{"id":1080,"date":"2009-04-27T14:53:15","date_gmt":"2009-04-27T12:53:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1080,boersenanalyse-aufweichung-von-mark-to-market-regel-schenkt-den-banken-wichtige-zeit\/"},"modified":"2022-02-09T10:17:00","modified_gmt":"2022-02-09T09:17:00","slug":"boersenanalyse-aufweichung-von-mark-to-market-regel-schenkt-den-banken-wichtige-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/boersenanalyse-aufweichung-von-mark-to-market-regel-schenkt-den-banken-wichtige-zeit\/","title":{"rendered":"B\u00f6rsenanalyse: Aufweichung von Mark-to-Market Regel schenkt den Banken wichtige Zeit"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" style=\"max-width: 800px; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-right: 10px;\" title=\"W\u00fcrden Sie bitte etwas n\u00e4her auf Ihre Aussage &#039;...und dann passierte etwas Schlimmes&#039; eingehen?&quot;\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/schlechtenews.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"381\"><p class=\"wp-caption-text\">W\u00fcrden Sie bitte etwas n\u00e4her auf Ihre Aussage &#39;...und dann passierte etwas Schlimmes&#39; eingehen?&quot;<\/p><\/div>\n<p>Vor wenigen Jahren wurde eine strengere Bilanzierung weltweit eingefordert. Eine der Neuerungen aufgrund dieser Forderungen war die Bilanzierungsregel &#8222;Mark-to-Market&#8220; &#8211; &#8222;Nach Marktpreisen bewerten&#8220;. Diese Regel besagt, dass Verm\u00f6genswerte in der Bilanz von Banken stets nach den aktuellen Marktpreisen bewertet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In der j\u00fcngsten Finanzkrise gab es jedoch teilweise Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse: F\u00fcr einige Verm\u00f6genswerte, in unserem Fall insbesondere Immobilienderivate, konten keine K\u00e4ufer gefunden werden. Obwohl diese Immobilienderivate einen rechnerischen Wert hatten, der, unter Ber\u00fccksichtigung der Ausfallquoten und erzielbaren Preise bei Zwangsversteigerungen, beispielsweise bei 75% des Nominalwertes lag, wollte niemand diese Immobilienderivate in seinen Bestand nehmen, weil man eben &#8222;un\u00fcberschaubare&#8220; Risiken bef\u00fcrchtete.<\/p>\n<p>Das un\u00fcberschaubare Risiko, das sich als wahr herausstellte, war die Notwendigkeit, diese Immobilienderivate zum letzten gehandelten Marktpreis zu bilanzieren. Wenn also im Rahmen der Lehman-Pleite eine ganze LKW-Ladung dieser toxischen Papiere liquidiert wurde, also verkauft wurde, egal welcher Preis geboten wurde, dann kommen eben auch Preise zustande, die teilweise lediglich 30% des Nominalwertes ausmachen. Obwohl also unter Ber\u00fccksichtigung aller Katastrophen aller Wahrscheinlichkeit nach 75% des Wertes abgesichert waren, konnten unter Zeitdruck und vor dem Hintergrund der Liquidit\u00e4tsprobleme aller Marktteilnehmer teilweise nur Preise von 30% des Nominalwertes realisiert werden.<\/p>\n<p>Aus diesem Vorgang folgte, dass ALLE Banken, die \u00e4hnliche Immobilienderivate im Bestand hatten, diese umgehend mit 30% des Nominalwertes zu bilanzieren hatten. Dabei war es egal, ob die Banken eigentlich in der Lage sind, die Krise auszusitzen und zu warten, bis die planm\u00e4\u00dfigen Zins- und Tilgungszahlungen eingehen. Die entsprechenden Papiere mussten umgehend mit dem zuletzt gezahlten Marktpreis bewertet werden.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass da einiges an Abschreibungen vorzunehmen war, wie wir Ende 2008 gesehen haben. Und wenn eine der Banken eben nicht ausreichend Gewinne aus anderen Gesch\u00e4ften erzeugte, um diese Abschreibungen zu finanzieren, dann geriet eben auch diese Bank in Liquidit\u00e4tsschwierigkeiten. Und so entstand der Teufelskreis, der alle Banken h\u00e4tte mit in den Abgrund rei\u00dfen k\u00f6nnen, wenn die Mark-to-Market Regel nicht aufgeweicht worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Durch die Aufweichung steht es Banken nun frei, vor\u00fcbergehend diese Regel zu ignorieren, sofern ein besonderer Grund daf\u00fcr besteht (wie beispielsweise aufgrund eines illiquiden Marktes offensichtlich zu niedrige Preise). Die Zeiten der gro\u00dfen Abschreibungen sind damit vorerst vorbei, die Bilanzen der Banken werden sich in den n\u00e4chsten Quartalen immer weiter verbessern. Und wenn dann im zweiten Schritt auch der Markt der Immobilienderivate wieder liquide wird, dann d\u00fcrfen wir dort mit dem Gegenteil von Abschreibungen rechnen: Mit au\u00dferordentlichen Gewinnen!<\/p>\n<p>Na, und wenn dann noch der Immobilienmarkt der USA selbst anspringt, und eben nicht die hohen Ausfallquoten eintreten, wie sie von Chaosvertretern errechnet wurden (Obama hat ja schon eine Reihe von erfolgreichen Programmen umgesetzt, um die Zahl der Zwangsversteigerungen zu reduzieren, sprich Problemf\u00e4llen zu helfen), dann d\u00fcrfen die Banken ihre Immobilienderivate noch weiter aufwerten.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Banken steht eine lange Rallye bevor.{weiter[40|9]}<\/p>\n<div class=\"zemanta-pixie\"><img decoding=\"async\" class=\"zemanta-pixie-img\" src=\"http:\/\/img.zemanta.com\/pixy.gif?x-id=a0114cf1-9631-87b8-b8d3-da13407318eb\" alt=\"\" title=\"\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor wenigen Jahren wurde eine strengere Bilanzierung weltweit eingefordert. 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