{"id":6220,"date":"2022-03-08T09:49:08","date_gmt":"2022-03-08T08:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6220"},"modified":"2022-03-08T09:49:10","modified_gmt":"2022-03-08T08:49:10","slug":"ungluecklich-sind-die-zeiten-die-helden-brauchen-heibel-ticker-info-kicker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/ungluecklich-sind-die-zeiten-die-helden-brauchen-heibel-ticker-info-kicker\/","title":{"rendered":"Ungl\u00fccklich sind die Zeiten, die Helden brauchen! + Heibel-Ticker Info-Kicker"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich habe in unserer neuen Heibel-Ticker Ausgabe versucht, die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Woche f\u00fcr die Finanzwelt einzuordnen. Dabei habe ich die vier gro\u00dfen Themen in den Vordergrund gestellt: China\/Taiwan, Russland\/Ukraine, Corona\/Omikron, Inflation\/Notenbanken. Durch den Krieg in der Ukraine \u00e4ndert sich alles.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">02. So tickt die B\u00f6rse: US-Aktien stabiler als europ\u00e4ische Aktien<\/h2>\n\n\n\n<p>Die vier Themen, die wir seit einigen Monaten immer wieder in den Vordergrund stellen, bleiben bestehen, wobei der Krieg in der Ukraine nun alle anderen Themen dominiert. Zumindest hierzulande, in den USA sieht es noch anders aus.<br \/><br \/>In der vergangenen Woche haben Europa und Deutschland Entwicklungsschritte genommen, die bis vor kurzem nicht in vielen Jahren m\u00f6glich waren. Europa steht zusammen, organisiert Fl\u00fcchtlingshilfe, koordiniert die Milit\u00e4rs und kappt (fast) jegliche Verbindungen zu Russland.<br \/><br \/>F\u00fcr die Menschen in der Ukraine kommen diese Entscheidungen sehr sp\u00e4t. Dennoch hoffe ich, dass Putins Russland die Konsequenz der j\u00fcngsten Aktionen Europas sowie der USA erkennt und die kriegerische Vorgehensweise stoppt.<br \/><br \/>Ich werde mich bei den Auswirkungen des Krieges auf die Finanzm\u00e4rkte konzentrieren, das ist meine Aufgabe f\u00fcr meine Leser. Der DAX ist letzte Woche um 10% eingebrochen. Wenn wir in den kommenden Tagen und Wochen Aktien einkaufen, die anschlie\u00dfend gro\u00dfe Kursgewinne erzielen k\u00f6nnten, sollten Sie vorsehen, <strong>einen Teil des Gewinns an Organisationen zu spenden<\/strong>, die sich beispielsweise um die Fl\u00fcchtlinge der Ukraine k\u00fcmmern.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>CHINA BLICKT BESORGT AUF DEN UKRAINE-KRIEG<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Chinas Pr\u00e4sident Xi war vermutlich einer der wenigen Menschen, die vor dem Einmarsch Russlands bereits informiert waren, zumindest aber ahnen konnten, was kommen wird. Die Freundschaft der beiden Staatsm\u00e4nner Xi und Putin wurde w\u00e4hrend der olympischen Winterspiele zur Schau getragen.<br \/><br \/>Inzwischen sind jedoch auch vorsichtige Kommentare aus China zu h\u00f6ren: Russlands Krieg ist nicht, wie vielleicht zuvor beabsichtigt, binnen weniger Tage erfolgreich. Im Gegenteil, Putin stellt sein Volk inzwischen auf eine l\u00e4ngere Auseinandersetzung ein. Xi nimmt das besorgt zur Kenntnis, verweigert Russland die Unterst\u00fctzung und bel\u00e4sst es bei Stimmenthaltungen, wenn in der UN die Invasion Russlands verurteilt wird.<br \/><br \/>Xi wird sich schon bald entscheiden m\u00fcssen, wie er weiter mit Putins Russland umgeht. Da wir die Gefahr einer Annexion Taiwans durch China im Auge haben, sollten wir in diesen Tagen auf Aussagen von Chinas Pr\u00e4sident Xi achten.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>RUSSLAND F\u00dcHRT KRIEG<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sie sind sicherlich \u00fcber die Vorg\u00e4nge in der Ukraine informiert, so dass ich an dieser Stelle direkt auf die Konsequenzen eingehen kann:<br \/><br \/>Die Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von russischem Gas und \u00d6l wird in diesen Tagen unertr\u00e4glich. Die sch\u00e4rfsten Sanktionen gegen Russland wurden umgesetzt, lediglich die Gas- und \u00d6llieferungen sollten nicht beeintr\u00e4chtigt werden. 60% der Einnahmen Russlands stammen aus dem \u00d6l- und Gasgesch\u00e4ft. Deutschland, Spanien und Italien sind abh\u00e4ngig vom russischen Gas und \u00d6l. Doch mit den Einnahmen wird mittelbar der Krieg gegen die Ukraine finanziert. Der folgende Spruch einer Demo trifft daher unsere Gesellschaft: &#8222;Lieber frieren als Krieg finanzieren.&#8220;<br \/><br \/>Russland wurde vom internationalen Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen. Verm\u00f6gen russischer Oligarchen wurde zun\u00e4chst eingefroren, sp\u00e4ter vielleicht konfisziert. Waffenlieferungen in die Ukraine wurden beschlossen.<br \/><br \/>Es gibt Notfallpl\u00e4ne f\u00fcr den Fall, dass wir kein russisches Gas und \u00d6l mehr bekommen. Industrien werden abgeschaltet, das Heizen von Wohnungen hat Priorit\u00e4t.<br \/><br \/>Boeing und Airbus habe die Instandhaltung f\u00fcr russische Flugzeuge aufgek\u00fcndigt.<br \/><br \/>Shell (1 Mrd. USD North Stream-Finanzierung \u00fcber Gazprom), BP (20% Beteiligung an Rosneft im Wert von 25 Mrd. USD) und Exxon Mobil (4 Mrd. USD Projekte in Russland) kappen ihre Verbindungen nach Russland.<br \/><br \/>Ford und General Motors stoppen ihr Russland-Gesch\u00e4ft. Daimler Truck stoppt die Lieferung von Ersatzteilen an russische Partner. Volvo stoppt die Auslieferung von Autos. Das ist bemerkenswert, da Volvo in chinesischer Hand ist. Renault stoppt die Produktion in zwei Werken in Russland &#8222;weil Teile fehlen&#8220; und Volkswagen pausiert den Verkauf von Audi, um die Verkaufspreise an den Rubelverfall anzupassen. BMW stoppt Lieferungen nach und Produktion in China.<br \/><br \/>Dt. Post (DHL), FedEx und UPS stoppen die Lieferungen nach Russland.<br \/><br \/>Adidas beendet die Partnerschaft mit der russischen Fu\u00dfball-Liga. Nike stoppt den Online-Verkauf in Russland. Apple stoppt den Export nach Russland und limitiert bei Apple Maps die verf\u00fcgbaren Daten zur Ukraine, um die Zivilbev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen.<br \/><br \/>Walt Disney, Warner Bros, Sony, Paramount und Universal Studios ver\u00f6ffentlichen keine Filme mehr in Russland.<br \/><br \/>&#8230; dabei wird es nicht bleiben.<br \/><br \/>Diese kleine, unvollst\u00e4ndige Liste zeigt, dass der Westen bereit ist, den wirtschaftlichen Preis f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Ukraine zu zahlen. Es bleibt die Energieversorgung Europas durch Russland, die am seidenen Faden h\u00e4ngt. Der \u00d6lpreis ist bereits in Richtung 120 USD\/Fass gesprungen. Hier steht nicht mehr zur Disposition, ob die Energieversorgung teuer wird, denn das ist bereits entschieden. Die offene Frage ist noch, ob wir auch die Energieversorgung aus Russland kappen.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>CORONA AUF DEM R\u00dcCKZUG<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit f\u00fcr unsere vier gro\u00dfen Themen hier noch ein Satz zu Corona: Das Infektionsgeschehen geht zur\u00fcck, die Schwere der Erkrankung bei infizierten Geimpften ist ebenfalls stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Der erhoffte Nachholeffekt in der Wirtschaft, der f\u00fcr diesen Sommer erwartet wurde, wird nun durch den Ukraine-Krieg vereitelt.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>INFLATION<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Inflation ist zu einem gro\u00dfen Teil abh\u00e4ngig von den Energiepreisen. Daraus k\u00f6nnen Sie schon sehr schnell ablesen, dass wir auch in den kommenden Monaten mit hohen Inflationsraten rechnen m\u00fcssen.<br \/><br \/>US-Notenbankchef Jay Powell hat letzte Woche vor dem US-Kongress gesprochen. F\u00fcr den 17. M\u00e4rz hat er einen moderaten Zinsschritt in Aussicht gestellt. Zuvor war spekuliert worden, ob er sogar gleich den Leitzins um 0,5% anheben werde, doch nun erwarten die meisten Volkswirte einen Zinsschritt von nur 0,25%.<br \/><br \/>In den USA ist wirtschaftlich betrachtet das Zinsthema wichtiger als der Krieg in der Ukraine. Weder mit der Ukraine noch mit Russland hat die USA \u00fcberm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe wirtschaftliche Verflechtungen. Der hohe Energiepreis d\u00fcrfte jedoch die US-Wirtschaft belasten.<br \/><br \/>Jay Powell hat sich sehr viel Zeit gelassen mit der Entscheidung, die ultralockere Geldpolitik zu beenden. Um so konsequenter setzt er die im Herbst getroffene Entscheidung nun um, die Anleihek\u00e4ufe wurden schneller beendet als urspr\u00fcnglich geplant und der erste Zinsschritt erfolgt ebenfalls fr\u00fcher als urspr\u00fcnglich in Aussicht gestellt.<br \/><br \/>Doch wenn die Normalisierung der Geldpolitik zuvor schon anspruchsvoll war, so haben sich die Probleme durch den Ukraine-Krieg nun noch versch\u00e4rft. Die h\u00f6heren Energiepreise f\u00fchren zu st\u00e4rkerem Inflationsdruck und belasten gleichzeitig die Wirtschaft. Powell m\u00fcsste nun also eigentlich noch schneller das Zinsniveau anheben, um die Inflation zu bek\u00e4mpfen, kann dies aber nicht tun, weil die Wirtschaft nun noch st\u00e4rker durch die Inflation belastet wird. Zus\u00e4tzlich haben viele Unternehmen Probleme, die aus dem Kappen der Verbindungen nach Russland resultieren.<br \/><br \/>In Europa ist die Situation noch aussichtsloser: Die EZB hinkt der US-Notenbank zwar hinterher, kann nun aber erst recht nicht aufholen. Denn die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges werden in Europa ein Vielfaches dessen betragen, was es f\u00fcr die USA bedeutet. Gleichzeitig ist der Energiepreis in Europa deutlich h\u00f6her als in Europa. Und nicht zuletzt hat Europa gar nicht ausreichend eigene Energiequellen, um den Kontinent zu versorgen. In den USA hat man derzeit mehr als man braucht und exportiert.<br \/><br \/><strong>Bei aller wirtschaftlicher Betrachtungsweise: Ich habe den Eindruck, dass die eingangs erw\u00e4hnte Transformation in der Gesellschaft Europas erst begonnen hat.<\/strong><br \/><br \/>Die Stimmung an den B\u00f6rsen ist in Panik umgeschlagen, es ist leicht abzusehen, dass allein schon ein Ende der Eskalation in der Ukraine f\u00fcr eine Gegenbewegung sorgen w\u00fcrde. Doch bitte erwarten Sie von mir keine Einsch\u00e4tzung zum weiteren Fortgang der Ereignisse im Ukraine-Krieg. Daher ist das Kapitel 03 zur Sentimentanalyse sehr kurz: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1961#ch03\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1961#ch03<\/a><br \/><br \/>Schwerpunkt des aktuellen PLUS Kapitel 04 ist der Aufbau unseres Dividendenportfolios. Ich habe mir einen Buy-Side Analysten zur Seite genommen und das Thema grundlegend aufgearbeitet. Unsere aktuellen Dividendentitel geh\u00f6ren weiterhin zur elit\u00e4ren Creme de la Creme aus \u00fcber 1.300 Aktien aus Deutschland, \u00d6sterreich, der Schweiz und den USA. Doch wir haben den einen oder anderen Kandidaten gefunden, der noch besser ist. In Kapitel 04 nehme ich Sie mit auf meine Suche nach dem besten Dividendenportfolio: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1960#ch04\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1960#ch04<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe in unserer neuen Heibel-Ticker Ausgabe versucht, die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Woche f\u00fcr die Finanzwelt einzuordnen. Dabei habe ich die vier gro\u00dfen Themen in den Vordergrund gestellt: China\/Taiwan, Russland\/Ukraine, Corona\/Omikron, Inflation\/Notenbanken. 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