{"id":5054,"date":"2021-11-24T10:30:19","date_gmt":"2021-11-24T09:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=5054"},"modified":"2025-08-21T10:41:05","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:05","slug":"lockdown-belastet-nationale-aktienmaerkte-eine-welt-ohne-autos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/lockdown-belastet-nationale-aktienmaerkte-eine-welt-ohne-autos\/","title":{"rendered":"Lockdown belastet nationale Aktienm\u00e4rkte &#8211; Eine Welt ohne Autos"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe B\u00f6rsenfreunde,<br \/><br \/>Inzwischen werden schon die besten Ideen an der B\u00f6rse gehandelt, als sei die ferne Zukunft heute schon Realit\u00e4t. Elektroautos machen unsere heimische Autoindustrie obsolet, doch schon kommt ein neuer Akteur mit autonom fahrenden Autos und degradiert alle Elektroautos zu Herstellern von Masseng\u00fctern. Doch auch das ist nur ein Zwischenschritt, wie Sie in Kapitel 02 lesen werden.<br \/><br \/>Au\u00dferdem gehe ich auf aktuelle Entwicklung rund um das Thema Inflation ein: Die Auseinandersetzung wird hitziger, ein Gewinner ist noch nicht in Sicht.<br \/><br \/>Nvidia Gr\u00fcnder Jensen Huang wird inzwischen mit Leonardo da Vinci verglichen, der im 15. Jahrhundert die Idee eines Helikopters entwickelte. Jensen Huang zeigt uns, wie die digitale Welt in 20 Jahren aussehen wird. Bescheiden, wenn wir den historischen Vergleich daneben halten.<br \/><br \/>Die Stimmung hat sich letzte Woche in Deutschland diametral unterschiedlich zur Stimmung in den USA entwickelt. Was dahinter steckt und was dies bedeutet, zeige ich in Kapitel 03.<\/p>\n\n\n\n<p>Im aktuellen Ausblick zeige ich auf, welche Aktien ich aktuell verkaufen w\u00fcrde, und wie wir uns mit unserem Portfolio verhalten. Mehr dazu in Kapitel 04.<br \/><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">02. So tickt die B\u00f6rse: Welt ohne Autos<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Ola K\u00e4llenius (CEO Daimler) und Oliver Zipse (CEO BMW) sehen verstaubt aus, wenn Herbert Diess (CEO VW) den Autobauer ohne Kompromisse auf Elektroantrieb umstellt. Doch es gibt jemanden, der ist noch intelligenter als Diess:<br \/><br \/>Elon Musk (CEO Tesla) baut seine Autofabriken mit einem Automatisierungsgrad, von dem Diess nur tr\u00e4umen kann. Und wenn wir ber\u00fccksichtigen, dass Tesla einen eigenen Autochip einsetzt, und ohne historische Altlasten (Pensionsverpflichtungen) unterwegs ist, m\u00fcssen wir f\u00fcrchten, dass Elon Musk die uns bekannte Autoindustrie obsolet macht. Doch es gibt jemanden, der ist noch intelligenter als Diess:<br \/><br \/>Tim Cook (CEO Apple) arbeitet auch an einem Elektroauto. Doch das Auto von Apple kommt ohne Lenkrad, ohne Pedale und &#8230; ohne Preisschild. Apple plant neuen Ger\u00fcchten zufolge bereits f\u00fcr das Jahr 2025 die Markteinf\u00fchrung eines Apple-Cars. Elon Musk kann einpacken, wenn die Apple-Cars f\u00fchrerlos und voll autonom durch die Stra\u00dfen rollen und jeden Abonnenten des Apple-Car Dienstes von A nach B bringt. Keine Parkplatzsuche mehr, keine Inspektionskosten, kein Kaufpreis, sondern nur Nutzungsgeb\u00fchren. Aber es gibt noch jemanden, der ist noch intelligenter als Tim Cook:<br \/><br \/>Jensen Huang (CEO Nvidia) arbeitet am Omniversum, einer digitalen Welt, die wir nur aus dem Film &#8222;Matrix&#8220; kennen. Dort brauchen die Menschen keine physischen Autos mehr, sondern das gesamte Leben findet im Metaversum statt. Ob Arbeitsbesprechungen oder Familienfeiern, es werden einfach die Avatare in einen Raum geholt und schon ist man seinem N\u00e4chsten digital n\u00e4her. Tim Cook kann einpacken, wenn Jensen Huang seine Vision umsetzt, denn Autos werden dann nicht mehr ben\u00f6tigt.<br \/><br \/>Leonardo da Vinci hat bereits im 15. Jahrhundert die Grundlagen f\u00fcr den heutigen Helikopter ausgearbeitet. Es dauerte noch \u00fcber 300 Jahre, bis seine Idee zu fliegen begann. Jensen Huang hat das Omniversum definiert. Er spricht aber nicht von der Realisierung im Jahr 2400, sondern im Jahr 2040. Zwanzig Jahre ist eine sehr ferne Zukunft und die Ziffer ist mir relativ egal. Und ich glaube auch nicht, dass Autos \u00fcberfl\u00fcssig werden. Doch die Richtung, in die wir die weitere Entwicklung erwarten d\u00fcrfen, halte ich f\u00fcr wichtig: Die digitale Welt wird immer mehr Bereiche der realen Welt \u00fcbernehmen. Dinge der realen Welt werden zunehmend zu einem Luxusgut &#8211; nicht umgekehrt.<br \/><br \/>Vor diesem Hintergrund halte ich es f\u00fcr abenteuerlich, dass Start-Up Unternehmen im Bereich der Elektromobilit\u00e4t teilweise mehr wert sind als Volkswagen (137 Mrd. USD), einer der weltweit f\u00fchrenden Autobauer.<br \/><br \/>Sie werden sich an Lucid erinnern: Ich habe das Auto als zukunftsweisend vorgestellt. Die Reichweite von Tesla gepaart mit dem Luxus von Daimler l\u00e4sst keinen Kundenwunsch offen. Die geplante Jahresproduktion von 17.000 St\u00fcck ist bereits ausverkauft. Lucid war im Verlauf letzter\u00a0 Woche zeitweilig 93 Mrd. USD wert. Volkswagen hat im laufenden Jahr bereits zehnmal soviel Elektroautos verkauft.<br \/><br \/>Rivian ist letzte Woche an die B\u00f6rse gekommen: Amazon und Ford geh\u00f6ren zu den Investoren von Rivian. Ford m\u00f6chte seine Anteile verkaufen und den Erl\u00f6s in den Ausbau der eigenen Elektroauto-Infrastruktur stecken. Amazon m\u00f6chte den Rivian PickUp f\u00fcr die eigene Logistik einsetzen. Bis Ende des laufenden Jahres m\u00f6chte Rivian bereits 1.000 Autos ausliefern. Elon Musk twitterte dazu, dass es leicht sei, anspruchsvolle Prototypen zu pr\u00e4sentieren. Der Nageltest stehe noch mit dem Umstieg auf die Massenproduktion aus. Rivian war im Verlauf der Woche zeitweilig 150 Mrd. USD wert, also wertvoller als VW.<br \/><br \/>Fast schon bescheiden nimmt sich da der deutsche Autobauer Sono aus: Die M\u00fcnchener entwickeln ein Auto, dessen Au\u00dfenhaut \u00fcberwiegend aus Solarzellen besteht und somit die Batterie kontinuierlich aufladen kann. Diese Zukunftsvision ist den B\u00f6rsianern an der Wallstreet im Rahmen des B\u00f6rsengangs in letzter Woche 2 Mrd. USD wert, mehr als Sch\u00e4ffler, einer der gr\u00f6\u00dften Autozulieferer.<br \/><br \/>Die Party auf dem Markt der Elektroautos kann noch beliebig lange weitergehen. Doch wehe, wenn jemand die Musik ausmacht, oder wenn Tim Cook und Jensen Huang den DJ wegschubsen und selber ans Mischpult gehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">INFLATION GEHT ZUR\u00dcCK<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Hiobsbotschaft vom heutigen Tage war die Meldung, dass Volkswirte in den USA die erste Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter erwarten. Die gest\u00f6rten globalen Lieferketten sowie ein Mangel an Arbeitskr\u00e4ften auf dem Arbeitsmarkt w\u00fcrden sowohl die Fed als auch andere gro\u00dfe Zentralbanken der Welt schon bald zu einer strafferen Zinspolitik zwingen. Sp\u00e4testens Ende 2023, vielleicht sogar bereits im September n\u00e4chsten Jahres m\u00fcsse es die erste Zinsanhebung in den USA geben, so die Mehrheit der Volkswirte.<br \/><br \/>Wir kennen die Diskussion: &#8222;transitory&#8220; lautet das Schlagwort. Ist die Inflation &#8222;vor\u00fcbergehend&#8220;, oder nicht. Die Lieferkettenprobleme lassen sich beheben, wenn die globale Logistik sich wieder einschwingt. Die gestiegenen Rohstoffpreise sind eine Folge der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach dem Ende der Corona-Beschr\u00e4nkungen. Sollte die Nachfrage wieder auf ein normales Niveau zur\u00fcckschwingen, werden sich auch die Rohstoffpreise wieder erm\u00e4\u00dfigen. Ich hatte Ende Oktober ziemlich genau das Hoch am \u00d6lmarkt ausgerufen, inzwischen ist der \u00d6lpreis um 8% zur\u00fcck gekommen.<br \/><br \/>Dennoch ist es zu fr\u00fch, um Entwarnung zu geben. Unsere Energiepolitik hat uns in eine starke Abh\u00e4ngigkeit vom russischen Gas gebracht. Querelen um die Zulassung der Gaspipeline Nord Stream II lie\u00dfen den Gaspreis hierzulande in den vergangenen Monaten in die H\u00f6he schnellen. Derzeit gibt es noch konzeptionelle Einw\u00e4nde gegen Nord Stream II, die von der EU vorgebracht und von unserer Bundesnetzagentur vorgetragen werden:<br \/><br \/>Die Pipeline geh\u00f6rt Gazprom und auch das Gas, das geliefert wird, kommt direkt von Gazprom. Nach europ\u00e4ischen Vorgaben m\u00fcssen diese beiden Dienste, Pipelinebetrieb und Gaslieferung, unterschiedlichen Rechtseinheiten geh\u00f6ren, um Abh\u00e4ngigkeiten zu vermeiden. Nun will Gazprom eine deutsche Gesellschaft gr\u00fcnden, der die in deutschen Gew\u00e4ssern liegenden R\u00f6hren \u00fcbertragen werden. Mal sehen, ob das reicht. Wir alle wissen jedoch, dass hier Politik auf dem R\u00fccken der Wirtschaft betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">NVIDIA \u00dcBERTRIFFT HIMMELHOHE ERWARTUNGEN<\/h3>\n\n\n\n<p>Tja, was soll ich dazu sagen: Nvidia konnte den Quartalsumsatz um 50% auf 6,8 Mrd. USD steigern, der Gewinn je Aktie sprang um 60% auf 1,1 USD\/Aktie und liegt um 9% \u00fcber den Erwartungen der Analysten. An jedem Umsatzdollar verdient Nvidia 67 Cents, die Gewinnmarge liegt also bei abenteuerlichen 67%. An den \u00dcbernahmeabsichten von Arm Holding f\u00fcr 40 Mrd. USD hat sich nichts ge\u00e4ndert.<br \/><br \/>Der Unternehmensausblick wurde kr\u00e4ftig angehoben: Statt 6,89 Mrd. USD m\u00f6chte CEO Jensen Huang nun 7,4 Mrd. USD im Q4 umsetzen, die Gewinnmarge werde bei 67% bleiben.<br \/><br \/>Grafikkarten f\u00fcr Spielecomputer sorgten f\u00fcr 42% Umsatzanstieg, f\u00fcr Rechenzentren +55%. Das sind mit je rund 3 Mrd. USD Umsatz die beiden gro\u00dfen Gesch\u00e4ftsbereiche von Nvidia. Professionelle Visualisierung sprang um 144% auf 577 Mio. USD Umsatz. BMW, Erisson, Lockheed Martin und Sony Pictures w\u00fcrden gemeinsam mit insgesamt rund 40 Mio. 3D-Entwicklern Projekte im Omniversum unterhalten, um die M\u00f6glichkeiten zu eruieren.<br \/><br \/>CEO Jensen Huang sprach erneut \u00fcber den Omniverse Avatar, der wesentlich gel\u00e4ufiger werde als physische Avatare, sprich Roboter. W\u00e4hrend Roboter letztlich f\u00fcr bestimmte Aufgaben gebaut w\u00fcrden, k\u00f6nne man mit dem Online Avatar alle M\u00f6glichkeiten austesten. Der Bau eines Roboters entsprechend einem Avatar, der seine Aufgaben im Omniversum gut macht, sei dann nur noch der letzte, aber kleine Entwicklungsschritt.<br \/><br \/>Die Welt werde auf solche Avatar-L\u00f6sungen umstellen, so Huang. Derzeit seien lediglich 10% der globalen Rechenzentren daf\u00fcr vorbereitet, dem Rest fehlen die entsprechenden Graphikkarten. Analysten d\u00fcrfen daraus ableiten, dass Nvidias Erfolgsgeschichte noch immer in einem fr\u00fchen Stadium ist.<br \/><br \/>Ich k\u00f6nnte mir in den Allerwertesten bei\u00dfen: Wir haben Nvidia erst vor zwei Monaten mit 60% Gewinn verkauft. Erfolgreich, k\u00f6nnte man meinen. Doch seither ist die Aktie um weitere 60% angestiegen. Wir hatten uns damals f\u00fcr das &#8222;sichere&#8220; Chipunternehmen entscheidend, das seither auf der Stelle tritt.<br \/><br \/>Na, sei&#8217;s drum: Ein bisschen Gl\u00fcck geh\u00f6rt halt dazu. Und wenn man, wie wir, sein Portfolio auf maximal 20 Positionen beschr\u00e4nkt, kann man halt nicht \u00fcberall dabei sein. Letzte Woche hatten wir gro\u00dfes Gl\u00fcck bei zwei anderen Titeln. Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES<br \/><br \/><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>INDIZES<\/strong><\/td><td><strong>18.11.21<\/strong><\/td><td><strong>Woche \u0394<\/strong><\/td><td><strong>\u03a3 &#8217;21 \u0394<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Dow Jones<\/td><td>35.686<\/td><td>-1,1%<\/td><td>17,0%<\/td><\/tr><tr><td>DAX<\/td><td>16.160<\/td><td>0,4%<\/td><td>17,8%<\/td><\/tr><tr><td>Nikkei<\/td><td>29.746<\/td><td>0,5%<\/td><td>8,4%<\/td><\/tr><tr><td>Shanghai A<\/td><td>3.731<\/td><td>0,6%<\/td><td>4,3%<\/td><\/tr><tr><td>Euro\/US-Dollar<\/td><td>1,13<\/td><td>-1,2%<\/td><td>-8,0%<\/td><\/tr><tr><td>Euro\/Yen<\/td><td>128,76<\/td><td>-1,2%<\/td><td>1,6%<\/td><\/tr><tr><td>10-Jahres-US-Anleihe<\/td><td>1,53%<\/td><td>-0,03<\/td><td>0,60<\/td><\/tr><tr><td>Umlaufrendite Dt<\/td><td>-0,43%<\/td><td>-0,08<\/td><td>0,13<\/td><\/tr><tr><td>Feinunze <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/gold-analyse-und-investmentstrategie\/\">Gold<\/a><\/td><td>$1.857<\/td><td>-0,2%<\/td><td>-1,4%<\/td><\/tr><tr><td>Fass Brent \u00d6l<\/td><td>$78,35<\/td><td>-5,2%<\/td><td>52,5%<\/td><\/tr><tr><td>Kupfer<\/td><td>$9.642<\/td><td>0,3%<\/td><td>23,0%<\/td><\/tr><tr><td>Baltic Dry Shipping<\/td><td>$2.454<\/td><td>-14,2%<\/td><td>79,6%<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin<\/td><td>$58.252<\/td><td>-6,5%<\/td><td>106,9%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Baltic Dry Verschiffungsindex f\u00fcr den Transport von Sch\u00fcttgut ist letzte Woche um 14% eingebrochen. Die Frachtkosten f\u00fcr Container sind in den vergangenen zwei Wochen um 13% zur\u00fcck gegangen. Wer sagt&#8217;s denn: Entspannung auf den weltweiten Logistikm\u00e4rkten.<br \/><br \/>Da verwundert es nicht, wenn die Aktien der Logistikunternehmen der DAX-160 Familie letzte Woche die rote Laterne in der Hand halten: -3,4% lautet die Wochenperformance. Die Lufthansa und Fraport gaben je 8% ab, MTU Aero sogar 9%.<br \/><br \/>Gewonnen haben Gesundheitsaktien (+2,8%) und der Einzelhandel (+3,6%). Siemens Healthineers (+11%), Synlab Med (+11%) und Stratec Biomed (+9%) wurden von Zalando, HelloFresh (je +12%), Global Fashion (+13%) und Home 24 (+18%) in den Schatten gestellt. Nicht zu vergessen About You Mode (+17%) und Westwing (+10%): So sieht Anlegervorfreude auf ein digitales Weihnachtsgesch\u00e4ft aus.<br \/><br \/>In \u00d6sterreich wurde wieder ein Lockdown verh\u00e4ngt. Die Zahlen sehen in Deutschland nicht viel anders aus, dennoch wird hierzulande dieses Mal auf die Autorit\u00e4t der Bundesl\u00e4nder verwiesen.<br \/><br \/>Heute sind die Aktienm\u00e4rkte eingebrochen: der Lockdown in \u00d6sterreich wird daf\u00fcr verantwortlich gemacht. Schauen wir mal, wie sich das auf die Stimmung ausgewirkt hat.<br \/><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">03. Sentiment: Corona f\u00fchrt zu unterschiedlichem Sentiment in USA und Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Sechs Tage in Folge hat der DAX ein neues Allzeithoch erklommen. Dies hatte sich angedeutet, wenngleich die Intensit\u00e4t der Rallye ziemlich mau ist, denn im Wochenvergleich konnte der DAX nicht einmal ein halbes Prozent zulegen. Der Lockdown in \u00d6sterreich hat Anlegern heute erst einmal die Laune verdorben. Gepaart mit der besonders hohen Volatilit\u00e4t des heutigen Verfallstages gab der DAX seine zuvor m\u00fchsam gewonnenen Punkte heute zu einem gro\u00dfen Teil wieder ab.<br \/><br \/>Die Stimmung der Anleger kann das nicht tr\u00fcben: Das Anlegersentiment ist mit einem Wert von 4,2 weiterhin im Bereich der Euphorie. Die Party geht weiter, freuen sich viele Anleger, die ihre Aktien noch immer halten.<br \/><br \/>Und Selbstzufriedenheit macht sich breit. Der Wert von 3,5 zeigt, dass viele Anleger die Rekordjagd erwartet hatten und sich nun in ihrem Erfolg sonnen.<br \/><br \/>Die Zukunftserwartung ist jedoch auf einen Wert von -1 eingebrochen. Den gesamten Oktober hindurch waren die Bullen in der \u00dcberzahl, der Zukunftsoptimismus erreichte Rekordh\u00f6hen. Innerhalb von nur drei Wochen ist dieser Optimismus nun vollst\u00e4ndig verschwunden.<br \/><br \/>Parallel zum Optimismus ist auch die Investitionsbereitschaft auf einen Wert von nur noch 0,2 eingebrochen. Es d\u00fcrfte also in den kommenden Tagen schwer sein, die Rallye wieder aufzunehmen, ohne einen Anlass daf\u00fcr zu haben, der dieses Sentiment wieder dreht.<br \/><br \/>Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf -11 gefallen und zeigt eine starke Absicherungsneigung. Das war&#8217;s denn wohl, scheinen viele Anleger zu denken und sichern die Gewinne, die sie nicht einstreichen k\u00f6nnen, mit Put-Optionsscheinen ab.<br \/><br \/>Das Put\/Call-Verh\u00e4ltnis an der CBOE zeigt hingegen nach wie vor eine stark bullische Ausrichtung der Anleger. Und so \u00fcberrascht es kaum, dass die US-Fondsmanager ihre Investitionsquote auf 103% belassen haben.<br \/><br \/>US-Privatanleger haben ein Bulle\/B\u00e4r-Verh\u00e4ltnis von 12%, die Bullen dominieren in den USA. Zwar ist das Lager der B\u00e4ren um 15% gegen\u00fcber der Vorwoche angewachsen, doch anders als in Deutschland haben in den USA die Bullen noch immer klar die Oberhand.<br \/><br \/>Der technische Angst und Gier Indikator des S&amp;P 500 steht mit einem Wert von 74% an der Schwelle zu extremer Gier.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">INTERPRETATION<\/h3>\n\n\n\n<p>In den USA konnte die vierte Coronawelle bereits gebrochen werden, die Zahlen dort sind stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Mit Blick auf Europa behaupten die US-Medien nun, es handele sich bei den aktuell nach oben schnellenden Zahlen lediglich um lokale Ausnahmen. Also: \u00d6sterreich und Deutschland sind inzwischen nicht mehr als eine lokale Besonderheit. Tats\u00e4chlich hat es den Anschein, dass wir die Booster-Impfung verschleppt haben. Der Blick nach Israel zeigt, dass man diese Schlamperei jedoch schnell in den Griff bekommen kann.<br \/><br \/>Zumindest haben wir also eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr den anhaltenden Optimismus in den USA bei gleichzeitiger Tr\u00fcbsalblaserei in Deutschland: Corona.<br \/><br \/>In den vergangenen Wochen habe ich im Rahmen der Sentimentanalyse gezeigt, dass es keine nennenswerten Sentiment-Schiefst\u00e4nde gibt, die durch eine heftige Korrektur aufgel\u00f6st werden m\u00fcssten. Im Gegenteil, ich hatte eine gesunde, wenn auch an Dynamik verlierende Fortsetzung der steigenden Kurse abgeleitet. Wenn es zu einem R\u00fcckschlag k\u00e4me, w\u00e4re das eine Kaufgelegenheit, folgerte ich &#8230;<br \/><br \/>&#8230; dabei bleibe ich: der heutige R\u00fcckschlag, verst\u00e4rkt durch den heutigen Verfallstag, ist eine Kaufgelegenheit und kein Grund zur (Aktienmarkt)Sorge. Wir treten in die n\u00e4chste Phase der Aktienmarktrallye ein: Die Zukunftserwartungen, die bis vor wenigen Wochen noch rosig waren, schwinden und ungl\u00e4ubig schauen viele Anleger den meiner Ansicht nach bald schon wieder steigenden Kursen hinterher.<br \/><br \/>Das 5-Wochensentiment, das stets eine ziemlich gute mittelfristige Einsch\u00e4tzung der B\u00f6rsenverfassung erlaubt, ist tats\u00e4chlich bereits auf extreme H\u00f6hen gestiegen. In der Vergangenheit haben solche Werte h\u00e4ufig das Ende der Party eingel\u00e4utet. This time is different, w\u00fcrde ich aktuell noch sagen: dem Rekordtief aus dem Coronacrash im M\u00e4rz 2020 steht noch kein entsprechendes Rekordhoch gegen\u00fcber. Da geht noch was.<br \/><br \/>Soweit eine Einsch\u00e4tzung f\u00fcr die kommenden Monate. Dennoch m\u00fcssen wir die Extremwerte zur Kenntnis nehmen und unsere Positionierung entsprechend anpassen. Das hei\u00dft, wer bisher voll investiert war, der sollte auf dem aktuellen Kursniveau ein paar Gewinne einstreichen. Ein wenig Cash f\u00fcr Schn\u00e4ppchenk\u00e4ufe im Falle einer ausgedehnten Konsolidierung kann nicht schaden.<br \/><br \/>Der Wechselkurs EUR\/USD ist unter seine Langzeit-Unterst\u00fctzung bei 1,15 USD\/EUR gerutscht und notiert aktuell bei nur noch 1,13 USD\/EUR. Entsprechend schlecht ist die Anlegerstimmung am W\u00e4hrungsmarkt, sowie auch die Zukunftserwartung. Beide Sentimentindikatoren notieren in extremen Bereichen. Es besteht eine gro\u00dfe Kaufbereitschaft auf dem aktuellen Niveau, daher gehe ich kurzfristig von einem erneuten Anlaufen der Unterst\u00fctzung, diesmal jedoch von unten, aus.<br \/><br \/>Der Goldpreis zieht an, die Stimmung auch. Doch am Goldmarkt sind wir noch weit von Euphorie oder \u00e4hnlichen extremen Sentimentwerten entfernt, die Lauf kann sich noch fortsetzen.<br \/><br \/>Ganz anders sieht es am \u00d6lmarkt aus: Nachdem die Rallye nicht fortgesetzt wurde, brach auch die Stimmung ein. Die Zukunftserwartung ist auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen 12 Monate. Die Konsolidierung am \u00d6lmarkt d\u00fcrfte sich also noch ein wenig fortsetzen.<br \/><br \/>Bitcoin-J\u00fcnger sind eine eigene Spezies und wir m\u00fcssen erst lernen, mit ihnen umzugehen. Obwohl der Bitcoin in den vergangenen Tagen kr\u00e4ftig eingebrochen ist, bleibt die Zukunftserwartung auf einem hohen Niveau. Klar, die Stimmung tr\u00fcbt sich ein, doch von Panik kann keine Rede sein.<br \/><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">04. Ausblick: Ausverkauf ist Kaufgelegenheit<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Es sind Deutschland und \u00d6sterreich, wo die Infektionszahlen in die H\u00f6he schie\u00dfen. Der Rest der Welt hat die vierte Welle schon hinter sich (USA, Israel), oder verf\u00fcgt \u00fcber eine ausreichend hohe Impfquote, um sie gar nicht erst zum Tragen kommen zu lassen (Portugal, Spanien).<br \/><br \/>Die Deutschen sind der nationalen Corona-Bevormundung \u00fcberdr\u00fcssig und fordern differenziertere Ma\u00dfnahmen je nach Region oder Bundesland. Genau das wurde nun beschlossen und wir d\u00fcrfen uns in den kommenden Wochen jeweils informieren, welche Bestimmungen an unseren Reisezielen gelten.<br \/><br \/>Aktuell scheinen Anleger zu f\u00fcrchten, dass uns \u00d6sterreich als Vorlage dienen wird: Wenn die Infektionszahlen weiter in die H\u00f6he schnellen, so bef\u00fcrchten die Anleger, die heute verkauft haben, kommen wir um einen Lockdown auch in Deutschland nicht rum.<br \/><br \/>Ich sehe darin den Versuch, die starken (auch wirtschaftlichen) Beeintr\u00e4chtigungen der vorhergehenden Lockdowns dieses Mal zu schm\u00e4lern. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir dann vor dem Hintergrund weiter steigender Zahlen von weitere Ma\u00dfnahmen h\u00f6ren: Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass einzelne Impfzentren zum Boostern wieder aufmachen. Regional wird es je nach Infektionslage und, viel wichtiger noch, je nach Krankenhausbelegung weitere Versch\u00e4rfungen geben. Solange diese Ma\u00dfnahmen in den Augen der Anleger weiterhin nicht geeignet sind, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen, wird mit jeder Ma\u00dfnahme ein weiterer Ausverkauf mit abnehmender Intensit\u00e4t zu heute erfolgen. Kommt dann irgendwann die Erkenntnis, dass auch die vierte Welle abebben wird, dann steigen die Kurse wieder.<br \/><br \/>Doch anders als bei den vorhergehenden Lockdowns werden die aktuellen Ma\u00dfnahmen national (\u00d6sterreich) oder gar regional (Deutschland) beschr\u00e4nkt bleiben. Die Wirtschaft wird nicht mehr europaweit, oder gar weltweit zum Erliegen kommen. Daher wird der heutige Ausverkauf beschr\u00e4nkt bleiben. Es ist eine Kaufgelegenheit.<br \/><br \/>Kleiner Nachtrag zu meinem Update zu Flatex von heute fr\u00fch: Heute ist die Aktie nun angesprungen. Ich habe inzwischen den Grund daf\u00fcr erfahren, und werde das in einem Update diese Woche vorrechnen: Es handelt sich um um eine versteckte Geb\u00fchrenerh\u00f6hung, mit der die Preisstruktur an den Wettbewerb angeglichen und auf den g\u00fcnstigsten Wettbewerber abgestellt wird. Die Einnahmen d\u00fcrften sich dadurch deutlich erh\u00f6hen, ohne dass Kunden zu Wettbewerbern wechseln.<br \/><br \/>Wir befinden uns nun wieder im Lockdown-Modus an den Finanzm\u00e4rkten und wenn Sie noch Aktien haben, die nach der Coronazeit nicht mehr die hohen Wachstumsraten aufrecht halten k\u00f6nnen, dann ist das jetzt ein guter Zeitpunkt, diese Positionen aus dem Depot zu werfen. Im Heibel-Ticker Portfolio traue ich es allen &#8222;Corona-Positionen&#8220; (gekennzeichnet durch ein &#8222;+&#8220; in der Spalte C19) zu, auch nach Corona das neue Umsatzniveau zu halten und kr\u00e4ftig weiter zu wachsen.<br \/><br \/>Ich sehe derzeit also noch keinen Grund f\u00fcr Anpassungen. Das kann sich nat\u00fcrlich jederzeit \u00e4ndern, ich werde Sie per Update dann dar\u00fcber informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Informationen zu meiner konkreten Einsch\u00e4tzung einzelner Aktien lesen Heibel-Ticker PLUS Leser im Rahmen der Updates zu unseren Portfoliowerten in Kapitel 05. Wie immer gibt es auch eine tabellarische \u00dcbersicht \u00fcber unser aktuelles Portfolio.<\/p>\n\n\n\n<p>Die PLUS Inhalte bleiben den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich den Heibel-Ticker nicht aufrecht erhalten. 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