{"id":6420,"date":"2022-07-05T09:10:38","date_gmt":"2022-07-05T07:10:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6420"},"modified":"2025-08-21T10:41:05","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:05","slug":"aktiensplits-von-amazon-alphabet-und-apple-als-zeichen-fuer-ein-ende-der-zockerei-in-coronazeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/aktiensplits-von-amazon-alphabet-und-apple-als-zeichen-fuer-ein-ende-der-zockerei-in-coronazeiten\/","title":{"rendered":"Aktiensplits von Amazon, Alphabet und Apple als Zeichen f\u00fcr ein Ende der Zockerei in Coronazeiten"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfang Juni wurde die Aktie von Amazon im Verh\u00e4ltnis 1:20 geteilt. Eine Amazon-Aktie, die zuvor 2.800 Euro wert war, war dann nur noch 140 Euro wert. Daf\u00fcr hatte jeder Aktion\u00e4r 20 mal so viele St\u00fccke davon im Depot. Ein Nullsummenspiel f\u00fcr Unternehmen und Aktion\u00e4re, dennoch gibt es Gr\u00fcnde f\u00fcr einen solchen Aktiensplitt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Alphabet hat angek\u00fcndigt, seine Aktien anl\u00e4sslich meines Geburtstags am 15. Juli im Verh\u00e4ltnis 1:20 zu splitten \ud83d\ude09 Eine Aktie, die derzeit f\u00fcr 2.080 Euro zu haben ist, w\u00fcrde dann bei 104 Euro notieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Institutionelle Anleger zahlen h\u00e4ufig Geb\u00fchren f\u00fcr ihre K\u00e4ufe und Verk\u00e4ufe in Abh\u00e4ngigkeit von der St\u00fcckzahl der gehandelten Aktien. Bei einem hohen Aktienkurs k\u00f6nnen institutionelle Anleger, die hohe Summen bewegen, zu g\u00fcnstigen Konditionen handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein niedriger Aktienpreis kommt Privatanlegern entgegen, die mit kleinen Summen unterwegs sind. Wer kauft schon gerne eine oder zwei Aktien? Da f\u00fchlt man sich irgendwie arm, oder? Jetzt kann man 20 oder 40 Aktien kaufen, das klingt doch ganz anders. Aber das ist wohl nur eine psychologische Komponente.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich haben wir in den vergangenen Monaten viel Handelsumsatz \u00fcber Robinhood-Kunden in Amazon und Alphabet gesehen. Robinhood bietet das geb\u00fchrenfreie Handeln an und hat zudem noch das Angebot von &#8222;fractional&#8220; Aktien erfunden, von Aktienanteilen. Kunden von Robinhood k\u00f6nnen also mit kleinen Betr\u00e4gen Anteile an einzelnen Aktien erwerben. Das ist schon irgendwie komisch: Hatte man die Aktien doch mal erfunden, um &#8222;Anteile&#8220; am Unternehmen in verschiedene H\u00e4nde geben zu k\u00f6nnen, so wurde nun mit fractional Aktien darauf aufgesetzt, damit man sich Anteile an Anteilen vom Unternehmen leisten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Apple hatte lange Zeit von Aktiensplits abgesehen, um den Aktienkurs m\u00f6glichst attraktiv f\u00fcr institutionelle Anleger zu gestalten. Und auch Berkshire Hathaway wurde von Warren Buffet lange Zeit nicht gesplittet. Robinhood hatte eine Laune des Marktes f\u00fcr sich genutzt und junge Kleinanleger mit dem Angebot des kostenfreien Handels in fractional Aktien gelockt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch irgendwie ist dieses Angebot inzwischen obsolet. Genau wie die anderen Dinge, die Robinhood-Anleger noch vor einem Jahr begeisterten: Meme-Aktien wie GameStop und AMC haben ihren Reiz verloren und pendeln im Rahmen der Baisse gen S\u00fcden. IPOs, SPACs und Corona-Highflyer erleiden ein \u00e4hnliches Schicksal. Eine Generation von jungen Anlegern wird aus dem Markt gesch\u00fcttelt, wie einst das Platzen der Internetblase viele meiner Generation f\u00fcr immer verbrannt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Robinhood ist das Poster Child, das Vorzeigekind dieser Zeit gewesen und wird nun ausverkauft. Erst vor einem Jahr ging der Neobroker an die B\u00f6rse und erzielte kurz darauf eine Marktkapitalisierung von 45 Mrd. USD. Heute ist das Unternehmen gerade mal noch 8 Mrd. USD wert. Dabei liegen, halten Sie sich fest, 8 Mrd. USD Nettocash in der Bilanz. Ein Broker, der Robinhood mit seinen 22 Mio. Kunden kauft, bekommt den Kaufpreis im Handumdrehen wieder ausbezahlt. Nicht schlecht, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>So hat Goldman Sachs die Einstufung f\u00fcr Robinhood nun von Verkaufen auf Neutral hochgestuft. Zwar seien die fundamentalen Entwicklungen weiterhin schlecht, aber dies sei in der aktuellen Bewertung bereits ausreichend eingepreist und auf Sicht von 12 Monaten k\u00f6nne sich die Aktie dem Buchwert n\u00e4hern, der um 20% h\u00f6her liege als die aktuelle Marktkapitalisierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum schreibe ich das so ausf\u00fchrlich? Weil das ein erstes Zeichen daf\u00fcr ist, dass die Neubewertung so langsam ihren Boden erreichen k\u00f6nnte. Erste Kandidaten, die noch k\u00fcrzlich die Welt im Sturm erobern wollten, sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet.<\/p>\n\n\n\n<p>Den kompletten Wochenr\u00fcckblick zur B\u00f6rse finden Sie in Kapitel 02 unserer aktuellen Heibel-Ticker <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00f6rsenbrief<\/a> Ausgabe: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1997#ch02\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/1997#ch02<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Juni wurde die Aktie von Amazon im Verh\u00e4ltnis 1:20 geteilt. Eine Amazon-Aktie, die zuvor 2.800 Euro wert war, war dann nur noch 140 Euro wert. Daf\u00fcr hatte jeder Aktion\u00e4r 20 mal so viele St\u00fccke davon im Depot. Ein Nullsummenspiel f\u00fcr Unternehmen und Aktion\u00e4re, dennoch gibt es Gr\u00fcnde f\u00fcr einen solchen Aktiensplitt. 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