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01.05.2020:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

15. Jahrgang - Ausgabe 18 (01.05.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Erholungsrallye erfasst Krisenverlierer
02.So tickt die Börse: Westlicher Pluralismus gewinnt gegen chinesischen Einheitswahn
 - Medizin vs. Wirtschaft
 - Lufthansa und das magische Dreieck
 - Adidas meldet Gewinneinbruch
 - Neid der Kleinen
 - Facebook trotzt der Coronakrise
 - Alphabet wird effizient
 - Bremsspuren bei DAX-Unternehmen
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Stimmungsumschwung mit Bauchschmerzen: Gute Laune trotz Zukunftsangst
 - @@
04.Ausblick: Neue Wunschpreise für Einkaufsliste, neue Kaufkandidaten
 - Hawesko: Krisenresistent
 - Pioneer Natural Resources Gegenbewegung
 - Twitter ist alternativlos
05.Update beobachteter Werte: Wirecard, Wirecard, Spotify, Münchener Rück, ServiceNow, BASF
 - Wirecard: Kaufen, Spekulation auf Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells
 - Wirecard: Stopp Loss auf 85 EUR setzen
 - Spotify: Gute Q-Zahlen verhelfen Aktie zum Sprung +8%
 - Münchener Rück: Münchener Rück zahlt Dividende
 - ServiceNow: 30% Wachstum auf alles
 - BASF: Gute Zahlen, kein Ausblick
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Erholungsrallye erfasst Krisenverlierer

Liebe Börsenfreunde,

Die Wochengewinner in der DAX-Familie sind sowohl in der Logistik-Brauche (+9,5%) als auch in der Autoindustrie (+6,9%) zu finden. Gesundheitsbranche (+0,8%) und die Techbranche (+4%) hinken hinterher. Allein diese Betrachtung zeigt, dass wir im letzten Stadium der Erholungsrallye selbst die Krisenverlierer in den Himmel heben wollten. Das böse Erwachen kam dann heute in Form von katastrophalen Arbeitsmarktdaten, die einen Ausverkauf lostraten. Wie das Ganze zusammenpasst, lesen Sie im heutigen Kapitel 02.

Das Aktiensentiment würde ich als gedämpfte Feierlaune bezeichnen: Zwar freuen sich Anleger über den Kurssprung im DAX um 5,1%, doch gerechnet hat damit niemand. Im Gegenteil, die meisten halten den Kurssprung nicht für gerechtfertigt. Die Einzelheiten lesen Sie in Kapitel 03.

Heute habe ich drei weitere Wunschaktien für unsere Einkaufsliste vorgestellt: Eine Spekulation im Ölsektor, ein krisenfestes Investment in den Alkohol sowie eine US-Techaktie, die weiterhin hinter ihrem Potential zurückbleibt. Zudem habe ich die Wunschpreise für unsere Einkaufsliste aufgrund der veränderten Situation angepasst. Die Liste sowie die Vorstellung der drei Unternehmen finden Sie in Kapitel 04.

Wie immer gibt es eine ganze Reihe von Updates zu unseren offenen Positionen in Kapitel 05. Wir haben im Verlauf der Woche eine weitere spekulative Position eröffnet. Die Aktie ist derzeit das wohl heißeste Eisen hier in Deutschland und ich gehe davon aus, dass wir einen guten Einstiegspunkt gefunden haben.

Im Kapitel 06 finden Sie eine tabellarische Übersicht über den aktuellen Stand unseres Portfolios.

Bleiben Sie gesund und genießen Sie den morgigen Tag der Arbeit - ohne Arbeit :-)

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp200503.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Westlicher Pluralismus gewinnt gegen chinesischen Einheitswahn

Remdesivir wirkt.

Patienten, die mit dem Ebola-Medikament von Gilead behandelt wurden, verließen nach durchschnittlich 11 Tagen die Klinik, während die Kontrollgruppe 15 Tage brauchte. Bei schweren Fällen wurde die Sterblichkeit von 15% auf 11% gesenkt. Bei einer frühzeitigen Verabreichung wird ein milderer Krankheitsverlauf erreicht. Soweit die Ergebnisse einer Studie, deren Ergebnis NICHT nach den gängigen Standards durchgeführt wurde. Diese Resultate sind also mit großer Vorsicht zu genießen.

An den Aktienmärkten reicht das jedoch bereits für einen Kurssprung. Es ist das Signal, auf das alle gewartet haben. Bislang stand man Covid-19 machtlos gegenüber. Es gab - neben der Sauerstoffgabe - keinen Behandlungsansatz. Unzählige Ansätze haben sich in den vergangenen Wochen als wirkungslos entpuppt. Remdesivir hingegen erreichte die Testziele und wird nun so schnell wie möglich die weiter erforderlichen Tests durchlaufen, um schleunigst zugelassen zu werden.

Noch in der vergangenen Woche hatte eine anders lautende Studie aus China für einen Ausverkauf gesorgt. Ich habe am vergangenen Freitag darauf hingewiesen, dass China entweder nicht weiß, wie man mit Remdesivir umgeht, oder aber Interessen verfolgt, die der Studie abträglich waren.

Doch nach Snowden und Trump sind die westlichen Medien blind geworden gegenüber den Unzulänglichkeiten, die auch im Land der Mitte herrschen, und so haben die Massenmedien sowohl in Deutschland als auch in den USA den chinesischen Ergebnissen stärker vertraut als dem Dementi aus den USA. Ein Fehler, wie sich nun herausstellt.

Bei aller Euphorie: Weitere Studien sind erforderlich und es wird sicherlich auch Rückschläge geben. Außerdem handelt es sich noch lange nicht um ein Medikament, nach dessen Einnahme man sich keine Sorgen mehr um Covid-19 machen braucht, sondern es ist lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zudem ist noch wenig über Nebenwirkungen bekannt, man spricht bspw. von Leberschädigungen bei 25% der Patienten.

Doch an den Finanzmärkten wird die Zukunft gehandelt und noch vor 24 Stunden galt es aus aussichtslos, Covid-19 in den Griff zu bekommen und nun gibt es zumindest einen Ansatz, der seine Tests bestanden hat. Das reicht, um die Angstszenarien, an die wir gewöhnt wurden, zu relativieren: Vielleicht dauert es ja doch nicht mehrere Jahre, um eine Herdenimmunität zu erreichen, da die Aufenthaltsdauer in Kliniken verkürzt und somit die Kapazität erhöht werden kann. Vielleicht sterben auf dem Weg zur Herdenimmunität nicht 2% der Bevölkerung, sondern nur 0,2%. Vielleicht können die Lockerungen im Lockdown schneller durchgeführt werden als derzeit von Merkel, Spahn et. al. propagiert. Vielleicht kann sich die Wirtschaft dadurch schneller erholen als von vielen befürchtet...

...viele vielleicht, aber immerhin gibt es nun wieder "vielleicht"s. Vor 24 Stunden gab es eigentlich niemanden, der nicht mit dem Vorwurf der Unverantwortlichkeit mundtot gemacht wurde: "Lockerungsdiskussionsorgien" lassen sich fortan nicht mehr abwürgen.

MEDIZIN VS. WIRTSCHAFT

Hier haben wir eigentlich ein magisches Dreieck: Medizin vs. Wirtschaft vs. Grundrechte. Alle drei können derzeit nicht gleichzeitig in vollem Umfang verfolgt werden, es müssen Abstriche an allen drei Ecken gemacht werden. Bislang wurde dem medizinischen Ziel der Gesundheit der Bevölkerung alles andere untergeordnet - aufgrund der ungewissen Datenlage meiner Ansicht nach zu Recht -, doch nun ist es an der Zeit, differenzierte Lösungen zu diskutieren und anschließend umzusetzen. Die Datenlage ist noch immer ungewiss, doch es sind Tendenzen zu erkennen, die berücksichtigt werden müssen.

Ich will mich heute nicht schon wieder in die Detaildiskussion stürzen, sondern werde aufgrund der veränderten Situation heute den Schwerpunkt auf das Besprechen einzelner Unternehmen legen. Immerhin haben wir in dieser verkürzten Woche mehr Q-Zahlen gesehen als in irgendeiner anderen Woche im Quartal.

LUFTHANSA UND DAS MAGISCHE DREIECK

Nein, ich kann keine Gedanken lesen. Aber wenn ich mich vollständig einer Partei verschrieben hätte, würde ich vermutlich folgendes denken, wenn ich der Lufthansa Geld geben soll:

CDU: Wir müssen die Lufthansa solvent halten, damit alle Zulieferer bezahlt werden können. Sonst bricht ein ganzer Wirtschaftszweig ein.

SPD: Wir müssen verhindern, dass die Lufthansa 10.000 Mitarbeiter frei setzt, das würde den Arbeitsmarkt belasten.

Grüne: Wir müssen dafür sorgen, dass der Kerosinausstoß verringert wird, um die Umweltbelastung des Fliegens zu verringern.

Wenn Sie jetzt berücksichtigen, dass die einzelnen Vorlieben nach jeder Wahl mit verändertem Gewicht durchgesetzt werden können, dann kann ich CEO Carsten Spohr verstehen, der irgendwann entnervt sagt: Na, dann nehmen wir doch lieber den Weg der geregelten Insolvenz in Eigenregie, so wie es Condor bereits tut und dafür Milliardenhilfen einsackt, ohne dass man dem Unternehmen seitens der Politik reinredet.

ADIDAS MELDET GEWINNEINBRUCH

Adidas hat am Montag früh schwache Zahlen veröffentlicht. Der Umsatz ist um 19% zurückgegangen, der Gewinn um 97% eingebrochen. Zunächst sei das Geschäft in China durch den dortigen Lockdown beeinträchtigt worden, inzwischen läuft das Geschäft dort wieder an. Dafür hat sich der Lockdown nun weltweit ausgebreitet, 70% der Adidas-Geschäfte seien derzeit geschlossen.

Einziger Lichtblick sei das Online-Geschäft, das um 35% angesprungen sei. Wenn man den März allein betrachtet, beträgt der Umsatzsprung sogar 55%. Leider ist nirgends in den Unterlagen von Adidas zu sehen, wie groß der Anteil von E-Commerce am Gesamtumsatz überhaupt ist. Somit ist diese Ziffer nur eine Marketingziffer ohne Inhalt.

50% des Umsatzes von Adidas wird durch Lizenzeinnahmen erwirtschaftet. Unter Lizenzeinnahmen versteht Adidas die Einnahmen von Geschäftspartnern, die Produkte unter Adidas-Lizenz verkaufen. Nur 22% macht der direkte Verkauf von Turnschuhen aus, Sportbekleidung steht nur für 11% des Konzernumsatzes. Doch egal ob in Lizenz, oder über eigene Shops, beide Kanäle sind derzeit geschlossen.

Die Vorräte von Adidas sind daher um 1 Mrd. Euro auf 4,3 Mrd. Euro angestiegen. Es handelt sich dabei um Vor- und Fertigwaren, die in Regalen liegen, weil der Absatz eingebrochen ist. Hier ist wohl einer der Hauptgründe zu finden, warum Adidas Staatshilfen in Anspruch genommen hat. Das Unternehmen hat nach eigener Aussage alle Tätigkeiten fortgesetzt, um das Geschäft für die Zukunft zu sichern. Man spekuliert wohl darauf, dass nach der Krise ein Nachholeffekt die Lager leer fegen werden.

Es mehren sich inzwischen die Stimmen, die aufgrund von Nachholeffekten in der zweiten Jahreshälfte eine gar nicht so dunkle Zukunft für die Wirtschaft sehen. Adidas möchte gerne Staatskredite in Anspruch nehmen, um diese Strategie zu verfolgen. Kredite sind keine Hilfen, die Kredite möchte Adidas zurückzahlen. Ich finde das nicht so verwerflich, wie es in der Presse in den vergangenen Tagen dargestellt wurde.

NEID DER KLEINEN

Verwerflich finde ich es, dass die kleinen und mittelständigen Betriebe keinen so guten Zugang zur Politik und somit zu den Hilfen und Krediten haben. Auch die gute alte Hausbank funktioniert nicht mehr so, wie es eigentlich einmal gedacht war: Auf Basis einer funktionierenden Geschäftsbeziehung dürften die Hausbanken heute eigentlich unzählige Kredite an kleine Unternehmen vergeben, die ebenso zurückgezahlt werden sollen. Geschieht das nicht, haftet der Staat für 90% des Kredits.

Mir wurden nun Erfahrungen berichtet, dass die Hausbank solche Kredite selbst dann verweigert, wenn der kleine Unternehmer anbietet, die 10% in bar zu hinterlegen, um die Bank schuldenfrei zu halten. Da gibt es einen Interessenkonflikt: Die "Großen" haben in der Regel schon so hohe Finanzierungen bei den Banken laufen, dass ein Scheitern eines großen Kunden nennenswerte Schäden in der Bankbilanz hinterlässt. Da schiebt man ihm lieber die Corona-Hilfen zu, damit das eigene Bankgeschäft nicht belastet wird.

Bei kleineren Betrieben gibt es diese Abhängigkeit seitens der Bank nicht. So wird mitunter ein Corona-Überbrückungskredit unter 90%iger Staatsgarantie mit dem Argument verweigert, man wisse ja gar nicht, wie stark das Unternehmen unter Corona leiden werde...

... doch genau dafür gibt es ja diese Kredite: Damit das Unternehmen Liquidität "für alle Fälle" hat.

Wie immer gilt: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Ich bleibe bei meiner vorsichtigen Haltung hinsichtlich der Auswirkung der Coronakrise auf die Wirtschaft. An den Aktienmärkten, meinem eigentlichen Revier also, mag man den Eindruck haben, das Ganze kontrollieren zu können. Wenn ich mir jedoch vor Augen führe, wie kleinteilig unsere Wirtschaft ist, wie viele Kleinunternehmer elementar wichtig für unsere Gesellschaft sind, dann fürchte ich, werden die negativen Folgen dieser Krise bislang noch unterschätzt.

FACEBOOK TROTZT DER CORONAKRISE

Das Geschäft hat zwar im März unter der Zurückhaltung von Millionen kleinen Facebook-Werbekunden gelitten. Restaurants und Reiseunternehmen machen keine Werbung mehr. Doch schon im April habe sich eine Stabilisierung auf das Vorjahresniveau gezeigt, so CFO David Wehner. Gründer und CEO Mark Zuckerberg überraschte mit einer Aussage, dass die Krise ihm bewusst gemacht habe, wie wichtig es für sein Unternehmen sei, eine hohe Profitabilität auszuweisen.

Das überrascht, weil die Tech-Unternehmen traditionell sehr viel Geld investieren. Viel Geld wird da auch in berühmte "moonshot"-Projekte investiert, in Projekte also, die Ziele verfolgen, die in den kommenden Jahren wohl kaum erreicht werden, geschweige denn Gewinne abwerfen werden. Hört sich so an, als werde Facebook künftig also eine höhere Gewinnmarge anstreben und entsprechende Projekte weniger leichtfertig finanzieren.

Das ist natürlich Musik in den Ohren der Anleger, die Aktie ist heute um 10% angesprungen.

ALPHABET WIRD EFFIZIENT

Die Google-Mutter Alphabet hat eine ganz ähnliche Aussage getroffen: CFO Ruth Porat gab zu verstehen, dass man sich im Hause Google ebenfalls um Profitabilität kümmern werde. auch Google hat einen Umsatzrückgang im März verzeichnet, der im Gesamtquartal jedoch aufgefangen werden konnte. Doch um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, werde man Effizienzmaßnahmen umsetzen.

Google ist so profitabel, dass man sich dort eigentlich um Geld überhaupt keine Gedanken macht: Alles wird finanziert. Kostenfreies Essen und umfangreiche Sportangebote für die Mitarbeiter, die besagten Moonshot-Projekte, in denen sich Wissenschaftler austoben dürfen. Zuletzt hatte Google sich während der Finanzkrise 2007 bis 2009 um die Effizienz seines Geschäfts gekümmert und das Ergebnis war sensationell: Die Gewinnmarge war deutlich gesteigert worden und entsprechend war der Kurs abgehoben.

Wenn wir das jetzt wieder erleben, dann spricht das für Google: Alphabet kann man durchaus im Depot haben.

BREMSSPUREN BEI DAX-UNTERNEHMEN

Auch in Deutschland haben diese Woche eine ganze Reihe von Unternehmen Zahlen oder Prognosen veröffentlicht. Überall wurden vorsichtige Töne angeschlagen, doch die schlimmsten Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. VW und Daimler suchen den Weg zurück zur Normalität, können aber nicht zu optimistisch sein, da sie in Berlin noch um eine Abwrackprämie buhlen. Bayer und die Deutsche Bank haben mit überraschend soliden Zahlen gepunktet. Selbst Airbus und Triebwerkshersteller MTU Aero, deren Kunden derzeit praktisch keine Geschäftsgrundlage mehr haben, überraschen mit guten Krisenplänen und Cashreserven.

In diese "nicht-so-schlimm-wie-befürchtet" Meldungen und in die Remdesivir-Hoffnung kommt nun heute Vormittag die Arbeitsmarktzahl als Party-Killer: 373.000 mehr Arbeitslose hat uns der April beschert. Die monatliche Veränderung schwankt in der Regel immer so zwischen Plusminus 20.000. In Extremsituationen kann es auch mal 60.000 zusätzliche Arbeitslose geben. Aber die heutige Ziffer mit 373.000 zusätzlichen Arbeitslosen hat nun doch einen Schock-Effekt erzeugt. Gerechnet hatte man mit der Rekordzahl von 76.000 neuen Arbeitslosen, doch gemeldet wurde fast das Fünffache. Wo kommen diese Arbeitslosen denn her, wo doch alle Großunternehmen gerettet werden?

Meine Antwort: siehe oben. Kleinunternehmer werden mit vollmundigen Versprechungen der Politik im Interessenswirrwar der Banken allein gelassen.

Schauen wir mal auf die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES29.4.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones24.257 3,3%-15,3%
DAX10.862 5,1%-18,0%
Nikkei20.194 4,8%-14,6%
Shanghai A 2.998 1,8%-5,9%
Euro/US-Dollar1,091,2%-2,3%
Euro/Yen116,910,8%-4,4%
10-Jahres-US-Anleihe0,59%-0,01-1,35
Umlaufrendite Dt-0,50%-0,04-0,27
Feinunze Gold$1.692 -1,2%11,9%
Fass Brent Öl$25,23 17,6%-63,3%
Kupfer5.184 3,0%-16,5%
Baltic Dry Shipping643 -4,3%-41,0%
Bitcoin8.530 13,3%17,0%



Montag bis Mittwoch zogen die Aktienmärkte nach oben, am Donnerstag wurde ein Teil des Wochengewinns wieder abgegeben. Es bleiben aber dennoch große Wochengewinne in den internationalen Aktienindizes übrig, der Monat März ist einer der besten Börsenmonate der Geschichte.

Auch der Ölpreis konnte sich deutlich erholen... ich warte mal ab, wie sich die Situation zur Fälligkeit der Futures Mitte Mai entwickelt, denn da wird erneut die Frage gestellt, wer das den Futures zugrunde liegende Öl abnimmt und lagert.

Das Zinsniveau ist wieder auf dem Rückzug, nachdem die Notenbanken in Japan, den USA und in Europa im wesentlichen gesagt haben, dass sie über unbegrenzte Liquidität verfügen, um die Folgen der Coronakrise am Finanzmarkt aufzufangen. Siehe dazu auch die Leserfrage vom 10. April: https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1736?.

Schauen wir nun einmal, wie sich die Stimmung der Anleger entwickelt hat.




03. Sentiment: Stimmungsumschwung mit Bauchschmerzen: Gute Laune trotz Zukunftsangst

Wir laufen auf ein Szenario zu, das an den Aktienmärkten als die "perfekte Welle" bezeichnet wird: Die Notenbanken weltweit pumpen Liquidität ins System, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern. Regierungen weltweit legen Konjunkturhilfen auf, um die Folgen der Corona-Pandemie zu mildern. Und da findet die Medizin ein Medikament (Remdesivir), das die schlimmsten Folgen einer Pandemie mildern kann. Nun erwarten viele Anleger, das die wirtschaftlichen Folgen überschaubar bleiben, gleichzeitig jedoch Finanzmärkte und Wirtschaft mit Geld geflutet werden. Die Folge? Steigende Kurse und, wenn Notenbanken nicht rechtzeitig gegensteuern, Inflation.

Die steigenden Kurse versetzen Anleger in eine gute Stimmung. Unser Aktiensentiment ist in dieser verkürzten Woche von -2,4 auf +2,9 gesprungen, ein gigantischer Stimmungsumschwung. Von Euphorie spreche ich zwar erst ab Werten über 4, aber vor dem Hintergrund der depressiven Stimmung seit Ende Februar ist dieser Stimmungsumschwung bemerkenswert.

Ich bin gespannt, wie sich die Stimmung in der kommenden Woche entwickelt. Eine weitere Stimmungsverbesserung würde zu Euphorie führen, die ich auch als "Partylaune" beschreibe. Doch Partys sind ja verboten. Mal sehen, ob sich die Anleger daran halten.

Die meisten Anleger wurden von dieser Entwicklung auf dem falschen Fuß erwischt. Mit einem Wert von -4,9 zeigt sich große Verunsicherung bei unseren Umfrageteilnehmern über die jüngste Marktentwicklung. Man könnte es auch Unglaube darüber nennen, dass die Krise nun schon ihren Zenit überschritten haben könnte.

Und so ist die Zukunftserwartung auch weiter abgesackt: mit einem Wert von -2,5 dominieren nun bereits in der dritten Woche in Folge die Bären über die Bullen. Die aktuellen Kursgewinne an den Aktienmärkten hält die Mehrzahl für vorübergehend, in drei Monaten werde der DAX wieder tiefer stehen, so die Überzeugung der Mehrheit.

Daher ist auch keine Investitionsbereitschaft vorhanden: Zum Kaufen ist es nach dem aktuellen Kurssprung zu spät, zum Verkaufen hingegen gibt es nicht ausreichend Positionen im Depot der Umfrageteilnehmer. Entsprechend neutral ist die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von -0,1.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von -12 eine starke Absicherung an. Anleger haben ihre Positionen mit Put-Optionsscheinen oder entsprechenden Finanzinstrumenten gegen fallende Kurse abgesichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben diese Woche hingegen keine eindeutige Positionierung vorgenommen. Nachdem vor einer Woche noch überwiegend Long-Spekulationen eingegangen wurden, hat man nun die Gewinne mitgenommen.

In den USA ist das Put/Call-Verhältnis im neutralen Bereich, nachdem insbesondere im Aktienbereich zuvor starke Absicherungen eingegangen wurden.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger zeigt mit -25% einen starken Überhang der Bären. Pessimismus dominiert also auch in den USA noch immer das Marktgeschehen.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 46% eine neutrale Verfassung an.

Interpretation



Wie wenn mit Gesichtsmaske gefeiert wird: Trotz eines großen Wochengewinns ist die Feierlaune der Anleger nur gedämpft. Der Stimmungsumschwung ist groß, da die Situation noch vor einer Woche völlig aussichtslos erschien. Doch mit Blick auf die veränderte Welt scheint es den Anlegern schwer zu fallen, ausgelassen zu feiern, dass man einen ersten Ansatz der Behandlung von Covid-19 erfolgreich getestet hat (Remdesivir).

Zweifel kommen auf: Reicht ein medizinischer Lösungsansatz, um die Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen? Oder ist der angerichtete Schaden bereits zu groß, um durch Nachholeffekte in absehbarer Zeit kompensiert zu werden?

Wie auf Bestellung kommen da die heutigen Arbeitsmarktdaten und stürzen den DAX wieder ins Minus. Der medizinische Lösungsansatz, so begrüßenswert er sein mag, ist wirtschaftlich zu dünn. Zu ungewiss und auch nicht geeignet, die Gesellschaft wieder in ein normales, der Vor-Coronazeit vergleichbares Leben zu entlassen.

Doch Privatanleger sind auf einen Rückschlag vorbereitet, man hat sich ausreichend abgesichert. Und institutionelle Anleger sind noch lange nicht so stark investiert wie früher. Im Gegenteil, die Cash-Reserven sind noch immer größer denn je. Sollte tatsächlich mehr dran sein an der medizinischen Lösung als derzeit bewiesen, dann könnte man einer Fortsetzung der Rallye schlimmstenfalls hinterherlaufen.

So ist trotz der heftigen Erholungsbewegung der vergangenen Wochen nicht mit einer heftigen Korrektur dieser Erholung zu rechnen. Frühzeitig dürften Käufer auf den Markt kommen, um sich für die Zeit nach Corona zu positionieren.

Ein solches Verhalten würde zu unserem 5-Wochenschnitt der Sentiment-Entwicklung passen. Nach dem historischen Tief vor einigen Wochen ist eine überproportional große Erholungsbewegung nicht überraschend. Und wenngleich eine solche Erholung jederzeit mal eine Verschnaufpause einlegen und den DAX auch wieder ein wenig zurückführen kann, lässt die Stimmung derzeit jedoch auch danach wieder eine Fortsetzung der Erholung zu.
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Nach den Entwicklungen dieser Woche ist eine Rückkehr zu den Tiefs aus dem März nunmehr unwahrscheinlich geworden. Ein erneuter Rückschlag ist jederzeit möglich, aktuell vielleicht sogar bereits im Gange. Doch im Anschluss dürfte sich die Erholungsbewegung wieder fortsetzen.

Wer also in den vergangenen Wochen Teilgewinne mitgenommen hat, kann nun wieder zugreifen.





04. Ausblick: Neue Wunschpreise für Einkaufsliste, neue Kaufkandidaten

Wie in Kapitel 02 ausgeführt gab es bis vor kurzem noch keinerlei Medikamente gegen Covid-19, heute haben wir die Hoffnung, dass Remdesivir bei dem einen oder anderen einen milderen Krankheitsverlauf begünstigen kann. Die Angst, dass wir bis zu einem Zeitpunkt, an dem wir einen passenden Impfstoff haben, mit starken Einschränkungen werden leben müssen, schwindet. Es ist zwar noch nicht klar, welche Medikamente wie wirken werden, aber es gibt einen Ansatz. Und damit komme ich zurück zu meiner Aussage, die ich vor einigen Wochen bereits getätigt habe: Unterschätzen Sie unsere Wissenschaftler nicht.

Die Politik darf damit nicht "planen". Die Politik muss sich weiter auf die schlimmst möglichen Entwicklungen vorbereiten, sonst wird man ihr später zu Recht Blauäugigkeit vorwerfen. Doch wir als Anleger müssen ab sofort auch die Möglichkeit in unserem Portfolio berücksichtigen, dass es weitere positive Überraschungen auf der medizinischen Seite geben könnte - sei es bei der Covid-19 Behandlung, sei es bei der Suche nach einem Impfstoff.

So werden auch viele institutionelle Anleger nun denken müssen: Was, wenn wir Menschen bis zum Herbst Wege finden, um unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben mit moderaten Einschränkungen sicher zu stellen? Was, wenn die Wirtschaft mit Nachholeffekten tatsächlich gestärkt aus der Krise hervorgehen sollte? Da darf ein institutioneller Anleger nicht mit leerem Depot erwischt werden.

Ich gehe daher nicht mehr davon aus, dass wir in den kommenden Wochen nochmals die 8.000 Punkte im DAX anvisieren (im Herbst müssen wir die Situation neu beurteilen). Meine Einkaufsliste mit Wunschpreisen war für diesen Worst Case ausgelegt, das ist nun hinfällig. Wir können die Wunschpreise an die neue Situation anpassen, also deutlich anheben. Ich habe unsere Liste heute entsprechend aktualisiert.

Einige Kunden haben mich gefragt, wie ich denn so viele Wunschkandidaten in unser kleines Portfolio holen kann, daher möchte ich den Hintergrund der Liste nochmals verdeutlichen: Die Aktien, die ich da aufliste, werden von mir nicht bedingungslos empfohlen, sondern es sind Schnäppchenpreise, zu denen ich bei den aufgelisteten Aktien einfach mal zugreifen würde. Werden die von mir angegebenen Wunschpreise erreicht, so rechne ich nicht mehr mit allzu großem Korrekturpotential, sondern die Korrektur ist dann bereits erfolgt. Ich würde zugreifen und anschließend schauen, wie gut das Unternehmen wirklich da steht.

Es sind unternehmen, die von der Coronakrise weitgehend unbeschadet blieben, vielfach sogar davon profitierten. Daher halte ich es für relativ ungefährlich, bei den angegebenen Wunschpreisen erstmal zuzugreifen.

Natürlich können wir nicht alle Aktien kaufen, daher habe ich Gruppen gemacht: Ich würde bspw. nicht gleich 4 Aktien der Sicherheitsbranche einkaufen, sondern ggfls. nur eine davon. Und ich gehe nicht davon aus, dass alle Wunschpreise erreicht werden, sondern "bestenfalls" (oder - je nach Betrachtungswinkel "schlimmstenfalls") der eine oder andere erreicht wird. Die Wunschpreise sind so tief gewählt, dass ich es für unwahrscheinlich halte, dass alle erreicht werden.

Inzwischen ist das Jahresminus unseres Portfolios auf nur noch -5% geschrumpft, der DAX notiert noch bei -18%. Diese Woche hat der DAX zwar ein wenig aufgeholt, das ist aber noch kein Grund, den Kursen hinterherzulaufen ... wie ich Ihnen gestern Nachmittag bereits in einer ersten Reaktion auf die Remdesivir-Ergebnisse im Update angekündigt hatte (https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1743). Schauen wir nun, dass wir unsere Investitionsquote gezielt ein wenig erhöhen, wenn die Kurse weiter abgeben.

Somit nun zu den neuen Wunschkandidaten für unsere Einkaufsliste:

HAWESKO: KRISENRESISTENT

Lockdown-Alkohol
Abbildung 1: Lockdown-Alkohol?


Ich denke, ich muss das Kalkül hinter der Investmentidee für Hawesko nicht weiter erläutern :-).

Bereits Anfang April hat Hawesko den Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung bestätigt: 1,30 Euro je Aktie, oder rund 4,1% Dividendenrendite. Das Endkundengeschäft sei um 12% angesprungen, der E-Commerce (ja, das hieß früher bei denen "Distanzhandel") ist sogar um 20% angesprungen. Das sind Zahlen aus 2019, also noch vor dem Lockdown.

Wir hatten Hawesko früher mal im Portfolio und eigentlich wollte ich mich mit dieser Aktie eher nicht sehr beschäftigen. Für eine Spekulation jedoch finde ich die Aktie vor dem Hintergrund des guten Online-Geschäfts mit Wein interessant und würde ein Schnäppchenpreis von 27 Euro zum Kauf nutzen. Die Bilanz ist solide, das Unternehmen hat ausreichend Cash für eine längere Lockdown-Phase. Der B2B-Handel sei eingebrochen, so das Management, doch das Endkundengeschäft brummt. Das Bewertungsniveau des Unternehmens ist weiterhin niedrig, obwohl die Konzernlogistik in den vergangenen Jahren deutlich verbessert wurde und somit flexibler auf die heutige Herausforderung reagiert werden kann. Ich denke, das haben einige Anleger noch nicht realisiert.

Hawesko - WKN: 604270 ISIN: DE0006042708 Kaufen unter 27 EUR


PIONEER NATURAL RESOURCES GEGENBEWEGUNG

Der Ölpreis war kurzfristig unter Null, die Hintergründe habe ich Ihnen ausführlich erläutert (https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1740). Die gesamte Ölbranche ist ausverkauft worden. Noch immer wird zu viel Öl gefördert, die Lager in den USA laufen voll und es besteht die Angst, dass Ölfirmen reihenweise pleite gehen und ihre Explorer (Ölbohrfirmen) nicht mehr zahlen können.

Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, das Donald Trump so kurz vor den Präsidentschaftswahlen den Ölsektor in eine Todesspirale laufen lässt. Irgendwas wird er sich ausdenken, um das zu verhindern. Sollte sich der Ölpreis nicht von selbst im Laufe der kommenden Monate deutlich erholen, wird er es eben befehlen. In jedem Fall werden Unternehmen wie Pioneer weiterhin in den USA nach Öl bohren und dafür bezahlt werden.

Ich würde daher - wenn Sie schon im Ölmarkt zocken wollen - auf Pioneer setzen. Nicht auf die Ölkonzerne, die ihre tägliche Ölfördermenge deutlich senken müssen. Auch nicht auf Öltanker, die das überschüssige Öl derzeit in ihren Tankschiffen lagern und dafür "tonnenweise Geld einnehmen". Schauen Sie sich mal dieses Interview mit Herborn Hansson, CEO von Nordic American Tanker an: https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1740. Ich habe noch nie einen CEO erlebt, der sich nach dem Ende des Interviews nochmals ungefragt zu Wort meldet und ins Mikrofon ruft: "Und ich sage Dir, wir machen tonnenweise Geld!" Von skandinavischer Reserviertheit kann ich da nichts sehen ;-).

Aber das Problem des fehlenden Speichers wird durch geringere Förderungen gelöst werden. Nordic American Tanker hat einen Einmaleffekt erlebt, keine nachhaltige Geschäftsbelebung. Daher würde ich nicht in dieser Aktie spekulieren.

Pioneer ist aufgrund des gleichen Einmaleffekts ausverkauft worden ... und da sehe ich die Chance für eine Erholung als wesentlich größer an als die Chance einer Fortsetzung der Rallye bei Nordic American Tanker.

Pioneer wurde vom März von 130 auf 50 Euro geprügelt und konnte sich seither auf 80 Euro erholen. Ich denke, die Erholung könnte noch bis 100 Euro weiterlaufen. Zu Kursen um 70 Euro würde ich zugreifen.

Pioneer Natural resources - WKN: 908678 ISIN: US7237871071 Kaufen um 70 EUR


TWITTER IST ALTERNATIVLOS

Einen alten Bekannten würde ich gerne zurückholen: Twitter wurde bei uns zu 26 Euro ausgestoppt. Im März-Chaos habe ich dann nicht den Mut gehabt, dort wieder einzusteigen. Gestern Abend hat Twitter Q-Zahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen lagen: Der Umsatz war aufgrund eines guten Starts in das Jahr auf Vorjahresniveau. Allerdings sei der Werbeumsatz seit dem 11. März, seit dem US-Lockdown, um 27% eingebrochen.

Von Facebook und Google wissen wir, dass dieser Werbeeinbruch bereits Anfang April seinen Boden fand und seither eine Erholung zu verzeichnen ist.

Die für mich wichtigste Kennziffer: Das Nutzerwachstum betrug 24%! Das Nutzerwachstum beschleunigt sich weiter und damit entwickelt sich Twitter zum einzigen Unternehmen mit nennenswertem Nutzerwachstum unter den wenigen Social-Unternehmen (Snap & Facebook). Ich möchte Twitter gerne wieder ins Portfolio holen, weil ich für Twitter eine einmalige Position in der Medienlandschaft sehe, die ja auch ich bisweilen kritisiere.

Twitter CEO Jack Dorsey hat eigene Aktien im Wert von 1 Mrd. USD zur Bekämpfung von Covid-19 gespendet. Seinem Unternehmen hat er die Investitionen gekürzt, um Liquidität beisammen zu halten. Das macht auf mich einen soliden Eindruck.

Unser Stopp Loss hatte im März bei 26 Euro gezogen. In Folge der guten Zahlen von heute früh war Twitter zunächst um 10% angesprungen, wurde im allgemeinen Ausverkauf des heutigen Tages jedoch anschließend wieder ins Minus gedrückt. Aktuell notiert die Aktie knapp über unserem damaligen Stopp Loss Kurs bei 26 Euro. Ich würde Anfang nächster Woche auf diesem Niveau zugreifen.

Twitter - WKN: A1W6XZ ISIN: US90184L1026 Kaufen um 26 Euro

Soweit die neuen Ideen von heute. Nun schaue ich die Wunschpreise durch. Die alten Wunschpreise habe ich in Klammern gesetzt:

EINKAUFSLISTE

Hier der aktuelle Stand meiner Einkaufsliste:

GOLD
OSISKO Gold Royalties - WKN WKN: A115K2, ISIN: CA68827L1013 Kaufen unter 7,70 EUR (5)

HEIMARBEIT

Splunk - WKN: A1JV4H, ISIN: US8486371045 Kaufen unter 115 EUR (100)
Twilio - WKN: A2ALP4, ISIN: US90138F1021 Kaufen unter 90 EUR (70)
TeamViewer - WKN: A2YN90, ISIN: DE000A2YN900 Kaufen unter 36 EUR (28)

5G
Marvell Tech - WKN: 930131, ISIN: BMG5876H1051 Kaufen unter 25 EUR (18)

SICHERHEIT
OKTA - WKN: A2DNKR ISIN: US6792951054 Kaufen unter 120 EUR (95)
Crowdstrike - WKN: A2PK2R ISIN: US22788C1053 Kaufen unter 55 EUR (40)
Zscaler - WKN: A2JF28 ISIN: US98980G1022 Kaufen unter 47 EUR (40)
Forescout WKN: A2H5XA ISIN: US34553D1019 Kaufen unter 22 EUR

DEZENTRALER WORKFLOW
DocuSign - WKN: A2JHLZ ISIN: US2561631068 Kaufen unter 85 EUR (70)
Veeva Systems - WKN: A1W5SA ISIN: US9224751084 Kaufen unter 155 EUR (140)

MEDIZINTECHNIK
CompuGroup Medical - WKN: 543730 ISIN: DE0005437305 Kaufen unter 65 EUR (55)
Drägerwerk & Co. Vz - WKN: 555063 ISIN: DE0005550636 Kaufen unter 70 EUR (65)
Shop Apotheke - WKN: A2AR94 ISIN: NL0012044747 Kaufen unter 55 EUR (50)

MOBILITÄT DER ZUKUNFT
Tesla - WKN: A1CX3T, ISIN: US88160R1014 Kaufen unter 440 EUR - leider ohne uns abgefahren

ERNÄHRUNG DER ZUKUNFT
Beyond Meat - WKN: A2N7XQ, ISIN: US08862E1091 Kaufen unter 90 EUR (65)
Frosta - WKN: 606900 ISIN: DE0006069008 Kaufen unter 60 EUR (58)
Hawesko - WKN: 604270 ISIN: DE0006042708 Kaufen unter 27 EUR

AUSGEBOMBT - ZU UNRECHT ABGESTRAFT
Thor Industries - WKN: 872478 ISIN: US8851601018: Kaufen unter 50 EUR (42)
Krones - WKN: 633500 ISIN: DE0006335003: Kaufen unter 50 EUR (47) - hat heute solide Zahlen vorgelegt, aber vor schwachem Q2 & Q3 gewarnt
General Electric - WKN: 851144 ISIN: US3696041033: Anschauen unter 6 EUR (5,50)- hat schwache Zahlen vorgelegt, dürfte von Remdesivir-Rallye überproportional profitieren
Pioneer Natural resources - WKN: 908678 ISIN: US7237871071 Kaufen um 70 EUR
Twitter - WKN: A1W6XZ ISIN: US90184L1026 Kaufen um 26 Euro



05. Update beobachteter Werte: Wirecard, Wirecard, Spotify, Münchener Rück, ServiceNow, BASF

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


Wirecard
Kaufen, Spekulation auf Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells

Do, 30. April um 16:40 Uhr
Heute Nacht wurde der lang ersehnte Bericht von KPMG an Wirecard übergeben. KPMG hat die Fertigstellung mehrfach verschoben. Im Bericht ist nun zu lesen, dass Wirecard nicht ausreichend kooperiert habe oder aber eingeforderte Unterlagen nicht verfügbar seien. Die Untersuchung müsse fortgesetzt werden, da noch immer nicht ausreichend Fakten verfügbar seien.

Die Financial Times, Wortführer der Kritiker, weist darauf hin, dass es um Zahlungen in Milliardenhöhe gehe, die zwischen Wirecard und Kunden in den Jahren 2016 und 2017 geflossen seien, für die nun nicht alle Belege seitens der involvierten Geschäftspartner verfügbar gemacht werden könnten. Die Aktie notiert aktuell mit 25% im Minus. Man könnte meinen, das Unternehmen macht die Grätsche oder zumindest Gründer und CEO Markus Brauns Stuhl wackelt .

Ich würde diesen Ausverkauf nutzen und eine spekulative Position in Wirecard aufbauen. Dafür habe ich die folgenden Gründe:
1. Wirecard macht auch 2018 und 2019 gute Geschäfte,
2. die japanische Softbank hat Wirecard als Partner ausgewählt und dürfte dadurch aus dem Softbank-Netzwerk weitere Neukunden zuführen,
3. Es gibt niemanden, der aus dem Geschäft heraus "geschädigt" ist. Zumindest klagt niemand, dass ihm Geld fehle.
4. Es geht letztlich nur um Aktionäre, die sich hier bis aufs Messer bekriegen.

Natürlich gibt es weiterhin Risikofaktoren: Das Unternehmen hängt sehr stark am Gründer und CEO Braun. Wir wissen nun, dass in der Vergangenheit von Wirecard nicht alles sauber war - das wußten wir aber auch schon vorher. Die wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist eigentlich nur, ob die Vergangenheit Braun einholt und sein Kopf rollt, oder aber ob er sich retten kann. Wirecard ohne Braun wäre sicherlich nicht so viel wert wie mit ihm.

Der andere Risikofaktor ist, dass sich die alten Vorwürfe dann eben doch auch heute noch fortsetzen. Hat Wirecard ein Schneeballsystem aufgebaut, mit dem immer höhere Umsätze aufgetürmt werden, bid das Kartenhaus irgendwann zusammen fällt. Das wäre aus geschäftlicher Sicht in meinen Augen der einzige Grund, der den Wert des Unternehmens vollständig in Frage stellen könnte. Doch ich habe nirgends einen entsprechenden Vorwurf gelesen, das scheint also gar nicht in frage zu stehen.

Es bleibt also bei den windigen Buchungen der Vergangenheit.

Kursziele der Analysten reichen von 102 EUR (NordLB) und 270 EUR (Hauck & Aufhäuser). Sie dürfen sich was aussuchen. Mit der Umsatzbetrachtung und bei den Barmitteln in den Bilanzen von Finanztiteln ist es immer so eine Sache. Es kostet mich immer wieder sehr viel Zeit, mir da ein realistisches Bild zu verschaffen. Ich erspare mir das heute, denn der aktuelle Ausverkauf erfordert schnelles Handeln. Zudem habe ich die Bilanz in der Vergangenheit schon häufiger geprüft und kam zu dem Schluss, dass die Aktie auf keinen Fall unter 130 EUR wert ist. Wie weit ich nach oben gehen würde? das hängt von der Stimmungslage ab.

Unter 100 Euro, wie aktuell, ist die Aktie also ein Schnäppchen, bei dem ich nun zuschlagen würde. Nicht vergessen, wenn Sie die Aktie nun einkaufen, setzen Sie bitte Ihre Gesichtsmaske auf, denn es besteht ein bundesweites Maskengebot beim Einkaufen.



Wirecard
Stopp Loss auf 85 EUR setzen

Do, 30. April um 16:39 Uhr
Gestern Abend habe ich ein Update zu Wirecard geschrieben und die Aktie unter 100 EUR zum Kauf empfohlen. Aus technischen Gründen ist leider nur die SMS rausgegangen, die E-Mail hat den Weg zu Ihnen nicht gefunden. Ich habe das gestrige Update der Vollständigkeit halber unten an dieses Update angehängt.

Der Kurs ist heute früh weiter stark eingebrochen, erholt sich aber derzeit ein wenig. Ich würde unsere Spekulation mit einem Stopp Loss bei 85 Euro absichern. Wer an dieser hochspekulativen Geschichte Interesse hat, kann auch heute noch einsteigen. Doch es sei nochmals gesagt: Es ist eine Spekulation! Ich habe keine Ahnung, wie sich die Sache in den kommenden Tagen entwickeln wird.

Über Nacht habe ich mir natürlich weitere Gedanken über die Situation gemacht. Was hat sich eigentlich verändert durch den Bericht der KPMG? Die Vorwürfe bleiben bestehen, harte Beweise für ein Verschulden seitens Wirecard wurden weiterhin nicht gefunden. Belege, die Wirecard von der Schuld freisprechen würden, konnten jedoch ebenso wenig gefunden werden. Im Ergebnis wird festgehalten, dass das Management von Wirecard nicht im ausreichenden Maße kooperiert.

Somit haben die Kritiker Wirecard nun Gründer und CEO Markus Braun ins Visier genommen: Er sei nicht mehr an der Konzernspitze zu halten, behaupten sie. Bilanzvorgänge seien nicht ordnungsgemäß dokumentiert, was für einen DAX-Konzern ein Skandal sei.

Meine Meinung? Stimmt.

Schauen wir ein wenig in die Geschichte: Während des gesamten Aufstiegs von Wirecard gab es immer wieder Vorwürfe, Wirecard würde Geschäfte von Unternehmen ermöglichen, die in Graubereichen agieren. In der Branche herrschte Margendruck bis auf den letzten Cent, nur Wirecard wies immer wieder üppige Gewinnmargen aus. Immer wieder wurde Wirecard unterstellt, bspw. in der Glücksspielbranche Zahlungen unter Umgehung bestimmter Meldepflichten zu ermöglichen.

Zwischen den Zeilen der Kritiker lese ich sogar noch weitergehende Vermutungen. Das moderne Netzwerk von Wirecard sei zwar sehr effizient, Kontrollmechanismen für die Aufdeckung von Geldwäsche seien jedoch nicht ausreichend umgesetzt. Dazu müssen Sie sich vor Augen halten, dass alle Banken seit vielen Jahren strenge Vorschriften befolgen müssen, um Geldwäsche zu unterbinden. Es gibt diverse Meldepflichten, die dazu geführt haben, dass Unternehmen, die in Graubereichen operieren, ihre Geschäfte nicht mehr über etablierte Banken abwickeln können. Glücksspiele, Waffenhändler und Schmuddelseitenbetreiber mussten sich neue Banken suchen, die Zahlungen ihrer kurzlebigen Briefkastenfirmen abwickeln, ohne sofort die Behörden zu informieren. Wenn also die Financial Times über Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Geldwäschegesetzes äußert (https://www.ft.com/content/c1f0c72b-32f6-4e1b-bcb9-2519dbe6921d), dann könnte genau das der Hintergrund der Kampagne gegen Wirecard sein.

Das Geldwäschegesetz hat den etablierten Banken die lukrative Kundschaft aus dem Graumarktbereich genommen. Es wäre doch aus Sicht der etablierten Banken sehr ärgerlich, wenn man nun herausfinden würde, dass Wirecard seine hohe Gewinnmarge genau diesen Kunden verdankt.

Seit 2019 hat Wirecard nun ein Berichtswesen eingeführt, das eine lückenlose und beleghafte Dokumentation aller Geschäfte sicherstellen soll. KPMG wird dieses neue System anhand der Daten vom Dezember 2019 "forensisch" prüfen. Das ist das System, auf dem das Geschäft der Wirecard heute steht. Was wäre also der Worst Case?

Der Worst Case wäre, wenn dieses System durchfällt. Es wäre ein Jahrhundert-Skandal, wenn Wirecard trotz der anhaltenden Vorwürfe bis heute ein schmuddeliges Geschäftsmodell fortführen würde. Kann ich das ausschließen? Nein. Aber ich halte das für wenig wahrscheinlich.

Was wäre also der zweitschlimmste Fall? Der zweitschlimmste Fall wäre, wenn irgendwann bewiesen würde, dass Wirecard tatsächlich Kunden hatte, deren Aktivitäten im Rahmen des Geldwäschegesetzes hätten gemeldet werden müssen, und nicht gemeldet wurden. Gründer und CEO Markus Braun wäre vermutlich nicht mehr als CEO zu halten. Seine Glaubwürdigkeit ist ohnehin stark angekratzt, da in dem Bericht der KPMG auch Vorwürfe formuliert wurden, Termine wären nicht eingehalten worden und eingeforderte Dokumente wären nicht geliefert worden.

Könnte Wirecard auch ohne CEO Braun? Ich denke, das ist einer der wesentlichen Gründe, warum die Aktie nun ausverkauft wird, denn die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario ist nicht ganz so gering, wie es CEO Braun selbst immer wieder darstellt. Er lässt verkünden, es seien keine Beweise gefunden worden. KPMG hingegen veröffentlicht, dass man die eingeforderten Beweise nicht ausgehändigt bekam.

Fakt ist: Wir wissen nicht, was los ist und Ungewissheit wird an der Börse tödlich. Die Bilanzpressekonferenz, die für morgen angesetzt war, wird verschoben. Der Wirtschaftsprüfer Ernest & Young (EY) muss die Zahlen für 2019 mit einem Bestätigungsvermerk versehen und wird diese Bestätigung nun sehr genau überprüfen hinsichtlich der im KPMG-Bericht aufgeworfenen Fragen.

Die nächste Frage ist nun: Wie werden sich institutionelle Anleger verhalten? Halten Sie Wirecard die Stange oder liquidieren sie ihre Position? Institutionelle Anleger müssen die ESG-Standards befolgen: Die Unternehmen, in die sie investieren, müssen ökologisch und sozial verantwortungsvoll handeln. Ist das für Wirecard der Fall, wenn über das Geldwäschegesetz diskutiert wird? Gegebenenfalls müssen institutionelle Anleger ihre Wirecard-Position liquidieren. In diesem Fall gibt es keinen fundamental auszurechnenden fairen Kurswert mehr.

Heute früh war die Aktie kurzzeitig auf 85 Euro gesackt - eine Untergrenze, die in der Vergangenheit schon häufig gehalten hat. Ich würde unsere Spekulation daher mit einem Stopp Loss bei 85 Euro absichern.



Spotify
Gute Q-Zahlen verhelfen Aktie zum Sprung +8%

Do, 30. April um 15:44 Uhr
Soeben hat Spotify Q-Zahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen liegen: Der Umsatz ist erwartungsgemäß um 22% auf 1,85 Mrd. EUR gesprungen, der Verlust fiel mit -0,20 USD/Aktie deutlich geringer aus als die befürchteten -0,28 EUR/Aktie.

Die Nutzerzahl ist sogar um 31% auf 130 Mio. Abonnenten angestiegen. Wegbrechende Werbeeinnahmen als Folge der Coronakrise konnten somit kompensiert werden.

Der Ausblick ist gewohnt konservativ. Anleger haben den konservativen Ausblick jedoch gut weggesteckt, die Aktie notiert derzeit mit +8% im grünen Bereich. Spotify ist unsere größte Aktienposition im Portfolio und ich würde mit Gewinnmitnahmen noch ein wenig warten. Erstmal laufen lassen :-).


Münchener Rück
Münchener Rück zahlt Dividende

Do, 30. April um 15:47 Uhr
CEO Joachim Wenning hat heute klar gestellt, dass Betriebsunterbrechungen durch Pandemien in den allermeisten Verträgen von sämtlichen Versicherern weitgehend ausgeschlossen seien. Hintergrund seiner erneuten Klarstellung ist eine weltweit aufkeimende Diskussion, die Versicherungen an den Pandemie-Schäden stärker zu beteiligen. Das wäre eine rückwirkende Vertragsänderung, so Wenning, die rechtsstaatlich nicht durchsetzbar sei.

Die Absage der Olympiade von Tokio, eine schlechte Zinsentwicklung sowie der Kursrutsch an den Aktienmärkten, Lebensversicherungen (insbesondere in den USA) und Reiseversicherungen belasten die Bilanz der Münchener Rück, seien aber gut verkraftbar. Die Münchener Rück bleibe "sehr solide kapitalisiert", so Wenning.

Die Gewinnprognose für das erste Quartal wurde allerdings zurückgezogen, Aktienrückkäufe wurden ausgesetzt. Immerhin bleibt das Unternehmen seiner Dividendenpolitik treu. Man werde der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 9,80 Euro je Aktie vorschlagen.

Detaillierte Zahlen zum Q1 werden erst am 7. Mai vorgelegt.

Die Aktie legt heute 4% zu, diese Woche hat die Aktie bereits um 11% zugelegt. So langsam zeigt sich das solide Geschäftsmodell des Rückversicherers.


ServiceNow
30% Wachstum auf alles

Do, 30. April um 15:42 Uhr
Gestern Abend wurden Q-Zahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen: Der Umsatz ist um 34% auf 1,06 Mrd. USD gestiegen und liegt um 4% über den Erwartungen. Der Gewinn springt auf 0,24 USD/Aktie, erwartet wurden nur 0,15 USD/Aktie. Vor einem Jahr wurden noch Verluste geschrieben.

Die Aktie war schon im Tagesverlauf um 9% angesprungen und legte nach den Zahlen nachbörslich weitere 7% zu.

So ziemlich alle Wachstumszahlen pendeln um die 30%: Abo-Einnahmen, Kundenanzahl mit einem Jahresumsatz von über 1 Mio. USD Jahresumsatz, Rechnungsstellung und freier Cashflow. Auch die Umsatzprognose für das laufende Quartal wird auf Basis von 30% Wachstum ausgegeben.

Entsprechend halte ich das Bewertungsniveau mit einem KGV 2021e von 60 für angemessen. Nicht billig, aber billig gibt es bei solchen Wachstumsunternehmen leider nicht.


BASF
Gute Zahlen, kein Ausblick

Do, 30. April um 15:45 Uhr
Gestern Abend hat BASF Q-Zahlen vorgelegt, die nicht so schlimm ausfielen wie von Analysten befürchtet: Der Umsatz stieg Dank größerer Verkaufsmengen um 7% auf 16,7 Mrd. Euro, der Gewinn ging aufgrund rückläufiger Preise um 6% auf 1,6 Mrd. Euro zurück.

Der Jahresausblick wurde zurückgezogen, da aufgrund der Corona-Pandemie keine Planung möglich sei. CEO Brudermüller stimmt auf schwere Zeiten ein, die Auswirkung der Pandemie würden BASF wohl das ganze Jahr beeinträchtigen.

Während im Geschäft mit der Autoindustrie (Lacke, Kunststoffe) die Nachfrage rückläufig war, konnten andere Geschäftsbereiche (Nahrungsmittelergänzungen) von der Pandemie profitieren. Das Effizienzprogramm, in dessen Rahmen bis Ende 2021 6.000 Stellen gestrichen werden sollen, wird beschleunigt und schon Ende 2020 beendet.

BASF ist noch immer an Wintershall beteiligt, eine Öl- und Gasfirma, die mit Dea fusioniert wurde. Der Ölpreiseinbruch hat diesem Geschäftsbereich besonders zugesetzt. Aber gerade hier erwarte ich in den kommenden Monaten eine positive Überraschung.

Der Hauptversammlung am 23.6. soll eine Dividende von 3,30 EUR je Aktie vorgeschlagen werden, das entspricht einer Dividendenrendite von 6,8%.

Ich habe BASF seit einiger Zeit auf meiner Abschussliste (C19 = "-"), doch davon würde ich nun vorerst Abstand nehmen. Nachdem die Aktienmärkte in einem ersten Schritt den übertriebenen Crash ausglichen, folgt nun nahtlos eine Hoffnungsrallye aufgrund von Remdesivir. Dabei werden dann insbesondere die am stärksten ausverkauften Aktien wieder in die Höhe getrieben, da zähle ich BASF dazu. Die Autobranche sowie das Ölgeschäft haben BASF zu den besonders betroffenen Unternehmen gemacht.

Der Umstand, dass BASF an der hohen Dividende festhält, flößt Vertrauen in die Bilanz ein: Die Ludwigshafener sind seit jeher erzkonservativ und haben für diese Pandemie ausreichend Liquiditätsreserven, um ohne staatliche Hilfen durchzukommen. Damit ergibt sich in meinen Augen ein kurz- und mittelfristig gutes Bild für die Aktie.

Langfristig hingegen bleibe ich skeptisch: Ich werde dann später beurteilen, wie sich BASF in einer veränderten Welt nach Corona wohl schlagen wird.



06. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈15%) =11,2%WKN29.4.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 5x3%!C19
Wheaton Precious MetalsA2DRBP36,23 €2%36%4,2%B+
Barrick Gold87045023,27 €-7%48%4,0%B+
Wirecard74720690,40 €-30%1%2,9%A+








Wachstum (≈35%) =20,2%WKN29.4.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 5x7%!0
BB BiotechA0NFN357,30 €0%-7%3,5%B+
SpotifyA2JEGN135,86 €7%2%8,6%B+
Nvidia918422268,50 €1%17%4,2%B+
ServiceNowA1JX4P313,25 €13%28%3,9%B+








Dividende (≈30%) = 24,4%WKN29.4.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 4x7,5%!0
Innotec5405108,30 €1%-18%4,7%C-
FreenetA0Z2ZZ17,31 €4%-15%7,3%B0
Deutsche Post55520027,15 €4%-20%3,3%B+
BASFBASF1146,77 €6%-13%4,9%C-
Munich Re843002200,80 €1%-14%4,2%B0








Absicherung (≈20%) =19,4%WKN29.4.20Woche ΔΣ '20 ΔAnteil 3x7%!0
Goldbarren 100 gr100 gr.5.034,00 €-1%16%9,5%A0
Südzucker-AnleiheA0E6FU75,10%0%-14%6,6%A0
Nokia-AnleiheA0T9L2107,29%2%-7%3,3%C0





Cashquote

Σ-Portfolio Ergebnis seit 2020

2%-5%24,8%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%11,2%532%
WachstumEnkelkinder30%20,2%546,0%
DividendeUrlaub25%24,4%456%
AbsicherungZins & Gold20%19,4%336,7%
Summe
85%75,2%1715


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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