{"id":5136,"date":"2021-12-15T10:36:43","date_gmt":"2021-12-15T09:36:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=5136"},"modified":"2022-02-09T10:18:35","modified_gmt":"2022-02-09T09:18:35","slug":"erster-jahresausblick-auf-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/erster-jahresausblick-auf-2022\/","title":{"rendered":"Erster Jahresausblick auf 2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2022 gebe ich jetzt schon: Die vier dominierenden Themen werden uns auch im kommenden Jahr noch besch\u00e4ftigen \u2026 Doch zwei davon sind Kaufgelegenheiten, w\u00e4hrend die beiden anderen eher als schwarzer Schwan zu betrachten sind. Ich erl\u00e4utere, wie ich unser Portfolio auf diese Entwicklungen vorbereiten werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit April pendelt der DAX zwischen 14.800 und 16.000 Punkten. Da ist es doch leicht, das Portfolio aufzustocken, wenn wir uns der unteren Unterst\u00fctzung n\u00e4hern und auszulichten, wenn es Richtung 16.000 geht, oder? Leider nein: Ich habe mich genau andersherum verhalten, und ich erkl\u00e4re Ihnen warum:<\/p>\n\n\n\n<p>Solange wir innerhalb der Bandbreite sind, l\u00e4sst sich f\u00fcr uns langfristig orientierte Anleger nur wenig Geld verdienen. Im April stand unser Portfolio bereits bei +10%, heute sind es +12%. H\u00e4tten wir oben verkauft und unten gekauft, dann w\u00e4re unsere Jahresperformance deutlich besser. Doch wir w\u00e4ren damit zwei Risiken eingegangen, die ich nicht eingehen m\u00f6chte:<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen waren die vielen Rallyes in Richtung 16.000 durchaus von fundamentalen Gr\u00fcnden getragen: Die Konjunktur erholt sich, es gibt Nachholeffekte und kein Mensch wei\u00df, wie weit uns diese Rallye noch tragen wird. Insbesondere die gro\u00dfen Konzerne sind g\u00fcnstig bewertet und k\u00f6nnten noch deutlich h\u00f6her fliegen, das m\u00f6chte ich nicht verpassen. Au\u00dferdem gibt es einige Unternehmen, die s\u00e4kulare Wachstumstrends nutzen, f\u00fcr die also Corona oder auch eine Inflation nur Stolpersteine auf dem Weg zu h\u00f6heren Kursen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir also bei 16.000 Punkten im DAX zu wenige Aktien im Depot haben, laufen wir anschlie\u00dfend der Rallye hinterher.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite gab es immer wieder R\u00fcckschl\u00e4ge: Spannungen zwischen China und den USA um Taiwan, Spannungen zwischen Russland und \u2026 eigentlich Europa, aber de facto den USA um die Ukraine, Lieferkettenprobleme, in die H\u00f6he schie\u00dfende Rohstoffpreise und nat\u00fcrlich die Delta-Mutation, die uns zeigte, dass die Pandemie in diesem Sommer eben doch noch nicht besiegt wurde. Immer wieder sackte der DAX daher unter 15.000 Punkte und es drohte ein Crash.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir von einem Crash nicht auf dem falschen Fu\u00df erwischt w\u00fcrden, habe ich unser Portfolio unten h\u00e4ufig ein wenig ausgelichtet. Erst im Herbst, als ich mir irgendwie sicher war, dass ein Crash nicht folgen wird, habe ich unser Portfolio ganz unten voll gemacht. Eigentlich, so dachte ich, m\u00fcsste ein Lauf bis 16.500, und danach im kommenden Jahr noch weiter folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, Omikron hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und einmal mehr schweben mehrere Damoklesschwerter \u00fcber den Aktienm\u00e4rkten. Wir m\u00fcssten je nach Nachrichtenlage unser Portfolio fast t\u00e4glich anpassen, um die jeweiligen Meldungen in unserer Portfoliostruktur zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ich m\u00f6chte nicht mit hektischen Aktionen in der besinnlichen Vorweihnachtszeit \u00fcbertriebenen Aktionismus verbreiten. Grunds\u00e4tzlich gehe ich weiterhin davon aus, dass wir mindestens bis ins kommende Fr\u00fchjahr weiterhin steigende Kurse haben werden. F\u00fcr diesen Fall sind wir bestens positioniert, unsere Cashquote steht bei gerade einmal 6%.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte eines der vier Damoklesschwerter niederrauschen, m\u00fcssen wir eine wichtige Unterscheidung vornehmen: Korrektur oder Trendwechsel.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Korrektur ist normal im Rahmen einer Rallye, findet immer wieder statt und konsolidiert die zuvor erzielten Kursgewinne. Korrekturen k\u00f6nnen unterschiedlich stark ausfallen, dauern jedoch meistens nur wenige Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, wenn die Kurse aufgrund der Corona-Pandemie oder auch aufgrund negativer Inflationsdaten in den Keller rauschen, dann haben wir eine Korrektur, die wir f\u00fcr K\u00e4ufe nutzen k\u00f6nnen. Weder die Corona-Pandemie, noch die Inflationsangst ist neu oder \u00fcberraschend. Daher haben diese beiden Damoklesschwerter nicht das Zeug, einen heftigeren Crash oder gar Trendwechsel, also das Ende der Rallye, einzul\u00e4uten. Daf\u00fcr w\u00fcrde etwas \u00dcberraschendes, ein schwarzer Schwan, ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte der Konflikt um die Ukraine jedoch eskalieren, ist Europa nicht handlungsf\u00e4hig, die USA konzentrieren sich auf China und vertreten in der Ukraine US-Interessen, nicht europ\u00e4ische Interessen. Das w\u00e4re f\u00fcr uns hier in Europa eine Situation, auf die wir nicht vorbereitet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso wenig w\u00e4re eine Eskalation im Konflikt um Taiwan etwas, auf das sich die USA ausreichend vorbereitet haben. Eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung (=Krieg) kann niemand wollen, doch die diplomatischen Bem\u00fchungen laufen derzeit ins Nichts. Und dann stellen Sie sich vor, Russland und China sprechen sich ab, sie haben ja gemeinsam den gleichen Feind (USA), und sch\u00fcren zeitgleich die beiden Konfliktherde.<\/p>\n\n\n\n<p>Da haben Sie schon meinen Jahresausblick: Diese vier Themen werden uns auch im kommenden Jahr begleiten. Solange es ruhig bleibt in der Ukraine und in Taiwan werden die Aktienm\u00e4rkte nach oben klettern. Ich gehe davon aus, dass sich nach den Rohstoffpreisen auch die Lieferketten wieder normalisieren. Der Nachholeffekt beim Konsumenten wurde durch knappe G\u00fcter ins Jahr 2022 verl\u00e4ngert und d\u00fcrfte meiner Einsch\u00e4tzung nach insbesondere im Einzelhandel f\u00fcr volle Kassen sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Corona hoffentlich an Bedeutung verlieren wird, d\u00fcrfte die Inflation an Bedeutung gewinnen: der Beweis steht noch aus, dass der Inflationsdruck nur vor\u00fcbergehend war. Es d\u00fcrfte spannend werden, denn je l\u00e4nger Corona w\u00fctet, desto l\u00e4nger d\u00fcrften die Lieferkettenprobleme f\u00fcr knappe G\u00fcter und dadurch hohe Preise (=hohe Inflation) sorgen. Irgendwann werden diese hohen Inflationsraten dann zu Begehrlichkeiten bei den Lohnverhandlungen sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dann die Inflation auf das Lohnniveau \u00fcberspringen sollte, dann setzen wir den Anfang einer gef\u00e4hrlichen Aufw\u00e4rtsspirale. F\u00fcr die Notenbank ist es also nicht nur wichtig, die Inflation als vor\u00fcbergehend auszuweisen, sondern das muss m\u00f6glichst zeitnah geschehen, damit die Lohn-Preis-Spirale nicht in Gang gesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte noch ein paar Monate dauern, bis wir das absehen k\u00f6nnen. Bis dahin bleibe ich dabei, dass erschreckende Inflationszahlen als Ausl\u00f6ser eines Ausverkaufs an den Aktienm\u00e4rkten von uns genutzt werden sollten, zuzukaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? 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