{"id":6522,"date":"2022-09-08T10:01:16","date_gmt":"2022-09-08T08:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6522"},"modified":"2022-09-08T10:03:08","modified_gmt":"2022-09-08T08:03:08","slug":"weltuntergangsstimmung-bis-zu-den-arbeitsmarktdaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/weltuntergangsstimmung-bis-zu-den-arbeitsmarktdaten\/","title":{"rendered":"Weltuntergangsstimmung bis zu den Arbeitsmarktdaten"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Beitrag ist letzten Freitag im Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief erschienen. Diesen Freitag folgt der n\u00e4chste B\u00f6rsen Ausblick mit neuen Analysen und Investmentideen.<\/p>\n\n\n\n<p>September ist f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte der schlechteste Monat im Jahr. Wir befinden uns mitten in einem heftigen B\u00e4renmarkt, haben bis auf eine kurze Sommererholung seit einem Dreiviertel Jahr nur fallende Kurse gesehen und biegen erst jetzt in den Monat ein, der historisch betrachtet der schw\u00e4chste Monat im Jahr ist. Besonders schwach ist der September immer dann, wenn in den USA Zwischenwahlen anstehen &#8230; wie in diesem Jahr. Da ist es schwer, optimistisch zu sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zumal die Rahmenbedingungen schlechter kaum sein k\u00f6nnten<\/h2>\n\n\n\n<p>US-Notenbankchef Jay Powell hat der Inflation den Krieg erkl\u00e4rt &#8230; selbst auf Kosten der Arbeitslosigkeit. Verm\u00f6genswerte wie Aktien und Immobilien m\u00fcssen runter, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Ein Konjunkturabschwung oder auch eine Rezession ist da kaum mehr zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das alles zu einer Zeit, in der die Energie knapp ist, geopolitische Spannungen eskalieren und eine neue Coronawelle vor der T\u00fcr steht: In China steht die Wirtschaftsregion Shenzen kurz vor einem neuen Lockdown.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ich kann Ihnen leider nicht sagen, dass diese \u00c4ngste \u00fcberzogen sind<\/h2>\n\n\n\n<p>Im, Gegenteil, derzeit sieht es so aus, als seien die \u00c4ngste durchaus berechtigt und aufgrund der Zinswende reagieren die Aktienm\u00e4rkte viel sensibler auf diese Spannungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte Ihnen sagen, in meiner Zeit an den Aktienm\u00e4rkten sind solche Ausverk\u00e4ufe stets gute Gelegenheiten gewesen, g\u00fcnstig an gute Aktien zu kommen. Immerhin bin ich schon seit 1987 an der B\u00f6rse unterwegs. Doch komischerweise haben wir seit den 80er-Jahren an den Finanzm\u00e4rkten nur fallende Zinsen gehabt &#8230; von kurzen Unterbrechungen mal abgesehen. der Vergleich hakt also und nicht wenige B\u00f6rsianer sehen in dem aktuellen B\u00e4renmarkt eine \u00fcberf\u00e4llige Bereinigung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u00dcber SPACs sind im vergangenen Jahr viele Unternehmen an die B\u00f6rse gegangen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben.<\/li><li>IPOs aus den vergangenen Jahren waren ebenfalls \u00fcberwiegend von Unternehmen unternommen worden, die auf absehbare Zeit keine Gewinne abwerfen. 90% der IPOs der vergangenen zwei Jahre notieren heute unter ihrem IPO-Preis.<\/li><li>In der Kryptowelt sind 95% der Kryptow\u00e4hrungen \u00fcberfl\u00fcssig. Der Wildwuchs war dort besonders schlimm.<\/li><li>Der Meme-Wahnsinn hat nach GameStop und AMC nun bei Bed Bath &amp; Beyond einen neuen Kandidaten gefunden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die gute Nachricht<\/h2>\n\n\n\n<p>SPACs, IPOs, viele Kryptow\u00e4hrungen und auch Meme-Aktien k\u00f6nnen nicht unter Null fallen =8-(). Aber selbst bis zur Null ist es noch ein weiter Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Derweil werden die Corona-Gewinne der Corona-Gewinner vollst\u00e4ndig abgegeben. Die Corona-Verlierer, die auf einen Nachholeffekt nach Corona hoffen, starten nicht durch, weil f\u00fcr diesen Winter eine neue Corona-Welle droht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weite Teile der Industrie leiden unter den abgerissenen Lieferketten. Vorprodukte fehlen entweder, oder, wenn&#8217;s gut l\u00e4uft, werden auf Lager gelegt, was zum einen die Kostenstruktur der Unternehmen belastet, und zum anderen die Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr andere Marktteilnehmer einengt. Nicht die Nachfrage ist das Problem, sondern das Angebot.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem stimulieren Politiker weltweit mit Hilfspaketen und Sonderprogrammen die Nachfrage, was die Inflation weiter anheizt und die Notenbanken unter Zugzwang setzt. Zugzwang, das von der Politik in den Markt gegebene zus\u00e4tzliche Kapital wieder herauszuziehen, um die Inflation einzud\u00e4mmen. Dadurch wird eine Rezession riskiert, die von der Politik umgehend wieder mit Hilfsprogrammen (Nachfrageseite!) beantwortet wird. Ein Teufelskreis, der durch aus geeignet ist, Panikverk\u00e4ufe am Aktienmarkt zu initiieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Fragen Sie mich also nicht, wann der B\u00e4renmarkt sein Ende findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mir jedoch die Bewertungen vieler profitabler Aktienunternehmen anschaue, f\u00e4llt es mir schwer, an eine Fortsetzung des Ausverkaufs zu glauben. Dividendenrenditen von 6% und mehr, teilweise \u00fcber 10% sind keine Seltenheit mehr. KGVs im niedrigen einstelligen Bereich reichen Anlegern nicht als Kaufgrund. Ich w\u00fcrde meinen, dass Anleger mit Geduld die aktuellen Turbulenzen nutzen k\u00f6nnen, um ein langfristiges Portfolio aufzubauen. In zwei bis drei Jahren werden Sie Ihre Freude daran haben. Ungeachtet dessen, ob der B\u00e4renmarkt heute, oder erst in einigen Wochen endet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Vorst\u00e4nden, mit denen ich vergangene Woche gesprochen habe, war nichts von dieser Weltuntergangsstimmung zu sp\u00fcren. Ihre Unternehmen haben sich bestm\u00f6glich auf Inflation, auf Lieferkettenprobleme und auf Corona vorbereitet. Klar, einfach sind die Zeiten nicht. Doch mit den Vorst\u00e4nden haben wir dar\u00fcber diskutiert, wie hoch die Gewinnmarge ist. Es wurde \u00fcber die Kosten gesprochen, die anfallen, wenn die oben genannten Probleme tats\u00e4chlich eintreten. Die Unternehmen sind vorbereitet, werden die Kosten stemmen und ihre Produktion aufrecht erhalten. Der Gewinn wird dann ggfls. ein wenig geschm\u00e4lert. Aber von Produktionsstillstand und von ausufernden Kosten, die nicht gestemmt werden, k\u00f6nnen war keine Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Wirtschaft ist resistenter, als viele ihr das zutrauen &#8230; insbesondere auch als viele Politiker ihr das zutrauen. Ich habe den Eindruck, dass hier das wahre Problem der aktuellen Baisse liegt: Es wird nur noch auf die Politik geschaut, wenn Probleme auftreten. An die eigenen Kr\u00e4fte der Marktwirtschaft glaubt derzeit in der Politik niemand. Den Spruch, politische B\u00f6rsen haben kurze Beine, habe ich vor zwei Jahren begraben. Immer mehr zeigt sich, dass die Wirtschaft immer st\u00e4rker von der Politik gesteuert wird. So m\u00f6gen zwar ESG-konforme L\u00f6sungen verfolgt werden, aber effizient ist das nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sei&#8217;s drum, trotz der heftigen Verluste, die wir in diesem Jahr bereits einstecken mussten, halte ich an meiner Disziplin fest: An schwachen Tagen wird zugekauft, an guten Tagen werden Teilgewinne mitgenommen. Mit derzeit 11% Cash im Portfolio sind wir durchaus handlungsf\u00e4hig, falls eine weitere Ausverkaufswelle im September den DAX nochmals auf 12.400 Punkte dr\u00fcckt. Zwischenzeitlich \u00fcberarbeiten wir halt unsere Einkaufsliste:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einkaufsliste<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>AirBnB als neue Wachstumsaktie im Bereich des Tourismus (Nachholbedarf) ins Portfolio holen, sofern hohe Bewertungen akzeptabel erscheinen (KGV > 50). Gleiches gilt f\u00fcr Palo Alto Networks als Sicherheitsl\u00f6sung f\u00fcr die IT.<\/li><li>Linde ist Weltmarktf\u00fchrer im Gesch\u00e4ft mit Gasen und gilt als Vorreiter bei der Produktion von Wasserstoff f\u00fcr Brennstoffzellen. Auch die Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff wird derzeit vorangetrieben und wenn wir uns die Wasserstoffziele in Deutschland anschauen, dann wird der Marktf\u00fchrer Linde einen gewaltigen Anteil davon f\u00fcr sich beanspruchen. Die Aktie gef\u00e4llt mir schon lange, ist mir jedoch mit einem KGV von 22 noch etwas zu teuer.<\/li><li>Marvell beliefert vorwiegend Rechenzentren mit seinen Chips und d\u00fcrfte daher von den Chip-Krisenherden bei PCs und beim Gaming vergleichsweise unabh\u00e4ngig sein. Derzeit ist Marvell meine favorisierte Chip-Aktie, allerdings m\u00f6chte ich abwarten, bis der heftige Ausverkauf in dieser Branche endet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Einkaufsliste werde ich n\u00e4chsten Freitag deutlich erweitern. Anhand der von mir ausgearbeiteten Kriterien f\u00fcr profitable Wachstumsunternehmen werde ich meine Favoriten der verschiedenen M\u00e4rkte, Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz, USA und Japan, vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8230;Halleluja<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Arbeitslosenquote ist in den USA von 3,5% auf 3,7% gesprungen. Endlich scheint die Personalknappheit nachzulassen. Eine Arbeitslosenquote \u00fcber 4,0% ist erforderlich, um die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer bei den Lohnverhandlungen zu schw\u00e4chen. Und die Lohnentwicklung ist Bestandteil der zweiten Welle der Inflation. Der Anstieg in der Arbeitslosenquote ist also ein Zeichen des Erfolges von Notenbank Chef Jay Powell, der die Inflation stoppen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. Mittlerweile schreibe ich w\u00f6chentlich f\u00fcr mehr als 25.000 Leser \u00fcber Hintergr\u00fcnde zum Aktienmarkt und Ursachen f\u00fcr Kursbewegungen von Aktien.<br \/>\n<br \/>\nMeine Leser sch\u00e4tzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Als Privatanleger nutzen sie meine Einsch\u00e4tzungen und Investmentideen zur selbstst\u00e4ndigen Portfolio-Optimierung.<br \/>\n<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich zum <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/empfehlung?id=40&amp;refID=9\">Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief<\/a> gratis anmelden und erhalten jeden Freitag die neue Ausgabe direkt in Ihr Mail-Postfach.<br \/>\n<br \/>\nKein Spam, kein Abo, Abmeldung jederzeit m\u00f6glich.\n<\/div><br \/>\n<input name=\"refID\" type=\"hidden\" value=\"9\"\/>\n<input name=\"abo[subscribe]\" type=\"hidden\" value=\"subscribe\"\/><input id=\"input_email\" class=\"input_s\" name=\"abo[email]\" size=\"8\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"E-Mail\"\/><br \/>\n<br \/>\n<input name=\"dsa\" required=\"\" type=\"checkbox\"\/> Ja, ich stimme der <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/static\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefes zu.<br \/>\n<br \/>\n<input class=\"sgny-readmore-btn send-btn\" name=\"sent2\" type=\"submit\" value=\"Kostenlos anmelden\"\/>\n<p class=\"info-txt\"><\/p>\n<\/form>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist letzten Freitag im Heibel-Ticker B\u00f6rsenbrief erschienen. 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