{"id":9497,"date":"2026-06-02T10:09:14","date_gmt":"2026-06-02T08:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/?p=9497"},"modified":"2026-06-02T10:09:15","modified_gmt":"2026-06-02T08:09:15","slug":"microsoft-build-2026-github-copilot-aktie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/microsoft-build-2026-github-copilot-aktie\/","title":{"rendered":"GitHub Copilot entscheidet \u00fcber die Microsoft-Aktie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft wird an der B\u00f6rse wie ein KI-Verlierer gehandelt \u2013 dabei w\u00e4chst Azure um 39 Prozent und das KI-Gesch\u00e4ft legt um 123 Prozent zu. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und Fundamentaldaten ist selten so deutlich wie in diesem Moment. Genau jetzt findet die Microsoft Build 2026 statt \u2013 die j\u00e4hrliche Entwicklerkonferenz, auf der Microsoft seit heute Vormittag in San Francisco eigene KI-Modelle und ein \u00fcberarbeitetes GitHub-Copilot-Update pr\u00e4sentiert. Ich bin \u00fcberzeugt, dass hier \u00fcber die Neubewertung einer der g\u00fcnstigsten Aktien am Markt entschieden wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Microsoft als KI-Verlierer gilt \u2013 und warum das falsch ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam mit der gesamten Softwarebranche erklomm Microsoft im Oktober vergangenen Jahres ein Allzeithoch bei 540 US-Dollar. Was folgte, war ein Ausverkauf, der in seiner Konsequenz \u00fcberraschte: Binnen sechs Monaten verlor die Aktie 35 Prozent auf 356 US-Dollar \u2013 w\u00e4hrend Analysten ihre Gewinnerwartungen im gleichen Zeitraum kontinuierlich anhoben. Der Kurs fiel, die Gewinne stiegen. Das passiert, wenn Anleger nicht mehr an ein Gesch\u00e4ftsmodell glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Skepsis hat einen nachvollziehbaren Kern. Microsoft hat in den vergangenen Jahren massiv in KI-Infrastruktur investiert, ohne bislang den Beweis zu liefern, dass diese Investitionen zu h\u00f6heren Margen f\u00fchren. 2023 investierte das Unternehmen noch 28 Milliarden US-Dollar. Bis zum laufenden Gesch\u00e4ftsjahr stiegen die Investitionen auf 117 Milliarden US-Dollar \u2013 eine Vervierfachung in drei Jahren. F\u00fcr 2027 werden weitere 176 Milliarden US-Dollar erwartet. Gleichzeitig schmilzt der freie Cashflow, und jede zus\u00e4tzliche KI-Abfrage kostet Rechenleistung, Strom und Infrastruktur \u2013 ein radikaler Bruch mit dem alten, fast schwerelosen Softwaremodell, bei dem einmal geschriebene Software jahrzehntelang genutzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was der Markt dabei \u00fcbersieht: Azure wuchs zuletzt um 39 Prozent \u2013 st\u00e4rker als erwartet. Microsofts KI-Gesch\u00e4ft legte um 123 Prozent zu und erreicht eine annualisierte Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar. Mit einem EV\/EBITDA von 15 bei 17 Prozent Umsatzwachstum und 18 Prozent Gewinnwachstum ist die Aktie <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/2414#ch5\">aus meiner Sicht g\u00fcnstig bewertet<\/a>. Das ist keine KI-Niederlage. Das ist ein Markt, der ein kurzfristiges Copilot-Problem mit einem strukturellen Versagen verwechselt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">GitHub Copilot ist nicht Office Copilot \u2013 das \u00fcbersehen die meisten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gestehe: Als Apple-J\u00fcnger, der schon im Studium mit dem Newton arbeitete, habe ich Microsoft jahrelang wenig Beachtung geschenkt. Die intensive Besch\u00e4ftigung mit der Microsoft-Aktie hat mich eines Besseren belehrt \u2013 denn der Markt wirft zwei grundverschiedene Produkte in einen Topf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Microsoft 365 Copilot, die KI direkt in Word, Excel, Outlook und Teams, entt\u00e4uscht bisher. Wenn ich in Excel einen KI-Agenten nutze, w\u00e4hle ich Claude, weil er in meiner Erfahrung deutlich besser funktioniert als der hauseigene Copilot. Der Grund daf\u00fcr ist jedoch weniger dramatisch, als er klingt: Copilot nutzt standardm\u00e4\u00dfig ChatGPT 5.1 mini \u2013 ein altes und im Vergleich zu heute verf\u00fcgbaren Modellen schwaches Modell von OpenAI. Copilot kann wahlweise OpenAI oder Anthropic nutzen, das ist individuell einstellbar. Microsoft muss seine KI also nicht neu erfinden. Das Unternehmen muss lediglich eine h\u00f6herwertige KI hinterlegen. Das ist machbar. Copilot hat inzwischen 20 Millionen bezahlte Nutzer \u2013 ein Plus von 230 Prozent zum Vorjahr. Das Wachstum ist real, auch wenn es gemessen an den Wachstumsraten von ChatGPT oder Claude noch bescheiden wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GitHub Copilot ist ein anderes Produkt mit einem anderen Reifegrad. GitHub ist die Plattform, auf der nahezu alle Entwickler weltweit ihre Software verwalten. GitHub Copilot ist in der Softwareentwicklung bereits viel n\u00e4her am echten Produktivit\u00e4tsgewinn als der Office-Copilot. W\u00e4hrend ChatGPT Fragen beantwortet, k\u00f6nnen KI-Agenten wie Codex oder Claude Code eigenst\u00e4ndig komplexe Aufgaben l\u00f6sen, Apps erstellen und launchen. Informatiker haben die Bitcoin-Revolution losgetreten \u2013 die KI-Revolution wird ebenfalls von Programmierern gepr\u00e4gt, und GitHub Copilot sitzt genau dort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein IT-Fachmann, mit dem ich mich k\u00fcrzlich ausgetauscht habe, best\u00e4tigte das aus der Praxis: Er arbeitet t\u00e4glich mit Copilot und begann von sich aus, begeistert von der Kombination Copilot und GitHub zu berichten \u2013 genau der Punkt, den ich in meiner Analyse identifiziert hatte. Die Qualit\u00e4t ist vorhanden, wenn man das richtige Modell hinterlegt. Das ist die eigentliche Botschaft der Microsoft Build 2026.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Microsoft Build 2026 f\u00fcr Aktion\u00e4re konkret bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Build ist Microsofts wichtigste Entwicklerkonferenz. Was dort heute mit Satya Nadellas Keynote begann, entscheidet dar\u00fcber, wie Entwickler in den kommenden Monaten \u00fcber GitHub Copilot urteilen werden. Microsoft wird Ger\u00fcchten zufolge eigene KI-Modelle vorstellen \u2013 darunter ein auf Programmierung spezialisiertes Modell zur St\u00e4rkung von GitHub Copilot sowie Modelle f\u00fcr Transkription, Schlussfolgern und Bildanalyse. Gelingt ein \u00fcberzeugender Qualit\u00e4tssprung, werden Entwickler innerhalb von Stunden nach der Pr\u00e4sentation ihr Urteil abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beispiel Snowflake zeigt, was m\u00f6glich ist. Snowflake pr\u00e4sentierte k\u00fcrzlich Quartalszahlen, die belegten, wie KI tats\u00e4chlich lukrativ genutzt werden kann: schnelleres Umsatzwachstum, steigende Marge, konkrete Nachfrage von Unternehmenskunden. Die Aktie sprang in zwei Tagen um 75 Prozent \u2013 \u00e4hnlich wie Microsoft war Snowflake zuvor ausverkauft worden, der Kursr\u00fcckgang wurde binnen eines Handelstages fast vollst\u00e4ndig ausgeglichen. Anleger hatten das Gesch\u00e4ftsmodell pl\u00f6tzlich verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlichen R\u00fcckenwind liefert Nvidia: In Taiwan wurden neue Computermodelle vorgestellt, die alle auf ARM-Chips aufbauen und unter Windows laufen. Microsofts KI-Infrastruktur wird damit aus einer weiteren Richtung best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe am 1. Juni eine spekulative Position in Microsoft zu einem Kurs von 450,24 Euro eingegangen \u2013 ohne auf einen R\u00fccksetzer zu warten. Die Begr\u00fcndung: Ich wollte nicht zusehen, wie Microsoft ohne R\u00fccksetzer den Bewertungsr\u00fcckstand ausgleicht, falls die Build \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer noch nicht positioniert ist, k\u00f6nnte das Risiko einer Entt\u00e4uschung gegen das Risiko des Verpassens abw\u00e4gen. Im Erfolgsfall w\u00fcrde sich auch nach der ersten Kursreaktion noch gut mit Microsoft verdienen lassen \u2013 das Bewertungsniveau ist g\u00fcnstig genug, um mehrere Aufw\u00e4rtsphasen zu tragen. Im Misserfolgsfall h\u00e4tte man sich Verluste erspart. Beide Wege sind rational \u2013 entscheidend ist, welches Risiko man bereit ist einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vollst\u00e4ndige Analyse sowie <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/updates\/microsoft\">regelm\u00e4\u00dfige Updates zur Microsoft-Aktie<\/a> finden Sie im Heibel-Ticker.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Stephan Heibel ist Herausgeber des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefs und seit 38 Jahren am Aktienmarkt aktiv. Die Inhalte dieses Beitrags spiegeln seine pers\u00f6nliche Meinung wider und stellen keine Anlageempfehlung dar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Microsoft notiert 35 Prozent unter seinem Allzeithoch, obwohl Azure um 39 Prozent w\u00e4chst und das KI-Gesch\u00e4ft um 123 Prozent zulegt. Der Markt verwechselt eine kurzfristige Copilot-Entt\u00e4uschung mit einem strukturellen Versagen \u2013 dabei sind die Probleme l\u00f6sbar. Copilot nutzt standardm\u00e4\u00dfig ChatGPT 5.1 mini, ein schwaches Modell von OpenAI. Microsoft muss lediglich eine h\u00f6herwertige KI hinterlegen, denn Copilot kann wahlweise OpenAI oder Anthropic nutzen. GitHub Copilot ist dabei ein grunds\u00e4tzlich anderes Produkt als der Office-Copilot und n\u00e4her am echten Produktivit\u00e4tsgewinn f\u00fcr Entwickler. Mit einem EV\/EBITDA von 15 bei 17 Prozent Umsatz- und 18 Prozent Gewinnwachstum gilt die Aktie als g\u00fcnstig bewertet. Die Microsoft Build 2026 in San Francisco ist der Moment, an dem sich entscheidet, ob der Markt diese Neubewertung vollzieht.<\/p>\n","protected":false},"author":7675,"featured_media":9498,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[944,1,1125,1130],"tags":[],"class_list":["post-9497","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktienanalyse","category-allgemein","category-ki-aktien-blog","category-wunschanalyse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7675"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9497"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9499,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9497\/revisions\/9499"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9498"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}