{"id":6289,"date":"2022-04-13T10:05:01","date_gmt":"2022-04-13T08:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6289"},"modified":"2022-04-13T10:05:02","modified_gmt":"2022-04-13T08:05:02","slug":"aktien-portfolios-an-die-inflationsentwicklung-anpassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/aktien-portfolios-an-die-inflationsentwicklung-anpassen\/","title":{"rendered":"Aktien Portfolios an die Inflationsentwicklung anpassen"},"content":{"rendered":"\n<p>In den USA wurden letzte Woche die Alarmglocken angeworfen: Die Inflation l\u00e4sst sich nur durch ein entschiedenes Vorgehen einfangen. Seit einem halben Jahr wird die US-Geldpolitik beinahe im Monatsrhythmus weiter versch\u00e4rft, dennoch werden Monat f\u00fcr Monat weiter anspringende Inflationsraten verzeichnet.<br \/><br \/>In Europa schl\u00e4ft die Notenbank. Dabei ist die Entwicklung hier nicht viel besser. Trotzdem spricht die EZB noch immer von einem symmetrischen Inflationsziel um 2% und erachtet erste Schritte vor Jahresende als nicht notwendig.<br \/><br \/>W\u00e4hrend Anleger in den USA also Angst davor haben, die Notenbank k\u00f6nne die Wirtschaft in eine Rezession st\u00fcrzen, f\u00fcrchten Anleger in Europa, die Notenbank k\u00f6nne die Inflation verschlafen.<br \/><br \/>Da Deutschlands Aktienmarkt in der Regel im Kielwasser der USA schwimmt, inklusive aller Reibungsverluste, gehe ich davon aus, dass wir die Entwicklung, die wir derzeit in den USA sehen, auch hier in Europa erleben werden. In den USA war diese Woche der Unterschied zwischen Wachstums- und defensiven Aktien klar zu sehen. In Deutschland ebenfalls, obwohl wir nach wie vor eine ultralockere Geldpolitik haben.<br \/><br \/>Damit haben wir in Europa die Zutaten f\u00fcr eine Stagflation: Die Inflation bek\u00e4mpfen wir gar nicht erst, allerdings k\u00f6nnte uns eine ordentliche Konjunkturschw\u00e4che ereilen. Nicht nur aufgrund der Energieversorgungsprobleme, sondern auch dann, wenn die USA hausgemachte Konjunkturprobleme bekommen.<br \/><br \/>Es gibt allerdings auch Hoffnung :-). Urs\u00e4chlich f\u00fcr die Inflation sind in erster Linie die angesprungenen Rohstoffpreise. Die Preisspr\u00fcnge vom Februar und M\u00e4rz haben sich im April bislang nicht fortgesetzt (Getreide, Soja) und vereinzelt sind schon wieder r\u00fcckl\u00e4ufige Preise zu sehen (\u00d6l, Kupfer).<br \/><br \/>Nun kommt es darauf an, ein \u00dcberspringen der angestiegenen Rohstoffpreise auf weitere Bereiche fr\u00fchzeitig zu verhindern. Viele Produzenten geben inzwischen die h\u00f6heren Einkaufspreise an ihre Kunden weiter. Bei den Lohnverhandlungen spielen auf die Erwartungen eine wichtige Rolle. In den USA wurde ein klares Signal gesetzt, dass solche Entwicklungen nicht erw\u00fcnscht sind. Die Notenbank werde alles tun, um die Inflation einzud\u00e4mmen, selbst wenn negative Begleitentwicklungen f\u00fcr Arbeitsmarkt und Konjunktur dabei abfallen. Diese Konsequenz wird bei Produzenten den Druck zu Preiserh\u00f6hungen mildern, Lohnsteigerungen werden sich schwerer durchsetzen lassen.<br \/><br \/>Um ehrlich zu sein: Ich finde das ganz gut, wie das in den USA derzeit l\u00e4uft.<br \/><br \/>F\u00fcr die weitere Entwicklung in Europa und insbesondere in Deutschland fehlt mir derzeit die Phantasie, aber ich lasse mich gerne \u00fcberraschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiterentwicklung des Heibel-Ticker Portfolios<\/h2>\n\n\n\n<p>Sie haben es in den vergangenen Wochen bereits bemerkt, ich bin dabei, unser Portfolio auf solide F\u00fc\u00dfe zu stellen. Dabei m\u00f6chte ich eine m\u00f6glichst gute Diversifizierung nach Branchen, nach Regionen und nach Unternehmensreife realisieren.<br \/><br \/>Bei den Branchenauswahl habe ich die 160 Titel der verschiedenen DAX-Familien in 12 Branchen gepresst (https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/dax-160-branchenmatrix-inkl-dax-40-mdax-und-sdax\/). Wenn wir nun auf eine Zeit der schw\u00e4cheren Konjunktur zulaufen, sind konjunktursensible Titel nicht gefragt: Logistik, Industrie und Autos haben in unserem Portfolio derzeit also nichts zu suchen.<br \/><br \/>Dann gibt es wiederum einzelne Branchen, die mit einer Sonderkonjunktur gesegnet sind: Die Chipindustrie sehe ich in einer solchen Situation. Nicht nur die weltweite Chipknappheit hat Unternehmen gezwungen, ihre Lieferanten breiter aufzustellen. Sondern auch die geopolitischen Spannungen f\u00fchren derzeit dazu, dass strategisch wichtige Produkte im Inland produziert werden sollen. Dazu geh\u00f6ren auch Chips.<br \/><br \/>Bei der geographischen Diversifizierung schaue ich mir auch an, wie international ein lokales Unternehmen aufgestellt ist. Da ich in Folge des Ukraine-Krieges eine teilweise R\u00fcckentwicklung der Globalisierung f\u00fcrchte, w\u00fcrde ich derzeit Unternehmen mit lokalem Gesch\u00e4ft ein besonderes Gewicht geben. Ich habe daher in unserer tabellarischen Portfolio \u00dcbersicht eine Spalte &#8222;le&#8220; f\u00fcr &#8222;local economy&#8220; eingef\u00fchrt. Positionen mit einem + sind lokal ausgerichtet, international abh\u00e4ngige Gesch\u00e4ftsmodelle haben ein &#8211; bekommen.<br \/><br \/>Die Unternehmensreife ber\u00fccksichtige ich durch die Untergliederung zwischen Dividendentitel, die meist bei reiferen Unternehmen zu finden sind, und Wachstumstiteln, die eher junge Unternehmen enthalten.<br \/><br \/>Die Spalte C19 f\u00fcr Covid_19 haben wir bereits seit 2 Jahren. Dort habe ich jede Position daraufhin eingesch\u00e4tzt, ob die Pandemie dem Gesch\u00e4fts nutzt (+) oder schadet (-).<br \/><br \/>Neben &#8222;le&#8220; ist auch die Spalte &#8222;%&#8220; neu. Dort untersuche ich die Unternehmen hinsichtlich ihrer F\u00e4higkeit, auf die Inflation zu reagieren. Wer Preissteigerungen problemlos an seine Kunden durchreichen kann, bekommt ein +. Unternehmen, die jedoch auf gestiegenen Rohstoffkosten sitzenbleiben, erhalten ein -. Hier wird also die Fr\u00fchphase einer h\u00f6heren Inflation bewertet.<br \/><br \/>Sp\u00e4ter k\u00f6nnen wir diese Spalte dann neu definieren und die Aktionen der Notenbanken einbeziehen. Es ist ein Unterschied, ob die Inflation hoch ist, oder ob der Realzins hoch ist. Die \u00dcbersichtstabelle wird dadurch ziemlich komplex. Ich habe Sie in einem Video f\u00fcr meine Heibel-Ticker PLUS Leser am Montag detailliert beschrieben und werde die n\u00e4chsten Wochen immer wieder darauf eingehen und sie weiterentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Investoren Sentiment: Vorsicht von Unterstr\u00f6mungen und Strudeln<\/h2>\n\n\n\n<p>Es war ein heftiger Tiefschlag, dass die beiden Tauben unter den US-Notenbankern pl\u00f6tzlich eine harte Linie vertreten. Zwischen den Zeilen der Ausf\u00fchrungen von Label Brainard und Mary Daly haben Anleger gelesen, dass die Inflationsbek\u00e4mpfung oberste Priorit\u00e4t hat, daf\u00fcr nimmt man selbst eine Rezession in Kauf. Kein Wunder, dass hoch bewertete Aktien ausverkauft wurden, Value-Aktien konnten sich gut halten.<br \/><br \/>Nun haben wir als Anleger \u00fcber mehrere Jahrzehnte gelernt, dass Wachstum letztlich lukrativer ist als Value. Dividenden spielten in den vergangenen Jahrzehnten nur eine Nebenrolle, die Giganten unserer Zeit hei\u00dfen Apple, Amazon, Alphabet und Microsoft. Doch diese Aktien m\u00f6chte nun niemand mehr haben.<br \/><br \/>Je gr\u00f6\u00dfer der Verlust in der letzten Woche, desto h\u00f6her die Marktbewertung. Microsoft und Apple notieren beispielsweise auf einem KGV 2023e von 30, Alphabet von 25. F\u00fcr Amazon wird sogar ein KGV von 60 aufgerufen.<br \/><br \/>Auf der anderen Seite profitierten defensive Titel aus der Gesundheitsbranche, dem Einzelhandel und der Versorger.<br \/><br \/>Schauen Sie mal in Ihr eigenes Portfolio: Defensive Titel d\u00fcrften in der Minderheit sein. Wachstumstitel haben seit Jahren die Titelseiten dominiert. Daher f\u00fchlte sich der Ausverkauf in der abgelaufenen Woche so schmerzhaft an, obwohl viele andere Titel, die teilweise sogar in Vergessenheit geraten sind, stark zulegten.<br \/><br \/>So hatten wir auch in unserem Anlegersentiment letzte Woche ein gemischtes Bild, wobei die Aktion\u00e4re der Wachstumsunternehmen die Stimmung dominieren, sie sind niedergeschlagen.<br \/><br \/>Gleichzeitig hoffen sie nach dem Ausverkauf darauf, dass &#8211; wie in den vergangenen Jahrzehnten immer &#8211; ihre Lieblinge die erlittenen Verluste mindestens ausgleichen.<br \/><br \/>Nach den Reden von Brainard und Daly bin ich mir da jedoch nicht mehr so sicher. Das Entt\u00e4uschungspotential steckt also auch nach dem Ausverkauf noch immer bei den Wachstumsaktien, w\u00e4hrend Kursanstiege der defensiven Titel weitgehend unbeachtet bleiben.<br \/><br \/>Die hohe Verunsicherung bei gleichzeitig wachsendem Optimismus spiegelt diesen Gezeitenwechsel am besten wider. Wellen, Strudel und Unterstr\u00f6mungen k\u00f6nnen gef\u00e4hrlich werden. Ich w\u00fcrde f\u00fcr die kommenden Wochen nur sehr vorsichtig anlegen und vorzugsweise auf defensive Aktien setzen. Welche Titel das sind, k\u00f6nnen Sie unserem Heibel-Ticker Portfolio und unserer Einkaufsliste entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Stimmungsanalyse unter den Anlegern sowie neue Empfehlungen f\u00fcr unser Musterdepot gibt es wie gewohnt diesen Freitag per Mail und PDF.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. Mittlerweile schreibe ich w\u00f6chentlich f\u00fcr mehr als 25.000 Leser \u00fcber Hintergr\u00fcnde zum Aktienmarkt und Ursachen f\u00fcr Kursbewegungen von Aktien.<br \/>\n<br \/>\nMeine Leser sch\u00e4tzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Als Privatanleger nutzen sie meine Einsch\u00e4tzungen und Investmentideen zur selbstst\u00e4ndigen Portfolio-Optimierung.<br \/>\n<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich zum <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief<\/a> gratis anmelden und erhalten jeden Freitag die neue Ausgabe direkt in Ihr Mail-Postfach.<br \/>\n<br \/>\nKein Spam, kein Abo, Abmeldung jederzeit m\u00f6glich.\n<\/div><br \/>\n<input name=\"refID\" type=\"hidden\" value=\"9\"\/>\n<input name=\"abo[subscribe]\" type=\"hidden\" value=\"subscribe\"\/><input id=\"input_email\" class=\"input_s\" name=\"abo[email]\" size=\"8\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"E-Mail\"\/><br \/>\n<br \/>\n<input name=\"dsa\" required=\"\" type=\"checkbox\"\/> Ja, ich stimme der <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/static\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefes zu.<br \/>\n<br \/>\n<input class=\"sgny-readmore-btn send-btn\" name=\"sent2\" type=\"submit\" value=\"Kostenlos anmelden\"\/>\n<p class=\"info-txt\"><\/p>\n<\/form>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA wurden letzte Woche die Alarmglocken angeworfen: Die Inflation l\u00e4sst sich nur durch ein entschiedenes Vorgehen einfangen. 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