H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
8. Jahrgang - Ausgabe 20 (17.05.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
I N H A L T
| 01. | Info-Kicker: Commerzbank-Detailanalyse mit überraschendem Ergebnis |
| 02. | So tickt die Börse: Notenbanken diskutieren Ende der Liquiditätsflutung |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 03. | Sentiment: DAX feiert Rekorde, doch keiner freut sich |
| - Top Analystenziele | |
| 04. | Ausblick: Einstieg in den Ausstieg |
| 05. | Utopische Bewertungskennziffern für Vorzeigeunternehmen: Tesla, Amazon |
| - Tesla: | |
| - Amazon: | |
| 06. | Update beobachteter Werte |
| Commerzbank: Suche nach einer Zukunft | |
| Tipp24 zieht Boden ein vor Q-Zahlen | |
| Tipp24 zieht um nach England | |
| Endgültige Zahlen ohne Überraschung, verkaufen | |
| Umbau liefert Cash-Reserven | |
| 07. | Übersicht HT-Portfolio |
| 08. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 09. | An-/Ab-/Ummeldung |
01. Info-Kicker: Commerzbank-Detailanalyse mit überraschendem Ergebnis
Liebe Börsenfreunde,
Privatanleger und institutionelle Anleger haben ein völlig unterschiedliches Bild von der Commerzbank, wie ich in dieser Woche herausfand. Dies schlägt sich nicht nur in der Stimmung nieder, sondern auch im Verhalten gegenüber den Bezugsrechten. Private verkaufen, Institutionelle kaufen. In der heutigen Ausgabe habe ich im Kapitel Update eine ausführliche Detailanalyse zur Commerzbank vorgenommen und in Kapitel 04 nochmals ein paar aktuelle Infos nachgereicht.
Der Einstieg aus dem Aussteig ist vollbracht, sowohl EZB als auch die US-Notenbank Fed reden über das mögliche Ende der Liquiditätsflutung der Märkte. Viele haben Angst vor dieser Diskussion, doch ich halte es für extrem bullisch, wie ich in Kapitel 02 zeige.
Die Stimmung kommt mit der Börsenentwicklung nicht mehr mit. Während der DAX von Rekord zu Rekord stürmt, ziehen sich Privatanleger und Institutionelle zurück. Mehr zum Börsensentiment in Kapitel 03.
Tesla und Amazon haben Bewertungsniveaus, die kaum zu rechtfertigen sind. Ich erkläre in Kapitel 05, wie es zu solch exorbitanten Bewertungsniveaus kommen kann und stelle die Argumentation der Bullen der Argumentation der Bären gegenüber. Interessant für alle, die im Jahr 2000 noch nicht an der Börse waren. Und für die anderen vermutlich eine schöne Erinnerung.
Wir waren aktiv diese Woche, Sie finden einige Käufe und einen Verkauf in Kapitel 06 in den Updates.
Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts130517.pdf
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
02. So tickt die Börse: Notenbanken diskutieren Ende der Liquiditätsflutung
Dreizehn Jahre lang haben Aktionäre lernen müssen, dass man am Ende an der Börse stets mit einem heftigen Einbruch rechnen muss. Das Klettern von Hoch zu Hoch ist für Anleger, die in den vergangenen dreizehn Jahren an die Börse gekommen sind, immer mit der Gewissheit verbunden, dass die erzielten Gewinne früher oder später wieder abgegeben werden.
Nehmen Sie Siemens zum Beispiel: Die Aktie kostet 80 Euro. Das war schon 1999 so, das war auch 2001 wieder so, 2006, 2008, 2010 und seither jedes Jahr so. Man hat sich dran gewöhnt. Wer also bei 80 Euro kauft, der muss ein Zocker sein, so die logische Schlussfolgerung der Anleger die noch nie eine Zeit miterlebt haben, in der Unternehmensbewertungen nachhaltig anstiegen.
Doch ich denke, wir befinden uns mitten in einem solchen Prozess. Es gibt kaum Alternativen zu Aktien. Siemens beispielsweise bietet eine Dividendenrendite von 3,6%, also auch nach Steuern mehr als das Doppelte einer vermeintlich sicheren Staatsanleihe. Und gleichzeitig sind die Unternehmen heute schlanker denn je, globaler denn je, und die Bilanzen sind sauberer denn je. Die Eurokrise ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away" (verkaufe im Mai und kehre der Börse den Rücken) könnte sich in diesem Jahr als Fehler herausstellen.
EZB Chef Super Mario hat diese Woche erstmals offen über die Sorge vieler Menschen in Europa gesprochen, dass die Liquiditätsmaßnahmen unerwünschte Nebeneffekte haben könnten. Die EZB werde solche Effekte genau beobachten und gegebenenfalls gegensteuern, sagte er. Vor wenigen Wochen noch war die Marschrichtung: Egal, was für Nebeneffekte auftreten, Europa braucht mehr Liquidität um nicht im Chaos zu enden. Ich würde die Worte Draghis als Einstieg in den Ausstieg werten.
Ganz ähnliche Töne sind aus den USA zu hören, wo ebenfalls über das Ende der Liquiditätsmaßnahmen gesprochen wird.
Ein Leitzins unter 3% gilt als stimulierend für die Wirtschaft. Wir sind bei 0,5% (Europa) und 0% (USA), und wir reden gerade einmal vom Ende der Ausweitung der Liquiditätsflutungen. Wir werden noch eine lange Zeit die stimulierende Wirkung erleben, doch was Anleger und Wirtschaft Sorgen macht, ist die Gefahr, dass die Notenbanken zu spät die Liquiditätsflutung zurückfahren könnten. Ich vermute, dass erste Schritte (Beendigung des einen oder anderen Liquiditätsprogramms) von Wirtschaft und Börse positiv aufgenommen werden. Sie werden als Bestätigung aufgefasst, dass es der Konjunktur gut genug geht um ohne auszukommen.
Es ist wahr: Die Börse nimmt häufig künftige Ereignisse vorweg. Und ich gehe davon aus, dass die Rallye lange vor Erreichen eines Leitzinses von 3% beendet sein wird. Vielleicht neun Monate zuvor, vielleicht anderthalb Jahre. Doch noch ist nicht einmal eine erste Zinserhöhung in Sicht, und wie eingangs gesagt: Ein Leitzins unter 3% wirkt stimulierend, und so werden wir noch eine Zeitlang eine gute Börsenstimmung haben...
...es sei denn - ja, leider muss ich hier eine Bedingung einfügen - es sei denn, wir erleben erneut wirtschaftliche Probleme in Europa zwischen Nord und Süd. Die Niedrigzinspolitik der EZB hat den Club-Med Ländern einen Zeitpuffer geschenkt. Doch irgendwann wird auch die EZB ohne neue Munition dastehen, und wer dann seine Hausaufgaben noch immer nicht gemacht hat, der muss politische Prozesse ohne Hilfe der Geldpolitik mit der Brechstange umsetzen. Und ich fürchte, wir werden dies bei dem einen oder anderen Euroland erleben.
Die Ankündigungen der EZB und der Fed sind also in erster Linie so zu werten, dass der Druck auf die Politik erneut erhöht wurde.
Schauen wir einmal, wie sich die wichtigsten Indizes in dieser Woche entwickelt haben:
WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES
| INDIZES | 16.5.13 | Woche Δ |
| Dow Jones | 15.233 | 1,0% |
| DAX | 8.370 | 1,3% |
| Nikkei | 15.138 | 3,6% |
| Euro/US-Dollar | 1,29 | -1,3% |
| Euro/Yen | 131,81 | 0,0% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 1,87% | 0,06 |
| Umlaufrendite Dt | 1,12% | 0,05 |
| Feinunze Gold | $1.387 | -4,8% |
| Fass Brent Öl | $103,83 | -0,4% |
| Kupfer | 7.337 | -0,9% |
| Baltic Dry Shipping | 850 | -4,4% |
Der DAX klettert von Rekord zu Rekord. Der Dow Jones ist schon lange Stammgast auf der Allzeithoch-Liste. In den USA haben wir "grid lock" - eine Patt-Situation zwischen Kongress und Senat, sodass Obama keine wichtige Entscheidung durchbringen kann. Und in Deutschland bereitet sich Angela Merkel langsam auf die Bundestagswahlen vor und lässt die Leine für die EZB und die Maastricht-Kriterien ein wenig lockerer, sodass plötzlich der Sparzwang nachlässt, was sich positiv auf die Konjunktur auswirken wird.
Und eine gute Konjunktur braucht Angela Merkel für die Wiederwahl: Es ist bekannt, dass Kanzler egal welcher Couleur eher wiedergewählt werden, wenn die Konjunktur brummt. Ich nehme an, Angela Merkel geht davon aus, dass dies auch für KanzlerInnen gilt ;-)
Es hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder ein gleichbleibendes Muster gezeigt: Unternehmen haben frühzeitig vor einem schwachen Konjunkturstart in das Jahr 2013 gewarnt. So halten sich die positiven Überraschungen bei der Umsatzentwicklung auch tatsächlich in Grenzen. Auch die Prognosen sind überwiegend verhalten, da in so ungewissen Zeiten kaum ein Vorstand die Notwendigkeit hat, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Doch die Gewinnentwicklung war bei vielen Unternehmen überdurchschnittlich gut, überdurchschnittlich im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Und die gute Gewinnsituation wird genutzt, um die Bilanz in Ordnung zu bringen. Die Eigenkapitaldecke der Unternehmen ist deutlich angestiegen, die Cash-Reserven sind auf Rekordniveau.
Wir notieren also auch im DAX auf Rekordniveau, doch anders als 2000 oder 2007, als dieses DAX-Niveau zum ersten oder zweiten Mal erreicht wurde, sind die Bewertungen der Unternehmen diesmal moderat und die Bilanzen solide. Von Überhitzung kann ich noch nicht viel sehen.
In Kapitel 05 zeige ich Ihnen zwei Unternehmen, deren Bewertung Überhitzungsmerkmale aufzeigt: Tesla und Amazon. Mal sehen, was der Grund für die augenscheinliche Überhitzung ist.
03. Sentiment: DAX feiert Rekorde, doch keiner freut sich
Da stürmt der DAX von Rekord zu Rekord, doch feiern tut niemand so richtig. Insbesondere die Privatanleger, die sich in den Vorwochen richtigerweise gegen die schlechte Börsenstimmung gestellt haben, verlieren nun den Mut. Und institutionelle Anleger weisen nach wie vor darauf hin, dass es für weitere Kursanstiege kaum Gründe gibt.
Das etwas differenziertere Bild von unserer Sentiment-Umfrage animusX zeigt, dass Anleger zwar kurzfristig überaus optimistisch sind, aber nicht an einen nachhaltigen Kursanstieg glauben. Man freut sich über die aktuellen Rekorde und nutzt gute Kurse, um die Positionen aufzulösen.
Sentimentdaten
Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
26.04.- 03.05. (167): 39% / 15%
03.05.- 10.05. (213): 46% / 16%
10.05.- 17.05. (155): 44% / 10%
Kaufempfehlungen der Analysten
ThyssenKrupp, EADS
Verkaufsempfehlungen der Analysten
Generali, Cisco, Electricite de France
Privatanleger
18. KW: 65% Bullen (165 Stimmen)
19. KW: 55% Bullen (222 Stimmen)
20. KW: 53% Bullen (228 Stimmen)
Kaufempfehlungen der Privatanleger
Cisco, Belvedere S.A., Alpha Bank
Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Renault, Alcatel Lucent, Commerzbank
Analysten bleiben skeptisch mit nur 44% Kaufempfehlungen. In guten Zeiten liegt diese Ziffer deutlich über 50%, teilweise sogar über 60%. "Gute Zeiten" heißt in diesem Zusammenhang, wenn der DAX steigt. Nun, der DAX steigt, doch Analysten scheuen sich, die Kursziele nach oben zu schrauben.
Privatanleger waren vor Erreichen des Allzeithochs deutlich euphorischer gestimmt. Von 65% auf 53% ist das Lager der Bullen geschrumpft und erreicht somit schon wieder ein neutrales, im historischen Vergleich fast schon pessimistisches Niveau. Denn tendenziell ist über die Hälfte der Teilnehmer bullisch gestimmt. Ein Abrutschen unter 50% ist schon als extrem bärische Stimmung zu deuten.
Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien
TOP ANALYSTENZIELE
| Unternehmen | Analyse v. | Kurs | Kursziel | Upside |
| Dialog Semi | 13.5 | 11,87 € | 19,00 € | 60,07% |
| ThyssenKrupp | 16.5 | 15,13 € | 23,80 € | 57,30% |
| Evotec | 16.5 | 2,81 € | 4,40 € | 56,58% |
| Tipp24 | 14.5 | 44,16 € | 68,00 € | 53,99% |
| Süss MicroTec | 13.5 | 8,55 € | 13,00 € | 52,05% |
| K+S | 14.5 | 32,79 € | 47,00 € | 43,34% |
| E.On | 15.5 | 12,82 € | 18,00 € | 40,41% |
| SAF Holland | 16.5 | 7,19 € | 10,00 € | 39,08% |
| Salzgitter | 16.5 | 30,98 € | 42,00 € | 35,57% |
| VTG AG | 16.5 | 14,08 € | 19,00 € | 34,94% |
Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.
Auch diese Woche führt Dialog Semiconductor erneut die Liste der Top-Analystenziele an. Diesmal hat sich Close Brothers Seydler zu Wort gemeldet, jedoch mit einer Kurszielsenkung von 20 auf 19 Euro. Der Ausblick von Dialog Semi auf das zweite Halbjahr 2013 sei enttäuschend ausgefallen, so die Begründung.
Die Credit Suisse hat das Kursziel für ThyssenKrupp von 25 auf 23,80 Euro gesenkt und kommt damit dem aktuellen Kursverfall nicht einmal nach. Es wird das schlechte Management beklagt, das eine Entscheidung über eine Kapitalerhöhung vor sich herschiebe. Das Reden über eine Kapitalerhöhung führe zu Verunsicherung bei den Aktionären, solange keine Klarheit über die Bedingungen geschaffen würde. Ich stimme dem zu und frage mich, warum der Analyst dennoch ein Kursziel von 57% über dem aktuellen Kurs lässt. Da würde ich mir eine konsequentere Umsetzung solcher Bedenken wünschen.
Für das Hamburger Forschungsunternehmen Evotec waren die 30% Kurssprung im April wohl erst der Anfang, wenn man dem Analysten der Commerzbank glaubt. Geschickt vereinbart das Unternehmen Forschungskooperationen mit Unis, aus denen neue Wirkstoffe für die Pharma- und Biotech-Industrie hervorgehen.
Auch die weiteren Top-Analystenschätzungen geben ein buntes Bild ab: Vielfach sitzen Analysten noch immer auf viel zu hohen Kurszielen und nutzen die aktuelle Hausse, um mit gebotener Vorsicht das Kursziel der Realität anzupassen. Es bleibt aber auch bei aller Vorsicht noch immer ein großes Kurspotential, und wenn wir davon ausgehen, dass sich die Rahmenbedingungen (Konjunktur) verbessern, dann zeigen die Top-Analystenziele, was noch möglich ist.
04. Ausblick: Einstieg in den Ausstieg
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- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.
Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.
Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.
Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.
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05. Utopische Bewertungskennziffern für Vorzeigeunternehmen: Tesla, Amazon
Tesla
Fr, 17. Mai um 16:53 Uhr
21.000 Tesla Modell S will das Unternehmen im Jahr 2013 verkaufen. Mit Top-Ausstattung und über 400 km Reichweite kostet das Elektroauto 108.000 USD, Tesla könnte also auf 2,3 Mrd. USD Jahresumsatz kommen. Aktuell wird Tesla mit 10 Mrd. USD Marktkapitalisierung belegt. Da muss das Unternehmen schon über vier Jahre Umsatz machen, um diese Marktbewertung überhaupt einmal umzusetzen. Von Gewinn kann da noch kaum die Rede sein.
So einfach ist das Argument der Bären, die Tesla shorten (leerverkaufen). Zudem hat das Unternehmen einen Förderkredit vom Staat zurückzuzahlen, den es aus eigener Kraft wohl kaum zurückzahlen kann. Leerverkäufer stützen sich also auf die Gewissheit, dass früher oder später eine Kapitalerhöhung über die Ausgabe neuer Aktien erfolgen müsse, und da kann man sich dann günstig eindecken. Immerhin sind über 40% der ausstehenden Aktien derzeit geshortet, ein exorbitant hohes Verhältnis. Aber bis zum März brauchte man sich auch kaum Sorgen machen, denn die Kapitalerhöhung schien wie der sichere Ausstieg aus dieser Spekulation.
Doch dann kam alles anders. Die Einführung des Modell S war ein Erfolg, der alle Rekorde sprengte. Die Produktion ist auf Monate ausverkauft. Der Kurs begann zu steigen. Und dann wurde vor einer Woche das Quartalsergebnis veröffentlicht. Der Gewinn war dreimal so hoch wie von Analysten erwartet. Nicht einmal der bullischste Analyst hatte eine so hohe Erwartung. Die Aktie explodierte nach oben.
Für offene Leerpositionen müssen Sicherheiten hinterlegt werden. Steigt die Aktie, so müssen mehr Sicherheiten hinterlegt werden. Der Broker fordert seinen Kunden auf, Geld nachzuschießen. Der Leerverkäufer hat nun die Wahl, die Position einzudecken oder mehr Geld nachzuschießen. Wenn er nicht mehr Geld nachschießen kann, dann muss er sich eindecken. Tut er dies nicht, so tut es der Broker für ihn - unlimitiert und ohne Rücksicht auf Verluste. Es entsteht eine Nachfrage nach der Aktie, der in dieser Geschwindigkeit kaum Verkäufer gegenüber stehen, die Aktie schnellt in die Höhe. Short Squeeze nennt man diesen Vorgang.
Von 0 auf 100 km/h in nur 4 Sekunden, von 30 auf 90 USD in nur 60 Tagen. Tesla bricht alle Geschwindigkeitsrekorde. Bei dieser exorbitant hohen Bewertung ist ein Short doch fast schon so etwas wie ein Selbstläufer, steht doch sogar eine Kapitalerhöhung noch an...
...die Kapitalerhöhung folgte diese Woche. Und wieder gab es eine Überraschung: Mit-Gründer und CEO Elon Musk setzte 100 Mio. USD aus seinem Privatvermögen ein, um sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Ein CEO, der 100.000 USD seines Privatvermögens in die Firma steckt, setzt ein kleines Zeichen. Mit 1 Mio. USD setzt er ein deutliches Zeichen und mit 10 Mio. USD setzt er ein exorbitant großes Zeichen. Für 100 Mio. USD fehlt mir das Adjektiv für die Beschreibung, und den Shorts wird das letzte Hemd ausgezogen. Das letzte Hemd, im Rahmen der Kapitalerhöhung die Shorteindeckungen vornehmen zu können. Die Kapitalerhöhung fand nämlich reißenden Absatz unter Anlegern, die sich sodann als Langfristaktionäre bewähren sollen.
Banken haben so ihre Wege um herauszufinden, welche institutionellen Kunden Aktien eher für kurzfristige Tradingerfolge haben wollen und wer eine langfristige Beteiligungsstrategie verfolgt. Irgendwie hat es Tesla also geschafft, Leerverkäufer mit großen Leerpositionen vom Markt abzuschneiden, sodass das hohe Kursniveau trotz der Kapitalerhöhung noch immer nicht in sich zusammenfällt.
Vielleicht hat Tesla anders gerechnet als die Bären. Schauen Sie mal: Derzeit hat Tesla noch hohe Entwicklungskosten für das Nachfolgemodell X sowie hohe Anlaufkosten für die Produktion des Modell S. Das Modell X ist für das kommende Jahr angekündigt. Es wird ein ähnliches Preisschild tragen wie das Modell S und ein wenig auf SUV machen. Ich wäre nicht überrascht, wenn auch das Modell X weggeht wie geschnitten Brot. Nehmen wir also mal an, bis 2015 erzielt Tesla 2 x 2,3 Mrd. USD Umsatz (einmal S und einmal X). Und nehmen wir einmal an, nach den Anlaufkosten kann Tesla EBIT-Margen von anderen Luxusautoherstellern erreichen, sagen wir einmal eine EBIT-Marge von 12%. Tesla würde 2015 schlappe 550 Mio. USD Gewinn machen, das entspricht einem KGV von 18. Für ein Unternehmen mit Teslas Wachstumsaussichten ist das nicht zu teuer.
Wo wird die Aktie also hinlaufen?
Es gibt Aktien, da sollten wir die Finger von lassen. Niemand kann sagen, wann die Zwangseindeckungen bei den Leerverkäufern enden. Niemand kann also sagen, wie hoch die Aktie noch steigt. Anschließend wird es sicherlich zu einer Ernüchterung kommen. Denn wer zahlt heute schon gerne einen Preis für eine Aktie, der erst in zwei Jahren als fair betrachtet werden kann? Die institutionellen Anleger, die an der Kapitalerhöhung teilgenommen haben, haben ein anderes Kalkül als wir Privatanleger. Sie sind froh, wenn sie große Summen anlegen können und einen relativ sicheren Wert erhalten, wenn dieser sich auch erst in einigen Jahren entwickeln muss.
Wer also in Tesla investieren möchte, der kaufe sich bitte lieber ein Modell S. Das dürfte im kommenden Jahr mehr Spaß machen als die Aktie.
Amazon
Fr, 17. Mai um 17:45 Uhr
220! So hoch wird Analystenschätzungen zufolge das KGV für das laufende Jahr 2013 bei Amazon sein. Sie kennen meine Faustregel: Das KGV sollte in etwa der Wachstumsrate entsprechen, in Ausnahmefällen bei Wachstumsunternehmen kann es bis zu dem Zweifachen der Wachstumsgeschwindigkeit ausmachen. Amazon wächst im Umsatz mit 22% p.a., das KGV sollte also nicht über 44 liegen.
Doch der Gewinn entwickelt sich unabhängig vom Umsatz. Und eigentlich sind Anleger ja am Gewinn interessiert, nicht am Umsatz. Amazon hat noch immer seinen charismatischen Gründer Jeff Bezos als CEO an der Spitze. Und Bezos ist bekannt dafür, alles auf Wachstum zu setzen. Er will, dass Amazon in der ganzen Welt die Haushalte beliefert. Und so schaut er auf Marktanteile, auf Kundenservice und auf wettbewerbsfähige Verkaufspreise. Er schaut nicht auf die Gewinnmarge.
So gibt es zwei Lager bei der Bewertung von Amazon. Die einen sagen, Amazon wird seine Marktmacht verlieren, wenn das Unternehmen mal Gewinnmargen erzielen möchte, die es seinen Aktionären schuldig ist. Die Bären halten Amazon für ruinös bis hin zu dem Grad, dass Amazon nur deswegen so erfolgreich ist, weil es keine nennenswerten Gewinne erwirtschaftet. Dem Umsatz fehle der Gewinn.
Das andere Lager hält dagegen, dass Amazon eine gute Marktstellung hat und diese jederzeit auch halten werde, selbst wenn die Preise ein wenig angezogen würden. Oder allein wenn die Investitionen zurückgefahren würden. Denn nicht die schlechten Gewinnmargen schaden der Bilanz, sondern die immer neuen Projekte, die CEO Bezos aus dem Boden stampft, um neue Märkte zu erschließen.
Schauen wir also auch bei Amazon einmal etwas tiefer in die Bilanz: Zunächst fallen da die 10 Mrd. USD Nettoliquidität auf, die das Unternehmen angehäuft hat. Bei 61 Mrd. USD Jahresumsatz (2012) ist das nicht schlecht.
Der Einzelhandel ist berühmt für seine rasierklingendünnen Gewinnmargen, häufig unter 3%. Gehen wir also mal von 2% Gewinnmarge bei Amazon aus. Mit 61 Mrd. USD Umsatz können also 1,2 Mrd. USD Gewinn gemacht werden. Für ein 100 Mrd. USD-Konzern (Marktkapitalisierung) ist das nicht viel. Hier haben wir ein KGV 12 von 83. Für 2013 würde das KGV auf 66 fallen, noch immer nicht gerade beruhigend.
Amazon steht im Wettbewerb gegen unzählige Einzelhändler weltweit. Überall muss von Amazon der günstigste Preis getroffen werden, die Software stellt das weitgehend sicher. Die Bullen sagen, dass Amazon leicht auch höhere Gewinnmargen durchsetzen könnte. Jeff Bezos hält dagegen, dass dieser Markt sehr wettbewerbsintensiv bleiben wird und Amazon daher immer weiter investieren muss, um sich durch Service von der Konkurrenz abzuheben. Bezos diskutiert also nicht über die Gewinnmarge, sondern über notwendige Investitionen, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten.
Ich beobachte Amazon bereits seit 1996, als Amazon 1998 an die Börse ging habe ich bereits Artikel darüber verfasst. Jeff Bezos hat sich einen umkämpften Markt ausgesucht und revolutioniert ihn ein ums andere Mal. Ich würde weiterhin gut schlafen, wenn ich in sein Unternehmen investierte. Doch wenn Sie mich nach einem Kursziel fragen, oder nach einer fairen Bewertung, dann muss ich passen. Für dieses Unternehmen gibt es keine Vergleichszahlen.
06. Update beobachteter Werte
Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| K | – | bei Gelegenheit Kaufen, |
| NK | – | Nachkaufen |
| H | – | Halten, |
| V | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| TV | – | Teilverkauf, also nicht die ganze Position |
| VL | – | Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden |
| SL | – | Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden |
| TS | – | Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird |
Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.
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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.
Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.
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07. Übersicht HT-Portfolio
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.
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08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
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