{"id":6980,"date":"2023-10-10T10:50:07","date_gmt":"2023-10-10T08:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=6980"},"modified":"2023-10-10T10:50:54","modified_gmt":"2023-10-10T08:50:54","slug":"the-winner-takes-it-all-smallcap-versus-bigcap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/the-winner-takes-it-all-smallcap-versus-bigcap\/","title":{"rendered":"The Winner Takes It All &#8211; SmallCap versus BigCap"},"content":{"rendered":"\n<p>In den vergangenen Jahren gab es nur ein Credo: The winner takes it all.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dominanz der Gro\u00dfkonzerne und die Herausforderungen f\u00fcr Kleinunternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Kleine Unternehmen, egal ob erfolgreich oder nicht, und egal. wie g\u00fcnstig sie bewertet sind, wurden von Anlegern gemieden. Ich untersuche, ob Gro\u00dfkonzerne einfach erfolgreicher sind, oder ob es andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die vergleichsweise schlechte Performance der Aktien kleiner Unternehmen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfkonzerne, also Big Cap Unternehmen, haben in den vergangenen Jahren die Aktienmarktrallye gezogen. Apple, Alphabet, Tesla, Meta und Amazon haben die US-Indizes auf Rekordh\u00f6hen gezogen, w\u00e4hrend kleinere Unternehmen zur\u00fcckgelassen wurden.<br \/><br \/>In Deutschland verzeichnete Linde den gr\u00f6\u00dften Zuwachs. Aufgrund von Indexvorschriften konnte Linde jedoch nicht \u00fcber eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe hinauswachsen, das Unternehmen ging daher in die USA und w\u00e4chst nun dort kr\u00e4ftig weiter. Linde fehlt nun, um den DAX weiter nach oben zu ziehen.<br \/><br \/>Diese Tage bin ich \u00fcber eine Graphik gestolpert, die diesen Umstand sch\u00f6n veranschaulicht:<br \/><br \/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/image_uploads\/578-SmallCap-vs-SPX-underperformance.jpeg\" alt=\"SmallCap-vs-BigCap-2023\" title=\"\"><br \/>Abbildung 3: Kleine Unternehmen haben schlechter performt als gro\u00dfe<br \/><br \/><br \/>Zu sehen ist die j\u00e4hrliche Unter- oder Overperformance der Aktien kleiner Unternehmen (SmallCap) gegen\u00fcber dem S&amp;P 500. Nur 1998 liefen SmallCap Aktien im Vergleich zum S%P 500 noch schlechter als in diesem Jahr (orangene Balken). Dabei haben wir gerade einmal drei Viertel des Jahres hinter uns.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Suche nach Wert: Die Herausforderung, &#8222;g\u00fcnstige&#8220; Aktien zu identifizieren<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich habe im vergangenen Jahr viel Zeit darauf verwendet, &#8222;g\u00fcnstige&#8220; Aktien zu finden. Diese habe ich insbesondere bei den kleineren Unternehmen gefunden: <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/pva-tepla\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PVA Tepla<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/sto-ag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sto<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/medios\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Medios<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/nynomic\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nynomic<\/a>.<br \/><br \/>Doch &#8222;g\u00fcnstig&#8220; ist derzeit nicht gefragt. Die Zinsen steigen und Anleger vermuten bei Gro\u00dfkonzernen einen besseren Zugang zu frischem Kapital. Da spielt es keine Rolle, dass ich alle kleinen Unternehmen darauf abgeklappert habe, dass sie \u00fcber ausreichen Liquidit\u00e4t verf\u00fcgen bzw. nur eine sehr geringe Verschuldung besitzen, damit das hohe Zinsniveau nicht zur Belastung wird. Doch offensichtlich war ich bereits viel zu detailverliebt, denn der fl\u00fcchtige Anleger kaufte lieber die Aktien der Gro\u00dfkonzerne.<br \/><br \/>Die vergleichsweise schlechtere Entwicklung im SmallCap-Bereich h\u00e4lt nun schon viele Jahre an, wie Sie der Graphik entnehmen k\u00f6nnen. Irgendwann muss es doch auch mal zu einer Gegenreaktion kommen, sei es durch einen Ausverkauf im BigCap-Bereich, oder aber durch eine Aufholjagd der SmallCap Aktien.<br \/><br \/>So lese ich seit einigen Wochen schon h\u00e4ufiger, das man die Finger von BigCap lassen solle, denn im kommenden Jahr w\u00fcrden diese &#8222;ganz sicher&#8220; schlechter laufen. &#8222;Ganz sicher&#8220; ist nur das Amen in der Kirche. Wenn wir uns die Bewertungen der BigCap Aktien anschauen, finden wir durchaus Gr\u00fcnde f\u00fcr die vergleichsweise bessere Performance.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SmallCap vs. BigCap: Ein Vergleich der Aktienbewertungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns mal die Bewertungen von BigCaps an. Wie Sie wissen, setze ich stets das Gewinnwachstum (EBITDA) ins Verh\u00e4ltnis zur Bewertung (EV\/EBITDA, das bessere KGV). Das EV\/EBITDA darf doppelt so gro\u00df sein wie das Gewinnwachstum. Ist die Kennziffer f\u00fcr das EV\/EBITDA sogar kleiner als das Gewinnwachstum, dann erachte ich die Aktie f\u00fcr extrem g\u00fcnstig.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Alphabet hat ein EV\/EBITDA von 12,7 und ein Gewinnwachstum von 9,8%. Finde ich g\u00fcnstig.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Amazon w\u00e4chst mit 33% und hat ein EV\/EBITDA von nur 14.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Metas Gewinn w\u00e4chst mit 36,7%, das EV\/EBITDA steht bei 11: Spottbillig.<\/li>\n\n\n\n<li>Lediglich Apple f\u00e4llt aus dem Rahmen, f\u00fcr 2023 wird ein Gewinnr\u00fcckgang von 3,9% bef\u00fcrchtet, das EV\/EBITDA von 21 ist aus diesem Blickwinkel zu hoch.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Auch Tesla verzeichnet im laufenden Jahr wohl einen Gewinnr\u00fcckgang von 8% und wird mit einem EV\/EBITDA von stolzen 43 bewertet.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt also durchaus BigCap Aktien, die noch immer g\u00fcnstig sind.<\/strong><br \/><br \/>Im Vergleich dazu unsere SmallCap Aktien:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Medios w\u00e4chst im Gewinn mit 10,6% und wird mit einem EV\/EBITDA von nur 6,4 bewertet.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>PVA Tepla w\u00e4chst sogar mit 28% und wird mit einem EV\/EBITDA von 7,7 bewertet.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Sto bef\u00fcrchtet zwar einen leichten Gewinnr\u00fcckgang (-2%), wird aber auf einem EV\/EBITDA von nur 3,8 bewertet.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Und Nynomic w\u00e4chst mit 11,6% und wird mit einem EV\/EBITDA von 9,8 bewertet.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Nun haben wir also eine ganze Riehe &#8222;g\u00fcnstiger&#8220; Aktien im Portfolio, die aber leider nicht ansteigen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Marktperzeption vs. Realit\u00e4t: Die Herausforderungen von SmallCaps<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine g\u00fcnstige Bewertung f\u00fchrt dann nicht zu steigenden Kursen, wenn etwas im Unternehmen faul ist. Deswegen schaue ich mir die Unternehmen genau an, spreche mit den Vorst\u00e4nden, analysiere Wettbewerber und Branchenereignisse und mache mir ein m\u00f6glichst genaues Bild \u00fcber das Unternehmen. Wenn ich etwas Faules entdecke, muss die Aktie raus.<br \/><br \/>Bei den vier genannten Unternehmen habe ich nichts Schlechtes gefunden, daher befinden sie sich noch im Portfolio. Wenn ich nun behaupte, der Markt liegt mit seiner Einsch\u00e4tzung falsch, werden Sie mir antworten, dass das ein schwacher Trost ist f\u00fcr die Verluste, die wir in diesen Positionen bislang erlitten haben.<br \/><br \/>Vielleicht sind wir in einem &#8222;The Winner Takes It All&#8220; Markt und kleinere Unternehmen k\u00e4mpfen wie Don Quichote gegen die Windm\u00fchlen. Warum also nicht einfach die Positionen rauswerfen und die erfolgsverw\u00f6hnten BigCaps ins Portfolio holen?<br \/><br \/>Nun, die Antwort finden Sie wieder oben in der Graphik: Im Crash nach dem Platzen der Internetblase nach der Jahrtausendwende haben sich die kleinen Unternehmen deutlich besser geschlagen als die gro\u00dfen. Es gibt sie also, die Marktphasen, in denen die Kleinen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum besser laufen als die Gro\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Portfoliostrategie: Anpassungen in Erwartung von Zins\u00e4nderungen<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ich habe den Eindruck, dass die stark unterproportionale Entwicklung der kleinen Unternehmen in diesem Jahr vorwiegend aufgrund der Angst der Anleger vor den steigenden Zinsen erfolgte.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sollten wir seitens der Notenbanken das Zeichen bekommen, dass vorerst keine weiteren Zinserh\u00f6hungen zu bef\u00fcrchten sind, dann d\u00fcrften gerade die kleinen Unternehmen aufholen. Und es ist nicht eine Frage des &#8222;ob&#8220; die Zinserh\u00f6hungen enden, sondern des &#8222;wann&#8220;. Deswegen bleiben diese kleinen Titel also weiterhin im Portfolio.<br \/><br \/>Parallel dazu habe ich in den aktuellen Ausverkauf ein paar gro\u00dfe Aktien eingekauft, wie bspw. <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/2125#ch5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Palo Alto<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/nvidia\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nvidia<\/a>. nun schauen wir mal, ob der Oktober zu einem Crash-Monat wird, oder aber seinem saisonalen Muster folgt und sich nun endlich erholt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Arbeitsmarktdaten: Positive Signale und ihre Auswirkungen auf die Zinspolitik<\/h2>\n\n\n\n<p>Letzte Woche wurden Arbeitsmarktdaten ver\u00f6ffentlicht, die \u00fcberraschend gut waren: Es wurden mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Die Arbeitslosenquote verbleibt bei niedrigen 3,8% und die L\u00f6hne steigen weiter moderat an &#8211; wenngleich auch verlangsamt. Die heutigen Zahlen werden dahingehend interpretiert, dass die Fed nun nicht um eine weitere Zinserh\u00f6hung herum kommt. Es war quasi der letzte Strohhalm, nach dem die Bullen griffen.<br \/><br \/>Trotzdem fand kein Crash statt. Wie weiter oben gesagt: Gewissheit ist auf Basis der extrem negativen Stimmung wichtiger als positive Meldungen. Also auch diese negative Meldung reicht heute offensichtlich schon aus, um den Markt nach oben zu bewegen.<br \/><br \/>Gestern blieben die US-Finanzm\u00e4rkte aufgrund des Feiertags Columbus Day geschlossen. Der Druck, der seit Wochen seitens des Anleihemarktes auf den Aktienmarkt ausge\u00fcbt wird, erf\u00e4hrt also eine Pause. Vielleicht reicht das ja schon aus, um ab Dienstag dann einen Stimmungswechsel herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorbereitung auf potenzielle Marktbewegungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es mag zwar alles chaotisch aussehen, wie in <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/2128#ch2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kapitel 2<\/a> beschrieben. Dennoch halte ich das Chaos lediglich f\u00fcr ausreichend, die Aktienm\u00e4rkte durch den Sommer unter Druck zu halten. Die Crashgefahr ist meiner Einsch\u00e4tzung nach gering, weil zum einen die negativen Entwicklungen seit langem bekannt sind und die Stimmung zum anderen bereits auf Extremniveau notiert. Aber auch das <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/2129\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pulverfass Naher Osten<\/a> sollte ber\u00fccksichtigt werden.<br \/><br \/>F\u00fcr den Fall eines weitergehenden Ausverkaufs haben wir noch 2,5% Cash im Portfolio, die ich dann vermutlich in einen DAX-Call setzen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfkonzerne dominieren den Aktienmarkt, w\u00e4hrend Kleinunternehmen trotz g\u00fcnstiger Bewertungen zur\u00fcckbleiben. Trotz positiver Wachstumsraten bei einigen SmallCaps ziehen Anleger Gro\u00dfkonzerne vor, insbesondere in einem Klima steigender Zinsen. Aktuelle Arbeitsmarktdaten und Marktanalysen deuten auf eine fortgesetzte Dominanz von BigCaps hin, aber unsere Portfoliostrategie bleibt flexibel und ber\u00fccksichtigt beide.<\/p>\n","protected":false},"author":7675,"featured_media":6981,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[944,1,744,3],"tags":[1089,1090],"class_list":["post-6980","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktienanalyse","category-allgemein","category-ht-plus-mitgliedschaft","category-markteinschatzung","tag-bigcaps","tag-smallcaps"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7675"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6980"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6980\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6983,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6980\/revisions\/6983"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}