{"id":1459,"date":"2010-06-07T12:56:39","date_gmt":"2010-06-07T11:56:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=1459"},"modified":"2022-02-09T10:15:40","modified_gmt":"2022-02-09T09:15:40","slug":"aktienanalyse-kloeckner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/aktienanalyse-kloeckner\/","title":{"rendered":"Aktienanalyse: Kl\u00f6ckner &#038; Co"},"content":{"rendered":"<p>Vor sechs Wochen stand die Kl\u00f6ckner Aktie noch bei 23 Euro, heute notiert sie um 14 Euro. Als Stahlh\u00e4ndler profitiert Kl\u00f6ckner \u00fcberproportional, wenn die Konjunktur anzieht. Auf der anderen Seite hat ein H\u00e4ndler nichts, worauf er sich zur\u00fcckziehen k\u00f6nnte, wenn die Konjunktur stockt. Zur Zeit f\u00fcrchten Anleger eine weltweite Abschw\u00e4chung der Konjunktur.<\/p>\n<p>6-Monatschart Kl\u00f6ckner &amp; Co<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1465 nofollow noopener\" href=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1459,aktienanalyse-kloeckner\/kloeckner-werke\/\" target=\"_blank\"><\/a><a rel=\"attachment wp-att-1467 nofollow noopener\" href=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1459,aktienanalyse-kloeckner\/kloeckner-2\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1467\" title=\"Kl\u00f6ckner\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/Kl\u00f6ckner1-289x300.png\" alt=\"\" width=\"289\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Kl\u00f6ckner1-289x300.png 289w, https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Kl\u00f6ckner1-144x150.png 144w, https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Kl\u00f6ckner1.png 374w\" sizes=\"(max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a>Insbesondere Chinas restriktive Geldpolitik zur Vermeidung eines sich \u00fcberhitzenden Immobiliensektors wird kritisch gesehen: Baute man k\u00fcrzlich noch auf China als Lokomotive der Weltkonjunktur, so k\u00f6nnte die restriktive Geldpolitik in China diese Hoffnung zunichte machen.<\/p>\n<p>Meine pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung ist wesentlich optimistischer. Die Chinesen haben in der Finanzkrise 2008 \/ 2009 ein besseres Konjunkturprogramm als alle Industrienationen aufgelegt. Schneller und effektiver. Heute traue ich es den finanzmarktaffinen chinesischen Politikern zu, den Immobilienmarkt abzuk\u00fchlen ohne das Wirtschaftswachstum zum Erliegen zu bringen.<\/p>\n<p>Kl\u00f6ckner selbst sieht seine eigene Zukunft \u00fcberaus positiv. Einige Directors Dealings (insiderk\u00e4ufe) werden gemeldet und von offizieller Seite wird f\u00fcr 2010 ein Umsatzwachstum bei gleichzeitig steigender Gewinnmarge erwartet. Dennoch notiert der Kurs mit 14 Euro nur knapp \u00fcber dem Krisenniveau vom M\u00e4rz 2009, als die Aktie kurzzeitig unter 10 Euro tauchte.<\/p>\n<p>Vergleichen wir also einmal die Kl\u00f6ckner von Anfang 2009 mit der Kl\u00f6ckner von heute. Anfang 2009 waren die Rohstoffpreise, auch der Stahlpreis, eingebrochen. Heute ist der Stahlpreis zwar wieder zur\u00fcckgegangen, aber noch lange nicht auf dem Tiefstand von Anfang 2009.<\/p>\n<p>Anfang 2009 war Kl\u00f6ckner stark verschuldet, die Schuldenstruktur war dahingehend nachteilig, dass Kl\u00f6ckner bef\u00fcrchten musste f\u00fcr Refinanzierungsvorhaben keine oder sehr hohe Zinsen zu zahlen. Das Unternehmen hat heute den Gro\u00dfteil der Finanzierungsvereinbarungen neu verhandelt und mit wesentlich langfristigeren Laufzeiten versehen. Kurzfristige \u00dcberraschungen d\u00fcrften damit ausbleiben, die langfristig gesicherte Liquidit\u00e4t wird daf\u00fcr sorgen, dass f\u00fcr neue Finanzierungen g\u00fcnstigere Zinsen angesetzt werden.<\/p>\n<p>Anfang 2009 war der Lagerbestand von Kl\u00f6ckner sehr hoch. Inzwischen wurde der Lagerbestand reduziert, das gebundene Kapital (working Kapital) ist dadurch kleiner geworden, der Cashflow wird dadurch erh\u00f6ht. Dies wirkt sich positiv auf die Bilanzstruktur aus.<\/p>\n<p>Kl\u00f6ckner hat die Krise genutzt, zwei neue Unternehmen zu kaufen. Zum einen wurde mit dem Schweizer Stahlh\u00e4ndler Bl\u00e4si ein zus\u00e4tzlicher Umsatz von 32 Mio. Euro p.a. zugekauft. Zum anderen bringt die \u00dcbernahme von Becker Stahl Services einen Umsatzschub von 600 Mio. Euro p.a. Finanziert wurden die \u00dcbernahmen durch eine Kapitalerh\u00f6hung im September 2009, die 200 Mio. Euro Liquidit\u00e4t erbrachte. Unter\u2019m Strich ist die Nettoverschuldung mit 222 Mio. Euro vor dem Hintergrund des Jahresumsatzes von rund 5 Mrd. Euro sehr niedrig.<\/p>\n<p>So hat Kl\u00f6ckner noch Luft, um weitere \u00dcbernahmen vorzunehmen. Das Management hat diese Tage die Absicht ge\u00e4u\u00dfert, in China oder Brasilien zuzukaufen. Damit hat Kl\u00f6ckner genau die beiden Schwellenl\u00e4nder mit den ges\u00fcndesten Finanzen ins Visier genommen.<\/p>\n<p>Das Unternehmen hat f\u00fcr 2011 eine EBITDA-Gewinnmarge von 6% anvisiert. Dank des heute h\u00f6heren durchschnittlichen Stahlpreises als vor einem Jahr d\u00fcrfte der Umsatz steigen. Durch die \u00dcbernahmen wurden jedoch auch zus\u00e4tzlich Neukunden gewonnen, die zu einer weiteren Umsatzsteigerung f\u00fchren d\u00fcrften. Ich halte es daher f\u00fcr sehr konservativ, wenn man die Kalkulation mit dem derzeit anvisierten Umsatzziel von 5 Mrd. Euro vornimmt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kl\u00f6ckner w\u00fcrde eine EBITDA Marge von 6% zu einer EBIT Marge von etwa 4% f\u00fchren. Kalkulieren wir einen entsprechenden Gewinn, so ergibt sich ein KGV 2011e von 4. Vor dem Hintergrund des erwarteten Umsatzwachstums von 10% f\u00fcr das Jahr 2011 ist dieses KGV, bei \u00fcberproportionalem Gewinnanstieg wie bei H\u00e4ndlern \u00fcblich, viel zu niedrig. Ein KGV von 7 w\u00fcrde ein Bewertungsniveau am unteren Ende der f\u00fcr Kl\u00f6ckner \u00fcblichen Bewertungsrelation bedeuten. Das entspricht vom aktuellen Kurs bei 14 Euro einem Kursziel von etwa 23 Euro.<\/p>\n<p>Eine wichtige Betrachtung ist bei Kl\u00f6ckner stets die Lagerhaltung der Kunden. Diese wurde 2009 erfolgreich abgebaut und f\u00fchrte somit zu einem sehr niedrigen Jahresumsatz. Derzeit erfolgen Lagerauff\u00fcllungsk\u00e4ufe, die jedoch noch weit hinter den K\u00e4ufen der Rekordjahre 2006 und 2007 zur\u00fcck bleiben. Wir befinden uns also auf den Stahlm\u00e4rkten noch immer in der Erholungsbewegung der Nachkrisenzeit, von \u00fcberf\u00fcllten Lagern sind wir noch weit entfernt.<\/p>\n<p>Sollte aus der Erholungsbewegung nach der Finanzkrise nun ein Konjunkturaufschwung werden, wie derzeit von kaum jemandem erwartet, so w\u00fcrde eine anspringende Nachfrage die Stahlpreise kr\u00e4ftig in die H\u00f6he schrauben und Kl\u00f6ckner k\u00f6nnte ein wesentlich h\u00f6heres Bewertungsniveau erfahren. F\u00fcr diesen optimistischen Fall werden unter vorgehaltener Hand Kurse von 32 Euro diskutiert. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde keine Konjunktur wie 2006 \/ 2007 erwarten, aber auch keine erneute Krise wie 2009. Vielmehr erwarte ich ein moderates Wirtschaftswachstum; gezogen von den Schwellenl\u00e4ndern werden Exportnationen wie Deutschland \u00fcber ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig robustes Wirtschaftswachstum verf\u00fcgen. Mein pers\u00f6nliches Kursziel f\u00fcr Kl\u00f6ckner liegt also irgendwo zwischen 23 und 32 Euro.<\/p>\n<p>Dieses Kursziel gilt f\u00fcr die n\u00e4chsten 12-18 Monte, also bis Ende 2011. Kurzfristig kann und wird es noch turbulent zugehen, insbesondere hier in Europa. Ich w\u00fcrde daher nicht alles auf eine Karte setzen, sondern schrittweise einsteigen. 14 Euro w\u00e4ren f\u00fcr mich erste Kaufkurse. Bei 12 w\u00fcrde ich nachkaufen und bei 10 liegt mein Abstauberlimit, um die Position voll zu machen. Sollte der Kurs nicht mehr weiter korrigieren, so w\u00fcrde ich nach dem ersten Kauf bei 14 Euro bereits zu 16 Euro nochmals einen Teil nachkaufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen Heibel-Ticker eignet sich Kl\u00f6ckner nicht, wir haben in unserer langfristigen Beobachtungsliste bessere Titel enthalten. {weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor sechs Wochen stand die Kl\u00f6ckner Aktie noch bei 23 Euro, heute notiert sie um 14 Euro. 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