• 15.11.: Wheaton Precious Metals enttäuscht mit Zahlen, liefert aber gute Erklärung: Lieferverzögerung. bit.ly/RtX2jz #Börse #Aktien
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12.06.2015:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

10. Jahrgang - Ausgabe 24 (12.06.2015)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Anleger suchen neue Richtung vor Sommermonaten
02.So tickt die Börse: Wendepunkt an den Finanzmärkten
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Institutionelle Anleger geben den Ton an
 - Institutionelle sehen Korrekturende und greifen zu
 - Privatanleger lassen sich einschüchtern
 - Das Problem dieser Divergenz
 - Ein Blick auf das EUWAX-Sentiment
 - sharewise Sentiment fügt sich ebenfalls ein
 - Fazit: Typisch volatiler Tradingmarkt über die Sommermonate
 - Top Analystenziele
 - Gerry Weber International AG: Mutiert zu Highrisk-Aktie nach dramatischer Gewinnwarnung
 - Deutsche Bank AG: Die x-te Razzia Frankfurt
 - HeidelbergCement AG: Die Aktie zeigt Stärke
04.Ausblick: Die neuen Favoriten der internationalen Anleger
05.Depotcheck: Sierra Wireless, Berkshire Hathaway, BB Biotech, SFC Energy, Thessaloniki Water and Sewerage Company
 - Sierra Wireless: Dornröschen ist erwacht
 - Berkshire Hathaway: Solider Titel für defensives Portfolio
 - BB Biotech: Diversifiziertes Biotech-Wachstum
 - SFC Energy: Wette auf die Brennstoffzelle
 - Thessaloniki Water and Sewerage Company: Spekulation Verbleib Griechenlands in der EU
 - : Korrelation
 - KORRELATIONSMATRIX
06.Wunschanalyse: Salzgitter
 - Salzgitter: Licht am Ende des Tunnels
 - Stahl als Konjunkturbarometer
 - Die unterschiedlichen Geschäftsbereiche Grobblech und Flachstahl
 - Entwicklung der vergangenen Jahre durch Angst geprägt
 - Licht am Ende des Tunnels
 - Günstige Bewertung dank solider Bilanzwerte
 - FAZIT:
07.Oligopol Druckmaschinenhersteller – Teil III: Analyse eines möglichen Zusammenschlusses von HeidelDruck mit König&Bauer
08.Update beobachteter Werte
 CEO Costolo hat ausgezwitschert, Nachkaufen
09.Übersicht HT-Portfolio
10.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
11.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Anleger suchen neue Richtung vor Sommermonaten

Liebe Börsenfreunde,

in eigener Sache: Unser ältester Sohn wird im September eingeschult, wir haben also letztmalig die Möglichkeit, außerhalb der Sommerferien und rechtzeitig vor der großen Hitzewelle in den Urlaubsgebieten ans Mittelmeer zu fliegen. Ihr Autor macht ab Mitte nächster Woche 10 Tage Urlaub.

Daher wird am kommenden Freitag nur eine kurze Sommerausgabe vom Heibel-Ticker erscheinen, Sascha Huber wird Sie über die wichtigsten Ereignisse informieren. Am darauffolgenden Wochenende kommen wir zurück, und ich werde mich dann am Montag bei Ihnen melden. Es gibt also keinen Heibel-Ticker am Freitag, den 26.6., sondern erst am Montag, den 29.6.2015.

Es geht rund an den Börsen: Zum Wochenbeginn rauschte der DAX um 3% in den Keller, um seine Verluste im weiteren Wochenverlauf wieder auszugleichen. Hinter den heftigen Schwankungen steckt mehr als nur die täglichen Meldungen zum Griechenland-Drama. In Kapitel 02 zeige ich Ihnen, was wirklich vorgeht.

Doch das ist nicht so leicht zu verstehen, und entsprechend verunsichert sind die Anleger. In Kapitel 03 lesen Sie, dass institutionelle Anleger bereits wieder optimistisch sind, während Privatanleger in diesen Turbulenzen zunehmend vorsichtig werden. Ich sage Ihnen, auf welche Anlegergruppe Sie dieses Mal hören sollten.

Für die kommenden Wochen gibt es verschiedene Szenarien für den Ausgang des Griechenland-Dramas. Doch die Börsen werden meiner Einschätzung nach nur kurz auf die möglichen verschiedenen Resultate reagieren, bevor sie dann eine neue Richtung einschlagen sollten. Mehr dazu in Kapitel 04.

Der heutige Depotcheck behandelt eine bunte Mischung aus Aktien: Sierra Wireless, ein alter Bekannter aus iWatch-Zeiten, Berkshire Hathaway, das Anlagevehikel von Warren Buffet, BB Biotech, die wir in unserem Portfolio halten sowie SFC Energy, eine kleine Münchener Brennstoffzellenfirma. Zudem hat der Leser eine Spekulation im griechischen Versorger Thessaloniki Water & Sewage vorgeschlagen. Meine Einschätzung dazu lesen Sie in Kapitel 05.

Die heutige Wunschanalyse behandelt Salzgitter. Ich kann das nicht immer steuern, welcher Titel von den Umfrageteilnehmern gewählt wird, und so wird die Analyse für die Kunden des Heibel-Ticker PLUS nicht viel Neues enthalten, da wir Salzgitter in unserem Portfolio halten (aktuell +43%!). Dennoch bin ich sicher, dass viele Leser des Heibel-Ticker Standard diesen Titel gerne besser verstehen möchten, und dabei hilft die Wunschanalyse aus Kapitel 06.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates in Kapitel 07 sowie eine Übersicht über unser Portfolio in Kapitel 08.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts150614.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Wendepunkt an den Finanzmärkten

Sie brauchen heute niemanden, der Ihnen das Ende der Welt ankündigt. Der DAX ist Anfang der Woche ohne ersichtlichen Grund um 3% unter 11.000 Punkte eingebrochen, um in der zweiten Wochenhälfte diesen Verlust wieder auszugleichen. In der ahnungslosen Finanzpresse konnten Sie zunächst lesen, dass die Verhandlungen mit Griechenland zu scheitern drohen, daher der Kursrutsch. Sodann kam das Gerücht auf, Kanzlerin Angela Merkel sei kompromissbereit, und schon schossen die Weltbörsen wieder in die Höhe.

Nein, so wichtig ist Griechenland nicht mehr. Die Gründe hinter dem Ausverkauf und der anschließenden Aufholjagd sind woanders zu finden. Denn, wenn Griechenland wirklich der Grund für die erneuten Turbulenzen an den Finanzmärkten war, warum ist dann der "Sichere Hafen" in Form von Bundesanleihen nicht mehr gefragt? Das Zinsniveau in Europa gleicht sich an, die Umlaufrendite ist in den vergangenen sechs Wochen von 0,02% auf 0,8% angesprungen. Die Umlaufrendite hat sieben Monate benötigt, um von 0,8% auf 0,05% zu fallen. Diese sieben Monate wurden nun in nur sechs Wochen ausgeglichen.

Wenn Anleger Angst vor einem Grexit hätten und Aktien deswegen verkauften, dann würden sie ihre Verkaufserlöse in deutsche Staatsanleihen stecken. Doch das tun sie nicht. Stattdessen ziehen sie parallel zu ihren Aktienverkäufen auch Geld von deutschen Staatspapieren ab.

In meinen Augen justieren internationale Anleger ihre Anlagen neu. Diese Woche hat die Bank of Japan verkündet, dass der aktuelle Wechselkurs des Yen nun an seiner Untergrenze angekommen sei. Der Wechselkurs zum Euro stand Mitte 2012 zum Beginn der japanischen Geldflutung bei 95 YEN/EUR und ist seither bis auf 150 YEN/EUR angesprungen. Das war wohl ein Überschießen, wie wir nun nach dem Kommentar der Japanischen Notenbank wissen, denn auf dem aktuellen Niveau bei 138 YEN/EUR hat sie nun einen Boden für die Abwertung des YEN eingezogen.

Während das Ende der Geldflutung positive Folgen für die europäische und US-Wirtschaft hat, denn Produkte aus Japan werden keine weiteren Preisvorteile erhalten, so sehen die Finanzmärkte darin kurzfristig jedoch zunächst eine Gefahr: Weniger Liquiditätsflutung bedeutet weniger Geld für die Finanzmärkte, und das belastet die Aktien- als auch Anleihenkurse. Schlimmer noch: Ist die Bank of Japan nun bereits nach der US-Notenbank die zweite international wichtige Notenbank, die das Ende der lockeren Geldpolitik vorbereitet?

Aus China kommen ermutigende Daten. Zum einen mehren sich die Anzeichen, dass die Wachstumsverlangsamung in China dem Ende entgegen geht. Zum anderen verzeichnet der Baltic Dry Verschiffungsindex weitere Zugewinne. Seit Februar bereits entwickelt sich der Indikator für die logistischen Aktivitäten insbesondere Chinas positiv. Diese Woche wurde dieser schwache Trend durch ein kräftiges Plus von 4,3% in den Fokus vieler Anleger gerückt.

Zudem hat CEO des brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale erklärt, dass seiner Einschätzung nach in China bereits viel mehr Eisenhütten geschlossen wurden, als offiziell bekannt sei. China produziere weniger Eisenerz und verbrauche mehr als zuvor, sodass bereits im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres die Eisenerzlieferungen nach China steigen würden.

Kommen wir zu den USA. Nach den guten Arbeitsmarktdaten von vor einer Woche ist die Angst vor einer baldigen ersten Leitzinserhöhung groß. Wurde zuvor noch diskutiert, ob die erste Leitzinserhöhung noch in diesem, oder erst im nächsten Jahr erfolgen werde, so diskutiert man nun über die Termine September oder Dezember. Einige fürchten sogar bereits für die nächste Fed-Sitzung in der kommenden Woche einen ersten Zinsschritt.

Man sollte meinen, dass bei solchen Zinsängsten der US-Dollar an Stärke gewinnt. Doch das Gegenteil ist der Fall, der Euro notiert bei 1,12 USD/EUR und ist damit weit entfernt von seinen Tiefs bei 1,05 USD/EUR vom vergangenen März, als der erste Zinsschritt noch in weiter Ferne geglaubt wurde. Einmal mehr zeigt sich, dass große Ereignisse an den Börsen ihre Schatten voraus werfen: Die anstehende erste Zinsanhebung der USA hat den US-Dollar bereits von 1,40 auf bis zu 1,05 USD/EUR angeheizt. Nun, da die Gewissheit ansteht, kommt es bereits zu einer Gegenbewegung.

Oder ist der Euro einfach so schwach? Auch aus Euro-Perspektive müsste der Wechselkurs ja vor dem Hintergrund des drohenden Grexit weiter einbrechen. Doch das geschieht nicht, im Gegenteil. Der Euro stabilisiert sich.

Meine Schlussfolgerung aus all diesen Entwicklungen lautet: Wir befinden uns an einem Wendepunkt. Euro-Shorts, DAX-Longs, Anleihekäufe und vieles, was in den vergangenen Monaten funktionierte, läuft nun aus. Internationale Anleger verabschieden sich aus ihren Engagements und suchen sich neue Anlageideen.

Welche neuen Anlageideen sich derzeit anbieten, werde ich in Kapitel 04 untersuchen.

Schauen wir zunächst einmal auf die Entwicklung der wichtigsten Indizes im Wochenvergleich:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES11.6.15Woche Δ
Dow Jones18.039 0,7%
DAX11.333 -0,1%
Nikkei20.407 -0,3%
Euro/US-Dollar1,120,0%
Euro/Yen138,89-0,7%
10-Jahres-US-Anleihe2,38%0,08
Umlaufrendite Dt0,80%0,25
Feinunze Gold$1.180 0,2%
Fass Brent Öl$65,18 4,4%
Kupfer5.876 -0,8%
Baltic Dry Shipping629 4,3%



Der Dow Jones (+0,7%) entwickelt sich in der dritten Woche in Folge besser als der DAX (-0,1%). Ich werte dies als ein weiteres Indiz dafür, dass der DAX derzeit außer Mode kommt.

Fracking sollte ja durch den niedrigen Ölpreis zurückgefahren werden. Doch nun steigt der Ölpreis und parallel vermeldet die US-Ölwirtschaft Rekorde bei den täglichen Fördermengen. Die USA fördern heute mehr Öl denn je. Zudem laufen Verhandlungen, die in eine Zulassung des iranischen Öls für die Weltmärkte münden können. Das würde bedeuten: Noch mehr Öl für die Weltmärkte.

Trotzdem ist der Ölpreis diese Woche um 4,4% angesprungen. Ich werte das als Konjunkturoptimismus bzw. eine anziehende Nachfrage nach Öl, obwohl weltweit nach wie vor eine schwache Konjunkturentwicklung verkündet wird. Es handelt sich m.M.n. um eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau, doch es ist ein positiver Konjunkturindikator, den wir nicht übersehen sollten.

Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelt hat:




03. Sentiment: Institutionelle Anleger geben den Ton an

INSTITUTIONELLE SEHEN KORREKTURENDE UND GREIFEN ZU

Laut Joachim Goldberg, der das Sentiment ja im Auftrag der Deutschen Börse AG ermittelt, haben in der Berichtswoche 10% der institutionellen Anleger DAX-Aktien gekauft und weitere 9% ihre bestehenden Short-Engagements (Wetten auf fallende Kurse) geschlossen. Der Sentiment-Index der Institutionellen steigt auf ein neues Jahreshoch, die Großanleger halten die Korrektur im DAX also bereits für beendet. Dementsprechend schauen sie nun wieder positiv in die Zukunft und haben die günstigen Kurse zum massiven Aufbau und Ausbau von Positionen genutzt.


PRIVATANLEGER LASSEN SICH EINSCHÜCHTERN

Ganz anders sieht das Bild hingegen auf Seiten der privaten Kleinanleger aus. Hier haben im Wochenverlauf 2% ihre Aktien verkauft und weitere 5% sind nun sogar Wetten auf fallende Kurse eingegangen. Zwar zeigt der Sentiment-Index der privaten Kleinanleger auch in diesem Lager immer noch einen leichten Optimismus an. Aber dieser ist weit von dem Optimismus der Profis entfernt. Insgesamt sehen wir also erneut eine starke Divergenz in der Markteinschätzung zwischen Institutionellen und Privatanlegern. Eine Divergenz, die sich schon vor drei bis vier Wochen zeigte und sich zuletzt eigentlich aufgelöst zu haben schien.


DAS PROBLEM DIESER DIVERGENZ

Das Problem dieser Divergenz ist nun wie immer, dass wir entscheiden müssen wem wir folgen wollen: dem Optimismus der Profis oder der Skepsis der Privatanleger. Eigentlich liegen an der Börse in der Regel meistens doch die Profis besser, alleine schon weil sie größere Summen zur Verfügung haben und somit den Markt teilweise in die von ihnen gewünschte Richtung beeinflussen können. In der jüngeren Vergangenheit haben wir uns jedoch meistens eher den Privatanlegern angeschlossen, was sich als richtig erwiesen hat. Diese Woche habe ich eine Lösung für dieses Problem gefunden, wie ich ihnen gleich erläutern werde.


EIN BLICK AUF DAS EUWAX-SENTIMENT

Zunächst möchte ich jedoch noch den obligatorischen Blick auf das EUWAX-Sentiment der Börse Stuttgart werfen. Wie Sie wissen, basiert das EUWAX-Sentiment auf dem realen Handel mit Puts und Calls an der Börse Stuttgart, die sich wiederum selbst als "Die Privatanlegerbörse” bezeichnet. Daher handelt es sich beim EUWAX-Sentiment auch in erster Linie um einen Indikator für die Stimmung unter den Privatanlegern. Dennoch ist ein Blick auf das EUWAX-Sentiment immer sehr interessant, weil es eben auf realen Handelsdaten und nicht nur auf einer Umfrage beruht, was die Manipulationsmöglichkeiten einschränkt.

Meist bestätigt das EUWAX-Sentiment die Ergebnisse der Umfrage von Herrn Goldberg und so auch diese Woche. Denn auch beim EUWAX-Sentiment war ein kleiner Rückgang des Optimismus zu verzeichnen, wobei die Anleger jedoch grundsätzlich immer noch leicht optimistisch in die Zukunft schauen.


SHAREWISE SENTIMENT FÜGT SICH EBENFALLS EIN

Zuletzt schaue ich noch kurz auf die Ergebnisse der Sentimenterhebung der Aktien-Community sharewise. Hier gab es zuletzt ebenfalls einen leichten Rückgang der Bullenquote von 60% auf 57%. Gemäß meiner Definition liegt eine neutrale Stimmungslage bekanntlich bei einer Bullenquote von 55% vor, da die meist privaten Mitglieder einer solchen Community grundsätzlich eher optimistisch eingestellt sind. Denn sonst würden sie sich dort nicht registrieren und über den Aktienmarkt informieren. Wenn jedoch 55% Bullenquote neutral ist, dann ist eine Bullenquote von 57% natürlich weit von Euphorie entfernt. Auch hier stellen wir also allenfalls noch einen leichten Optimismus fest, was sich sehr gut in das bisher gezeichnete Bild einfügt. Zumal auch das durchschnittliche Kursziel von nur noch 11.164 Punkten (Vorwoche: 11.468 Punkte) dazu passt.

Sentimentdaten

Privatanleger
20. KW: 59% Bullen (102 Stimmen)
21. KW: 64% Bullen (102 Stimmen)
22. KW: 60% Bullen ( 98 Stimmen)

Community-Tip DAX: 11.468

Kaufempfehlungen der Privatanleger
WCM AG, Bilfinger, Société Générale

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Tesla

FAZIT: TYPISCH VOLATILER TRADINGMARKT ÜBER DIE SOMMERMONATE

Doch wem sollte ich mich nun anschließen? Den Institutionellen als absolut überzeugte Bullen oder den verunsicherten Kleinanlegern? Nun, zunächst einmal möchte ich generell herausstellen, dass die Kleinanleger zwar verunsichert aber noch immer keineswegs pessimistisch geworden sind. Egal ob man nun die Umfrage von Joachim Goldberg, das EUWAX-Sentiment oder das Sentiment der Aktien-Community sharewise betrachtet, so sind die Kleinanleger letztlich immer noch leicht optimistisch gestimmt.

Trotzdem möchte ich mich generell hinter die Optimisten stellen und dafür gibt es einen Grund. Denn im Sommer befinden sich sehr viele Anleger in Urlaub, was traditionell zu sehr niedrigen Handelsumsätzen führt. In einem sehr umsatzarmen Handel können die Kurse jedoch schon mit einzelnen umfangreicheren Orders in die eine oder andere Richtung beeinflusst werden. Die Privatanleger sind wegen Urlaub weder massenweise am Markt vertreten noch verfügen sie über die notwendigen Anlagesummen, um den Handel in diesen umsatzarmen Zeiten zu beeinflussen. Sehr wohl können dies aber die wenigen am Markt verbliebenen Institutionellen.

Dementsprechend bekommen wir im Sommer ebenfalls schon fast traditionell einen sehr volatilen Sägezahnmarkt, also eine große Seitwärtsbewegung. Es ist daher je nach Nachrichtenlage keineswegs auszuschließen, dass der DAX in den nächsten Wochen nochmal unter 10.800 Punkte fällt. Ja, sogar Korrekturziele von 10.500 oder 10.000 Punkten sind unter bestimmten Umständen möglich, wie ich in Kapitel 04 näher ausführen werde. Doch genauso schnell wie eine solche Ausdehnung der Korrektur nach unten möglich ist, ist eben auch ein Anstieg auf 11.500, 12.000 oder das alte Allzeithoch bei über 12.400 Punkten drin. In Kapitel 04 liste ich die verschiedenen Möglichkeiten auf, die für die eine oder andere Kursentwicklung sorgen dürften.

Generell gilt, dass in den umsatzarmen Sommermonaten eher die Institutionellen den Markt bestimmen (ähnlich wie es ja auch Ende des Jahres um Weihnachten herum schon der Fall war) und ich daher zurzeit eher den Profis folgen würde.

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien

TOP ANALYSTENZIELE

UnternehmenAnalyse v.KursKurszielUpside
Gerry Weber10.620,56 €39,00 €89,69%
HeidelDruck9.62,21 €3,70 €67,42%
GEA Group8.641,15 €57,00 €38,52%
Volkswagen Vz12.6216,65 €300,00 €38,47%
Deutsche Bank8.628,66 €39,00 €36,08%
Hornbach9.634,89 €47,00 €34,71%
HeidelCement10.673,58 €98,00 €33,19%
Dt. Post10.626,54 €35,00 €31,88%
United Internet9.640,57 €53,00 €30,64%
Daimler9.685,16 €110,00 €29,17%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.

GERRY WEBER INTERNATIONAL AG: MUTIERT ZU HIGHRISK-AKTIE NACH DRAMATISCHER GEWINNWARNUNG

Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe hat seine Einschätzung der Aktie von Gerry Weber trotz Kappung der Unternehmensziele auf "Kaufen” mit einem Kursziel von 39 Euro belassen. Zwar habe ihn die Gewinnwarnung ebenfalls negativ überrascht, aber er begrüße, dass das Management die Probleme bereits adressiert habe, schrieb er dazu in einer Studie vom Mittwoch. Daher bleibe er auch bei seinem Votum, auch wenn er das Kursziel vielleicht absenken müsse. Denn der Kursrückgang biete nun eine gute Einstiegsmöglichkeit. Ich sehe dies etwas anders. Zwar hat der Vorstand die Probleme wirklich bereits adressiert, ich befürchte jedoch, dass dies noch nicht ausreichen wird. Zumal sich das neue Management mit der internationalen Expansion in Richtung Nordamerika sehr viel vorge-, vielleicht sogar übernommen hat. Ich würde daher bei der Aktie erst einmal eine nachhaltige Bodenbildung abwarten, die zwischen 18-20 Euro stattfinden könnte. Erst wenn der Aktie dies gelingt, hat sie anschließend wieder etwas Aufwärtspotenzial. Das Kursziel würde ich jedoch auch dann erst einmal bei nur 24-25 Euro sehen.


DEUTSCHE BANK AG: DIE X-TE RAZZIA FRANKFURT

Analyst Kinner Lakhani von der Citigroup hat die Aktie der Deutschen Bank nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze auf "Buy” mit einem Kursziel von 39 Euro belassen. Unter der Führung des neuen CEO John Cyran dürfte die Bank von einer disziplinierteren Kapitalverteilung sowie einer konsequenteren Umsetzung der Strategie profitieren, schrieb er in einer Studie vom Montag. Die Bank habe deutliches Potenzial ihre operative Komplexität zu reduzieren und so ihre Effizienz zu steigern. Zuletzt aber holte wieder einmal die Vergangenheit die Deutsche Bank ein. So kam es am Montag zu Durchsuchungen im Rahmen von Ermittlungen wegen Umsatzsteuerbetruges, und dies war beileibe nicht die erste solche Razzia. Nicht umsonst bezeichnete ein Aktionärsschützer die Deutsche Bank vor einigen Monaten als "Anwaltskanzlei mit angeschlossenem Bankgeschäft”. Unter Führung des neuen CEO John Cyran besteht nun jedoch tatsächlich die Chance auf nachhaltige Besserung. Trotzdem halte ich das Kursziel für zu hoch gegriffen und bleibe daher bei meinem Kursziel von 35 Euro.


HEIDELBERGCEMENT AG: DIE AKTIE ZEIGT STÄRKE

Analyst Frank Laser von Warburg Research hat die Aktie der HeidelbergCement AG nach der Bekanntgabe neuer strategischer Ziele bis 2019 auf "Buy” bestätigt und zugleich sein Kursziel von 92 auf 98 Euro erhöht. Die neuen Ziele des Baustoffkonzerns wirkten zwar auf den ersten Blick ambitioniert, aber das Management habe in der Vergangenheit die gesteckten Ziele immer sehr gut erreicht, schrieb er in einer Studie vom Mittwoch. Daher vertraue er dem Vorstand und habe seine Schätzung der Dividendenausschüttung für 2015 deutlich angehoben. Auf jeden Fall zeigte die Aktie des einst krisengeplagten Unternehmens zuletzt deutliche Stärke gegenüber dem deutschen Leitindex. Dies ist ein sehr positives Zeichen für die nähere Zukunft, sodass die Aktie aktuell auch zu meinen Favoriten zählt. Das Kursziel sehe ich jedoch erst einmal bei nur 90 Euro, wobei auf etwas längere Sicht dann sogar 110 Euro möglich erscheinen.




04. Ausblick: Die neuen Favoriten der internationalen Anleger

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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05. Depotcheck: Sierra Wireless, Berkshire Hathaway, BB Biotech, SFC Energy, Thessaloniki Water and Sewerage Company

Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot
eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen
Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert
wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der
Rest wird auf solide Füße gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den fünf größten
Aktien - Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte
eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften.
Schicken Sie mir Ihre fünf größten Aktien - Positionen an
Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem
Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann
veröffentlicht.

Hallo Herr Heibel,

interessanterweise deckt sich die von Ihnen aufgezeigte Fehlkonzeption der Außenhandelstheorie mit der Analyse von Yanis Varoufakis im Buch "The Global Minotaur", auch wenn Sie Beide unterschiedliche Lösungen aufzeigen. Das ist jedoch kein Nachteil, denn innovative Ideen abseits der gegenseitigen Schuldzuweisungen sind mir tausend Mal lieber. Danke dafür.

Jetzt aber zu den fünf größten Aktienpositionen in meinem Depot:

- Sierra Wireless
- Berkshire Hathaway
- BB Biotech
- SFC Energy AG
- Thessaloniki Water and Sewage Company

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche, Steffen aus Wolfsburg


Antwort:

Besten Dank für das Lob, wenngleich ich mich ungern in einem Atemzug mit Varoufakis nennen lassen möchte - ihm haftet die Spielernatur an, und ich fürchte, er spielt um so viel wie möglich für Griechenland aus der EU herauszuholen. Ein solches Verhalten behindert eine konstruktive Lösungsfindung.

Da ich Ihre E-Mail Adresse nicht in unserem Verteiler finde, wäre ich für einen Hinweis dankbar, mit wem ich es zu tun habe :-)

Gerne schaue ich mir Ihre fünf größten Positionen an.

Sierra Wireless
Dornröschen ist erwacht

Fr, 12. Juni um 10:20 Uhr
Hui, diese Aktie habe ich zuletzt im Herbst 2004 im damaligen iWatch Börsenbrief besprochen. Bis vor einem Jahr gab es auch nichts Neues über das Unternehmen zu berichten, der Kurs ist elf Jahre lang seitwärts gelaufen. Doch Ende 2014 ist die Aktie plötzlich nach oben geschossen, der Grund dafür ist schnell gefunden.

Sierra Wireless produziert Funkchips für die Kommunikation von Maschinen untereinander (M2M). Größter Abnehmer ist seit jeher die Automobilbranche, in Autos werden immer mehr Sensoren verbaut, deren Daten auch immer häufiger per Mobilfunk weitergegeben werden. Doch Sie ahnen es, nicht nur Autos kommunizieren verstärkt über das Mobilfunknetz, sondern Produktionsmaschinen, Rasenmäher, … das Internet der Dinge.

2014 ist der Umsatz plötzlich um 25% angesprungen. Für die kommenden fünf Jahre wird ein jährliches Gewinnwachstum von durchschnittlich 93% p.a. erwartet. Vor diesem Hintergrund ist das KGV 2016e von 18 geradezu lächerlich günstig.

577 Mio. USD Jahresumsatz werden mit einer Marktkapitalisierung von 888 Mio. USD belegt. In der Bilanz gibt es keine Schulden und liquide Mittel in Höhe von 100 Mio. USD. 2014 wurde noch ein Verlust geschrieben, doch im laufenden Jahr wird ein Gewinn von 1,10 USD/Aktie erwartet. Die Marktkapitalisierung ist noch recht niedrig für ein Unternehmen dieser Wachstumsbranche, und wenn es Sierra Wireless schafft, technologisch vorne dran zu bleiben, dann dürfte der Kursanstieg gerade erst begonnen haben.


Berkshire Hathaway
Solider Titel für defensives Portfolio

Fr, 12. Juni um 10:24 Uhr
Seit Jahrzehnten steuert Warren Buffet sein Investmentvehikel gekonnt durch jegliche Krisen, erfreut seine Aktionäre mit hohen Kursgewinnen. Buffet kommt aus der Versicherungsbranche und hat seit jeher einen besonders großen Anteil an Versicherungsaktien im Portfolio. Versicherungsaktien sind langfristig (einmal von der Finanzkrise abgesehen) sehr stabil und dürften auch die derzeitige Krise letztlich relativ unbeschadet überstehen.

Das KGV steht bei 17, 193 Mrd. USD Umsatz seiner Beteiligungen werden mit einer Marktkapitalisierung von 347 Mrd. USD bewertet. Diese Kennzahlen sind solide, und Berkshire ist in meinen Augen nach wie vor eine gute defensive Aktie für jedes Portfolio.


BB Biotech
Diversifiziertes Biotech-Wachstum

Fr, 12. Juni um 10:29 Uhr
Wir haben BB Biotech in unserem Heibel-Ticker Portfolio und daher werden Sie wissen, dass ich von der Aktie nach wie vor begeistert bin. Da ich das Einzelrisiko in der Biotech-Branche scheue, habe ich mich auf die Unternehmensauswahl des erfahrenen Managements von BB Biotech verlassen und bin damit bislang gut gefahren. Ich denke, die Biotech-Branche wird auch in den kommenden Monaten noch gefragt sein, egal ob aus Wachstumsgründen vor dem Hintergrund einer anziehenden Konjunktur, oder aus Sicherheitsgründen vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Konjunktur.


SFC Energy
Wette auf die Brennstoffzelle

Fr, 12. Juni um 10:30 Uhr
SFC Energy bietet eine „mobile Energieversorgung” an, also Batterien, die auf Basis der Brennstoffzelle funktionieren und dadurch bei Bedarf schnell wieder aufgeladen werden können. Das Unternehmen fällt mit einer Marktkapitalisierung von nur 53 Mio. Euro unter meine Schwelle von 100 Mio. Euro, daher werde ich mich mit einer Meinung zu dieser Aktie zurückhalten. Soviel sei gesagt: Die Bilanz sieht solide aus, die Geschäftsentwicklung mit der Bundeswehr als Partner sieht vielversprechend aus, doch ich glaube nicht, dass die Bäume der Brennstoffzelle in den Himmel wachsen.


Thessaloniki Water and Sewerage Company
Spekulation Verbleib Griechenlands in der EU

Fr, 12. Juni um 10:30 Uhr
Wasser- und Abwasserversorger von Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands. Im vergangenen Jahr sollte der Versorger mit seinem Pendant aus Athen fusioniert werden, doch die Fusion wurde nicht vollzogen. Ich gehe davon aus, dass die neue Regierung Syriza dieses Vorhaben eher rückgängig gemacht hat, als es voranzutreiben. Neuere Meldungen über das Unternehmen liegen mir nicht vor.

Die Bilanz sieht recht sauber aus, es gibt keine Schulden und 54 Mio. Euro Barreserven. Der Umsatz von 73 Mio. Euro wird mit einer Marktkapitalisierung von 94 Mio. Euro belegt. Das KGV steht bei nur noch 7, die Dividendenrendite bei über 5%. Wenn Sie von einer einvernehmlichen Lösung des Griechenlanddramas ausgehen, ist das sicherlich eine lukrative Spekulation. Im Falle eines Grexit ist nicht absehbar, wie Sie an Ihr Geld kommen möchten, wenn Sie nicht regelmäßig in Griechenland sind.



Korrelation

Fr, 12. Juni um 10:32 Uhr
KORRELATIONSMATRIX

kfr. SWIRBRK-BBBZAF3CEYAPS
SWIR1,000,270,020,09-0,05
BRK-B0,271,000,300,040,14
BBZA0,020,301,000,070,17
F3C0,090,040,071,00-0,05
EYAPS-0,050,140,17-0,051,00






lfr.SWIRBRK-BBBZAF3CEYAPS
SWIR1,000,590,160,28-0,02
BRK-B0,591,000,370,28-0,01
BBZA0,160,371,000,140,02
F3C0,280,280,141,000,16
EYAPS-0,02-0,010,020,161,00




SWIRBRK-BBBZAF3CEYAPS
Gewichtung für optimales Portfolio:

11%25%25%14%25%
Gewichtung für minimum Risiko Portfolio:

7%25%25%18%25%



erwartete RenditeVolatilitätSharpe ratio
Optimal5,0%17,2%0,17
Minimum risk4,9%16,9%0,17




SWIRBRK-BBBZAF3CEYAPS
BrancheTechFinanzBiotechEnergieVersorger
RegionUSAUSADDGR
TypWachstumValueWachstumWachstumDividende


Die beiden US-Werte Sierra Wireless und Berkshire Hathaway verfügen langfristig über eine hohe Korrelation, wobei das eher ein Zufall sein dürfte, denn inhaltlich haben die beiden Aktien nichts miteinander gemein außer dem gemeinsamen Heimatmarkt.

Aus Branchensicht haben Sie eine sehr schöne Risikostreuung vorgenommen: Tech (Sierra), Finanz (Berkshire), Biotech (BB Biotech), Energie (SFC) und Versorger (Thessaloniki Water & Sewerage) haben nichts miteinander zu tun. Besser noch, Tech und Finanz sind zyklische Aktien während Energie und Versorger nicht zyklisch laufen. Biotech befindet sich in einem sekulären Aufwärtstrend, unabhängig von der Konjunktur.

Regional haben Sie ebenfalls eine schöne Aufteilung gefunden, ich würde derzeit als Europäer zwei US-Aktien akzeptieren, da ich den USA in den kommenden Monaten bessere Börsenkarten gebe. Zwei Aktien aus Deutschland entsprechen der Heimatverbundenheit und Griechenland als Spekulation ist ebenfalls eine schöne Option. Natürlich fehlt mir eine Aktie aus Asien.

Grundsätzlich ist Ihr Portfolio ziemlich aggressiv ausgerichtet, es fehlt mir ein wenig die Sicherheit von Dividenden. Zudem beträgt die zu erwartende Rendite Ihres Portfolios nur ca. 5%, das ist mir zu wenig vor dem Hintergrund der vielen Wachstumstitel im Portfolio.

Sie haben ziemliche Exoten im Depot. Sierra, FSC und Thessaloniki Water & Sewerage sind drei Spekulationen. Sie kennen Ihre Titel am besten, ich würde mindestens einen davon gegen eine solide asiatische Aktie austauschen.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben.



06. Wunschanalyse: Salzgitter


Salzgitter
Licht am Ende des Tunnels

Fr, 12. Juni um 10:35 Uhr
Zwei unterschiedliche Geschäfte betreibt Salzgitter: Das Massenprodukt Grobblech mit geringen Gewinnmargen sowie das Qualitätsprodukt Flachstahl mit hohen Margen. Beide Geschäfte unterliegen unterschiedlichen konjunkturellen und wettbewerbsseitigen Bedingungen. In dieser Analyse zeige ich, dass viele negative Belastungen der Vorjahre im laufenden Jahr wegfallen werden und sogar die Chance auf eine Besserung der Rahmenbedingungen besteht.

STAHL ALS KONJUNKTURBAROMETER

Stahl wird für den Karosseriebau der Automobilbranche verwendet, aber auch für Pipelines der Öl- und Gasindustrie sowie für Stahlträger der Baubranche. Aus dieser unvollständigen Übersicht wird schnell ersichtlich, dass der Absatz von Stahl maßgeblich durch die Konjunkturentwicklung bestimmt wird, der Preis durch den Wettbewerb.

Zu unterscheiden sind das Massenprodukt Grobblech, das für den Hoch- und Tiefbau in Form von Stahlträgern und Stahlrohren verwendet wird, und der Flachstahl, der als qualitativ hochwertigeres Produkt für die Automobilindustrie hergestellt wird. Um das Geschäft von Salzgitter zu verstehen müssen wir uns also vier Bereiche ansehen: Grobblech sowie Flachstahl jeweils aus Sicht der Konjunkturentwicklung sowie des Wettbewerbs.


DIE UNTERSCHIEDLICHEN GESCHÄFTSBEREICHE GROBBLECH UND FLACHSTAHL

Grobblech trägt als Massenprodukt deutlich niedrigere Gewinnmargen und ist jederzeit durch das Grobblech eines Wettbewerbers, beispielsweise chinesischer Stahlproduzenten, zu ersetzen. Den Vorwurf, chinesische Stahlproduzenten verkaufen ihren Stahl auf dem europäischen Markt unter ihren Herstellungskosten, erwiderte die europäische Kartellbehörde im März mit Strafzöllen, chinesische Importe müssen zunächst bis Ende September nun einen Strafzoll von 10.9-25,2% abführen.

2014 litt Salzgitter unter dem harten Preiswettbewerb und konnte trotz eines höheren Grobblechabsatz (+13,6%) nur einen Umsatzanstieg von 4,4% erzielen. Aufgrund der gestiegenen Kosten für die Produktion erwirtschaftete der Bereich einen kleinen Verlust.

Die Konjunktur hat Salzgitter nicht unbedingt geholfen, den Abstaz so stark zu steigern, denn weltweit blieb die Grobblechnachfrage im Jahr 2014 unverändert gegenüber dem Vorjahr. Salzgitter hat also durch aggressive Preispolitik Marktanteile zugewonnen, allerdings zu Lasten des Gewinns.

Ich halte diese Entwicklung für überraschend gut, denn im Jahr 2014 wurde das Projekt South Pipe (Gaspipeline von Russland durch’s Schwarze Meer nach Südeuropa) vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise durch Russland gestrichen, und Salzgitter musste hohe Abschreibungen dafür vornehmen.

Im Bereich des qualitativ hochwertigen Flachstahls hingegen wurde ein rückläufiger Absatz verzeichnet (-2,7%), während aufgrund der guten Kostenkontrolle ein kleiner Gewinn ausgewiesen werden konnte. Hier war insbesondere die Neuzustellung eines Hochofens für Flachstahl dafür verantwortlich, dass übergangsweise deutlich weniger Flachstahl produziert wurde.

Flachstahl für die Automobilindustrie hat stets ganz besondere, genau definierte Eigenschaften. Einmal mit dem Automobilhersteller ausgearbeitet, bleibt die Produktion dieses speziellen Flachstahls meist für die Lebensdauer eines Automodells bestehen. Daher lassen sich in diesem Geschäftsbereich deutlich höhere Gewinnmargen erzielen.

Der Wettbewerbsdruck kommt hier jedoch inzwischen überwiegend aus anderen Branchen: von Aluminiumanbietern (Alcoa) bis hin zu Carbonproduzenten (SGL Carbon). Denn eines der wesentlichen Ziele der Automobilbranche ist es, das Gewicht des Autos zu reduzieren. Dafür sucht man nach Alternativen zum stabilen aber schweren Stahl. Unzählige Schrauben sind inzwischen aus Aluminium, auch ganze Bauteile der Karosserie werden immer wieder durch Aluminium ersetzt. Und Carbon findet immer mehr Anwendungen bei nicht tragenden aber dennoch stabilen Teilen der Außenhaut.


ENTWICKLUNG DER VERGANGENEN JAHRE DURCH ANGST GEPRÄGT

So, nun haben wir ein wenig Verständnis für das Geschäft von Salzgitter aufgebaut. Mit diesem Wissen können wir nun die Gründe, die für den Ausverkauf der vergangenen Jahre verantwortlich waren, besser einordnen.

2007 stand die Aktie von Salzgitter noch bei 160 Euro. Es folgte die Finanzkrise und der Kollaps des Rohstoffmarktes, die Aktie sank bis Ende 2008 auf 40 Euro. In einer Erholungsrallye konnte Salzgitter wieder bis auf 70 Euro im Jahr 2010 zulegen, bis dann der Gewinner der Finanzkrise seine Stärke ausspielte: China überflutete die Weltmärkte mit billigen Produkten.

Unter dem neuen Wettbewerbsdruck sackte der Kurs von Salzgitter bis Mitte 2013 auf 25 Euro, bevor sich dann ein Boden bildete. Bis Ende 2014 pendelte die Aktie um 30 Euro, schaffte aber den Ausbruch nach oben nicht, weil im Verlauf des Jahres 2014 der US-Dollar immer stärker wurde und dadurch die internationalen Rohstoffmärkte erneut unter Druck brachte. Stattdessen erhöhte sich der Druck auf die Aktie, und zum Jahresende wurde ein neues Tief bei 21,28 Euro geschrieben.

So litt Salzgitter Anfang 2015 unter dem gestiegenen Wettbewerbsdruck aus China, den niedrigen Stahlpreisen durch den starken US-Dollar und musste zusätzlich noch den vorübergehenden Produktionsausfall im Bereich Flachstahl durch die Neuzustellung eines Hochofens überbrücken sowie den Ausfall des Projektes South Pipe verkraften. Schlimmer kann’s nimmer.


LICHT AM ENDE DES TUNNELS

Der Import des billigen Stahls aus China wurde durch die von der EU-Komission erhobenen Strafzölle eingedämmt. Das wird sich insbesondere im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres positiv auf die Ergebnisentwicklung bei Salzgitter auswirken. Zudem werden in China im Rekordtempo dreckige Fabriken geschlossen, wie gestern der CEO des brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale verkündete. Darunter dürften auch eine Reihe von Stahlkochern sein.

Der Preisdruck durch den starken US-Dollar dürfte seinen Zenit ebenfalls überschritten haben, denn mit der Wechselkursentwicklung von 1,40 auf 1,05 USD/EUR dürfte der Löwenanteil der Neubewertung gelaufen sein. Selbst wenn nun noch die Parität erreicht wird, werden die Auswirkungen auf den Rohstoffmärkten nicht mehr so gravierend sein, wie der Anstieg des US-Dollars von 1,40 auf 1,05 USD/EUR. Zudem gehe ich derzeit eher von einer kräftigen Gegenbewegung des Euros aus, die den Wechselkurs schnell in Richtung 1,30 USD/EUR führen kann. Das würde einem Geldsegen für Salzgitter gleich kommen.

Für das Projekt South Pipe wurde eine Lösung gefunden, Salzgitter darf nun doch 150.000 Tonnen Stahlrohre an das Konsortium liefern, das eine andere Verwendung dafür eruiert.

Der Automobilabsatz boomt, auch wenn Salzgitter im vergangenen Jahr nicht voll davon profitieren konnte. Doch der Produktionsausfall durch den neuen Hochofen war vorübergehend, entsprechend dürfte der Absatz im laufenden Jahr kräftig ansteigen.

Bleibt die Weltkonjnktur. Die entwickelt sich mäßig. Gerade in Europa, dem Hauptsabsatzmarkt von Salzgitter, kommen viele Länder aus der Talsohle der schwachen Konjunkturentwicklung heraus. Doch ein großes Nachfragewachstum darf nicht erwartet werden. An dieser Stelle kommt Salzgitter das strickte Kostenmanagement zugute, mit dem in den vergangenen Jahren unproduktive Werke geschlossen und viele Verträge flexibler gestaltet wurden.


GÜNSTIGE BEWERTUNG DANK SOLIDER BILANZWERTE

Bei der Bewertung von Salzgitter schwanken Analysten häufig zwischen zwei extremen Gefühlswelten: In schwachen Zeiten werden teure Produktionsanlagen als Belastung gewertet, die selbst defizitär weiterbetrieben werden müssen, um die Kapazitäten für gute Zeiten vorrätig zu halten. In die Bewertung gehen die Anlagen in dieser Zeit als Kostenfaktor ein.

In guten Zeiten hingegen wird den Anlagen die eigentliche Produktivität zugrunde gelegt, mit der sie Produkte für das Unternehmen und damit Gewinne produzieren. Der Bewertungsansatz ändert sich also grundlegend und führt zu einer deutlich höheren Bewertung, allein weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben.

Anleger, die bereit sind, durch die Problemphasen des Geschäfts hindurchzusehen, können die Aktie also mit gutem Gewissen ins Portfolio legen und abwarten, bis sich die Rahmenbedingungen für Salzgitter bessern und eine höhere Bewertung angesetzt wird. Ein Analyst, der heute schon diesen Bewertungsansatz angewendet hat, ist Rochus Brauneiser von Kepler Cheuvreux. Er errechnet für Salzgitter ein Kursziel von 45 Euro, also ein Plus von 33% zum heutigen Kurs.

Das KGV 2016e liegt bei 14. Das ist für einen trägen Rohstoffkonzern, dessen Umsatz mit 3% p.a. wächst, recht hoch, doch Salzgitter verzeichnet nach den trockenen Jahren einen überdurchschnittlichen Gewinnanstieg, der dieses KGV durchaus rechtfertigt.

Die oben beschriebenen positiven Entwicklungen sind in dieser Prognose nur teilweise enthalten (China, US-Dollar und Konjunktur sind nicht enthalten, lediglich der Wegfall der Belastung durch South Pipe durch den neuen Hochofen sind enthalten). Es gibt also reichlich Luft nach oben.

Salzgitter rechnet vor, dass ein Anstieg des durchschnittlichen Stahlpreises um 4% für das Unternehmen einen Mehrgewinn von 300 Mio. Euro jährlich erzeugen würde. Die Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten sind heftig, und der Stahlpreis notiert meiner Einschätzung nach derzeit näher an seinem Tiefpunkt als am Hoch. Entsprechend sind die Chancen hier sehr groß.


FAZIT:

Salzgitter ist ein konjunkturabhängiger Konzern, der mit harten Sparmaßnahmen auf die jüngsten Turbulenzen an den Stahlmärkten reagiert hat. Als nunmehr schlanker Konzern würde Salzgitter von einem Aufschwung überproportional profitieren. Doch allein der Wegfall der negativen Belastungen des Vorjahres wird meiner Einschätzung nach im laufenden Jahr bereits für ein ordentliches Ergebnis sorgen.

Die Aktie hat diese Aussicht durch ihren Kursanstieg von 22 auf 33,7 Euro inzwischen zu einem Teil vorweggenommen. Doch ich gehe von einem weiteren Anstieg in Richtung 40 Euro aus, wenn im weiteren Jahresverlauf positive Ergebnisse veröffentlicht werden.

Die Bewertung der Anlagen und Beteiligungen des Konzerns habe ich nicht in die Analyse aufgenommen, sie sichern den Kurs jedoch auch ohne Geschäft auf dem aktuellen Niveau gut ab. Ich halte Salzgitter daher für eine gute Spekulation auf eine Besserung der Rahmenbedingungen im Stahlmarkt, sei es durch eine Abschwächung des Wettbewerbs aus China, sei es durch eine Nachfragebelebung.

Anleger, deren Stimmung durch die Tagesschwankungen an der Börse beeinflusst wird, sollten sich von Salzgitter fern halten. Diese Aktie ist nichts für schwache Nerven. Zudem würde ich die Aktie nicht für die Ewigkeit ins Depot holen, sondern im Falle eines Laufs in Richtung 40 Euro wieder verkaufen.



07. Oligopol Druckmaschinenhersteller – Teil III: Analyse eines möglichen Zusammenschlusses von HeidelDruck mit König&Bauer

In Teil I habe ich einen Überblick über die Branche der fünf wesentlichen Druckmaschinenhersteller weltweit gegeben, in Teil II habe ich sodann die Geschäftsmodelle von HeidelDruck und König&Bauer miteinander verglichen. In diesem Teil III untersuche ich nun die Chancen, die sich aus Fusionen und Übernahmen der fünf größten Wettbewerber untereinander ergeben könnten.

In der Vergangenheit ließ die Aktie der Würzburger König&Bauer AG das Papier ihres größten Konkurrenten Heidelberger Druckmaschinen AG in allen betrachteten Zeiträumen stets hinter sich. Auf der anderen Seite ist die Heidelberger Druckmaschinen AG jedoch viel breiter aufgestellt als der innerdeutsche Rivale und auch die Marktkapitalisierung liegt mit über 610 Mio. Euro ungefähr doppelt so hoch wie bei König&Bauer mit knapp 305 Mio. Euro. Alleine jedoch die Tatsache, dass beide Unternehmen zusammen einen Weltmarktanteil von knapp 60% auf sich vereinen, jedoch an der Börse zusammen nicht einmal mehr eine Milliarde Euro wert sind, zeigt die Probleme dieser Branche deutlich auf. Doch was würde eigentlich im Falle eines Zusammenschlusses der beiden deutschen Druckmaschinenhersteller zu einem nationalen Champion passieren?

Nun, zunächst einmal halte ich es für sehr fraglich, ob die Kartellbehörden einem solchen Zusammenschluss überhaupt zustimmen würden. Denn wie bereits angesprochen vereinen die beiden deutschen Unternehmen, die immer noch die Nummer 1 und 2 der Branche darstellen, einen Weltmarktanteil von knapp 60% auf sich. Zudem weist der Markt ohnehin bereits eine zunehmend oligopolartige Struktur auf, denn die fünf größten Anbieter (neben den beiden deutschen sind das noch die drei japanischen Unternehmen Komori Corp., Mitsubishi Heavy Industries Ltd. sowie Ryobi Ltd.) vereinen insgesamt einen Weltmarktanteil von über 90% auf sich. Dabei haben sich die Nummer 4 und 5 der Branche, die beiden japanischen Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries und Ryobi, schon vor einiger Zeit in Form eines Joint Venture de facto zusammengeschlossen. Das Problem ist hier einfach, dass aufgrund der langfristig eher schlechten Perspektiven dieser Branche kaum Konkurrenz aus den aufstrebenden Emerging Markets wie China existiert. Wobei dies aus Sicht der führenden Unternehmen der Branche natürlich durchaus begrüßenswert erscheint.

Käme es jedoch zu einem Zusammenschluss, so erscheint mir aufgrund der Größe der beiden Unternehmen nur eine Übernahme der König&Bauer AG durch die Heidelberger Druckmaschinen AG möglich. Hierbei stellt sich jedoch die Frage der Bewertung sowie des Sinns. Sinn würde ein solcher Zusammenschluss nur begrenzt ergeben. Schließlich baut HeidelDruck ebenso qualitativ hochwertige Druckmaschinen („made in Germany”) wie König&Bauer und verfügt prinzipiell auch über das notwendige technologische Know-How, um mit dem Rivalen Schritt zu halten. Allerdings hat das Management in der Vergangenheit ja ganz bewusst einen anderen Weg eingeschlagen und versucht sich unabhängiger vom Hardwaregeschäft zu machen, in dem man bspw. Investitionen in den Digitaldruck gestrichen und dafür das Servicegeschäft ausgebaut hat. Leider waren diese Versuche sich zu einem One-Stop-Shop für die Druckbranche zu transformieren bis dato jedoch nur wenig von Erfolg gekrönt.

Die Idee hinter der Neuausrichtung, sich von der Zyklik des Hardwaregeschäfts über eine Stärkung des Servicegeschäfts zu lösen, erschien auf den ersten Blick sinnvoll. Doch leider hat sich diese Strategie dann doch als falsch erwiesen. Grund hierfür war einerseits, dass auch das Servicegeschäft ähnlichen zyklischen Schwankungen unterliegt wie das Hardwaregeschäft (nur mit einer leichten zeitlichen Verzögerung) und andererseits der Konkurrenzdruck hoch und die Margen daher niedriger sind. Nicht umsonst lief daher die Aktie des nahezu reinen Hardware-Anbieters König&Bauer stets besser als die Aktie von HeidelDruck. Womit wir beim zweiten Problem wären, nämlich der Bewertung im Falle eines Zusammenschluss.
Mit einem KGV 2015e von knapp 11 bei einem Branchendurchschnitt von 12 ist die Aktie von HeidelDruck zurzeit relativ fair bewertet. Hier scheint maximal noch ein Kurspotenzial von knapp 10% zu bestehen, was einem Aktienkurs von ca. 2,60 Euro entsprechen sowie zu einer Marktkapitalisierung von rund 670 Mio. Euro führen würde. Die Aktie von König&Bauer jedoch weist zurzeit jedoch ein 2015er KGV von fast 17 auf. Zwar erscheint ein gewisser Bewertungsaufschlag gegenüber dem Branchendurchschnitt durchaus angemessen, aber ein Bewertungsaufschlag von fast 40% ist doch etwas zu viel. Insofern könnte HeidelDruck im Falle einer Übernahme wohl kaum eine hohe Prämie zahlen, so dass die Aktionäre von König&Bauer ein solches Übernahmeangebot wohl nicht unterstützen würden. Dies gilt umso mehr, da eine solche Übernahme in erster Linie dazu dienen würde einen weiteren Konkurrenten vom Markt zu nehmen.

Aus Sicht der Heidelberger Druckmaschinen AG würde eine Übernahme der König&Bauer AG sowie die Schaffung eines nationalen Champions durchaus Sinn ergeben, um die oligopolartige Struktur des Marktes weiter zu verstärken was zumindest mittelfristig die Gewinne etwas befeuern könnte. Sollte es dazu kommen, dürfte eine Reaktion der japanischen Konkurrenz nicht lange auf sich warten lassen. Mitsubishi Heavy Industries, bei denen das Druckmaschinengeschäft nur einen kleinen Teil des gesamten Geschäfts darstellt, hat sich ja ohnehin bereits mit Ryobi Ltd. verbündet. Wahrscheinlich würde sich diesem Bündnis auch noch die Komori Corp. anschließen, so dass letzten Endes ein deutscher nationaler Champion (Heidelberger Druck/König&Bauer) mit einem Weltmarktanteil von ca. 60% einem japanischen nationalen Champion (Komori Corp./Mitsubishi Heavy Industries Ltd./Ryobi Ltd.) mit einem Weltmarktanteil von ca. 30% gegenüber stünde. Wobei die Japaner trotzdem in einer etwas besseren Position wären, da deren Notenbank eine noch aggressivere Geldpolitik betreibt als die EZB, so dass deren Produkte auf dem Weltmarkt noch günstiger würden als die Produkte der Deutschen.

Ich halte daher eine solche Konzentration in der Branche zurzeit noch für ausgeschlossen. Wenn überhaupt, so könnte sich eher die Mitsubishi Heavy Industries über kurz oder lang aus dieser Branche verabschieden, wobei hier aufgrund des bereits bestehenden Joint Ventures wohl Ryobi am ehesten für eine Übernahme dieses Geschäfts aus dem Konglomerat in Frage käme. In einem weiteren Schritt könnten dann vielleicht die gestärkte Ryobi oder aber Komori ein Auge auf König&Bauer haben. HeidelDruck erscheint mir dagegen derzeit in erster Linie finanziell noch viel zu schwach aufgestellt zu sein, als das sie die weitere Branchenkonsolidierung aktiv voran treiben könnten. Hier wurden in der Vergangenheit einfach zu viele Fehler gemacht, die erst einmal korrigiert werden müssen, um einen neuen Angriff zu starten. Wobei die gesamte Branche aufgrund des Siegeszugs des Internet langfristig weiterhin relativ unattraktiv erscheint und man als Anleger daher nur auf kurzfristige zyklische Erholungen spekulieren sollte.



08. Update beobachteter Werte

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Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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09. Übersicht HT-Portfolio

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Stephan Heibel
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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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