{"id":6806,"date":"2023-03-20T12:56:51","date_gmt":"2023-03-20T11:56:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6806"},"modified":"2023-05-10T12:20:45","modified_gmt":"2023-05-10T10:20:45","slug":"naechste-lehmann-pleite-angst-und-panik-lassen-rallye-erwarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/naechste-lehmann-pleite-angst-und-panik-lassen-rallye-erwarten\/","title":{"rendered":"N\u00e4chste Lehmann-Pleite &amp; Angst und Panik lassen Rallye erwarten"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Wochenende wurde die \u00dcbernahme der Credit Suisse durch die UBS beschlossen. Damit einher gehen weitreichende Liquidit\u00e4tshilfen und Garantien der Schweizer Nationalbank, der Finanzaufsicht und der Schweizer Regierung.<br \/><br \/>Eine Verstaatlichung, wie sie w\u00e4hrend der gro\u00dfen Finanzkrise 2007 bis 2009 weltweit vielfach erfolgte, gibt es dieses mal nicht. Allerdings sind die staatlichen Hilfen so gro\u00df, dass der Begriff \u201e\u00dcbernahme\u201c schon so ein Geschm\u00e4ckle hat.<br \/><br \/>Fun-Fact: Der Verwaltungsratsvorsitzendes (= Aufsichtsratschef) der Credit Suisse hei\u00dft Axel Peter Lehmann. Lehman, aus dem Englischen \u201eLayman\u201c, bedeutet zu deutsch \u201eLaie\u201c. Laien haben in der Bankenwelt nichts zu suchen!<br \/><br \/>Der DAX rutscht heute fr\u00fch weiter ab, erholt sich aber. Wir kommen in eine entscheidende Marktphase. Noch neige ich dazu, niedrige Kurse zum Nachkaufen zu nutzen. An einen Crash kann ich noch nicht wirklich glauben. Doch wir m\u00fcssen in diesen Tagen am Ball bleiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Angst und Panik lassen Rallye erwarten<\/h2>\n\n\n\n<p>Um 4% ist der DAX in der abgelaufenen Woche eingebrochen. Die \u201eRettung\u201c der Silicon Valley Bank wurde von Anlegern nicht ausreichend eingestuft, die Finanzm\u00e4rkte zu beruhigen. Vielmehr fehlt die explizite Zusage der US-Beh\u00f6rden, dass jegliche Kundeneinlagen in US-Banken garantiert werden \u2013 so wie es Angela Merkel nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 getan hat.<br \/><br \/>Solange diese Zusicherung fehlt, ist es f\u00fcr institutionelle Anleger (bspw. Treasury-Verantwortliche bei Versicherungen) Pflicht, Barverm\u00f6gen zu den solventesten Banken zu transferieren \u2026 f\u00fcr alle F\u00e4lle. Ohne die explizite Einlagengarantie f\u00fcrchtet man weitere Bank-Runs.<\/p>\n\n\n\n<p>Die US-Bankenkrise ist bereits nach Europa \u00fcbergeschwappt: Mit der Credit Suisse ringt in diesen Tagen eine europ\u00e4ische Gro\u00dfbank ums \u00dcberleben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist unser aktuelles Umfrageergebnis in sich widerspr\u00fcchlich: W\u00e4hrend in meinen Augen nur das \u201ewie\u201c offen ist, zeigt die gro\u00dfe Verunsicherung unter unseren Umfrageteilnehmern, dass man sich auch \u00fcber das \u201eob\u201c sorgt. Ginge es nur um darum, \u201ewie\u201c Banken mit Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen gerettet werden, dann w\u00e4re die Verunsicherung nicht so gro\u00df.<br \/><br \/>In den USA gibt es tausende Banken, die regional und mit inhaltlich unterschiedlichen Angeboten verschiedenste M\u00e4rkte bearbeiten. In Europa ist die Bankenwelt auf wenige hundert konzentriert. Europ\u00e4ische Banken sind \u00fcberwiegend so gro\u00df, dass die meisten von ihnen als systemrelevant gelten und gerettet w\u00fcrden, w\u00e4hrend in den USA eigentlich Bankpleiten zur Tagesordnung geh\u00f6ren.<br \/><br \/>Die Kritik \u00fcber die Bankenrettungen w\u00e4hrend der gro\u00dfen Bankenkrise 2007 bis 2009 ist noch pr\u00e4sent, daher ist eine Verunsicherung \u00fcber das \u201ewie\u201c durchaus nachvollziehbar. Doch das \u201eob\u201c sollte zumindest in Europa nicht in Frage gestellt werden.<br \/><br \/>Daher vermute ich, dass sich die Verunsicherung \u00fcber das \u201eob\u201c darauf bezieht, ob die Form der Rettung, die schlie\u00dflich gew\u00e4hlt wird, nachhaltig ist. Ob damit der Kampf gegen die Inflation konterkariert wird, oder ob damit die Staatsfinanzen \u00fcberbelastet werden. Zweifel daran, ob eine Rettung mit den \u00fcberstrapazierten Staatsfinanzen \u00fcberhaupt machbar ist, scheinen in den K\u00f6pfen der Anleger herumzugeistern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bleibe bei meiner Einsch\u00e4tzung der vergangenen Wochen, dass eine \u00dcberraschung nur auf der Oberseite erfolgen kann. Wenn wir uns vor Augen f\u00fchren, dass der gro\u00dfe Stress der vergangenen Woche an den Finanzm\u00e4rkten bislang nicht zu einem Crash gef\u00fchrt hat, sondern den DAX lediglich an seine unteren Unterst\u00fctzungen f\u00fchrte, so hat diese Einsch\u00e4tzung noch immer Bestand.<br \/><br \/>Allerdings liegt aus technischer Sicht die untere Unterst\u00fctzung dieser Theorie bei 14.800 Punkten im DAX. Und der Wochenschlusskurs des DAX lieg mit 14.768 Punkten knapp darunter. Damit kommt dem Wochenstart eine besondere Bedeutung zu: Sollte sich der DAX \u00fcber 14.800 Punkte halten, so kann der niedrigere Wochenschluss als kurzfristige \u00dcbertreibung abgetan werden.<br \/><br \/>Sollte es jedoch doch noch weiter gen S\u00fcden gehen, so d\u00fcrften weiteren Anleger ihre Nerven verlieren, Angst und Panik k\u00f6nnte sich weiter ausbreiten und letztlich trotz der bereits negativen Stimmungslage zu einem Ausverkauf, vielleicht sogar zu einem Crash f\u00fchren.<br \/><br \/>Wie mehrfach betont, halte ich dieses Szenario f\u00fcr unwahrscheinlich. Die Sentiment-Theorie favorisiert Szenarien, in denen sich Stimmungsungleichgewichte ins Gegenteil aufl\u00f6sen. Bei der aktuell bereits sehr negativen Stimmungslage w\u00e4re also ein weiterer Ausverkauf, ein Crash, ohne weitere negative Ereignisse eher unwahrscheinlich.<br \/><br \/>Wahrscheinlicher ist eine langsame Beruhigung und ein langsam ansteigender DAX f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterw\u00f6chige Updates bekommen die Heibel-Ticker PLUS Leser direkt per Mail und kostenlos gibt es jeden Freitag einen Wochenr\u00fcckblick.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<form class=\"new_abo\" style=\"margin: 0px;\" action=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/abo\" method=\"post\">\n<h2 class=\"sgny-widget-title\"><font color=\"blue\">\u00dcber 25.000 Leser vertrauen dem Heibel-Ticker<\/font><\/h2>\n<br \/>\n<div class=\"mc4wp-form-fields\">Seit 1998 verfolge ich begeistert die B\u00f6rsen der USA und Europas. 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