{"id":7701,"date":"2025-04-25T13:42:17","date_gmt":"2025-04-25T11:42:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-unplugged.de\/?p=7701"},"modified":"2025-04-25T13:42:19","modified_gmt":"2025-04-25T11:42:19","slug":"deutsche-unternehmen-profitieren-vom-zollstreit-und-koennten-bei-einer-normalisierung-unter-druck-geraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/deutsche-unternehmen-profitieren-vom-zollstreit-und-koennten-bei-einer-normalisierung-unter-druck-geraten\/","title":{"rendered":"Deutsche Unternehmen profitieren vom Zollstreit \u2013 und k\u00f6nnten bei einer Normalisierung unter Druck geraten"},"content":{"rendered":"\n<p>Im eskalierten Zollkonflikt zwischen den USA und China erkennen viele Anleger eine neue Dynamik: W\u00e4hrend amerikanische Unternehmen wie Nvidia, Apple oder Boeing zunehmend unter politischen Eingriffen leiden, r\u00fccken deutsche Unternehmen als m\u00f6gliche Profiteure ins Blickfeld. DAX-Konzerne wie Volkswagen, BMW, Daimler, Siemens oder BASF gelten als widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber den aktuell unberechenbaren Entwicklungen in den USA \u2013 Details zu den betroffenen Unternehmen finden Sie am Ende dieses Beitrags.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#x1f4ca; Europa als geopolitische Alternative \u2013 Vertrauen durch Stabilit\u00e4t und Standortpolitik<\/h2>\n\n\n\n<p>Europa wird dabei zunehmend als Alternative zum US-Markt wahrgenommen \u2013 nicht nur wegen geopolitischer Stabilit\u00e4t, sondern auch, weil politische Eingriffe in Unternehmensentscheidungen hier in der aktuellen Lage weniger h\u00e4ufig vorkommen als in den USA \u2013 auch wenn grunds\u00e4tzlich die unternehmerische Freiheit in den USA oft gr\u00f6\u00dfer erscheint. Das Interesse institutioneller Anleger an europ\u00e4ischen Staatsanleihen ist trotz fiskalpolitischer Ank\u00fcndigungen wieder gestiegen \u2013 ein Zeichen f\u00fcr wachsendes Vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#x1f9ed; Anleger bleiben vorsichtig \u2013 und reagieren sensibel auf politische Signale<\/h2>\n\n\n\n<p>Zudem war in den vergangenen Wochen eine auff\u00e4llige Verschiebung im Anlegerverhalten zu beobachten: Statt starker Meinungen \u2013 bullish oder bearish \u2013 dominierte zuletzt ein neutrales Grundrauschen. Viele Marktteilnehmer hatten sich auf ein &#8222;Abwarten&#8220; eingestellt, da selbst gro\u00dfe Unternehmen inzwischen mit Szenarien arbeiten, in denen politische Eingriffe Gesch\u00e4ftsverl\u00e4ufe ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnten. Diese Lage kann sich jedoch jederzeit \u00e4ndern \u2013 je nach politischen Entscheidungen, insbesondere aus den USA.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#x2696;&#xfe0f; M\u00f6glicher Zollfrieden \u2013 R\u00fcckschlag f\u00fcr heutige Gewinner?<\/h2>\n\n\n\n<p>Dabei sollte im Hinterkopf behalten werden: Sollte es zu einer \u00fcberraschenden Normalisierung im Zollstreit und zu einer Wiederann\u00e4herung zwischen den USA und China kommen, k\u00f6nnten jene Unternehmen, die aktuell als Gewinner der geopolitischen Spannungen gelten, wieder unter Druck geraten. Ein &#8222;Zollfrieden&#8220; w\u00fcrde die Karten neu mischen \u2013 nicht zum Schaden, aber wom\u00f6glich zulasten derer, die aktuell von der Lage profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diese Entwicklungen beobachten wir fortlaufend \u2013 und analysieren ihre Auswirkungen f\u00fcr Anleger Woche f\u00fcr Woche im Heibel-Ticker.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#x1f3e2; Deutsche Unternehmen im Fokus:<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Volkswagen AG<\/strong> \u2013 verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dfe Produktionskapazit\u00e4ten in China, unter anderem in Anting und Foshan, wodurch das Unternehmen flexibel auf lokale Anforderungen reagieren und potenzielle Strafz\u00f6lle auf Importe vermeiden kann. Auch in Nordamerika wird verst\u00e4rkt investiert, um Handelsbarrieren auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BMW Group<\/strong> \u2013 betreibt sein gr\u00f6\u00dftes Werk in Spartanburg, USA, von wo aus Fahrzeuge nach China exportiert werden. Durch die Diversifikation der Produktionsstandorte kann BMW Z\u00f6lle besser umgehen und seine Marktposition verteidigen. Der Fokus auf Elektromobilit\u00e4t und eigene Batteriefertigung erh\u00f6ht zus\u00e4tzlich die Resilienz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daimler AG (Mercedes-Benz)<\/strong> \u2013 setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner BAIC und produziert unter anderem in Peking f\u00fcr den chinesischen Markt. Die starke lokale Pr\u00e4senz mindert Zollrisiken und st\u00e4rkt die Marktbindung. Auch die geplante E-Offensive in China wird unabh\u00e4ngig von westlichen Lieferketten gedacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siemens AG<\/strong> \u2013 profitiert als Schl\u00fcsselanbieter f\u00fcr Industrie 4.0 und Automatisierung von Investitionen in lokale Produktionskapazit\u00e4ten in China und den USA, insbesondere in den Bereichen digitale Fabrik und Energieinfrastruktur. In Zeiten globaler Unsicherheit gewinnt die F\u00e4higkeit zur lokalen Anpassung stark an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BASF SE<\/strong> \u2013 baut in der chinesischen Provinz Guangdong einen neuen Verbundstandort, der vollst\u00e4ndig ohne Joint-Venture-Partner gef\u00fchrt wird. Damit sichert sich BASF Unabh\u00e4ngigkeit und direkten Zugang zum chinesischen Markt trotz wachsender Handelsh\u00fcrden. Parallel werden auch Investitionen in Nordamerika und S\u00fcdostasien ausgebaut, um das geopolitische Risiko zu streuen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Infineon Technologies<\/strong> \u2013 als Chipzulieferer f\u00fcr Automobil- und Industrieelektronik profitiert Infineon vom Trend zur Lokalisierung kritischer Technologiekomponenten. Das Unternehmen produziert sowohl in Europa als auch in Asien und baut seine Kapazit\u00e4ten in den USA weiter aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heidelberg Materials (ehemals HeidelbergCement)<\/strong> \u2013 kann als globaler Baustoffkonzern regionale Nachfrageverschiebungen ausgleichen und profitiert indirekt von Infrastrukturprogrammen, die als Reaktion auf geopolitische Spannungen aufgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Henkel AG<\/strong> \u2013 mit ihren Industrieklebstoffen ist Henkel stark im Automobil- und Elektronikbereich vertreten und profitiert von der steigenden Nachfrage nach lokalen Produktionsl\u00f6sungen in der Fertigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bringt eine \u00fcberraschende Dynamik: W\u00e4hrend amerikanische Konzerne zunehmend unter politischen Eingriffen leiden, gelten deutsche DAX-Unternehmen als Gewinner der Situation. Ihre internationale Aufstellung sch\u00fctzt sie vor den direkten Auswirkungen \u2013 zumindest vorerst. Denn sollte es zu einem \u201eZollfrieden\u201c kommen, k\u00f6nnten genau diese Unternehmen ihre tempor\u00e4ren Vorteile verlieren. Der Markt reagiert entsprechend vorsichtig: Anleger beobachten die Entwicklung aufmerksam. Wer heute profitiert, k\u00f6nnte morgen unter Druck geraten. Im Heibel-Ticker analysieren wir, welche DAX-Werte besonders betroffen sind \u2013 und wie dauerhaft dieser Vorteil wirklich ist.<\/p>\n","protected":false},"author":7675,"featured_media":7703,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,3],"tags":[],"class_list":["post-7701","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-markteinschatzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7675"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7701"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7701\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7704,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7701\/revisions\/7704"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}