{"id":2428,"date":"2019-04-16T10:05:31","date_gmt":"2019-04-16T09:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=2428"},"modified":"2022-02-09T10:15:51","modified_gmt":"2022-02-09T09:15:51","slug":"amazon-todesstern-zielt-auf-spotify","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/amazon-todesstern-zielt-auf-spotify\/","title":{"rendered":"Amazon-Todesstern zielt auf Spotify"},"content":{"rendered":"\n<p>In einem US-Magazin wurde gestern <a href=\"https:\/\/www.billboard.com\/articles\/business\/8506943\/amazon-offer-ad-supported-music-service-exclusive\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">berichtet<\/a>, dass Amazon das Fremium-Modell von Spotify austesten werde. Die Aktie von Spotify sank daraufhin gestern um 4%.<\/p>\n\n\n\n<p>Amazon hat den Spitznamen \u201eTodesstern\u201c, denn eine Branche\nnach der anderen wird von Amazon zerst\u00f6rt: Vom Buchhandel \u00fcber Elektronikteile\nbis hin zu gro\u00dfen Teilen des Einzelhandels verzeichnen hohe Insolvenzraten,\nseit Amazon die entsprechenden Branchen bearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im boomenden Markt der Cloud-Dienste ist die Amazon-Cloud\n(AWS) Marktf\u00fchrer. Dank der \u00fcberlegenen Infrastruktur, sowohl On-, als auch\nOffline, hat es den Anschein, dass Amazon sich nur die Branche aussuchen\nbraucht, die es als n\u00e4chstes zerst\u00f6ren m\u00f6chte. Wie der Todesstern im \u201eKrieg der\nSterne\u201c (Star Wars) hat es den Anschein, man k\u00f6nne Amazon nicht mehr aufhalten,\nwenn ein Ziel erst einmal ins Visier genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Angst ist \u00fcbertrieben, denn es gibt auch andere\nBeispiele: FedEx, UPS und DHL\/Deutsche Post haben seit Jahren Angst vor Amazons\neigenem Lieferservice, doch bis heute hat Amazon es nicht geschafft, nennenswerte\nMarktanteile zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den USA versuchte sich Amazon von ein paar Jahren im\nHandel mit Auto-Ersatzteilen, die Aktie von Autozone war daraufhin stark\neingebrochen. Doch schnell zeigte sich, dass Amazon keine Chance hatte, die\ndetaillierten Spezifikationen und teilweise seltenen Ersatzteile anzubieten,\nnach kurzer Zeit setzte die Aktie von Autozone zu einem H\u00f6henflug an, der bis\nheute anh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Versand von Lebensmitteln ist seit vielen Jahren\nerkl\u00e4rtes Ziel von Amazon, doch bis heute ist Gesch\u00e4ftsbereich nicht richtig in\nSchwung gekommen. Auch im B2B-Handel mit Industrieg\u00fctern \/ Zulieferteilen f\u00fcr\ndie Industrie konnte Amazon trotz hoher Investitionen nicht Fu\u00df fassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Amazons CEO Jeff Bezos, der aktuell reichste Mensch der\nWelt, treibt seine Mitarbeiter an, immer Neues auszuprobieren. Beim\nAusprobieren legt er Wert auf Innovation, aber auch auf eine zeitnahe\nErfolgskontrolle, damit die Abenteuer im Zweifel fr\u00fchzeitig beendet werden,\nwenn der gew\u00fcnschte, zuvor definierte Erfolgspfad nicht eingehalten wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt hat Amazon Spotify ins Visier genommen. Klar, mit\nAmazon Music Unlimited (10\u20ac\/M) gibt es schon lange einen\nAmazon-Streamingdienst. Und mit Amazon Prime Music gibt es auch schon lange\neinen Dienst, der f\u00fcr Prime-Kunden (69\u20ac\/a) ohne weitere Kosten verf\u00fcgbar ist.\nAber ein g\u00e4nzlich kostenfreies Angebot, das sich \u00fcber Werbung finanziert, gibt\nes noch nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch gerade das ist eines der Erfolgsmodelle von Spotify:\nKunden k\u00f6nnen dort w\u00e4hlen zwischen werbefreier Musik f\u00fcr 10\u20ac\/M oder aber Musik,\ndie ab und an durch Werbung unterbrochen wird, daf\u00fcr aber kostenfrei ist. Das\nist das sogenannte Freemium-Modell: Kostenfreies Basisangebot und\nkostenpflichtiges Premium-Angebot ohne Werbung. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Freemium-Modell ist spitze! Ich betreibe meinen\nHeibel-Ticker B\u00f6rsenbrief seit inzwischen 15 Jahren nach diesem Modell:\nvergangenheitsbezogene Analysen du Erkl\u00e4rungen werden kostenfrei verschickt\n(\u00fcbrigens sogar werbefrei), meine Schlussfolgerungen daraus sowie meine\nPrognosen hingegen bleiben den zahlenden Premium- (PLUS-) Kunden vorbehalten.\nFunktioniert super!<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird spannend sein zu beobachten, ob Amazon im Markt des\nMusik-Streamings erfolgreich ist oder nicht. Zum einen hat Spotify noch einige\nVorteile, zum anderen ist die Konkurrenz viel gr\u00f6\u00dfer als nur Spotify: Apple\nMusik, Tidal, Deezer, Napster und viele mehr k\u00e4mpfen mit unterschiedlichen\nAngeboten um Kunden. Insbesondere die unabh\u00e4ngigen Anbieter haben den Vorteil,\nauf vielen Plattformen (iOS, Android, Sonos, Browser, Netzwerk-Lautsprecher,\n&#8230;) verf\u00fcgbar zu sein w\u00e4hrend die Gro\u00dfen wie Amazon, Apple und Google Probleme\nhaben, ihre Dienste auf die jeweiligen Konkurrenz-Plattformen zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Inhalte sind unterschiedlich: Die einen bieten\neine besonders hohe Qualit\u00e4t, die anderen bieten kostenlosen Streaming \u00fcber\nbestimmte Mobilfunkanbieter an.<\/p>\n\n\n\n<p>Spotify nennt eine ausgefeilte k\u00fcnstliche Intelligenz ihr\nEigen, die passende Musikvorschl\u00e4ge f\u00fcr jeden Kunden individuell aus dem\nbislang Geh\u00f6rten erstellt. Au\u00dferdem hat Spotify k\u00fcrzlich durch den Kauf von\nParcast die eigene Pr\u00e4senz im Markt der Podcasts verst\u00e4rkt.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Global hat Spotify durch diese Vorteile sowie durch seinen\nfr\u00fchen Markteintritt noch einen Vorsprung: Nicht ganz 100 Mio. Kunden werden\nSpotify zugeschrieben, Apple kommt wohl nur auf die H\u00e4lfte und Amazon Music ist\nknapp \u00fcber 20 Mio. zahlenden Kunden. Doch in den USA gab es k\u00fcrzlich einen\nBericht, demzufolge Apple Music dort schon mehr Kunden hat als Spotify. <\/p>\n\n\n\n<p>Spotify ist der unabh\u00e4ngige Streaming-Anbieter mit klaren\nVorteilen gegen\u00fcber der Konkurrenz. Doch Apple, Google und nun auch Amazon\nhaben tiefe Taschen und werden sich mit Spotify einen bitteren Kampf um\nMarktanteile liefern. Spotify schreibt auf absehbare Zeit Verluste und hat\nderzeit knapp eine Milliarde Euro an Nettoliquidit\u00e4t verf\u00fcgbar. Die drei gro\u00dfen\nWettbewerber verf\u00fcgen praktisch \u00fcber unendlich viel Barreserve (zig-Milliarden,\nTendenz steigend), k\u00f6nnten also technologische Nachteile aufholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt der Vorteil der Unabh\u00e4ngigkeit Spotifys. Reicht das,\num zu gewinnen?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns als Anleger ist diese Frage nicht so wichtig. Es reicht die Erkenntnis, dass der Wettbewerb in diesem Marktbereich extrem hart ist. Spotify ist damit leider nicht mehr ein Unternehmen, das einen neuen Markt im Sturm erobert \u2013 die Zeit ist vorbei. Nun beginnt ein Verteilungskampf, der in die Margen schneidet und Spotify sowohl Marktanteile, als auch Gewinnmarge kosten wird. Die Aktie stellt daher in meinen Augen erst einmal keine gute Anlageidee dar, leider.<\/p>\n\n\n\n<p>Neuigkeiten zur Entwicklung von Amazon und Spotify werde ich in meinem w\u00f6chentlich erscheinenden <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Heibel-Ticker (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Heibel-Ticker<\/a> ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem US-Magazin wurde gestern berichtet, dass Amazon das Fremium-Modell von Spotify austesten werde. Die Aktie von Spotify sank daraufhin gestern um 4%. 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