{"id":6427,"date":"2022-07-07T09:07:18","date_gmt":"2022-07-07T07:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6427"},"modified":"2025-08-21T10:41:05","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:05","slug":"zwei-von-drei-krisen-zeigen-hoffnungsvolle-entwicklungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/zwei-von-drei-krisen-zeigen-hoffnungsvolle-entwicklungen\/","title":{"rendered":"Zwei von drei Krisen zeigen hoffnungsvolle Entwicklungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wann ist Schluss? Wann werden wir einen Boden erreichen? Wenngleich die Sentimentanalyse Woche f\u00fcr Woche zumindest bei den zeitlichen Indikatoren neue negativ-Rekorde austeilt, so bleibt das absolute Ausma\u00df der Angst und Panik noch immer hinter den Extremwerten des Coronacrashs zur\u00fcck.<br \/><br \/>Ist das ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Erkenntnis, dass unsere Welt nicht mehr so aussieht wie gestern, nur langsam durchsetzt? Wie gravierend sind die \u00c4nderungen? Der Handel mit Russland scheint auf absehbare Zeit beendet. Wird sich der Konflikt noch auf China ausweiten? Bislang setzen Unternehmen auf ein Wiederanlaufen der Wirtschaft in China.<br \/><br \/>Ich kann Ihnen nicht beantworten, wohin sich dieser Konflikt entwickeln wird. Aber was mich am meisten erstaunt, ist die Linearit\u00e4t, mit der Gewissheiten \u00fcber Bord geworfen werden. Es scheint keine Optimisten mehr zu geben, stets setzt sich das schlimmste Szenario als neue Realit\u00e4t durch.<br \/><br \/>Insofern muss ich mich fast schon entschuldigen daf\u00fcr, dass ich schon wieder nach positiven Entwicklungen Ausschau halte. Es ist halt tief in mir drin, dass ich stets auch die andere Seite beleuchten m\u00f6chte. Und wenn gar keiner mehr an positive Entwicklungen glaubt, dann ist es mir ein Ansporn, diese doch zu finden.<br \/><br \/>So habe ich in Kapitel 02 unserer aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe bereits darauf hingewiesen, dass die Corona-Restriktionen in China teilweise zur\u00fcckgenommen wurden. Wir gehen jetzt in die Sommerferien. Was, wenn nach den Sommerferien die Lager voll sind? Was, wenn die Menschen aus Angst vor der Rezession nicht mehr einkaufen und Einzelh\u00e4ndler ihre Produkte mit Rabatt auf den Markt schmei\u00dfen m\u00fcssen? Die Inflation w\u00fcrde augenblicklich zur\u00fcck gehen.<br \/><br \/>S\u00e4mtliche Getreidepreise sind seit dem Hoch Mitte Mai um 33% eingebrochen. Der Preis f\u00fcr Soja\u00f6l ist seit Ende April um 27% zur\u00fcck gegangen. Der \u00d6lpreis ist seit M\u00e4rz um 19% gefallen. Der Goldpreis ist um 14% gefallen, Silber sogar um 28%. Kupfer um 29%. Baumwolle kostet heute 35% weniger als noch vor zwei Monaten. Spitzenreiter ist das f\u00fcr die Bauindustrie wichtige Holz: -55%!<br \/><br \/>So sieht keine Inflation aus, die man nicht mehr in den Griff bekommt. Nahrungsmittel, Elektronik aus Asien, Baumaterial, selbst Edelmetalle und &#8230; ja, leider auch Aktien, alles ist in den vergangenen Wochen deutlich billiger geworden. Bleibt noch die wichtigste Komponente: L\u00f6hne und Geh\u00e4lter.<br \/><br \/>Lohnverhandlungen stehen an und es werden schon Eckpunkte ausgerufen: +8% habe ich geh\u00f6rt, +11% und noch mehr. Wer mich kennt, der wei\u00df, dass ich seit vielen Jahren \u00fcberzeugt daf\u00fcr eintrete, dass in vielen Bereichen die Geh\u00e4lter viel zu niedrig sind, also erh\u00f6ht werden sollten. Ausgenommen davon sind Manager von Unternehmen, die nicht ihnen geh\u00f6ren. Dort stehen Gehalt und Risiko in keinem vern\u00fcnftigen Verh\u00e4ltnis mehr. Doch in den einfachen Berufen t\u00e4te eine ordentliche Gehaltserh\u00f6hung gut.<br \/><br \/>Oder vielleicht auch andersrum: Vielleicht t\u00e4te eine gro\u00dfe Steuererleichterung auch gut, damit das Netto w\u00e4chst. Unser Staat bleibt sonst am Ende des Euros auf den Schulden der anderen alleine sitzen.<br \/><br \/>Aber egal, das geh\u00f6rt hier nicht her. Selbst wenn wir in der n\u00e4chsten Lohnrunde ordentliche Lohnsteigerungen beobachten sollten, ist das in meinen Augen noch kein Alarmsignal daf\u00fcr, dass sich die Inflation verselbst\u00e4ndigt. Ein bisschen h\u00f6here L\u00f6hne k\u00f6nnen wir hier noch verkraften.<br \/><br \/>Ich w\u00fcrde also sagen, es gibt deutliche Entspannungssignale an der Inflationsfront noch bevor die EZB ihren ersten Zinsschritt vollzogen hat. Nicht schlecht, was hier mit der &#8222;Forward Guidance&#8220; bereits erreicht wurde.<br \/><br \/>Zwei von drei Krisen zeigen also deutliche Entspannungssignale: Inflation und China (China steht sowohl f\u00fcr fehlende Nachfrage durch Lockdown als auch gest\u00f6rte Lieferketten durch Lockdown). Wenn es bei zwei von drei Krisen Besserung gibt, dann k\u00f6nnte ein herunter gepr\u00fcgelter Aktienmarkt durchaus mal eine Zwischenerholung einlegen.<br \/><br \/>Wir sind inzwischen vollst\u00e4ndig investiert, segeln also nun mit vollem Risiko. Bin ich mir sicher, dass es nicht noch tiefer geht? Nein. Aber wenn, dann d\u00fcrfte es von diesem Niveau aus schnell gehen, gefolgt von einer z\u00fcgigen Erholung. Das w\u00fcrde ich nun aussitzen.<br \/><br \/>Aber vielleicht haben wir ja den maximalen Verkaufsdruck in den vergangenen Tagen erlebt und mit dem Start des neuen Quartals, des neuen Halbjahres, kommt nun frisches Kapital an den Markt und z\u00fcndet die lang ersehnte Erholung. Wir werden es sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Infos und Updates bekommen Sie w\u00f6chentlich im Heibel-Ticker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann ist Schluss? Wann werden wir einen Boden erreichen? Wenngleich die Sentimentanalyse Woche f\u00fcr Woche zumindest bei den zeitlichen Indikatoren neue negativ-Rekorde austeilt, so bleibt das absolute Ausma\u00df der Angst und Panik noch immer hinter den Extremwerten des Coronacrashs zur\u00fcck. 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