{"id":6405,"date":"2022-06-28T09:15:47","date_gmt":"2022-06-28T07:15:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6405"},"modified":"2022-06-28T09:27:55","modified_gmt":"2022-06-28T07:27:55","slug":"folgen-verfehlter-energiepolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/folgen-verfehlter-energiepolitik\/","title":{"rendered":"Folgen verfehlter Energiepolitik"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Energiepolitik der vergangenen Jahre hat uns in eine Sackgasse man\u00f6vriert. Ich diskutiere frei von Denkverboten, wie sich die aktuelle Situation darstellt und was wir f\u00fcr die kommenden Monate erwarten\/bef\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/><img decoding=\"async\" width=\"70\" height=\"70\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/pictograms\/geopolitik.png\" alt=\"geopolitik\" title=\"\"> Internationale Anleger verabschieden sich von Deutschland. Die Exportnation kann in einer Welt, die sich deglobalisiert, nicht exportieren. Die Industrienation kann in einer Welt ohne Rohstoffe und Energie nicht produzieren. Eine Rezession in Deutschland scheint eine ausgemachte Sache zu sein, die Frage ist nur noch, wie heftig sie ausfallen wird.<br \/><br \/>Und so haben die Aktien des Industriesektors letzte Woche um 4,1% nachgegeben. Die Norma Group f\u00fchrt die Verlustliste mit -10% an, gefolgt von Gerresheimer und Krones mit -8%. Wacker Nelson, Deutz und Heidelberger Druck haben 7% verloren.<br \/><br \/>Auch die Chemiebranche ist unter Druck, das Wochenminus bel\u00e4uft sich dort auf 3,6%. Wacker Chemie -10%, Brenntag sogar -11% und die Giganten Bayer und BASF jeweils -7%.<br \/><br \/>Es ist ein Gemisch aus Angst vor knappen Rohstoffen und Angst vor einer Rezession: Zun\u00e4chst sind die Rohstoffpreise durch die Decke gegangen, weil die laufenden Produktionsprozesse h\u00e4nderingend das jeweils knappe Gut ben\u00f6tigte, egal zu welchem Preis. Vor dem Hintergrund der nun drohenden Rezession ist das Verhalten jedoch umgeschlagen:<\/p>\n\n\n\n<p>Statt eine Produktion durch eine hoffentlich kurze Durststrecke teuer am Laufen zu halten, stellt man sich nun auf eine l\u00e4ngere Durststrecke ein und drosselt die Produktion, stellt sich auf ein niedrigeres Produktionsniveau ein. <strong>So wird die Rezessionsangst zur selbst erf\u00fcllenden Prophezeiung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Rezessionsangst ist in die Managementetage vorgedrungen. Sichtbar wird das an der Performance des Rohstoffsektors in der vergangenen Woche, denn dieser Sektor erzielte mit -7,4% das gr\u00f6\u00dfte Minus. Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter brachen um jeweils 16% ein, Kupferh\u00fctte Aurubis um 12%, Stahlh\u00e4ndler Kl\u00f6ckner um 9% und Stahl- und Aluminium-Recycler Befesa um 8%.<br \/><br \/><img decoding=\"async\" width=\"70\" height=\"70\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/pictograms\/gas.png\" alt=\"gas\" title=\"\"> Besonders gut sichtbar wird die dramatische Situation in Deutschland und Europa am Gaspreis: Die L\u00f6sung unserer Bundesregierung waren Gasimporte. Fl\u00fcssigerdgas aus Qatar und den USA soll uns durch den kommenden Winter bringen, selbst wenn Putin uns das Gas abdreht.<br \/><br \/>Nun gab es vor ca. 2 Wochen in Texas in einem Fl\u00fcssiggasterminal eine Explosion, die dortige Fl\u00fcssiggasproduktion wird wohl bis Ende des Jahres ausfallen (ich berichtete in einem Update dar\u00fcber). Zun\u00e4chst sprach man von wenigen Wochen, doch schnell wurde das verheerende Ausma\u00df der Explosion sichtbar und so spricht man nun von einem Ausfall bis Ende des Jahres. 20% der Fl\u00fcssigerdgasexporte der USA laufen \u00fcber dieses Terminal, knapp die H\u00e4lfte der dortigen Produktion war direkt f\u00fcr Europa bestimmt.<br \/><br \/>Seit dem Vorfall ist der Fl\u00fcssigerdgaspreis in Europa um 60% angesprungen. In den USA hingegen hat man nun viel Erdgas, das nicht exportiert werden kann. Es muss innerhalb der USA verbraucht werden, der Erdgaspreis in den USA ist um 30% eingebrochen. Was uns fehlt, haben die USA zu viel, doch es gibt keine M\u00f6glichkeit, das Zeug nach Europa zu bringen.<br \/><br \/><img decoding=\"async\" width=\"70\" height=\"70\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/pictograms\/energie.png\" alt=\"energie\" title=\"\"> Damit hat der Ausverkauf der deutschen Industrie begonnen. Internationale Anleger, die ihre Bayer-Aktien flugs in DuPont-Aktien tauschen k\u00f6nnen, profitieren von dieser Entwicklung. Da wir hier in Deutschland jedoch aus irgendeinem Grund davon ausgehen, dass unsere Probleme in dem Rest der Welt ganz \u00e4hnlich sind, bleiben wir \u00fcberraschend ruhig. Mit Ausnahme von Robert Habeck, der schon von einem drohenden <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/gasversorgung-bundesnetzagentur-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"><u>&#8222;Lehman-Moment&#8220; spricht, Energiekonzerne &#8222;aus dem Markt fallen&#8220; sieht und von einer &#8222;schweren Rezession&#8220;<\/u><\/a> spricht.<br \/><br \/>Derweil hat China seine \u00d6limporte aus Russland verdoppelt, Indien sogar verdrei\u00dfigfacht. Die Idee, Russland durch die Sanktionen zu schaden, scheint nicht ganz aufzugehen. Dennoch spricht Habeck davon, dass ein Abdrehen des Gashahns f\u00fcr Deutschland durch Putin ein Zeichen des Erfolges sei: Putin k\u00f6nne sich von dem Gas-Geld nichts mehr kaufen, dann brauche er das Geld auch nicht: Zitat: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/habeck-russland-liefert-aus-politischen-gruenden-weniger-gas-18124536.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"><u>\u201eEs ist richtig, Putin bekommt Geld durch den Verkauf fossiler Energien, aber er kann sich davon immer weniger kaufen, weil der Westen so viele G\u00fcter sanktioniert hat. Und weil er sich mit diesem Geld nichts mehr kaufen kann, sagt er: Dann brauche ich das Geld nicht mehr, und ich reduziere das Gas.\u201d<\/u><\/a><br \/><br \/>Diese Aussage als Tr\u00e4umerei abzutun, ist in meinen Augen eine Verniedlichung der Augenwischerei, mit der er noch immer an der schlecht strukturierten Energiewende festh\u00e4lt. Statt Alternativen zu f\u00f6rdern, wurde bestehende Infrastruktur verboten, w\u00e4hrend F\u00f6rderungen der Alternativen zeitgleich reduziert wurden. <strong>Dadurch wurde jegliche Investitionssicherheit f\u00fcr alternative Energien durch politische Willk\u00fcr zerst\u00f6rt.<\/strong><br \/><br \/>Die L\u00f6sung liegt immer in der Mitte: Nachdem Energiekonzerne \u00fcber Jahrzehnte auf Kosten der Umwelt dicke Gewinne eingefahren haben, wurden anschlie\u00dfend jeglichen Alternativen viel zu fr\u00fch der Boden unter den F\u00fc\u00dfen entzogen. Nur langsam werden nun die Notfall-Alternativen diskutiert.<br \/><br \/>Abschlie\u00dfend noch ein weiterer Gedanke: Wir stellen die Welt der Verbrenner-Autos auf Elektromobilit\u00e4t um. Plastikt\u00fcten, eine weitere umweltsch\u00e4dliche Anwendung von \u00d6l, sind zum gro\u00dfen Teil in Deutschland bereits verboten. In einem Interview sagte der CEO von Exxon Mobile diese Woche, dass der \u00d6labsatz des gr\u00f6\u00dften \u00d6lkonzerns der Welt im Jahr 2040, wenn nur noch Elektroautos verkauft werden, auf dem Niveau von 2013 sein werde &#8230; und im Jahr 2013 habe man auch nicht schlecht verdient.<br \/><br \/>Soll hei\u00dfen, es gibt so viele Anwendungen f\u00fcr &#8222;technische Kunststoffe&#8220;, so der Marketingbegriff f\u00fcr Plastik mit bestimmten Eigenschaften, dass die Verbrennermotoren anteilig immer weniger ins Gewicht fallen. Plastik kann ganz gezielte Eigenschaften in Hitzebest\u00e4ndigkeit, Bruchfestigkeit, Dehnbarkeit, Haltbarkeit, &#8230; haben, dass ein Verbot von einzelnen Anwendungen im Wachstum der \u00d6lprodukte lediglich kleine Stolpersteine darstellen.<br \/><br \/><strong>Mein L\u00f6sungsvorschlag: <\/strong>Das effizienteste Instrument, das ich kenne, ist der CO2-Zertifikatehandel. Nicht Verbote und F\u00f6rderungen f\u00fchren zu Innovation, sondern der freie Markt mit verl\u00e4sslichen Rahmenbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den w\u00f6chentlichen B\u00f6rsenr\u00fcckblick k\u00f6nnen Sie sich bereits freitags kostenlos per Mail und PDF schicken lassen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. Mittlerweile schreibe ich w\u00f6chentlich f\u00fcr mehr als 25.000 Leser \u00fcber Hintergr\u00fcnde zum Aktienmarkt und Ursachen f\u00fcr Kursbewegungen von Aktien.<br \/>\n<br \/>\nMeine Leser sch\u00e4tzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Als Privatanleger nutzen sie meine Einsch\u00e4tzungen und Investmentideen zur selbstst\u00e4ndigen Portfolio-Optimierung.<br \/>\n<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich zum <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief<\/a> gratis anmelden und erhalten jeden Freitag die neue Ausgabe direkt in Ihr Mail-Postfach.<br \/>\n<br \/>\nKein Spam, kein Abo, Abmeldung jederzeit m\u00f6glich.\n<\/div><br \/>\n<input name=\"refID\" type=\"hidden\" value=\"9\"\/>\n<input name=\"abo[subscribe]\" type=\"hidden\" value=\"subscribe\"\/><input id=\"input_email\" class=\"input_s\" name=\"abo[email]\" size=\"8\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"E-Mail\"\/><br \/>\n<br \/>\n<input name=\"dsa\" required=\"\" type=\"checkbox\"\/> Ja, ich stimme der <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/static\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefes zu.<br \/>\n<br \/>\n<input class=\"sgny-readmore-btn send-btn\" name=\"sent2\" type=\"submit\" value=\"Kostenlos anmelden\"\/>\n<p class=\"info-txt\"><\/p>\n<\/form>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Energiepolitik der vergangenen Jahre hat uns in eine Sackgasse man\u00f6vriert. 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