• 12.10.: Heute im Heibel-Ticker: Teileinigung im Handelsstreit, Lösungsmöglichkeit beim Brexit http://bit.ly/2IJ98pM #Börse #Aktien
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05.04.2019:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

14. Jahrgang - Ausgabe 14 (05.04.2019)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Cloud-Unternehmen im Überblick: Von Startups bis zu Cloud-Giganten
02.So tickt die Börse: Rallye aufgrund nachlassender Konjunktursorgen
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Champagnerkorken knallen noch nicht, der Verschluss wird aber schon aufgedreht
 -
04.Ausblick: Überblick über die Cloud
 - Reife Cloud-Unternehmen: Adobe, RedHat, Salesforce, VMWare
 - Etablierte Cloud-Unternehmen: ServiceNow, Splunk, Workday, Tableau
 - Junge Wilde Cloud-Unternehmen: Atlassian, HubSpot, Okta, Veeva
 - Cloud-Startups gegen Internet-Giganten
 - Zusammenfassung
05.Update beobachteter Werte: BB Biotech, FinTech Group, Südzucker-Anleihe
 - BB Biotech: Evolution der Medizin
 - FinTech Group: Verkaufen, 17% Gewinn einsacken
 - Südzucker-Anleihe: Vorsicht vor Kaufangebot
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Cloud-Unternehmen im Überblick: Von Startups bis zu Cloud-Giganten

Liebe Börsenfreunde,

Schwerpunkt der heutigen Ausgabe ist das Kapitel 04, in dem ich uns einen Überblick über die maßgeblichen Akteure in der Cloud verschaffe. Es gibt die jungen Wilden, sowohl die etablierten und reifen Cloud-Unternehmen als auch die Giganten der Cloud. Aufgrund meiner Einteilung wird abschließend schnell offensichtlich, welche Aktien die besten Chancen versprechen.

Das heutige Kapitel 02 behandelt heute kurz die Gründe für den weiteren Kursanstieg an den Aktienmärkten. Zudem habe ich die Hintergründe des 20%-Sprungs beim Bitcoin recherchiert und dargestellt.

Das Sentiment ist angesprungen, Anleger feiern zu Recht. In Kapitel 03 leite ich aus dem Anlegersentiment ab, wie lange diese Rallye noch gehen kann und was als nächstes zu erwarten ist.

Wie immer gibt es eine Reihe von wichtigen Updates zu unseren offenen Positionen in Kapitel 05 sowie eine tabellarische Übersicht in Kapitel 06.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp190407.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Rallye aufgrund nachlassender Konjunktursorgen

Müssen wir jetzt schon wieder über den Brexit sprechen? Da ist der DAX um 4,2% angesprungen und der Heibel fängt wieder mit dem Brexit an? Ist das Thema an den Aktienmärkten nicht längst durch??

Ich fürchte nein. Es gibt Stimmen, die sehen in den ganzen chaotischen Entwicklungen die strategisch gewollte Bewegung in Richtung Exit vom Brexit. Es gibt andere Stimmen, die sehen darin einmal mehr den Beweis dafür, dass Europa handlungsunfähig ist. Gelähmt durch die Demokratie und ein übersteigertes Konsensbestreben. Einer der Gründe, warum der DAX nicht mit dem Dow Jones mithalten kann.

Egal wie die Entscheidung ausfallen wird, so könnte man derzeit meinen, Anleger sind froh, dass das Brexitchaos bald ein Ende haben wird. Das könnte zumindest vorläufig stimmen, denn selbst im Falle einer Verschiebung wäre der Druck erst einmal aus dem Kessel.

Und das ist wichtig für die anstehenden Wochen: Wir laufen auf eine sehr wichtige Berichtssaison zu. Das erste Quartal 2019 ist zu Ende, Unternehmen schubsen ihre Zahlen zurecht und schon nächste Woche wird es in den USA mit den ersten Quartalsberichten losgehen. Wir erinnern uns: Die Prognosen für dieses Quartal wurden überwiegend zum Jahreswechsel ausgestellt. Damals war die Zinspolitik noch höchst ungewiss und der Handelsstreit mit China drohte zu eskalieren. Derzeit zeichnen sich aber Lösungen ab, so dass die Unternehmensprognosen meiner Einschätzung nach wieder mehr Zuversicht ausstrahlen können, während man gegebenenfalls die Q1-Zahlen als einmaligen Ausrutscher einordnet.

Derweil läuft an den Aktienmärkten eine gigantische Rotationsbewegung: Die Konjunktursorgen ebben ab und entsprechend werden zyklische Industrieaktien nach oben gejubelt (+6,6%). Auch die Autowerte (+8,7%) und Chemiewerte (+6,2%) haben diese Woche von den nachlassenden Konjunktursorgen profitiert. Größte Gewinner sind Dr. Hönle (+15%) und Aixtron (+13%), Hella (+16%) und Leoni (+17%). Bei Leoni kann es sich meines Erachtens nur um eine heftige Erholungsbewegung im übergeordneten Abwärtstrend handeln, denn nach 75% Kursverlust ist ein Kursgewinn von 17% nicht wirklich eine Trendwende.

Auf der anderen Seite hinkten Immobilienwerte mit +1,4% hinterher. Und der Einzelhandel (-0,5%) wurde sogar gegen den positiven Markttrend ausverkauft. Größte Verlierer sind dort Zooplus (-7%) und Steinhoff Holding (-8,3%).

Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES4.4.19Woche ΔΣ '19 Δ
Dow Jones26.409 2,2%14,5%
DAX12.010 4,2%13,7%
Nikkei21.808 2,8%9,0%
Shanghai A 3.401 5,0%30,2%
Euro/US-Dollar1,120,0%-2,0%
Euro/Yen125,320,8%-0,7%
10-Jahres-US-Anleihe2,50%0,09-0,23
Umlaufrendite Dt-0,06%0,07-0,16
Feinunze Gold$1.292 -0,2%0,9%
Fass Brent Öl$69,98 2,3%34,0%
Kupfer6.482 2,3%7,7%
Baltic Dry Shipping699 1,0%-45,0%
Bitcoin4.955 22,6%26,3%



Nicht nur DAX und Dow Jones konnten diese Woche zulegen, auch der japanische Nikkei (+2,8%) und der chinesische Festlandindex Shanghai A (+5%) profitierten von abflauenden Konjunkturängsten und aufkeimender Hoffnung auf einen Verhandlungserfolg.

Die Rendite in Deutschland und in den USA konnte sich vor diesem Hintergrund wieder erholen: Die Umlaufrendite verkleinerte ihren Negativzins auf -0,06%, die US-Staatspapiere erholten sich um 0,09%punkte auf 2,5%.

Der Bitcoin ist von 4.000 auf 5.000 USD gesprungen. Als Auslöser wird ein Aprilscherz genannt: Die US-Börsenaufsicht SEC habe zwei Bitcoin-ETFs genehmigt, hieß es und schon begann der Bitcoin zu fliegen. Doch so leicht ist das nicht: Erstens ist der Kurs, seit der Aprilscherz aufgedeckt wurde, nicht wieder zurückgekommen und zweitens gibt es eine ganze Reihe von Entwicklungen, die dafür sprechen, dass dem Bitcoin wieder Leben eingehaucht wird.

Punkt eins ist leicht zu erklären: Wäre der Bitcoin allein aufgrund eines Aprilscherzes um 20% angesprungen, dann würde das Dementi dieser Meldung, also die Aufklärung darüber, dass es nur ein Aprilscherz war, den Kurs umgehend wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück holen. Die fundamentale Entwicklung, die für die 20% Wertzuwachs verantwortlich war, hat sich als Aprilscherz herausgestellt und folglich ist der Bitcoin wieder so wenig wert wie vor dem Aprilscherz, oder?

Der Umstand, dass dies nicht geschehen ist, zeigt meines Erachtens aber, dass der Bitcoin eben nicht nur Phantasiegeld ist, das keinen fundamentalen Wert trägt, sondern eben doch einen Wert hat. In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder Meldungen über weitere Einsatzmöglichkeiten des Bitcoin gelesen und über Entwicklungen in Sachen Sicherheit. Zudem steigt langsam das Wissen über den Bitcoin in der Gesellschaft.

Vergessen wir mal den Hype um den Bitcoin im Jahr 2017, der den Preis auf 20.000 USD getrieben hat. Wenn wir dies als Übertreibung verbuchen, dann ist dennoch weiterhin erstaunlich, dass der Bitcoin Anfang 2017 noch unter 1.000 USD notierte und dieses Niveau auch nach der heftigen Korrektur des vergangenen Jahres nicht mehr gesehen hat: Das Tief lag knapp unter 3.000 USD. Wer also Ende 2016 in den Bitcoin investiert hat, der blickte selbst im Zenit der Korrektur noch auf eine Kursverdreifachung, heute ist es schon wieder eine Verfünffachung. Ich will den Bitcoin also nicht als Phantasiewährung abtun.

Es gibt eine Entwicklung, die Bitcoin-Freaks im Auge haben: Nächstes Jahr wird das Schürfen von Bitcoins erheblich schwerer gemacht. Zuletzt 2016 wurde die Belohnung für Rechner, die Bitcoins schürften, halbiert. Die nächste Halbierung steht 2020 an und dürfte die Verknappung dieser Währung wieder verdeutlichen.

Vor einem Jahr gab es Bitcoin-Schürfrechner im Überfluss. Wir haben erlebt, wie Nvidia unter diesem Überschuss gelitten hat: High-End Graphikkarten, die eigentlich für Hochleistungsrechner vorgesehen waren, um Bitcoins zu schürfen, werden noch heute auf dem Markt verramscht. Das Angebot wird also nicht mehr so stark ausgeweitet wie noch Ende 2017.

Der Markt kommt, laut Nvidia, im nun laufenden zweiten Quartal wieder ins Gleichgewicht. Vielleicht ist das auch für den Bitcoin der Fall und die Anzahl der angebotenen Bitcoins übersteigt nicht mehr die Nachfrage.

Hier kommt nun die Wirkung des Aprilscherzes hinzu: Berichten zufolge habe es im Anschluss an den Aprilscherz eine Kauforder für Bitcoins gegeben, die ein Volumen von 100 Mio. USD hatte. Die Order wurde auf drei Bitcoin-Börsen verteilt und zog jeweils weitere Käufe nach sich.

Der Bitcoin wird nämlich zu einem großen Teil von vollautomatischen Handelssystemen gehandelt. Registrieren diese Handelssysteme ein Anstieg des Handelsvolumens, dann wird mitunter ein Algorithmus aktiviert, der das als attraktive Kaufgelegenheit identifiziert und für das eigene Bitcoin-Produkt weitere Kauforders erzeugt. So wird eine sich selbst verstärkende Nachfrage erzeugt, die beim vergleichsweise dünnen Handelsvolumen des Bitcoins eine sehr starke Dynamik entwickeln kann.

Ich würde also sagen: Der Bitcoin ist nicht in die Versenkung verschwunden, sondern konnte sich nach seinem Ausflug in die Hype-Region stabilisieren, erarbeitet sich Vertrauen und wurde nach langer Bodenbildung nun auf ein neues Niveau gehievt. Ich würde nicht darauf wetten, dass der Bitcoin bald wieder zurück unter 4.000 USD rutschen muss. Wenn, dann würde ich drauf wetten, dass die Rallye noch ein wenig weiter geht - allerdings würde ich dann ein sehr enges automatisches Stopp Loss verwenden.




03. Sentiment: Champagnerkorken knallen noch nicht, der Verschluss wird aber schon aufgedreht

Der DAX ist in der abgelaufenen Woche um über 4% angesprungen. Nachdem noch in der Vorwoche ein Abrutschen in den Abwärtstrend diskutiert wurde, ist nun innerhalb von nur zwei Wochen ein Jahreshoch erreicht. Entsprechend hat sich die Stimmung unter den Anlegern aufgehellt, wie ich dem vorläufigen Umfrageergebnis bereits entnehmen kann.

Denn 45% (+31%) der Anleger sehen in der aktuellen DAX-Bewegung nun einen Aufwärtsimpuls, weitere 16% (+8%) eine Topbildung. Nur noch 29% (-25%) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus und an einen Abwärtsimpuls glaubt kaum noch jemand. Die Anlegerstimmung ist auf 3,8 gesprungen, der höchste Wert seit Mai 2018. Ab Werten über 4,2 würde ich von Euphorie sprechen.

Das Umfrageergebnis über die Selbstzufriedenheit der Anleger gibt mir Rätsel auf: Nur 22% (-8%) der Teilnehmer sehen ihre Erwartungen der Vorwoche durch die aktuelle Börsenentwicklung kaum erfüllt, weitere 11% (+3%) wurden sogar auf dem falschen Fuß erwischt. Hingegen sehen 47% (-7%) ihre Erwartungen als zum größten Teil erfüllt an und sogar 20% (+12%) wollen auf die steigenden Kurse spekuliert haben. Insbesondere letztere Gruppe habe ich jedoch vor einer Woche nicht sehen können, denn damals waren unsere Umfrageteilnehmer so passiv und vorsichtig wie selten zuvor. Es überrascht mich also, dass heute viele auf steigende Kurse spekuliert haben wollen, während vor einer Woche überwiegend Passivität zu beobachten war.

Alles nur ein Strohfeuer, könnte man meinen, wenn wir uns die Antworten zur nächsten Frage anschauen: Nur noch 17% (-5%) erwarten für den DAX in drei Monaten weiter steigende Kurse, hingegen fürchten nun 32% (+3%) einen Abwärtsimpuls und weitere 39% (+3%) eine Seitwärtsbewegung.

Dennoch wollen nun 21% (+3%) Aktien zukaufen, während 19% (+5%) ihre Aktienpositionen verkleinern wollen. Damit hat sich die hohe Neutralität der Vorwochen ein wenig aufgelöst (-8% auf 60%).

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf -10 gefallen und zeigt an, dass Privatanleger hohe Absicherungspositionen eingehen. Die erzielten Kursgewinne der vergangenen Wochen möchte niemand abgeben.

Ganz anders verhalten sich die Profis, deren Put/Call-Verhältnis, das von der Eurex veröffentlicht wird, eine sehr bullische Positionierung anzeigt. So auch das Put/Call-Verhältnis der US-Börse CBOE, auch dort sind Anleger für weitere Kurssteigerungen positioniert.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote in den vergangenen Tagen von 62% auf 92% hochgeschraubt, der stärkste Wochenanstieg seit vielen Monaten.

Die US-Privatanleger trauen dem Braten wohl noch nicht, das Bulle/Bär-Verhältnis zeigt mit 6,7% nur einen leichten Bullenüberhang an. So zeigt sich, dass Profis hüben und drüben auf nachhaltig steigende Kurse setzen, während Privatanleger Angst um die erzielten Buchgewinne haben.

Der technische Angst und Gier Index des S&P 500 steht mit 74% kurz vor der extremen Gier (ab 75%), was zur Vorsicht mahnen würde.

Interpretation



Die Stimmung ist zu Recht gut: Die Hürde bei 11.800 Punkten im DAX, die seit Oktober 2018 den Bärenmarkt definiert hat, wurde diese Woche erfolgreich übersprungen. Nun wird der Blick nach oben gerichtet, die 12.500 Punkte kommen ins Visier.

Sind nun alle Sorgen vom Tisch? Nun, die Brexit-Verhandlungen gelten inzwischen als unberechenbar. Die Verhandlungen im Handelsstreit zwischen China und den USA könnte man ebenso beschreiben, obwohl dort US-Präsident Trump derzeit für gute Laune sorgt. Doch das hat, wie wir inzwischen gelernt haben, nichts zu heißen. Doch immerhin hellen sich die Konjunkturdaten auf: Die Arbeitsmarktdaten in den USA sind besser als erwartet, die chinesische Konjunktur reagiert positiv auf die vor sechs Monaten verabschiedete Konjunkturstimulation. Und in Deutschland hat die Industrieproduktion (für Februar) diese Woche positiv überrascht.

Wir haben also Notenbanken, die eine Rückführung der Geldflutung erst einmal ausgesetzt haben. Keine Zinserhöhungen in den USA, keine Rückführung der Anleihen im Bestand der EZB. Gleichzeitig ist die Inflation niedrig. Goldlöckchen-Szenario nennt man das.

Ich habe den Eindruck, dass die Aktienmärkte eine Lösung im Brexit sowie im Handelsstreit bereits als gegeben betrachten. Dabei könnte die Lösung, wenn sie denn kommt, in ihrer Struktur enttäuschen: Ein wie auch immer gearteter Kompromiss zwischen China und den USA wird von den Trump-Gegnern sicherlich direkt im Anschluss als Fehler dargestellt werden. Und eine Lösung im Brexit-Chaos könnte auch so aussehen, dass das Chaos noch um ein Jahr verlängert wird, wenn wir Ratspräsident Donald Musk glauben. Es ist also durchaus möglich, dass wir zwar in den kommenden Wochen Lösungen sehen, diese könnten aber den Anleger missfallen und somit zu Rücksetzern führen.

Für mich sieht es, unter Berücksichtigung der Sentiment-Analyse, so aus, als könnten wir in den kommenden Tagen als Reaktion auf Lösungen der Krisen nochmals einen kleinen Kurssprung an den Aktienmärkten sehen, anschließend sollte es jedoch Gewinnmitnahmen, Ernüchterung und Konsolidierungen geben, bevor die Lösungen sachlich eingeordnet werden.

Wer also spekulativ Long ist, sollte bald mal ein paar Zwischengewinne mitnehmen.







04. Ausblick: Überblick über die Cloud

Die Welt zieht in die Wolke, ich habe schon vielfach über Cloud-Unternehmen geschrieben. Heute möchte ich einen Überblick über die beteiligten Unternehmen geben, wobei wir berücksichtigen müssen, dass inzwischen fast alle IT-Unternehmen irgendwie mit der Cloud zu tun haben. Es ist wie eine Wellenbewegung: IBM stürmte mit Mainframe-Rechnern die Unternehmenswelt, indem damals hocheffiziente Rechenleistung zentral zur Verfügung gestellt wurde. Es folgten Client-Server-Systeme, die möglichst viel der Rechenleistung, der Softwarelogik bis hin zu Daten dezentral auf den Rechnern des Nutzers abbildeten. Und heute wird wieder möglichst viel der Rechenleistung in die Cloud geholt, was die Rückkehr zur zentralen Datenverarbeitung bedeutet.

Irgendwann wird es auch wieder eine Welle zur Dezentralisierung geben. Nicht alles, was heute in die Cloud geholt wird, wird dort bleiben. Doch vorerst bleibt die Cloud ein Trend, der vielen Unternehmen exorbitantes Wachstum ermöglicht. Schauen wir uns mal an, wer derzeit am stärksten davon profitiert.

REIFE CLOUD-UNTERNEHMEN: ADOBE, REDHAT, SALESFORCE, VMWARE

Adobe war das erste Unternehmen, das bereits im Jahr 2011 die konsequente Umstellung des Geschäfts auf das Cloud-Modell angegangen hatte. Die Aktie stand damals unter 20 Euro, heute steht sie bei 240 Euro. Das erwartete jährliche Gewinnwachstum beträgt 22%, das KGV 2020e steht bei 28. Da ist noch Luft nach oben, könnte man meinen. Doch der Blick auf das Kurs/Umsatz-Verhältnis mahnt zur Vorsicht: 10 Mrd. USD Jahresumsatz wird mit einer Marktkapitalisierung von 130 Mrd. USD bewertet, ein KUV von 13! Normalerweise wird ein KUV von 1 als fair betrachtet, bei Wachstumsunternehmen kann es auch mal 2 sein. Mit 13 trägt Adobe eine Bewertung, die eigentlich nur junge Startups rechtfertigen können. Ist Adobe also ein junges Startup?

Nun, ein wichtiges Kennzeichen von Startups ist die Steigerung der Wachstumsrate. Es reicht für Startups nicht aus, Quartal für Quartal mit 20% zu wachsen, sondern diese Wachstumsrate muss anwachsen, um zu zeigen, dass das Geschäftsmodell wirklich skaliert. Adobe ist in den vergangenen Jahren mit über 20% p.a. angewachsen, sowohl im Umsatz als auch im Gewinn. Doch aktuell sackt die Wachstumsrate unter 20%, ist also rückläufig. Ich halte Adobe daher für ein "reifes" Cloud-Unternehmen, dessen Bewertung zwar je nach Marktlage noch ansteigen kann, doch in absehbarer Zeit an eine Decke stoßen sollte.

RedHat wurde im vergangenen Oktober mit einem Preisaufschlag von 50% zum damaligen Aktienkurs von IBM übernommen. Damit geht dieses reife Cloud-Unternehmen nun in IBM auf, die Aktie von IBM hat seither 25% zugelegt. RedHat liefert ein Linux-Betriebssystem für Server in Rechenzentren, die in komplexe Infrastrukturen eingebunden werden. Linux ist zwar lizenzfrei, doch Kunden kaufen sich den Support von RedHat, das eine eigene Linux-Version wartet und weiterentwickelt.

Damit ist RedHat im Zentrum der explosionsartig wachsenden Rechenzentren weltweit, einst das angestammte Kerngeschäft von IBM. Ich denke, die Übernahme ist sinnvoll für IBM und könnte den seit Jahrzehnten versuchten Kulturwandel bei Big Blue endlich ermöglichen. IBM könnte dadurch wieder wachsen, doch IBM ist zu reif, um hohe Wachstumsraten und somit eine hohe Bewertung zu erhalten.

Mit einem Jahresumsatz von 13 Mrd. USD und einer Marktkapitalisierung von 122 Mrd. USD ist Salesforce.com vergleichbar mit Adobe. Auch das Umsatzwachstum von 19,5% ist vergleichbar, für die kommenden fünf Jahre wird ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 28% prognostiziert. Vor diesem Hintergrund ist auch ein KGV 2020e von 46 vertretbar, doch auch hier gilt: Wie lange kann Salesforce die Wachstumsgeschwindigkeit ausbauen? Aktuell ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

VMWare setzt 9 Mrd. USD um und wird mit 75 Mrd. USD bewertet (KUV = 8). 10% Gewinnwachstum p.a. werden mit einem KGV 2020e von 24 erwartet. Das Umsatzwachstum steht bei 10%. Damit ist auch VMWare ziemlich hoch bewertet. Das Unternehmen ist eine Ausgliederung aus dem Mutterkonzern EMC. Während RedHat das Betriebssystem für Server anbietet, kümmert sich VMWare darum, tausende Server aus der Ferne zu warten, als ob man direkt am Rechner sitzt. "Virtual Machine" - der Server wird über die VMWare Software auf dem Laptop dargestellt, als wäre man direkt vor Ort, auch wenn man in einer anderen Stadt sitzt. Nur so sind die riesigen Serverfarmen zu warten, ohne dass Tausende von Entwicklern sich gegenseitig auf den Füßen stehen.

ETABLIERTE CLOUD-UNTERNEHMEN: SERVICENOW, SPLUNK, WORKDAY, TABLEAU

ServiceNow unterstützt die IT großer Konzerne mit der Administration der verschiedenen Software-Lizenzen und mit der Vorkonfiguration für Mitarbeiter. 2,6 Mrd. USD Jahresumsatz werden mit einem KUV von 16 bewertet (43 Mrd. USD Marktkapitalisierung). Das KGV 2020e steht bei 55 bei einer Wachstumsrate von 35% p.a. im Gewinn und 28% im Umsatz. Das sieht sehr gesund aus, ServiceNow befindet sich mitten in einer Wachstumsphase, in der das Produkt auf eine große Nachfrage trifft.

Splunk hat sich der Datenanalyse verschrieben: Mit Hilfe von Big Data uns Echtzeitanalyse werden aus dem Kundenverhalten von Einzelhändlern individuelle Angebote gestrickt und neue Geschäftsstrategien abgeleitet. 1,8 Mrd. USD Jahresumsatz werden mit 18 Mrd. USD Marktkapitalisierung bewertet (KUV = 10), das KGV von 55 wird durch ein erwartetes Gewinnwachstum von 33% p.a. untermauert. Der Umsatz wächst mit 21% p.a. Während ServiceNow beim Einsparen von IT-Kosten hilft, verspricht Splunk seinen Kunden mehr Umsatz und bessere Gewinnmargen. Aus diesem Blickwinkel hat Splunk vermutlich die besseren Karten, denn Wachstum wird immer wichtiger sein als Kosteneinsparungen.

Workday kümmert sich um die Personalabteilungen. Auch dort gilt es in erster Linie, Geld einzusparen, wie bei der IT-Abteilung über ServiceNow. Doch sowohl die IT als auch das Personal stellen strategisch wichtige Stellschrauben für den Unternehmenserfolg dar. Es mag zu einfach dargestellt sein, Personalabteilung und IT-Abteilung als Kostenfaktor zu betrachten, doch das Wachstum, das aus einer guten Personalpolitik entsteht, ist genau wie bezüglich der IT erst viel später zu erkennen als direkte Umsatzsteigerungen durch den Einsatz von Splunk. Vor diesem Hintergrund ist Workday bislang die teuerste Aktie: 2,8 Mrd. Jahresumsatz werden mit 41 Mrd. USD Marktkapitalisierung belegt (KUV = 14), das KGV 2020e steht bei 84, wobei das Gewinnwachstum p.a. auf 31% beziffert wird. Der Umsatz wächst mit 22%.

Tableau Software: "DATA". Die Vorstufe der künstlichen Intelligenz ist die Aufbereitung der Daten. Es lässt sich schwer beschreiben, aber jeder, der einmal damit zu tun hatte, weiß, dass es stets ein gigantischer Aufwand ist, vorhandene Informationen in ein Format zu überführen, das von Maschinen verarbeitet werden kann. Derzeit sitzen unzählige Firmen an ihren Rechnern und schauen, wie sie ihre verfügbaren Informationen besser nutzen können. Dabei hilft Tableau Software. Das Unternehmen setzt immerhin schon 1 Mrd. USD um und wird mit einer Marktkapitalisierung von 10 Mrd. USD belegt (KUV = 10). Das KGV 2020e steht bei 55, das Gewinnwachstum wird mit 29% angesetzt. Das Umsatzwachstum steht bei 19%.

JUNGE WILDE CLOUD-UNTERNEHMEN: ATLASSIAN, HUBSPOT, OKTA, VEEVA

Atlassian hat ebenfalls ein bedeutungsschweres Börsenkürzel abbekommen: "TEAM". Atlassian kümmert sich um die Zusammenarbeit von IT-Entwicklern. Kommunikation und Projektsteuerung von über die Welt verstreuten Entwicklern wird über die Atlassian-Cloud abgewickelt. 1 Mrd. USD Jahresumsatz wird mit einer Marktkapitalisierung von 26 Mrd. USD bewertet (KUV = 26!), das KGV 2020e steht bei 108 (dreistellig!), während das Gewinnwachstum mit 30% veranschlagt wird. Immerhin wächst der Umsatz fast proportional zum Gewinn mit 28%.

HubSpot kümmert sich um die Präsenz von Einzelhändlern in den sozialen Medien und in den Suchmaschinen (SEO). Das junge Unternehmen setzt gerade einmal eine halbe Milliarde USD um und wird schon mit 7 Mrd. Marktkapitalisierung belegt (KUV = 14). Das KGV 2020e steht bei 100, ist also auch schon dreistellig, wird jedoch von einem exorbitant hohem Gewinnwachstum untermauert: in den kommenden fünf Jahren soll der Gewinn Analysten zufolge um 60% p.a. anwachsen. Ich weiß nicht, wie das gehen soll, denn das Umsatzwachstum wird auf 24% geschätzt. Wenn wir diese Zahlen mal fünf Jahre in die Zukunft rechnen, komme ich auf einen Jahresumsatz von 1,5 Mrd. USD und einen Gewinn von 388 Mio. USD. Das entspricht einer Gewinnmarge von 25%, was in der Branche nicht besonders hoch ist. Das KGV würde, wenn die Aktie auf dem heutigen Niveau stehen bliebe, dann bei 17 stehen. Spekulanten in dieser Aktie müssen folglich fest damit rechnen, dass selbst diese Prognosen viel zu niedrig sind.

New Relief beobachtet den Erfolg von Internetseiten: Funktionieren die Ablaufprozesse von Werbung bis Kundenbestellung bei Einzelhändlern? Wie ist die Absprungrate bei den verschiedenen Zwischenschritten und mit welchen Änderungen lässt sich die Absprungrate verringern? Auch New Relief setzt etwa eine halbe Milliarde USD um und wird mit 5,5 Mrd. USD bewertet (KUV = 11). Das Gewinnwachstum von erwarteten 20% p.a. wird mit einem KGV 2020e von 112 für meinen Geschmack viel zu hoch bewertet. Doch das könnte eine konservative Erwartung sein, denn der Umsatz wächst mit 27%.

Ein ganz heißes Eisen ist Okta, ein Unternehmen, dass sich der Zugriffssicherung verschrieben hat. Die Nutzeridentifikation über verschiedene Ebenen, von Passwort über Sicherheitsfragen bis hin zum Fingerabdruck, wird als Dienstleistung angeboten. Ein kritischer Bereich, der von Unternehmen gerne vernachlässigt wird. Der Jahresumsatz von 400 Mio. USD wird mit einer Marktkapitalisierung von 10 Mrd. USD belegt, ein KUV von 25 und somit bislang die höchste Bewertung. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis ... ach ja, das gibt es noch nicht, da noch kein Gewinn erwirtschaftet wird. Der Umsatz wächst mit 30% und für den Gewinn erwartet man Wachstumsraten von 20%, wenn denn mal die schwarze Null erreicht ist.

Medizinersoftware bietet Veeva, ein Unternehmen, das sich der Life Science Branche zugehörig fühlt. Patientenverwaltung und klinische Researchfunktionen werden in der Cloud-Software zusammengeführt und Praxen bis hin zu Kliniken angeboten. 860 Mio. USD Jahresumsatz werden mit 19 Mrd. USD Marktkapitalisierung belegt (KUV = 22), das KGV von 58 ist für das erwartete Gewinnwachstum von 17% p.a. in meinen Augen viel zu hoch. Der Umsatz wächst proportional zum Gewinn mit 17%. In der Gesundheitsbranche steckt viel Phantasie, doch die Bewertung von Veeva ist mir zu hoch.

CLOUD-STARTUPS GEGEN INTERNET-GIGANTEN

Dann sind da noch die Unternehmen, die sich mit attraktiven Produkten direkt um Kunden streiten. Ob Musik- oder TV-streaming, Online-Speicherplatz: Der Konkurrenzdruck ist hoch. Spotify spürt den Gegenwind von Apple, Dropbox muss sich gegen Microsoft und Google behaupten. Netflix bekommt nun ebenfalls von Apple Gegenwind, und auch Disney startet heute mit einer neue Offensive. Für mich ist Amazon der Marktführer in der Cloud, denn sehr viele der hier aufgezählten Unternehmen nutzen die Cloud-Infrastruktur von Amazon. Und einmal mehr hat Cisco es geschafft, die Sicherheits- und Performanceanforderungen der neuen Cloud-Welt besser zu meistern als alle anderen Startups, so dass weder Amazon, noch Cisco nennenswerte Wettbewerber in ihren Bereichen haben.

ZUSAMMENFASSUNG

Boah, das hatte ich schon lange mal vor, mir die einzelnen Cloud-Unternehmen vorzuknöpfen. Nun bin ich mit dem Ergebnis allerdings überhaupt nicht zufrieden :-(. Denn irgendwie hat sich keines der hier vorgestellten Unternehmen als besonderes attraktiv entpuppt. Die reifen Cloud-Unternehmen sind in einem Geschäftszyklus, der nachlassende Wachstumsraten fürchten lässt. Und Unternehmen, die von einem Wachstumspfad in ein gesundes, "reifes" Geschäftsmodell migrieren, erleiden in der Übergangsphase häufig herbe Kursverluste. Wir haben das schon bei vielen Unternehmen gesehen (bspw. Apple). Ich traue mich also nicht, Adobe, RedHat/IBM, Salesforce oder VMWare zu empfehlen.

Die jungen Cloud-Unternehmen mit etabliertem, neuem Geschäftsmodell gefallen mir noch am besten, da sich die hohe Bewertung mit einem Gewinnwachstum von um die 30% schnell relativieren kann. ServiceNow, Splunk, Workday und Tableau haben sich einen Namen gemacht, eine Marktnische für sich erobert und genießen steigende Skaleneffekte.

Die jungen Wilden hingegen sind noch dabei, die Welt von der Einzigartigkeit ihres Angebots zu überzeugen. Atlassian ist nicht das einzige Unternehmen, dass die Projektkoordination für IT-Entwickler anbietet: Pivotal Software ist dort ebenfalls unterwegs und verfügt über einen ähnlich großen Marktanteil. Auch HubSpot hat für mich auf den ersten Blick kein Alleinstellungsmerkmal, vielmehr ist dieser Markt noch von vielen individuellen Anbietern dominiert... und das hat seinen Grund. Das Angebot von New Relief erinnert mich an die Möglichkeiten von Google Analytics und die Zugriffssicherung Okta bleibt hinter den Sicherheitsmöglichkeiten von Cyan zurück. Veeva gibt es auch hier in Deutschland, heißt hier Compugroup, wenngleich deren Angebot noch nicht so breit, dafür aber im Detail ausgefeilter ist.

Spotify hatte ich mir als Wunschkandidat vorgemerkt, doch nachdem nun Apple diesen Markt bearbeitet, bin ich lieber vorsichtig. Spotify hat seit dem Börsengang keine guten Zahlen mehr veröffentlichen können. Sollten wir uns also auf Apple, Microsoft, Amazon, Cisco und Alphabet (Google) konzentrieren? Ja, ich denke, mit diesen fünf Unternehmen / Aktien machen Sie nichts falsch.



05. Update beobachteter Werte: BB Biotech, FinTech Group, Südzucker-Anleihe

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


BB Biotech
Evolution der Medizin

Fr, 05. April um 13:07 Uhr
Chief Investment Officer (CIO) Dr. Daniel Koller hat die neue Strategie von BB Biotech in die Evolution der Medizin eingebettet. Er beschreibt den Wandel von den auf chemischen Substanzen basierenden Medikamenten, die in den vergangenen Jahrzehnten dominierten, hin zur genbasierten Behandlung.

Traditionelle Pharma:
Verabreichung: 1x Tag
Kosten: $ - $$$ pro Tablette
Träger: Chemische Substanz

Aktuelle BioTech:
Verabreichung: 1x Woche/Monat
Kosten: $$$ - $$$.$$$ pro Injektion
Träger: Biologika RNA-basierte Therapie

Künftige Genetik:
Verabreichung: 1x Jahr/Leben
Kosten: $$$.$$$ - $.$$$.$$$ pro Infusion
Träger: Zellbasierte Therapie Gentherapie Geneditierung

Acht der zehn umsatzstärksten Medikamente stammen heute bereits aus dem Bereich BioTech.

BioTech zielt darauf ab, bestimmte krankheitsverursachende Proteine temporär zu blockieren. Hingegen soll mit Gentherapien eine fehlende oder fehlerhafte Funktion ersetzt werden. Viren sollen die gewünschte Funktion in die Zellen transportieren, wie die Informationen gelesen und umgesetzt wird. Doch auch die Gentherapie ist nur ein Zwischenschritt, da die Transportviren irgendwann ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, die Behandlung muss also wiederholt werden (bspw. einmal im Jahr).

Erst mit dem Geneditierung wird das Erbgut in den Zellen permanent verändert, Transportmittel sind hier ebenfalls Viren.

BB Biotech hat in den vergangenen Monaten verstärkt in Genetik investiert: Avexis (inzwischen von Novartis übernommen), Voyager Therapeutics (0,9% Portfolioanteil), Audentes (0,5%) und Sangamo (0,5%) konzentrieren sich auf seltene Krankheiten, deren Behandlung sehr speziell und dadurch teuer ist. Es sind zwar erst erste kleine Positionen, doch dieser Bereich soll nach Aussage von Koller künftig wachsen.


FinTech Group
Verkaufen, 17% Gewinn einsacken

Fr, 05. April um 13:12 Uhr
Gestern hat die Sino AG Handelsdaten für den Monat März veröffentlicht. Sino Tranig ist eine Plattform für Heavy Trader, also für extrem aktive Trader. Die Plattform hat nur 389 Kunden. Davon hat jeder jedoch große Summen für Spekulationen zur Verfügung.

Die Anzahl der durchgeführten Orders ging im März um 11,6% gegenüber dem Vormonat zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt das Minus sogar 25,5%. Wenn ich 1+1+1 zusammenzähle, also unsere Sentiment-Daten hinzuziehe (Anleger warteten erstmal ab, wie sich die Krisenherde entwickeln) und den extrem vorsichtigen Ausblick von FinTech CEO Niehage berücksichtige, dann spricht einiges dafür, dass auch die FinTech Group in den kommenden Tagen enttäuschende Zahlen über den Handelsumsatz im März veröffentlichen könnte.

Ich würde daher die +17%, die wir derzeit im Buch zur FinTech Position zu stehen haben, "einsacken", die Aktien also verkaufen. Als Limit würde ich 22,60 EUR setzen, damit wir den Kurs nicht belasten. Vielleicht können wir in einigen Tagen zu Kursen unter 21 Euro wieder einsteigen :-).


Südzucker-Anleihe
Vorsicht vor Kaufangebot

Fr, 05. April um 21:17 Uhr
Derzeit kursiert ein Kaufangebot für unsere Südzucker-Hybridanleihe über 52% bis zu einem maximalen Volumen von 20 Mio. Euro. Sie brauchen das Angebot nicht weiter zu beachten.

Da ist wohl ein Moritz Mueller, der irgendwie 20 Mio. Euro investieren möchte. Vorzugsweise in eine Anleihe mit langfristig attraktivem Zins - wie eben die Südzucker-Anleihe. Und aktuell gibt es den Zinsausfall für die Anleihe, was den Kurs kräftig gedrückt hat. Na, da kann man doch mal versuchen, ein paar verängstigte Anleger abzufischen, oder?

Es mag auch sein, dass dieses Angebot auf institutionelle Anleger abzielt, die eine große Position in der Anleihe haben und diese nun aus optischen Gründen aus ihren Augen haben wollen. Große Positionen lassen sich derzeit jedoch aufgrund der Nachrichtenlage kaum über den Markt verticken. Daher könnte der Herr Mueller durchaus auf das Glück spekulieren, einen institutionellen Anleger zu finden, der mit dem aktuellen Kursniveau nicht vor seine Kunden treten möchte.

Wie auch immer: Ich würde das Angebot in die runde Ablage P senden und nicht weiter beachten.



06. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈10%) =0%WKN4.4.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 5x2%!
Wheaton Precious MetalsA2DRBP20,81 €-2%12%0,0%B







Wachstum (≈30%) =15,4%WKN4.4.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 4x7,5%!
BB BiotechA0NFN364,15 €3%23%3,9%B
ZalandoZAL11136,09 €4%60%4,2%B
Nvidia918422169,57 €6%47%4,4%B
FinTech GroupFTG11122,20 €5%17%0,0%A
ZuoraA2JHJJ17,95 €3%-15%2,8%A







Dividende (≈25%) = 26%WKN4.4.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x8%!
Innotec54051011,30 €2%13%6,7%C
FreenetA0Z2ZZ20,06 €5%18%7,6%C
Bet-at-HomeA0DNAY60,00 €3%31%7,8%B
Deutsche Post55520029,91 €3%25%3,9%B







Absicherung (≈20%) =20,3%WKN4.4.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x7%!
Goldbarren 100 gr100 gr.3.657,00 €0%3%7,2%A
Südzucker-AnleiheA0E6FU68,20%2%-11%6,2%A
Nokia-AnleiheA0T9L2108,43%1%7%6,9%B





Cashquote
Σ-Portfolio

2%-4%38,3%

Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%0%502%
WachstumEnkelkinder30%15,4%447,5%
DividendeUrlaub25%26%348%
AbsicherungZins & Gold20%20,3%336,7%
Summe
85%61,7%1511


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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