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14.06.2019:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

14. Jahrgang - Ausgabe 24 (14.06.2019)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: DAX kann Gewinn der Vorwoche halten
02.So tickt die Börse: Aktienmärkte überraschend stabil
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Absicherungen aufgelöst
 -
04.Ausblick: Aus Angst wird Gewißheit
05.Wunschanalyse: SAP
 - SAP: SAP - das wertvollste DAX-Unternehmen
 - Grenzen der SAP-Software
 - Marktzutrittsbarriere
 - Angemessene Bewertung
 - Zukunftsaussicht: Ab in die Cloud
 - Abhängigkeit von Krisen
 - FAZIT
06.Update beobachteter Werte
 Iran-Konflikt könnte Aktie belasten, Stopp Loss auf 7,95 EUR setzen
 Aktienplatzierung erfolgreich und erfolgreich verdaut
 Stopp Loss auf 97 EUR setzen
 Möglicher Kurssprung in Sicht durch IPO von Chewy
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: DAX kann Gewinn der Vorwoche halten

Liebe Börsenfreunde,

Die Rallye der Vorwoche konnte in der nun abgelaufenen Woche nicht fortgesetzt werden. In Kapitel 02 zeige ich auf, welche negativen Meldungen die Aktienkurse belasteten. Dennoch zeigten sich die Aktienmärkte erstaunlich stabil.

Der Grund für die stabile Aktienmarktverfassung ist meiner Interpretation zufolge im Anlegersentiment zu finden: Viele Anleger waren auf schlecht Meldungen vorbereitet und hatten sich entsprechend abgesichert. In Kapitel 03 analysiere ich die aktuelle Stimmung und leite daraus ab, was das für die Aktienmärkte er in der kommenden Woche bedeutet.

Ich kann die vielen Krisen kaum noch zählen: Brexit, Strafzölle, Iran, Defizitverfahren, ... und in dieser Woche gab es eine Reihe von Entwicklungen, die aus der Angst vor diesen Krisen einen Schritt in Richtung Gewissheit getan haben, dass es wirklich schlimm kommen wird. In Kapitel 04 zeige ich auf, was das bedeutet.

Die vorerst letzt Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Sharewise behandelt heute SAP. In Kapitel 05 habe ich untersucht, ob SAP im Wettbewerb Kunden verlieren wird, oder aber einfach nur Margendruck verspüren könnte. Ich halte das wertvollste deutsche DAX-Unternehmen für nach wie vor gut aufgestellt, auch die Wachstumsrate stimmt nach wie vor optimistisch für die Zukunft.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts190616.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Aktienmärkte überraschend stabil

Die verkürzte Pfingstwoche hielt sich der DAX im Bereich zwischen 12.100 und 12.200 Punkten: Hoch genug, um den Optimismus der Vorwoche weiterzutragen, aber eine Fortsetzung der Rallye in Richtung 12.500 Punkte erfolgte nicht. Die Erholungsbewegung der Vorwoche hat ihren Schwung verloren.

Gründe gibt es genug: in Hongkong wurde gegen die wachsende Einflussnahme Chinas in das eigene, politische System demonstriert. Die Kritik ist nicht neu. Mich hat die mediale Begleitung in dieser Woche positiv überrascht. Hongkong wurden weitreichende Rechte für 50 Jahre zugestanden, als die Halbinsel 1998 von den Briten an China zurückgegeben wurde. Wie diese Rechte genau auszulegen sind, darüber wird derzeit gestritten.

Die mediale Begleitung kommt für die USA zum rechten Zeitpunkt. Der Vorwurf an die USA, nicht nach den Spielregeln zu spielen, wird immer lauter. Da ist die laute Kritik an der Vorgehensweise Chinas, das sich den Vorwürfen zufolge immer wieder nicht an Vereinbarungen halte, eine willkommene Gegendarstellung.

In zwei Wochen könnten sich US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi auf dem G20-Gipfel treffen, doch bislang sickert lediglich durch, dass sich die Positionen beider Seiten verhärtet hätten und derzeit keine konstruktiven Gespräche stattfinden würden.

Diese Woche sind zwei Schiffe vor dem Iran attackiert worden. Die USA geben dem Iran die Schuld, der Iran beschuldigt die USA, eine Operation unter fremder Flagge durchgeführt zu haben (false flag operation). Egal wer Recht hat, die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung ist dadurch stark angestiegen.

Entsprechend ist der Goldpreis über 1.350 USD/Oz gesprungen, auch der sichere Hafen der Anleihen ist gefragt. Die Bundesregierung hat diese Woche eine 10 Jahre laufende Anleihe ausgegeben, mit einer Verzinsung von -0,24%. Anleger bezahlen dem Bund 0,24% Zinsen pro Jahr, wenn der Bund ihr Geld entgegennimmt. Es ist der niedrigste Zinssatz, der je für diese Anleihe aufgerufen wurde.

Gold- und Zinsmarkt signalisieren also absolute Krisenstimmung. Der Aktienmarkt hingegen verharrt auf hohem Niveau. Ist der Aktienmarkt so günstig bewertet, dass Anleger keinen weiteren Ausverkauf mehr lostreten? Oder müssen wir uns auf eine verspätete Reaktion des Aktienmarktes einstellen?

Ich werde in Kapitel 04 dieser Frage nachgehen. Schauen wir nun einmal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES13.6.19Woche ΔΣ '19 Δ
Dow Jones26.107 0,4%13,2%
DAX12.103 0,6%14,6%
Nikkei21.117 1,1%5,5%
Shanghai A 3.018 1,9%15,6%
Euro/US-Dollar1,12-0,9%-1,8%
Euro/Yen121,86-0,5%-3,4%
10-Jahres-US-Anleihe2,10%0,03-0,64
Umlaufrendite Dt-0,30%-0,03-0,40
Feinunze Gold$1.349 0,3%5,3%
Fass Brent Öl$61,67 -1,8%18,1%
Kupfer5.828 -0,1%-3,1%
Baltic Dry Shipping1.062 -6,7%-16,4%
Bitcoin8.239 6,6%110,1%



Der DAX ist um 0,6% angestiegen, in China sind die Aktien sogar um 1,9% gestiegen. Hier wird die Diskrepanz zwischen Gold- und Zinsmarkt deutlich sichtbar.

Der Ölpreis ist im Wochenvergleich um 1,8% gesunken. Die Vorfälle im Meer vor dem Iran konnten den Abwärtstrend im Ölpreis nur für wenige Stunden unterbrechen.

Schauen wir uns mal die Sentiment-Entwicklung an, um mögliche Reaktionen der Finanzmärkte besser abschätzen zu können.




03. Sentiment: Absicherungen aufgelöst

Vor zwei Wochen folgerten wir aus den Sentiment-Daten, dass endlich Panik an den Märkten eingekehrt war und folglich eine Gegenbewegung überfällig war. Der DAX legte daraufhin die beste Woche des Jahres aufs Parkett. Vor einer Woche interpretierten wir die Daten mit den Worten: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." und so konnten wir diese Woche sehen, wie die Rallye langsam ihren Schwung verlor.

Schauen wir uns also nun die aktuelle Stimmungsverfassung der Anleger an, um mögliche Finanzmarktentwicklungen besser einschätzen zu können.

Mit 61% (+17%) haben die weitaus meisten Anleger in der DAX-Entwicklung dieser Woche eine Seitwärtsbewegung gesehen. Nur noch 11% (-14%) haben eine Abwärtsbewegung wahrgenommen, 13% (+4%) sehen die aktuelle Marktphase als Topbildung. Nur 9% (-2%) gehen von einer Aufwärtsbewegung aus. Damit ist die Stimmung auf -0,2% angestiegen und zeigt ein neutrales Niveau an.

Diese Entwicklung wollen 55% (+13%) bereits vor einer Woche erwartet haben, weitere 20% (+3%) wollen sogar darauf spekuliert haben. Kaum erfüllt sehen hingegen 23% (-9%) ihre Erwartungen und 7% (-8%) wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Auch die Selbstzufriedenheit ist damit als neutral zu betrachten.

Für den DAX erwarten 20% (+3%) in drei Monaten steigende Kurse, 28% (-1%() hingegen fürchten einen Abwärtsimpuls. Mit 44% (+1%) erwarten die meisten Anleger eine Seitwärtsbewegung. Der Zukunftspessimismus unter Anleger nimmt ab, es bleibt aber immer noch ein bisschen mehr Pessimismus als Optimismus.

Nur noch 12% (-4%) wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, 14% (-2%) hingegen wollen verkaufen. Mit 73% (+6%) wächst das Lager derer, die sich noch nicht über ihre nächsten Aktien im Klaren sind, auf das größte Niveau an, das wir bislang je gemessen haben.

Das Privatanlegersentiment der Euwax ist auf Null zurückgefallen, Private haben ihre Spekulationen auf steigende Kurse aufgelöst. Institutionelle, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Absicherungen aufgelöst und sind inzwischen leicht bullisch positioniert. In den USA ist das Put/Call-Verhältnis der CBOE ebenfalls rückläufig, auch dort hat man nach der Rallye der Vorwoche Long-Positionen verstärkt.

Die Investitionsquote der US-Fondsmanager ist um 19% auf 75% gesprungen, Fonds haben also kräftig eingekauft.

Die Bullenquote der US-Privatanleger steht bei -7,36%, Bären dominieren.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 39% eine neutrale, nur leicht ängstliche Verfassung an. Auch der S&P Short Range Oscillator notiert im neutralen Bereich.

Interpretation



Das negative Stimmungsbild, das uns in den vergangenen Wochen zuversichtlich gestimmt hatte, ist inzwischen verschwunden. Zur Erinnerung: Eine negative Stimmung gilt im Sinne der Sentiment-Analyse, die in der Stimmung eine Kontraindikation sieht, als Unterstützung für die Finanzmärkte. Trotz negativer Meldungen sind die Aktienmärkte diese Woche also nicht eingebrochen.

Diese Unterstützung fehlt nun. Die Stimmung ist nicht optimistisch oder euphorisch, also kann aus der Stimmung alleine keine Richtung für den Markt abgeleitet werden. Doch es würde mich nicht wundern, wenn weiter negative Meldungen in der kommenden Woche nicht mehr so spurlos am DAX vorbei gehen.

Auf der anderen Seite würden positive Meldungen den DAX nach oben bewegen. Es gibt viele Anleger, die an der Seitenlinie stehen und erst einmal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, bevor sie eine Entscheidung treffen. Entsprechend könnte sich bei positiven Meldungen die Rallye auch fortsetzen.

Aktuell ist die Nachrichtenlage bedrohlich, ich gehe im nächsten Kapitel näher darauf ein.










04. Ausblick: Aus Angst wird Gewißheit

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 20 € für 6 Wochen.

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05. Wunschanalyse: SAP

SAP ist das wertvollste DAX-Unternehmen und notiert in diesen Tage auf Allzeithoch. In der heutigen Wunschanalyse zeige ich, dass der inzwischen altehrwürdige Softwarekonzern noch immer als Wachstumsunternehmen betrachtet werden kann, gut gegen den Wettbewerb abgesichert ist und aus diesem Blickwinkeln fair bewertet ist. Langfristig orientierte Anleger sollen jedoch einen Rücksetzer abwarten.

SAP
SAP - das wertvollste DAX-Unternehmen

Fr, 14. Juni um 08:36 Uhr
Mit 140 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ist SAP das mit Abstand wertvollste börsennotierte Unternehmen in Deutschland. Es ist gleichzeitig das einzige Software-Unternehmen Deutschlands, dessen Produkt sich zu einem weltweiten Standard entwickelt hat.

Standard-Software für betriebliche Abläufe und deren Verbuchung mit einem Schwerpunkt auf der Verbuchung, so könnte man die Software kurz (zu kurz!) beschreiben. Die SAP-Lösung gewann in den 90ern Fahrt, als Unternehmen weltweit bestrebt waren, ihre betrieblichen Abläufe zu standardisieren sowie auch insbesondere deren Berücksichtigung in der Buchhaltung einheitlichen Regeln zu unterwerfen. Das war zwar in der Einführung teuer, hatte aber gleich zwei Vorteile: Zum einen machte sich das Unternehmen unabhängig vom Fachwissen einzelner Mitarbeiter. Mitarbeiter wurden austauschbar. Zum anderen konnten Unternehmensteile ver- und zugekauft werden und Dank einheitlicher Buchhaltung leichter in den Mutterkonzern eingefügt oder aber herausgetrennt werden.

In meiner Zeit als SAP-Berater im Hoechst-Konzern habe ich immer wieder erlebt, dass einzelne Prozesse nicht standardisierbar waren. SAP ließ ausschließlich betriebswirtschaftlich sinnvolle Prozesse zu. In der realen Welt gab es jedoch manchmal unsinnige Prozesse, die dennoch zumindest vorübergehend ihre Berechtigung hatten. Hier punktete Wettbewerber Oracle, in deren Datenbanken sich jegliche Prozesse einbinden ließen.

Doch gleichzeitig setzte sich in immer mehr Industrien die Erkenntnis durch, dass eben nur SAP es geschafft hat, in sich konsistent zu bleiben, also nur betrieblich sinnvolle Abläufe zuzulassen. So ist das Wachstum bis heute ungebrochen.


GRENZEN DER SAP-SOFTWARE

Wenn Sie die Buchhalterbrille aufhaben, dann werden Sie vielleicht übersehen, wie aufwendig die konsistente Softwareerstellung für die vielfältigen Geschäftsabläufe dieser Welt ist. Wenn Sie jedoch über den Tellerrand der Buchhalterzahlen hinaus schauen, werden Sie erkennen, wie komplex die Abläufe sind.

So gibt es für viele Abläufe Spezialsoftware: Personalverwaltung inklusive Reisekosten, Produktionsplanung und –steuerung in der Prozessindustrie bis hin zum Marketing und Verkauf. SAP hat die Grundlagen für eine verlässliche Buchhaltung in unzähligen Industrien geschaffen. Doch dann kam Salesforce, setzte sich auf die Grundlage oben auf und revolutionierte die Arbeitsweise der Vertriebsmannschaft.

Derzeit läuft die Cloud-Revolution, immer mehr Einzeldienstleistungen werden an die bestehenden Unternehmenslösungen angekoppelt und erweitern so die Möglichkeiten der Mitarbeiter in ihren entsprechenden Bereichen.

Die jüngsten Entwicklungen heißen nicht, dass SAP bald überflüssig wird. Es bedeutet jedoch, dass inzwischen andere IT-Leute in der Chefetage ein und aus gehen.


MARKTZUTRITTSBARRIERE

Für uns als Anleger ist es nun wichtig zu beurteilen, wie sicher SAP im Sattel seiner Kunden sitzt. Ist es für Wettbewerber ein Leichtes, nachdem nun die Prozesse weltweit standardisiert und in SAP-Buchhaltungslogik gepresst wurden, alternative Angebote zu machen? Muss SAP fürchten, dass die eigene Software von tausenden Indern nachgebildet und günstiger vertrieben werden kann? Immerhin wurde ein wesentlicher Teil der SAP-Software ohnehin schon in Indien entwickelt.

Ich sehe diese Gefahr nicht. Ich möchte jetzt nicht mit deutschen Tugenden anfangen, aber die Genauigkeit, mit der für jeden Prozess eine individuelle, betriebswirtschaftlich sinnvolle Abbildung gefunden wurde, lässt sich nicht so einfach nachbilden. SAP ist seit Jahrzehnten mit Beratern weltweit unterwegs und bearbeitet jeden Sonderfall solange, bis eine Standardlösung dafür gefunden wird.

SAP-Kunden wiederum haben ihre Abläufe an die SAP-Logik angepasst. Eine neue Software wäre nicht nur ein Softwareprojekt, sondern ein Umstrukturierungsprojekt. Und das dürfte so schnell nicht umgesetzt werden, solange nicht Not am Mann ist.

Ich würde also behaupten, dass die neuen Wettbewerber wie Salesforce, ServiceNow oder Workday zwar leider in die Gewinnmarge von SAP schneiden, nicht aber deren Geschäftsmodell gefährden.


ANGEMESSENE BEWERTUNG

SAP setzt im Jahr 2019 vermutlich 27,5 Mrd. Euro um, 11% mehr als im Vorjahr. Die Marktkapitalisierung beträgt 140 Mrd. Euro, damit ergibt sich ein Kurs/Umsatz-Verhältnis (KUV) von 5. Für Unternehmen mit einem „reifen” Geschäftsmodell gilt ein KUV von 1 als angemessen, bei Marktführern kann man schon mal bis 2 gehen.

Das optisch hohe KUV relativiert sich, wenn wir uns die Gewinnmarge (Bruttomarge) bei SAP anschauen: 69,8%! Von einer solchen Marge träumen viele Unternehmen. Entsprechend bleibt ein ordentlich hoher Gewinn übrig, so dass sich ein KGV 2019e von 21 ergibt.

Ein KGV von 21 für ein Unternehmen mit 11% Umsatzwachstum, Analysten erwarten jährlich 13% Gewinnwachstum in den kommenden fünf Jahren, ist in meinen Augen eine faire Bewertung. Die PEG-Ratio (KGV/Gewinnwachstum) sollte nicht über 2 sein und steht bei SAP bei 1,6.

Die Eigenkapitalquote bei SAP liegt bei 56%, in der Bilanz türmen 8,3 Mrd. Euro Schulden. Aus dem freien Cashflow könnten die Schulden binnen zweieinhalb Jahren vollständig beglichen werden. Die Bilanz würde ich somit als solide bezeichnen.


ZUKUNFTSAUSSICHT: AB IN DIE CLOUD

Auch SAP möchte natürlich in die Cloud. Den Kunden wird mit der HANA-Datenbank die Big-Data Echtzeitverarbeitung angeboten, künstliche Intelligenz hat schon lange bei SAP Einzug gehalten und das Internet der Dinge wäre in der Industrie ohne die SAP-Beschaffungslogik gar nicht denkbar.

Doch SAP ist nicht mehr der Treiber für neue Geschäftsmodelle seiner Kunden, sondern die SAP-Software muss die entsprechenden Anforderungen der Kunden erfüllen. Da ist es schwer, mit revolutionären Ideen die Kunden zu überfordern. Kunden, die so progressiv ihr Geschäft umstellen wollen, wenden sich eben an die oben genannten Cloud-Unternehmen.

Dennoch ist die Cloud auch für SAP ein lukrativer Segen: Zahlungsströme werden in das Abo-Modell umgewandelt, fließen also so lange wie SAP genutzt wird anstatt, wie bislang, nur einmalig beim Kauf der Software.

Besser noch ist aber der Wartungsaufwand: die Software muss nur noch einmal zentral gepflegt werden, alle Kunden sind relativ zeitnah auf dem aktuellsten Release. Die Vielfalt der verschiedenen Versionen reduziert sich drastisch.

Das Cloud-Geschäft wächst mit 32%, während das Lizenzgeschäft um 5% schrumpft. Allerdings macht das Cloud-Geschäft bislang gerade einmal ein Fünftel des Konzernumsatzes aus. Der größte Teil ist das Beratungsgeschäft (Support), das stagniert jedoch.

Aktuell ist die Marge beim Cloud-Geschäft noch bei überschaubaren 58%. Doch je reifer das Angebot wird, desto stärker werden sich die Kosten reduzieren und es sind Margen deutlich über 75% möglich.

Mit einem Umsatzanteil von 22% hat das Cloud-Geschäft inzwischen eine Größe erreicht, die sich in der SAP-Bilanz bemerkbar macht. Das Umsatzwachstum von 11% im Jahr 2018 dürfte sich somit in den kommenden Jahren beschleunigen. Entsprechend dürfte auch das Gewinnwachstum überproportional zunehmen, je reifer das Cloud-Angebot wird.


ABHÄNGIGKEIT VON KRISEN

In diesen Tagen wird jede Aktie nur noch danach beurteilt, wie stark sie von der einen oder anderen Krise getroffen werden könnte: Brexit, USA-China-Konflikt, Zinsmarkt, Konjunktur, ...

Ich habe den Jahresabschluss 2018 nach entsprechenden Informationen durchforstet und muss feststellen, dass es wohl kaum ein anderes Unternehmen gibt, das so wenig mit den Krisen zu tun hat, wie SAP.

China: Der gesamte Südostasien-Umsatz (ohne Japan) beträgt 12%, Wachstum findet aber anderswo (USA, Europa, EMEA) statt.

Brexit: Ja und? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Unternehmen nach dem Verlassen der EU ihre betriebliche Software wechseln. Ganz ähnlich sieht es mit Neukunden aus, SAP ist vor Ort gut aufgestellt und wird auch weiterhin Neukunden gewinnen...

...besser noch, denn der Brexit führt zu einem Anpassungsbedarf bei den SAP-Installationen. Da werden SAP-Berater angefordert, um notwendige Anpassungen vorzunehmen.

Konjunktur: SAP ist schon lange keine Investition der reichen Unternehmen mehr, sondern mehr eine Notwendigkeit, wenn man nicht abgehängt werden möchte. Die exorbitant teuren Migrationsprojekte der 90er sind heute nicht mehr üblich, vielmehr lassen sich heute schon viel schneller Einsparungen messen.

Durch die Umstellung auf das Cloud-Abomodell fließen immer mehr Zahlungen periodisch, unabhängig von der Konjunktur. Damit könnte SAP sicherlich stabiler durch konjunkturelle Flauten segeln als mancher Wettbewerber.

Trump könnte Deutschland mit Zöllen belegen. Auch hier sehe ich kaum eine Gefahr, denn Trump hat unsere Autos im Visier, nicht SAP. Zudem ist der SAP-Chef Bill McDermott ein US-Amerikaner, der zudem noch gut mit dem Donald kann. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Trump sich Zölle einfallen lässt, die SAP betreffen.


FAZIT

Alles in allem haben wir hier also ein ziemlich robustes Unternehmen mit solider Bilanz und Wachstumsphantasie. Aktuell notiert die Aktie nicht ohne Grund auf einem Allzeithoch bei 114 Euro und ich würde für einen Einstieg einen Rücksetzer abwarten. Der kommt bestimmt, denn die Aktienmärkte sind derzeit sehr volatil.

Mittel- und langfristig gebe ich SAP gute Karten, sich weiterhin mit ordentlichen Wachstumsraten und einer attraktiven Gewinnmarge ordentlich in einem Wachstumsportfolio zu entwickeln.



06. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 20 € für 6 Wochen.

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07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

***************** WERBUNG ***************

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de


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08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

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