{"id":3365,"date":"2020-04-14T12:47:46","date_gmt":"2020-04-14T11:47:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=3365"},"modified":"2022-02-09T10:19:34","modified_gmt":"2022-02-09T09:19:34","slug":"leserfrage-wo-kommen-ploetzlich-die-billionen-milliarden-und-millionen-an-geld-her-und-wer-soll-sie-zurueckzahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/leserfrage-wo-kommen-ploetzlich-die-billionen-milliarden-und-millionen-an-geld-her-und-wer-soll-sie-zurueckzahlen\/","title":{"rendered":"Leserfrage: Wo kommen pl\u00f6tzlich die Billionen, Milliarden und Millionen an Geld her, und wer soll sie zur\u00fcckzahlen?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ich freue mich \u00fcber das positive Feedback zu den Leserfragen meiner letzten Ausgaben. Ich werde die Leserfragen nun wieder in den Heibel-Ticker als eigenes Kapitel einbauen. Vor vielen Jahren hatte ich das schon regelm\u00e4\u00dfig getan, doch damals st\u00f6rten sich einige Leser daran, dass ich auf individuelle Probleme eingehe, was die Allgemeinheit &#8222;nicht interessiere&#8220;. Ich habe das dann irgendwann gelassen. Das aktuell positive Feedback zur erfolgten Wiederaufnahme einiger meiner Leser best\u00e4rkt mich darin, dies auch k\u00fcnftig zu tun. Bitte haben Sie aber Verst\u00e4ndnis, dass ich nur wenige ausgew\u00e4hlt Leserfragen in den Heibel-Ticker aufnehme.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Nachfolgend finden Sie meine Antwort zu der Frage: Wo kommen pl\u00f6tzlich die Billionen, Milliarden und Millionen an Geld her, und wer soll sie zur\u00fcckzahlen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Notenbanken k\u00f6nnen Geld aus dem Nichts erschaffen. Beispielsweise kommt eine normale Gesch\u00e4ftsbank zur Notenbank und sagt, mein Kunde, der Autobauer XY, m\u00f6chte gerne einen Kredit \u00fcber 100 Mio. Euro von mir haben. Gibst Du, liebe Notenbank, mir das Geld, damit ich dem Kunden den Kredit geben kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Notenbank schaut nun nicht etwa in den Tresor um festzustellen, ob dort 100 Mio. Euro liegen, die verliehen werden k\u00f6nnen, sondern nimmt ein wei\u00dfes Blatt Papier und schreibt drauf: \u201e100 Mio. Euro\u201d. Dieses Papier gibt sie der Bank und sagt: \u201eDas m\u00fcsst ihr uns aber irgendwann zur\u00fcck geben\u201d. Die Bank geht mit dem Papier zum Kunden, h\u00e4ndigt das 100 Mio. Euro Blatt (man k\u00f6nnte auch Schein sagen) aus und schwups sind 100 Mio. Euro mehr im Umlauf unseres Geldsystems.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich bei dieser vereinfachten Darstellung nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Notenbank sich die Bilanz der Bank anschaut und nur Geld bis zu bestimmten H\u00f6chstwerten in Abh\u00e4ngigkeit von der Bilanz ausleiht. Und es gibt Zinsen, Laufzeiten und vieles mehr. Aber <strong>das Grundprinzip ist immer gleich: Die Notenbank kann neues Geld aus dem Nichts erschaffen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menge an Geld, die von der Notenbank erschaffen werden kann, soll genau so sein, dass wir eine kleine Inflation haben, &#8222;nahe bei, nicht aber \u00fcber 2%\u201d lautet noch immer das offizielle Ziel. Wenn die Notenbank zu viel von diesen Papieren schreibt, dann entsteht ein Wettbewerb um die G\u00fcter, so dass deren Preise zu schnell steigen k\u00f6nnten &#8211; die Inflation w\u00fcrde also \u00fcber 2% springen. Wenn das passiert, dreht die Notenbank an der Zinsschraube oder nutzt andere \u201eunkonventionelle\u201d Ma\u00dfnahmen, um eine zu hohe Inflation wieder zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Inflation ist dabei die Ma\u00dfeinheit f\u00fcr die Ver\u00e4nderung des Geldwertes. Das Mandat der Notenbank lautet, f\u00fcr Geldwertstabilit\u00e4t zu sorgen. Kaufkraft und Preisniveau m\u00fcssen also aufeinander abgestimmt sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt gehen wir mal vereinfacht davon aus, dass wir eine bestimmte Geldmenge f\u00fcr die verf\u00fcgbaren G\u00fcter haben. Wenn &#8211; wie wir derzeit beobachten &#8211; die verf\u00fcgbaren G\u00fcter weniger werden, weil die Wirtschaft in ein k\u00fcnstliches Koma versetzt wurde, und gleichzeitig die Geldmenge drastisch ausgeweitet wird, weil Regierungen mit Konjunkturprogrammen um sich schmei\u00dfen (auch Regierungen sind \u201eKunden\u201d der Gesch\u00e4ftsbanken), dann sollte man auf den ersten Blick meinen, dass die Preise nach oben schie\u00dfen und wir eine ziemlich hohe Inflation bekommen. Das ist jedoch falsch, denn wir haben in unserer Betrachtung noch nicht die Zeit ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die oben genannten 100 Mio. Euro k\u00f6nnen von dem Bankkunden verwendet werden, um eine zus\u00e4tzliche Fabrik zu bauen. Der Fabrikbauer erh\u00e4lt das Geld und kauft damit die erforderlichen Maschinen ein, der Maschinenbauer nimmt das Geld und kauft Vorprodukte ein, um die Maschinen zu bauen und der Zulieferer verwendet das Geld f\u00fcr den Einkauf von Rohstoffen. Das Ganze spielte sich nun beispielsweise von Januar bis Dezember ab. Mit den 100 Mio. Euro wurden 4 Rechnungen bezahlt. Unser Bruttoinlandsprodukt w\u00fcrde durch diesen Vorgang um 400 Mio. Euro anspringen. G\u00fcter im Wert von 400 Mio. Euro wurden nachgefragt. Die zus\u00e4tzlichen 100 Mio. Euro haben also noch viel mehr an Nachfrage erzeugt als der urspr\u00fcngliche Betrag. Die zu erwartende Inflation w\u00e4re also deutlich h\u00f6her.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Tagen erleben wir das genaue Gegenteil. Unz\u00e4hlige Firmen laufen zu ihren Banken, um Kredite zu bekommen. Sie bekommen ihre 100 Mio. Euro, die von der Notenbank aus dem Nichts erschaffen werden und die Kredite werden von der Bundesregierung abgesichert. Nun wird mit den 100 Mio. Euro aber keine neue Fabrik gebaut, sondern es werden f\u00e4llige Geh\u00e4lter an Mitarbeiter ausgezahlt, f\u00e4llige Mieten \u00fcberwiesen und f\u00e4llige Rechnungen bezahlt. Diese Zahlungen w\u00e4ren ohnehin erfolgt, wenn das Gesch\u00e4ft normal verlaufen w\u00e4re, doch aufgrund des k\u00fcnstlichen Komas unserer Wirtschaft fehlen vielen Unternehmen Einnahmen, mit denen diese Zahlungen geleistet worden w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Geld, das irgendwo in den Tresoren vieler Kunden liegt, die eigentlich ein Auto gekauft h\u00e4tten, liegt derzeit noch immer im Tresor. Dieses Geld wurde der Wirtschaft vor\u00fcbergehend entzogen, da es nicht \u201eumgeschlagen\u201d wird. Wir erinnern uns: Das Bruttoinlandsprodukt wird bestimmt durch die verf\u00fcgbare Geldmenge und durch die H\u00e4ufigkeit, wie oft das Geld innerhalb des Jahres zur Zahlung verwendet wird (Umlaufgeschwindigkeit).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umlaufgeschwindigkeit ist aufgrund der Coronakrise eingebrochen. Diesen Einbruch muss die Notenbank durch eine Erh\u00f6hung der Geldmenge ausgleichen, damit die Geldwertstabilit\u00e4t gewahrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit sind sich alle einig. Worin nun die Experten streiten, ist die F\u00e4higkeit der Notenbank, die einmal ins System geschleuste Geldmenge wieder zur\u00fcckzuholen, wenn die Wirtschaft wieder anl\u00e4uft, wenn sich also die Umlaufgeschwindigkeit wieder erholt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer soll das alles zur\u00fcckzahlen? Nun, der Autobauer, die Regierung (\u00fcber Steuern, also wir), \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Kapitel 06 meiner neuen Ausgabe finden Sie die weitere neue Leserfragen und meine Antworten dazu frei zug\u00e4nglich: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1737#ch06\" target=\"_blank\">https:\/\/heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1737#ch06<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. Mittlerweile schreibe ich w\u00f6chentlich f\u00fcr mehr als 25.000 Leser \u00fcber Hintergr\u00fcnde zum Aktienmarkt und Ursachen f\u00fcr Kursbewegungen von Aktien.<br \/>\n<br \/>\nMeine Leser sch\u00e4tzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Als Privatanleger nutzen sie meine Einsch\u00e4tzungen und Investmentideen zur selbstst\u00e4ndigen Portfolio-Optimierung.<br \/>\n<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich zum <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief<\/a> gratis anmelden und erhalten jeden Freitag die neue Ausgabe direkt in Ihr Mail-Postfach.<br \/>\n<br \/>\nKein Spam, kein Abo, Abmeldung jederzeit m\u00f6glich.\n<\/div><br \/>\n<input name=\"refID\" type=\"hidden\" value=\"9\"\/>\n<input name=\"abo[subscribe]\" type=\"hidden\" value=\"subscribe\"\/><input id=\"input_email\" class=\"input_s\" name=\"abo[email]\" size=\"8\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"E-Mail\"\/><br \/>\n<br \/>\n<input name=\"dsa\" required=\"\" type=\"checkbox\"\/> Ja, ich stimme der <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/static\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefes zu.<br \/>\n<br \/>\n<input class=\"sgny-readmore-btn send-btn\" name=\"sent2\" type=\"submit\" value=\"Kostenlos anmelden\"\/>\n<p class=\"info-txt\"><\/p>\n<\/form>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich freue mich \u00fcber das positive Feedback zu den Leserfragen meiner letzten Ausgaben. 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