{"id":459,"date":"2008-03-12T11:17:08","date_gmt":"2008-03-12T10:17:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/459,boersenanalyse-bernankes-wahren-ziele\/"},"modified":"2022-02-09T10:17:00","modified_gmt":"2022-02-09T09:17:00","slug":"boersenanalyse-bernankes-wahren-ziele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/boersenanalyse-bernankes-wahren-ziele\/","title":{"rendered":"B\u00f6rsenanalyse &#8211; Bernankes wahre Ziele"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel,<\/p>\n<p>meine Thornburg-Aktien hab\u2018 ich heute mittag verkauft \u2013 1,15 Euro das St\u00fcck \u2013 immerhin besser als Null. Abgehakt. Shit happens. Und Sie sollten sich auch keine grauen Haare dr\u00fcber wachsen lassen. Was mich in diesem Zusammenhang interessieren w\u00fcrde: Sind den Gl\u00e4ubiger-Banken wirklich die Nerven durchgegangen (das w\u00e4r\u2018 ein verdammt schlechtes Zeichen!), war es eine Vendetta oder die gezielte Beseitigung eines Konkurrenten, um sich an dessen Leiche g\u00fctlich zu tun? Letzteres erschiene mir plausibel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Irgendwas kann bei Aktien immer mal daneben gehen. Nach meinem Verst\u00e4ndnis sind Aktien keine Geld-ANLAGEN, sondern immer Wetten. Es gibt riskante und weniger riskante Wetten, wobei eine Risikoarme pl\u00f6tzlich in eine Riskante umschlagen kann, weil man als Anleger ja nie \u00fcber alle Informationen verf\u00fcgt (s. IKB). Daf\u00fcr erh\u00e4lt man im Schnitt und mittelfristig eine h\u00f6here Rendite als bei \u2013 sagen wir \u2013 Obligationen von Gebietsk\u00f6rperschaften.<\/p>\n<p>Viel wesentlicher ist, dass Sie in Ihrer Markteinsch\u00e4tzung insgesamt richtig liegen: Wann einkaufen und was? Hier daneben zu liegen, produziert richtige Katastrophen. Sind Sie sich immer noch sicher, dass das intelligente Geld auf der K\u00e4uferseite ist und nur Dussel verkaufen?<\/p>\n<p>Womit ich bei der Frage bin, was oder wer die M\u00e4rkte bewegt. Dass Bush und Bernanke nicht besonders effektiv kooperieren, kann ich schon verstehen. Ihre Agendas sind fundamental unterschiedlich. Bush\u2019s Agenda reicht bis zum 20. Jan. 2009 (wenn \u00fcberhaupt so weit). Dann verzupft er sich auf seine Ranch in Texas und umgibt sich mit Rindviechern. Gleich und gleich gesellt sich immer gern. Bis dahin k\u00f6nnte seine Agenda wie folgt aussehen:<br \/>\na. Lorbeerkr\u00e4nzchen (oder was davon noch \u00fcber ist) zusammenflicken<br \/>\nb. Die Risse im Gedenkstein G.W. kitten<\/p>\n<p>Solche Ziele gehen Bernanke sonstwo vorbei. Und seine Agenda endet auch nicht mit dem 10. Jan. Dann beginnt f\u00fcr ihn ein neues Kapitel. Und sein derzeitiges Ziel k\u00f6nnte sein, der n\u00e4chsten Administration \u2013 egal, ob republikanisch oder demokratisch, ob Frau oder Schwarzer, mit der er ja zusammenarbeiten muss, zum Einstand ein funktionierendes Finanzsystem mit starken Spielern zu pr\u00e4sentieren, mit dem sich ein konjunktureller Neustart stemmen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Greenspan war ein Freund sybillinischer Spr\u00fcche, Bernanke redet Klartext, daf\u00fcr aber Stuss. Am Ende kommt\u2019s auf\u2019s Gleiche raus. Aber aus seinen Aktionen ergibt sich ein gewisses Muster. Er l\u00e4sst den Dingen ihren Lauf, bis die Kacke am Dampfen ist. Und wenn die Not am h\u00f6chsten ist, dann erst greift er ein. Irgendwie ergibt das schon Sinn. Oder wie w\u00fcrden Sie vorgehen, wenn Sie unter einer Gruppe Legion\u00e4re die Leute herausfischen wollten, die Durst gut ertragen und dabei noch leistungsf\u00e4hig sind. Ein Fragebogen f\u00f6rdert nur Unsinn zu Tage. Die Praxis schafft klare Verh\u00e4ltnisse. Also brechen Sie mit Ihrer Crew zu einer Wanderung durch die W\u00fcste auf. Wie gehen Sie mit dem Wasser um? Immer reichlich verteilen? Dann kommen alle mit und es kommt zu keiner Selektion. Gar kein Wasser? Dann sind am Ende alle verdurstet. Das ist auch nicht Sinn des Unternehmens. Vielleicht ab und zu ein bisschen Wasser? Eine Art \u201eIntervall-Training\u201c. Ungef\u00e4hr so was praktiziert Bernanke.<\/p>\n<p>Er wartet zu, bis etliche ermattet am Wegesrand liegen bleiben und von Samaritern (Konkursverwaltern) aufgesammelt werden. Und wenn dem Rest der Truppe dann auch schon die Zunge bis zum Boden h\u00e4ngt, greift der gute Onkel Ben in seinen Rucksack und l\u00e4sst die Pulle kreisen. Jeder (von den noch Lebenden) kriegt ein Schl\u00fcckchen ab. Und dann beginnt das Spiel von neuem. Nach ein paar solchen Intervallen bleiben nur noch die starken Tiere \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Er kann diese Strategie vielleicht nicht lupenrein durchziehen. Ein Legion\u00e4r ist Spross einer einflussreichen Familie. Den kann er nicht einfach verdursten lassen. Und irgendwann mault der Kongress \u00fcber die Grausamkeit des Verfahrens. Dann muss Bernanke sich f\u00fcr einige Zeit ein bisschen zur\u00fccknehmen \u2013 ab und zu ein Tr\u00f6pfchen Wasser f\u00fcr alle. Aber ungeachtet dessen \u2013 \u00fcber\u2019n dicken Daumen weg ist das m\u00f6glicherweise seine Strategie.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Edgar aus Erbendorf<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p>Herzlichen Dank f\u00fcr Ihre frische und unterhaltsame Beschreibung Bernankes. Ja, das kann durchaus so zutreffen. Vielleicht sieht Bernanke sogar in der weltweiten Konjunkturst\u00e4rke eine Chance, gerade jetzt die Luft aus dem US-Finanzsystem herauszulassen. Viele Legion\u00e4re (international agierende Unternehmen) holen sich einen Schluck aus der Pulle von der Nachbarlegion (China, Indien, &#8230;).<\/p>\n<p>Wie auch immer, es ist meiner Ansicht nach ratsam, vorsichtig durch die n\u00e4chsten Wochen zu schreiten. Ich werde im Laufe der n\u00e4chsten Tage weiter dazu aufrufen, einzelne Positionen zu lichten, etwas zu verkaufen. {weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel, meine Thornburg-Aktien hab\u2018 ich heute mittag verkauft \u2013 1,15 Euro das St\u00fcck \u2013 immerhin besser als Null. Abgehakt. Shit happens. Und Sie sollten sich auch keine grauen Haare dr\u00fcber wachsen lassen. 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