{"id":1477,"date":"2010-06-10T09:06:04","date_gmt":"2010-06-10T08:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=1477"},"modified":"2022-02-09T10:20:30","modified_gmt":"2022-02-09T09:20:30","slug":"verstaendnisfrage-zu-griechenland-hilfe-und-schuldenbremse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/verstaendnisfrage-zu-griechenland-hilfe-und-schuldenbremse\/","title":{"rendered":"Verst\u00e4ndnisfrage zu Griechenland-Hilfe und Schuldenbremse"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-1480 nofollow noopener\" href=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1477,verstaendnisfrage-zu-griechenland-hilfe-und-schuldenbremse\/staatsverschuldung\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1480\" title=\"Staatsverschuldung\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/Staatsverschuldung-300x228.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Staatsverschuldung-300x228.gif 300w, https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Staatsverschuldung-150x114.gif 150w, https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Staatsverschuldung.gif 398w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Hallo Herr Heibel,<\/p>\n<p>ich habe in einigen Punkten Verst\u00e4ndnisprobleme, vielleicht sind die Themen allgemein interessant.<\/p>\n<p>F\u00fchrt die Griechenland-Hilfe zu den neuen Spar-Erfordernissen in DE, um die beschlossene Schuldenbremse dennoch einhalten zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Zu welchen Konditionen ist die Griechenland-Hilfe geplant? R\u00fcckgabe, Zins? Angenommen, die Hilfe wird zu 100% zur\u00fcckerstattet und tr\u00e4gt den anfallenden Zins, w\u00e4ren das f\u00fcr mich keine normalen Ausgaben und nicht dem Haushaltsdefizit zuzurechnen.Stark vereinfacht (ohne Zinseszins und Inflation): Deutschland begibt eine <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/know-how\/anleihen-privatanleger\/\">Anleihe<\/a> zu 2%, Laufzeit 10 Jahre, hilft Griechenland zu 7%. Pro Jahr 5% &#8211; auf 10 Jahre 50% &#8211; man k\u00f6nnte dann Griechenland 50% erlassen ohne zu verlieren. Ich kenne Details nicht, deshalb kann ich v\u00f6llig falsch liegen.<\/p>\n<p>Hat die EZB beim Aufkauf von Anleihen einzelner L\u00e4nder Gestaltungsspielraum durch Festsetzung des Preises? Evtl. in dem sie eine eigene Risikoeinsch\u00e4tzung und Bewertung von Konsolidierungsbem\u00fchungen vornimmt? Dann h\u00e4tten Probleml\u00e4nder evtl. eine Motivation, ihre Haushaltsprobleme in den Griff zu bekommen. Kann man so nicht indirekt steuernd auf Mitgliedsl\u00e4nder einwirken.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Peter aus Ulm<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p>Zu einem kleinen Teil ja, der gr\u00f6\u00dfere Teil ergibt sich aber aus dem deutschen Beitrag f\u00fcr das 750 Mrd. Euro EU-Rettungspaket. Ungeachtet dieser neuen Zahlungen hat Deutschland aber schon in der Finanzkrise 2008\/2009 gro\u00dfe Konjunkturprogramme verabschiedet, die das Budget der Neuverschuldung sowie sodann auch das der Gesamtschulden \u00fcber die Maastricht-Kriterien katapultierte.<\/p>\n<p>Man h\u00e4tte das gerne stillschweigend laufen lassen und &#8222;gehofft&#8220;, dass ein Konjunkturaufschwung f\u00fcr mehr Staatseinnahmen und damit wieder zur R\u00fcckkehr unter die Maastricht-Kriterien gesorgt h\u00e4tte. Doch die Finanzm\u00e4rkte sind durch Griechenland nun wachsam und da ist mit dem Prinzip Hoffnung nicht mehr viel zu holen. Nun muss sofort und konsequent gespart werden, um die Maastricht-Kriterien einzuhalten &#8211; selbst wenn die Konjunktur nicht w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Ja, da haben Sie recht &#8211; aber ich pers\u00f6nlich rechne nicht damit, dass Griechenland die Schulden vollst\u00e4ndig zur\u00fcckzahlen wird. Einen Teil werden wir abschreiben m\u00fcssen. Der Zins orientiert sich am Markt, ich glaube es wird der Zins des n\u00e4chstschlechteren Eu-Landes zugrunde gelegt.<\/p>\n<p>Ihre Idee: &#8230;ohne &#8222;nominell&#8220; zu verlieren. Wenn wir die Maastricht-Kriterien verletzen und mehr Geld aufnehmen, dann f\u00fchrt dies zu Inflation. Wenn wir das inflationierende Mehrgeld nach Griechenland schicken, dann leiden wir in den 10 Jahren stark unter der Inflation ohne einen finanziellen Ausgleich zu erhalten.<\/p>\n<p>Es gibt die \u00dcberlegung bei der EZB, eine eigene Risikoeinsch\u00e4tzung der EU-L\u00e4nder vorzunehmen. Ich glaube aber nicht, dass die EZB der geeignete K\u00f6rper f\u00fcr diese Aufgabe ist. Gestaltungsspielraum hat sie derzeit kaum, da oben genannter effektiver Zins des zweitschlechtesten Landes zugrunde gelegt wird.<\/p>\n<p>Hinter Ihren Fragen steckt die richtige Bef\u00fcrchtung: Ja, die EZB kann mehr Geld in den Markt geben. Auch Deutschland kann dies tun, solange die einzelnen Schuldnerl\u00e4nder solvent gehalten werden (durch Inflation). Dieser Weg ist in der Finanzgeschichte bereits unz\u00e4hlige Male gegangen worden und ich will nicht ausschlie\u00dfen, dass es auch diesmal wieder so geschehen wird. Zumindest k\u00f6nnte die Politik die Finanzm\u00e4rkte kurzfristig (3 Jahre?) davon \u00fcberzeugen, dass man diesen Weg erfolgreich beschreitet. Irgendwann fl\u00f6ge uns dann alles um die Ohren, denn zu hohe Inflationsraten werden dann auch in Deutschland f\u00fcr Unruhen sorgen. So zumindest meine Einsch\u00e4tzung.{weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel, ich habe in einigen Punkten Verst\u00e4ndnisprobleme, vielleicht sind die Themen allgemein interessant. F\u00fchrt die Griechenland-Hilfe zu den neuen Spar-Erfordernissen in DE, um die beschlossene Schuldenbremse dennoch einhalten zu k\u00f6nnen? Zu welchen Konditionen ist die Griechenland-Hilfe geplant? R\u00fcckgabe, Zins? 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