{"id":497,"date":"2008-04-30T07:32:44","date_gmt":"2008-04-30T05:32:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/497,boersenanalyse-tech-und-finanzsektor-weiterhin-meiden\/"},"modified":"2025-08-21T10:41:08","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:08","slug":"boersenanalyse-tech-und-finanzsektor-weiterhin-meiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/boersenanalyse-tech-und-finanzsektor-weiterhin-meiden\/","title":{"rendered":"B\u00f6rsenanalyse: Tech- und Finanzsektor weiterhin meiden"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel,<\/p>\n<p>ich habe Ihre Marktanalyse gelesen und da ich grunds\u00e4tzlich anderer Auffassung bin, wollte ich dies mal kurz zur Diskussion stellen. Sie schreiben, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden sei und auch die optisch g\u00fcnstigen Technologiewerte noch nicht gekauft werden sollten. Meine Auffassung ist jedoch die Folgende, die ich gerne zur Diskussion stellen m\u00f6chte:<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie 1999 hat die FED zuletzt die Zinsen agressiv gesenkt. 1999 war die damalige Y2K Angst der Grund, heute ist es die Finanz-, Immobilien- und Kreditkrise. \u00c4hnlich wie 1999 Greenspan war jedoch auch diesmal Bernanke, alleine schon wegen der Rezessionsangst und der Angst vor einer Weltwirtschaftskrise, sehr aggressiv in seinem Vorgehen (ich teile Ihre Meinung, dass fr\u00fchere kleinere Zinsschritte nach unten besser gewesen w\u00e4ren, aber es ist nun ja mal so wie es ist). Und da sich die aktuelle Krise, \u00e4hnlich wie die damalige Y2K Angst als viel weniger gro\u00df als zun\u00e4chst angenommen herausstellen wird, ist nun eine gigantische Liquidit\u00e4tsflut an den M\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Dies wird dazu f\u00fchren, das wir \u00e4hnlich wie 1999\/2000 wieder eine sehr starke Rallye an den Aktienm\u00e4rkten, n\u00e4mlich eine liquidit\u00e4tsgetriebene Hausse sehen werden. Da nach nunmehr 8 Jahren auch die damalige Techbubble zu gro\u00dfen Teilen aus den K\u00f6pfen sein sollte, halte ich gerade die aktuell optisch g\u00fcnstigen Techwerte f\u00fcr kaufenswert, denn diese werden neben den Finanz- und Immobilienwerten, die im Zuge der Krise zu stark gepr\u00fcgelt worden, diese starke Rallye anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Daher rate ich aktuell, siehe auch die heutigen News bei Sharewise (<a href=\"http:\/\/www.sharewise.com\/news_articles\/288-DAX-DowJones-Nikkei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">http:\/\/www.sharewise.com\/news_articles\/288-DAX-DowJones-Nikkei<\/a>),<br \/>\ndiese Sektoren massiv \u00fcberzugewichten und teile Ihre Auffassung nicht. K\u00f6nnen<br \/>\nSie in meiner Argumentationskette einen gravierenden Fehler entdecken, den ich<br \/>\nvielleicht \u00fcbersehen habe? Ich kann dies bis dato n\u00e4mlich nicht!<\/p>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe, Sascha aus M\u00fcnchen<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p>Besten Dank f\u00fcr Ihren Gedankengang. Ich bin nicht derjenige, der Sie korrigieren k\u00f6nnte, denn auch ich kann nat\u00fcrlich mit meiner Sicht der Dinge falsch liegen. Hier meine Gedanken:<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der dicken Gewinne der Finanzbranche der vergangenen Jahre stammt aus dem Bereich der Immobilienderivate, sowie aus dem Investmentbanking (Finanzierungen). Beide Bereiche sind in den vergangenen Monaten weggebrochen, die Banken haben gro\u00dfe Teile ihres Immobilienderivateengagements (welch ein Wort, k\u00f6nnte es fast mit der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft aufnehmen) verscherbelt und Finanzierungen aufgek\u00fcndigt. Die fehlenden Kredite werden derzeit durch reihenweise Zweitplatzierungen an den B\u00f6rsen durch die gesunden Unternehmen ersetzt.<\/p>\n<p>Damit werden die Finanzinstitute auch in den n\u00e4chsten Monaten nicht so schnell zu ihrer urspr\u00fcnglichen Profitabilit\u00e4t zur\u00fcckkehren. Das Downsizing (Verkleinern) wird noch einige Monate anhalten. Die Finanzbranche wird also auf absehbare Zeit weiter sich verschlechternde Fundamentaldaten ausweisen. Die Aktien werden zwar nicht mehr so stark fallen, aber auch keine nachhaltige Rallye einschlagen.<\/p>\n<p>Nun ist der Finanzsektor der gr\u00f6\u00dfte Kunde von Dell, Hewlett Packard, Microsoft, Cisco, IBM, EMC, etc&#8230; und wenn die Kunden sparen m\u00fcssen, dann wird auch der EDV-Bereich r\u00fcckl\u00e4ufige Budgets ausweisen. Ich habe vor wenigen Tagen mit einer EDV-Leiterin von AIG, dem amerikanischen Versicherer, gesprochen. Sie sagt, bei ihr seien noch keine Budgetstreichungen vorgenommen worden, aber sie rechnet in den n\u00e4chsten Wochen fest damit.<\/p>\n<p>Morgen werde ich im Rahmen der Wunschanalyse vermutlich VMware analysieren, ein Unternehmen, das die Hard- und Softwareinvestitionen von Unternehmen um ein Vielfaches verkleinern kann.<\/p>\n<p>Neue Trends in der Technologiebranche werden in den n\u00e4chsten Monaten meiner Erwartung nach nur im Kosumentenbereich zu erwarten sein. Apple, Research in Motion, Samsung, Nokia, etc&#8230; wer etwas Schickes f\u00fcr den Privatbereich hat, der kann gut verdienen. Im Gesch\u00e4ftsbereich wird der G\u00fcrtel enger geschnallt.<\/p>\n<p>Soweit die fundamentale Situation des Tech-Sektors: Die Unternehmen m\u00fcssen darum k\u00e4mpfen, ihr Wachstum konstant zu halten.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht es hingegen im Rohstoffbereich aus. Dort werden regelm\u00e4\u00dfig die Erwartungen \u00fcbertroffen. Die Rohstoffpreise klettern \u00fcber alle H\u00fcrden hinweg: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/gold-analyse-und-investmentstrategie\/\">Gold<\/a> \u00fcber 1.000 USD\/Oz, \u00d6l w\u00fcnschen wir uns inzwischen auf 100 USD\/Fass, usw. Diese Investmentgeschichte lockt neue Gelder an. Wer heute viel Geld zum Investieren hat, der sucht sich einen Bereich, der gesund ist und der mit seinem schnellen Wachstum immer wieder f\u00fcr positive \u00dcberraschungen sorgt.<\/p>\n<p>Selbst wenn Microsoft, Dell, etc. ihre Wachstumsraten konstant halten, selbst wenn die es schaffen, die gesetzten Ziele zu erreichen, sie werden kaum f\u00fcr so positive \u00dcberraschungen sorgen, wie dies derzeit im Rohstoffsektor an der Tagesordnung ist. Nun stellen Sie sich vor, Sie sind arabischer \u00d6lscheich mit einigen Milliarden zum Anlegen, oder Sie sind chinesischer Unternehmer mit einem \u00e4hnlichen Betrag. Sie sehen jeden Tag, wie die Rohstoffe knapp werden, wie unglaubliche Preise f\u00fcr Rohstoffe gezahlt werden. Und bei den Technologieunternehmen h\u00f6ren Sie beschw\u00f6rende Worte, dass die Wachstumsprognosen trotz Rezession erreicht werden. Wo w\u00fcrden Sie Ihr Geld hinstecken?<\/p>\n<p>In den Rohstoffsektor. Und weil dies so ist, kommt es eben im Rohstoffsektor zu einer selbst erf\u00fcllenden Prophezeihung. Mehr Geld flie\u00dft in den Rohstoffsektor, die Kurse steigen, das wiederum lockt neue Anleger an. Und diese neuen Anleger fehlen im Technologiesektor, egal wie gut die Prognosen dort erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>A rising tide lifts all ships &#8230; warum im Technologiesektor nach der Nadel im Heuhaufen suchen, wenn der gesamte Rohstoffbereich steigt?{weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel, ich habe Ihre Marktanalyse gelesen und da ich grunds\u00e4tzlich anderer Auffassung bin, wollte ich dies mal kurz zur Diskussion stellen. Sie schreiben, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden sei und auch die optisch g\u00fcnstigen Technologiewerte noch nicht gekauft werden sollten. 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