{"id":4969,"date":"2021-10-05T13:21:43","date_gmt":"2021-10-05T11:21:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=4969"},"modified":"2022-02-09T10:20:24","modified_gmt":"2022-02-09T09:20:24","slug":"so-tickt-die-boerse-bedenken-zum-ausverkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/so-tickt-die-boerse-bedenken-zum-ausverkauf\/","title":{"rendered":"So tickt die B\u00f6rse: Bedenken zum Ausverkauf"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ausverkauf sind vielf\u00e4ltig. In Kapitel 02 meiner aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe erl\u00e4utere ich Ihnen die Hintergr\u00fcnde zur Chip-Knappheit, zu steigenden Energiepreisen, den Lieferproblemen, der Corona-Angst und den Zusammenhang mit der Inflation. Da braut sich was zusammen \ud83d\ude41<\/p>\n\n\n\n<p>Vor 10 Tagen konnte ich mich zu keiner festen Meinung durchringen, verschob die Fertigstellung des Heibel-Tickers um einen Tag und entschied mich schlie\u00dflich, vorerst keine Meinung zu haben ;-). Nachdem in vielen Publikationen die Korrektur bereits f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt wurde, war f\u00fcr mich dieser Schritt zu fr\u00fch. Meine Zur\u00fcckhaltung hat sich ausgezahlt: Seit Montag letzter Woche brechen die Finanzm\u00e4rkte weltweit nochmals ein wenig ein. Wichtiger als der Kurseinbruch selbst war die Zeit, die verstrichen war, und die es mir nunmehr erm\u00f6glicht hat, mir eine Meinung zu bilden.<br \/><br \/>Monatelang sind wir an den Finanzm\u00e4rkten den Entwicklungen hinterher gehechelt: Der Coronacrash (M\u00e4rz 2020) traf die meisten Anleger v\u00f6llig unvorbereitet. Die anschlie\u00dfende Erholungsrallye (bis Juni 2020) wurde von vielen Anlegern ungl\u00e4ubig beobachtet. Es folgte eine Sommerkonsolidierung bis zum Oktober 2020. In diese Seitw\u00e4rtsbewegung hinein wurden viele Positionen aufgebaut, um dann bei den ersten Anzeichen der zweiten Corona-Welle Ende Oktober (DAX -12%) in einem heftigen Ausverkauf wieder auf den Markt geworfen zu werden. So ging auch die Corona-Impfstoffrallye (November 2020 bis April 2021) an den meisten Anlegern vorbei, ohne dass sie investiert waren.<br \/><br \/>Seit April haben wir nun erneut \u00fcber den Sommer eine Seitw\u00e4rtsbewegung im DAX gesehen. Erneut haben viele Anleger ihre Lieblinge eingesammelt und warten nun darauf, dass die Aktienm\u00e4rkte die dritte Phase der Rallye einl\u00e4uten. Doch der September zerrte noch st\u00e4rker an den Nerven der Anleger, als dies in den zotteligen Sommermonaten bereits der Fall war: Tiefere Hochs zeugen von einer abnehmenden Dynamik. Auf der Unterseite drohen wichtige Unterst\u00fctzungen um die 15.000 Punkte-Marke zu brechen.<br \/><br \/>Die Bedenken, die f\u00fcr diese wackelige B\u00f6rsensituation verantwortlich sind, sind vielf\u00e4ltig. Sie sehen nachfolgend einen \u00dcberblick der Themen und k\u00f6nnen die ausf\u00fchrlichen Details \u00fcber den Link unten im frei zug\u00e4nglichen Kapitel 02 lesen.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>1. ENERGIEPREISE<\/p>\n\n\n\n<p>Ob an der Tankstelle, ob beim Heizen Ihres Hauses im anstehenden Winter oder f\u00fcr Industriestrom &#8211; die Energiekosten steigen nachhaltig an. Ein beschleunigter Kohleausstieg, den ich ideologisch betrachtet sehr bef\u00fcrworte, d\u00fcrfte diese wirtschaftliche Belastung nur verst\u00e4rken. Ich hoffe, dass die FDP ausreichend Einfluss auf die neue Regierung nehmen kann, um schlimmere wirtschaftliche Folgen zu verhindern, denn bei den anderen Parteien habe ich den Eindruck, dass symboltr\u00e4chtige Entscheidungen ohne Bezug zu den wirtschaftlichen Auswirkungen getroffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>2. LOGISTIK<\/p>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns 13 Jahre nach der gro\u00dfen Finanzkrise, in der Schiffe leer \u00fcber die Weltmeere schipperten, nunmehr in der gegens\u00e4tzlichen Situation: Investitionen sind ausgeblieben, die Kapazit\u00e4ten reichen nicht. Abhilfe \u00fcber Nacht gibt es nicht, Investitionen brauchen ihre Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>3. CORONA-ANGST<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem trifft also insbesondere bei den unteren Einkommensschichten eine gro\u00dfe Nachfrage nach Personal auf ein geringes Angebot: die L\u00f6hne d\u00fcrften also schon bald zu steigen beginnen &#8211; ganz unabh\u00e4ngig vom Mindestlohn.<\/p>\n\n\n\n<p>4. INFRASTRUKTURPROGRAMME<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Stra\u00dfenbau und Br\u00fccken mit Beton, oder aber Datenleitungen mit Kupfer (Kupferpreis +100% seit M\u00e4rz 2020), es gibt weder die Materialien, noch die Arbeiter, die das Infrastrukturprogramm umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>5. CHIP-KNAPPHEIT<\/p>\n\n\n\n<p>Die weltweite Chipknappheit, von der immer die Rede ist, interessiert Taiwan Semi fast gar nicht. In Wolfsburg stehen einige Produktionsstra\u00dfen still, weil Chips fehlen, doch der globale Chip-Markt ist davon unbeeindruckt. Auch Opel schickt nun Arbeiter in Eisenach nach Hause oder in die Kurzarbeit, weil Chips fehlen. Wir d\u00fcrfen uns also darauf einstellen, dass Autobauer ihre Produktionsziele nur sehr schwer erreichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>6. INFLATION<\/p>\n\n\n\n<p>Die US-Notenbank hat bereits das Inflationsziel angehoben und zuletzt sogar ausgesetzt mit dem Argument, der Arbeitsmarkt sei wichtiger. Die EZB hat das Inflationsziel von \u201enah bei, aber nicht \u00fcber 2%\u201d umformuliert in \u201esymmetrische 2%\u201d, was ein zeitweiliges \u00dcberschie\u00dfen toleriert. Nachdem wir in den vergangenen 8 Jahren stets unter 2% waren, ist der Begriff &#8222;zeitweilig&#8220; sicherlich sehr dehnbar.<\/p>\n\n\n\n<p>ZUSAMMENFASSUNG<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Die Probleme, die ich hier aufgelistet habe, sind schon seit mindestens einem halben Jahr bekannt. Seither ist die Aktienmarktrallye in eine Seitw\u00e4rtsbewegung \u00fcbergegangen. Ich habe im Fr\u00fchjahr ebenfalls noch fest behauptet, die Inflation sei vor\u00fcbergehend. Dahinter steckte die Hoffnung, dass die strukturellen Probleme gel\u00f6st w\u00fcrden.<br \/><br \/>In den vergangenen Tagen ist es mir nun wie Schuppen von den Augen gefallen, dass diese Probleme noch immer nicht gel\u00f6st sind. Im Gegenteil, die Abschottungsbestrebungen Chinas lassen bef\u00fcrchten, dass es auf absehbare Zeit keine L\u00f6sung geben wird. Eine Alternative zur starken Abh\u00e4ngigkeit von China kann ich nicht erkennen. Ich stelle mich daher ab sofort und bis auf weiteres auf steigende Zinsen ein.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt: Es wird darauf hinaus laufen, dass Unternehmen mit hohem Cashflow zur heutigen Zeit gefragt sein werden, also Dividendentitel. Unternehmen, deren Cashflow erst in der Zukunft erfolgt, werden bei steigenden Zinsen einen zunehmend hohen Risikoabschlag in der Bewertung hinnehmen m\u00fcssen. Wachstumsunternehmen werden vor diesem Hintergrund weniger attraktiv.<br \/><br \/>Zykliker k\u00f6nnten gut funktionieren. Wenngleich auch sie mit der Ressourcenknappheit zu k\u00e4mpfen haben, so k\u00f6nnen sie doch jeden Preis durchreichen, da die Nachfrage das Angebot stark \u00fcbersteigt. Maschinenbauer werden wieder interessant, weil Kapazit\u00e4ten fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das komplette Kapitel 02 finden Sie unter <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9&amp;target=heibel_tickers\/1909#ch02\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1909#ch02<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ausverkauf sind vielf\u00e4ltig. In Kapitel 02 meiner aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe erl\u00e4utere ich Ihnen die Hintergr\u00fcnde zur Chip-Knappheit, zu steigenden Energiepreisen, den Lieferproblemen, der Corona-Angst und den Zusammenhang mit der Inflation. 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