{"id":709,"date":"2008-10-28T08:52:00","date_gmt":"2008-10-28T06:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/709,boersenanalyse-computerhandel\/"},"modified":"2025-08-21T10:41:08","modified_gmt":"2025-08-21T08:41:08","slug":"boersenanalyse-computerhandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/boersenanalyse-computerhandel\/","title":{"rendered":"B\u00f6rsenanalyse: Computerhandel"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel,<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.heibel-unplugged.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/tradingsystem.jpg\" style=\"max-width: 800px; float: right; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; margin-left: 10px\" width=\"167\" height=\"251\" alt=\"\" title=\"\"><br \/>\nich habe eben Ihr update gelesen. Zu beneiden sind Sie ja in Ihrem Job z.Zt. nicht.<\/p>\n<p>Aber ganz einleuchtend erscheint mir Ihre Argumentation nicht. Jeder Computer verf\u00fcgt doch \u00fcber eine Tastatur oder eine andere Eingabe-Schnittstelle, mit der ein Mensch in das Geschehen eingreifen kann. Das unterscheidet die reale Situation von der Matrix-Situation. Wenn die Verantwortlichen in den Investment-Gesellschaften, deren Gesch\u00e4ftsmodell sich auf den Computerhandel st\u00fctzt, sehen, dass die Pr\u00e4missen, die ihrem Modell zugrunde liegen, nicht mehr gegeben sind, was hindert sie dann daran, in die Tastatur zu greifen und zumindest den Wahnsinn zu stoppen, bis neue \u00dcberlegungen zu neuen Handelstrategien\u00a0 f\u00fchren?<\/p>\n<p>Versteh ich nicht. Sie wollen doch nicht wirklich sagen, dass in den USA NUR Rumsk\u00f6ppe wie GW zugange sind. Oder doch? Ich versuch, mich in Situationen reinzuversetzen. Was machen Leute, die morgens in ihr office kommen und sehen, dass der Computer \u00fcber Nacht nur Mist gemacht hat? Sagen sie \u201einshallah\u201c oder sagen sie: \u201eEs ist kein Mist, denn das Computermodell ist kl\u00fcger als ich \u2013 sein Sch\u00f6pfer.\u201c Beide Verhaltensweisen sind doch nicht einsichtig. Halbwegs verst\u00e4ndige Leute greifen in solchen Situationen doch aktiv in das Geschehen ein.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe, Edgar aus Erbendorf<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr Ihre Gedanken. Ja, da haben theoretisch Recht. Ich sehe jedoch zwei wesentliche Gruppen von H\u00e4ndlern: Diejenigen, die ihre teilweise exorbitant gehebelten Positionen, die sich im Schiefstand befinden, aufl\u00f6sen m\u00fcssen, und diejenigen, die von diesen Zwangsaufl\u00f6sungen profitieren.<\/p>\n<p>Beide Gruppen sind Profis, die \u00fcber Computerprogramme verf\u00fcgen, die ihre Strategien umsetzen. Wenn nun beispielsweise seit vielen Jahren eine Shortposition im US-Dollar aufgebaut wurde und die entsprechenden W\u00e4hrungen, die man aus der Shortposition generierte, in <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/know-how\/gold-analyse-und-investmentstrategie\/\">Gold<\/a> angelegt wurden, dann sollte der j\u00fcngste US-Dollaranstieg dazu f\u00fchren, diesen Trade aufzul\u00f6sen. Das geht aber nicht \u00fcber Nacht, dazu sind die Positionen zu gro\u00df, dazu machen es zu viele.<\/p>\n<p>Also schiebt man immer wieder eine Tranche in den Markt hinein, gibt dem Computer also den Befehl, eine bestimmte Positionsgr\u00f6\u00dfe im Tages- \/ Wochenverlauf zu liquidieren, und wartet dann wieder auf die Reaktion \/ Gegenbewegung des Marktes.<\/p>\n<p>Auf der Gegenseite sitzt die zweite Gruppe, die von dieser Liquidation Wind bekommt, beim Ansetzen der Liquidation sofort entsprechende Positionen aufbaut und das Ende dieser Tranche abwartet. So spielen diese beiden Gruppen quasi gegeneinander: Gruppe 1 variiert die Tranchengr\u00f6\u00dfe, so dass die Gegenreaktion zu immer unterschiedlichen Zeiten erfolgt. Gruppe 2 muss immer wieder schnell reagieren. Da man aber als Mensch bestimmte Muster nicht so schnell erkennen kann wie der Computer, werden eben entsprechende Mustererkennungsprogramme geschrieben.<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: Ich gehe davon aus, dass entsprechende Positionen inzwischen zu gro\u00df geworden sind, als dass man sie \u00fcber Nacht oder an wenigen Tagen aufl\u00f6sen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>War das verst\u00e4ndlich? Lassen Sie mich wissen, ob ich das Spiel dieser zwei Gruppen verst\u00e4ndlich beschrieben habe. Gruppe 1 w\u00e4ren in diesem Spiel die Verm\u00f6genden, mittelfristig orientierten Anleger. Gruppe 2 w\u00e4ren sehr spekulativ, kurzfristig agierenden Hedgefonds. {weiter[40|9]}<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Herr Heibel, ich habe eben Ihr update gelesen. 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