{"id":484,"date":"2008-04-17T12:14:45","date_gmt":"2008-04-17T10:14:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/484,leerverkaeufe-immobilienanschreibungen-gewinnrendite\/"},"modified":"2022-02-09T10:19:33","modified_gmt":"2022-02-09T09:19:33","slug":"leerverkaeufe-immobilienanschreibungen-gewinnrendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/leerverkaeufe-immobilienanschreibungen-gewinnrendite\/","title":{"rendered":"Leerverk\u00e4ufe, Immobilienanschreibungen, Gewinnrendite"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel,<\/p>\n<p>im letzten Heibel-Ticker schrieben Sie:<\/p>\n<p>&#8222;Da nun Aktien verkauft werden k\u00f6nnen, die man gar nicht besitzt, besteht die Gefahr, dass durch ein pl\u00f6tzliches Auftreten von Leerverk\u00e4ufern mehr Aktien verkauft werden, als angeboten werden. &#8220;<\/p>\n<p>Versteh ich nicht. Den angebotenen Aktien ist doch nicht anzusehen, ob sie aus Eigenbesitz stammen oder ob sie zum Zweck des short selling ausgeliehen sind. Bei den im Zuge des short selling angebotenen Papieren handelt es sich also nicht um ein fiktives Angebot. Das Angebot umfasst also beide Varianten, oder? Das Problem besteht doch darin, dass ein Leerverk\u00e4ufer Papiere verkauft, w\u00e4hrend ein Besitzer die Situation aussitzenw\u00fcrde. Und zur Katastrophe kommt es dann, wenn die Besitzer die Nerven verlieren und auch verkaufen. Dann beginnt die Abw\u00e4rtsspirale. Im anderen Fall kommt es zu einem short squeeze und die shorties sind die Gelackmeierten.<\/p>\n<p>Vor zwei oder drei Ausgaben des Tickers erkl\u00e4rten Sie den Einfluss gehebelter Immobilienkredite auf die Immobilienkrise. Sie schrieben sinngem\u00e4\u00df, dass durch Zwangsversteigerungen jeden Monat knapp 30 Mrd. USD den Bach runtergingen. Wegen des Hebelfaktors von ca. 10 w\u00fcrde dies aber zu einem Verlust von 300 Mrd. USD f\u00fchren. Die Argumentation raff&#8216; ich nicht. Die 30 Mrd. sind doch der GESAMTE Verlust &#8211; einfach die Kohle, die sich monatlich in Nichts aufl\u00f6st, als Differenz zwischen dem Buchwertt der Objekte (so wie er bei den Banken in den B\u00fcchern steht) und dem bei der Versteigerung realisierten Wert. Dieser Betrag sollte sich dann 1:10 aufspliten in 3 Mrd. USD Eigenkapital der Hypothekenbanken und 27 Mrd. USD, die die Hypothekenbanken von anderen Instituten, etwa Lehman Brs., als Kredit aufgenommen haben. Diesem Betrag steht nach der Verteigerung keine Sicherheit mehr gegen\u00fcber; aus der Hypothek ist etwas geworden, was eher einem Konsumentenkredit entspricht. Und daf\u00fcr verlangt das kreditgebende Institut dann logischerweise Ersatzsicherheiten, die die Hypothekenbank &#8211; ebenso logischerweise &#8211; nicht bieten kann. Und dann ham wir den Schlamassel. Woher sollten diese monatlichen Verluste von 270 Mrd. USD kommen? Wer konkret hat diese Verluste? Oder liegt bei mir irgendwo ein Denkfehler vor?<\/p>\n<p>Dann noch eine dritte Sache. Die ist uralt &#8211; ich glaub&#8216; Sommer 2007. Sie verglichen damals die Rendite von Anleihen und Aktien, um die Attraktivit\u00e4t der beiden Anlageformen miteinander in Beziehung zu setzen. Was unter der Rendite einer <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/anleihen-privatanleger\/\">Anleihe<\/a> zu verstehen ist, ist klar. Als Rendite einer Aktie definierten Sie den Gewinn des Unternehmens, so dass man Aktien und Anleihen \u00fcber ihre jeweiligen KGVs vergleichen kann. Hmmm &#8211; die Rendite der Anleihe krieg&#8216; ich bar auf die Kralle ausbezahlt (+ \/ &#8211; abzj\u00fcglich Steuern und falls die Klitsche nicht \u00fcber&#8217;n Jordan geht), aber nicht den Gewinn des Unternehmens. Da seh&#8216; ich nur die Dividende. Sollte man also nicht eher die Dividende als Rendite einer Aktie betrachten? Nat\u00fcrlich ist der Gewinn eine reale Gr\u00f6\u00dfe und sollte (wenn alles seri\u00f6s zugeht) den Unternehmenswert und damit den Aktienkurs steigern. Aber da gibt&#8217;s ja noch &#8217;ne ganze Menge anderer Einflussfaktoren. Auf jeden Fall ist das der Schnee von \u00fcbermorgen und nicht der, der grade f\u00e4llt (wie die Anleihenrendite). erliegt hier auch &#8217;n Denkfehler meinerseits vor?<\/p>\n<p>Wenn Sie irgendwann die Zeit finden, diese Unklarheiten zu beseitigen, dann tun Sie was f\u00fcr die Bildung eines einfachen Chemikers. Daf\u00fcr herzlichen Dank!<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Edgar aus Erbendorf<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p>zu 1.: Jede Bank darf nur f\u00fcr ihre Kunden so viele Aktien leerverkaufen, wie sich auch als Long-Positionen in Margin-Konten befinden. Mehr Aktien, als ausleihbar im Bestand der Bank, d\u00fcrfen nicht leerverkauft werden.<\/p>\n<p>Diese Vorschrift wird jedoch nicht kontrolliert, so dass es bei den Banken und Brokern Usus geworden ist, diese Kontrolle gar nicht mehr durchzuf\u00fchren. Somit ist es heute in der Praxis m\u00f6glich, dass mehr Aktien leerverkauft werden, als sich im (Margin-)Bestand befinden.<\/p>\n<p>zu 2.: Sie haben Recht, da habe ich den Hebel in die falsche Richtung angewandt \ud83d\ude09 Ein Verlust von 30 Mrd. USD bedeutet lediglich 3 Mrd. USD Verlust an Eigenkapital.<\/p>\n<p>zu 3.: Es gibt ja auch Anleihen, die Zinsen akkumulieren und am Ende auszahlen, sofern der Gl\u00e4ubiger dann noch solvent ist. Genauso w\u00fcrde ich die Gewinne von Unternehmen sehen. Die werden akkumuliert und arbeiten weiter. Es ist dann Sache der Aktion\u00e4re Einfluss auf die H\u00f6he der Aussch\u00fcttung, sprich Dividende, zu nehmen. Wenn man dem Unternehmen zutraut, den Gewinn weiterhin gewinnbringend einzusetzen, dann soll der Gewinn doch akkumuliert werden, oder? Ich w\u00fcrde das also bei der Renditebetrachtung einbeziehen.<\/p>\n<p>Ihre Vorsicht, dass der Gewinn, der im Unternehmen bleibt, morgen schon durch den Schornstein gejagt werden kann, basiert wahrscheinlich auf der Schwarzmalerei \u00fcber die ach so schlechten Manager der heutigen Zeit. Ich denke, diese Schwarzmalerei ist \u00fcbertrieben, viele Unternehmen agieren verantwortungsvoll. Doch von denen spricht man kaum. {weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel, im letzten Heibel-Ticker schrieben Sie: &#8222;Da nun Aktien verkauft werden k\u00f6nnen, die man gar nicht besitzt, besteht die Gefahr, dass durch ein pl\u00f6tzliches Auftreten von Leerverk\u00e4ufern mehr Aktien verkauft werden, als angeboten werden. &#8220; Versteh ich nicht. Den angebotenen Aktien ist doch nicht anzusehen, ob sie aus Eigenbesitz stammen oder ob sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[9,11,15,10,12],"class_list":["post-484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserfragen","tag-aktien-analyse","tag-aktien-boerse","tag-boersenanalyse","tag-boersenbrief","tag-boersenkurse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=484"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6035,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions\/6035"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}