{"id":1310,"date":"2010-02-09T12:56:10","date_gmt":"2010-02-09T10:56:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1310,aktienanalyse-etrade-auf-dem-langen-weg-zur-besserung\/"},"modified":"2022-02-09T10:15:39","modified_gmt":"2022-02-09T09:15:39","slug":"aktienanalyse-etrade-auf-dem-langen-weg-zur-besserung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/aktienanalyse-etrade-auf-dem-langen-weg-zur-besserung\/","title":{"rendered":"Aktienanalyse: E*Trade auf dem langen Weg zur Besserung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"max-width: 800px; float: left; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-right: 10px;\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/etrade.gif\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"165\" title=\"\">Vor etwas \u00fcber zwei Jahren war Mitch Caplan, CEO von E*Trade, so ziemlich der Erste, der die Alarmglocken f\u00fcr die wachsende Anzahl fauler Kredite, insbesondere Immobilienkredite, im eigenen Hause l\u00e4utete. Kein anderer CEO der gro\u00dfen Banken, die in den Jahren 2004 bis 2007 ziemlich skrupellos Kredite an Jedermann ausgaben, ohne die Solvenz ordentlich zu pr\u00fcfen, wagte es, das Drama in seiner G\u00e4nze offen zu legen. So dauerte es nunmehr \u00fcber zwei Jahre und noch immer wissen wir bei einer ganzen Zahl von Banken kaum, wie gro\u00df deren gef\u00e4hrdete Kredite und Immobilienderivate wirklich sind.<\/p>\n<p>MItch Caplan erkannte seinen Fehler, immerhin hatte er selbst dieses Gesch\u00e4ft vorangetrieben, deckte alle Zahlen auf und musste kurze Zeit sp\u00e4ter seinen Hut nehmen. F\u00fcr zwei Jahre war nun Don Layton Interims-CEO und er schaffte es, E*Trade die Eigenst\u00e4ndigkeit zu bewahren. Die Abschreibungen auf Kredite fra\u00dfen in die Kapitaldecke des Unternehmens. Eine Liquidit\u00e4tsspritze von Citadel in H\u00f6he von zwei Milliarden USD half dem Unternehmen \u00fcber die Runden, doch erst die Umwandlung der zun\u00e4chst als <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/know-how\/anleihen-privatanleger\/\">Anleihen<\/a> ausgegebenen Papiere in Aktien sorgte f\u00fcr eine vertr\u00e4gliche Bilanz. So ist Citadel heute der gr\u00f6\u00dfte Aktion\u00e4r von E*Trade und hat einen Sitz im Aufsichtsrat.<\/p>\n<p>Im 3. Quartal 2009 hat Don Layton vollst\u00e4ndig ausgemistet. Statt des erwarteten Verlustes von sechs Cents je Aktie nahm er Abschreibungen auf die ausstehenden Kredite vor, die den Verlust auf 66 Cents je Aktie erh\u00f6hten. F\u00fcr mich sieht das so aus, als wolle er ein sauberes Haus \u00fcbergeben, denn zum 31.12.2009 endete der Interims-Vertrag mit Layton.<\/p>\n<p>Nun sucht E*Trade einen neuen CEO und vermeldete vor zwei Wochen auf der Pressekonferenz zum Quartalsergebnis, dass es einen Wunschkandidaten gebe, mit dem man in Verhandlung stehe. Derzeit ist E*Trade also kopflos.<\/p>\n<p>Das Quartalsergebnis des 3. Quartals lag nun mit einem Verlust von 4 Cents je Aktie im Rahmen der Erwartungen. Die Abschreibungen auf Kredite gehen deutlich zur\u00fcck. Das niedrige Zinsniveau erm\u00f6glicht es dem Untenehmen, die Kredite g\u00fcnstig zu refinanzieren und somit einen Zinsgewinn zu erwirtschaften. Der sich stabilisierende Immobilienmarkt und die anziehende Wirtschaft helfen den Kreditnehmern, ihre Schulden ordentlich abzutragen.<\/p>\n<p>Doch das eigentliche Kerngesch\u00e4ft von E*Trade, das Brokerage-Gesch\u00e4ft, steht nunmehr unter Druck. Nach den turbulenten Handelsums\u00e4tzen an der B\u00f6rse w\u00e4hrend der Finanzkrise ebbt das Interesse von Privatanlegern an der B\u00f6rse nun ab. Die Anzahl der Transaktionen ging im 4. Quartal 2009 um 16% zur\u00fcck. Auch andere Online-Broker wie Charles Schwab und TD Ameritrade haben dies gesp\u00fcrt und starteten einen heftigen Preiskampf. So hat nun auch E*Trade den Orderpreis von 12,99 auf 9,99 USD gesenkt.<\/p>\n<p>E*Trade hat also drei Baustellen: Das gro\u00dfe Volumen an schlechten Krediten. Dort ist Besserung in Sicht. Die Kopflosigkeit. Dort ist ein Kandidat in Sicht. Und das r\u00fcckl\u00e4ufige Kerngesch\u00e4ft. Hier ist eine neue Strategie gefragt.<\/p>\n<p>Mit hohen Verlustvortr\u00e4gen und einer guten liquiden Ausstattung ist E*Trade zudem ein attraktives \u00dcbernahmeziel und nicht erst einmal kursierte das Ger\u00fccht \u00fcber eine m\u00f6gliche \u00dcbernahme durch TD Ameritrade. Bislang haben sich die Ger\u00fcchte jedoch zerschlagen.<\/p>\n<p>Fazit: Wenngleich die alten Probleme langsam gel\u00f6st werden, so scheint mir das Gesch\u00e4ftsmodell von E*Trade derzeit nicht besonders attraktiv. Es gibt einen Verd\u00e4ngungswettbewerb, bei dem kapitalkr\u00e4ftigere Wettbewerber vermutlich die besseren Karten haben. Ich w\u00fcrde mit einem Investment also warten, bis ein neuer CEO seine Strategie kund tut. Manchmal wird schon allein durch die Nominierung des CEOs offensichtlich, wohin die Reise gehen wird. Denn jeder CEO hat eine Vorgeschichte, hat St\u00e4rken und Kompetenzen.<br \/>\n{weiter[40|9]}<\/p>\n<div class=\"zemanta-pixie\"><img decoding=\"async\" class=\"zemanta-pixie-img\" src=\"http:\/\/img.zemanta.com\/pixy.gif?x-id=b35929c6-4c59-887d-a74b-40fc2f730837\" alt=\"\" title=\"\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor etwas \u00fcber zwei Jahren war Mitch Caplan, CEO von E*Trade, so ziemlich der Erste, der die Alarmglocken f\u00fcr die wachsende Anzahl fauler Kredite, insbesondere Immobilienkredite, im eigenen Hause l\u00e4utete. 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