{"id":1510,"date":"2010-07-01T12:24:00","date_gmt":"2010-07-01T11:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=1510"},"modified":"2022-02-09T10:19:33","modified_gmt":"2022-02-09T09:19:33","slug":"kloeckner-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/kloeckner-co\/","title":{"rendered":"Kl\u00f6ckner &#038; Co \u00fcbertrieben ausverkauft"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-1514 nofollow noopener\" href=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/1510,kloeckner-co\/stahl\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1514\" title=\"Stahl\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/UserFiles\/Image\/Stahl.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Stahl.jpg 250w, https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Stahl-150x120.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Die Aktien von Kl\u00f6ckner sind in den vergangenen drei Monaten um 40% eingebrochen. Als Stahlh\u00e4ndler ist Kl\u00f6ckner extrem abh\u00e4ngig von Konjunkturschwankungen und Bedenken hinsichtlich einem abflauenden Wirtschaftswachstum in China (\u201enur\u201c 7% statt erwarteten 8%). Au\u00dferdem haben\u00a0 \u00c4ngste um die schwachen Immobilienm\u00e4rkte in Spanien, Gro\u00dfbritannien und den USA haben daf\u00fcr gesorgt, dass Anleger Kl\u00f6ckneraktien meiden.<\/p>\n<p>Doch meines Erachtens ist der Ausverkauf \u00fcbertrieben. Denn auf der einen Seite wird durch die negativen Entwicklungen nur ein Teil des Gesch\u00e4fts von Kl\u00f6ckner betroffen, w\u00e4hrend der andere Teil derzeit eine positive Meldung nach der anderen ausgibt. Und auf der anderen Seite ist der Ausverkauf bereits so heftig gewesen, dass die Aktie schon wieder auf Krisenniveau (KGV 2010e von 5) notiert, doch von einer Krise im Stahlmarkt kann ich nichts sehen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns also das Unternehmen einmal im Detail an: Der Anteil des China-Gesch\u00e4fts bei Kl\u00f6ckner ist gleich Null. Neben 15% US-Gesch\u00e4ft befinden sich alle Kunden von Kl\u00f6ckner in Europa. Der Stahlmarkt in China kann also h\u00f6chstens indirekt auf Kl\u00f6ckner Auswirkungen haben, indem die dortige Nachfrage einen Einfluss auf den weltweiten Stahlpreis hat. Schauen wir uns also die Stahlpreisentwicklung einmal n\u00e4her an:<\/p>\n<p>Die Finanzkrise 2007 \/ 2008 hat den Stahlpreis um 60% in den Keller gezogen. Seit M\u00e4rz 2009 erfolgte eine Gegenbewegung um 60% und so steht der Stahlpreis heute auf einem wesentlich h\u00f6heren Niveau als zur Finanzkrise. Die Euro-Krise hingegen hat dem Stahlpreis nicht zugesetzt, einen\u00a0 Stahlpreisr\u00fcckgang aufgrund der j\u00fcngsten Krise kann nicht beobachtet werden.<\/p>\n<p>Also: China hat keinen direkten Einfluss auf das Gesch\u00e4ft von Kl\u00f6ckner und der Stahlpreis entwickelt sich \u00fcberaus erfreulich. Warum also ist die Kl\u00f6ckneraktie um 40% eingebrochen?<\/p>\n<p>Der Immobilienmarkt in Spanien, Gro\u00dfbritannien und den USA ist am Boden, Anleger f\u00fcrchten ein fr\u00fches Ende der Konjunkturerholung aufgrund der kriselnden Immobilienm\u00e4rkte. Doch das ist keine \u00dcberraschung. Im Mai hielt Kl\u00f6ckner eine Analystenkonferenz ab, in der explizit die Entwicklung auf den Immobilienm\u00e4rkten angesprochen wurde: Es wird keine Erholung erwartet, und dies ist in den Unternehmensprognosen f\u00fcr 2010 bereits enthalten.<\/p>\n<p>Der Immobilienmarkt ist f\u00fcr etwa ein Drittel des Umsatzes von Kl\u00f6ckner verantwortlich. Daneben ist die Automobilindustrie wichtig f\u00fcr Kl\u00f6ckner, der Maschinenbau, sowie auch die Sparte f\u00fcr Haushaltsger\u00e4te (Bosch) und \u00e4hnliches. Alle diese Sparten verzeichnen eine anziehende Nachfrage bei steigenden Stahlpreisen. Der Umsatz von Kl\u00f6ckner werde im Jahr 2010 um 25% ansteigen (Kl\u00f6ckner-Prognose), trotz der Immobilienkrise. Die Automobilindustrie f\u00e4hrt Sonderschichten und l\u00e4sst ihre Produktionsflie\u00dfb\u00e4nder die Sommerpause hindurch laufen. Der Maschinenbau freut sich \u00fcber hohe Auftragseing\u00e4nge, die sich ab dem 2. Halbjahr 2010 in eine erh\u00f6hte Stahlnachfrage umwandeln werden. Die Lagerhaltung in Europa ist trotz der Auff\u00fcllk\u00e4ufe der vergangenen Monate noch immer extrem niedrig, aufgrund der steigenden Nachfrage reicht der Lagerbestand durchschnittlich nur noch f\u00fcr zwei Monate. Vor einem Jahr reichten die Best\u00e4nde f\u00fcr mehr als vier Monate.<\/p>\n<p>Durch den Ausverkauf der Kl\u00f6ckneraktien notiert die Aktie nunmehr auf einem KGV 2010e von nur noch 6,8. Dem von Analysten erwarteten Umsatzwachstum von 33% f\u00fcr das laufende Jahr wird dieses niedrige Niveau nicht gerecht. Auch vor dem Hintergrund des anhaltend hohen Umsatzwachstums von \u00fcber 15% f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre erscheint mir dieses KGV sehr niedrig.<\/p>\n<p>Mit Hilfe des DCF-Modells l\u00e4sst sich ein theoretisch fairer Wert ermitteln. Dieser Wert ist nat\u00fcrlich mit Vorsicht zu genie\u00dfen, denn sobald Anleger Angst vor irgendwas bekommen, werden sie die Aktie ungeachtet ihres fairen Wertes verkaufen. Dennoch gibt der faire Wert einen Anhaltspunkt daf\u00fcr, wo die Aktie mittel- und langfristig hinlaufen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit der Modellrechnung ergibt sich ein fairer Wert von 20,17 \u20ac je Aktie. Aktuell steht die Aktie bei 14,38 \u20ac, so dass sich ein Kurspotential von 41% ergibt. Sollte die Wirtschaft in China einbrechen und die Stahlnachfrage dadurch weltweit beeintr\u00e4chtigt werden, so ist diese Modellrechnung Makulatur. Wenn Sie jedoch genau wie ich erwarten, dass wir einen weltweiten, effizienzgetriebenen Aufschwung erleben werden, dann k\u00f6nnen Sie den fairen Wert als Kursziel f\u00fcr die n\u00e4chsten 12-18 Monate verwenden.{weiter[40|9]}<\/p>\n<p>Take Share,<\/p>\n<p>Stephan Heibel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aktien von Kl\u00f6ckner sind in den vergangenen drei Monaten um 40% eingebrochen. Als Stahlh\u00e4ndler ist Kl\u00f6ckner extrem abh\u00e4ngig von Konjunkturschwankungen und Bedenken hinsichtlich einem abflauenden Wirtschaftswachstum in China (\u201enur\u201c 7% statt erwarteten 8%). 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