Heibel-Ticker 13/19 - DAX-Rekord erfreut Privatanleger, Profis unsicher

» zurück zur Übersicht

:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

8. Jahrgang - Ausgabe 19 (10.05.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Champagnerlaune nach DAX-Rekord nur bei Privaten
02.So tickt die Börse: Echte Überraschungen führen zu neuen Rekorden
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Private werden vorsichtig, Profis halten sich weiter zurück
 - Top Analystenziele
04.Ausblick: Solange die Politik die Füße still hält...
05.Depotcheck: Analytik Jena, Nemetschek, Pulsion Medical, Rational, UMS United Medical Systems
 - Analytik Jena:
 - Nemetschek:
 - Pulsion Medical:
 - Rational:
 - UMS United Medical Systems:
 - :
 - Korrelationsmatrix
 - Feedback zur Analyse:
 - Ergänzende Antwort:
06.Update beobachteter Werte
 Unternehmensanleihe von Constantin belastet Kurs
 Allen Unkenrufen zum Trotz: Wachstum hält an
 Werbung oder Product Placement
 Gute Außenhandelsdaten aus China
 Mehr Dreamliner für 2013
 Süss konzentriert sich auf Zukunftsmärkte, teure Umstrukturierung im laufenden Jahr
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Champagnerlaune nach DAX-Rekord nur bei Privaten

Liebe Börsenfreunde,

endlich hat nun auch der DAX neue Allzeithochs erklommen. Die Meldungen, die zu diesem Rekord führten, schaue ich mir heute in Kapitel 02 näher an. Aus Übersee kommen einige Short Squeezes zur Hilfe. Whole Foods Market, Green Mountain Coffee und Tesla Motors haben entsprechend zweistellige Kurssprünge verzeichnet, in Deutschland habe ich Heidelberger Druckmaschinen und Süss MicroTec auf die Reaktion der Aktie hin untersucht.

Das Sentiment unter den Anlegern entwickelt sich gegenläufig: Die Privatanleger, die frühzeitig bullisch waren, werden nun vorsichtiger. Die Profis, die von der Rallye nichts wissen wollten, ignorieren sie noch immer und bleiben in Deckung. Mehr dazu in Kapitel 03.

Eine Einschätzung über die zu erwartende Entwicklung in den kommenden zwei Wochen, sowie was wir im weiteren Verlauf des Sommers erwarten dürfen, lesen Sie in Kapitel 04.

Der Depotcheck aus Kapitel 05 hat mir diese Woche besonders viel Spaß gemacht: Eine ganze Reihe von interessanten Titeln aus der Medizintechnik sind darin enthalten.

Wie immer gibt es wichtige Updates zu unseren offenen Positionen in Kapitel 06 und eine Liste unseres Portfolios in Kapitel 07.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts130510.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Echte Überraschungen führen zu neuen Rekorden

Whole Foods Market +12% über Nacht!
Green Mountain Coffee +29% über Nacht!
Tesla Motors +34% über Nacht!

Heidelberger Druckmaschinen +11% im Tagesverlauf!
Süss MicroTec +8% in zwei Tagen!

Diese Aktien vereint eines und trennt etwas anderes: Alle fünf Unternehmen haben überraschend gute Quartalszahlen vermeldet. Doch während der Kursanstieg bei den US-Titeln am Tag NACH der Veröffentlichung erfolgte, schossen die deutschen Aktien schon am Tag oder an den beiden Tagen unmittelbar VOR der Veröffentlichung in die Höhe. Schauen wir uns die einzelnen Titel einmal etwas näher an:


Whole Foods Market hatten wir bis vorgestern in unserem Heibel-Ticker Portfolio, wir haben nun mit Gewinn verkauft. Das vorangegangene Quartalsergebnis für Ende 2012 konnte die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen. So war die Aktie in eine gefährliche Situation gelangt: Angefangen Ende 2012 wurde der Titel von Anlegern verkauft, die eine höhere Besteuerung ihrer Aktienkursgewinne nach dem Jahreswechsel fürchteten. Wir erinnern uns: Die US-Regierung fand keinen Kompromiss, um die von George W. Bush Jr. eingeführten befristeten Steuererleichterungen zu verlängern. Wer Whole Foods seit der Finanzkrise Anfang 2009 im Depot liegen hatte, freute sich über eine Kursverzehnfachung! Diesen Gewinn wollten sich viele zum günstigen Steuersatz von 15% sichern.

So begann die Aktie, zum Jahresende 2013 hin Federn zu lassen. Mit den Zahlen für das 4. Quartal schauten dann verunsicherte Anleger, die von diesen Gewinnmitnahmen nichts wussten (nicht jeder handelt aus steuerlichen Gründen, zum Glück) angstvoll auf das Ergebnis und fanden einige Haare in der Suppe. Der Ausverkauf beschleunigte sich, das Minus betrug in der Spitze 15%.

Einen "Ausrutscher" kann es geben, eine zweite Enttäuschung hätten Anleger nicht mitgemacht, und die Aktie wäre gefallen wie ein Stein, oder wie eine Apple-Aktie. So legte sich CEO John Mackey ins Zeug und schaffte durch eine strenge Kostenkontrolle und eine beschleunigte Ausweitung des Produktsortiments nunmehr eine positive Überraschung. Zudem deutete er auf günstigere Nahrungsmittel im Portfolio, die auch die Erschließung von Wohngegenden mit einem niedrigeren durchschnittlichen Einkommen als bislang zulassen.

Und schwups, waren nicht nur die Zahlen wieder in Ordnung, auch die Erwartungen schossen in die Höhe. Über Nacht schoss die Aktie um 12% nach oben. Doch nicht, weil sie so unglaublich günstig ist und viele Anleger jetzt diese Aktie haben wollten, sondern weil es zu einem Short Squeeze kommt. Ein Short Squeeze ist eine Kursrallye, die durch erzwungene Deckungskäufe von Leerverkäufen genährt wird. Intellektuellen war schon lange klar, dass Whole Foods mit seinen hochpreisigen Produkten nicht ins Unendliche wachsen kann. Und Intellektuelle shorten dann schon mal eine Aktie wie Whole Foods, sie spekulieren auf fallende Kurse.

Wenn sich die Kerntheorie der Short-Spekulation dann in Luft auflöst, dann gibt es nur noch eins: Spekulation eindecken. Da man zuvor bereits Aktien verkauft hat, muss man die geschuldeten Aktien nun kaufen, egal zu welchem Preis. Und so entsteht ein Short Squeeze, der sodann noch durch die Broker befeuert wird, wenn deren Kunden nicht mehr ausreichend Sicherheiten für die offene Leerposition haben. Diese Broker erzwingen dann Deckungskäufe, egal zu welchem Preis.



Ganz oder gar nicht (all or nothing), heißt es in den USA. Entweder Green Mountain Coffee erobert den gesamten Kaffeemarkt, oder das Unternehmen verschwindet von der Bildfläche. Green Mountain Coffee verkauft Kaffeemaschinen und dazu passende Kaffee-Tabs. Wir kennen das System hier in Deutschland. Das Geschäftsmodell folgt der Rasierer / Rasierklingen - Philosophie: Die Kaffeemaschinen werden günstig angeboten, anschließend müssen die Kunden die teuren Pads von Green Mountain Coffee kaufen.

Tolle Idee, dachten sich die Amis und jubelten den Kurs nach dem IPO im Jahr 2012 binnen eines Jahres von 20 auf 80 Euro. Doch dann kam die Frage der Intellektuellen auf, ob denn die Kaffeetrinker Amerikas ihren Starbucks-Besuch für diese Kaffeemaschine aufgeben würden. Die Antwort war klar: Nein. Und was, wenn Starbucks eine eigene Kaffeemaschine verkauft?

Die Aktie fiel bis Mitte 2012 auf 15 Euro zurück. Seither warten intellektuelle Leerverkäufer auf die Meldung von Starbucks, eigene Kaffeeröster zu vertreiben. Doch nichts. Und nun gab Green Mountain Coffee diese Woche nicht nur überraschend gute Quartalszahlen bekannt, sondern meldete auch noch eine Kooperation mit Starbucks, die in den Vertrieb der Kaffeeröster münden könnte.

Eine echte Überraschung und die Aktie sprang über Nacht um 29% an.



Tesla: Ist das nicht die Schmiede von Elektroautos, bei denen sich Ingenieure so richtig austoben können? Na klar, technologisch ist der Tesla-Sportwagen seinen Wettbewerbern um Längen voraus. Doch wer soll das bezahlen? Intellektuellen ist natürlich klar, dass solche Entwicklungsarbeit nicht in einem profitablen Unternehmen münden kann, Tesla wird als Wegbereiter irgendwann von der Bildfläche verschwinden, oder? Zumindest verdient ein Automobilhersteller, der gerade einmal 20.000 Autos im Jahr baut, keine höhere Bewertung als Fiat.

Nun, diese Woche hat Tesla völlig überraschend erstmals ein profitables Quartalsergebnis vermeldet. Ja, man kann Elektroautos mit Gewinn produzieren! Das Kernargument der intellektuellen Leerverkäufer ist somit dahin. So mussten sich viele schleunigst eindecken, 34% Kursplus über Nacht war das Ergebnis.


Würde ich diese Aktien nun kaufen? Nein, zunächst würde ich abwarten, bis sich die erste Panik unter den Leerverkäufern gelegt hat und der Kurs wieder ein wenig zurückkommt. Alle drei Unternehmen notieren auf einem exorbitant hohen Bewertungsniveau und leben vom Hype, der um ihre Produkte gemacht wird. Dieser Hype kann nun noch eine Weile weitergehen. Doch wenn der Hype, aus welchem Grund auch immer, abflaut, dann sind die Verluste brutal. Die Aktien sind also nur etwas für Spekulanten, die rund um die Uhr am Ball bleiben.



Im Geschäftsjahr 2012 konnte Heidelberger Druckmaschinen den Verlust halbieren, für das laufende Jahr wird ein Gewinn in Aussicht gestellt. Das passt auch hierzulande nicht in das Bild der Intellektuellen, die ein klares Bild von dem Sterben der Druckerpresse haben. Bilder kommen auf's Touchpad und nicht auf's Papier. Zeitschriften werden ebenfalls auf den Touchpads gelesen und immer seltener hält man eine Zeitschrift aus Papier in der Hand. Zudem werden die guten deutschen Druckmaschinen, die nicht mehr benötigt werden, demontiert und nach China verschifft. Neuaufträge aus China dürfe sich HeidelDruck daher auch nicht erwarten.

Weit gefehlt, wie wir nun sehen: Das Unternehmen kann wieder profitabel werden. Es muss nur ein wenig Speck abschneiden, sprich die Personalzahl verringern. Doch ein Kurssprung blieb nach Veröffentlichung der Zahlen aus. Warum bemerkt man nur, wenn man sich den Kursverlauf des Vortags anschaut: Da war die Aktie um 11% angesprungen - ohne Meldung, ohne News, ohne irgendeine neue Information. Scheinbar grundlos. So war das kleine Kursminus am Tag der Veröffentlichung nur eine Konsolidierung der vorweggenommenen Gewinne.



Schneller als erwartet schreibt Süss MicroTec alte Zöpfe ab und konzentriert sich auf die künftigen Wachstumsmärkte. Aktuell ist die Visibilität schlecht, kaum jemand wagt eine Umsatzprognose für 2013 ohne breite Spannen aufzuzeigen. Dieser Unsicherheit ist Süss diese Woche begegnet und bekräftigte die Jahresziele trotz des erwartet schwachen Ergebnisses im ersten Quartal. Ganz anders hatten es viele Intellektuelle gesehen: Seit bei Apple keine Korken mehr knallen, muss doch eigentlich auch das Geschäft mit den Chips schwerer werden, oder? Nun, die konservativ optimistische Prognose von Süss sagt aus, dass Chips nicht nur im iPad verbaut werden, sondern auch in anderen Touchpads, in Smartphones und künftig vielleicht auch im Toaster (als Synonym für diverse andere elektronische Geräte, die man irgendwann mal intelligent machen könnte).

Um 8% war die Aktie jedoch im Vorfeld dieser positiven Überraschung bereits gestiegen, und so folgte am Tag der Veröffentlichung der Meldung nur noch eine Konsolidierung der Gewinne.


Handelt es sich hierbei nun um Insiderwissen, das zum eigenen Vorteil missbraucht wird? Nun, ich denke diese Beispiele zeigen lediglich, dass bei kleineren Unternehmen hier in Deutschland die Informationsverbreitung noch optimiert werden kann. Ich nehme nicht an, dass Insider hier ihr Wissen preisgegeben haben. Doch Analysten mit einem guten Gespür können aus einem Gespräch mit dem Unternehmen häufig mehr herauslesen als gesagt wird. Auf die Frage: "Morgen kommen Zahlen, werden Sie heute Nacht gut schlafen?", kann die Antwort schon mal lauten: "Nun, ich bin froh, wenn der morgige Tag vorbei ist". Das kann wiederum auf den Streß gemünzt sein, der mit so einer Veröffentlichung einhergeht, kann aber auch ein Hinweis auf die zu erwartenden Zahlen sein. Wie der Analyst die Antwort interpretiert, ist dann seine Sache. Und je länger der Analyst seinen Gesprächspartner kennt, desto besser kann er solche Aussagen einordnen. Und so kann es schon mal sein, dass ein Analyst VOR Veröffentlichung der Zahlen eine ganz gute Erwartung hat und noch schnell ein paar seiner Kunden in die Aktie reinholt. Und übrigens: Nicht selten sind die Schlussfolgerungen des Analysten auch falsch, es bleibt also auch bei solchen Vorfällen noch immer eine spekulative Komponente im Handeln der Akteure enthalten.

In den USA sind die Insiderregeln inzwischen so scharf, dass auch so etwas kaum noch passiert. In den USA gibt es insbesondere auch Schulungen für Insider, in denen solche Szenarien eingeübt werden. In Deutschland sind wir davon noch weit entfernt. Hier fällt eine solche Kursbewegung niemandem auf ... außer Ihrem Autor.

Schauen wir uns mal an, was die wichtigsten Indizes diese Woche getan haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES9.5.13Woche Δ
Dow Jones15.083 1,7%
DAX8.263 3,8%
Nikkei14.608 6,7%
Euro/US-Dollar1,30-0,6%
Euro/Yen131,862,4%
10-Jahres-US-Anleihe1,81%0,18
Umlaufrendite Dt1,07%0,07
Feinunze Gold$1.457 -1,4%
Fass Brent Öl$104,22 1,5%
Kupfer7.402 5,4%
Baltic Dry Shipping889 1,8%



Endlich ist es soweit: Der DAX hat ein neues Allzeithoch erklommen. Bis 8.358 Punkte kletterte der deutsche Index heute früh. Wenn Sie sich die Wirtschaftsnachrichten anschauen, mögen Sie es kaum glauben. Allein diese Woche hat der DAX um 3,8% zugelegt.

Das ist nichts gegen die +6,7% des Nikkei vor dem Hintergrund der lockeren japanischen Geldpolitik. Der Yen hat diese Woche wieder seinen Rückwärtsgang eingelegt und gab 2,4% gegenüber dem Euro ab.

Auch der Dow Jones erreicht ein Allzeithoch nach dem anderen, begleitet vom S&P 500. Getragen von Quartalszahlen streben die Börsen von Rekord zu Rekord. Wenn nur die Politik die Füße still hält, denken sich die Anleger und genießen den Dividendenregen und die Kursgewinne. Wie lange kann das noch weitergehen? Oder lohnt es sich noch, aufzuspringen? Ich gehe diesen Fragen in Kapitel 04 nach.




03. Sentiment: Private werden vorsichtig, Profis halten sich weiter zurück

Wir haben wieder einmal ein nur zu menschliches Verhalten zu beobachten: Wer in den vergangenen Monaten zu pessimistisch war, der bleibt auf der vorsichtigen Seite und wartet auf einen Kursrücksetzer, um mit vertretbarem Gesichtsverlust noch einzusteigen. Wer jedoch optimistisch durch die vergangenen Wochen ging, der erlaubt sich nun eine kritischere Betrachtung der Zustände.

So bleibt der Pessimismus trotz Rekorde auf verhältnismäßig hohem Niveau bestehen, während die Optimisten langsam das Feld räumen. Von der Stimmung her gibt es also durchaus noch Platz nach oben.

Sentimentdaten

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
19.04.- 26.04. (222): 41% / 14%
26.04.- 03.05. (167): 39% / 15%
03.05.- 10.05. (213): 46% / 16%

Kaufempfehlungen der Analysten
Adidas, Continental, Stada

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Commerzbank, Nokia, E.On

Privatanleger
17. KW: 59% Bullen (190 Stimmen)
18. KW: 65% Bullen (165 Stimmen)
19. KW: 55% Bullen (222 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Alstom, 3D Systems, ThyssenKrupp

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Continental, Evonik, Havas S.A.

Analysten sind wie oben beschrieben noch immer pessimistisch, nur 46% der Analysen resultieren in eine Kaufempfehlung. Es gibt also noch genügend Titel, die einen positiven Stimmungsschwenk ihrer Analysten erfahren können. Und das wäre für einen weiteren Kursanstieg erforderlich.

Die Privaten hingegen, die schon lange bullisch waren, werden bei den täglichen Rekordmeldungen nun vorsichtiger. Bei den Empfehlungen greifen die Privatanleger jedoch zu spekulativeren Werten, die von weiteren Kursanstiegen überproportional profitieren sollten.

Bei Continental scheiden sich die Geister: Während Analysten dort eher das Bewertungsniveau vor dem Hintergrund der erreichbaren Jahresziele als günstig herausstellen, geben sich Privatanleger mit dem erzielten Kursgewinn von 20% im laufenden Jahr zufrieden und steigen aus auf der Suche nach anderen Titeln.

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien

TOP ANALYSTENZIELE

UnternehmenAnalyse v.KursKurszielUpside
Dialog Semi8.510,96 €17,00 €55,11%
Klöckner & Co9.59,52 €14,00 €47,06%
Singulus Techn.8.51,42 €2,00 €40,85%
XING AG6.543,04 €60,00 €39,41%
Patrizia Immo8.57,73 €10,50 €35,83%
HeidelbergerDruck7.51,78 €2,40 €34,83%
Adidas6.583,30 €111,00 €33,25%
Telefonica Dt.7.55,72 €7,50 €31,12%
LANXESS AG8.553,93 €70,00 €29,80%
RWE AG7.527,86 €36,00 €29,22%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.

Dialog Semiconductor ist Dauergast bei den Top-Empfehlungen. Diesmal hat die Commerzbank ein Kursziel von 17 Euro ausgerufen. Trotz einer erwarteten Schwächung im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres werde an diesem Kursziel festgehalten, so der Analyst. Soll heißen: Das schwache Geschäftsumfeld war erwartet worden, und der Kurs ist überproportional abgestraft worden.

Die Aktie steigt seither, was dafür spricht, dass schlechte Meldungen tatsächlich inzwischen im Kurs eingepreist sind.

Die Credit Suisse hält Klöckner die Stahl-Stange, denn auch hier sei der Kurs bereits überproportional abgestraft worden. Die Quartalszahlen fielen schlechter aus als erwartet, und auch der Ausblick auf das laufende Quartal habe enttäuscht, dennoch sei das Kursniveau attraktiv. Auch hier würde ich sagen: Schlimmer kann's nimmer, und bei der ersten positiven Meldung aus dem Stahlsektor könnte diese Aktie abheben.

Es ist schwer, mit LinkedIn und Facebook Schritt zu halten, doch Xing wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die aufkommende, aggressive Konkurrenz. Es werden Nischen besetzt, doch neues Wachstum und frische Ideen kommen nicht mehr. In meinen Augen hat die Analystin der Commerzbank nicht schnell genug ihr Kursziel gesenkt und landet nur deswegen in dieser Liste.

Hier haben wir eine echte Wachstumsstory: Adidas wächst in den Schwellenländern und ist auch nach der Kursvervierfachung der vergangenen Jahre noch nicht teuer. Der Analyst von Warburg hat die gut planbaren Wachstumszahlen der nächsten Jahre modelliert und erhält noch ordentliches Kurspotential.

Soweit ein paar Kommentare zu den Top-Analystenzielen. Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild aus gefallenen Engeln, ausgebombten Aktien und echten Wachstumskandidaten. Kein einheitliches Bild, das uns etwas über die weitere Entwicklung sagen könnte.

Die weitere Entwicklung können wir aber aus den in Kapitel 02 aufgezeigten Kurskapriolen von Whole Foods, Green Mountain Coffee und Tesla Motors ableiten, ich werde im folgenden Kapitel näher darauf eingehen.




04. Ausblick: Solange die Politik die Füße still hält...

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

*************** WERBUNG ***********

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter

https://www.heibel-ticker.de/customer/new

************ ENDE WERBUNG ***********



05. Depotcheck: Analytik Jena, Nemetschek, Pulsion Medical, Rational, UMS United Medical Systems

Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.


Sehr geehrter Herr Heibel,

Ihren Ticker lese ich jedes Wochenende mit besonderem Interesse.

Auch wenn die größten Positionen in meinem Depot eher „Mittelständler” sind, würde ich mich über eine Bewertung Ihrerseits freuen.

Analytik Jena, 521350
Nemetschek AG, 645290
Pulsion Medical Sys, 548790
Rational, 701080
UMS United Medical Systems, 549365

Andere Branchen sind teilweise über Drillisch, Gildemeister, A.S. Creation abgedeckt.

Etwas viel „Medical”, aber gesund wollen wir doch alle bleiben. Wie sehen Sie hier das Risiko der Korrelation, auch wenn z.B. Pulsion und UMS in unterschiedlichen Regionen aktiv sind? Alle Positionen sind schon lange in meinem Depot und daher steuerfrei, teilweise zuletzt sehr gut gelaufen (Gewinnmitnahme?).

Ergänzend sei noch angemerkt, dass ich andere Märkte (USA, Asien, Emerging Markets) primär über Fonds/ETF’s abdecke.

Ich freue mich auch weiterhin von Ihnen interessante Analysen und Ansichten zu lesen.

Vielen Dank für Ihre Anregungen, weiterhin viel Erfolg und viele Grüße

Stefan aus Esslingen


Antwort:

Gerne schaue ich mir Ihre fünf größten Titel einmal näher an.

Analytik Jena

Fr, 10. Mai um 12:56 Uhr

High-End Analysesysteme für die Umwelt-, Lebensmittel-, Pharma-, Medizin- und Agrarbranche werden von Analytik Jena angeboten. Knapp ein Drittel macht dieser Geschäftsbereich aus. Im Bereich Life Science werden automatisierte DNA- und Molekularaufbereitungen angeboten. Dieser Bereich ist derzeit noch defizitär. Das erwartete Umsatzwachstum des Unternehmens beträgt 5-6% p.a. in den kommenden Jahren, das KGV 13e von 18 ist dafür schon recht ambitioniert. Allerdings wächst der Gewinn (EBITDA) derzeit überproportional mit 15-18% p.a., so ist das hohe KGV zu erklären. Erstmals soll es für das Jahr 2012 eine Dividende geben (0,20 Euro je Aktie), mit dem Cashflow werden bis Ende nächsten Jahres die geringen Schulden auf Null gefahren.

Analytik Jena ist ein hochspezialisiertes Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren gut auf internationalen Wachstumsmärkten positioniert hat. Besondere Phantasie bringt der Großaktionär Verder in die Aktie (Anteil derzeit 15,5%), dem Übernahmeinteresse nachgesagt wird. So ist die Aktie in den vergangenen anderthalb Jahren nicht mehr deutlich unter 10 Euro gefallen, was für ein Abfischen durch einen Großaktionär auf diesem Niveau spricht. Allerdings befinden sich nur noch 32,7% der Aktien im Streubesitz, der Titel ist also sehr markteng. Nicht nur dadurch ist die Aktie nach unten abgesichert, auch die Bewertung ist auf diesem Niveau fair. Allerdings sehe ich kurzfristig auch keinen besonderen Kurskatalysator.


Nemetschek

Fr, 10. Mai um 12:59 Uhr

Ein weltweit führender Anbieter von Software für die Baubranche: Von CAD-Systemen für Ingenieure über Vectorworks für Designer bis zur Anbindung der Buchhaltung, von Windows, CRM-Systemen und Einbindung von Adobe-Softwarepaketen gibt es ein breites Spektrum für alle, die am Bau beteiligt sind. In der jüngsten Vergangenheit hat Nemetschek vermehrt Wartungsverträge für seine Softwarelösungen angeboten, inzwischen werden 45% des Konzernumsatzes in diesem Bereich erzielt. Mangels neuer Softwareversionen bestand zuletzt das wesentliche Umsatzwachstum aus gestiegenen Wartungsverträgen. Inzwischen steht Nemetschek jedoch wieder mit neuen Produkten parat, und so dürfte im laufenden Jahr auch das Lizenzgeschäft wieder anziehen.

Das Unternehmen zahlt eine Dividende von 2,5% und verfügt über eine Nettoliquidität von 45 Mio. Euro (Barmittel sind höher als laufende Kredite). Der Umsatz wächst mit 6-7%, was das KGV 13e von 19 recht ambitioniert aussehen lässt. Allerdings wird für die kommenden Jahre eine steigende Gewinnmarge erwartet, was zu einem überproportional anwachsenden Gewinn führen wird (8-10% werden erwartet). Das Bewertungsniveau ist ambitioniert, allerdings wird für das laufende Jahr über die Aufnahme in den TecDAX spekuliert, was dem Kurs weiteren Auftrieb geben könnte. Zudem ist die Allianz mit Adobe noch recht neu, hier könnten sich weitere Wachstumschancen ergeben.


Pulsion Medical

Fr, 10. Mai um 13:00 Uhr

Das Monitoring der lebenswichtigen Funktionen (Herz, Kreislauf, Organe) vor, während und nach OPs auf der Intensivstation ist das Hauptgeschäft von Pulsion Medical. Zudem bietet das Unternehmen noch Perfusion Imaging an, eine therapiebegleitende Beobachtung von Organ- und Gewebedurchblutungen. Extrem spezielle Anwendungen und daher auch sensibel. Die Sicherheitsanforderungen sind sehr hoch. Aufgrund der hohen Spezialisierung ist das Unternehmen langfristiger Partner seiner Kunden und kann sich über einen Umsatzstrom mit geringen Schwankungen freuen.

Für 2012 soll erstmals eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Die liquiden Mittel übersteigen die Verbindlichkeiten, sodass ich die Bilanz als gesund bezeichnen würde. Das KGV 12 ist mit 20 recht hoch, das Umsatzwachstum liegt bei nur 5-7% p.a. Aufgrund des hohen Anteils von Verbrauchsartikeln am Umsatz (nicht die Medizintechnik-Geräte sind teuer, sondern die Materialien, die für deren täglichen Betrieb benötigt werden) ist ein hohes Bewertungsniveau aber zu rechtfertigen. Zudem steigt auch bei Pulsion derzeit der Gewinn überproportional zum Umsatz.

Nur 27% der Aktien befinden sich im Streubesitz, es gibt kein Analystenhaus, das die Aktie bzw. das Unternehmen eingehend untersucht hat. Eine IR-Abteilung scheint es nicht zu geben. In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Kurs verdoppelt, seit 2009 ist die Aktie von 2 Euro auf nunmehr 17,50 Euro geschossen. Mangels tieferer Einblicke muss ich vermuten, dass da ein interessierter Großaktionär weitere Aktien aufkauft, bis er einen ihm passenden Anteil am Unternehmen hat. Bei welchem Anteil oder zu welchem Kurs das sein könnte, weiß ich nicht, daher steht der Kurschance auch ein großes Risiko gegenüber.


Rational

Fr, 10. Mai um 13:01 Uhr

Der Weltmarktführer von Profiküchen für größere Gastronomien bietet wahrlich Alleskönner an: grillen, dämpfen, gratinieren, backen, gären, braten, schmoren, simmern, dünsten, pochieren, blanchieren und frittieren in einem Gerät. Fehlt nur noch der automatische Abwasch! Die jüngsten Zahlen im März haben enttäuscht, der Kurs ist um 15% eingebrochen. Nach 400% Kursgewinn seit 2009 ist das zu verschmerzen, doch es wurde ein bärisches Signal gesetzt: Der Umsatz im Q4 von 2012 fiel um 1,3% und lag damit deutlich hinter den Erwartungen der Analysten (+3%). Die schwache Konjunktur in Europa macht Rational offensichtlich zu schaffen.

Rational war über Jahre mit zweistelligen Wachstumsraten gewachsen und trägt nunmehr ein sehr hohes KGV mit sich (KGV 13e von 25). Allein die Dividendenrendite von 3% kann ein so hohes KGV nicht rechtfertigen, denn nach einem schlechten Quartal ändert sich die Anlegerstruktur von wachstumsorientierten Anlegern hin zu Dividendengenießern. Allerdings sind Dividendengenießer geduldig, sie warten ab, bis sich die vergrämten Wachstumsfans verabschiedet haben. Und das passiert derzeit, dadurch bleibt der Kurs bis auf weiteres unter Druck. Rational befindet sich in der Defensive, das Unternehmen muss erst wieder zeigen, dass es den Wachstumskurs beibehalten kann.

Ein verpatztes Quartal ist noch kein Weltuntergang, daher hält die Aktie noch immer das KGV von 25. Die Zahlen für das erste Quartal 2013 sind daher extrem wichtig für Rational… diese wurden vor einer halben Stunde veröffentlicht und ich habe sie mir nun angeschaut (ja, solche Zufälle gibt es): 7% Umsatzwachstum und 8% Gewinnanstieg sind in Ordnung. Die Aktie notiert heute im Plus, Aktionäre sind zunächst einmal erleichtert, dass es keine zweite Enttäuschung gibt. Ich halte das Ergebnis sowie den Ausblick allerdings nicht für geeignet, die Wachstumsphantasie kurzfristig erneut anzufachen. Im Ausblick spricht das Unternehmen vom Aufbau der Vertriebskapazitäten im Ausland, wo überproportionales Wachstum erzielt wird (+21% in Asien). Doch es braucht Zeit, bis der Umsatzanteil des dortigen Geschäfts (17%) maßgeblich zum Gewinn des Konzerns beitragen kann.

Immerhin, mit 3% Dividendenrendite lohnt sich das Warten. Da kann man auch gegebenenfalls eine Änderung der Aktionärsstruktur abwarten, sollte diese den Kurs noch ein wenig stärker unter Druck setzen. Unter'm Strich würde ich die Aktie langfristig halten, wer einsteigen möchte, sollte auf Kurse in den niedrigen 200ern warten (aktuell 239€).


UMS United Medical Systems

Fr, 10. Mai um 13:03 Uhr

Das Hamburger Unternehmen erwirtschaftet 95% seines Umsatzes in den USA. Dort werden mobile Geräte der Medizintechnik eingesetzt, um Biopsien im gynäkologischen und urologischen Bereich vorzunehmen. Wer das amerikanische Gesundheitssystem kennt, der weiß, dass man mit solchen Angeboten dort durchaus Erfolg haben kann: Die Klinik-Dichte ist nicht so hoch wie bei uns, und Amerikaner sind lange nicht so kritisch gegenüber ihrem Arzt wie wir. Von den USA aus wird das Konzept derzeit in Richtung Südamerika weitergetragen, auch dort eignet sich die Struktur der dortigen Gesundheitssysteme besser für mobile Angebote als in Deutschland oder Europa.

Umsatzwachstum hat kaum stattgefunden, erst 2012 gab es ein moderates Wachstum um 5%, und im laufenden Jahr sollen nochmals 5% hinzukommen. Das KGV 13e ist mit 16 in meinen Augen fair. Die Dividendenrendite von 5,3% macht Spaß, zumal die Bilanz eine Nettoliquidität ausweist. Hier können Sie auf den Erfolg des Konzepts in Südamerika warten und eine ordentliche Warteprämie kassieren.




Fr, 10. Mai um 13:04 Uhr
KORRELATIONSMATRIX

tgl.AJANEMPUSRAAUMS
AJA1,000,000,130,070,11
NEM0,001,00-0,050,150,01
PUS0,13-0,051,000,030,04
RAA0,070,150,031,000,07
UMS0,110,010,040,071,00






wtl.AJANEMPUSRAAUMS
AJA1,000,030,000,23-0,09
NEM0,031,000,18-0,030,10
PUS0,000,181,000,03-0,10
RAA0,23-0,030,031,00-0,05
UMS-0,090,10-0,10-0,051,00



AJANEMPUSRAAUMS
Gewichtung für optimales Portfolio:

25%25%12%25%13%
Gewichtung für minimum Risiko Portfolio:

25%23%10%25%17%



erwartete RenditeVolatilitätSharpe ratio
Optimal3,8%12,8%0,14
Minimum risk3,7%12,7%0,14



Obwohl Sie drei Titel aus der Medizintechnik haben (Analytik Jena, Pulsion, UMS) gibt es keine Korrelation zwischen den jeweiligen Kursverläufen. Es handelt sich um so spezielle Anbieter, dass diese kaum mit dem allgemeinen Markttrend laufen. Da Sie geschrieben haben, dass Sie neben diesen Titeln noch auf Telekom (Drillich), Maschinenbau (Gildemeister) und Baubranche (Création Tapeten) sowie international auf Fonds und ETFs setzen, kann ich Ihnen da kaum Ergänzungen empfehlen. Kurz gesagt: Sie haben eine super Auswahl von Aktien in Ihrem Portfolio. Aus Streuungsgesichtspunkten brauchen Sie nichts zu ändern, lediglich einige Einzeltitel würde ich entsprechend meiner obigen Hinweise nochmals überdenken. Auch die Mitnahme von Teilgewinnen können Spaß machen. Und es ist ein schlechtes Argument, Aktien nur deshalb zu behalten, weil man andernfalls Steuern zahlen müsste (wenn Sie den Gewinn neu anlegen). Seien Sie froh, wenn Sie Steuern zahlen dürfen, auf Verluste fallen nämlich ohnehin keine an. Soll heißen: Nicht warten, bis aus den schönen Kursgewinnen Verluste werden.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben.


FEEDBACK ZUR ANALYSE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich hoffe, Sie hatten bislang einen schönen Vatertag.

Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen Ihrerseits und das Kompliment.

Wenn man ein paar „Depotleichen” ausklammern würde oder den Faktor Gier (= „vergessen/verdrängen” bei Höchstkursen zu verkaufen), hätte ich mit den genannten Werten natürlich eine weit überdurchschnittliche Depotentwicklung. Aber so lange ich unter'm Strich noch besser als der Dax bin und es Spaß macht, bin ich schon zufrieden. Aber auch aktuell zeigt sich mir immer wieder, dass der richtige Zeitpunkt auszusteigen für mich schwieriger ist als alles andere.

Aus diesem Grund auch noch eine Frage nachgeschoben:

Meine größte Position Pulsion hat gestern Zahlen gemeldet, Umsatz, Gewinn und der Kurs ziehen weiter an … der Chart sieht toll aus. Aber die Position wird mir so langsam zu groß im Depot.

Teilgewinnmitnahme vor oder nach (teilweiser steuerfreier) Dividendenzahlung, Stopp-Loss (höchstens mental bei so einer Aktie sonst „abgefischt”), … welche Kriterien ziehen Sie in so einem Fall zu Rate?

Auf jeden Fall vielen Dank für Ihre freundlichen und kompetenten Hinweise.

Mit den besten Grüßen aus dem Schwabenland


ERGÄNZENDE ANTWORT:

Auf Basis der Unternehmensprognosen für das laufende Jahr 2013 ergibt sich ein KGV 13e von 15,5 bei einem Umsatzwachstum von 6%. Ich halte die Prognose für sehr konservativ, zumal gerade in Mexiko und den USA wichtige Zulassungen erlangt wurden. Entsprechend ist die Aktie in meinen Augen trotz des inzwischen schon parabolischen Kursanstiegs nicht zu teuer.

Sie haben vermutlich (je nach Kauftermin) eine Kursverdopplung mit Ihrer Pulsion-Position erzielt. Da ist es Pflicht, mindestens so viel zu verkaufen, dass Sie Ihren ursprünglichen Einsatz wieder heraus haben. Sie spielen anschließend nur noch mit dem Gewinn. Für den Rest können Sie einen "Trailing Stopp" vorsehen, ein Stopp Loss mit steigendem Limit.

Vielleicht kennen sie auch meine Faustregel für die Positionsgrößen in einem diversifizierten Portfolio: Keine einzelne Position darf größer als 20% werden. Bei einem größeren, breiter gestreuten Portfolio (ab 10 Titeln) würde ich die maximale Größe auf 10% reduzieren. Sie sollten also mindestens so viel von der Position verkaufen, dass Sie die Übergewichtung korrigieren.

Teilverkäufe helfen bei der schwierigen Verkaufsentscheidung. Ich verwende wesentlich mehr Arbeit auf meine Verkaufsentscheidungen. Kaufen kann man schnell mal eine Position und anschließend vertieft man sich in das Unternehmen. Wenn man feststellt, dass man sich irrte, kann man dann meist noch mit kleinem Verlust verkaufen, die Kaufentscheidung korrigieren. Das ist kein Beinbruch. Schlimm wird es nur, wenn man den Verkaufszeitpunkt verpasst. Und dem kann man vorbeugen, indem man immer nach heftigen Kursanstiegen mal einen kleinen Teil verkauft. Den optimalen Zeitpunkt / Kurs werden Sie nie treffen. Mit mehreren Teilschritten können Sie jedoch nah drankommen.

Die Dividende (1,6%) würde ich bei solchen Überlegungen nicht berücksichtigen.



06. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

***************** WERBUNG ***************

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter

https://www.heibel-ticker.de/customer/new

************** ENDE WERBUNG ***************


Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.



Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

***************** WERBUNG ***************

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter

https://www.heibel-ticker.de/bestellung.php

************** ENDE WERBUNG ***************


Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

Wenn Sie sich von diesem Dienst abmelden möchten, dann gehen Sie bitte auf die Seite https://www.heibel-ticker.de und „stornieren“ Sie Ihre E-Mail Adresse im rechten Bereich „Newsletter Abo“.

Sie können sich über diese Seite gerne jederzeit wieder anmelden.

Sollte sich Ihre E-Mail Adresse geändert haben, so stornieren Sie bitte zunächst die alte Adresse und melden sich anschließend mit der neuen E-Mail Adresse wieder an.

Gerne können Sie den Heibel-Ticker Ihren Freunden empfehlen. Sie können den Heibel-Ticker STANDARD beliebig weiterleiten. Wenn Sie Inhalte davon auf anderen Internetseiten verwenden möchten, bitten wir um eine korrekte Quellenangabe sowie um eine kurze Information darüber.