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20.12.2018:

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H E I B E L - T I C K E R P L U S U P D A T E

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
13. Jahrgang - Update 31 (20.12.2018)
Erscheinungsweise: Bei Bedarf
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I N H A L T

01. TICKER-UPDATE: FED BREMST KONJUNKTUR
02. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
03. AN-/ABMELDUNG

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01. TICKER-UPDATE: FED BREMST KONJUNKTUR
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Liebe Börsenfreunde,

Gestern Abend hat US-Notenbankchef Jay Powell den US-Leitzins um ein Viertel Prozent auf 2,25%-2,5% angehoben. Für das Jahr 2019 stellte er zwei (nicht mehr drei) weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Der Dow Jones rauschte in folge dieser Meldung um 500 Punkte nach unten (-1,5%). Heute wird auch der DAX mit einer ähnlichen Reaktion antworten.

Die gute Nachricht vorab, denn der Rest wird ziemlich düster: Zum Glück haben wir schon ein Viertel unseres Portfolios in Cash und en weiteres Viertel in Gold und Anleihen. Wir brauchen vorerst nichts mehr verkaufen. Außerdem haben wir nach einem heutigen Crash-Tag eine gute Chance auf dann eine etwas länger anhaltende Gegenbewegung.

Doch das wirklich Düstere an der gestrigen Fed-Entscheidung ist, dass Jay Powell überhaupt kein Verständnis für die Konjunktur und die Aktienmärkte zu haben scheint. Ich will es kurz machen:

Die US-Notenbank Fed hat ein „doppeltes Mandat“. Im Unterschied zur EZB, die sich ausschließlich um die Geldwertstabilität kümmern muss, hat die US-Notenbank gleichzeitig auch noch das Ziel der Vollbeschäftigung. Daher argumentiert die Fed häufig mit Arbeitsmarktdaten, um ihre Entscheidungen zu begründen.

Derzeit herrscht in den USA Vollbeschäftigung. Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt. Die Löhne beginnen nach zehn Jahren Seitwärtsbewegung endlich zu steigen. So positiv das aus Sicht der Angestellten und Arbeiter auch sein mag, aus Sicht der Unternehmer und Reichen ist das eine bedenkliche Entwicklung. Steigende Löhne erhöhen die Produktionskosten.

Schlimmer noch, steigende Löhne sind gemäß der traditionellen Volkswirtschaftstheorie ein Vorläufer hoher Inflationsraten. Und hohe Inflationsraten mindern den Wert der eigenen Währung, die Geldwertstabilität ist in Gefahr.

Um diesen gefährlichen Mechanismus im Keim zu ersticken, hebt die Notenbank frühzeitig den Leitzins an. Investitionen werden so teurer, das Wachstum verlangsamt sich und die Lohnspirale wird gestoppt. Inflation wird so vermieden.

Jay Powell scheint meiner Ansicht nach jedoch zu übersehen, dass wir nach der Finanzkrise von 2008 zehn Jahre mit einer unkonventionellen Geldpolitik gebraucht haben, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Nachdem die Inflation zehn Jahre lang viel zu niedrig war, wäre es durchaus angemessen, in den kommenden zehn Jahren eine etwas zu hohe Inflation zuzulassen, um den Lohnverzicht der vergangenen Jahre auszugleichen.

Es gibt viele Volkswirte, die aufgrund der vergangenen zehn Jahre nun ein „Überschießen“ der Inflation für einige Jahre zulassen wollen.

Jay Powell will davon aber nichts hören. Er spricht stattdessen von einem „Überschießen“ der Zinsanhebungen, um die aktuell seiner Auffassung nach brummende Konjunktur vor einer Überhitzung zu bewahren. Nachholbedarf? Fehlanzeige.

Anfang Oktober verkündete Jay Powell, er werde im Dezember eine und im Jahr 2019 drei weitere Zinserhöhungen vornehmen. Kritisiert wurde er insbesondere dafür, dass er sich so frühzeitig festlegt.

Gestern hat er nun seine Fehleinschätzung eingestanden und kündigte nach der gestrigen Zinserhöhung nun nur noch zwei weitere für 2019 an. Wieder eine frühzeitige Festlegung, mit der er seine Glaubwürdigkeit unterminiert, sollte er auch diese Ankündigung in den kommenden Monaten revidieren müssen. Warum hängt er sich so weit zum Fenster raus?

Ich hatte mir am vergangenen Freitag gewünscht, er würde die eine, angekündigte Zinserhöhung vornehmen und anschließend kund tun, dass weitere Zinsentscheidungen zu gegebener Zeit und jeweils unter Berücksichtigung der dann aktuell verfügbaren Konjunkturdaten getroffen werden. Niemand verlangt von ihm hellseherische Fähigkeiten.

Doch stattdessen müssen wir uns nun auf einen Fed-Chef einstellen, der die Mission hat, das Wirtschaftswachstum zu bremsen.

AUSBLICK

Ich fürchte, der heutige Tag wird nicht schön. Irgendwann werden dann als erstes Rezessionssichere Aktien wie Versorger und der Gesundheitssektor gekauft. Erst nach Weihnachten erwarte ich dann eine Erholung in den Wachstumsaktien. Aktien also, die unabhängig von der Konjunktur wachsen.

Industrieaktien, Logistik, Marketing, Rohstoffe, Immobilienaktien, Autos und Finanztitel würde ich jedoch in den kommenden Wochen und Monaten, solange Powell auf seiner Mission ist, meiden.

Ist nun der Zeitpunkt gekommen, einzusteigen? Nun, wenn Sie sich an die genannten Branchen meiden, können Sie vielleicht heute irgendwann auf einen zwischenzeitlichen Boden spekulieren. In meinen Augen ist es aber zu gefährlich, jetzt schon auf einen nachhaltigen Boden zu setzen, solange Powell noch seiner Mission folgt.

Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

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Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.


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02. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Es tut mir Leid, dass im Heibel-Ticker nicht die viel
versprechenden neuen Regeln der Rechtschreibreform
berücksichtigt werden, aber ich müsste Kopf stehen, um
diese zu verstehen.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen


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03. AN-/ABMELDUNG
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