{"id":5210,"date":"2022-02-09T09:22:23","date_gmt":"2022-02-09T08:22:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=5210"},"modified":"2022-02-09T10:18:35","modified_gmt":"2022-02-09T09:18:35","slug":"gefaehrliche-stimmungslage-am-aktienmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/gefaehrliche-stimmungslage-am-aktienmarkt\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrliche Stimmungslage am Aktienmarkt"},"content":{"rendered":"\n<p>Den Daten meiner animusX-Umfrage entnehme ich, dass viele Anleger schon zu Kursen deutlich unter 16.000 wieder verkaufen w\u00fcrden. Die Positionen, die viele Anleger derzeit eingegangen sind, sollen offensichtlich nur spekulativ f\u00fcr kurze Zeit gehalten werden. Auf der anderen Seite soll zu Kursen knapp unter 15.000 ordentlich nachgekauft werden, einen tieferen Fall erwarten nur sehr wenige Anleger.<br \/><br \/>Sollten die Kurse nach unten durchrutschen, also unter 14.800 Punkte sacken, m\u00fcssen wir mit weiteren Panikverk\u00e4ufen rechnen. Eine Erholungsbewegung hingegen d\u00fcrfte schnell wieder durch Gewinnmitnahmen gebremst werden, genau wie wir es in der vergangenen Woche gesehen haben.<br \/><br \/>Selbst wenn durch eine positive Meldung beispielsweise die Kurse \u00fcber 16.000 Punkte getrieben w\u00fcrden, d\u00fcrfte dort oben nicht mehr viel Nachfrage zur St\u00fctzung der Kurse vorhanden sein, weil zu viele Anleger bereits in hohem Ma\u00dfe investiert sind.<br \/><br \/>So ist die Marktverfassung derzeit gef\u00e4hrlich: Wir m\u00fcssen darauf hoffen, dass die Kurse noch eine Weile seitw\u00e4rts pendeln, da eine Rallye zu neuen Allzeithochs derzeit unwahrscheinlich ist, ein Absacken jedoch zu noch gr\u00f6\u00dferer Panik f\u00fchren k\u00f6nnte.<br \/><br \/><strong>Mut macht der 5-Wochendurchschnitt des Sentiments. <\/strong>Dieser Indikator zeigt zuverl\u00e4ssig Korrekturtiefs an und notiert derzeit auf einem extrem niedrigen Niveau, das wir zuletzt Mitte 2019 sahen, als die geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA hoch kochten. Damals folgte eine ordentliche Aktienmarktrallye. Wenngleich dieses Mal andere Sentimentindikatoren zur Vorsicht mahnen, so scheint doch auf Basis dieser bereits sehr negativen Sentimentlage ein Durchrutschen unter 14.800 ohne ein entsprechend negatives Ereignis eher unwahrscheinlich.<br \/><br \/>Der Bund-Future ist unter die wichtige charttechnische Unterst\u00fctzung von 167 gerutscht. Die Umlaufrendite ist am vergangenen Freitag erstmals seit drei Jahren wieder \u00fcber Null gestiegen. Damit ist die historische Zinswende nach 40 Jahren fallenden Zinsen nun auch charttechnisch best\u00e4tigt.<br \/><br \/>Die Stimmungsdaten sind so, wie wir es erwarten w\u00fcrden: Die Stimmung bez\u00fcglich dem Bund-Future (l\u00e4uft invers zur Zinsentwicklung) ist am Boden. Auch die Erwartung ist extrem negativ. Nachdem nun die Zinswende best\u00e4tigt wurde, rechnen die meisten Anleger mit weiter steigenden Zinsen, also mit einem weiter fallenden Kurs des Bund-Futures.<br \/><br \/>Da sich diese Entwicklung seit Wochen abzeichnet, der Inflationsdruck kommt ja nun wirklich nicht \u00fcberraschend, ist die Investitionsquote in Bund-Future sehr niedrig und die Selbstzufriedenheit der Anleger sehr gro\u00df. Aktuell hat auch niemand mehr die Absicht, den Bund-Future zu kaufen.<br \/><br \/>Damit d\u00fcrfte kurzfristig erst einmal die Luft raus sein aus dieser Bewegung.<br \/><br \/>Eine interessante Sentimentverfassung gibt es auf dem \u00d6lmarkt. Am Freitag wurden die 93 USD\/Fass WTI \u00d6l erreicht, der h\u00f6chste Kurs seit acht Jahren. Entsprechend freudig sind die \u00d6lanleger, sie feiern ihren Erfolg. Die Partylaune ist auf einem Extrempunkt, gleichzeitig ist jedoch der Zukunftsoptimismus vollst\u00e4ndig eingebrochen. Es droht schon sehr bald eine ordentliche Korrektur im \u00d6lmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtrag von heute, Mittwoch 9. Februar: wie erwartet, hat der Kurs von \u00d6l etwas nachgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter unten finden Sie die Details zur Sentiment Analyse. In der aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe finden Sie den Wochenr\u00fcckblick und Ausblick zur B\u00f6rse.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte Woche war turbulent: Zinssorgen schossen in die H\u00f6he, Quartalszahlen sorgen f\u00fcr zweistellige Kursspr\u00fcnge und h\u00e4ufig genug war es schwer, eine Kursbewegung einem bestimmten Ereignis zuzuordnen. In Kapitel 02 gebe ich einen \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten Entwicklungen und \u00fcber deren Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Ausblick in Kapitel 04 besch\u00e4ftigt sich ein bisschen eingehender mit dem Thema Inflation und Leitzins. Ich bleibe bei meinem Fahrplan f\u00fcr die kommenden acht Wochen, den ich Ihnen zum Jahreswechsel vorgestellt habe. Doch einzelne Unternehmen sind ausgeschert.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter zur aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe 22\/5: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1949#ch01\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1949#ch01<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sentiment-analyse-details\"><strong>Sentiment Analyse Details<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Daten sind vom Freitag 4. Februar. Sie bekommen die aktuellen Ergebnisse und Interpretation im Gratis-Newsletter bereits Freitag abends in Ihr Mailfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung wird bei einem Wert von -4,5 aktuell wieder von Angst und Panik dominiert. Kein Wunder, neue Korrekturtiefs sind in Sicht, w\u00e4hrend gleichzeitig die Investitionsquote der Anleger extrem hoch ist. So herrscht eine gro\u00dfe Verunsicherung (-4,6) unter den Anlegern dar\u00fcber, ob denn diese hohe Investitionsquote richtig ist.<br \/><br \/>Die Zukunftserwartung ist inzwischen ebenfalls angekratzt. Nach einem Wert von 1,9 vor zwei Wochen und 1,7 vor einer Woche ist dieser Wert inzwischen auf nur noch 1,2 zur\u00fcckgegangen. Optimismus dominiert zwar noch die Erwartungshaltung, doch der Optimismus erh\u00e4lt zunehmend Kratzer.<br \/><br \/>Daher m\u00f6chte denn auch kaum noch jemand neue Investitionen eingehen, die Investitionsbereitschaft ist auf nur noch 0,4 gefallen (Vorwoche 1,4).<br \/><br \/>Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von 5 ebenfalls eine recht hohe Risikobereitschaft an: Viele Privatanleger sind bereits Long-Spekulationen eingegangen. Put-Absicherungen gibt es kaum.<br \/><br \/>Die Profis, die sich \u00fcber die Eurex absichern, haben ein Put\/Call-Verh\u00e4ltnis von 1,3. Das w\u00fcrde ich als \u00fcberwiegend neutral mit einem leichten \u00dcbergewicht f\u00fcr Call-Spekulationen auf steigende Kurse bezeichnen.<br \/><br \/>In den USA zeigt das Put\/Call-Verh\u00e4ltnis ein g\u00e4nzlich anderes Bild: Nach anderthalb Jahren exzessiver Long-Spekulationen schie\u00dft das Put\/Call-Verh\u00e4ltnis nun nach oben und zeigt einen starken Anstieg der Put-Absicherungen.<br \/><br \/>Dazu passt die weiterhin niedrige Investitionsquote der US-Fondsmanager (63%) sowie auch der B\u00e4ren\u00fcberhang unter den Privatanlegern mit einer Bulle\/B\u00e4r-Quote von -17%. 44% der Privatanleger sind pessimistisch gestimmt, nur 26% sind optimistisch.<br \/><br \/>Der technische Angst und Gier Indikator des S&amp;P 500 zeigt mit einem Wert von 33% eine leichte Angst an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Daten meiner animusX-Umfrage entnehme ich, dass viele Anleger schon zu Kursen deutlich unter 16.000 wieder verkaufen w\u00fcrden. 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