{"id":6890,"date":"2023-07-04T09:56:19","date_gmt":"2023-07-04T07:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6890"},"modified":"2023-07-04T10:10:37","modified_gmt":"2023-07-04T08:10:37","slug":"vonovia-vs-aroundtown-vs-sto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/vonovia-vs-aroundtown-vs-sto\/","title":{"rendered":"Vonovia vs. Aroundtown vs. Sto"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir haben im Heibel-Ticker Portfolio eine neue Spekulation aufgenommen. Ich habe Vonovia, Aroundtown und Sto SE miteinander verglichen. Alle drei Aktien notieren meiner Ansicht nach derzeit viel zu niedrig. Bei einer k\u00f6nnte sich das schon sehr bald \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte mir gut vorstellen, dass Aktien aus dem Immobiliensektor in der zweiten Jahresh\u00e4lfte besser laufen werden. Grunds\u00e4tzlich holen wir keine Immobilienaktien in unser Heibel-Ticker Portfolio, weil ich davon ausgehe, dass die meisten der Heibel-Ticker Mitglieder als Privatanleger in einem Eigenheim wohnen und allein dadurch bereits ein gro\u00dfes Engagement im Immobiliensektor haben. Im Sinne der Diversifizierung sollten die ersten einige-Hunderttausend (je nach Wert Ihrer Immobilie) in Aktien gehen, die nichts mit Immobilien zu tun haben.<br \/><br \/>Aber gegen eine Spekulation in besonderen Situationen ist nichts einzuwenden \ud83d\ude42<br \/><br \/>Aus der DAX-160 Familie habe ich die folgenden Unternehmen direkt oder mittelbar dem Immobilien- und Bausektor zugeordnet (sortiert nach Marktkapitalisierung):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vonovia<\/li>\n\n\n\n<li>Heidelberg Materials<\/li>\n\n\n\n<li>Dt. Wohnen<\/li>\n\n\n\n<li>Nemetschek<\/li>\n\n\n\n<li>LEG Immobilien<\/li>\n\n\n\n<li>Hochtief<\/li>\n\n\n\n<li>Aroundtown<\/li>\n\n\n\n<li>Grand City Properties<\/li>\n\n\n\n<li>TAG Immobilien<\/li>\n\n\n\n<li>Bilfinger<\/li>\n\n\n\n<li>Patrizia Immobilien<\/li>\n\n\n\n<li>DIC Asset<\/li>\n\n\n\n<li>Hamborner REIT<\/li>\n\n\n\n<li>Sto SE<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><br \/>Der schnelle Blick \u00fcber die Liste hat bei mir Interesse zu den folgenden drei Unternehmen geweckt: Vonovia, Aroundtown und Sto. Die drei schauen wir uns mal n\u00e4her an.<br \/><br \/>Alle drei Unternehmen qualifizieren sich nicht als Dividendentitel, da sie keine 10 Jahre ohne Dividendensenkung geschafft haben. Die Dividendenrendite ist zwar aktuell attraktiv, aber unterliegt Schwankungen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Vonovia<\/h1>\n\n\n\n<p>&#8230; ist der Platzhirsch mit <strong>Immobilien in Bestlage<\/strong>. An diesem Unternehmen f\u00fchrt eigentlich kein Weg vorbei, wenn man in Deutschland \u00fcber Aktien am Immobilienmarkt partizipieren m\u00f6chte.<br \/><br \/>Das Jahr 2022 war besonders gut, der <strong>Umsatz <\/strong>ist um 14% angewachsen, der <strong>Gewinn <\/strong>um 8%. Die Gewinnmarge liegt bei abenteuerlichen 80%, allerdings m\u00fcssen jedes Jahr 44% in <strong>Investitionen <\/strong>(CAPEX) gesteckt werden. Zudem ist das Gesch\u00e4ft zu einem gro\u00dfen Teil kreditfinanziert. 3 Mrd. Euro <strong>Jahresumsatz <\/strong>stehen 44 Mrd. Euro <strong>Nettoverbindlichkeiten <\/strong>gegen\u00fcber. Das Gesch\u00e4ftsmodell ist offensichtlich darauf ausgelegt, ausreichend Cashflow zu generieren, um die Zinsen bedienen zu k\u00f6nnen.<br \/><br \/>Zu Zeiten steigender Zinsen ist das tats\u00e4chlich sehr gef\u00e4hrlich, daher war diese Aktie in den vergangenen Monaten auch von 55 EUR auf 18 EUR ausverkauft worden, -68%. Die <strong>Schulden <\/strong><strong>sind 16 mal so gro\u00df <\/strong>wie der <strong>Jahresgewinn <\/strong>(EBITDA). Ein Viertel des Gewinns (EBIT) muss f\u00fcr Zinszahlungen aufgewendet werden.<br \/><br \/>Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen Aktion\u00e4re bei Laune gehalten werden. Die <strong>Dividendenrendite <\/strong>f\u00fcr das laufende Jahr 2023 wird von Analysten auf 8% gesch\u00e4tzt. Das ist eine stolze H\u00f6he, zu deren Realisierung jedoch ans Eingemachte gegangen werden muss. Allein die Dividende wird, wenn sie in dieser H\u00f6he ausgezahlt wird, 101% des f\u00fcr 2023 erwarteten Gewinns aufzehren.<br \/><br \/>Damit ist Vonovia in meinen Augen bestenfalls eine Spekulation f\u00fcr die kommenden Monate. So wirklich solide finde ich das Gesch\u00e4ft nicht. Zumindest habe ich meine Immobilie anders finanziert.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Aroundtown<\/h1>\n\n\n\n<p>&#8230; investiert in <strong>Gewerbeimmobilien <\/strong><strong>mit guter Wertentwicklung<\/strong>, hei\u00dft es in der Beschreibung. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass das Unternehmen nicht in Bestlagen investiert, sondern bei alternativen Lagen auf eine Aufwertung setzt. Gewerbeimmobilien kamen im Lockdown unter Druck, inzwischen gibt es hybride Arbeitsmodelle, die den Bedarf an Gewerbeimmobilien deutlich reduziert haben. Die Aktie von Aroundtown ist seit dem Coronacrash von 9 EUR auf nunmehr 1 Euro gecrasht.<br \/><br \/>Im vergangenen Jahr kehrte sich der Trend zum Heimarbeitsplatz um, Unternehmen holten ihre Mitarbeiter zur\u00fcck ins B\u00fcro. Der <strong>Umsatz <\/strong>von Aroundtown stieg um 25%. Damit ist die Corona-Erholung jedoch durch, denn schon im laufenden Jahr 2023 wird wieder ein Umsatzr\u00fcckgang von 1% bef\u00fcrchtet. Der <strong>Gewinn <\/strong>(EBITDA), der im vergangenen Jahr um 18% angesprungen war, k\u00f6nnte dieses Jahr um 12% einbrechen.<br \/><br \/>Auch bei Aroundtown schlummert eine <strong>Nettoverschuldung <\/strong>von 12 Mrd. EUR, die ein Vielfaches des <strong>Jahresumsatzes <\/strong>von 1,6 Mrd. Euro ausmacht. Doch das ist nicht die richtige Bewertungskennziffer, da wir die Immobilien eher so bewerten m\u00fcssen wie Beteiligungen bei Beteiligungsunternehmen. Der Umsatz ist nebens\u00e4chlich, solange der freie Cashflow die Zinslast deckt.<br \/><br \/>Die <strong>Schulden <\/strong>von Aroundtown sind <strong>zw\u00f6lfmal <\/strong><strong>so <\/strong><strong>hoch <\/strong><strong>wie der Gewinn<\/strong> (EBIT). Dank der hohen <strong>Gewinnmarge <\/strong>(55%) reicht der Gewinn gerade so aus, um die Zinsen zu bedienen. Regelm\u00e4\u00dfig werden Immobilien verkauft, so dass Sondereinnahmen f\u00fcr eine \u00fcppige Dividende reichen. Im vergangenen Jahr betrug die <strong>Dividendenrendite <\/strong>13%.<br \/><br \/>Sowohl Vonovia als auch Aroundtown segeln hart am Wind. Steigende Zinsen werden die Zinslast erh\u00f6hen. Insbesondere bei Aroundtown k\u00f6nnte das schnell zu Liquidit\u00e4tsproblemen f\u00fchren. Daher ist die Aktie so stark ausverkauft worden: Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die EZB ihre Zinsanhebungen beenden wird.<br \/><br \/>Solange die Situation so angespannt bleibt, d\u00fcrften die beiden Aktien unter Druck bleiben. Gegebenenfalls muss die Liquidit\u00e4t immer wieder durch den Verkauf von Immobilien aufgebessert werden, was zwar bei der Bedienung des Kreditzinses hilft, jedoch den Unternehmenswert verringert.<br \/><br \/>Wenn nun das Ende der Zinsanhebungen in Sicht kommt, ist Schluss mit dem Verkauf von Immobilien und auf Basis der aktuellen Situation k\u00f6nnen Analysten wieder Wertberechnungen vornehmen. Da bei einem Ende der Zinserh\u00f6hungen auch die Immobilienpreise sich stabilisieren werden, d\u00fcrfte es einen doppelten Effekt geben, der sich bei Bewertung der beiden hier genannten Aktien als viel zu niedrig ausweisen wird.<br \/><br \/>Aktuell dominiert also die Bef\u00fcrchtung vor weiteren Zinsanhebungen, die die Zinslast erh\u00f6hen und die Immobilienwerte belasten. Wenn sich der Wind dreht, wird aus Gegenwind R\u00fcckenwind, der die Aktien deutlich nach oben treiben wird.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Sto<\/h1>\n\n\n\n<p>&#8230; hatten wir vor vielen Jahren schonmal im Portfolio. Das Unternehmen ist grundsolide und segelt auch durch die Turbulenzen der vergangenen Jahre vergleichsweise stabil: 7% <strong>Umsatzwachstum <\/strong>p.a. in den vergangenen Jahren und aktuell 6%. Der <strong>Gewinn <\/strong>ist im vergangenen Jahr um 11% angewachsen, dieses Jahr werden weitere 7% erwartet. Nun ist Sto nicht ein Immobilienkonzern, sondern ein <strong>Lieferant von Baumaterialien, vorwiegend D\u00e4mmung<\/strong>. Damit h\u00e4ngt das Gesch\u00e4ft nur mittelbar von der Wertentwicklung der Immobilien ab.<br \/><br \/>Doch die Zur\u00fcckhaltung bei Neuauftr\u00e4gen im Immobiliensektor hat auch bei Sto f\u00fcr Falten auf der Stirn gesorgt. Bestehende Auftr\u00e4ge wurden abgearbeitet und haben das Unternehmen so weitgehend durch die Turbulenzen getragen. Nun steht ein schweres zweites Halbjahr an, in dem sich zeigen wird, ob die Baubranche l\u00e4nger Probleme haben wird, oder nicht.<br \/><br \/>Diesbez\u00fcglich ist die heutige Meldung von TAG Immobilien positiv zu werten, denn das Unternehmen sieht Licht am Ende des Tunnels und erwartet schon f\u00fcr das zweite Halbjahr eine deutliche Verbesserung.<br \/><br \/>Bei Sto gibt es jedoch noch eine zweite Geschichte: Steico.<\/p>\n\n\n\n<p>Steico bietet \u00f6kologische D\u00e4mmstoffe an. Die Styropor-Platten von Sto werden unter gro\u00dfem Energieeinsatz produziert und sind schwer abbaubar, wenn ein Haus mal abgerissen wird. Steico ist der saubere Bruder.<br \/><br \/>Doch Steico lieferte vergangene Woche eine Umsatz- und Gewinnwarnung. Das zweite Halbjahr sei schwer vorhersehbar, in Q1 sei der Umsatz um 16% eingebrochen. Baugenehmigungen im April und Mai seien um \u00fcber 30% zur\u00fcckgegangen. Die Aktie von Steico brach in den vergangenen Tagen um 40% ein.<br \/><br \/>Im Kielwasser der Steico-Meldung brach auch Sto um 15% ein. Doch inzwischen zeigt sich, das was f\u00fcr Steico gilt, nicht automatisch auch f\u00fcr Sto gilt. Lassen Sie uns \u00fcber die gr\u00fcne Ader im deutschen Bau sprechen.<br \/><br \/>Nat\u00fcrlich m\u00f6chten alle ihre H\u00e4user \u00f6kologisch einwandfrei bauen und mit gutem Gewissen vorangehen. Doch wenn&#8217;s finanziell eng wird, schaut man, wo man sparen kann. Und die D\u00e4mmung unter der Fassade sieht kein Mensch. Die Bauunterlagen schaut man sich beim Bau einmal an, danach nie wieder. Warum also ein Vielfaches f\u00fcr die Holzfaserd\u00e4mmung von Steico ausgeben, wenn Styropor von Sto die gleiche Wirkung zu deutlich g\u00fcnstigerem Preis bringt? Von Sto ist bislang noch keine entsprechende Warnung ausgegeben worden und das Quartal ist vor\u00fcber. Sollte es \u00e4hnlich schlecht gelaufen sei, m\u00fcsste Sto eine solche Meldung bringen.<br \/><br \/>Ich gehe also davon aus, dass Sto \u00e4hnlich wie TJX davon profitiert, dass Bauherren nach g\u00fcnstigen Angeboten schauen und dort beherzt zugreifen. Die genauen Daten zu unserem Kauf sind Heibel-Ticker PLUS Mitgliedern vorbehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden Wochen werde ich weitere Aktien vorstellen, die aussichtsreiche Kandidaten f\u00fcr das zweite Halbjahr sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben im Heibel-Ticker Portfolio eine neue Spekulation aufgenommen. 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