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31.01.2020:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

15. Jahrgang - Ausgabe 05 (31.01.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Coronavirus vs. Q-Zahlen
02.So tickt die Börse: Q-Zahlen werden unterschiedlich aufgenommen
 - SAP: Gewinnbelastung durch Entlassungen
 - Siltronic & Wacker Chemie vor Turnaround
 - Deutsche Bank mit Riesenverlust
 - Facebook vs. Twitter
 - Microsoft wächst wie ein StartUp
 - Apple feiert iPhone 11, Services & Wearables
 - Varta im Landeanflug
 - Amazon Prime rockt
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Heftiger Stimmungseinbruch
 -
04.Ausblick: Worst-Case und Best-Case für Coronavirus-Verlauf
05.Update beobachteter Werte: TUI, Zooplus, American Express, Spotify, Zooplus
 - TUI: Bereit machen zum Nachkaufen
 - Zooplus: So sieht ein Boden aus, Teilgewinn mitnehmen
 - American Express: Sippenhaft
 - Spotify: Nachkaufen, denn Musik ist nicht infiziert
 - Zooplus: Ungewissheit ist gut für Leerverkäufer, nachkaufen
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Coronavirus vs. Q-Zahlen

Liebe Börsenfreunde,

Der Coronavirus bestimmt die Schlagzeilen, im Wirtschaftsteil dominieren jedoch positive Überraschungen von unzähligen Quartalsergebnissen, die in diesen Tagen veröffentlicht werden. In Kapitel 02 schaue ich auf eine Reihe von Q-Zahlen.

Die Stimmung ist heftig eingebrochen, von Euphorie ging es binnen weniger Tage direkt in die Depression. Was das bedeutet, untersuche ich in Kapitel 03.

In Kapitel 04 habe ich den Verlauf des SARS Virus aus dem Jahr 2003 und dessen Auswirkung auf die Aktienmärkte näher untersucht und mit dem aktuellen Coronavirus verglichen.

Wie immer gibt es eine Reihe von Updates in Kapitel 05 sowie eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio in Kapitel 06.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp200202.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Q-Zahlen werden unterschiedlich aufgenommen

SAP: GEWINNBELASTUNG DURCH ENTLASSUNGEN

Die SAP-Zahlen haben Anleger nicht begeistert. Das Umsatzwachstum blieb mit +8% leicht hinter den Erwartungen zurück. Besonders schwer im Magen liegen den Anlegern die Kosten für den Personalabbau, der erstmals in der Geschichte von SAP erfolgte. Zudem sind Anleger skeptisch gegenüber dem neuen Führungsduo, das Bill McDermott folgte: Christian Klein und Jennifer Morgan müssen sich erst noch das Vertrauen der Anleger verdienen.

Ich halte den Ausverkauf für nicht gerechtfertigt. SAP hatte einige Sonderbelastungen zu verkraften, was auf den Gewinn gedrückt hat. Daher steht das KGV aktuell bei 25. Aber schon für 2021e wird ein KGV von 20 erwartet. Vor dem Hintergrund des zum Umsatzwachstum überproportional hohen Gewinnwachstums ist das KGV für einen Marktführer in Ordnung.

Die Zahlen waren gut, die Unternehmensprognose lag im Rahmen der Erwartungen und das neue Management hat bei mir in mehreren Interviews, die ich gesehen habe, einen guten Eindruck hinterlassen.

SILTRONIC & WACKER CHEMIE VOR TURNAROUND

Siltronic gehört zu 30% der Muttergesellschaft Wacker Chemie. Während sich Wacker auf Silizium für die Solarbranche spezialisiert hat, ist Siltronic in der Chipindustrie unterwegs. Beide Branchen durchschreiten derzeit einen "Boden". Siltronic hat Geschäftszahlen vorgelegt, die nicht so schlimm waren wie befürchtet. Das Unternehmen spricht von einer anziehenden Nachfrage in der Chipindustrie. Wir wissen das ja schon von AMD und Nvidia sowie auch von Skyworks. Laut Siltronic dauert es aber noch, bis sich diese Nachfrage auch im eigenen Konzern bemerkbar macht.

Zwar seien die hohen Lagerbestände an Chips (bspw. Graphikkarten von Nvidia) inzwischen abgebaut. Doch die Chipproduzenten verfügen noch über große Lagerbestände an Silikon-Rohlingen, die nun zunächst zu Chips verarbeitet würden, bevor bei Siltronic neue Bestellungen eingehen.

Dieser Hoffnungsstreif am Horizont reicht Anlegern, um gleich beide Aktien von Wacker Chemie sowie von Siltronic nach oben zu jubeln: Siltronic hat diese Woche um 5% zugelegt, Wacker Chemie sogar um 9%.

DEUTSCHE BANK MIT RIESENVERLUST

Am Donnerstag hat die Deutsche Bank einen Verlust von 5,7 Mrd. Euro vermeldet, Analysten hatten mit 5,0 Mrd. Euro gerechnet. Es ist das siebte Verlustjahr in Folge. Während die Deutsche Bank auch 12 Jahre nach der großen Finanzkrise noch immer mit den Folgen zu kämpfen hat, teilen sich FinTechs die Zukunft des Geldwesens auf: Wirecard, Paypal und Visa haben Einzug in den Alltag gehalten.

Die Deutsche Bank hatte ich zwischenzeitlich auch das eine oder andere Mal empfohlen. Nicht aus Bewertungssicht, sondern rein politisch: Der Exportweltmeister Deutschland braucht einfach eine international gut vernetzte Bank, und das ist eben die Deutsche Bank. Doch die Welt vernetzt sich immer mehr selber und die wichtige Rolle, die Großbanken früher im internationalen Handel übernommen hatten, gibt es immer weniger.

Immerhin sind Anleger nach dieser Hiobsbotschaft davon überzeugt, dass nun endlich, aber wirklich, das Schlimmste überstanden sei. Die Aktie zieht an. Im vergangenen halben Jahr hat die Aktie bereits um 30% zugelegt. Mit den heutigen Zahlen kommen aktuell nochmal 3% drauf.

FACEBOOK VS. TWITTER

Facebook hat gestern Zahlen vorgelegt, die hinter den Erwartungen lagen: 8% Nutzerwachstum ist nicht das, was sich Anleger von einem Wachstumskonzern erhoffen. Da spielt es kaum eine Rolle, dass die halbe Welt bereits auf Facebook unterwegs ist und zweistellige Wachstumsraten daher rein mathematisch ziemlich unwahrscheinlich sind. Immerhin springt der Umsatz überproportional um 27% an. Der Gewinn je Aktie ist aufgrund hoher Investitionen in den vergangenen Monaten jedoch rückläufig.

Dabei ist Facebook günstig bewertet: Das KGV 2021e beträgt 20, der Gewinn soll für fünf Jahre mit durchschnittlich 13% p.a. anwachsen. Da könnte die Aktie gut noch 30% zulegen, ohne zu teuer zu sein.

Twitter, die andere Aktie aus dem überschaubaren Bereich "Socials", hat ein Nutzerwachstum von 13%. Wer also in diesem Bereich noch Wachstum sucht, der orientiert sich jetzt plötzlich an der zuvor vergessenen Twitter-Aktie. Ich denke, genau das ist der Hauptgrund, warum einige Anleger Facebook derzeit verkaufen. Twitter-Zahlen werden für den 6. Februar erwartet. Nach den Facebook-Zahlen ist die Messlatte für Twitter nun recht niedrig aufgehängt.

MICROSOFT WÄCHST WIE EIN STARTUP

Das Umsatzwachstum beträgt 14%, der Gewinn springt um 38% an. Die Microsoft-Cloud Azure ist sogar um 62% angesprungen, Microsoft erobert Marktanteile von Google und von Amazon. Anlegern gefällt das, die Aktie springt um 3% an. Microsoft unter CEO Satya Nadella gehört zu den wenigen Tech-Konzernen, die ihren Zenit schon mal überschritten hatten und nun eine zweite Erfolgsstory schreiben.

Mit einem KGV 2021 von 27 ist das Gewinnwachstum von 18% in meinen Augen weiterhin günstig bewertet. Genau wie Facebook hat auch Microsoft bewertungstechnisch noch Luft nach oben.

APPLE FEIERT IPHONE 11, SERVICES & WEARABLES

Auch Apple hat Zahlen vorgelegt und auch Apple konnte den Skeptikern ein Schnäppchen schlagen. Durch alle Bereiche wurden Rekorde vermeldet. Wearables, worunter die Apple Watch am Arm Ihres Autors genauso gezählt wird, wie die AirPods, waren gefragte Weihnachtsgeschenke. Dienstleistungen haben sich zu einem nennenswerten Geschäft entwickelt und zu aller Überraschung hat das iPhone 11, dessen wesentliche Weiterentwicklung "nur" eine längere Batterielaufzeit sowie eine bessere Kamera waren, den Geschmack der Konsumenten einmal mehr getroffen.

Auch Apple ist mit einem KGV 2021e von 20 in meinen Augen noch immer nicht zu teuer, denn der Gewinn wächst mit 12% p.a.

Wir haben also Apple, Microsoft und Facebook als drei der vier Tech-Giganten, die bereits über eine Billionen US-Dollar wert sind. In meinen Augen haben alle drei gute Zahlen vorgelegt, bei Facebook gibt es jedoch noch Interpretationsunterschiede ;-), denn die Aktie wurde erst einmal ausverkauft.

Was haben diese drei Aktien mit dem Handelsstreit zu tun? Was mit dem Coronavirus? Und was haben sie mit dem Amtsenthebungsverfahren von Donald Trump zu tun? Das sind die drei wesentlichen Stories, die in den USA die Schlagzeilen dominieren und an den Finanzmärkten für Angst und Schrecken sorgen. Diese drei Tech-Giganten haben mit diesen Themen jedoch herzlich wenig am Hut.

VARTA IM LANDEANFLUG

Varta beliefert Apple mit den Knopfbatterien für die AirPods. Sie haben oben gelesen, was für ein Erfolg die AirPods sind. Ihr Autor schwört seit nunmehr 12 Jahren auf die schnurlosen Kopfhörer von Sennheiser, doch die neuen AirPods Pro, die ich in den Weihnachtstagen mal austestete, bringen erstmals das Klangvolumen von normalen Kopfhörern in Ohrstöpsel. Urteil: Wenn neue Kopfhörer fällig werden, sind die AirPods Pro eine brauchbare Alternative.

Die Aktie von Varta ist seit dem Börsengang Ende 2017 von 20 auf zwischenzeitlich 127 Euro angesprungen: Die ganze Welt wird mit Varta-Knopfbatterien ausgestattet. Varta baut dafür neue Fabriken.

Doch seit Anfang Januar hat diese Erfolgsstory Kratzer erhalten, die Aktie zumindest ist um 30% auf nunmehr nur noch 78 Euro eingebrochen. Für mich zeigt sich hier, dass Batterien eben doch ein Massenprodukt sind, die von Wettbewerbern ebenfalls angeboten werden können. Varta hatte einen sprunghaft angestiegenen Bedarf befriedigen können, doch mittelfristig werden sich weder Wachstumsrate, noch Gewinnmarge halten lassen.

AMAZON PRIME ROCKT

Amazon Prime sorgt für volle Kassen, denn kostenfreie Lieferung und diverse Streamingdienste locken immer mehr Kunden in den Prime-Service. Der Umsatz von Amazon ist um 21% angesprungen, der Gewinn ist um 60% höher ausgefallen, als von Analysten erwartet. Die Aktie springt heute um 10% an. Amazon ist damit nun das vierte US-Hightech-Unternehmen, das über eine Billionen US-Dollar wert ist (neben Apple, Google und Microsoft).

Schauen wir uns nun einmal an, wie sich die wichtigsten Indizes in dieser ereignisreichen Woche entwickelt haben.

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES30.1.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones28.859 -0,7%0,7%
DAX13.106 -3,5%-1,1%
Nikkei23.205 -2,6%-1,9%
Shanghai A 3.119 0,0%-2,1%
Euro/US-Dollar1,100,2%-1,3%
Euro/Yen120,28-0,2%-1,6%
10-Jahres-US-Anleihe1,55%-0,15-0,39
Umlaufrendite Dt-0,42%-0,09-0,19
Feinunze Gold$1.580 0,5%4,5%
Fass Brent Öl$58,46 -3,3%-15,0%
Kupfer5.620 -7,1%-9,5%
Baltic Dry Shipping498 -13,5%-54,3%
Bitcoin9.451 13,2%29,6%



Mit -3,5% hat es den DAX diese Woche besonders hart getroffen. Das mag an der starken Exportorientierung, mag aber auch an den Coronavirusfällen in Bayern liegen. Wie dem auch sei, so hat es den Anschein, als nehme man hierzulande die Gefahr deutlicher wahr als anderswo.

Die Umlaufrendite, die sich in den vergangenen Monaten langsam aus dem negativen Bereich nach oben gearbeitet hatte, ist wieder zurückgefallen: Anleger suchen die vermeintliche Sicherheit der Bundesanleihen.

Auch der Goldpreis ist angestiegen und besser noch, der Bitcoin ist um 13% angesprungen. Den Bitcoin muss man nicht mal anfassen, um ihn zu übertragen oder kaufen.

Schauen wir mal, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelt hat.




03. Sentiment: Heftiger Stimmungseinbruch

So langsam kommt Panik auf: Mit dem Ausverkauf vom Montag war es noch nicht getan, erst im weiteren Wochenverlauf schüren die immer weiter sprunghaft ansteigenden Zahlen um den Coronavirus langsam die Befürchtung, dass der Coronavirus deutlich schlimmere Folgen haben könnte, so wie das SARS-Virus im Jahr 2003. Mit dem Unterschreiten der 13.180 Punkte im DAX ist der jüngste Aufwärtstrend nun erst einmal gebrochen.

Die Stimmung unter den Anlegern ist von 4,4 auf -2,3 eingebrochen. Ein so starker Stimmungseinbruch ist selten und ist in der Regel der Auftakt für eine längere Phase mit schlechter Stimmung.

Auch die Selbstzufriedenheit ist verflogen, mit einem Wert von -4,4 herrscht Verunsicherung unter den Anlegern. Unsicherheit ist Gift für die Börse. Derzeit traut sich offensichtlich kaum jemand eine Prognose über den weiteren Verlauf des Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft zu.

Anders als bei den kurzfristigen Befürchtungen bleibt jedoch mittelfristig die Zuversicht groß. Mit den fallenden Kursen steigt die Zuversicht für steigende Kurse in der Zukunft. Viele Anleger betrachten den Ausverkauf offensichtlich als lang ersehnte Kaufgelegenheit. Das zeigt sich auch in der Kaufbereitschaft, die ebenfalls angesprungen ist.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt sich neutral auf der Nulllinie. Die leichte Absicherungsneigung, die wir in den ersten Wochen des neuen Jahres gesehen haben, wird wieder zurückgefahren.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, haben wiederum ihre Long-Spekulationen aufgelöst. In den USA ist man noch nicht so weit: Dort notiert das Put/Call-Verhältnis der CBOE weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau, was eine stark Spekulation auf steigende Kurse zeigt.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote in der abgelaufenen Woche drastisch zurückgefahren (-16% auf 77%).

Die Bullenquote unter den US-Privatanlegern ist stark zurückgegangen, die Bären haben dort knapp die Oberhand gewonnen.

Der technische Angst und Gier Index des S&P 500 ist auf 56% zurückgefallen. Die Überhitzung der vergangenen Wochen wird also nun endlich abgekühlt.

Interpretation



Die Aktienmarktrallye war nicht mehr jung, wenngleich sie von einem breiten Spektrum an Aktien getragen wurde und somit als gesund zu bezeichnen war, bis der Coronavirus zuschlug. Hat der Coronavirus nun das Potential, die Rallye zu beenden und die Aktienmärkte in einen Bärenmarkt zu stürzen? Ich werde im nächsten Kapitel ausführlich darauf eingehen.

Dem Sentimentumschwung können wir entnehmen, dass die lang anhaltende Rallye nun erst einmal unterbrochen ist. Doch weiterhin suchen Anleger nach Chancen und stehen parat, um Aktien einzusammeln, wenn sie günstig zu haben sind. Das wirkt wie eine Unterstützung und könnte helfen, das der Aktienmarkt den Coronavirus zügig einpreist.







04. Ausblick: Worst-Case und Best-Case für Coronavirus-Verlauf

Sie werden in diesen Tagen mit Informationen zum Coronavirus bombardiert, ich werde mich daher auf die für uns wesentlichen Dinge fokussieren. Ich habe mir den Verlauf von SARS im Jahr 2003 angeschaut und vergleiche mit der heutigen Situation.

Die erste Infektion wurde am 16. November 2002 aus Südchina gemeldet, bis zum 10. Februar 2003 gab es 305 Infizierte und 5 Todesfälle. Beim Coronavirus gab es zum 1. Januar bereits 27 Infizierte, das erste Todesopfer gab es am 11. Januar. Bis zum heutigen Tag stieg die Zahl der Infizierten auf knapp 9.700 an, 213 Infizierte starben. Von SARS waren insgesamt 8.000 Menschen infiziert worden, 800 starben. Ein Vergleich der Mortalität kann derzeit noch nicht angestellt werden, dazu ist es noch zu früh. Die meisten Corona-Infizierten wurden gerade erst angesteckt.

Immer wieder tauchen Vergleiche zu normalen Grippeviren auf, an denen jährlich allein in Deutschland einige hundert Menschen sterben. Vor einem Jahr hat das Influenza-Virus für 25.000 Tote in Deutschland gesorgt, die höchste Zahl seit 30 Jahren. An den Aktienmärkten hinterließ das kaum Spuren. Doch der Vergleich hinkt, denn für Grippeviren gibt es Impfstoffe, die jeden Winter insbesondere an ältere Menschen gegeben werden. Für SARS und Corona gibt es das nicht. Die Hilflosigkeit, mit der sich die Menschen dem Coronavirus gegenüber sehen, ist wohl einer der Hauptgründe für das mediale Interesse.

Seit 2003 hat sich viel getan: Zum einen hat sich die Medizin weiterentwickelt. Brauchte man 2003 noch 20 Monate, um ein wirksames Gegenmittel zu SARS zu entwickeln, so geht man heute davon aus, dass in 3-4 Monaten ein Gegenmittel zur Verfügung steht.

Während sich 2003 das SARS-Virus lange Zeit ausbreiten konnte, weil die Menschen über die Gefahren und die Schutzmöglichkeiten schlecht aufgeklärt waren, so hat sich die Kenntnis inzwischen in der Bevölkerung breit gemacht, dass man sich von Kontakten jeglicher Art schützen sollte. 2003 schaffte man in China erst Mitte Mai, also ein halbes Jahr nach dem ersten Fall, die exponentielle Ausbreitung des Virus zu stoppen. Erst im Juli hat die Weltgesundheitsbehörde ihre China-Warnung aufgehoben.

Hongkong, das damals schon weiter entwickelt war, schaffte es bereits im April, die exponentielle Ausbreitung zu stoppen.

Beim Coronavirus ist in diesen Tagen in der internationalen Fachpresse viel Lob für das Vorgehen Chinas zu lesen: Medizinische Informationen über das Virus seien frühzeitig und offen mitgeteilt, Gegenmaßnahmen seien zügig und konsequent umgesetzt worden. Ein großes Fragezeichen schwebt jedoch über den gemeldeten Zahlen über Infizierte und Tote, da gibt es Publikationen, die beschönigte Zahlen befürchten. Die Realität in China sei viel schlimmer. Insbesondere Mediziner beklagen sich, dass Unstimmigkeiten in den gemeldeten Zahlen auf Rückfrage nicht weiter beantwortet würden.

SARS hatte sich im ersten Schritt in Hongkong exponentiell ausgebreitet. Südchina, der Ursprung von SARS, liegt direkt an Hongkong und in der Region gab es viele Arbeiter, die pendelten und das Virus transportierten. In China selbst startete die exponentielle Ausbreitung erst im März.

Das Coronavirus erlebt in diesen Tagen bereits seine exponentielle Ausbreitung in China. Entsprechend konsequente Gegenmaßnahmen (Quarantäne) sollen schon in ein bis zwei Wochen das exponentielle Wachstum stoppen. Doch das China von heute ist nicht mehr das China von 2003: Die ganze westliche Welt ist eng verzahnt mit der chinesischen Industrie. Täglich fliegen Airlines zwischen den Metropolen Chinas und den internationalen Flughäfen hin und her. Eine weltweite Ausbreitung könnte dieses Mal also viel schneller erfolgen, erste Fälle sind ja auch schon in vielen Ländern registriert.

2003 fand der DAX Mitte März seinen Boden. Es war das Ende des Bärenmarktes, der nach der Jahrhundertrallye zum Jahrtausendwechsel aus der Internetblase die Luft abgelassen hatte. Mit dem Einmarsch der US-Amerikaner unter George Bush in den Irak am 20.3.2003 wurde an den weltweiten Aktienmärkten das Tief geschrieben. Die Wirtschaft Chinas war damals kein besonders wichtiger Faktor im globalen Handel.

Heute blicken wir nicht auf drei Jahre Bärenmarkt zurück, sondern auf 11 Jahre Bullenmarkt. Heute ist China wesentlich stärker im globalen Handel vernetzt.

Jetzt haben wir am Montag dieser Woche einen heftigen Ausverkauf an den Aktienmärkten erlebt und in den Folgetagen eine ordentliche Erholungsbewegung. Zum Ende dieser Woche sacken die Märkte erneut ab, doch von Panik kann ich noch nicht viel sehen.

Der medizinische Fortschritt sowie die fachlich offene Kommunikation Chinas sprechen für eine deutlich schnellere Eindämmung des Coronavirus, als dies bei SARS gelang. Dennoch wird eine Region mit 45 Mio. Einwohnern, die über einen längeren Zeitraum unter Quarantäne gestellt ist, wirtschaftliche Auswirkungen auf das ganze Land haben und - aufgrund der starken Vernetzung Chinas im globalen Handel - auch auf die Weltwirtschaft.

Der Gefahr, dass sich der Coronavirus weltweit unkontrolliert ausbreitet und zahllose Opfer fordert, gebe ich eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit. Meiner Einschätzung nach wird die unkontrollierte, exponentielle Ausbreitung noch einige Tage anhalten. Gleichzeitig wird die Opferzahl meiner Befürchtung nach in den kommenden Tagen deutlich ansteigen, da diese Zahl dem exponentiellen Wachstum der Infizierten zeitlich etwas hinterher läuft. Es würde mich also nicht überraschen, wenn wir in den kommenden Tagen tatsächlich noch einen panikartigen Ausverkauf erleben.

Doch das sollte es dann gewesen sein: Die ersten Q-Zahlen, die wir in diesen Tagen zu hören bekamen, sind überaus positiv, wie in Kapitel 02 beschrieben. Schätzungen wurden übertroffen, Prognosen angehoben. Das ist ein Rezept für weiter steigende Aktienmärkte. Ich werde also im Falle eines panikartigen Ausverkaufs zukaufen.

Ganz oben auf meiner Wunschliste steht TUI: Die Aktie ist gleich doppelt getroffen worden, und das zu Unrecht. Zum einen durch die Boeing-Probleme, zum anderen durch den Coronavirus. Das Virus hält Menschen weltweit von Flugreisen ab, Lufthansa hat Flüge nach China bis März gestrichen und sämtliche Aktien von Fluglinien befinden sich im Sinkflug. So kam auch TUI mit unter die Räder, obwohl das China-Geschäft von TUI sehr überschaubar ist. Wenn der Coronavirus nicht deutliche Spuren in Deutschland und Europa hinterlässt, dürfte sich die Panik bei TUI als ungerechtfertigt herausstellen.

2003 wurden die Fluglinien um durchschnittlich 25% in den Keller geprügelt. Bei TUI beträgt das Minus seit Mitte Januar 13%. Ich denke nicht, dass TUI die -25% ins Visier nimmt.

Immerhin wurde die Aktie schon aufgrund der Boeing 737MAX-Probleme ausverkauft; wenn wir den letzten Höchstkurs von Ende November zugrunde legen, beträgt das Minus bereits 25%. Weitere Kosten in Höhe von 130 bis 400 Mio. Euro befürchten Analysten für TUI in Folge der 737MAX-Problematik: 15 TUI-Flieger dürfen nicht starten, weitere 8 konnten von Boeing im Jahr 2019 nicht an TUI ausgeliefert werden. Für diese 23 fehlenden Flieger muss TUI Ersatz mieten, und das kostet eben so viel.

Dabei ist nicht berücksichtigt, ob Boeing vielleicht irgendwann einmal Kompensationszahlungen vornimmt. Boeing hat 8,3 Mrd. USD zur Seite gelegt, um seine Kunden zu entschädigen. Mit einem Kurs unter 9,50 Euro nähert sich TUI einem Bewertungsniveau, das ich als viel zu günstig bezeichnen würde.

Luxusartikelhersteller haben die wohlhabende chinesische Bevölkerung entdeckt, ein Großteil des Erfolgs von LVMH ist auf den Erfolg auf dem chinesischen Markt zurückzuführen. Die Aktie ist in den vergangenen vier Jahren von 150 auf 440 Euro gesprungen. Der Coronavirus hat die Aktie nun auf 400 Euro zurückgeholt. Wer als Langfristinvestor hier auf eine Einstiegsgelegenheit gewartet hat, der kann meiner Einschätzung nach zu Kursen um 380 Euro zugreifen. In unser Portfolio passt dieser Wert nicht, da die Dividendenrendite mit 1,8% zu niedrig für einen Dividendentitel und das Wachstum mit 8% ebenfalls zu niedrig für einen Wachstumstitel ist.

Heiß diskutiert sind diverse Titel der Pharma- und Biotech-Branche. Doch eine Analyse aus dem Jahr 2003 hat gezeigt, dass die Entwicklung eines Gegenmittels nicht lukrativ war.

Der Technologiesektor ist besonders stark mit der chinesischen Wirtschaft vernetzt. Entsprechend befürchten viele Analysten gerade im Tech-Sektor stärkere Auswirkungen. Wir haben Nvidia als Spekulation im Portfolio. Gestern hat Wettbewerber AMD Q-Zahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen lagen. Dennoch ist die Aktie von AMD anschließend ausverkauft worden ... und in deren Kielwasser auch die von Nvidia. Ich habe den Eindruck, Anleger haben insbesondere bei AMD nach einem Grund gesucht, um Gewinne mitzunehmen. Die Finanzpresse zieht ihre Schlüsse aus der Kursreaktion und urteilt, die Q-Zahlen seien nicht gut genug gewesen. Ich denke jedoch, dass AMD, Intel und Nvidia sich einer großen Nachfrage gegenüber sehen - groß genug für alle drei.

Der Handelsstreit hat bei Nvidia ein Umdenken in Gang gesetzt: die große Abhängigkeit von China wurde überarbeitet, es gibt alternative Zulieferer. Wenn nun nicht durch den Handelsstreit, sondern durch den Coronavirus diese Lieferkette unterbrochen wird, dann ist Nvidia inzwischen in der Lage, das zeitnah zu kompensieren.

Am Montag war die Aktie von Nvidia von 234 auf 215 Euro geprügelt worden. Q-Zahlen werden am 12.2. veröffentlicht. Ich denke, im Vorfeld sollten wir noch eine Nachkaufgelegenheit erhalten.



05. Update beobachteter Werte: TUI, Zooplus, American Express, Spotify, Zooplus

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


TUI
Bereit machen zum Nachkaufen

Fr, 31. Januar um 13:37 Uhr
Die TUI-Aktie ist meine große Turnaround-Spekulation, die durch die Thomas Cook Pleite befeuert wird. Die Aktie ist in der zweiten Jahreshälfte 2019 von 8 auf 12 Euro gesprungen. Doch seit aus dem Hause Boeing immer weitere Hiobsbotschaften kommen, wird die Rückkehr zum "normalen" Flugbetrieb immer weiter verzögert: Auch für diesen Sommer hat TUI wieder Flüge durchzuführen, für die es keine Flieger gibt. Da müssen andere Flieger angemietet werden (teuer) und der Flugplan überarbeitet werden.

Ich bin im April wieder Radeln auf Malle. Mein Rückflug, den ich über TuiFly gebucht habe, wurde heute um anderthalb Stunden vorverlegt, ich müsste um 4 Uhr nachts aufstehen, um den Flieger zu bekommen. Zu früh für mich, ich habe nun einen anderen Flug gebucht. Erstattet wird bei solchen Urlaubsflügen in der Regel nicht viel (12 Euro).

Solche Vorkommnisse sind nicht geeignet, Anlegervertrauen zu erzeugen. Und so ist die Aktie im Sinkflug.

Nun hat sich der Coronavirus als weitere Belastung für alle Airlines in dieser Welt hinzu gesellt. Gerade die Fluggesellschaften verzeichnen heute dick-rote Vorzeichen.

So tragisch die Hintergründe dieser Ereignisse sein mögen, als Anleger schauen wir auch auf die Zahlen. Und da gilt es festzustellen, dass sowohl die Boeing-Probleme als auch das Coronavirus keine Ereignisse sind, die den Markt oder Wettbewerb von TUI langfristig verändern werden. Es sind temporäre Probleme und daher ist es in meinen Augen nur eine Frage der Zeit, bis die TUI-Aktie durch diese Ereignisse hindurchschaut und die erlittenen Verluste ausgleicht: Das KGV 2020e steht bei 10, die Dividendenrendite bei 3,5%. Bei 7% erwartetem Umsatzwachstum und 14% erwartetem Gewinnwachstum ist das eine extrem günstige Bewertung.

Die Aktienmärkte steuern auf Panik zu: Nachdem nun zwei Jahre lang auf Chinas Glaubwürdigkeit herumgeprügelt wurde, zweifeln viele Anleger auch die Zahlen über den Coronavirus an: Die Wirklichkeit sei viel schlimmer, so der Tenor. Die staatlich gesteuerten offiziellen Medien würden die Situation beschönigen, so die Befürchtung. Und wenn die Situation wirklich so schlimm ist, dann wird es auch eine Auswirkung auf die Wirtschaft in China geben.

Da China jedoch der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ist, zumindest steuert Chinas Wirtschaft ein gutes Stück des Wachstums bei, fürchtet man nun ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum, wenn der Virus nicht bald unter Kontrolle gebracht werden kann. Und dieser Überlegung folgend werden dann so ziemlich alle Aktien ausverkauft.

Als Anleger interessiert mich also auch, wann die Wahrnehmung bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus seinen Höhepunkt erreicht. Noch ist es meiner Einschätzung nach nicht so weit und daher können die Aktienmärkte noch weiter ausverkauft werden.

Unsere TUI-Spekulation ist ordentlich ins Minus gerutscht. Ich würde mich derzeit eher bereit machen, die Position zu den günstigeren Kursen aufzustocken, als die Position mit Verlust aus dem Portfolio zu werfen. Noch ist es nicht soweit, ich bleibe am Ball.


Zooplus
So sieht ein Boden aus, Teilgewinn mitnehmen

Fr, 31. Januar um 13:48 Uhr
Gestern wurde die Aktie unter hohem Volumen unter 70 Euro ausverkauft. Direkt im Anschluss folgte eine Gegenbewegung, die den untertägigen Verlust wieder ausglich. Heute wird die Aktie nun unter erneut hohem Volumen nach oben gekauft: Aktuell +10%. Unser gestriger Nachkauf ist inzwischen somit bereits mit 20% im Plus!

Da würde ich gerne den Großteil der gestern nachgekauften Aktien schon wieder verkaufen, denn so eine heftige Gegenbewegung möchte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Das Handelsvolumen ist über die Mittagszeit etwas abgeflaut, haben Sie also ein wenig Geduld und setzen Sie Limits auf Ihre Verkaufsorder. Ich denke, zu Kursen über 83 Euro sollten wir alle zum Zug kommen.

Wahnsinn: Eine so heftige Gegenbewegung habe ich selten gesehen!


American Express
Sippenhaft

Fr, 31. Januar um 14:36 Uhr
Wenn der Coronavirus die chinesische Wirtschaft schwächt, dann fehlt das chinesische Wachstum der globalen Wirtschaft. Derzeit keimen globale Konjunktursorgen auf und entsprechend ist die Nachfrage nach festverzinslichen Papieren sprunghaft angestiegen, das Zinsniveau ist sowohl in den USA als auch in Deutschland diese Woche rückläufig.

Niedrige Zinsen belasten die Ertragskraft von Finanzinstituten, somit werden derzeit Finanz-ETFs verkauft. Das drückt sowohl die Kurse der Banken als auch von anderen Finanztiteln, die - wie im Falle von American Express - weit weniger abhängig von der Zinsentwicklung sind.

American Express hat diese Woche 4% verloren, doch die Aktie dürfte zu den Ersten gehören, die wieder anspringen, wenn der Ausverkauf endet.


Spotify
Nachkaufen, denn Musik ist nicht infiziert

Fr, 31. Januar um 15:17 Uhr
Ich würde heute Spotify nachkaufen und unsere Position im Wachstumsportfolio auf die beabsichtigte Zielgröße von 7% bringen.

Es gibt keine nennenswerten Entwicklungen im Markt des Musik Streaming in den vergangenen Wochen, bis auf dass Amazon und Apple große Erfolge feiern. Das Musik Streaming wird immer weitere Kundenschichten hinzugewinnen. Es handelt sich in meinen Augen um einen Wettlauf, wer als Erster neue Kundengruppen erschließt, und nicht um einen Verteilungskampf.

Spotify ist als unabhängiger Anbieter überall bestens integriert. Das zeigt sich an vielen Apps, die auf den unterschiedlichsten Geräten eben nur mit Spotify laufen, nicht aber mit Amazon Music oder anderen Diensten. Mir ist das zuletzt bei MusicCast von Yamaha aufgefallen, sowie auf der Apple Watch.

Der Coronavirus hat gar nichts mit Spotify zu tun, daher ist der Kursrückgang im Rahmen der Marktkorrektur ungerechtfertigt. Ich würde die Kurse also zum Nachkaufen nutzen.


Zooplus
Ungewissheit ist gut für Leerverkäufer, nachkaufen

Fr, 31. Januar um 15:27 Uhr
Heute früh hat Zooplus vorläufige Zahlen für das Jahr 2019 vorgelegt. Beim Umsatz mit +14% wurde das untere Ziel der Unternehmensprognose (14-18%) gerade so erreicht. Bezüglich des Gewinns vertröstet uns die Meldung auf den Konzernabschluss, der erst am 25. März veröffentlicht wird. Keine Gewinnmarge, kein Cashflow, keine Informationen, die uns Anlegern einen etwas tieferen Einblick in die aktuelle Situation ermöglicht.

Derzeit sind offiziellen Zahlen zufolge ca. 6% der Zooplus-Aktien leerverkauft (http://shortsell.nl/short/ZooPlus/all). Damit gehört Zooplus bald schon zu den am stärksten leerverkauften Aktien in Deutschland. Es scheint, die Shortseller schießen sich auf das Unternehmen ein.

Wir kennen das Problem: Zooplus ist ein expandierender Online-Einzelhändler, der erst einmal nur Wert auf Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinn legt und die Profitabilität vernachlässigt. Das ist für ein schnell wachsendes Unternehmen eine veritable Strategie, doch "schnell wachsend" bedeutet: über 20%. Wenn ein Unternehmen mit über 20% wächst, dann verzeihen Anleger vielleicht schon mal die fehlende Profitabilität.

Das Umsatzwachstum von Zooplus rutscht derzeit aber leider ab, daher flüchten Anleger aus dieser Aktie und Shortseller haben ein leichtes Spiel. Wir müssen uns nun überlegen, wo dieses Spiel enden kann.

Im laufenden Jahr wird ein Umsatz von 1,7 Mrd. Euro erwartet. Die Marktkapitalisierung liegt bei 500 Mio. Euro. Aus dem Umsatz erwirtschaftete Zooplus zuletzt eine EBITDA-Gewinnmarge von 0,6%. Wenn wir das auf das Gesamtjahr 2019 legen, dann dürfen wir mit einem schmalen Gewinn von 10 Mio. Euro rechnen. Sollte dies der Gewinnmarge entsprechen, die sich langfristig am Markt durchsetzen lässt, dann wäre die Marktkapitalisierung mit 500 Mio. Euro tatsächlich ziemlich hoch (KGV zum EBITDA von 50!).

Das margenstarke Geschäft mit Eigenmarken wächst jedoch überproportional bei Zooplus. Entsprechend erwarte ich einen Anstieg der Gewinnmarge. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau reicht schon ein marginaler Anstieg der Gewinnmarge, um die Bewertung vor dem Hintergrund des nach wie vor hohen Umsatzwachstums als extrem günstig darzustellen.

Doch um darüber Genaueres zu erfahren, müssen wir bis zum 25. März warten. Bis dahin haben Shortseller ein leichtes Spiel, die Aktie weiter unter Druck zu halten.

Da ich die heutige Kursreaktion (-8%) für übertrieben halte, würde ich unsere Position heute aufstocken. Damit möchte ich dann von einer von mir erwarteten Gegenbewegung in der kommenden Tagen profitieren.



06. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈15%) =8%WKN30.1.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 5x3%!
TUITUAG009,32 €-6%-18%1,5%B
TwitterA1W6XZ30,00 €-1%3%2,1%B
Nvidia918422220,90 €-3%5%2,2%A
American Express850226120,18 €-3%8%2,1%A







Wachstum (≈35%) =32,9%WKN30.1.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 5x7%!
BB BiotechA0NFN361,20 €0%0%7,1%B
ZuoraA2JHJJ13,61 €-5%7%7,7%A
Zooplus51117082,00 €6%4%7,3%A
SpotifyA2JEGN129,35 €-4%-5%7,0%A
VerbioA0JL9W12,86 €-1%13%3,8%A







Dividende (≈30%) = 20,8%WKN30.1.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 4x7,5%!
Innotec5405109,70 €-2%-4%5,2%C
FreenetA0Z2ZZ20,05 €0%-2%8,3%B
Deutsche Post55520031,86 €-4%-6%3,6%C
Deutsche Telekom55575014,67 €-1%1%3,7%B







Absicherung (≈20%) =18,9%WKN30.1.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 3x7%!
Goldbarren 100 gr100 gr.4.547,00 €1%4%8,1%A
Südzucker-AnleiheA0E6FU88,01%0%1%7,2%A
Nokia-AnleiheA0T9L2123,96%3%8%3,6%B





Cashquote
Σ-Portfolio Ergebnis seit 2020

0%1%19,3%

Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%8%542%
WachstumEnkelkinder30%32,9%556,0%
DividendeUrlaub25%20,8%446%
AbsicherungZins & Gold20%18,9%336,7%
Summe
85%80,7%1716


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



08. An-/Ab-/Ummeldung

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