• 12.10.: Heute im Heibel-Ticker: Teileinigung im Handelsstreit, Lösungsmöglichkeit beim Brexit http://bit.ly/2IJ98pM #Börse #Aktien
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12.07.2019:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

14. Jahrgang - Ausgabe 28 (12.07.2019)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Unternehmensmeldungen belasten DAX
02.So tickt die Börse: Die Sorgen deutscher Anleger
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Anleger werden vorsichtig
 -
04.Ausblick: Christine Lagarde: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach
05.Übersicht HT-Portfolio
06.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
07.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Unternehmensmeldungen belasten DAX

Liebe Börsenfreunde,

Am Dienstag habe ich ein Update für die PLUS-Kunden verfasst und versendet, doch der Versand funktionierte nicht. Da ich für den Rest der Woche in die Berge gefahren war stellte ich das aber erst heute fest :-( Tut mir leid.

Der Inhalt des Updates ist jedoch nach wie vor aktuell und die darin ausgegebenen Stopp-Lass Marken gelten unverändert auch heute noch. Wer also erst heute die Stopp Loss Orders einrichtet, hat nichts versäumt.

Außerdem habe ich am Dienstag den Verkauf einer halben Position empfohlen. Wer das am Montag erst umsetzt erhält sogar einen besseren Verkaufskurs.

Ich habe Ihnen daher heute das Update vom Dienstag unverändert in das Kapitel 04 kopiert. Bitte entschuldigen Sie, dass ich mich im Wochenverlauf also nicht gemeldet hatte: Server führen ein Eigenleben :-(

Auf der politischen Bühne gab es diese Woche keine Überraschungen. Dafür haben Unternehmensmeldungen um so stärker eingeschlagen: BASF, Bayer, Deutsche Bank und Daimler haben mit schlechten Nachrichten den DAX in die Knie gezwungen. Die Details dazu lesen Sie in Kapitel 02.

Während der DAX diese Woche 2% abgab, konnte der Dow Jones um 1,7% zulegen. Diese unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch im Anlegersentiment wider. In Kapitel 03 zeige ich, was wir aus der aktuellen Stimmungslage der Anleger folgern können.

In Deutschland bevorzugen Anleger den Spatz in der Hand und nehmen Gewinne mit. Die Taube auf dem Dach, die wir fortan Christine Lagarde nennen, wird es künftig schwer haben, mit einer lockeren Geldpolitik die Begeisterung der Anleger zu gewinnen. Mehr dazu in Kapitel 04.

Die Ferienzeit hat in Hamburg schon lange begonnen, so nach und nach folgen nun auch die anderen Bundesländer. Ich werde in den kommenden Wochen nur kurze Ausgaben erstellen, um Sie auf dem Laufenden zu halten. Mit ausschweifenden Artikeln werde ich mich zurück halten :-).

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp190714.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Die Sorgen deutscher Anleger

Der DAX gab diese Woche 2% ab. Ich hatte damit nicht gerechnet, doch ich habe auch andere Aktien im Blick als die, die diese Woche ausverkauft wurden. Denn eigentlich waren die Meldungen überwiegend positiv, doch Anleger haben die Situation genutzt und dünnten ihre Portfolios vor den Sommerferien aus.

Daimler (-5,7%) und Continental (-5,5%) befinden sich am unteren Ende der DAX-Performanceliste auf Wochensicht. Die "alte Autoindustrie" ist bei Anlegern nicht mehr gefragt. Daimler gab diese Woche eine Gewinnwarnung aus.

Die Deutsche Bank (-5,8%) und Wirecard (-4,9%) haben den DAX ebenfalls runter gezogen. Die Deutsche Bank verkündete diese Woche, dass sie sich vom Investmentgeschäft trennen möchte. Nach einer ersten positiven Reaktion darüber, dass sie sich nun endlich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren möchte, kamen Fragen auf, ob sie überhaupt als internationale Bank ohne Investmentbanking ernst genommen wird.

Covestro, Bayer und BASF mussten ebenfalls ordentlich Federn lassen, nachdem BASF eine überraschend deutliche Gewinnwarnung ausgab. ThyssenKrupp gab aufgrund einer negativen Studie der australischen Bank Maquire ordentlich nach. Bayer leidet weiterhin unter den Gerichtsverfahren um Monsantos Roundup.

Wenn wir einmal Wirecard außen vor lassen, dann mussten überwiegend Konjunktursorgen als Grund für Aktienverkäufe in dieser Woche herhalten. Konjunkturunabhängige Aktien hingegen konnten sich gut halten. Wir hatten unser Portfolio rechtzeitig entsprechend umgebaut und so konnten wir diese Woche mit einem leichten Minus abschließen (-0,5%).

Dabei stehen die Notenbanken bereit, die Konjunktur zu retten: US-Notenbankchef Jay Powell hat diese Woche in seiner halbjährlichen Anhörung erneut bekräftigt, Zinssenkungen vorzunehmen, sofern erforderlich. Er erklärte sogar, dass die Notenbank nun gelernt habe, dass das "neutrale Zinsniveau" vermutlich inzwischen niedriger läge als früher.

Als "neutral" bezeichnet man den Leitzins, mit dem die Inflation bei rund 2% gehalten wird. In der Vergangenheit lag der neutrale Zins bei 3%. Doch da die Informationstechnologie zu großen Produktivitätssprüngen führt, die inflationären Tendenzen entgegenwirkt (niedrige Preise bei Amazon), kann der Leitzins niedriger gehalten werden als früher, ohne dass die Inflation zu stark ansteigt.

Das heißt, die Geldpolitik kann lockerer sein als früher und somit die traditionellen Industrien stärker ankurbeln als früher. Das ist bullisch für die Aktienmärkte und nicht umsonst erzielte der Dow Jones diese Woche ein neues Allzeithoch.

Während in den USA also alles rund läuft, bricht der DAX ein. Komisch: Dabei haben auch wir hier in Europa nun die Aussicht auf eine extrem lockere Geldpolitik, denn für nichts anderes steht die designierte EZB-Chefin Christine Lagarde.

Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES12.7.19Woche ΔΣ '19 Δ
Dow Jones27.288 1,7%18,3%
DAX12.323 -2,0%16,7%
Nikkei21.686 -0,3%8,3%
Shanghai A 3.069 -2,7%17,5%
Euro/US-Dollar1,130,5%-1,5%
Euro/Yen121,56-0,1%-3,7%
10-Jahres-US-Anleihe2,11%0,05-0,63
Umlaufrendite Dt-0,27%0,12-0,37
Feinunze Gold$1.416 1,3%10,5%
Fass Brent Öl$66,79 4,2%27,9%
Kupfer5.856 -0,7%-2,7%
Baltic Dry Shipping1.740 2,4%36,9%
Bitcoin11.464 0,8%192,3%



Der Ölpreis ist kräftig angesprungen: Die OPEC hat ihre Förderkürzungen verlängert und verhindert damit ein weiteres Abrutschen des Ölpreises. Konjunktursorgen bestehen offensichtlich nur in Deutschland, der Dow Jones hingegen hat vor dem Hintergrund der in Aussicht gestellten lockeren Geldpolitik der Fed neue Hochs erklommen und Konjunktursorgen vom Tisch gefegt. Das wirkte sich auch auf einen steigenden Ölpreis aus.

Schauen wir nun einmal, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelt hat.




03. Sentiment: Anleger werden vorsichtig

Während der DAX also diese Woche -2% abgegeben hat, konnte der Dow Jones um 1,7% zulegen. Es wird interessant sein, das Umfrageergebnis dahingehend zu analysieren, ob die Entwicklung des DAX oder des Dow Jones einen stärkeren Einfluss hatte.

Nur noch 11% (-31%) sehen den DAX in einem Aufwärtstrend, weitere 11% (-9%) gehen von einer Topbildung aus. Immerhin 24% (+21%) haben den Ausverkauf dieser Woche als Abwärtsimpuls wahrgenommen. Doch mit 50% (+20%) gehen die allermeisten von einer übergeordneten Seitwärtsbewegung aus. Das Sentiment ist damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich eingebrochen, doch von Niedergeschlagenheit ist noch nicht viel zu sehen.

Mit 40% (-6%) haben die meisten mit einem solchen Rückschlag "zum größten Teil" gerechnet, weitere 12% (-3%) wollen sogar darauf spekuliert haben. Hingegen geben 34% (unv.) an, dass sich ihre Erwartungen in dieser Börsenwoche kaum erfüllt haben, 15% (+9%) wurden sogar auf dem falschen Fuß erwischt.

Seit vielen Wochen war Zukunftspessimismus die vorherrschende Zukunftserwartung, erst vor einer Woche setzten sich die Bullen durch. Doch das war nur ein kurzes Gastspiel der Bullen, denn der Mut hat sie in dieser Woche wieder verlassen: Nur noch 23% (-7%) unserer Umfrageteilnehmer erwarten für den DAX in drei Monaten weiter steigende Kurse, hingegen fürchten nun 30% (+7%) einen Abwärtsimpuls. Mit 37% (+3%) gehen die meisten Anleger von einer anhaltenden Seitwärtsbewegung aus.

Der Mut ist verschwunden und so wollen nur noch 16% (-10%) der Anleger in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, hingegen wollen nun wieder 16% (+5%) ihre Positionen verkleinern. Mit 68% (+5%) ist die Verunsicherung auch bei der Investitionsbereitschaft zu sehen, denn zwei von drei Anlegern wissen derzeit noch nicht, wie sie sich in den kommenden zwei Wochen verhalten werden.

Das Euwax-Sentiment ist wieder angesprungen (+7,7% auf nur noch -2,5%), Privatanleger haben ihre Absicherungen der Vorwoche aufgelöst und sind nun neutral positioniert.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, sind jedoch weiterhin ziemlich bullisch positioniert. Das Put/Call-Verhältnis steht bei 1,1 und damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Monate. Auch in den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis der CBOE mit 0,9 eine bullische Positionierung der Anleger an. Auch US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote um 8% auf 87% hochgefahren.

In den USA haben die Privatanleger eine Bullenquote von 6% und sind somit in Folge der neuen Allzeithochs ebenfalls überwiegend bullisch gestimmt.

Der Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 64% eine neutrale technische Verfassung an. Der Short Range Oscillator des S&P 500 notiert mit 3,8% knapp unter einem überlaufen Niveau: Ab 4% spricht man von einer überlaufen Marktverfassung, kurzfristig wird eine zumindest kleine Korrektur wahrscheinlich.

Interpretation



Es ist schon ein deutlicher Unterschied zwischen deutschen und US-Anlegern zu sehen: Während die US-Anleger sich über die neuen Allzeithochs freuen, ihre Investitionsquote erhöhen und Absicherungen herunterfahren, verhalten sich die Anleger in Deutschland deutlich vorsichtiger. Zwar werden auch hierzulande die Absicherungen heruntergefahren, doch mit neuen Investments hält man sich ebenfalls stark zurück. Für mich sieht das so aus, als wollten Anleger in Deutschland den Sommer erst einmal abwarten.

Damit ist auch die Gefahr eines anhaltenden heftigen Ausverkaufs zumindest für den DAX gering, denn Anleger in Deutschland sind bereits defensiv positioniert. In den USA hingegen baut man schon auf die nächste Zinssenkung durch Fed-Chef Jay Powell, die für Ende Juli erwartet wird. Der Raum für positive Überraschungen in den USA wird eng.

Doch in Sachen Zukunftsoptimismus sieht es in den USA hingegen besser aus als in Deutschland: Während US-Anleger leicht optimistisch gestimmt sind, verhindert eine große Zukunftsskepsis in Deutschland eine Rallye.

Somit bleibt es vorerst bei einer neutralen Verfassung der Märkte: Allein aus dem Sentiment können wir aktuell keine künftige Richtung der Aktienbörsen ableiten. Erst neue Meldungen werden die künftige Richtung vorgeben. Dabei würde in Deutschland eine Rallye viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen, sie müssten den Kursen hinterher laufen und in steigende Kurse hinein kaufen. Ein erneuter Ausverkauf hingegen dürfte begrenzt bleiben.







04. Ausblick: Christine Lagarde: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Aus dem Heibel_Ticker Update 13 (9.7.2019): STOPP LOSS MARKEN FÜR UNBESCHWERTEN SOMMER

Weiterhin ist die Verunsicherung unter Anlegern groß: Eine Rezession sei nur noch eine Frage der Zeit, egal, wie sich die Notenbanken verhalten, behaupten derzeit viele Marktbeobachter. Entsprechend müsse die Aktienbörse – insbesondere nach den exorbitanten Kursgewinnen der ersten Jahreshälfte – nun wieder in die Knie gehen.

Ich sehe das anders, doch ich scheine derzeit mit meiner Meinung ziemlich alleine zu sein: Die Notenbanken sind bereit, das Zinsniveau zu senken, sofern es aus konjunktureller Sicht erforderlich wird. Das ist bullisch.

Unternehmen haben tatsächlich ihre Investitionen zurück gehalten, weil die geopolitische Situation ungewiss ist: Handelsstreit und Brexit gehen nicht spurlos an den Chefetagen vorbei.

Heute beginnt in den USA die Berichtsaison für das Q2 2019. In Deutschland fangen die Unternehmen erst ein wenig später, nächste Woche, an, ihre Q-Zahlen zu berichten. Ich gehe davon aus, dass die Befürchtungen hinsichtlich Handelsstreit und Brexit inzwischen in den verfügbaren Prognosen eingerechnet sind. Negative Überraschungen dürften daher eher eine Seltenheit bleiben.

Auf der anderen Seite sind Handelsstreit und Brexit nun so lange bekannt, dass Unternehmen sich darauf eingestellt und mitunter Wege eingeschlagen haben, wie dennoch Geld zu verdienen ist... trotz Brexit und Handelsstreit.

Entsprechend gehe ich davon aus, dass wir in den kommenden Wochen tendenziell eher bessere Q-Zahlen hören werden, als erwartet.

Außerdem haben Anleger in den vergangenen Wochen eine eher defensive Positionierung eingenommen. Ich gehe daher davon aus, dass es nicht mehr viele Anleger gibt, die bei erneut schlechten Nachrichten Aktien verkaufen müssen. Sollte die Stimmung sich jedoch mal drehen, dann gibt es viele, die unterinvestiert sind, den Kursen also hinterher laufen würden.

Den Kurssprung nach dem überraschend positiv verlaufenen G20-Gipfel sehe ich als Indikator dafür, dass der Kaufdruck größer ist als gegebenenfalls ein Verkaufsdruck.

Daher betrachte ich Kursrückschläge in den kommenden Wochen, solange sie nicht durch fundamental neue Entwicklungen ausgelöst werden, eher als Kaufgelegenheit. Jegliche Meldungen zum Brexit, zur Zinsentwicklung durch die Notenbanken sowie zum Handelsstreit zwischen den USA und China sind meines Erachtens bereits eingepreist, solange nicht die angedrohten weiteren Strafzölle durch Trump erhoben werden.

So, jetzt wissen Sie, warum ich derzeit so bullisch gestimmt bin. Aber ich bin jetzt schon seit 30 Jahren an der Börse unterwegs und ich weiß, dass nicht immer alles so läuft, wie ich mir das zurecht lege. Natürlich ist es auch möglich, dass wir nach dem heftigen Kursanstieg in der ersten Jahreshälfte, in diesem Sommer nochmals einen kräftigen Rücksetzer erleben. Und den möchte ich nicht aussitzen, sondern da würde ich lieber rechtzeitig unser Portfolio ausdünnen und dann später wieder einsteigen.

Daher setze ich großzügige Stopp Loss Marken für unsere spekulativen Positionen. Da der eine oder andere von Ihnen genau wie Ihr Autor in den nächsten Wochen irgendwann Urlaub machen wird, würde ich diese Stopp Loss Marken beim Broker als Order hinterlegen, damit wir im Falle eines überraschenden Ausverkaufs Schadensbegrenzung betreiben.

STOP LOSS LIMITS:

TUI 8,20 EUR
Siltronic 58,50 EUR
Alibaba 145,75 EUR
Skyworks 65 EUR
Bet-at-Home 50,50 EUR
Nvidia 133 EUR

FINTECH

Die FinTech Group hat aufgrund der Meldung über die Prüfung strategischer Optionen gemeinsam mit Lazard einen kräftigen Kurssprung hingelegt. Nun wird es ein wenig dauern, bis erste Früchte aus dieser Kooperation zu Tage kommen. Ich würde daher unsere Position zu Kursen über 22,50 Euro halbieren.

So, da auch wir mit unserem Portfolio in der ersten Jahreshälfte gut gefahren sind, sichern wir mit diesen Stopp Loss Aufträgen unsere Gewinne ab und genießen einen unbeschwerten Sommer.

AUSBLICK 13.7.19:

In den USA werden die Aktienmärkte auf ein neues Allzeithoch nach dem anderen getrieben: US-Präsident Trump hat China gegenüber gütlichere Töne angeschlagen und Fed-Chef Powell steht mit Zinssenkungen parat, sollte die Konjunkturentwicklung dies erforderlich machen.

In Deutschland gab es in der abgelaufenen Woche eine ganz Reihe von Hiobsbotschaften seitens einzelner Unternehmen: BASF, Daimler, Deutsche Bank, Aumann, ... ich habe in Kapitel 02 darüber berichtet. Zwar steht auch EZB-Chef Draghi parat, um mit weiteren Zinssenkungen die Konjunktur anzukurbeln, doch hier in Europa haben wir "eigentlich" keinen Spielraum mehr für Zinssenkungen: Der Leitzins ist schon bei Null, für Anleihen bis zu einer 13-jährigen Laufzeit werden negative Zinsen fällig.

Der Brexit steht an, Italien zeigt sich uneinsichtig und über den internen Streitereien schwebt das Damoklesschwert eines Zollstreits mit den USA. Da bleiben Krisenherde wie der Iran, die Türkei und Syrien eine völlige Überforderung unserer Eurokraten. Ob diese Probleme mit einer lockeren Geldpolitik behoben werden können, ist offen.

Und zudem endet die 8-jährige Amtszeit von Supermario Draghi im Herbst, die Französin Christine Lagarde wird ihm nachfolgen. Ihr eilt der Ruf einer Taube voraus, was in EZB-Kreisen für eine lockere Geldpolitik steht (im Unterschied zu den Falken, die eine restriktivere Geldpolitik bevorzugen).

Mag also sein, dass die Taube Lagarde gerne eine lockere Geldpolitik fahren würde, um die EU-Konjunktur zu stützen. Doch hat sie überhaupt die notwendigen Instrumente zur Hand? Draghi behauptete stets, er habe weitere Möglichkeiten. Doch die Umsetzung solcher "nicht konventionellen" Maßnahmen erfuhr heftigen Gegenwind, sogar der europäische Gerichtshof musste sich damit beschäftigen. Wird Christine Lagarde das Rückgrat haben, solche unkonventionellen Maßnahmen gegen sämtliche Widerstände durchzusetzen? Es dürfte zumindest spannend werden.

Entsprechend ziehen Anleger in Deutschland den Spatz in der Hand vor, verkleinern also ihre Aktienpositionen und sichern die großen Gewinne des ersten Halbjahres.

Die Berichtssaison startet nächste Woche auch in Deutschland: Am Donnerstag wird SAP als erstes DAX-Unternehmen seine Q2-Zahlen vorlegen, in der darauffolgenden Woche werden dann DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen folgen. Ich gehe davon aus, dass sich die meisten Unternehmen inzwischen auf die turbulente politische Situation vorbereitet haben und dass die konjunkturelle Entwicklung ebenfalls kaum einen Vorstand auf dem linken Fuß erwischen wird. Sprich: Es sollte meiner Einschätzung nach nur wenige negative Überraschungen geben.

Daher bleiben wir, wie bereits vor einer Woche ausgeführt, weiterhin investiert, sichern unsere Positionen aber mit Stopp Loss Orders ab.



05. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈10%) =7,6%WKN12.7.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 5x2%!
Skyworks Solutions85776071,47 €0%0%1,9%A
TUITUAG008,54 €-4%-2%2,0%A
AlibabaA117ME150,20 €-3%-3%2,0%A
SiltronicWAF30060,18 €-3%-11%1,8%A







Wachstum (≈30%) =27,4%WKN12.7.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 4x7,5%!
BB BiotechA0NFN360,00 €-1%5%7,5%B
Nvidia918422148,54 €5%15%7,3%B
FinTech GroupFTG11123,10 €-2%24%3,8%B
ZuoraA2JHJJ14,52 €1%-13%8,9%A







Dividende (≈25%) = 26,8%WKN12.7.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x8%!
Innotec54051010,80 €-1%8%6,3%C
FreenetA0Z2ZZ18,21 €0%7%6,8%C
Bet-at-HomeA0DNAY52,15 €-3%14%6,6%B
Deutsche Post55520029,36 €-1%15%7,2%B







Absicherung (≈20%) =21%WKN12.7.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x7%!
Goldbarren 100 gr100 gr.3.984,00 €0%12%7,7%A
Südzucker-AnleiheA0E6FU74,00%0%-3%6,6%A
Nokia-AnleiheA0T9L2108,97%0%8%6,8%B





Cashquote
Σ-Portfolio Ergebnis seit 2018

0%-2%17,1%
Ergebnis seit 2019


14,6%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%7,6%542%
WachstumEnkelkinder30%27,4%447,5%
DividendeUrlaub25%26,8%348%
AbsicherungZins & Gold20%21%336,7%
Summe
85%82,9%1515


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



06. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



07. An-/Ab-/Ummeldung

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