• 5.12.: Biogen Idec sackt leicht ab, während die Alzheimer-Präsentation noch läuft. bit.ly/RtX2jz #Börse #Aktien
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06.09.2019:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

14. Jahrgang - Ausgabe 36 (06.09.2019)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Glückliches Händchen
02.So tickt die Börse: Achterbahnfahrt
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Bullen übernehmen das Zepter
 -
04.Ausblick: FinTech mit Risikostreuung
 - FinLab mit 10 FinTech-Beteiligungen
 - Marktbetrachtung
05.Update beobachteter Werte: flatex, Weibo, Splunk, InnoTec TSS, Nokia-Anleihe, Wacker Neuson, TUI
 - flatex: Beschleunigtes Wachstum: Verkaufen
 - Weibo: Gespräche in Aussicht
 - Splunk: Geschäftsfeld IT-Monitoring
 - InnoTec TSS: Stabile Dividendenaktie mit guten HJ-Zahlen
 - Nokia-Anleihe: Teilverkauf, Anleihe- und USD-Rallyes könnten pausieren
 - Wacker Neuson: Empfehlung durch Analysten treibt Kurs
 - TUI: Dorian ohne Auswirkung auf TUI
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Glückliches Händchen

Liebe Börsenfreunde,

Tja, so ist es häufig an der Börse: Zuerst beginnen die Kurse zu steigen, und später erfährt man dann warum. Da hatten wir ein glückliches Händchen mit unserem Kauf vor 10 Tagen :-). In Kapitel 02 gehe ich kurz auf die Entwicklungen ein, die diese Rallye losgetreten haben. Doch viel interessanter sind die vielen Unternehmen, die diese Woche mit exorbitanten Kurssprüngen von sich reden machten.

Die Sentiment-Analyse in Kapitel 03 lässt auf eine Fortsetzung der Rallye in der kommenden Woche hoffen, denn noch ist keine Überhitzung zu sehen. Im Gegenteil, die Rallye ist an vielen Anleger bislang noch vorbei gegangen, sie sitzen nur auf der Zuschauertribühne.

Im heutigen Kapitel 04 stelle ich Ihnen eine FinTech-Beteiligungsgesellschaft vor, die einige interessante Beteiligungsgesellschaften im Portfolio hat. Leider ist die Aktie für uns nicht geeignet, weil das Unternehmen zu klein ist. Doch inhaltlich lohnt es sich, dort einmal einen Blick hinein zu werfen.

Wie immer gibt es eine ganze Reihe von Updates zu unseren offenen Positionen in Kapitel 05. Bitte beachten Sie, dass wir diese Woche unsere Position in der Nokia-Anleihe verkleinert haben, da ich den Anleihemarkt zumindest kurzfristig für überhitzt halte, wie auch aus den Sentimentdaten abzulesen ist.

Kapitel 06 zeigt dann die tabellarische Übersicht unseres Portfolios.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp190908.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Achterbahnfahrt

Am 1. August kündigte Donald Trump abends weitere Strafzölle auf chinesische Importe an, der DAX brach in den folgenden Tagen von 12.250 auf 11.400 Punkte ein.

Seit einigen Tagen zeichnen sich neue Gespräche zwischen den Streithähnen ab, der DAX befindet sich nun auf dem Weg zurück in Richtung 12.250 Punkte (aktuell 12.166, Stand 16:43 Uhr). Ist es wirklich so einfach an der Börse? Reicht es, den Tweets von Donald Trump zu folgen?

Nein, natürlich nicht, aber es ist schon mal ein guter Anfang ;-).

Gleichzeitig wurde in Italien der Vorstoß Salvinis abgewehrt, nun wird Italien wieder von einer pro-europäischen Regierung geführt.

Gleichzeitig wurde in England der Coup von Boris Johnson verhindert, nun wird der harte Brexit für Johnson deutlich schwerer umzusetzen sein.

Gleichzeitig zog die Regierungschefin in Hongkong unter dem Druck der Demonstranten ihren umstrittenen Gesetzesentwurf über die Auslieferung von Bürgern Hongkongs nach China zurück.

Wenn die Aktienmärkte bei so zarten Ansätzen von Hoffnung schon so stark nach oben drehen, wie würde sich dann die eine oder andere tatsächliche Lösung auf die Kurse auswirken?

Nicht übersehen sollten wir auch, dass noch im September in den USA aller Voraussicht nach das Zinsniveau gesenkt wird: 91% der Volkswirte rechnen mit einer Leitzinssenkung um 0,25% am 18.9., über die Hälfte geht von einer direkt folgenden zweiten Zinssenkung Ende Oktober aus.

Damit werden die Zinsen für kurzfristige Kredite gedrückt, während gleichzeitig die Fortsetzung der Gespräche zwischen China und den USA sowie auch aktuelle Konjunkturdaten Zukunftshoffnung aufkeimen lassen: Vielleicht kann eine Rezession ja doch noch verhindert werden, denken sich nun einige Unternehmenslenker, und investieren.

So steigen die Zinsen für langfristige Kredite, was die invertierte Zinsstrukturkurve der USA wieder zurückdreht. Die Kurve war nur kurz invertiert und - wie ich ausführlich zeigte - gegebenenfalls nur durch einen Fehler Jay Powells überhaupt in diese unglückliche Lage gebracht worden. Wenn das nun alles korrigiert wird, dann könnte eine Rezession in den USA vielleicht noch verhindert werden, glauben viele Anleger, und kaufen zyklische Aktien im Tech-Bereich.

Das wirkt sich auch auf Deutschland aus, wo der Tech-Sektor mit +3,7% die Branche mit der besten Wochenperformance darstellt. Silikon-Verarbeiter Siltronic ist mit +13% nur Wochenzweiter hinter ISRA-Vision mit +18%. ISRA-Vision ist auf Oberflächeninspektionen bei Nahrungsmitteln und im Produktionsprozess spezialisiert.

Aber auch der Finanzsektor konnte diese Woche profitieren (+3,5%): Wirecard legte um 9% zu, die Deutsche Bank um 8%. CEO Christian Sewing hat diese Woche ein feuriges Plädoyer für die Rolle von Großbanken in Europa gehalten und seine Zuversicht über eine führende Rolle der Deutschen Bank mit einem Programm für private Insiderkäufe unterlegt: Bis Ende 2022 wird Sewing monatlich 15% seines Nettogehalts für den Kauf von Aktien der Deutschen Bank einsetzen. Das nenne ich mal ein Statement!

Die Automobilbranche profitierte ebenfalls (+3,3%): Zwar ist die IAA so leer wie selten zuvor, aber die Entspannung in China/ Hongkong ist bei den deutschen Autobauern sichtbar. Insbesondere Schaeffler, die seit Anfang 2018 von 16 auf inzwischen 6 Euro ausverkauft wurde, konnte zu einer kräftigen Gegenbewegung ansetzen (+9%).

Heute wurde der Ausbauvertrag für das 5G-Netz in Deutschland abgeschlossen und alle Beteiligten zeigten sich zufrieden. Ralph Dommermuth, CEO von United Internet, war zufrieden über die Lösung, mit der sich die drei Netzausbauer gegenseitig unterstützen müssen, um Funklöcher frühzeitig zu stopfen. Genau dieser Punkt macht es seinem Unternehmen möglich, auch dem kleinster Wettbewerber einen flächendeckenden Service anzubieten. 1&1 sowie United Internet sind um 13% bzw. 10% angesprungen.

Varta ist um 16% angesprungen, nachdem das Management ankündigte, mehr Lithium-Batterien bis 2022 zu produzieren, als bislang in Aussicht gestellt. Die Reaktion ist jedoch widersprüchlich: Während der Commerzbank-Analyst ein Kursziel von 110 Euro sieht, da die Prognose noch immer zu niedrig sei, fürchtet Warburg eine Blase und setzt 45 Euro als Kursziel aus. Mit derzeit 89 Euro könnte die Aktie also die Hälfte ihres Wertes verlieren, oder 25% zulegen, je nachdem, wen Sie fragen. Wenn Sie mich fragen: ein KGV 2020e von 40 ist für ein Umsatz- und Gewinnwachstum von über 80% p.a. nicht zu hoch.

ThyssenKrupp hat nun einen namhaften Interessenten für die eigene Aufzugsparte: Die finnische Krone hat ein Auge auf die Vorgänge hier in Deutschland geworfen. Würde passen, meinen die Finnen, und entsprechend macht die ausgebombte Aktie von ThyssenKrupp aufgrund der Aussicht auf einen erfolgreichen Verkauf einen Freudensprung von 10%.

Soweit ein paar Unternehmensgeschichten, aus denen Sie sehen können, dass die Geopolitik die Reaktion auf positive Entwicklungen zwar dämpfen oder zurückhalten kann, nicht aber vollständig kaputt macht. Irgendwann springen die Aktien mit positiven Entwicklungen dann doch an. Ich bin froh, dass wir diesmal am 2. August unsere Spekulationen vor dem Ausverkauf aufgelöst haben und Anfang September wieder aufbauen konnten. Diesmal hats wunderbar geklappt, doch Sie wissen ja, das ist keine Garantie für die Zukunft :-(.

Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indikatoren im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES5.9.19Woche ΔΣ '19 Δ
Dow Jones26.809 1,5%16,2%
DAX12.192 2,3%15,5%
Nikkei21.200 2,4%5,9%
Shanghai A 3.142 3,9%20,3%
Euro/US-Dollar1,100,2%-3,5%
Euro/Yen117,930,9%-6,5%
10-Jahres-US-Anleihe1,55%0,04-1,19
Umlaufrendite Dt-0,60%0,09-0,70
Feinunze Gold$1.521 -0,6%18,8%
Fass Brent Öl$60,85 0,8%16,5%
Kupfer5.662 0,2%-5,9%
Baltic Dry Shipping2.499 9,7%96,6%
Bitcoin10.592 11,6%170,1%



Insbesondere der Shanghai-Aktienindex konnte diese Woche deutlich zulegen. Ich führe das auf die Spannungen in Hongkong zurück, die zwar noch nicht gelöst, aber zumindest doch etwas entschärft wurden.

Die Flucht in den US-Dollar hat diese Woche etwas nachgelassen. Der Euro stieg leicht an, der Renditeunterschied zwischen Deutschland und den USA ging ein wenig zurück. Der Zinsmarkt war überhitzt, wir haben heute einen kleinen Teil unserer Anleihen verkauft, um von dem hohen Kursniveau zu profitieren. Bei nächster Gelegenheit werden wir das Papier aber wieder zurückkaufen.

Die Goldrallye legt eine Verschnaufpause ein, wie vor dem Hintergrund der Aktienmarktrallye nicht anders zu erwarten.

Schauen wir mal, wie sich die Situation auf die Stimmung der Anleger auswirkt.




03. Sentiment: Bullen übernehmen das Zepter

So schnell kann's gehen: Gerade noch galt der harte Brexit als unabwendbar, Italien drohte von der Fahne zu gehen, der Handelsstreit zwischen Trump und Xi eskalierte in neue Strafzölle und mit Hongkong drohte China ein ernstes Problem. Doch nur wenige Tage waren erforderlich, um neue Hoffnung zu schüren: die umstrittene Gesetzesvorlage in Hongkong wurde zurückgezogen, Xi und Trump wollen wieder miteinander sprechen, Italien hat einen proeuropäischen Regierungschef und der Brexit könnte abermals verschoben werden. Kein Wunder, dass der DAX um 2% angesprungen ist.

Bei den Anlegern zeigt sich eine positive Stimmungswendung: Nunmehr betrachten 44% (+24%) der Umfrageteilnehmer den DAX als in einer Aufwärtsbewegung befindlich, nur noch 34% (-10%) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. Die Stimmung ist somit binnen drei Wochen von Panik (-6,2) auf Feierlaune (+3,7) gedreht. Es fehlt nicht mehr viel zur Euphorie.

Und, wie sollte es anders sein, natürlich haben 49% (+3%) die steigenden Kurse bereits vor einer Woche so erwartet, weitere 20% (+9%) geben sogar an, darauf spekuliert zu haben (so auch wir im Heibel-Ticker). Nur noch 22% (-10%) geben an, diese Rallye kaum erwartet zu haben und weitere 9% (-2%) wurden sogar auf dem falschen Fuß erwischt.

Auch der Zukunftsoptimismus steigt: 33% (+2%) gehen von steigenden Kursen in drei Monaten aus, weitere 8% (+2%) erwarten erst dann eine Topbildung. Mit 36% (+5%) bleibt gut ein Drittel der Anleger jedoch vorsichtig und geht von einer Seitwärtsbewegung für die kommenden Monate aus. Nur noch 19% (-6%) fürchten trotz des nunmehr wieder höheren Kursniveaus eine erneute Abwärtsbewegung. In diesem Jahr waren die Anleger noch nie so bullisch wie heute.

Dem Optimismus sollen auch Taten folgen: Die Investitionsbereitschaft der Anleger ist hoch! 27% (+6%) wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, nur noch 12% (-1%) wollen Positionen verkleinern. Derzeit noch unentschlossen über ihre nächsten Schritte sind nur noch 60% (-5%) unserer Umfrageteilnehmer.

Das Euwax-Sentiment ist auf -5 eingebrochen: Privatanleger kaufen mehr Absicherungsprodukte, um sich vor einem plötzlichen Ende der Rallye zu schützen. Das ist ein reflektiertes Verhalten, das darauf schließen lässt, das die Rallye bislang insbesondere von ausländischen Investoren getrieben wurde.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, sind da mutiger: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,2 gesunken, es werden mehr Out-Absicherungen gekauft als im Durchschnitt der vergangenen 12 Monate (1,5).

In den USA ist man da noch nicht soweit, dort überwiegen noch die Out-Absicherungen, wie das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt. Auch US-Fondsanleger sind noch vorsichtig, die Investitionsquote ist noch bei niedrigen 56% (-4%). Ein Niveau deutlich über 80% ist für gute Börsenzeiten eher typisch.

US-Privatanleger sind ebenfalls noch nicht so bullisch, wie ihre deutschen Kollegen: Die Bullenquote steht bei -11%, die Bären dominieren in den USA noch.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&OP 500 zeigt mit 36% eine leichte Angst an, was als leicht bullisch zu werten ist.

Interpretation



Die Zeichen stehen auf Fortsetzung der Rallye, zumindest für die kommende Woche. Am heftigen Stimmungsumschwung aus unserer Umfrage können wir ablesen, wie schnell sich das Blatt wenden kann, daher wäre es fahrlässig, eine Prognose über einen längeren Zeithorizont auszugeben. Doch für die kommenden Tage sieht es gut aus:

Der DAX ist von internationalen Anleger hoch gekauft worden, viele deutsche Anleger mussten der Rallye unbeteiligt zuschauen und warten nun auf eine Gelegenheit, noch auf den angefahrenen Zug aufzuspringen. Insbesondere die große Investitionsbereitschaft lässt vermuten, dass schon die kleinsten Rückschläge von Anlegern gekauft werden.

Auch in den USA ist die Sentiment-Lage noch so negativ, dass ein Ende der Rallye daraus derzeit nicht abgeleitet werden kann - im Gegenteil, insbesondere US-Privatanleger müssen erst noch zu Bullen konvertiert werden und Fondsmanager müssen ihre Investitionsquote bis Ende September deutlich erhöhen, um ihren Kunden zeigen zu können, dass sie die Rallye nicht verpasst haben.

Bereits vor einer Woche habe ich an dieser Stelle meine Berufsskepsis über Bord geworfen und eine Fortsetzung der angelaufenen Rallye in Aussicht gestellt. Das tue ich heute auch wieder, wohl wissend, dass ich dafür gescholten werden, wenn's nicht stimmt.

Ganz im Unterschied übrigens zu denen, die Sie regelmäßig warnen und davon abhalten, an solchen Rallyes teilzunehmen. Das gilt dann als "umsichtig" und "vorsichtig", nicht aber als falsch, wenn die Kurse steigen. Pessimisten haben's halt leichter in meiner Branche, sie gelten als intellektuell, während jemand, der wie ich heute, alle Hüllen fallen lässt, schnell als "verantwortungslos" dargestellt wird. Daher noch der Hinweis, insbesondere bei Ihren spekulativen Positionen auf Stopp Loss Marken zu achten, damit Sie die erzielten Gewinne nicht wieder abgeben :-).







04. Ausblick: FinTech mit Risikostreuung

So, die Flatex haben wir verkauft. Das war ein heißer Ritt, den wir gleich zweimal erfolgreich mitgemacht haben. Nun können wir ganz entspannt zuschauen, ob der Verkauf gelingt und zu welchem Preis.

FINLAB MIT 10 FINTECH-BETEILIGUNGEN

Eigentlich wäre FinLab eine ziemlich tolle Aktie für uns, doch aus zwei Gründen kann ich sie Ihnen nicht empfehlen: Zum einen beträgt die Marktkapitalisierung nur 90 Mio. und erfüllt damit nicht die Regel, die ich mir selbst auferlegt habe, dass die von mir empfohlenen Unternehmen mindestens 100 Mio. Euro Marktkapitalisierung auf die Waage bringen müssen. Zudem befindet sich FinLab überwiegend in der Hand von Bernd Förtsch und Apeiron Investment, nur 19% der Aktien sind im Free Float, also nur 17 Mio. Euro lassen sich über die Börsen handeln. Lassen Sie als Privatanleger allein aus diesem Grund schon die Finger davon.

Zum anderen würde ich FinLab gerne als die BB Biotech der FinTech-Branche betrachten, doch auch das geht leider nicht. BB Biotech investiert in Biotech-Unternehmen, die bereits an der Börse gelistet sind. FinLab hingegen investiert bereits in einem wesentlich früheren Stadium des Unternehmens, so dass die Bewertung der im Portfolio befindlichen Beteiligungen für Sie als Privatanleger sehr schwer ist.

Ich möchte Ihnen das Unternehmen dennoch gerne kurz vorstellen, weil das Thema einfach zu interessant ist :-).

Eine der Beteiligungen von FinLab ist Flatex. Sollte Flatex tatsächlich zu einem Preis von bspw. 30 Euro übernommen werden, dann führt das mittelbar zu einem positiven Effekt für FinLab von schätzungsweise 20-30 Mio. Euro.

Beteiligungsgesellschaften wie die FinLab werden von Analysten gerne als Summe ihrer Teile bewertet: Die Beteiligungen plus Barmittel wurden zur Jahresmitte auf 105 Mio. Euro berechnet. Die 90 Mio. Euro Marktkapitalisierung bedeuten also einen deutlichen Bewertungsabschlag (-14%), der meiner Einschätzung nach darauf begründet ist, dass private Beteiligungen nicht nur schwer zu bewerten, sondern auch schwer zu versilbern sind.

Wenn nun der Verkauf der Flatex über die Bühne geht, wird der Bewertungsabschlag noch größer: ich komme auf rund 30%. Das ist ein Abschlag, der einige Anleger auf die Aktie aufmerksam machen wird. Wenn dann noch in Aussicht gestellt wird, die Flatex-Übernahme in Form von einer Sonderdividende an die Aktionäre weiterzugeben, dann dürfte sich der Bewertungsabschlag meiner Ansicht nach nicht auf diesem großen Niveau halten ... soll heißen, die Aktie dürfte dann steigen.

Mit derzeit 10 Beteiligungen und dem Unternehmensziel, nicht über 14 Beteiligungen aufzunehmen, ist das FinLab-Portfolio recht überschaubar. Doch dort sind schon ein paar heiße Kandidaten dabei, die sich zu einem Erfolg auswachsen könnten. Beispielsweise die Deposite Solutions GmbH. Über Dienste wie Zinspilot und Savedo wurden vollelektronisch 14 Mrd. Euro Spareinlagen von 190.000 Kunden eingesammelt. In Zeiten des Minus-Zins ist dieses Angebot natürlich der Renner: Kunden eröffnen ihr Konto bei Zinspilot und können dann ihre Gelder in die jeweils besten Angebote geben, die das Startup europaweit zusammensucht. Die Abwicklung übernimmt Zinspilot.

Ob eine Blockchain für die Kapitalsuche von Startups, ob eine Krypta-Vermögensverwaltung, ob eine Identifizierungslösung für die Finanzbranche, das Management von FinLab hat das Ohr am Puls der Zeit. In meinem Gespräch mit Vorstand Juan Rodriguez gewann ich den Eindruck, dass er die nötige Begeisterungsfähigkeit für diese junge Branche hat, aber gleichzeitig auch hervorragend mit Zahlen und Wahrscheinlichkeiten umgehen kann, so dass seine Beteiligungsentscheidungen recht fundiert wirkten.

Ich habe mir die FinLab mal in die Beobachtung genommen: Vielleicht wächst das Unternehmen ja in eine Größe hinein, die die Aktie dann auch für uns interessant macht. Aber auch wenn das Unternehmen ein kleiner Nischenplayer bleibt, ist es stets interessant, einen Blick in deren Beteiligungen und die dort entwickelten Lösungen zu werfen.

MARKTBETRACHTUNG

Ich sag's gerne nochmal: Ich glaube nicht, dass wir vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China sehen werden. Da würde sich Trump sein wichtigstes Wahlkampfthema nehmen.

Ende September gehen die Gespräche zwischen den Unterhändlern weiter, Mitte Oktober kommen dann die Silberrücken dazu. Bis dahin rechne ich mit einer entspannten Atmosphäre bei diesem Thema, was für die Börsen positiv ist.

Ende September müssen wir also neu beurteilen, ob die Rallye dann neue Nahrung erhält, oder aber ob wir unsere Gewinne mitnehmen. Ungeachtet dieser Erwartung sollten wir jedoch bei den vier Spekulationen die Stopp Loss Marken nachziehen, um keine negative Überraschung zu erleben.



05. Update beobachteter Werte: flatex, Weibo, Splunk, InnoTec TSS, Nokia-Anleihe, Wacker Neuson, TUI

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


flatex
Beschleunigtes Wachstum: Verkaufen

Fr, 06. September um 14:35 Uhr
Heute hat flatex eine Pressemeldung ausgegeben, in der die frühzeitige Zielerreichung von 20.000 Neukunden in Holland bekannt gegeben wird. in Deutschland und Österreich seien zudem seit Jahresbeginn bereits 30.000 Neukunden gewonnen worden, was eine Beschleunigung des Wachstums bedeutet.

In den kommenden fünf Jahren möchte flatex den Umsatz verdoppeln und die Gewinnmarge (EBITDA) auf 50% (aktuell 34%) erhöhen. Wenn das gelingt, sollte die Aktie heute schon deutlich höher stehen.

Aber der Kurssprung bleibt aus, die Aktie begnügt sich mit einem Kursplus von aktuell 3%. Offensichtlich sind Anleger skeptisch, ob diese Ziele erreicht werden können. Ich will das nicht ausschließen, doch die gedämpfte Kursreaktion zeigt mir, dass vieles der positiven Erwartungen inzwischen bei Anlegern bekannt und somit im Kurs enthalten ist. Flatex liefert zwar eins ums andere gute Zahlen ab, aber der Kurs ist immerhin auch schon um 56% seit Jahresbeginn angesprungen.

Wie vor ein paar Tagen geschrieben scheint es derzeit bei flatex darum zu gehen, alle möglichen positiven Meldungen im Markt zu platzieren und den Kurs nach oben zu treiben, um ein möglichst attraktives Übernahmeangebot zu erhalten.

Mag sein, dass flatex im Rahmen eines Bieterwettkampfes irgendwann mal 33 Euro oder sogar 35 Euro geboten bekommt. Unsere Aktie hätte also noch 20% Kurspotential. Auf der anderen Seite ist es stets ein gefährliches Spiel, auf Übernahmen zu spekulieren, denn niemand ist gezwungen, flatex zu kaufen. Das Ganze kann jederzeit im Sande verlaufen. Und dann könnten wir die Aktie flugs wieder in den niedrigen 20ern sehen.

So ist aus meiner Sicht der Großteil des Kurspotentials vorerst ausgeschöpft. Einige haben mich darauf hingewiesen, dass am vergangenen Freitag unser Stopp Loss bei 26 Euro unterschritten wurde. Ja, das ist nichtig, in den ersten Handelsminuten sackte der Kurs kräftig ab, notierte kurz unter 26 Euro und schoss anschließend wieder nach oben. Das ist genau das Kursverhalten, wegen dem ich vor fest hinterlegten Stopp-Orders warne: Sie werden auf diese Weise abgefischt. Der Kurs wird kurz unter ein beliebtes Stopp Loss Niveau gedrückt, dadurch werden viele Verkaufsorders automatisch aktiviert und diejenigen, die zuvor bei wenig Handelsvolumen den Kurs gedrückt haben, decken sich nun wieder mit billigeren Aktien ein.

Daher ist ein Stopp Loss Kurs - mit Ausnahme bei unseren spekulativen Positionen - stets nur ein Hinweis, sich auf einem bestimmten Niveau neue Gedanken um eine Aktie zu machen. Das tue ich hiermit und komme zu dem Schluss, dass wir erst einmal genug mit flatex verdient haben. Ich würde heute zu Kursen über 29 Euro verkaufen und die Position damit auflösen: 56% Plus seit Jahresbeginn sind ein großer Erfolg!


Weibo
Gespräche in Aussicht

Fr, 06. September um 14:35 Uhr
Für die Aktie von Weibo reicht es derzeit schon, wenn die Gespräche zwischen den USA und China weitergehen, um ein wenig Hoffnung aufkommen zu lassen. Doch das könnte ein Strohfeuer sein, denn ich rechne nicht damit, dass Trump eine Einigung vor den Neuwahlen im November 2020 beabsichtigt. Daher ist Weibo eine Spekulation.

Mit +10% ist Weibo der Gewinner dieser Woche. Ich würde den Stopp Loss von 31 Euro auf 35 Euro nachziehen.


Splunk
Geschäftsfeld IT-Monitoring

Fr, 06. September um 14:27 Uhr
Künstliche Intelligenz und Machine Learning sind für viele noch ziemlich schwammige Begriffe. Obwohl ich schon viel in diesem Bereich geforscht habe, fällt es auch mir schwer, Ihnen das Thema verständlich näher zu bringen.

Splunk sammelt Daten überwiegend aus den internen Systemen eines Unternehmens und wertet diese Daten in Echtzeit aus. Dabei werden Performance, Verfügbarkeit, Effizienz/ Abläufe sowie Sicherheitsprobleme aufgedeckt. Mit Hilfe der Übernahme von SignalFX wird die Auswertung der Daten hinsichtlich sicherheitsrelevanter Anomalien optimiert: Innerhalb von 2-5 Sekunden kann die IT-Abteilung künftig über entsprechende Vorgänge informieren.

Damit geht Splunk in den Wettbewerb zur IT-Sicherheitsfirma New Relic, die auf diesem Gebiet Marktführer ist. Während New Relic besonderes Knowhow im Bereich der Auswertung hat (wie SignalFX), liegt der Schwerpunkt von Splunk erst einmal auf dem Aufbereiten sämtlicher IT-Daten. Damit ist also New Relic spezialisierter, Splunk kann aber seiner breiteren Datenbasis weitere Auswertungen und damit Anwendungsfälle aufsetzen - sei es durch Eigenentwicklungen oder aber auch durch weitere Übernahmen.

Das macht es so schwer, Splunk zu verstehen: Erst einmal werden einfach nur Daten gesammelt. Was dann aus den Daten herausgelesen wird, kann sich der Kunde wünschen. Das können unterschiedlichste Dinge sein, die Otto Group beispielsweise hat ihren IT-Workflow damit optimiert.

Wenn man der Überzeugung ist, dass Daten das Gold von heute sind, dann muss man in Splunk investieren. Denn die Auswertungen sind nur auf Basis der Daten möglich und die Daten werden über die Splunk-Infrastruktur aufbereitet.


InnoTec TSS
Stabile Dividendenaktie mit guten HJ-Zahlen

Fr, 06. September um 14:38 Uhr
InnoTec hat soeben die Zahlen des 1. Halbjahres 2019 veröffentlicht: Umsatz +3% auf 49,6 Mio. Euro, Ergebnis (EBITDA) -9% auf 5,7 Mio. Euro. Die Informationen der Pressemeldung sind gewohnt wortkarg, es wird lediglich berichtet, dass der Bereich Türsysteme (Überwiegend Brandschutztüren) gut lief (+3% im Umsatz, +9,8% im Gewinn), der Bereich Bauspezialwerte machte jedoch Probleme (Umsatz +3%, Gewinn -33%).

Im Ausblick wird jedoch berichtet, dass sich die Entwicklung im angelaufenen zweiten Halbjahr wieder aufhelle, insbesondere der Bereich Bauspezialwerte werde "deutlich positiver). Für das Jahr wird also ein Umsatz auf Vorjahresniveau (98 Mio. Euro) und Gewinn leicht unter Vorjahresniveau (12 Mio. Euro) prognostiziert.

Das ist alles andere als sexy, insbesondere da wir kaum Informationen über die Geschäftsentwicklung und deren Hintergründe erhalten. Dennoch ist InnoTec nach wie vor eine stabile Dividendenaktie: Die Dividende wird kontinuierlich gesteigert. Nur im Jahr 2017 gab es eine Sonderdividende aufgrund des Verkaufs eines Unternehmensteils. Davon abgesehen steigt die Dividende kontinuierlich und verspricht derzeit eine Rendite von 7,5%.

Die hohe Dividendenrendite kommt auch aufgrund des rückläufigen Kurses zustande. Doch ich unterscheide zwischen kaputter Aktie und kaputtem Unternehmen: Mag sein, dass die Aktie derzeit nicht sonderlich gut läuft, aber das Geschäft ist stabil, das Unternehmen gesund und die Dividende überaus attraktiv. Ich sehe also keinen Grund, auf diesem Kursniveau zu verkaufen. Wir bleiben dabei.


Nokia-Anleihe
Teilverkauf, Anleihe- und USD-Rallyes könnten pausieren

Fr, 06. September um 14:41 Uhr
Unsere Nokia-Anleihe ist in diesem Jahr bereits um 15% gestiegen und hat zusätzlich bereits 3,3% Zins ausgeschüttet. Die gute Performance ist auf den Renditerückgang in den USA sowie den starken US-Dollar zurückzuführen.

Nokia schwimmt in Cash, seit die Mobilfunkpatente vor vielen Jahren an Microsoft verkauft wurden, und sucht noch immer ein neues Geschäftsmodell. Der Ausbau des 5G-Netzes wird ein wenig Geschäft liefern, aber technologisch konnte Nokia mit Huawei nicht mithalten. Jedes Jahr wird ein Teil der Barreserven verbrannt. Es hat also schon seine Berechtigung, dass Nokia für seine bis 2039 laufende Anleihe einen Zins von 6,625% anbieten muss.

Doch zumindest auf Sicht von wenigen Jahren ist die Finanzierung gesichert und entsprechend dient die in US-Dollar notierende Anleihen vielen - meiner Ansicht nach überwiegend kurzfristig orientierten - Anlegern als guter Anlageort für eine attraktive Rendite (aktuell aufgrund des hohen Kursniveaus bei 116% beträgt die Rendite 5,3%). Wenn die Rendite in den USA rückläufig ist, wie in den vergangenen Monaten, dann steigt die Attraktivität unserer Nokia-Anleihe.

Allein seit Jahresbeginn ist die Rendite der 10 Jahre laufenden US-Staatsanleihe von 2,69% auf 1,57% gesunken. Konjunktursorgen drücken den Zins "am langen Ende" (also für lang laufende Anleihen).

Gleichzeitig ist der US-Dollar in diesem Zeitraum von 1,15 auf 1,10 USD/EUR gefallen. Die in US-Dollar notierende Nokia-Anleihe sowie die Zinsausschüttung wurde also insbesondere für Europäer in Euro gerechnet mehr wert.

Kein Wunder also, dass die Anleihe von 103% auf 116% angesprungen ist. Doch wird dieser Trend weitergehen?

In Sachen Konjunktursorgen haben wir meiner Ansicht nach derzeit bereits einen Höhepunkt der Sorgen erreicht: Die US-Notenbank um Jay Powell herum weigert sich, die von Trump eingeforderte ultralockere Geldpolitik zu fahren und gefährdet damit in den Augen vieler Anleger die Konjunktur. Gleichzeitig waren die Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen eher mäßig.

Doch gestern wurden überraschend stabile Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, zudem haben die USA und China wieder Gespräche in Sachen Handelsstreit vereinbart. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir nun ein paar Wochen mit positivem Konjunktursentiment erleben und das würde den Zins am langen Ende in den USA nach oben bewegen, unsere Nokia-Anleihe im Umkehrschluss nach unten.

In Europa haben sich die schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich der Situation in Italien nicht bewahrheitet und in Sachen Brexit gibt es nach dem sicher geglaubten harten Brexit nun wieder die Möglichkeit einer weiteren Verschiebung, vielleicht sogar eines neuen Referendums. Also könnte auch die Schwäche des Euros in den kommenden Wochen erst einmal eine Pause einlegen.

Zu guter Letzt schaue ich natürlich auch noch auf das Sentiment für Anleihen, und das ist seit Wochen bereits extrem hoch, der 5-Wochendurchschnitt lässt ein Topp in den Anleihepreisen vermuten.

Ich würde daher unsere Nokia-Anleihe zu Kursen über 115,8% halbieren und ein paar Wochen warten. Dann können wir erneut entschieden, ob wir wieder einsteigen. Wenn alles so läuft, wie ich es mir hier ausmale, könnten wir später zu 110% wieder auffüllen.

Bitte setzen Sie ein Kurslimit, da der Umsatz in diesem Papier sehr dünn ist. Es ist aber genügend Nachfrage nach dem Papier vorhanden, Sie müssen ihm nur ein wenig Zeit geben.


Wacker Neuson
Empfehlung durch Analysten treibt Kurs

Fr, 06. September um 14:31 Uhr
Um 4% ist Wacker Neuson diese Woche angestiegen. Grund sind zwei Analystenempfehlungen: Commerzbank sowie das Bankhaus Lampe haben dargelegt, dass das Tal der Tränen mit dem ersten Halbjahr 2019 durchschritten sein sollte und für die laufende Berichtssaison bereits deutliche Verbesserungen erwartet würden.

Damit ist nun das Thema der zu hohen Lagerhaltung bei den Analysten angekommen: Die vorsorglich produzierten Baumaschinen werden planmäßig im zweiten Halbjahr verkauft, das verringert den Lagerbestand und erhöht den Cashflow sowie die Einnahmen.

Das zweite Thema, dass gerade Wacker Neuson von einem Konjunkturprogramm für die Infrastruktur profitieren würde, hat bislang noch kein Analyst auf dem Zettel: Weder ein Konjunkturprogramm wird erwartet, noch der Bezug hergestellt, dass gerade Wacker Neuson von Instandsetzungsarbeiten profitiert, weil dafür kleine und flexible Baumaschinen benötigt werden. Die Caterpillars und Liebherrs, Komatsus und Volvos stehen auf den Großbaustellen, nicht aber bei filigranen Instandsetzungen.

Die Kursziele der Analysten sind im Bereich von 24 bis über 30 Euro. Kursziele sind jedoch rechnerische Größen, die Kursentwicklung hängt maßgeblich von konjunkturellen und politischen Entwicklungen ab. Mal schauen, wie lange es dauert, bis die Aktie Fahrt aufnimmt.


TUI
Dorian ohne Auswirkung auf TUI

Fr, 06. September um 14:30 Uhr
Diese Woche wütete Hurrikan Dorian auf den Bahamas. TUI hat daraufhin 10 Urlauber von den Bahamas geholt und Reisen bis Mitte September abgesagt. Das ist für den weltweit größten Reisekonzern eine finanzielle Belastung, die Sie nicht eimal hinter dem Komma irgendwo in der Bilanz entdecken werden.

Das KGV 2020e steht bei nur noch 7,5, die erwartete Dividendenrendite bei 7,9%. Die negativen Auswirkungen der Lieferprobleme von Boeing hinsichtlich der 737 MAX sind inzwischen hinreichend eingepreist, die Ticketpreise für die kommende Urlaubssaison steigen. Wenn irgendwann die auf Halde gebauten 737 MAX ausgeliefert werden dürfen, sinken die Betriebskosten für TUI, die verkauften Tickets bleiben aber in der Bilanz: Ich erwarte also einen Gewinnsprung für das kommende Jahr.

Nicht spekulieren möchte ich auf Schadensersatzansprüche, die TUI gegenüber Boeing ggfls. geltend machen kann. Aber es ist schön zu wissen, dass da vielleicht nochmal was kommen könnte.

Der Brexit birgt ja die Gefahr, dass TUI Klimmzüge veranstalten muss, um europäische Flughäfen weiter anfliegen zu dürfen. Es gibt zwar nach Aussage des Unternehmens einen Notfallplan für den Fall eines harten Brexits, doch in den vergangenen Tagen hat auch die Möglichkeit einer Verschiebung sowie eines neuen Referendums wieder an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Und Sie wissen ja, der Aktienkurs ist das Abbild der künftigen Wahrscheinlichkeiten.

Ich fühle mich also derzeit sehr wohl mit unserer TUI-Position.



06. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈10%) =8,2%WKN5.9.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 5x2%!
Wacker NeusonWACK0117,39 €8%14%2,2%A
TUITUAG009,45 €4%5%2,1%A
SplunkA1JV4H101,40 €0%1%1,9%A
WeiboA110V742,20 €11%11%2,1%A







Wachstum (≈30%) =22,9%WKN5.9.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 4x7,5%!
BB BiotechA0NFN356,85 €-2%-1%6,9%B
Nvidia918422161,30 €5%25%8,0%A
flatexFTG11127,70 €1%56%0,0%C
ZuoraA2JHJJ13,48 €-2%-20%8,0%A







Dividende (≈25%) = 24,9%WKN5.9.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x8%!
Innotec54051010,40 €6%4%5,9%C
FreenetA0Z2ZZ17,98 €1%6%7,8%A
Bet-at-HomeA0DNAY52,00 €-1%10%0,0%B
Deutsche Post55520030,49 €2%20%7,2%B
Deutsche Telekom55575015,09 €-1%3%4,0%A







Absicherung (≈20%) =18,2%WKN5.9.19Woche ΔΣ '19 ΔAnteil 3x7%!
Goldbarren 100 gr100 gr.4.365,00 €-1%22%8,2%A
Südzucker-AnleiheA0E6FU74,91%1%-2%6,4%A
Nokia-AnleiheA0T9L2116,00%1%15%3,6%B





Cashquote
Σ-Portfolio Ergebnis seit 2018

2%1%25,8%
Ergebnis seit 2019


17,9%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%8,2%542%
WachstumEnkelkinder30%22,9%437,5%
DividendeUrlaub25%24,9%348%
AbsicherungZins & Gold20%18,2%336,7%
Summe
85%74,2%1514


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



08. An-/Ab-/Ummeldung

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