{"id":9617,"date":"2026-07-09T13:02:41","date_gmt":"2026-07-09T11:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/?p=9617"},"modified":"2026-07-09T13:02:42","modified_gmt":"2026-07-09T11:02:42","slug":"rheinmetall-900-euro-kaufsignal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/rheinmetall-900-euro-kaufsignal\/","title":{"rendered":"Rheinmetall bei 900 Euro: Warum das kein Kaufsignal ist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rheinmetall ist um fast 50% eingebrochen \u2013 doch charttechnisch ist das noch kein Kaufsignal: Die Aktie notiert bei 1.035,60 Euro und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.008 Euro, das Anfang Oktober 2025 erreicht wurde (Schlusskurs 02.07.2026). Der Kurssturz beschleunigte sich am 1. Juli 2026, als das Unternehmen den Stopp des Fregattenprojekts F126 bekanntgab und eine m\u00f6gliche Umsatzbelastung von bis zu 300 Mio. Euro f\u00fcr 2026 bezifferte. Am selben Tag markierte die Aktie mit 900,20 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Stephan Heibel, Chefredakteur des Heibel-Ticker B\u00f6rsenbriefs seit 1998, hat die charttechnische Verfassung der Aktie daraufhin ausf\u00fchrlich analysiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Kurssturz von 50% macht eine Aktie nicht automatisch g\u00fcnstig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der h\u00e4ufigste Anlegerfehler besteht darin, einen stark gefallenen Kurs mit einem g\u00fcnstigen Einstieg zu verwechseln. Wer sich an Rheinmetalls durchschnittlichem Kaufkurs der vergangenen 52 Wochen orientiert, sieht das Ausma\u00df: Dieser volumengewichtete Durchschnitt liegt bei rund 1.602 Euro \u2013 wer im Schnitt kaufte, liegt beim aktuellen Kurs also deutlich im Minus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Chartbild best\u00e4tigt die Skepsis. Der Kurs liegt unter dem 20-Tage-, dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt, und diese drei Linien verlaufen in klar negativer Reihenfolge: der kurzfristige Durchschnitt unter dem mittelfristigen, dieser wiederum unter dem langfristigen. Das ist die klassische Struktur eines intakten Abw\u00e4rtstrends. Der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 1.122 Euro bildet den ersten relevanten Widerstand, dar\u00fcber folgt der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 1.209 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 1.567 Euro liegt inzwischen so weit entfernt, dass er kurzfristig eher an die fr\u00fchere Euphorie erinnert als eine realistische Zielmarke zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die durchschnittliche Handelsspanne der vergangenen 14 Tage liegt bei rund 64 Euro je Aktie, das entspricht etwa 6% des aktuellen Kurses. F\u00fcr Anleger bedeutet das konkret: Rheinmetall ist derzeit kein ruhiger Depotwert, sondern ein Titel mit erheblichen t\u00e4glichen Ausschl\u00e4gen \u2013 wer investiert bleibt, muss diese Schwankungen aushalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der RSI bei 38,5 zeigt: Der Verkaufsdruck l\u00e4sst nach, ist aber nicht ersch\u00f6pft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der RSI (Relative-St\u00e4rke-Index) misst, wie stark eine Aktie in den vergangenen Wochen unter Verkaufsdruck stand, auf einer Skala von 0 bis 100. Klassisch \u00fcberverkauft \u2013 also ein Signal f\u00fcr nachlassenden Abgabedruck \u2013 gilt eine Aktie erst unter 30 Punkten. Rheinmetall liegt bei 38,5 Punkten und damit im unteren neutralen Bereich: Der Verkaufsdruck hat nachgelassen, ein sauberer Ersch\u00f6pfungspunkt ist aber noch nicht erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der MACD, ein weiterer Indikator zur Messung von Kursdynamik, best\u00e4tigt das schwache Bild. Die MACD-Linie liegt tief im negativen Bereich und zudem unterhalb der Signallinie, das Histogramm ist ebenfalls negativ. Der Abw\u00e4rtstrend verliert damit bislang nicht sichtbar an Kraft. F\u00fcr eine echte Bodenbildung br\u00e4uchte es zun\u00e4chst eine Stabilisierung, dann eine Verengung des negativen Momentums und schlie\u00dflich ein Kaufsignal \u2013 davon ist im aktuellen Chart noch wenig zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bollinger-B\u00e4nder, die die Schwankungsbreite einer Aktie um ihren gleitenden Durchschnitt abbilden, zeigen zus\u00e4tzlich, wie nerv\u00f6s der Markt bei Rheinmetall geworden ist. Die Bandbreite liegt bei \u00fcber 36%, der Kurs bewegt sich im unteren Bereich der Spanne. Die untere Begrenzung verl\u00e4uft bei rund 920 Euro und liegt damit nahe am j\u00fcngsten 52-Wochen-Tief. Genau dort entscheidet sich, ob Rheinmetall einen tragf\u00e4higen Boden ausbilden kann oder der n\u00e4chste Verkaufsimpuls folgt. Die Zone zwischen 900 und 920 Euro ist damit die zentrale Unterst\u00fctzung \u2013 f\u00e4llt sie, w\u00e4re das ein weiteres klares Warnsignal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Vergleich zum DAX hat Rheinmetall zuletzt entt\u00e4uscht: Der Sortino-Wert, der die Rendite ins Verh\u00e4ltnis zum eingegangenen Abw\u00e4rtsrisiko setzt, liegt f\u00fcr Rheinmetall \u00fcber zw\u00f6lf Monate bei \u22121,34, w\u00e4hrend der DAX auf +0,70 kommt. Das zeigt nicht nur eine schw\u00e4chere Kursentwicklung, sondern vor allem eine deutlich schlechtere Entwicklung im Verh\u00e4ltnis zum eingegangenen Risiko.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erst \u00fcber 1.122 Euro entspannt sich das kurzfristige Bild<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eRheinmetall bleibt f\u00fcr mich langfristig ein interessantes Unternehmen \u2013 die europ\u00e4ischen Verteidigungsausgaben sprechen weiterhin daf\u00fcr, wie ich in meiner Wunschanalyse gezeigt habe&#8220;, ordnet Heibel ein. \u201eDie charttechnische Frage ist aber eine andere: Hat der Markt bereits genug schlechte Nachrichten eingepreist? Darauf gibt der Chart bislang keine eindeutige Antwort.&#8220; Auch ein starkes strukturelles Thema sch\u00fctzt demnach nicht automatisch vor einer \u00fcberzogenen Bewertung und entt\u00e4uschten Erwartungen \u2013 das zeigt der aktuelle Kurssturz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine technische Gegenbewegung ist laut Heibels Analyse jederzeit m\u00f6glich, zumal die Zone um 900 bis 920 Euro kurzfristig st\u00fctzen kann. Doch eine Gegenbewegung ist noch keine Trendwende. Erst ein Anstieg \u00fcber den 20-Tage-Durchschnitt bei rund 1.122 Euro w\u00fcrde das kurzfristige Bild etwas entspannen. Oberhalb von 1.209 Euro, also \u00fcber dem 50-Tage-Durchschnitt, lie\u00dfe sich erstmals wieder von einer ernsthafteren Stabilisierung sprechen. Bis dahin bleibt jeder Kursanstieg zun\u00e4chst nur eine Erholung im Abw\u00e4rtstrend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIch warte daher ab, ob Rheinmetall die Zone um 900 Euro verteidigt und anschlie\u00dfend die ersten Widerst\u00e4nde zur\u00fcckerobert&#8220;, fasst Heibel seine Einsch\u00e4tzung zusammen. Er beobachtet damit vor allem die 900-Euro-Marke: F\u00e4llt sie, w\u00e4re das ein weiteres Warnsignal f\u00fcr den fortgesetzten Abw\u00e4rtstrend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kursbewegung der vergangenen Tage best\u00e4tigt dieses Bild: Ein kurzer Ausbruchsversuch nach oben lief bereits wieder in den Abw\u00e4rtstrend zur\u00fcck, ohne die Widerstandszone nachhaltig zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vollst\u00e4ndige charttechnische Analyse mit allen Details lesen Sie in <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/heibel_tickers\/2424\">Heibel-Ticker Ausgabe 2026\/27<\/a>. Die strukturellen Hintergr\u00fcnde zum Kursverfall \u2013 Execution-Risk, Klumpenrisiko Bund, Kriegsmarge \u2013 ordnet Heibel im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/rheinmetall-kursverfall-analysten-fehler\/\">\u201eRheinmetall verlor 38 % \u2013 was Analysten \u00fcbersehen haben&#8220;<\/a> ein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/autor\">Stephan Heibel<\/a> ist seit 1998 Chefredakteur und Herausgeber des <a href=\"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/\">Heibel-Ticker<\/a> B\u00f6rsenbriefs mit \u00fcber 25.000 Lesern und einer durchschnittlichen Performance von 10% p.a. seit 2008.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rheinmetall ist seit dem Rekordhoch von 2.008 Euro um fast 50 Prozent eingebrochen, doch ein stark gefallener Kurs ist charttechnisch noch kein automatisches Kaufsignal. Ausl\u00f6ser war der Stopp des Fregattenprojekts F126 mit einer m\u00f6glichen Umsatzbelastung von bis zu 300 Millionen Euro, der die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief dr\u00fcckte. Der Kurs notiert unter dem 20-, 50- und 200-Tage-Durchschnitt in klar negativer Reihenfolge \u2013 die Struktur eines intakten Abw\u00e4rtstrends. Der RSI liegt bei 38,5 Punkten im neutralen Bereich, klassisch \u00fcberverkauft w\u00e4re die Aktie erst unter 30 Punkten. Auch der MACD best\u00e4tigt das schwache Bild, ein Ersch\u00f6pfungspunkt des Verkaufsdrucks ist bislang nicht erkennbar. Zwischen 900 und 920 Euro liegt die zentrale Unterst\u00fctzungszone, der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 1.122 Euro markiert den ersten Widerstand.<\/p>\n","protected":false},"author":7675,"featured_media":9618,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[944,1130],"tags":[],"class_list":["post-9617","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktienanalyse","category-wunschanalyse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7675"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9617"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9619,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9617\/revisions\/9619"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.heibel-ticker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}