{"id":6503,"date":"2022-09-01T10:18:07","date_gmt":"2022-09-01T08:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6503"},"modified":"2022-09-01T10:18:09","modified_gmt":"2022-09-01T08:18:09","slug":"meine-gespraeche-mit-vorstaenden-auf-dem-hit-deuten-auf-ein-konstruktives-zweites-halbjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/meine-gespraeche-mit-vorstaenden-auf-dem-hit-deuten-auf-ein-konstruktives-zweites-halbjahr\/","title":{"rendered":"Meine Gespr\u00e4che mit Vorst\u00e4nden auf dem HIT deuten auf ein konstruktives zweites Halbjahr"},"content":{"rendered":"\n<p>Mittwoch und Donnerstag letzte Woche war ich auf dem Hamburger Investorentag. Vorst\u00e4nde und IR-Manager von rund 50 Unternehmen stellten sich den Fragen von \u00fcber 100 Anlegern. Ich hatte die Gelegenheit zu einer ganzen Reihe von Einzelgespr\u00e4chen. Meine wichtigsten Erkenntnisse m\u00f6chte ich Ihnen kurz weitergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele von Ihnen haben meine kurzen Videos zu den Gespr\u00e4chen mit diversen Vorst\u00e4nden bereits auf LinkedIn gesehen. Falls nicht, finden Sie die Videos hier: <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/stephan-heibel\/recent-activity\/shares\/.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">https:\/\/www.linkedin.com\/in\/stephan-heibel\/recent-activity\/shares\/.<\/a> Sie finden dort Videos und Beitr\u00e4ge zu Mobotix, Rock Technik Lithium, Pantaflix, Mountain Alliance, home24, Hamburger Hafen und Logistik, PVA Tepla, PSI Software, va-Q-tec, Dr\u00e4ger(werk), 2G Energy, CEWE und Netfonds.<br \/><br \/>Das war ziemlich aufwendig und ich habe in meinem aktuellen Heibel-Ticker die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus den Gespr\u00e4chen gezogen habe, ausgearbeitet und stelle sie unten zur Verf\u00fcgung. Dabei habe ich auch schon die Unternehmen, die an der Energiekrise h\u00e4ngen, n\u00e4her besprochen: 2G Energy, PSI Software und Va-Q-Tec. Morgen werden in der n\u00e4chsten Ausgabe weitere Besprechungen zu den oben genannten Unternehmen folgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lieferketten<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Chipknappheit, unter der viele Unternehmen in den vergangenen Monaten litten, l\u00f6st sich auf. Sp\u00e4testens im Herbst d\u00fcrften die meisten Autobauer und Anbieter von elektronischen Ger\u00e4ten wieder normal produzieren. Die L\u00f6sung f\u00fcr die Zukunft, um die Produktion gegen erneute Lieferkettenprobleme k\u00fcnftig abzusichern, sind vielschichtig. Die einfachste ist die, das Working Capital zu erh\u00f6hen, also die Lagerhaltung hochzufahren. Da nicht selten Pfennigartikel fehlten, um teure Ger\u00e4te fertig stellen zu k\u00f6nnen, ist die h\u00f6here Lagerhaltung dieser Pfennigartikel nicht sehr teuer.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Chip\u00fcberfluss<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/pictograms\/chips.png\" alt=\"chips\" width=\"125\" height=\"125\" title=\"\"><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Chipbranche ist daf\u00fcr bekannt, in Zeiten der Knappheit zu viel zu investieren, so dass wenig sp\u00e4ter zu viele Produktionskapazit\u00e4ten vorhanden sind. Dieser Schweinezyklus wird auch nun von vielen Anlegern und Unternehmen der Branche bef\u00fcrchtet. Ich habe am Rande der Veranstaltung mit Dr. Danninger, dem CFO von Aixtron, sprechen k\u00f6nnen. Auch er zeigte sich sehr vorsichtig \u00fcber die Wachstumsaussichten der Chipbranche f\u00fcr die kommenden Monate und f\u00fcr 2023. Allerdings sei sein Unternehmen weniger davon betroffen, da die Produkte von Aixtron verschiedene Branchen beliefern.<br \/><br \/>Doch auch bei PVA Tepla waren die entsprechenden Aussagen eher zur\u00fcckhaltend. Eine beabsichtigte Kooperation inklusive Produktion auf den Maschinen von PVA wird nun von PVA alleine umgesetzt, da die Kooperation nicht zustande kam. In einem anderen Projekt kam es zu Verz\u00f6gerungen.<br \/><br \/>Es sind eine Reihe von Indizien, die mich glauben lassen, dass der aktuelle Schweinezyklus schw\u00e4cher ausfallen wird als sonst: Zum einen wird nicht auf Teufel komm raus in neue Fertigungen investiert. Zum anderen steht mit dem Internet der Dinge und dem autonomen Fahren (aktuell werden bis zu 1.400 Chips in einem Auto ben\u00f6tigt, es sollen k\u00fcnftig bis zu 8.000 werden) der n\u00e4chste Wachstumsmarkt in den Startl\u00f6chern. Ein R\u00fcckgang im Konsumentenmarkt der PCs und Tablets k\u00f6nnte durch ein Wachstum in den neuen M\u00e4rkten aufgefangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mag also sein, dass es zu den Schwankungen im Halbleitermarkt kommt. Die Schwankungen d\u00fcrften mMn aber deutlich geringer ausfallen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inflation<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Reaktionen auf das Thema Inflation waren ziemlich unterschiedlich. Einige Unternehmen haben ihre Preise schon angepasst und sehen darin keine Probleme. Andere Unternehmen haben die Preisanpassungen gerade angek\u00fcndigt und erwarten keine Probleme. Es gibt auch Unternehmen, die aufgrund lang laufender Zuliefervertr\u00e4ge noch nicht viel von der Inflation sp\u00fcren, aber auch diese Unternehmen rechnen nicht mit Problemen, k\u00fcnftige Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Punkt stimmten mir alle Vorst\u00e4nde zu: Das war&#8217;s noch lange nicht. Wenn wir auch in den kommenden Monaten eine r\u00fcckl\u00e4ufige Inflationsrate sehen k\u00f6nnten, so werden Lohnsteigerungen und Preisanhebungen im Einzelhandel zu einer zweiten Runde des Inflationsdrucks f\u00fchren. Und Vertrauen in die Notenbanken, die Inflation fr\u00fchzeitig einzufangen, hatte eigentlich gar kein Vorstand. Vielmehr wurde ich vereinzelt darauf hingewiesen, dass anders als durch niedrige Marktzinsen bei hoher Inflation die hohe Staatsverschuldung (EU &amp; USA) nicht zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nne.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Energiekrise<\/h2>\n\n\n\n<p>Drei Unternehmen, mit denen ich gesprochen habe, stecken mitten in der Energiekrise: Va-Q-Tec, 2G Energy und PSI Software. Jedes Unternehmen h\u00e4lt L\u00f6sungen bereit: die Gesch\u00e4fte laufen gut, von Euphorie ist jedoch trotzdem nicht viel zu sehen, weil die Branche in Turbulenzen steckt und viel Bewegung bei den Kunden stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Wurf, um ein Frieren im kommenden Winter zu vermeiden, ist nicht in Sicht. Allerdings gibt es unz\u00e4hlige Ans\u00e4tze, den Energiebedarf zu senken. Das kostet Geld, doch das Geld sitz gerade in der Energiebranche derzeit nicht so locker. Kann der Staat helfen? Darauf z\u00e4hlt keiner der Vorst\u00e4nde, mit denen ich gesprochen habe. Der gro\u00dfe Wurf, nach dem der Staat sucht, ist also nicht in Sicht. Kleinteilige L\u00f6sungen erscheinen zu komplex, um &#8222;von oben&#8220; durchgesetzt zu werden. Grunds\u00e4tzlich vertrauen jedoch viele (nicht alle) Vorst\u00e4nde darauf, dass unsere Wirtschaft kreativ und dynamisch genug ist, um gut durch den Winter zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">PSI Software<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/image_uploads\/418-PSI-Software-Schrimpf.jpeg\" alt=\"Schrimpf\" title=\"\"><\/figure>\n\n\n\n<p>Abbildung 1 &#8211; rechts: Dr. Harald Schrimp, CEO PSI Software \/ links: icke<br \/><br \/>Fangen wir doch gleich an mit einem oben genannten Unternehmen, das L\u00f6sungen f\u00fcr die drohende Energiekrise anbietet. PSI Software ist der Anbieter von Steuerungssoftware f\u00fcr unsere Stromnetze. Meine Frage nach der Besonderheit der PSI-Software im Vergleich zu anderen komplexen L\u00f6sungen in der Prozessindustrie beantwortete IR-Chef Karsten Pirschte sehr anschaulich: W\u00e4hrend SAP-Software St\u00fccklisten, Einsatzmengen und Chargengr\u00f6\u00dfe verwaltet, steuert die Software von PSI physikalische Gr\u00f6\u00dfen wie W\u00e4rme und Strom. Die Belastung des Netzes wird kontrolliert und gesteuert. PSI Software ist \u00fcbrigens auch die Software, die errechnet, welche Windr\u00e4der an manchen Tagen ausgeschaltet werden oder welchen Winkel die Rotorbl\u00e4tter zum Wind haben sollten.<br \/><br \/>Die Software von PSI k\u00f6nnte die Stromverteilung effizienter gestalten. Heute wird \u00fcbersch\u00fcssiger Strom aus Windr\u00e4dern oder von Solaranlagen in Mittelspannungsnetz der regionalen Energieversorger gespeist. Diese leiten nicht ben\u00f6tigten Strom weiter ins Hochspannungsnetz, das den Strom dann beispielsweise von der Ostsee nach Bayern schickt. Die Nord-S\u00fcd-Trasse steht aber noch nicht, daher kann dieser Austausch nicht in gew\u00fcnschtem Umfang erfolgen. Windr\u00e4der werden daher abgeschaltet.<br \/><br \/>Sinnvoller w\u00e4re es, den \u00dcberschussstrom im Mittelspannungsnetz unter den regionalen Versorgern erst einmal auszutauschen. Dadurch m\u00fcsste allerdings ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, sowie die erforderliche Software (von PSI) entwickelt werden, so CEO Dr. Harald Schrimpf.<br \/><br \/>Gerne w\u00fcrde er auch in die Stromversorgung der W\u00e4rmepumpen eingreifen. Dort werde auch viel Strom verbraucht, um H\u00e4user zu heizen. Die W\u00e4rme entstehe langsam und bleibt dann auch lange, daher gebe es dort viel Optimierungspotential f\u00fcr die Zeiten, zu denen W\u00e4rmepumpen laufen: Wenn durch eine intelligente Steuerung der W\u00e4rmepumpen Spitzen ausgeglichen werden k\u00f6nnten, m\u00fcsse man Windr\u00e4der nicht abschalten.<br \/><br \/>Gute Ideen, die von den Energieversorgern umgesetzt werden sollten. Doch da kommen wir auf das aktuelle Problem von PSI Software zu sprechen: Die Entwicklungskosten f\u00fcr entsprechende Systeme m\u00fcssten von Energieversorgern getragen werden. Doch die befinden sich gerade schwer unter Druck: Ihre Versorgervertr\u00e4ge laufen zu g\u00fcnstigen Strompreisen, doch um die Lieferverpflichtung einzuhalten, muss am Spotmarkt zu hohen Preisen zugekauft werden. \u00dcber 300 der 1.500 Versorger in Deutschland seien nach Meinung von CEO Schrimpf stehend insolvent. Eine \u00e4hnlich gro\u00dfe Zahl bef\u00e4nde sich bereits auf dem Krankenbett.<br \/><br \/>Wie soll also unser Netz modernisiert werden, wenn diejenigen, die das bezahlen m\u00fcssten, finanzielle Probleme haben? CEO Schrimpf berichtete mir von einem Entwicklungsprojekt, das deutlich aufwendiger wurde als urspr\u00fcnglich geplant. Der Zusatzaufwand ist f\u00fcr PSI im abgelaufenen Quartal entstanden, die Rechnung m\u00fcsse nun vom Kunden bezahlt werden. Doch wie es aussieht, wird das Geld wohl nicht so einfach flie\u00dfen, weil die Kunden eine angespannte gesch\u00e4ftliche Situation haben.<br \/><br \/>Der Umsatz von PSI Software ist daher im abgelaufenen Q2 r\u00fcckl\u00e4ufig gewesen, auch der Gewinn blieb hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Die Unternehmensprognose f\u00fcr das laufende Jahr wurde gesenkt, die Aktie hat sich seit November halbiert. In der Bilanz liegt ausreichend Cash, um diese schwere Zeit durchzustehen. Au\u00dferdem konnte das zweite Standbein des Konzerns, die Produktionssteuerung in der Industrie, den R\u00fcckgang bei den Stromnetzen kompensieren.<br \/><br \/>Eines wurde mir mit Wehmut berichtet: In der Branche der Energieversorger gibt es L\u00e4nder, die Energietr\u00e4ger verkaufen, und L\u00e4nder die kaufen m\u00fcssen. Deutschland geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die kaufen m\u00fcssen. CEO Schrimpf sagte, er habe beobachtet, dass von sechs Jahren meist nur eines schlecht ist f\u00fcr die Eink\u00e4ufer von Energietr\u00e4gern. Meistens kommt man gut und g\u00fcnstig an die ben\u00f6tigten Energietr\u00e4ger heran.<br \/><br \/>Auf der anderen Seite haben die Verk\u00e4ufer von Energietr\u00e4gern meist f\u00fcnf schwere Jahre, um dann in einem Jahr mit hohen Preisen am Energiemarkt dicke Gewinne zu erzielen. Das sind dann die Jahre, in denen die Gewinne investiert werden: Ausbau und Modernisierung der Netze etc. F\u00fcr Russland ist 2022 ein solches Jahr und der Modernisierungsbedarf sei exorbitant gro\u00df. Der Energiepreis ist hoch und jetzt gehen die russischen Versorger mit prall gef\u00fcllten Kassen an den Markt und beauftragen neue Projekte und Investitionen.<br \/><br \/>Aufgrund des Krieges Russlands in der Ukraine habe sich PSI jedoch aus diesen Projekten verabschiedet. Das ist moralisch gut, gesch\u00e4ftlich betrachtet entgehen PSI aber hier die Fr\u00fcchte der Arbeit von sechs Jahren.<br \/><br \/>Kein Wunder also, dass die Aktie von PSI in den vergangenen Monaten unter Druck war. Aktuell steht das KGV 23e bei 19, der Gewinn w\u00e4chst mit zweistelligen Raten. Aufgrund der oben beschriebenen Probleme war der Gewinn im ersten Halbjahr r\u00fcckl\u00e4ufig und es ist fraglich, ob das bis Jahresende ausgeglichen werden kann. Doch wenn man sich auf einen Zeithorizont von mehreren Jahren einstellt, dann gibt es einen gro\u00dfen, gesellschaftlichen Bedarf f\u00fcr die L\u00f6sungen von PSI und entsprechend w\u00fcrde ich davon ausgehen, dass die Gesellschaft Rahmenbedingungen schaffen wird, um die gew\u00fcnschten Projekte umzusetzen.<br \/><br \/>Sprich: PSI ist g\u00fcnstig bewertet. Mag sein, dass es kurz- und mittelfristig noch turbulent in der Gesch\u00e4ftsentwicklung bleibt. Doch langfristig gef\u00e4llt mir das Gesch\u00e4ft und die Aktie sehr gut.<br \/><br \/>\u00dcbrigens, ich habe gerade gesehen, dass CEO Schrimpf PSI-Aktien f\u00fcr 24.000 Euro gekauft hat. Das ist zwar kein hoher Betrag, aber immerhin ein aufmunterndes Zeichen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Va-Q-Tec<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/image_uploads\/416-Va-Q-Tec-Doehmen.jpeg\" alt=\"doehmen\" title=\"\"><\/figure>\n\n\n\n<p>Abbildung 2 &#8211; links: Stefan D\u00f6hmen, Vorstand Va-Q-Tec \/ rechts:. icke<br \/><br \/>Vorstand Stefan D\u00f6hmen war in Hamburg und wir sprachen \u00fcber die Gesch\u00e4ftsentwicklung seiner Vakuum-Isolationen. B\u00f6hmen gab ganz klar zu, dass die Kursentwicklung in der Corona-Pandemie von 7 auf 44 Euro eine \u00dcbertreibung nach oben darstellt. Doch genauso sei der Kursverfall unter 13 Euro nun ebenfalls eine \u00dcbertreibung, diesmal eben nach unten.<br \/><br \/>Nat\u00fcrlich wurden viele Impfstoffe w\u00e4hrend der Pandemie mit Produkten von Va-Q-Tec transportiert und k\u00fchl gehalten. Weniger BioNTech, als vielmehr andere Impfstoffe, da Pfizer sich f\u00fcr ein anderes System entschieden hatte. Im Verlauf des Jahres 2022 erreichten die Impfkampagnen weltweit ihren H\u00f6hepunkt, in W\u00fcrzburg habe man damals mit Sonderschichten und Wochenendarbeit gearbeitet, um die Nachfrage zu bedienen.<br \/><br \/>Das war mir neu, ich war davon ausgegangen, dass die Produktionskapazit\u00e4ten ausgeweitet wurden. Das ist zwar auch richtig, aber erfolgte erst sp\u00e4ter, so dass das Wachstum aus der Produktionserweiterung durch die Sonderschichten schon ein wenig vorgeholt worden war. So wurde 2021 die Kapazit\u00e4t um 60% erh\u00f6ht.<br \/><br \/>Aber der Impfstoffbereich habe zu Spitzenzeiten 20% des Konzernumsatzes ausgemacht. Ein wenig gr\u00f6\u00dfer ist das Gesch\u00e4ft im Pharmabereich mit anderen Medikamenten. Zudem gehen die Produkte von Va-Q-Tec in K\u00fchlschr\u00e4nke und Leitungsrohre. Rohre, die durchleitende Fl\u00fcssigkeiten und Gase auf einer definierten Temperatur halten sollen, werden dadurch d\u00fcnner und flexibler. Die Vakuumisolation ist bis zu 10 mal effizienter als herk\u00f6mmliche Ummantelungen. Ein gro\u00dfer Teil macht das Gesch\u00e4ft mit Mietcontainern aus, die weltweit unterwegs sind.<br \/><br \/>Die 45% Umsatzwachstum aus dem Jahr 2021 werden sich 2022 sicherlich nicht wiederholen lassen. Va-Q-Tec hat eine Wachstumsgeschwindigkeit von 25% p.a. im F\u00fcnjahresdurchschnitt zum Ziel erkl\u00e4rt. Nach 45% im Vorjahr ist in diesem Jahr ein deutlich geringeres Wachstum m\u00f6glich, ohne dieses Ziel zu riskieren. CEO B\u00f6hmer geht von einem Umsatzziel von 115-122 Mio. Euro aus, was einem Wachstum von mindestens 10% entsprechen w\u00fcrde.<br \/><br \/>Das KGV 2023e von 22 ist f\u00fcr das diesj\u00e4hrige Wachstum von 10% angemessen. Doch ich erwarte, dass Va-Q-Tec die anvisierten 25% in den kommenden Jahren wieder ins Auge fassen wird. Und dann w\u00e4re das KGV g\u00fcnstig.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2G Energy<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/image_uploads\/417-2G-Energy-Pehle.jpeg\" alt=\"pehle\" title=\"\"><\/figure>\n\n\n\n<p>Abbildung 3 &#8211; rechts: Friedrich Pehle, CFO von 2G Energy \/ links: icke<br \/><br \/>CFO Friedrich Pehle sprach ich bereits vor drei Jahren. Damals berichtete er mir voller Enthusiasmus, wie die Werkstattfertigung der Blockheizkraftwerkle aus seinem Haus auf Flie\u00dffertigung umgestellt werden solle. Nun konnte er mir stolz von der erfolgreichen Umsetzung berichten: 40% Zeiteinsparung, weniger Kosten, mehr Flexibilit\u00e4t durch Anpassung der Arbeitszeiten, gr\u00f6\u00dfere Fertigungskapazit\u00e4t, mehr Eigenverantwortung durch klar abgegrenzte Arbeitsbereiche, etc. Ich musste ihm irgendwann ins Wort fallen, um seine begeisterte Erz\u00e4hlung zu stoppen. Leider hatten wir nicht mehr Zeit, aber ich hatte noch andere Fragen.<br \/><br \/>In den USA lief&#8217;s im ersten Halbjahr nicht so gut wie gew\u00fcnscht. Kunden h\u00e4tten sich zur\u00fcckgehalten, weil der Krieg in der Ukraine, die Corona-Pandemie und drohende Inflation als Unsicherheit \u00fcber den M\u00e4rkten schwebte. CFO Pehle erwartet f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte eine Normalisierung der Situation und h\u00e4lt an der Jahresprognose fest.<br \/><br \/>Ein besonderer Treiber seines Gesch\u00e4fts sei derzeit die Nachfrage seitens Unternehmen nach unabh\u00e4ngigen und dezentralen Stromerzeugern, wie eben seinen Blockheizkraftwerken. In den USA sei es heute schon so, dass dort Stromausf\u00e4lle sehr h\u00e4ufig auftreten und l\u00e4nger andauern, so dass man dort neben dem dieselbetriebenen Notstromaggregat, das kurzfristig anspringen kann, auch ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) aufstelle. Bei l\u00e4ngeren Stromausf\u00e4llen wird dann das BHKW eingeschaltet, weil es wesentlich g\u00fcnstiger Strom produziert als Dieselgeneratoren.<br \/><br \/>Zum Thema Rezession sagte er, dass dies auch positive Nebeneffekte haben k\u00f6nne: Sollte die Bauindustrie einen Konjunkturabschwung erleben, so bleiben viele Motoren f\u00fcr Baumaschinen auf dem Markt. Liebherr baut beispielsweise solche Motoren, die sowohl f\u00fcr Baumaschinen als auch f\u00fcr die BKHWs von 2G Energy eingesetzt werden. Er k\u00e4me also im Falle eines Konjunkturabschwungs g\u00fcnstiger an Motoren.<br \/><br \/>Besonderes Interesse zog CFO Pehles \u00c4u\u00dferung, man k\u00f6nne seine BHKWs auf Wasserstoff umr\u00fcsten, auf sich. Viele Anleger auf der Konferenz sprachen \u00fcber diese M\u00f6glichkeit: Wie aufwendig ist das, worin liegt der Wettbewerbsvorteil von 2G Energy, die sich hier als weltweiter Technologief\u00fchrer bezeichnen. Pehle erl\u00e4uterte, dass Wasserstoff bereits verpuffen kann, bevor Luft hinzugegeben wird und nicht erst erhitzt und komprimiert werden muss. Daher k\u00f6nne man nicht das bei normalen Motoren \u00fcbliche Luft-Gas-Gemisch in die Motoren leiten, sondern m\u00fcsse Wasserstoff und Luft separat zuleiten. Es sind also zus\u00e4tzliche Zuleitungen erforderlich und die Eigenschaften von Wasserstoff m\u00fcssten dabei besonders ber\u00fccksichtigt werden. Wenn man die Verbrennung zu hei\u00df erfolgen lasse, entst\u00fcnden ungew\u00fcnschte Nebengase. Gleichzeitig m\u00fcsse die Entz\u00fcndungstemperatur sehr gleichm\u00e4\u00dfig eingebracht werden, um eine hohe Effizienz zu erreichen. Hier habe 2G Energy bereits seit 2015 diverse Test-BHKWs am Laufen und habe dadurch einen Vorsprung gegen\u00fcber dem Wettbewerb, die alle erst jetzt damit anfangen.<br \/><br \/>Wasserstoffbetriebene BHKWs kommen nun binnen weniger Jahre und nicht, wie bis vor wenigen Monaten geplant, innerhalb der kommenden 10 Jahre. Er sieht sein Unternehmen bestens ger\u00fcstet, um in diesem Markt eine nennenswerte Rolle zu spielen. Ich finde diesen Ausblick sehr interessant.<br \/><br \/>Lieferkettenprobleme kennt er, aber die ben\u00f6tigten Teile kommen aus Zentraleuropa und seien weder nennenswert von den Lieferkettenproblemen mit Asien, noch durch den Krieg in der Ukraine belastet.<br \/><br \/>460 Mio. Euro Marktkapitalisierung bei 46% Streubesitz: wann kommt 2G Energy in den SDAX, wollte ich wissen. Sie wissen ja, dass ich vorzugsweise Unternehmen aus der DAX-Familie in das Heibel-Ticker Portfolio aufnehme, damit meine Empfehlung nicht den Kurs bewegt. Und derzeit ist 2G Energy leider noch nicht liquide genug f\u00fcr uns.<br \/><br \/>15% Wachstum werden mit einem KGV 23e von 22 bewertet, das ist g\u00fcnstig. Das Unternehmen spielt in einem attraktiven Markt und hat Kunden, die sich ihre Energieversorgung sichern wollen. Nicht die gro\u00dfen Stromversorger, sondern dezentrale Einheiten, Unternehmen und Wohnprojekte. Ich behalte das Unternehmen im Auge.<br \/><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Start-Up GetYourSports<\/h3>\n\n\n\n<p>Zum Schluss konnte ich noch ein StartUp aus Berlin kennen lernen. &#8222;Heute Pilates, morgen Functional Training und am Wochenende in die Sauna&#8220; hie\u00df der Slogan der Gr\u00fcnder von GetYourSports aus Berlin. Auf der Webseite GetYourSports.com werden verschiedene Aktivit\u00e4ten angeboten, wie bspw. Kurse direkt im Studio oder Outdoor oder auch Tickets f\u00fcr&#8217;s Spa und Wellness. Die Jungs machten w\u00e4hrend dem Hamburger Investorentag darauf aufmerksam, dass ihr Angebot nun auch in Hamburg verf\u00fcgbar ist &#8211; und das durchaus mit Interesse des Publikums, lie\u00dfen sich doch einige verteilte Goodie Bags des Unternehmens in den Tagungsr\u00e4umen sehen.<br \/><br \/>So, das sollte es erst einmal gewesen sein bis hier. Ich werde weiter berichten, was ich in meinen Gespr\u00e4chen erfahren habe. Dr\u00e4gerwerk wird dabei sein, der Hamburger Hafen und Logistik AG, Rock Tech Lithium und eine ganze Reihe weiterer Unternehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch und Donnerstag letzte Woche war ich auf dem Hamburger Investorentag. Vorst\u00e4nde und IR-Manager von rund 50 Unternehmen stellten sich den Fragen von \u00fcber 100 Anlegern. Ich hatte die Gelegenheit zu einer ganzen Reihe von Einzelgespr\u00e4chen. Meine wichtigsten Erkenntnisse m\u00f6chte ich Ihnen kurz weitergeben. 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