{"id":6307,"date":"2022-05-03T10:22:37","date_gmt":"2022-05-03T08:22:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6307"},"modified":"2022-05-03T12:55:48","modified_gmt":"2022-05-03T10:55:48","slug":"ueberblick-zur-flut-der-quartalszahlen-unternehmen-nutzen-marktturbulenzen-fuer-reset-einige-trotzen-allen-problemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/ueberblick-zur-flut-der-quartalszahlen-unternehmen-nutzen-marktturbulenzen-fuer-reset-einige-trotzen-allen-problemen\/","title":{"rendered":"\u00dcberblick zur Flut der Quartalszahlen: Unternehmen nutzen Marktturbulenzen f\u00fcr Reset, einige trotzen allen Problemen"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe B\u00f6rsenfreunde,<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte man s\u00e4mtliche Quartalsberichte der ganzen Welt<br \/>zusammengetragen und \u00fcbereinander gestellt<br \/>und w\u00e4re zu F\u00fc\u00dfen dieses Massivs,<br \/>ein einziger B\u00f6rsenschreibel,<br \/>eifrig und gewieft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ver\u00f6ffentlichte man, unter Donnern und Blitzen,<br \/>alles auf einen Schlag, Mann w\u00fcrd&#8216; der B\u00f6rsenschreibel schwitzen!<\/p>\n\n\n\n<p>Frei nach Heinz Erhard.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte Woche wurden alle Quartalsergebnisse der ganzen Welt ver\u00f6ffentlicht, ich kam kr\u00e4ftig ins Schwitzen. Ich habe ich meine Einsch\u00e4tzung zu den Zahlen kurz zusammengefasst. Es sind die Blue Chips, die letzte Woche in Deutschland und den USA ihre Zahlen vorgelegt haben.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mercedes verkauft mehr Luxus<\/li><li>Tesla \u00fcbertrifft Absatz- und Umsatzerwartungen<\/li><li>Deutsche Bank leidet unter steigenden Geh\u00e4ltern<\/li><li>Commerzbank trifft mit hoher Risikovorsorge den Geschmack der Anleger<\/li><li>SAP muss weiter viel Investieren<\/li><li>Alphabet hat Probleme mit Apples Tracking-Politik<\/li><li>Meta (Facebook) zeigt drei attraktive Gesch\u00e4ftsfelder auf<\/li><li>Microsoft profitiert von Azure-Cloud<\/li><li>Linde entwickelt sich solide<\/li><li>Amazon f\u00e4ngt von vorne an<\/li><li>Apple meistert Turbulenzen, vorsichtig im Ausblick<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns ein paar der Quartalszahlen mal n\u00e4her an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#x2139;&#xfe0f; Die Daten der Aktienkurse sind vom Freitag 29. April 2022.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">MERCEDES VERKAUFT MEHR LUXUS<\/h2>\n\n\n\n<p>Mercedes vermeldete einen Rekordgewinn, obwohl der Absatz deutlich schrumpfte. Selbst die Abschreibung von 700 Mio. Euro aus dem Russlandgesch\u00e4ft konnte locker verkraftet werden: 5,2 Mrd. Euro Gewinn blieben \u00fcbrig, die Gewinnmarge sprang auf 15%. Sie werden sich erinnern, dass \u00fcber Jahre die Marge bei den deutschen Autobauern unter 5% lag. Dieser Gewinnsprung erfolgt auf dem R\u00fccken der Lieferengp\u00e4sse: Es k\u00f6nnen nicht genug Autos produziert werden, also werden die wenig verf\u00fcgbaren zu Rekordpreisen, also ohne Nachlass, verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der verkauften PKWs ging um 10% zur\u00fcck, allerdings nur bei den kleineren Modellen. Die Luxusfahrzeuge wie S-Klasse, G-Klasse, Maybach und AMG erzielten ein Absatzplus von 5%. Und genau bei diesen Fahrzeugen ist die Marge sehr hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktie stieg seither um 5% an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">TESLA \u00dcBERTRIFFT ABSATZ- UND UMSATZERWARTUNGEN<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens: Auch Tesla ver\u00f6ffentlichte Quartalszahlen. Die Gewinnmarge von Tesla liegt bei 19%, also nochmal h\u00f6her als bei Mercedes. Der Umsatz von Tesla sprang um 81% auf 19 Mrd. USD, der Gewinn lag mir 3,22 USD je Aktie um 40% \u00fcber den Erwartungen. Von Lieferkettenproblemen ist bei Tesla keine Rede, CEO Elon Musk hat seine Produktion im Griff.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Analystencall spricht Musk \u00fcber Robotaxis, die 24\/7 durch die Stra\u00dfen rollen und f\u00fcr ihre Besitzer ein zus\u00e4tzliches Einkommen generieren. Er werde sp\u00e4ter Autos nicht mehr verkaufen, sondern als Abonnement anbieten, so Musk.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktie brach letzte Woche um 15% ein, doch der Grund f\u00fcr den Kurssturz liegt eher in der Twitter-\u00dcbernahme. Ich werde weiter unten darauf eingehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">DEUTSCHE BANK LEIDET UNTER STEIGENDEN GEH\u00c4LTERN<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Deutsche Bank hat ebenfalls gute Zahlen vorgelegt. CEO Christian Spring verk\u00fcndet stolz das beste Quartalsergebnis seit neun Jahren. Der Gewinn sprang um 11% \u00fcber die Milliardengrenze. Der Umsatz (Konzernertrag) stieg um 1% auf 7,3 Mrd. Euro. Insbesondere das Investmentbanking, aber wohl auch &#8222;alle anderen Bereiche&#8220;, so Swing, trugen zu dem guten Ergebnis bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch neben dem Licht gab es auch Schatten: Die besonders lukrative Investmentsparte trug 1,5 Mrd. Euro zum Vorsteuergewinn bei, ging jedoch f\u00fcr Geh\u00e4lter und Boni fast vollst\u00e4ndig wieder drauf. Der gr\u00f6\u00dfte Gewinnbringer war das vermeintlich langweilige Gesch\u00e4ft mit Privatkunden, das von steigenden Zinsen profitiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">COMMERZBANK TRIFFT MIT HOHER RISIKOVORSORGE DEN GESCHMACK DER ANLEGER<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch die Commerzbank lieferte Zahlen, die \u00fcber den Erwartungen lagen. Der Gewinn verdoppelte sich auf 284 Mio. Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktie der Deutschen Bank brach nach den Q-Zahlen um 7% ein. Die Aktie der Commerzbank hingegen konnte um 5% zulegen. Zwei Unterschiede sind daf\u00fcr verantwortlich: Zum einen hat die Commerzbank ihre Lohnkosten im Griff, die Deutsche Bank (siehe oben) offensichtlich nicht. Zum anderen hat die Commerzbank Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg eine halbe Milliarde Euro als Risikovorsorge zur Seite gelegt. Bei der Deutschen Bank ist es nur etwa die H\u00e4lfte davon. In der aktuell unsicheren Marktphase wird eine hohe Risikovorsorge positiv bewertet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP MUSS WEITER VIEL INVESTIEREN<\/h2>\n\n\n\n<p>SAP legte bereits vor zwei Wochen Q-Zahlen vor. 11% Umsatzwachstum auf 7 Mrd. Euro konnte Anleger nicht begeistern. Zwar erfolgt der Umstieg auf das Cloud-Abomodell auf Basis S\/4 Hana weiterhin nach Plan. Doch es verbleiben gleichzeitig viele Kunden im Lizenzgesch\u00e4ft, was dem Konzern teilweise doppelte Arbeit macht. Das Cloud-Modell zieht Neukunden an, doch die alten Kunden verursachen weiterhin steigende Betreuungskosten mit ihren Lizenzvertr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesch\u00e4ft in Russland und Belarus wird eingestellt, SAP f\u00fcrchtet den Umsatzausfall von 300 Mio. Euro. Gleichzeitig steigen die Investitionen in Forschung und Entwicklung (+22%) sowie Marketing (+20%) \u00fcberproportional, was zu einem Gewinnr\u00fcckgang um 29% auf 0,63 Euro je Aktie f\u00fchrte. Dieser \u00fcberraschende Gewinnr\u00fcckgang f\u00fchrte im Anschluss zu einem Ausverkauf der Aktie um 6%.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Cloud-Gesch\u00e4ft w\u00e4chst mit 31%, f\u00fcr das laufende Jahr wird ein anhaltendes Wachstum von 23-26% prognostiziert. Aktuell macht der Cloud-Umsatz bereits 40% des Konzernumsatzes aus. Es ist also absehbar, dass die Wachstumsrate von derzeit 11% deutlich anspringen wird, wenn das Cloud-Gesch\u00e4ft weiter an Gewicht im Umsatzmix zulegt. Das KGV 2023e von 17 ist vor diesem Hintergrund in meinen Augen g\u00fcnstig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ALPHABET HAT PROBLEME MIT APPLES TRACKING-POLITIK<\/h2>\n\n\n\n<p>Alphabet geh\u00f6rt zu den wenigen Unternehmen, die entt\u00e4uschende Zahlen vorlegten: Der Umsatz stieg wie erwartet um 23% auf 68 Mrd. USD. Der Gewinn war r\u00fcckl\u00e4ufig gegen\u00fcber dem Vorjahr und lag mit 24,62 USD\/Aktie um 4% hinter den Erwartungen. Die Tracking-Restriktionen von Apple, mit der individualisierte Werbeausstrahlungen erschwert werden, haben das Gesch\u00e4ft belastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Google Cloud wuchs um 44%, allerdings sprang der Verlust auf fast eine Milliarde USD an &#8211; Analysten hatten in diesem Bereich mit einem Verlust von nur 739 Mio. USD gerechnet. Google muss in Sachen Cloud gegen\u00fcber der Microsoft Azure und Amazon AWS aufholen. Das gelingt, wie das hohe Wachstum zeigt, ist aber teuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lichtblick beim Google-Ergebnis ist YouTube: 28 Mrd. USD Jahresumsatz wachsen mit 25%, ohne dass Google viel daf\u00fcr tun muss. YouTube wird per Handy, per Computer und auch schon per Smart-TV genutzt und entwickelt sich immer weiter in unser t\u00e4gliches Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alphabet wird mit einem KGV 23e von 21 bewertet, der Gewinn w\u00e4chst um 17% p.a. Ich halte die Bewertung aktuell f\u00fcr g\u00fcnstig. Klar, Wachstumsaktien sind im inflation\u00e4ren Umfeld unbeliebt, doch das wird sich irgendwann wieder \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">META (FACEBOOK) ZEIGT DREI ATTRAKTIVE GESCH\u00c4FTSFELDER AUF<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Facebook-Mutter Meta konnte mit ihren Q-Zahlen begeistern, die Aktie sprang um 18% an. In den vergangenen sechs Monaten hat der Social Media Konzern um Mark Zuckerberg 45% seines Wertes verloren. Hauptgrund: Apple hat das Werbetracking auf iOS-Ger\u00e4ten erschwert, Nutzer m\u00fcssen sich explizit damit einverstanden erkl\u00e4ren, was kaum jemand tut.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit kann Facebook nicht mehr so gezielt Werbung aussenden wie zuvor. Anleger haben Sorge, dass dadurch das Gesch\u00e4ftsmodell von Facebook stark beeintr\u00e4chtigt ist. Mark Zuckerberg hat dies bereits im Februar unumwunden zugegeben, die Aktie brach damals um 26% ein. Allerdings arbeite man an Alternativen, so Zuckerberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter machen sich Anleger Sorgen um TikTok, den chinesischen Anbieter von Kurzvideos. Instagram gilt schon als Auslaufmodell, TikTok ist noch schnelllebiger und begeistert, oder vielleicht besser gesagt, bannt oder hypnotisiert seine Nutzer vor dem Smartphone-Bildschirm. Facebook droht also seine Vormachtstellung an TikTok zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Zuckerberg ist diese Entwicklung nicht entgangen. Das entsprechende Facebook-Produkt hei\u00dft reell und erfreut sich zunehmender Akzeptanz. Der Vorteil von reell gegen\u00fcber TikTok: Durch Instagram und Facebook wei\u00df Meta mehr \u00fcber seine Kunden und liefert an dieser Stelle wiederum individuell passendere Kurzvideos aus als TikTok.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Treiber f\u00fcr Meta ist das Metaverse. Was bei Nvidia Omniverse hei\u00dft, hei\u00dft bei Meta Metaverse. Im Metaversum von Facebook wird es ein zweites &#8222;Ich&#8220; geben, und dieses zweite Ich wird sich dort bewegen k\u00f6nnen, ohne auf DSGVO, ohne auf Apples Tracking-Restriktionen und ohne auf sonstige Beschr\u00e4nkungen R\u00fccksicht nehmen zu m\u00fcssen. Meta m\u00f6chte also wieder einmal Erster im neuen &#8222;Wilden Westen&#8220; sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mag sein, dass Zuckerberg weiterhin nur Dinge kopiert, die bereits vorhanden sind (Reel von TikTok, Metallers von Omniverse), doch er kopiert schneller als alle anderen und das reicht offensichtlich aus, um das Ende des Abw\u00e4rtstrends der Aktie zu begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">MICROSOFT PROFITIERT VON AZURE-CLOUD<\/h2>\n\n\n\n<p>Microsoft konnte die Erwartungen in allen Kennziffern leicht \u00fcbertreffen: 19% Umsatzwachstum auf 16 Mrd. USD, 23% Gewinnwachstum auf 7 Mrd. USD und eine Gewinnmarge von \u00fcber 40% sind f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften Konzerne der Welt sehr beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Zahlen sticht die Azure Microsoft-Cloud hervor: 49% Umsatzwachstum zeigen, wie die Musik bei Microsoft spielt. Die Aktie sprang um 5% an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">LINDE ENTWICKELT SICH SOLIDE<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit einem Umsatzwachstum von 13% auf 8 Mrd. EUR und einem \u00fcberproportionalen Gewinnwachstum von 18% auf 2,76 Euro je Aktie wurden die Analystenerwartungen klar \u00fcbertroffen. Die operative Gewinnmarge stieg um 1,3% auf 23,2%, was um so erstaunlicher ist, da durch steigende Rohstoffkosten, die durchgereicht wurden, der fixe Gewinnanteil im Verh\u00e4ltnis zu den gestiegenen Kosten eigentlich schrumpfen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei Linde wuchs der Umsatz (+13%) dank Preiserh\u00f6hungen schneller als der Absatz (+3%).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Russland-Gesch\u00e4ft wird eingestellt und belaste das Unternehmen im Umsatz mit knapp 1%, so Linde. F\u00fcr das laufende Jahr wird ein Nullwachstum im Umsatz prognostiziert, der Gewinn werde dennoch um 9-11% gegen\u00fcber dem Vorjahr ansteigen. Au\u00dferdem wurde die Dividende um 10% angehoben und ein Aktienr\u00fcckkaufprogramm mit einem Volumen von 10 Mrd. Euro (ca. 6% aller ausstehenden Aktien) angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Solide Zahlen f\u00fcr einen Protagonisten des gr\u00fcnen Wasserstoffs.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">AMAZON F\u00c4NGT VON VORNE AN<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;Das schlechteste Wachstum seit 20 Jahren&#8220;, stellt die NZZ fest. Der Umsatz ist wie erwartet um 7% auf 116 Mrd. USD angewachsen, der Gewinn hingegen brach auf 3,7 Mrd. USD ein, erwartet wurden 5,3 Mrd. USD nach 8,9 Mrd. USD vor einem Jahr. Der Nachsteuergewinn hat sich sogar in einen Verlust von 3,8 Mrd. USD gedreht. Mehrere Entwicklungen waren daf\u00fcr verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen wurde die Beteiligung an Rivian mit einer Wertberichtigung von schlappen 7,6 Mrd. USD versehen. Rivian stellt E-Transporter her und Amazon ist zu 20% an dem Start-Up beteiligt. Im November &#8217;21 war Rivian an die B\u00f6rse gegangen und brachte in der ersten Handelswoche 150 Mrd. USD Marktkapitalisierung auf die Waage. Seither ist die Aktie um 80% eingebrochen und Amazon muss nun seine 20%ige Beteiligung im Wert reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>2 Mrd. USD wendete Amazon f\u00fcr gestiegene Logistikkosten auf, insbesondere der um 50% angestiegene Benzinpreis h\u00e4tte bei den Transportkosten per Flugzeug und Schiff zu hohen Kostensteigerungen gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere 2 Mrd. USD seien aufgrund einer r\u00fcckl\u00e4ufigen Produktivit\u00e4t nach Corona zu verbuchen. Darunter versteht Amazon den Umstand, dass zu Corona-Zeiten das Personal stark aufgestockt wurde, um die vielen Krankheitsausf\u00e4lle zum kompensieren. Insbesondere in der Omikron-Phase sei Amazon stark unterbesetzt gewesen und man habe Personal aufgebaut. Das Personal ist heute noch da und der Krankenstand habe sich deutlich zur\u00fcck entwickelt, was zu einer deutlich niedrigeren Produktivit\u00e4t je Arbeitskraft gef\u00fchrt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann sind da noch weitere 2 Mrd. USD an zus\u00e4tzlichen Kosten, die Amazon in den Ausbau der Logistik-Infrastruktur gesteckt habe: Zus\u00e4tzliche Lagerkapazit\u00e4ten und zus\u00e4tzliche Lieferfahrzeuge. Diese st\u00fcnden nun teils ungenutzt und leer herum, seit die Sonderkonjunktur der Corona-Zeit wieder eine Normalisierung erf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Also: 7,6 Mrd. USD Rivian, 2 Mrd. USD Internationaler Transport, 2 Mrd. USD zus\u00e4tzliche L\u00f6hne und 2 Mrd. USD letzte Meile belasten das Ergebnis von Amazon mit insgesamt 13,6 Mrd. USD. Kein Wunder, dass der Gewinn von 8,9 Mrd. USD von vor einem Jahr in diesem Quartal in einen Verlust von 3,8 Mrd. USD gedreht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Ausblick, den Amazon ausgegeben hat, blieb hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Die Zahlen sehen f\u00fcr mich aus wie ein klassischer Reset: Zur\u00fcck auf Null, wir fangen nochmal von vorne an. Die Aktie notiert heute bei -10%. F\u00fcr langfristig orientierte Anleger ist das in meinen Augen eine Einstiegsgelegenheit, da die zugrunde liegenden Trends alle in Ordnung sind. Es handelt sich um eine lange Liste von einmaligen Sondereffekten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">APPLE MEISTERT TURBULENZEN, VORSICHTIG IM AUSBLICK<\/h2>\n\n\n\n<p>CEO Tim Cook ist ein Macher. Einmal mehr belegen die Zahlen von Apple, dass Cook das operative Gesch\u00e4ft weitgehend im Griff hat. Wenngleich auch Apple den globalen Lieferengp\u00e4ssen nicht vollst\u00e4ndig entfliehen kann. So ist der Absatz von iPads hinter den Erwartungen zur\u00fcck geblieben. Doch alle anderen Produkte konnten ihre Verkaufsziele, nicht nur im Umsatz, sondern auch in der Absatzmenge, erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal mehr ist das iPhone mit 50% Anteil der gr\u00f6\u00dfte Umsatztreiber des Konzerns. Der Umsatz wuchs um 9% auf 94 Mrd. USD. Der Gewinn stieg um 8% auf 1,52 USD\/Aktie und lag um 7% \u00fcber den Erwartungen der Analysten. Die Gewinnmarge stieg auf 43,75%, erwartet wurde 43,1%.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausblick war betont verhalten: Es werde weiterhin Lieferengp\u00e4sse geben. Corona-bedingte Lieferengp\u00e4sse und die globale Versorgungsknappheit bei Halbleitern w\u00fcrden im laufenden Jahr zu einem Umsatzausfall von 4-8 Mrd. USD f\u00fchren. Au\u00dferdem habe man s\u00e4mtliche Verk\u00e4ufe in Russland gestoppt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktie von Apple war im Vorfeld der Zahlen um 4,5% angestiegen. Nachb\u00f6rslich f\u00fchrten die Zahlen sodann zu einem R\u00fcckschlag um 2,6%. Der verhaltene Ausblick hat wohl den einen oder anderen Anleger verschreckt. Doch 4-8 Mrd. USD bei einem Jahresumsatz von 400 Mrd. USD machen gerade mal 1-2% aus. Bei einem Unternehmen, das mit knapp 10% nachhaltig w\u00e4chst, d\u00fcrfte das zu verschmerzen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Puh, das waren nur ein paar der Q-Zahlen, die letzte Woche ver\u00f6ffentlicht wurden. Einige Unternehmen haben die turbulenten Entwicklungen der vergangenen Wochen genutzt, um einen Reset vorzunehmen: Alle Prognosen wurden kassiert, neue, deutlich niedrigere Prognosen d\u00fcrften k\u00fcnftig wieder geeignet sein, \u00fcbertroffen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Unternehmen haben gezeigt, dass sie sehr gut mit den turbulenten Versorgungsm\u00e4rkten umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenige Unternehmen ver\u00f6ffentlichten schlechte Zahlen ohne glaubhaft einen Weg aus den Problemen aufzuzeigen. Damit d\u00fcrfte die unternehmensbedingte Marktschw\u00e4che erst einmal enden. Es bleibt nat\u00fcrlich die geopolitisch bedingte Marktschw\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Updates zu diesen Unternehmen und weiteren aussichtsreichen Aktien k\u00f6nnen Sie sich w\u00f6chentlich freitags per E-Mail und PDF schicken lassen. 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