{"id":6223,"date":"2022-03-10T09:24:35","date_gmt":"2022-03-10T08:24:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6223"},"modified":"2022-03-10T09:24:36","modified_gmt":"2022-03-10T08:24:36","slug":"metaverse-mit-facebook-nvidia-und-disney","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/metaverse-mit-facebook-nvidia-und-disney\/","title":{"rendered":"Metaverse mit Facebook, Nvidia und Disney"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">FACEBOOK L\u00d6ST PROBLEM DER PRIVATSPH\u00c4RE<\/h2>\n\n\n\n<p>Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, hat mit den Quartalszahlen seine Anleger entt\u00e4uscht. Die Aktie ist um 25% eingebrochen, oder auch -200 Mrd. USD. Apple hat daf\u00fcr gesorgt, dass der Schutz der Privatsph\u00e4re, der bei Internetbrowsern inzwischen Standard ist, auch f\u00fcr alle Apps im APP-Store Anwendung findet. Werbung kann dadurch weniger gezielt ausgeliefert werden, die Werbung ist dadurch weniger effizient und der Preis je View sinkt. Dieser Effekt war in den Q-Zahlen von Facebook deutlich zu sehen, CEO Mark Zuckerberg adressierte das Problem explizit.<\/p>\n\n\n\n<p>Google gab bekannt, ebenfalls nach L\u00f6sungen f\u00fcr den Android Play Store zu suchen. Nachdem also die eine H\u00e4lfte des Gesch\u00e4fts beeintr\u00e4chtigt wurde, k\u00f6nnte nun die andere H\u00e4lfte ebenfalls betroffen sein. Ein Unternehmen wie Facebook, das unerlaubt Privatdaten an Cambridge Analytica verkauft hat, kann hier kein Mitleid erwarten. Der Ausverkauf der Aktie hat also sogar einen Grund.<\/p>\n\n\n\n<p>Facebook notiert auf einem KUV von 4. Das Gewinnwachstum von 20% p.a. wird mit einem KGV von nur noch 16 bewertet. Es hat den Anschein, dass Anleger an das Ende der Erfolgsstr\u00e4hnen von Gr\u00fcnder und CEO Mark Zuckerberg glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube das nicht. Zuckerberg hat mehrfach bewiesen, dass er kniffelige Zeiten gut \u00fcbersteht. Meist geht er als Sieger hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>2012 wurde das Ende der Internetbrowser auf PCs ausgerufen: die Menschen verbrachten immer mehr Online-Zeit mit ihren Handys, wo man Werbung f\u00fcr unm\u00f6glich hielt. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von Ihnen noch daran, wie l\u00e4stig Werbung auf dem kleinen Bildschirm der Handys damals empfangen wurde. Heute haben wir uns daran gew\u00f6hnt, dass wir teilweise eine halbe Minute warten m\u00fcssen, bis wir einen gew\u00fcnschten Inhalt zu sehen bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>2018 war die Geschichte mit Cambridge Analytica: Facebook verkaufte pers\u00f6nliche Daten, mit denen Donald Trump vermeintlich die Wahl zum US-Pr\u00e4sidenten gewann. Niemand w\u00fcrde jemals wieder Facebook trauen, hie\u00df es damals. Heute erfreut sich Instagram gro\u00dfer Beliebtheit, die Menschen erz\u00e4hlen dort alles aus ihrem Privatleben, was niemand h\u00f6ren will.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun soll die gezielte Werbung erschwert werden. Ich gehe davon aus, dass Zuckerberg auch dieses Mal eine L\u00f6sung finden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht liegt die L\u00f6sung ganz woanders: Vielleicht ist sie im Metaverse zu finden. Menschen erschaffen ein zweites &#8222;Ich&#8220; im Metaverse von Facebook. Es ist absehbar, dass die Menschen inzwischen im Umgang mit ihren privaten Daten vorsichtiger geworden sind. Doch das zweite &#8222;Ich&#8220; im Metaverse kann hemmungslos den eigenen Interessen nachgehen, ohne sich um die Privatsph\u00e4re zu k\u00fcmmern, oder? Ist ja nur ein digitaler Zwilling. Wenn Facebook im Metaverse die Nase vorn hat, und mit einem Investitionsvolumen von 10 Mrd. USD hat Facebook gute Chancen, dann werden die fehlenden Daten vom digitalen Zwilling geholt und verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit nur ein kleines Gedankenspiel, um zu zeigen, dass der Niedergang Facebooks, wie er derzeit an der Aktienb\u00f6rse gespielt wird, alles andere als sicher ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">NVIDIA WIRD LIEFERN<\/h2>\n\n\n\n<p>Nvidia wurde ebenfalls nach Q-Zahlen ausverkauft. Im November stand die Aktie noch \u00fcber 300 Euro, bis Ende Januar ging&#8217;s unter 200 Euro, -33%. Tats\u00e4chlich erfolgte nun eine kleine Erholung bis 235 Euro, doch nach den Quartalszahlen ging&#8217;s wieder zur\u00fcck auf 205 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Bewertungstechnisch l\u00e4sst sich vor dem Hintergrund des Inflationsdrucks kein vern\u00fcnftiges Argument finden: Das Kurs\/Umsatz-Verh\u00e4ltnis steht bei 16. F\u00fcr das exorbitante Gewinnwachstum von 36% p.a. war das KGV 23e von 51 im November noch in Ordnung, heute sieht ein so hohes KGV einfach nur teuer aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinen Augen gibt es zwei gro\u00dfe Technologietrends in den kommenden Jahren: Das autonome Fahren und das Metaverse. F\u00fcr das Metaverse braucht Facebook die schnellsten Graphikchips, um den digitalen Zwilling m\u00f6glichst echt erscheinen zu lassen. Bislang setzt man dazu eine VR-Brille auf, doch es gibt auch schon L\u00f6sungen, die ein dreidimensionales Bild in den Raum projizieren, ohne dass Sie eine VR-Brille ansetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das autonome Fahren erfordert Bilderkennungssoftware, die mit allen Ereignissen, die auf den Stra\u00dfen passieren, umgehen k\u00f6nnen. Diese Software muss man &#8222;trainieren&#8220; und Nvidia hat mit der Plattform DRIVE genau das, was die Autobauer brauchen. Auch hier gibt es einen Wettlauf in einem sehr lukrativen Mart, bei dem die Kosten f\u00fcr die Graphikkarte oder auch f\u00fcr die DRIVE-Plattform im Investitionsbudget enthalten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer, wenn ich einen technisch affinen Menschen treffe, spreche ich ihn auf Nvidia an. Bislang folgte so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die Technologie als \u00fcberlegen bezeichnet wurde. Bertrandt, der Vermittler von Ingenieuren f\u00fcr die Autoindustrie, forscht ebenfalls in Sachen autonomes Fahren und als ich den CFO beim Mittagessen nach Nvidia befragte, stimmte auch er umgehend eine Lobeshymne an. Im ZAL hier in Hamburg, dem Forschungszentrum f\u00fcr Luftfahrt, gibt es ein Holodeck. Also einen Raum, in dem Sie durch virtuelle Maschinen und Flugzeuge gehen, Teile greifen und umplatzieren k\u00f6nnen. Realisiert nat\u00fcrlich mit Nvidia-Chips.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Nvidia gilt genau wie f\u00fcr die Aktien von Cathy Woods: Das Unternehmen ist super, vor kurzem h\u00e4tte ich die Aktie auf dem heutigen Niveau f\u00fcr spottbillig behalten, doch in der aktuellen Situation l\u00e4sst sich ein Boden schwer definieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">DISNEY KOMMT GUT AUS DER PANDEMIE<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Disney+, den TV-Streamingdienst, kam Disney durch die Pandemie. Die Bibliothek der enthaltenen Filme wird kontinuierlich ausgebaut. Allein im laufenden Jahr soll das Angebot verdoppelt werden. Au\u00dferdem wurden in den vergangenen zwei Jahren viele Filme ver\u00f6ffentlicht, die man bislang nur auf dem heimischen TV sehen konnte. Viele Star Wars Fans werden aber den &#8222;Mandalorian&#8220; oder &#8222;Das Buch von Boba Fett&#8220; auch noch auf der Gro\u00dfleinwand mit Dolby Surround sehen wollen. Nicht nur die Bibliothek wird stetig ausgebaut, auch neue L\u00e4nder kommen regelm\u00e4\u00dfig dazu. Hatte man vor einem Jahr noch bef\u00fcrchtet, Netflix k\u00f6nne nicht mehr eingeholt werden, so ist nun Netflix das Unternehmen, das Probleme hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Disney hat auch Kreuzfahren und Vergn\u00fcgungsparks, die f\u00fcr zwei Jahre nahezu stillgelegt waren. Das Angebot der &#8222;Fast Lane&#8220;, mit dem man f\u00fcr einen Zusatzpreis die Wartezeit an den Attraktionen verk\u00fcrzen konnte, wird nun in den Genie+ Pass \u00fcberf\u00fchrt: Eine App, die nach individuellen Vorlieben den Tag im Disneyland plant, Wartezeiten ber\u00fccksichtigt und auch f\u00fcr einen Obolus die Wartezeit verk\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Disney hat ein KUV von 4. Aber auch f\u00fcr Disney erwarten Analysten in den kommenden f\u00fcnf Jahren ein j\u00e4hrliches Gewinnwachstum von 39%. Vor diesem Hintergrund ist das KGV 23e von 35 ebenfalls g\u00fcnstig \u2026 wenn wir uns vorstellen, es ist noch Sommer 2021. Heute schreckt die Optik der hohen Zahlen viele Anleger ab und so ist es auch f\u00fcr Disney schwer, einen Boden zu finden. Doch es scheint, dass Anleger hier mehr Vertrauen in das Management haben, denn die Aktie steigt seit Ende Januar und die Q-Zahlen f\u00fchrten nicht zu einem Ausverkauf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens: Auch Disney arbeitet am Metaverse. Was liegt n\u00e4her, als die Kultfiguren von Mickey Maus \u00fcber die Eisk\u00f6nigin bis zum Jedi Ritter mit Hilfe von NFTs ins Metavers zu bringen? Die Skins, die heute in Spielen verf\u00fcgbar sind, haben noch Luft nach oben. Und wenn es um Bewegtbilder geht, geh\u00f6rt Disney mit Pixar zu den f\u00fchrenden Anbietern der Welt. Ach ja, nat\u00fcrlich wird Disney zum Aufbau der eigenen Metaverse-L\u00f6sungen ebenfalls gro\u00dfe Mengen von Graphikkarten von Nvidia kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Updates zu allen dreien gibt es regelm\u00e4\u00dfig im <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FACEBOOK L\u00d6ST PROBLEM DER PRIVATSPH\u00c4RE Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, hat mit den Quartalszahlen seine Anleger entt\u00e4uscht. Die Aktie ist um 25% eingebrochen, oder auch -200 Mrd. USD. Apple hat daf\u00fcr gesorgt, dass der Schutz der Privatsph\u00e4re, der bei Internetbrowsern inzwischen Standard ist, auch f\u00fcr alle Apps im APP-Store Anwendung findet. 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