{"id":1334,"date":"2010-02-23T14:01:03","date_gmt":"2010-02-23T13:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1334,aktienanalyse-die-ueberraschung-war-vorhersehbar-hier-meine-detail-analyse-aus-meinem-boersenbrief-von-vor-neun-monaten\/"},"modified":"2022-02-09T10:15:39","modified_gmt":"2022-02-09T09:15:39","slug":"aktienanalyse-die-ueberraschung-war-vorhersehbar-hier-meine-detail-analyse-aus-meinem-boersenbrief-von-vor-neun-monaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/aktienanalyse-die-ueberraschung-war-vorhersehbar-hier-meine-detail-analyse-aus-meinem-boersenbrief-von-vor-neun-monaten\/","title":{"rendered":"Aktienanalyse: Die \u00dcberraschung war vorhersehbar &#8211; hier meine Detail-Analyse aus meinem B\u00f6rsenbrief von vor neun Monaten"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"max-width: 800px; float: left; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-right: 10px;\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/commerzbank.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"168\" title=\"\">Die Commerzbank hat heute einen &#8222;\u00fcberraschend hohen Verlust&#8220; vermeldet. Viele Analysten hatten die Prognosen von CEO Blessing f\u00fcr viel zu optimistisch gehalten &#8211; vielleicht war da ein wenig Zweckoptimismus dabei. Ich habe im Mai vergangenen Jahres die Commerzbank gegen die Deutsche Bank antreten lassen. Das Ergebnis meiner damaligen Analyse, die Deutsche Bank zu kaufen und die Commerzbank zu meiden, hat Ihnen bei der Deutschen Bank bislang 20% Plus beschert, w\u00e4hrend die Hausse des vergangenen Jahres an der Commerzbank unterm&#8216; Strich spurlos vorbei ging.<\/p>\n<p>Die Detailanalyse von damals ist heute noch aktuell, so dass ich die damals nur f\u00fcr die zahlenden Abonennten meines B\u00f6rsenbriefes Heibel-Ticker PLUS ausgearbeitete Analyse nun hier der Allgemeinheit zur Verf\u00fcgung stelle. Ich w\u00fcnsche eine anregende Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>{weiter[40|9]}<\/p>\n<p>&gt;&gt;Auszug vom Heibel-Ticker PLUS 09\/20 vom 21.05.2009<\/p>\n<p>04. DETAILANALYSE: DEUTSCHE BANK GEGEN COMMERZBANK<br \/>\n=======================================<\/p>\n<p>Mein Wunsch, die beiden gro\u00dfen DAX-Banken analysiert zu<br \/>\nbekommen, haben die von mir angesprochenen professionellen<br \/>\nAnalysten erst einmal abgeschmettert: Viel zu kompliziert, viel<br \/>\nzu aufwendig. Mit dem Preis, den ich bislang f\u00fcr die Analysen<br \/>\nzahlte, kommen wir da nicht hin.<\/p>\n<p>Nun ist der Bankensektor aber der Kern der Krise und mein<br \/>\nInteresse an einer Analyse ist unglaublich gro\u00df \u2013 und somit<br \/>\nauch meine Zahlungsbereitschaft. Ich erl\u00e4utere Ihnen dies hier<br \/>\neinmal, damit sie wissen, dass ich nicht die eierlegende<br \/>\nWollmilchsau bin: Ich kann nicht alles wissen und insbesondere<br \/>\nwenn es um Detailkenntnisse zu einzelnen Unternehmen geht,<br \/>\nbrauche ich manchmal Hilfe.<\/p>\n<p>Damit der Heibel-Ticker sich weiterhin von dem allgemeinen<br \/>\nGew\u00e4sch der Tagespresse abhebt, gebe ich seit einiger Zeit<br \/>\nspezielle Studien und Analysen in Auftrag. Ich hoffe, Sie<br \/>\nsch\u00e4tzen das bisschen \u201emehr&#8220; an Fakten.<\/p>\n<p>Sie kennen meine Abneigung f\u00fcr Unternehmen, an denen der Staat<br \/>\nbeteiligt ist. Im Fall der Commerzbank ist es jedoch<br \/>\ninteressant zu beurteilen, in wie weit die Staatsbeteiligung<br \/>\ndem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil durch g\u00fcnstige<br \/>\nFinanzierungsm\u00f6glichkeiten gibt. Auf diesen Punkt bin ich von<br \/>\nvielen Kunden angesprochen worden.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnte die Sicherheit, die eine staatliche<br \/>\nBeteiligung an der Commerzbank ausstrahlt, den Vorteil am<br \/>\nMarkt, den die Deutsche Bank durch ihr geschicktes taktieren<br \/>\nhat, aufwiegen. Doch wenn wir uns die Details der beiden<br \/>\nUnternehmen anschauen, neigt sich die Waagschale deutlich zu<br \/>\nGunsten der Deutschen Bank.<\/p>\n<p>Ich habe die Fakten mit meinen Erkl\u00e4rungen und Interpretationen<br \/>\nangereichert und meine Schlussfolgerungen daraus dargelegt.<\/p>\n<p>DETAILANALYSE DEUTSCHE BANK &#8211; COMMERZBANK<\/p>\n<p>Das Jahr 2008 war grottenschlecht f\u00fcr die Finanzbranche, Broker<br \/>\nund Banken fielen um wie die Fliegen. Ausgehend von einer<br \/>\nStabilisierung an den Finanzm\u00e4rkten im Jahr 2009 erwarten die<br \/>\nExperten folgende Entwicklungen:<\/p>\n<p>Der operative Gewinn d\u00fcrfte bei der Deutschen Bank um 71,5%<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorjahr anwachsen, bei der Commerzbank lediglich<br \/>\num 41,2%. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr ist unter anderem auch der hohe<br \/>\nVerwaltungsaufwand der Commerzbank, der insbesondere durch die<br \/>\n\u00dcbernahme der Dresdner Bank (Rechtsberatung,<br \/>\nUnternehmensberater und Verhandlungskosten) sowie durch die<br \/>\nKapitalerh\u00f6hungskosten f\u00fcr den Einstieg der SoFFin verursacht<br \/>\nwurde. Der Verwaltungsaufwand der Commerzbank k\u00f6nnte dadurch um<br \/>\n68,2% ansteigen, bei der Deutschen Bank wird nur ein Anstieg um<br \/>\n5,3% erwartet.<\/p>\n<p>Auf der Ertragsseite verteilen sich die Gewinne der Deutschen<br \/>\nBank wesentlich gleichm\u00e4\u00dfiger auf die drei Bereiche<br \/>\nZinsergebnis (48%), Provisionsergebnis (39%) und<br \/>\nHandelsergebnis (13%). Die Commerzbank wird voraussichtlich den<br \/>\nGro\u00dfteil ihres Gewinns im Bereich der Zinsertr\u00e4ge<br \/>\nerwirtschaften (67%), auch das Provisionsergebnis ist dann noch<br \/>\nordentlich (36%, bei Handel wird jedoch ein Verlust erwartet (-<br \/>\n2%). Als konservativer Anleger ist das diversifizierte Ergebnis<br \/>\nder Deutschen Bank klar vorzuziehen. Wer auf eine weitere<br \/>\nVerbesserung der Zinskurve zugunsten der Banken (kurze Zinsen<br \/>\nsinken, lange steigen) spekulieren will, der kann sich an die<br \/>\nCommerzbank halten.<\/p>\n<p>Im Jahr 2009 wird f\u00fcr die Deutsche Bank eine<br \/>\nEigenkapitalrendite von 12 % erwartet. Bei der Commerzbank wird<br \/>\naufgrund des zu erwartenden Verlustes Eigenkapital um -14%<br \/>\nverbrannt.<\/p>\n<p>Das Bewertungsniveau beider Banken ist erstaunlich \u00e4hnlich,<br \/>\nwenn man den Buchwert betrachtet. Das Kurs\/Buch-Verh\u00e4ltnis bei<br \/>\nder Deutschen Bank betr\u00e4gt 65%, bei der Commerzbank 62%. Die<br \/>\nf\u00fcr die Notenbanken ma\u00dfgebliche Tier One Ratio<br \/>\n(Kernkapitalquote) der Deutschen Bank betr\u00e4gt 10,3%, die der<br \/>\nCommerzbank liegt nach der SoFFin Einlage bei 9,1%.<\/p>\n<p>Als Banker l\u00e4uft man stets mit einer Frage durch die Welt: Wo<br \/>\nliegt das Risiko? Wo liegt das Risiko? Diese Frage tickt im<br \/>\nHinterkopf des Kreditberaters w\u00e4hrend er seinen Fragenkatalog<br \/>\nabarbeitet. So ist es nur fair, wenn wir uns als Anleger auch<br \/>\neinmal das Risiko der Banken anschauen. Aus der Bilanz sind<br \/>\ninsgesamt Problemkredite im Volumen von 5,5 Mrd. Euro (Deutsche<br \/>\nBank) bzw. 16,9 Mrd. Euro (Commerzbank) zu erkennen. Diese<br \/>\nProblemf\u00e4lle sind zu knapp 45% mit R\u00fcckstellungen als<br \/>\nRisikovorsorge ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Deutsche Bank kurz vor Beginn der Finanzkrise noch<br \/>\neinen guten Teil ihrer Risikopapiere unter ihren Kunden<br \/>\nverteilte, ist die Commerzbank doppelt getroffen: Nicht nur die<br \/>\ntoxischen Papiere der Dresdner Bank mussten mit \u00fcbernommen<br \/>\nwerden, dar\u00fcber hinaus sind zwei ihrer Gro\u00dfkunden in unruhige<br \/>\nFahrwasser abgerutscht: Sch\u00e4ffler und Arcandor.<\/p>\n<p>COBK-PROBLEM SCH\u00c4FFLER<\/p>\n<p>Nicht nur bei der Porsche-VW-\u00dcbernahme hat sich das Blatt im<br \/>\nwahrsten Sinne des Wortes gewendet: Nun soll VW Porsche<br \/>\n\u00fcbernehmen. Auch bei der Sch\u00e4ffler-Continental-\u00dcbernahme gibt<br \/>\nes seit heute Berichte, die von einer \u00dcbernahme von Sch\u00e4ffler<br \/>\ndurch Conti sprechen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sehen die ehemaligen<br \/>\n\u201e\u00dcbernahmegenies&#8220; pl\u00f6tzlich ganz anders aus: Es wird<br \/>\noffensichtlich, dass sie nichts weiter als Gl\u00fccksritter waren,<br \/>\ndenen das Gl\u00fcck nun jedoch nicht lange genug hold war. Doch das<br \/>\nist hier nicht das Thema.<\/p>\n<p>Die Commerzbank hat Kredite im Volumen von 6 Mrd. Euro an<br \/>\nSch\u00e4ffler gegeben. Doch seit die Conti-\u00dcbernahme als<br \/>\ngescheitert gilt, erh\u00e4lt Sch\u00e4ffler keine Kreditverl\u00e4ngerungen<br \/>\nmehr und eine Neubewertung des Unternehmens ist notwendig. Der<br \/>\neben noch finanzkr\u00e4ftige Aufk\u00e4ufer wird so umgehend<br \/>\ninsolvenzgef\u00e4hrdet und die bessere Cashflow-Situation von Conti<br \/>\nversetzt nun das Unternehmen in die Lage, gegebenenfalls<br \/>\nSch\u00e4ffler aufzukaufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Commerzbank w\u00e4re das ein Segen, denn dadurch w\u00fcrde der<br \/>\n6 Mrd. Euro Kredit an Sch\u00e4ffler abgel\u00f6st werden. Ein<br \/>\nProblemkredit w\u00e4re damit beseitigt.<\/p>\n<p>Bleibt es bei der gegenw\u00e4rtigen Konstellation, wird Sch\u00e4ffler<br \/>\naufgrund der angespannten Liquidit\u00e4tslage weiter in Bedr\u00e4ngnis<br \/>\ngeraten und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird die Commerzbank Teile des 6<br \/>\nMrd. Euro Kredits abschreiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ein Schlag f\u00fcr das Unternehmen und w\u00fcrde die<br \/>\nDiskussion um weitere Hilfen durch die SoFFin ins Leben rufen.<br \/>\nEin solches Szenario kann ich mir nicht vor den n\u00e4chsten<br \/>\nBundestagswahlen vorstellen, denn politisch w\u00fcrde das die<br \/>\nRettungsaktion genau dort positionieren, wo sie von Kritikern<br \/>\ngerne gesehen wird: ein Fass ohne Boden.<\/p>\n<p>COBK-PROBLEM ARCANDOR<\/p>\n<p>Karstadt \/ Quelle, oder Arcandor wie das inzwischen kleine<br \/>\nUnternehmen heute hei\u00dft, braucht im weiteren Jahresverlauf<br \/>\nVerl\u00e4ngerungen von Kreditzusagen in H\u00f6he von 900 Mio. Euro.<br \/>\nEinem Unternehmen, das jedoch seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufige Ums\u00e4tze<br \/>\nhat, Verluste schreibt und ebenfalls in Richtung Insolvenz<br \/>\nschliddert, gibt man nur ungern neue Kredite.<\/p>\n<p>Aus eigener Kraft wird es Arcandor kaum mehr schaffen: Das<br \/>\nUnternehmen hat bereits den Staat um Hilfe gebeten. Durch<br \/>\nStaatsb\u00fcrgschaften sollen die wichtigsten Kreditgeber aus dem<br \/>\nRisiko genommen werden. Es handelt sich dabei um die<br \/>\nCommerzbank, die Bayern LB und die Royal Bank of Scotland<br \/>\n(RBS).<\/p>\n<p>Die RBS hat sich inzwischen gegen die Staatsb\u00fcrgschaften<br \/>\nausgesprochen, da sie dadurch bef\u00fcrchten muss, an Einfluss und<br \/>\nSicherheiten zu verlieren. Sollte Arcandor nach einer<br \/>\nStaatsb\u00fcrgschaft \u00fcber den derzeit in Frage stehenden<br \/>\nKreditbetrag dennoch in die Insolvenz gehen, w\u00fcrde der Staat<br \/>\nals B\u00fcrgschaftsgeber noch vor der RBS Sicherheiten verwerten<br \/>\nk\u00f6nnen, um die restlichen ausstehenden Kredite zu tilgen.<\/p>\n<p>Diesen Verlust an Einfluss will die RBS nicht zulassen und<br \/>\nbeschwert sich daher lautstark \u00fcber eine m\u00f6gliche<br \/>\nStaatsb\u00fcrgschaft als Wettbewerbsverzerrung. Der Metro kommt<br \/>\ndies Gepl\u00e4rr gerade Recht, versetzt es sie in die Lage, den<br \/>\nWettbewerber Arcandor gegebenenfalls g\u00fcnstig aufkaufen zu<br \/>\nk\u00f6nnen. Somit ist Arcandor nun gezwungen mit der Metro AG \u00fcber<br \/>\nein eventuelles Zusammengehen zu verhandeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Commerzbank ist diese Situation h\u00f6chst ungewiss denn im<br \/>\nFalle einer Insolvenz sind ausstehende Kredite zu einem Teil<br \/>\nabzuschreiben. Allerdings h\u00e4lt sich der Betrag von 900 Mio.<br \/>\nEuro, der sich noch auf die obigen Kreditgeber verteilt, in<br \/>\nGrenzen.<\/p>\n<p>COBK PROBLEM DRESDNER BANK<\/p>\n<p>Obwohl das Gelb der Postbank viel besser zum Geld der<br \/>\nCommerzbank gepasst h\u00e4tte, wurde in einem \u00dcberraschungscoup<br \/>\ndurch den Vorstandsvorsitzenden Blessing pl\u00f6tzlich die<br \/>\n\u00dcbernahme der Dresdner Bank von der Allianz bekannt gegeben.<br \/>\nDadurch ist die Commerzbank die Bank mit dem gr\u00f6\u00dften Filialnetz<br \/>\nin Deutschland und hat am meisten Privatkunden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Blessing, der 1997 bis 2000 mit verantwortlich war f\u00fcr das<br \/>\nPrivatkundengesch\u00e4ft der Dresdner Bank, passt dieser Bereich<br \/>\nwunderbar zur Commerzbank. Synergien und Einsparpotential sind<br \/>\nseinen Worten zufolge wesentlich gr\u00f6\u00dfer als mit der Postbank \u2013<br \/>\nda bleibt dann genug Geld \u00fcbrig, um die gr\u00fcne Farbe in Gelb<br \/>\numzustreichen.<\/p>\n<p>Doch die \u00dcbernahme gelang nicht seinen Wunschvorstellungen<br \/>\nentsprechend: Er musste auch das defizit\u00e4re Investmentbanking<br \/>\nder Dresdner Bank \u00fcbernehmen. Dort stecken noch eine Menge<br \/>\ntoxischer Papiere, die schlimmstenfalls nochmals f\u00fcr kr\u00e4ftige<br \/>\nAbschreibungen sorgen k\u00f6nnten. Immerhin hat die Allianz beim<br \/>\nVerkauf zugestanden, etwaige Verluste aus diesem Bereich mit zu<br \/>\ntragen. Doch das Engagement der Dresdner Bank in diesem Bereich<br \/>\nist h\u00f6chst defizit\u00e4r und sorgt f\u00fcr eine gro\u00dfe Risikoposition<br \/>\nbei der Commerzbank.<\/p>\n<p>COBK PROBLEM SOFFIN<\/p>\n<p>18 Mrd. Euro hat der Staat \u00fcber den Sonderfonds f\u00fcr<br \/>\nFinanzmarktstabilit\u00e4t SoFFin in die Commerzbank investiert.<br \/>\nDieser Betrag wird mit 9% verzinst, die Commerzbank muss also<br \/>\njedes Jahr 1,5 Mrd. Euro an den Staat abf\u00fchren, bis die SoFFin<br \/>\nEinlage zur\u00fcck gef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Eine Eigenkapitalspritze kann eigentlich keine Verzinsung<br \/>\nhaben, somit hei\u00dft diese Verpflichtung auch nicht Verzinsung,<br \/>\nsondern eben Dividende. Der Staat erh\u00e4lt f\u00fcr seine Einlage eine<br \/>\nj\u00e4hrliche \u201eDividende&#8220; von 9%.<\/p>\n<p>Im Boomjahr 2006, als die Banken Rekorde \u00fcber Rekorde<br \/>\nvermeldeten, hat die Commerzbank einen Nettogewinn von 6,5 Mrd.<br \/>\nEuro erwirtschaftet. Im Jahr 2002, als die damalige Krise die<br \/>\nBilanzen der Banken verhagelte, verdiente die Commerzbank<br \/>\ngerade einmal 400 Mio Euro. Nehmen wir einmal an, dass die<br \/>\nCommerzbank ab dem Jahr 2012 wieder Gewinne erwirtschaftet, so<br \/>\nzumindest die Planung des Unternehmens, dann k\u00f6nnten wir uns<br \/>\neinen operativen Gewinn von 4 Mrd. Euro vorstellen. Davon sind<br \/>\nZinszahlungen an den Staat und an andere Anleiheneigner<br \/>\nabzuziehen, so dass die R\u00fcckf\u00fchrung der SoFFin Einlage im Jahr<br \/>\n2012 mit einem Betrag von etwa 850 Mio. Euro beginnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Durch die sinkende Zinslast und die dadurch steigende<br \/>\nR\u00fcckf\u00fchrung k\u00f6nnte die Commerzbank nach dieser Rechnung im Jahr<br \/>\n2023 die letzte Tranche an den Staat zur\u00fcck zahlen. Bis dahin<br \/>\nw\u00e4ren nach dieser Rechnung keine Dividenden f\u00fcr Aktion\u00e4re<br \/>\nvorgesehen!<\/p>\n<p>Nun kann sich der Markt besser oder schlechter entwickeln, als<br \/>\nes sich derzeit abzeichnet, so dass diese Prognose nat\u00fcrlich<br \/>\nnur eine M\u00f6glichkeit darstellt, die die Dimension der<br \/>\nStaatseinlage verdeutlichen soll. Auch wenn sich die<br \/>\nFinanzm\u00e4rkte wesentlich besser entwickeln als derzeit zu<br \/>\nerwarten ist, wird die Commerzbank noch auf Jahre an der<br \/>\nR\u00fcckzahlung der SoFFin Einlage knabbern und in dieser Zeit kaum<br \/>\neine Dividendenzahlung an die Aktion\u00e4re durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>PROBLEME DER DEUTSCHEN BANK<\/p>\n<p>Entfallen.<\/p>\n<p>Hieraus ersehen Sie auch schon die unterschiedliche<br \/>\nEinsch\u00e4tzung der beiden Banken: All die Risiken der Commerzbank<br \/>\nbelasten den Kurs. Sollten sich einzelne oder mehrere der<br \/>\nProblembereiche der Commerzbank in Luft aufl\u00f6sen, so d\u00fcrfte der<br \/>\nKurs abheben. Doch darauf w\u00fcrde ich als seri\u00f6ser Anleger nicht<br \/>\nspekulieren.<\/p>\n<p>Wer eine solide Bankaktie haben m\u00f6chte, der h\u00e4lt sich lieber an<br \/>\ndie Deutsche Bank. Sie kennen meine moralische Betrachtung von<br \/>\nJosef Ackermann, dessen Verhalten ich in unserer \u201eSozialen&#8220;<br \/>\nMarktwirtschaft f\u00fcr untragbar halte. Doch aus Sicht eines<br \/>\nAktion\u00e4rs ist es gut, dass Ackermann in seinem Amt als CEO der<br \/>\nDeutschen Bank best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>Unter seiner Leitung hat die Deutsche Bank fr\u00fchzeitig die<br \/>\nBilanz von toxischen Papieren befreit und war somit bestens f\u00fcr<br \/>\ndie Krise ger\u00fcstet. So war es m\u00f6glich, im ersten Quartal 2009<br \/>\nbereits wieder einen ordentlichen Gewinn zu erwirtschaften, der<br \/>\ndeutlich \u00fcber den Markterwartungen lag.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bank hat keine Ergebnisbelastung durch<br \/>\nFremdkapitalkosten wie die Commerzbank zu verkraften. Auch im<br \/>\nVergleich zu anderen internationalen Bankh\u00e4usern, wie<br \/>\nbeispielsweise den amerikanischen Banken, die TARP-Gelder<br \/>\nnehmen und nun verzinsen m\u00fcssen, hat die Deutsche Bank somit<br \/>\neinen Vorteil.<\/p>\n<p>Es ist nicht so, dass die Deutsche Bank mit einem gesunden<br \/>\nGesch\u00e4ft strotzt und exorbitante Wachstumsraten aufweisen<br \/>\nk\u00f6nnte. Aber das kann derzeit keine einzige Bank. Doch die<br \/>\nDeutsche Bank ist solide aufgestellt und ist frei von<br \/>\nirgendwelchen \u00fcberdimensionierten Problembereichen und kann<br \/>\ndadurch frei agieren, gegebenenfalls ist die Deutsche Bank in<br \/>\nder Lage zu expandieren und das Gesch\u00e4ft auszuweiten.<\/p>\n<p>GEGEN\u00dcBERSTELLUNG DEUTSCHE BANK \u2013 COMMERZBANK<\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer das Risiko, desto gr\u00f6\u00dfer die Chance. Diese Weisheit<br \/>\nkennt jeder Anleger und f\u00fcr unsere beiden Banken trifft dieser<br \/>\nSpruch den Nagel auf den Kopf.<\/p>\n<p>Neben Arcandor, Sch\u00e4ffler, der Dresdner Bank und der SoFFin<br \/>\nschlummern bei der Commerzbank noch gro\u00dfe Engagements in<br \/>\nOsteuropa in der Bilanz, ein F\u00fcnftel der Problembereiche<br \/>\nstammen von Gewerbeimmobilien und weitere Immobilienderivate<br \/>\n(ABS) im Bestand der Commerzbank runden das Schreckenszenario<br \/>\nab.<\/p>\n<p>Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 5 Mrd. Euro ist die<br \/>\nCommerzbank jedoch nur noch mit einem Sechstel der Deutschen<br \/>\nBank bewertet. Wenn Sie sich vor Augen halten, dass die<br \/>\nCommerzbank das gr\u00f6\u00dfte Privatkundengesch\u00e4ft in Deutschland hat,<br \/>\ndann ist dieser Bewertungsunterschied erheblich.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bank hingegen hatte im ersten Quartal insbesondere<br \/>\ndurch den gro\u00dfen Emissionsbedarf von <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/know-how\/anleihen-privatanleger\/\">Anleihen<\/a> des Staates ein<br \/>\nBombengesch\u00e4ft zu vermelden. Dies wird im weiteren<br \/>\nJahresverlauf abnehmen, da die Kuh ja nun vom Eis ist, wie Sie<br \/>\nin der heutigen Ausgabe gelesen haben. Diese Sondereinnahmen<br \/>\nwerden sich also nicht in dieser H\u00f6he fortsetzen.<\/p>\n<p>Um die Wachstumserwartungen der Anleger zu erf\u00fcllen, muss die<br \/>\nDeutsche Bank wohl Gesch\u00e4ft hinzu kaufen. Dazu gibt es derzeit<br \/>\njede Menge M\u00f6glichkeiten. Die Refinanzierungsm\u00f6glichkeiten bei<br \/>\nder EZB sind so g\u00fcnstig wie nie zuvor und die Bilanz der<br \/>\nDeutschen Bank gibt Ackermann den finanziell notwendigen<br \/>\nSpielraum, um Zuk\u00e4ufe zu t\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Doch Refinanzierungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber die EZB stehen auch der<br \/>\nCommerzbank zur Verf\u00fcgung \u2013 und zwar trotz Staatsbeteiligung<br \/>\nzum gleichen Zinssatz wie f\u00fcr die Deutsche Bank. Was jedoch<br \/>\neinen Vorteil f\u00fcr die Deutsche Bank darstellt, ist die<br \/>\nM\u00f6glichkeit von Aktienplatzierungen. W\u00e4hrend ein Aktion\u00e4r der<br \/>\nCommerzbank im Falle einer Insolvenz erst einen Cent erh\u00e4lt,<br \/>\nwenn 73% der Verm\u00f6genswerte an Staat und Anleiheeigner<br \/>\nausgezahlt wurden, erh\u00e4lt der Aktion\u00e4r der Deutschen Bank<br \/>\nbereits nach 20% seinen Anteil.<\/p>\n<p>Hintergrund: Mit der Finanzspritze von 18 Mrd. Euro hat sich<br \/>\ndie SoFFin nat\u00fcrlich das Recht gesichert, im Falle einer<br \/>\nInsolvenz des Unternehmens VOR den \u00fcbrigen Aktion\u00e4ren ihre<br \/>\nEinlage aus dem Unternehmen zu holen. Da die SoFFin dazu allein<br \/>\n55% des Unternehmenswertes beansprucht (obwohl sie nur 25% der<br \/>\nAnteile h\u00e4lt) bleibt nach den Anleiheeignern nicht mehr viel<br \/>\nf\u00fcr Aktion\u00e4re \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Der Weg einer Aktienplatzierung ist f\u00fcr die Commerzbank also<br \/>\nkaum gangbar. Das wird fr\u00fchestens m\u00f6glich, wenn damit die<br \/>\nSoFFin vollst\u00e4ndig ausbezahlt werden k\u00f6nnte \u2013 und das ist<br \/>\nderzeit noch lange nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bank hingegen kann nach dem Kursanstieg um<br \/>\ninzwischen sogar 200% g\u00fcnstig weiteres Eigenkapital \u00fcber die<br \/>\nB\u00f6rse einsammeln und f\u00fcr eine etwaige Einkaufstour nutzen. Im<br \/>\nRahmen der Finanzmarktkrise wurden ja die gro\u00dfen, \u201esystemisch&#8220;<br \/>\nunverzichtbaren Finanzinstitute gest\u00fctzt, ungeachtet der<br \/>\nNachteile, die dieses Vorgehen f\u00fcr die kleineren Banken hat.<br \/>\nInsbesondere in den USA, wo die Bankenlandschaft noch viel<br \/>\nzerkl\u00fcfteter ist als bei uns, erwarte ich in den kommenden<br \/>\nMonaten noch eine ganze Reihe von Bank-Insolvenzen, bei denen<br \/>\ndas eine oder andere Schn\u00e4ppchen f\u00fcr die Deutsche Bank abfallen<br \/>\nk\u00f6nnte.<\/p>\n<p>FAZIT<\/p>\n<p>Auf Sicht vieler Jahre wird die Commerzbank keine Dividenden<br \/>\nzahlen k\u00f6nnen. Kapitalmarktma\u00dfnahmen (Aktienplatzierungen) sind<br \/>\nunattraktiv f\u00fcr Anleger und damit ist die Commerzbank dazu<br \/>\nverdonnert, in Deutschland das Privatkundengesch\u00e4ft profitabel<br \/>\nzu gestalten.<\/p>\n<p>Phantasie kommt nicht etwa aus neuen Gesch\u00e4ften, sondern aus<br \/>\nder Aufwertung der vielen Risikopositionen der Commerzbank. Die<br \/>\nCommerzbank kann dazu nichts beisteuern, sondern muss auf<br \/>\ngl\u00fcckliche Marktentwicklungen hoffen. Das ist etwas f\u00fcr Zocker,<br \/>\nnicht aber f\u00fcr seri\u00f6se Langfristanleger.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bank ist frei von gro\u00dfen Problembereichen und<br \/>\nbesitzt die bilanzielle Freiheit, in neue M\u00e4rkte vorzusto\u00dfen,<br \/>\nwenn es ihr attraktiv erscheint. Damit kann die Deutsche Bank<br \/>\nalso aus eigener Kraft wachsen.<\/p>\n<p>Das ist in meinen Augen wesentlich attraktiver und vor dem<br \/>\nHintergrund, dass der gerissene Hund Ackermann weiterhin am<br \/>\nSteuer des Branchenprimus bleibt, erwarte ich auch, dass diese<br \/>\nM\u00f6glichkeit gut genutzt wird.<\/p>\n<p>Der Bankensektor wurde gnadenlos ausverkauft, die<br \/>\nBewertungskennziffern sagen wenig \u00fcber m\u00f6gliche<br \/>\nBewertungsniveaus aus. Wenn ich mich an die fr\u00fcheren<br \/>\nErtragsm\u00f6glichkeiten der Deutschen Bank halte, dann ist ein<br \/>\nKursniveau \u00fcber 60 Euro noch immer g\u00fcnstig. Ich w\u00fcrde f\u00fcr Ende<br \/>\ndieses Jahres einen Kurs von bis zu 80 Euro erwarten.<\/p>\n<p>Von aktuell 45 Euro ist das noch immer ein gro\u00dfes<br \/>\nKurspotential, selbst wenn die Aktie schon um 200% zugelegt<br \/>\nhat.<\/p>\n<p>Dieser Erwartung liegt meine Annahme einer V-Erholung der<br \/>\nWirtschaft zugrunde. Sollte es wider Erwarten zu einer zweiten<br \/>\nAbw\u00e4rtsbewegung, nicht nur an der B\u00f6rse, sondern auch in der<br \/>\nKonjunktur, kommen, so ist dieses Kursziel nat\u00fcrlich erst<br \/>\nl\u00e4ngerfristig realisierbar.<\/p>\n<p>{weiter[40|9]}<\/p>\n<div class=\"zemanta-pixie\"><img decoding=\"async\" class=\"zemanta-pixie-img\" src=\"http:\/\/img.zemanta.com\/pixy.gif?x-id=6334cd42-06a8-8efa-b217-7823e2a085de\" alt=\"\" title=\"\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Commerzbank hat heute einen &#8222;\u00fcberraschend hohen Verlust&#8220; vermeldet. Viele Analysten hatten die Prognosen von CEO Blessing f\u00fcr viel zu optimistisch gehalten &#8211; vielleicht war da ein wenig Zweckoptimismus dabei. Ich habe im Mai vergangenen Jahres die Commerzbank gegen die Deutsche Bank antreten lassen. 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