{"id":3288,"date":"2020-03-25T10:09:22","date_gmt":"2020-03-25T09:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=3288"},"modified":"2025-08-21T10:41:06","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:06","slug":"htupdate-wheaton-precious-in-wenigen-stunden-30-runter-und-rauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/htupdate-wheaton-precious-in-wenigen-stunden-30-runter-und-rauf\/","title":{"rendered":"HT+Update: Wheaton Precious in wenigen Stunden 30% runter und rauf"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Montag fr\u00fch, w\u00e4hrend ich mein letztes Update schrieb, <strong>brach Wheaton Precious zeitweilig um 30% ein<\/strong>. 30% Tagesminus. Im Vergleich zum Hoch von Ende Februar war die Aktie damit nur noch halb so teuer. Doch binnen <strong>weniger Stunden schoss die Aktie wieder nach oben<\/strong> und beendete den Tag mit einem Minus von nur noch 2%. Ein klares Zeichen daf\u00fcr, dass am Markt nicht mehr Menschen, sondern Maschinen am Werk sind, denn welches Unternehmen kann in den Augen seiner Eigent\u00fcmer <strong>binnen weniger Stunden 30% seines Wertes verlieren und dann wieder hinzugewinnen<\/strong>?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen also nun, dass Kr\u00e4fte am Werk sind, die manchmal Entwicklungen \u00fcbertreiben, manchmal sogar in die falsche Richtung treiben. F\u00fcr den Edelmetallmarkt sehe ich die aktuelle Entwicklung als falsch an. Notenbanken \u00f6ffnen ihre Schleusen, Regierungen sprechen von und versprechen Helikoptergeld (Direkthilfen f\u00fcr Kleinunternehmen). Sowohl unser gesellschaftliches als auch wirtschaftliches System wird derzeit aus den Angeln gehoben. Vor Edelmetallh\u00e4ndlern bilden sich lange Schlangen. Der Goldpreis m\u00fcsste eigentlich durch die Decke gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tut er aber nicht, auch nicht der Silberpreis. Im Gegenteil: Silber ist von 18 auf 12 USD\/Oz gefallen (-33%), <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/gold-analyse-und-investmentstrategie\/\">Gold<\/a> von 1.680 auf 1.480 USD\/Oz (-12%). Minenaktien und eben auch Wheaton Precious haben diese Entwicklung \u00fcbertrieben mitgemacht. Hintergrund ist meiner Einsch\u00e4tzung nach die Geldnot vieler Spekulanten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Jahre, und insbesondere in den vergangenen Monaten, wurde viel Geld in Gold und Silber, in Lizenz-Unternehmen wie Wheaton Precious, in Minenbetreiber wie Barrick Gold geparkt, um f\u00fcr schlechte Zeiten gewappnet zu sein. Spekulanten m\u00f6chten genau dann, wenn die Aktienm\u00e4rkte einbrechen, eine sichere Cash-Quelle haben. Und das sind Edelmetalle, ist der Edelmetallmarkt. Und so bedient man sich dieser &#8222;Cash-Reserve&#8220;, um nach den heftigen Verlusten am Aktienmarkt wieder neues Spielgeld zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch konnte der Edelmetallmarkt seiner Aufgabe nur bedingt gerecht werden: Zwar hielten sich die Werte zun\u00e4chst stabil, doch schon bald kamen andere Verk\u00e4ufer hinzu: Margin Calls. Spekulanten, deren Spekulationen auf Pump finanziert und durch ihren Goldbestand abgesichert waren, mussten durch die Kursverluste Sicherheiten nachschieben. Und als Sicherheit kann Cash zu 100% beliehen werden, eine Minenaktie oder ein Goldzertifikat nur zu einem variablen Anteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prozess l\u00e4uft wie folgt: Der Spekulant, der nicht ausreichend Sicherheiten hat, wird aufgefordert, bis zu einer bestimmten Uhrzeit Sicherheiten (Bargeld!) zu liefern. Geschieht dies nicht, hat der Broker die Befugnis, Papiere aus seinem Depot zu verkaufen \u2026 ohne R\u00fccksicht auf den Kurs. Und so muss es am Montag Vormittag jemanden gegeben haben, dessen Position in Wheaton Precious liquidiert wurde. Mangels Nachfrage f\u00fchrte diese Aktien schon bei geringem Handelsvolumen zu dem oben beschriebenen heftigen Ausverkauf. Erst als der Margin Clark, so hei\u00dft der Mitarbeiter des Brokers, der das umsetzen muss, fertig war, endete der Kursrutsch und binnen weniger Minuten stand die Aktie fast wieder auf dem Niveau des Vortages.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen meiner Einsch\u00e4tzung nach solche Ereignisse noch h\u00e4ufiger sehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bewertung: Der Gewinn von Wheaton Precious soll Analystensch\u00e4tzungen zufolge in den kommenden f\u00fcnf Jahren um j\u00e4hrlich 19% steigen. Das KGV 2021e steht bei 30. Damit betr\u00e4gt das KGV weniger als das doppelte des Gewinnwachstums, die Aktie ist daher im Rahmen dessen, was ich als fair bewertet betrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Jahr 2020 wird eine gleichbleibende Goldproduktion von 685.000 bis 725.000 Unzen von Gold-\u00c4quivalent erwartet (2019 waren es 707.000). Dabei wird Silber und Palladium in ein Gold-\u00c4quivalent umgerechnet. Je nach Goldpreis wird sich dann der Umsatz entwickeln. Wenn der Goldpreis steigt, wird auch der Umsatz entsprechend steigen, der Gewinn sodann aufgrund gleichbleibender Kosten springt dann \u00fcberproportional an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wheaton Precious ist kein Minenbetreiber, sondern hat Minenbetreiber finanziert und wird nun mit der Belieferung von Gold ausbezahlt. <\/strong>Das attraktive daran ist, dass f\u00fcr Wheaton Precious durch den Minenbetrieb keine unvorhersehbaren Kosten mehr anfallen. Das Haar in der Suppe dieses Gesch\u00e4ftsmodells ist, dass es in der Hand des Minenbetreibers ist, wie viel Gold geliefert wird (ein festgelegter Anteil der Produktion). F\u00e4llt die Minenproduktion also hinter die Erwartungen, kostet es Wheaton Precious nichts, das Unternehmen muss nur l\u00e4nger auf seine Bezahlung warten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>COVID-19<\/strong>: Nat\u00fcrlich ist zu erwarten, dass auch Minen weltweit durch das Coronavirus Beeintr\u00e4chtigungen in der Produktion sp\u00fcren werden. Entsprechend ist ein Teil des Ausverkaufs bei Wheaton Precious sicherlich auch berechtigt. Die R\u00fcckzahlung der Kredite verschiebt sich also in die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig gehe ich jedoch davon aus, dass die Liquidit\u00e4tsschwemme, die <strong>fiskalpolitischen Ma\u00dfnahmen und das Chaos in unseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemen den Goldpreis antreiben<\/strong> wird und somit das l\u00e4ngere Warten \u00fcberkompensieren wird. F\u00fcr die kommenden Monate erwarte ich, dass Wheaton Precious im Rahmen von Ausverkaufswellen und von Panik immer wieder unter die R\u00e4der geraten wird. Anschlie\u00dfend d\u00fcrfte sich die Aktie jedoch deutlich st\u00e4rker erholen als der Gesamtmarkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag fr\u00fch, w\u00e4hrend ich mein letztes Update schrieb, brach Wheaton Precious zeitweilig um 30% ein. 30% Tagesminus. Im Vergleich zum Hoch von Ende Februar war die Aktie damit nur noch halb so teuer. Doch binnen weniger Stunden schoss die Aktie wieder nach oben und beendete den Tag mit einem Minus von nur noch 2%. 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