{"id":1879,"date":"2011-10-14T17:00:02","date_gmt":"2011-10-14T16:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=1879"},"modified":"2025-08-21T10:41:07","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:07","slug":"erfahrungen-eines-langjahrigen-lesers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/erfahrungen-eines-langjahrigen-lesers\/","title":{"rendered":"Erfahrungen eines langj\u00e4hrigen Lesers"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Heibel,<\/p>\n<p>als langj\u00e4hriger, sehr zufriedener\u00a0Leser Ihres B\u00f6rsenbriefes tut es mir leid, das Abo nicht verl\u00e4ngern zu k\u00f6nnen. Ich habe zwar die K\u00fcndigungsfrist \u00fcbersehen, ersuche aber dennoch, mein Abo \u201estillzulegen\u201c.\u00a0 Ich m\u00f6chte mich zu gegebener Zeit wieder anmelden.<\/p>\n<p>Meine zwei letzten Positionen (Colt Group und Solar-Fabrik) bed\u00fcrfen auch keiner Bewertung Ihrerseits mehr, da kann ich eh nur mehr auf ein Wunder warten.<\/p>\n<p>Die sehr pers\u00f6nlich gehaltene Form Ihres B\u00f6rsenberichtes ermuntert mich, Ihnen eine kurze Beschreibung meines \u201eB\u00f6rsenlebens\u201c zukommen zu lassen und sei es nur, um Ihnen einen Einblick zu geben, was einer Ihrer langj\u00e4hrigen Leser so erlebt hat. Ich hoffe es gelingt mir in kurzer Form.<\/p>\n<p>Als EDV Techniker (mittleren Alters) hatte ich so um 1998 begonnen, mich f\u00fcr Aktien zu interessieren. Mit SAP, Cisco, Semperit, in weiterer Folge dann die US Firmen Level3, QUALCOMM, Analog Devices und noch ein paar anderen, nat\u00fcrlich den Technologiesektor betreffende Firmen, hatte ich eine gl\u00fcckliche Hand. Viel falsch machen konnte man ja ohnehin nicht.<\/p>\n<p>Weil ich so um 2000 Urlaub in Thailand machte, versah ich einige Positionen (nicht alle) mit Stopp\/Loss \u2013 welch ein Gl\u00fcck (bei 100% Gewinn verkaufen \u2013 die waren schon dr\u00fcber). Leider wollte ich bei Entrust, Colt und anderen auch (mindestens) 100% erreichen, hatte also kein Limit gesetzt. Ich hatte die noch lange Zeit und nat\u00fcrlich so um die \u2013 80, &#8211; 90%, irgendwann gibt man auf zu warten.<\/p>\n<p>Wie sagte schon Kostolany \u2013 \u201edie Gier im Menschen\u201c Na ja, solange es unterm Strich positiv bleibt, kann man dar\u00fcber lachen, und das war gerade noch der Fall.<\/p>\n<p>Damals las ich auch jedes Magazin, das \u00fcber Aktien, Anlagen usw. schrieb, das war auch der Zeitpunkt, zu dem ich auf Ihren B\u00f6rsenbericht (ekip oder so) stie\u00df, und seitdem genie\u00dfe ich Ihre Publikationen. Nach den Technologieaktien folgte die Biotechnologie. W\u00e4hrend ich mir im aufkommenden PC Zeitalter SELBER ausmalen konnte, wozu die Dinger gut sind und wie viele man davon verkaufen kann, konnte ich das nat\u00fcrlich mit Nano und Bio nicht. Also diese Spekulationen gingen schief.<\/p>\n<p>Anmerkung: Damals entnahm ich die Kaufempfehlungen den Magazinen, seitdem hab ich kein einziges mehr gekauft oder gelesen (au\u00dfer B\u00fccher und Ihren B\u00f6rsenbrief)<\/p>\n<p>Meine Positionen d\u00fcmpelten dann so dahin, und als einige schon wieder im Plus waren, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, meine Reserven (Pulver) einzusetzen. Bank Austria zum Beispiel\/dann Hypo Vereinsbank, IDS Scheer, Marvell, Solar-Fabrik, Nabors, \u2026. Na ja, alle konsumierten, vor allem die Amerikaner. Sah doch super aus. Kostolany w\u00fcrde sagen, das ist die obere, steigende Seite des Eies. Erfolg? Na ja, mal ein bisserl im Plus (meistens nach Monaten des \u201eZitterns\u201c \u2013 Nabors, \u2026), \u00f6fter im Minus \u2013 ich hab dazugelernt, schneller auch im Minus zu verkaufen (Verlust zu realisieren ist anders als Gewinn zu verbuchen &#8211; alt bekannt)<\/p>\n<p>Aber wie soll ich die Immobilienblase erkennen, bewerten? Wie soll ich eine Finanz\/Bankenkrise einordnen? Wie soll ich Staatspleiten einordnen. Und die Politik, die heute Aktienkurse macht? Fr\u00fcher konnte man so manchen Kurseinbruch noch aussitzen und warten.<\/p>\n<p>Ihre Infos sind\/waren f\u00fcr mich jedenfalls sehr wichtig, um meine eigenen Folgerungen zu kontrollieren oder zu korrigieren.<\/p>\n<p>Freunde, mit denen ich mich austauschen konnte, die Aktienpositionen hatten und die die Wirtschaft\/Politik beobachteten, gibt\u2019s eh schon keine mehr. (Sind alle wieder Bauspar- und Sparb\u00fcchlanleger geworden). Ist das alles wirklich komplizierter geworden, oder bin ich schon zu alt?<\/p>\n<p>Jedenfalls flossen meine Mittel nun in Fonds (BNP Paribas \u2013 WorldselectOne First und Asset)\u2013 auch in Hinblick auf die Finanzierung meiner (unserer) Eigentumswohnung.<\/p>\n<p>Diese h\u00e4tte bei einem DAX von 8000 ausbezahlt werden k\u00f6nnen \u2013 wenn nicht \u2026Griechenland, Euro und so&#8230; (eh bekannt). Meine Frage allgemein, Sie m\u00fcssen nicht antworten \u2013 Wann sehen wir wieder eine stabile (Wertpapier-)Wirtschaft?<\/p>\n<p>Sie haben wahrscheinlich recht \u2013 nach der Panik \u2013 aber die wird\u2019s laut Politik nicht geben \u2013 Politik welchen Landes \u2013 Euroland?<\/p>\n<p>Aber ich will meine Wohnung vor der Panik fertig zahlen \u2013 und das, wie man es sich bei Fonds vorstellt \u2013 mit 6-8% Rendite im Jahr. Sind diese Zeiten vorbei?<\/p>\n<p>\u00dcbrigens habe ich eine F\u00e4higkeit bei mir festgestellt. In den letzten Jahren ist es mir gelungen, Aktien zu kaufen, die gleich danach fallen und Aktien zu verkaufen, die gleich danach steigen. Das gleiche gilt bei <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/know-how\/gold-analyse-und-investmentstrategie\/\">Gold<\/a> \u2013unsere Eheringe (ich habe im September geheiratet), habe ich zum H\u00f6chstpreis im August erworben.<\/p>\n<p>Meine Goldpositionen habe ich letztes Jahr aufgel\u00f6st \u2013 ein Jahr zu fr\u00fch! \u2013 Aber gut, die habe ich in den sp\u00e4ten 80ern, und 90ern gekauft, sp\u00e4ter dann auch als \u201ePortfolioabsicherung\u201c zu meinen Aktien.<\/p>\n<p>So, das sind so die Anlage\/Spekulationsversuche eines Ihrer Leser. Da ich mich aber nun bei einer Firma einkaufen m\u00f6chte (als technischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer),sind f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr alle Sonderausgaben gestrichen.<\/p>\n<p>Leider!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen noch viel Erfolg<\/p>\n<p>und einen sch\u00f6nen Tag aus Steyr \/Ober\u00f6sterreich, Peter<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ANTWORT<\/p>\n<p>Ganz herzlichen Dank f\u00fcr Ihr Schreiben, ich habe es mit gro\u00dfem Interesse gelesen. Hier ein paar Gedanken zu Ihren Zeilen:<\/p>\n<p>Sie fragen, wie man Krisen und politische Wirren erkennen kann. Meine Einsch\u00e4tzung: Die Finanzm\u00e4rkte sind irr! Die Aktienkurse und Rohstoffpreise sind von der Realwirtschaft entkoppelt, Spekulanten sorgen daf\u00fcr, dass die Finanzinstrumente, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Realwirtschaft geschaffen wurde (zur Absicherung von Exportrisiken oder Einkaufsrisiken etc.) nicht mehr von Unternehmen genutzt werden. Ich habe in den vergangenen Wochen mehrere Kommentare von Mittelst\u00e4ndlern gelesen, die explizit sagen, dass sie ihre Gesch\u00e4fte mit den derzeit verf\u00fcgbaren Finanzinstrumenten nicht absichern k\u00f6nnen, weil die Preise (durch Spekulanten?) nichts mit der Realit\u00e4t zu tun haben.<\/p>\n<p>Fundamentale Betrachtungen sind in meinen Augen nicht schwerer als vor 10 Jahren, doch die Schwankungen, denen man sich als langfristig orientierter Anleger aussetzt, sind wesentlich st\u00e4rker und zehren wesentlich mehr an den Nerven.<\/p>\n<p>DAX 8.000? In ein bis zwei Jahren.<\/p>\n<p>Ehering: Gl\u00fcckwunsch, Sie werden noch feststellen, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt gekauft haben. Der Goldpreis wird sich in den n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf Jahren meiner Einsch\u00e4tzung nach nochmals verdoppeln.<\/p>\n<p>Wann kehren wir zu normalen B\u00f6rsen zur\u00fcck? Ich habe mir bereits im Jahr 2000 einen langfristigen Fahrplan ausgearbeitet (Nach Elliot-Wellen-Analysen). Demzufolge erwarte ich noch bis 2013 einen steigenden Goldpreis, also zunehmende Verunsicherung gegen\u00fcber unserem Finanzsystem. Der DAX k\u00f6nnte demzufolge nochmals, nach einer mehrmonatigen Seitw\u00e4rtsbewegung, nach oben ausbrechen, d\u00fcrfte dann in ein paar Jahren aber erneut unter dem Druck der Schuldenlasten kollabieren. Irgendwann bis 2017 wird es dann eine nachhaltig tragf\u00e4hige L\u00f6sung f\u00fcr unser Finanzsystem geben. Was in den Jahren 2013 bis 2017 passiert, wei\u00df ich nicht, da d\u00fcrfte es rund gehen.<\/p>\n<p>In der heutigen Ausgabe werde ich auf die gefundenen L\u00f6sungen der EU-Schuldenkrise eingehen, und ich f\u00fcrchte, ich werde feststellen m\u00fcssen, dass es nur vor\u00fcbergehende L\u00f6sungen sind.<\/p>\n<p>Also: Behalten Sie Ihren Ehering. Aus Anlegersicht mindestens bis 2013 und aus pers\u00f6nlicher Sicht f\u00fcr die Ewigkeit \ud83d\ude42 Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zur Hochzeit.<\/p>\n<p>{weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Heibel, als langj\u00e4hriger, sehr zufriedener\u00a0Leser Ihres B\u00f6rsenbriefes tut es mir leid, das Abo nicht verl\u00e4ngern zu k\u00f6nnen. Ich habe zwar die K\u00fcndigungsfrist \u00fcbersehen, ersuche aber dennoch, mein Abo \u201estillzulegen\u201c.\u00a0 Ich m\u00f6chte mich zu gegebener Zeit wieder anmelden. 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