{"id":6246,"date":"2022-03-29T08:45:59","date_gmt":"2022-03-29T06:45:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6246"},"modified":"2022-03-29T08:46:00","modified_gmt":"2022-03-29T06:46:00","slug":"angespannte-stimmung-im-investoren-sentiment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/angespannte-stimmung-im-investoren-sentiment\/","title":{"rendered":"Angespannte Stimmung im Investoren Sentiment"},"content":{"rendered":"\n<p>Die unterschiedlichen Stimmungswerte in Deutschland und den USA lassen sich leicht erkl\u00e4ren. Der DAX ist im laufenden Jahr bereits um 10% gefallen, der Dow Jones aktuell nur um 5%. DAX-Unternehmen laufen Gefahr, deutlich h\u00f6here Energiekosten tragen zu m\u00fcssen, vorausgesetzt es gibt genug Strom. In den USA gibt es \u00d6l und Gas im \u00dcberfluss.<br \/><br \/>Die hohe Absicherung der Anleger in Deutschland macht jedoch einen weiteren heftigen Ausverkauf unwahrscheinlich &#8211; zumindest aus technischer Sicht (siehe Sentimentanalyse unter <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1969#ch03\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1969#ch03<\/a>). Nat\u00fcrlich werden die europ\u00e4ischen Aktienm\u00e4rkte ausverkauft, wenn sich ein Lieferstopp f\u00fcr die Energie aus Russland abzeichnen sollte. Doch da sich Anleger derzeit stark gegen solche Kursverluste abgesichert haben, k\u00f6nnte ein entsprechender Ausverkauf \u00fcberschaubar bleiben. Fr\u00fchzeitig w\u00fcrden Anleger ihre Put-Absicherungen dann eindecken und dadurch f\u00fcr eine Nachfrage sorgen, die den Aktienmarkt stabilisieren sollte.<br \/><br \/>Was auf der Unterseite f\u00fcr ein Auffangnetz wirkt, kann auf der Oberseite wie Zunder wirken. Sollte der DAX aus seiner Seitw\u00e4rtsbewegung ausbrechen, also \u00fcber 14.500 Punkte steigen, w\u00fcrden viele Absicherungspositionen ins Minus laufen. Neue Sicherheiten werden erforderlich, Verluste w\u00fcrden auflaufen. Irgendwann w\u00fcrden die Absicherungspositionen dann aufgel\u00f6st werden, was nur durch zus\u00e4tzliche Aktienk\u00e4ufe erfolgen kann. Die Aufl\u00f6sung der Absicherungspositionen w\u00fcrde dann also zu einer zus\u00e4tzlichen Nachfrage nach den ohnehin bereits angestiegenen Aktien sorgen, was eine moderate Kursrallye weiter anheizen w\u00fcrde.<br \/><br \/>So oder so befinden wir uns in einer sehr angespannten Situation. Im Ukrainekrieg m\u00fcssen wir t\u00e4glich mit dem Schlimmsten rechnen. Der Aktienmarkt hat sich &#8211; zumindest hier in Deutschland &#8211; auf das Schlimmste vorbereitet und w\u00fcrde vielleicht heftig, aber nur kurz reagieren und dann schnell aufgefangen werden. Auf der anderen Seite k\u00f6nnte &#8211; ich m\u00f6chte hier nicht von einem Gew\u00f6hnungseffekt sprechen, da man sich an einen Krieg nicht gew\u00f6hnen kann &#8211; ein Ausbleiben einer weiteren Verschlimmerung dazu f\u00fchren, dass sich die Aktienkurse weiter erholen. Ab einem bestimmten Kursniveau m\u00fcssten dann die Absicherungspositionen sukzessive aufgel\u00f6st werden, was dann wie Zunder f\u00fcr eine Rallye wirkt.<br \/><br \/>Am Anleihemarkt ist sowohl die Stimmung als auch die Erwartung am Boden. Der Bund Future ist unter 160 gefallen &#8211; erstmals seit 2018. Anleger meiden Zinspapiere, obwohl diese gerade in Kriegszeiten doch als sicherer Hafen gelten. Man sagt Anlegern nach, sie seien die intelligenteren Anleger (im Vergleich zu Aktienanlegern). Offensichtlich erwarten Anleiheanleger stark steigende Zinsen, haben ihre Zinspapiere verkauft und sind \u00fcber die erlittenen Verluste h\u00f6chst ungehalten.<br \/><br \/>Aus Sicht der Sentimentanalyse sieht es nach Panik am Anleihemarkt aus. Ein finaler Ausverkauf. Gut m\u00f6glich, dass wir hier eine ordentliche Gegenbewegung sehen, also einen steigenden Preis f\u00fcr den Bund-Future und somit fallende Zinsen am Anleihemarkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Seitw\u00e4rtsbewegung an den Aktienm\u00e4rkten hat bereits ausgereicht, die Panik an den Aktienm\u00e4rkten zu beenden. Es kam zu einer starken Gegenbewegung, die meiner Beobachtung zufolge in erster Linie durch Spekulanten getrieben wurde. Nachfolgend gehe ich n\u00e4her auf die verschiedenen Problembereiche ein, die derzeit das Marktgeschehen bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So tickt die B\u00f6rse: Schlimmste Bef\u00fcrchtungen scheinen eingepreist<\/h2>\n\n\n\n<p>Von unseren vier Themen befinden sich Corona und China derzeit in einer Warteposition. China wartet die Entwicklungen im Ukraine-Krieg ab und verh\u00e4lt sich bis auf weiteres neutral \/ defensiv. Corona zeigt hohe Infektionszahlen, wird in den USA jedoch bereits als \u00fcberwunden betrachtet. Der dortige Corona-Beauftragte der Gesundheitsbeh\u00f6rde, Scott Gottlieb, hat verk\u00fcndet, dass Corona im Verlauf dieses Sommers vermutlich vollst\u00e4ndig in Vergessenheit geraten k\u00f6nnte. Er sprach vom &#8222;Ende der Pandemie&#8220;.<br \/><br \/>Im Ukraine-Krieg d\u00e4mmert es den Anlegern, dass weder ein schneller Sieg Russlands (Blitzkrieg), noch ein baldiges Aufgeben Russlands zu erwarten ist. Man stellt sich langsam auf eine Dauer von Monaten, wenn nicht sogar Jahren ein. Das ist in meinen Augen das Schlimmste, was dem ukrainischen Volk passieren konnte und ich hoffe weiterhin auf einen baldigen Durchbruch bei den Verhandlungen.<br \/><br \/>Doch am Finanzmarkt rechnet man nicht mit Hoffnung, sondern mit Wahrscheinlichkeiten. Und die sehen derzeit nicht gut aus.<br \/><br \/>Das vierte Thema, die Inflation, entwickelt sich schlimmer als erwartet. In der Eurozone betrug die Verbraucherpreisinflation statt erwarteten 5,8% nunmehr 5,9%. In Gro\u00dfbritannien sprang sie statt auf 5,9% sogar auf 6,2%. In den USA steht die Inflation sogar bereits bei 7,9%. Nach der ersten Zinsanhebung in den USA wird nun diskutiert, wie viele Zinsanhebungen im laufenden Jahr zu erwarten sind. Dabei gewinnt die Diskussion eine neue Dynamik, da inzwischen auch &#8222;gro\u00dfe&#8220; Schritte f\u00fcr m\u00f6glich gehalten werden.<br \/><br \/>Normalerweise wird der Leitzins stets zu den Terminen der Notenbanksitzungen diskutiert und gegebenenfalls um einen viertel Prozentpunkt (0,25%) angepasst. Doch da die Inflation bei steigenden Energiepreisen und nunmehr auf exorbitant hohen Nahrungsmittelpreisen wesentlich schneller ansteigt als von Volkswirten erwartet, hatte Jay Powell vor einigen Tagen selbst eine Anhebung um 0,5% nicht ausgeschlossen. Binnen weniger Tage hat sich nun unter Volkswirten die Erwartung durchgesetzt, dass zur n\u00e4chsten Notenbanksitzung am 4. Mai mit einer Anhebung um 0,5% zu rechnen sei, 70% der Volkswirte sind davon \u00fcberzeugt.<br \/><br \/>Fast die H\u00e4lfte aller Volkswirte rechnet bis Ende 2022 mit einem Leitzinsniveau von 2,5% &#8211; 2,75%. Das entspricht 9 &#8222;kleinen&#8220; Zinsschritten. Da es nur noch sechs Notenbanktermine gibt, m\u00fcsste also bei drei Terminen ein gro\u00dfer Schritt vollzogen werden.<br \/><br \/>Wenn wir uns also die derzeitige Situation mit etwas Abstand anschauen, k\u00f6nnte es kaum schlimmer sein: Die Inflation droht davon zu galoppieren. Der Ukraine-Krieg zeigt derzeit keine schnelle L\u00f6sung. Immerhin ist China noch passiv und Corona scheint sich zu bessern. Doch ob das allein schon ausreicht, um f\u00fcr steigende Kurse an den Aktienm\u00e4rkten zu sorgen, wage ich zu bezweifeln.<br \/><br \/>F\u00fcr die europ\u00e4ische Wirtschaft, insbesondere f\u00fcr die deutsche Konjunktur, ist die Energielieferung (\u00d6l &amp; Gas) aus Russland wichtig. Ein Lieferstopp w\u00fcrde uns in eine Rezession st\u00fcrzen. Putin k\u00fcndigte an, die Lieferungen nur noch gegen Rubel bezahlen zu lassen. Darauf kann Europa eigentlich nicht eingehen und es wird h\u00e4nderingend nach einem Ausweg gesucht.<br \/><br \/>Ein Lieferstopp w\u00fcrde die Energiepreise (\u00d6l &amp; Gas) nochmals weiter nach oben treiben und f\u00fcr viele Betriebe w\u00fcrde die Produktion unrentabel. Verbraucher m\u00fcssten mehr Geld f\u00fcr ihre Heizung und ihr Auto berappen und so k\u00e4me es sehr schnell zu einer Rezession, die nicht nur Deutschland und Europa, sondern vermutlich die ganze Welt erfassen k\u00f6nnte.<br \/><br \/>Wenn Sie von mir in einer so ungewissen Situation nun h\u00f6ren wollen, ob wir Aktien kaufen oder verkaufen sollen, dann kann ich Ihnen darauf nicht die &#8222;eine&#8220; Antwort geben. Vielmehr m\u00fcssen wir unser Portfolio dahingehend \u00fcberarbeiten, dass wir m\u00f6glichst viele Titel haben, die zwar im B\u00f6rsencrash mit ausverkauft werden, deren Gesch\u00e4ftsmodell jedoch weitgehend unabh\u00e4ngig von den hier aufgef\u00fchrten Ereignissen ist. Au\u00dferdem brauchen wir eine Strategie f\u00fcr den Fall, dass die Situation sich nochmals verschlimmert, aber auch f\u00fcr den Fall, dass es nicht mehr schlimmer wird. Mehr dazu in Kapitel 04 der aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe. Regelm\u00e4\u00dfige Updates erhalten jeden Freitag per Mail.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. Mittlerweile schreibe ich w\u00f6chentlich f\u00fcr mehr als 25.000 Leser \u00fcber Hintergr\u00fcnde zum Aktienmarkt und Ursachen f\u00fcr Kursbewegungen von Aktien.<br \/>\n<br \/>\nMeine Leser sch\u00e4tzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Als Privatanleger nutzen sie meine Einsch\u00e4tzungen und Investmentideen zur selbstst\u00e4ndigen Portfolio-Optimierung.<br \/>\n<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich zum <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief<\/a> gratis anmelden und erhalten jeden Freitag die neue Ausgabe direkt in Ihr Mail-Postfach.<br \/>\n<br \/>\nKein Spam, kein Abo, Abmeldung jederzeit m\u00f6glich.\n<\/div><br \/>\n<input name=\"refID\" type=\"hidden\" value=\"9\"\/>\n<input name=\"abo[subscribe]\" type=\"hidden\" value=\"subscribe\"\/><input id=\"input_email\" class=\"input_s\" name=\"abo[email]\" size=\"8\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"E-Mail\"\/><br \/>\n<br \/>\n<input name=\"dsa\" required=\"\" type=\"checkbox\"\/> Ja, ich stimme der <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/static\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefes zu.<br \/>\n<br \/>\n<input class=\"sgny-readmore-btn send-btn\" name=\"sent2\" type=\"submit\" value=\"Kostenlos anmelden\"\/>\n<p class=\"info-txt\"><\/p>\n<\/form>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die unterschiedlichen Stimmungswerte in Deutschland und den USA lassen sich leicht erkl\u00e4ren. 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