie mit einem KGV von 15 inzwischen nicht mehr günstig, doch solange das Umsatzwachstum von 12% p.a. gehalten werden kann, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.


Korrelationsmatrix

Fr, 05. April um 11:32 Uhr


wtl.VOW3AEIALVFNTNBDT
VOW31,000,530,520,110,16
AEI0,531,000,310,260,18
ALV0,520,311,000,290,34
FNTN0,110,260,291,000,41
BDT0,160,180,340,411,00






tgl.VOW3AEIALVFNTNBDT
VOW31,000,400,440,130,24
AEI0,401,000,490,400,43
ALV0,440,491,000,380,47
FNTN0,130,400,381,000,56
BDT0,240,430,470,561,00




VOW3AEIALVFNTNBDT
Gewichtung für optimales Portfolio:

22%20%25%8%25%
Gewichtung für minimum Risiko Portfolio:

25%19%9%22%25%




erwartete RenditeVolatilitätSharpe ratio
Optimal9,3%15,2%0,48
Minimum risk8,3%14,8%0,42



Nein nur VW hängt direkt am Automobilabsatz. Bertrandt hingegen hängt von der Entwicklung hin zur größeren Komplexität bei den angebotenen Modellen ab, und das ist erst in zweiter Linie vom Absatz abhängig. Teilweise sieht es sogar so aus, dass Absatzschwächen durch gesteigerte Anstrengungen bei den verschiedenen Antriebsarten kompensiert werden sollen, was sich dann sogar positiv für Bertrandt auswirkt. So ist die Korrelation zwischen Bertrandt und VW also, anders als man auf den ersten Blick meinen würde, sehr gering. Sie haben dann noch eine Versicherung (Allianz), einen Telekomanbieter (Freenet) und ein IT-Unternehmen (Allgeier), da gibt es keine Überschneidungen.

Sie haben mir nur Ihre deutschen Aktien genannt. Asien und Amerika haben Sie anders abgedeckt, das ist dann auch in Ordnung.

Drei Unternehmen befinden sich auf einem Wachstumspfad, sei es durch Anstreben der Weltherrschaft (VW), Komplexitätsausbau (Bertrandt) oder Cloud-Dienste (Allgeier). Bei Freenet findet das Wachstum durch innovative Angebote statt sowie nach wie vor durch einen Schwenk zum Vertragskunden. Und bei der Allianz werden Prämien angehoben. Die beiden haben auch die höchste Dividendenrendite.

Insgesamt gefällt mir das Portfolio sehr gut, ich würde nichts ändern, aber ich würde die Allianz nicht aus dem Auge lassen.



07. Monatsbetrachtung: DAX, Dow Jones, Nikkei, US-Dollar, Yen, Gold, Öl, Umlaufrendite

Bessere Konjunkturaussichten beflügelten die Wallstreet und sorgten auch beim DAX für einen Anstieg in die Nähe des Allzeithochs. Auf Dauer konnte er sich jedoch den Problemen der Eurozone (Italien, Zypern) und den daraus resultierenden Konjunktursorgen nicht entziehen. Möglicherweise kann die Dividendensaison den DAX im April noch stabilisieren, dann können jedoch auch angesichts der anstehenden Wahlen mehr Unruhe und somit auch stärkere Korrekturen eintreten.

DAX 7.789
Fakten März:
28.02.2013: 7.741,7
27.03.2013: 7.789,1 (Unterschied: 47,4 bzw. 0,6%)
15.03.2013: Hoch bei 8.074,5
01.03.2013: Tief bei 7.628,0 (Schwankung: 446,5 bzw. 5,8%)

Unterstützungen: 7.550 / 6.950
Widerstände: 8.000 / 8.150

DAX1303
Abbildung 1: DAX 6-Monate


Der DAX stürmte erst mit Kurslücken auf ein neues Jahreshoch und stand dabei nur noch 77 Punkte unter dem Allzeithoch, ist dann aber Anfang April wieder auf das Niveau von Ende Februar zurückgefallen. Das Januarhoch bei 7.782 Punkten wurde nun zum Monatsbeginn April unterschritten, die Kurslücke zwischen 7709 und 7750 Punkten wurde ebenfalls geschlossen. Zwischen 7.600 und 7.700 Punkten befindet sich nunmehr eine weitere Unterstützung bei deren Unterschreiten eine stärkere Korrektur bis 7.000 Punkte nach sich ziehen könnte.


DOW JONES INDUSTRIAL 14.578
Fakten März:
28.02.2013: 14.054,5
28.03.2013: 14.578,5 (Unterschied: 524,1 bzw. 3,7%)
28.03.2013: Hoch bei 14.585,1
01.03.2013: Tief bei 13.937,6 (Schwankung: 647,5 bzw. 4,6%)

Unterstützungen: 14.000 / 12.500
Widerstände: 15.000

DJ1303
Abbildung 2: Dow Jones 6-Monate


Der Dow Jones Industrial Average stieg Anfang März bis über 14.400 Punkte und bewegte sich dann bis zum Monatsende im Bereich von 14.400 bis 14.600 Punkten seitwärts. Die Zypernkrise ist dem Kursverlauf kaum anzusehen. Anfang April setzte der Dow Jones seinen Aufwärtstrend fort und stieg am Dienstag auf ein neues Rekordhoch bei über 14684 Punkten.

Mittlerweile steht auch der S&P 500 kurz vor einem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch bei 1576,09. Am Mittwoch näherte er sich diesem bis auf 2,43 Punkte und erzielte damit bereits ein Allzeithoch auf Tagesschlusskursbasis. In der Nähe derart wichtiger Marken steigt allgemein das Korrekturrisiko.

Der NASDAQ-100 setzt sich mühsam von der 2800-Punkte-Marke ab und kommt damit dem Hoch vom September 2012 wieder etwas näher. Apple kann zwar den Kursanstieg nicht mehr unterstützen, belastet ihn aber auch nicht mehr.


NIKKEI 225 12.494
Fakten März:
28.02.2013: 11.559
27.03.2013: 12.494 (Unterschied: 934 bzw. 8,1%)
21.03.2013: Hoch bei 12.650
01.03.2013: Tief bei 11.465 (Schwankung: 1.186 bzw. 10,3%)

Unterstützungen: 11.500 / 10.400
Widerstände: 12.650 / 14.500

Der Nikkei 225 bricht Ende März sehr deutlich ein und ist damit im Begriff, die stärkste Korrektur seit Oktober zu vollziehen. Anfang April fiel er sogar bis unter 11.950 Punkte, bevor er sich wieder erholen konnte. Er reagiert damit etwas verspätet auf die Korrektur des Yen. Der immense Anstieg seit Mitte November hat dazu geführt, das der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage weit abgeschlagen bei 9.750 Punkte verläuft. Der gleitende Durchschnitt der letzten 38 Tage kann die Kursbewegung besser einfangen, da der Kurs mit etwas Abstand unterhalb dieser Linie verläuft und in etwa die gleiche Steigung wie der Kursverlauf aufweist.


US-DOLLAR / EURO 1,28
Fakten März:
28.02.2013: 1,307
29.03.2013: 1,282 (Unterschied: -0,025 bzw. -1,9%)
08.03.2013: Hoch bei 1,313
27.03.2013: Tief bei 1,275 (Schwankung: 0,038 bzw. 2,9%)

Unterstützungen: 1,265 / 1,245
Widerstände: 1,315 / 1,37

Der Euro hat im März weiter nachgegeben, aber gegenüber dem Einbruch vom Februar hat die Abwärtsbewegung deutlich nachgelassen. Allerdings bleibt der Abwärtstrend stabil. Mittlerweile wurde auch der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage deutlich unterschritten. Insbesondere die Wahl in Italien und die Zypernproblematik haben den Wechselkurs nachhaltig belastet. Er hat seit Februar bereits mehr als die Hälfte des Kursanstiegs von Ende Juli bis Anfang Januar wieder abgegeben.

YEN / EURO 120,79
Fakten März:
28.02.2013: 121,05
29.03.2013: 120,79 (Unterschied: -0,26 bzw. -0,2%)
12.03.2013: Hoch bei 126,03
28.03.2013: Tief bei 119,77 (Schwankung: 6,26 bzw. 5,2%)

Unterstützungen: 116 / 111
Widerstände: 128 / 138

Nach dem steilen Anstieg des Euro gegenüber dem Yen stagniert der Wechselkurs weiter oberhalb von 118 Yen je Euro. Da die Hochs fallen und die Tiefs im Bereich von 119 Yen je Euro liegen, ist ein fallendes Dreiecks im Entstehen. Sollte dieses nach unten aufgelöst werden, dann ergibt sich ein Kursziel von 108 Yen je Euro. Hier verläuft aktuell der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage. Im November lag der Kurs im Tief noch knapp über 100 Yen je Euro und im August fiel er sogar bis auf 94,12 Yen je Euro. Dies beruht jedoch mehr auf der Schwäche des Euro als auf der Stärke des Yen. Gegenüber dem US-Dollar handelt der Kurs nun wieder unterhalb der im Februar hart umkämpften 94 Yen-je-Dollar-Marke, nachdem er sie im März lange Zeit signifikant überwinden und bis auf 96,7 Dollar je Euro ansteigen konnte.


GOLD 1.597 USD/OZ
Fakten März:
28.02.2013: 1.579,7
29.03.2013: 1.597,5 (Unterschied: 17,8 bzw. 1,1%)
21.03.2013: Hoch bei 1.616,8
08.03.2013: Tief bei 1.561,2 (Schwankung: 55,6 bzw. 3,5%)

Unterstützungen: 1.530 / 1.480
Widerstände: 1.625 / 1.800

Gold1303
Abbildung 3: Gold 6-Monate


Der Goldpreis hat im März eine leichte Erholungsphase eingelegt. Insbesondere die Zypernproblematik wurde von einem ansteigenden Goldpreis begleitet. Diese Entwicklung wurde jedoch Anfang April wieder mit einem Schlag zunichte gemacht. Der Goldpreis sank am 3. April bis auf 1549,44 und damit auf ein neues Jahrestief. Die wichtige Unterstützungszone um 1530 Punkte ist nun nicht mehr weit. Damit nimmt auch das Risiko eines Ausbruchs nach unten, der eine erhebliche technisch bedingte Verkaufswelle nach sich ziehen kann, wieder zu.

Besser sah der Goldpreisanstieg in Euro aus, da der Euro deutlich nachgegeben hatte. Hier konnte ein klarer Aufwärtstrend ausgemacht werden. Aber auch dieser wurde Anfang März nachhaltig gebrochen. Allerdings liegt der Goldpreis immer noch deutlich über dem Niveau vom 21. Februar, als er fast bis auf 1171 Euro fiel. Eine wichtige Unterstützung liegt hier bei 1200 Euro.


CRUDE OIL 109,06 USD/FASS
Fakten März:
28.02.2013: 110,77
28.03.2013: 109,06 (Unterschied: -1,71 bzw. -1,5%)
06.03.2013: Hoch bei 112,00
25.03.2013: Tief bei 106,80 (Schwankung: 5,20 bzw. 4,7%)

Unterstützungen: 107 / 100
Widerstände: 112 / 118

Der Preis vom Nordseeöl ist im März weiter zurückgegangen, die Korrektur nimmt sich aber im Vergleich zur Entwicklung vom Februar deutlich moderater aus. Der Preis bewegt sich wieder im Bereich der Handelsspanne vom November und Dezember. Die Preisanstiege vom Januar und Februar wurden wieder vollständig zurückgenommen.

Signifikant anders sieht die Entwicklung beim Texasöl aus. Der Preis liegt zwar weiterhin unter 100 Dollar und damit deutlich unter dem Nordseeöl, der Abstand hat sich aber deutlich verringert und beträgt nun nur noch etwa 13 Dollar. Der März war hier geprägt von einem kontinuierlichen Aufwärtstrend, der am 2. April bis über 97 Dollar führte.


UMLAUFRENDITE 0,99%
Fakten März:
28.02.2013: 1,17
28.03.2013: 0,99 (Unterschied: -0,18 bzw. -15,4%)
08.03.2013: Hoch bei 1,19
28.03.2013: Tief bei 0,99 (Schwankung: 0,20 bzw. 17,1%)

Unterstützungen: 1,00 / 0,92
Widerstände: 1,34 / 1,70

Die Bundesbank-Umlaufrendite ist zum Monatsende kurzzeitig unter 1% gefallen und erreichte damit wieder ein Niveau, mit dem man noch vor kurzem nicht mehr gerechnet hatte. Angesichts der Probleme in Zypern hat man sich wieder verstärkt in sichere deutsche Staatsanleihen geflüchtet. Dies signalisiert starkes Misstrauen in den Rest der EU-Länder, die Umlaufrendite bleibt jedoch (noch?) über 1%. Bislang war das eine magische Grenze, die jeweils  nur kurz unterschritten wurde (mittlerweile aber zum dritten Mal).


10-Jährige US Treasury Notes (CBOE Interest Rate 10-Year T-No) – 1,85

Fakten März:
28.02.2013: 1,89
27.03.2013: 1,85 (Unterschied: -0,04 bzw. -2,1%)
08.03.2013: Hoch bei 2,09
27.03.2013: Tief bei 1,83 (Schwankung: 0,26 bzw. 13,8%)

Unterstützungen: 1,55 / 1,39
Widerstände: 2,08 / 2,4

Das Zinsniveau in den USA hat zwar auch nachgegeben, aber nicht in dem selben Ausmaß wie die deutschen Staatsanleihen. Aufgrund der zunehmend besseren Konjunktur ist man in den USA ungleich risikobereiter.



08. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

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09. Übersicht HT-Portfolio

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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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