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15.05.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 20 (15.05.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Fällige Verschnaufpause - auch bei Ihrem Autor
02.So tickt die Börse: Bedeutung der Wirtschaft für die Gesellschaft
 - DAX ist um -4% eingebrochen
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Anleger wollen jetzt investieren... oder vielleicht auch nicht
 -
04.Ausblick: Volatilität lässt zu wünschen übrig
05.Leserfragen
 - : Zweite Ausverkaufswelle von 30-40% nur bei Corona-Verlierern möglich
 - : Eldorado Gold hat heftige Rallye hinter sich
 - : 1&1 Drillisch, Dt. Lufthansa, Apple, und Volkswagen
 - : Biogen Idec will Aducanumab gegen Alzheimer zulassen
 - : Rückfrage zum ETC auf Öl
 - : Tesla, Optionsscheine und Anlagesumme
 - : Booking.com als Krisengewinner
 - : Shopify-Investoren unter Drogen
 - : Nvidia besser als Infineon
 - : Kursziel für Wirecard: 50 - 200€
06.Update beobachteter Werte
 VORSICHTIGE KÄUFE, GEDULDIG BLEIBEN
 Stopp Loss hat gezogen, verkauft zu 5,50 EUR
 Nachhaltiger Gewinnsprung
 Corona-Gewinner mit Hinternissen
 Interesse an Freeport McMoRan
 Kaufen unter 70 Euro
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Fällige Verschnaufpause - auch bei Ihrem Autor

Liebe Börsenfreunde,

18 der 160 Unternehmen aus der DAX-Familie (DAX, MDAX, SDAX) verzeichnen per heute einen höheren Aktienkurs als unmittelbar vor der Coronakrise, als der DAX am 21.2. sein Jahreshoch erklomm. Unternehmen wie TeamViewer, Drägerwerk, Zalando und Zooplus, DermaPharm und Rhön Klinikum, Siemens Healtheneers und Qiagen. Diesen Unternehmen wurde in den vergangenen Monaten die Bude eingerannt, denn ihre Produkte und Leistungen waren in der Krise gefragter denn je. Können Sie sich vorstellen, was die Mitarbeiter dieser Unternehmen geleistet haben?

Ich darf mich glücklich schätzen, dass auch meine Dienstleistung in den vergangenen Monaten gefragt war. Wir haben es geschafft, mit einem blauen Auge durch diese Turbulenzen zu navigieren: Diese Woche blieb unser Portfolio unverändert, während der DAX um 4% absackte. Aus Jahressicht notiert unser Portfolio bei nur noch -4%, während der DAX bei -21% steht. Frühzeitig haben wir die Corona-Gewinner und -Verlierer unterschieden und unser Portfolio konsequent ausgerichtet. Unzählige Fehler - ja, das gehört dazu - haben wir gemacht und frühzeitig korrigiert. Ein Freund sagte mir vor kurzem: "Das sind Burn-Out Zeiten für Dich!".

Zum Glück bin ich weit von einem Burn-Out entfernt. Ich betrachte diese Zeit also positiven Stress, denn Ihr Feedback ist zu 99% konstruktiv und meistens ist jede Kritik garniert mit einem Lob. Es macht Spaß, für Sie zu arbeiten, möchte ich an dieser Stelle einmal sagen: Danke für den stets respektvollen Umgang ihrerseits mit meinen Fehlern!

Hier in Hamburg haben wir nun eine Woche Maiferien und ich möchte die Woche nutzen, um ein wenig auszuspannen, den Computer zuzulassen und das zu genießen, was viele in der Bevölkerung in dieser turbulenten Zeit tun: Zeit mit der Familie genießen!

Bitte lassen Sie mich daher mit Leserfragen mal für eine Woche in Ruhe :-). Ich werde benachrichtigt, wenn einer unserer Wunschpreise erreicht wird und dann melde ich mich natürlich bei Ihnen. Auch schaue ich natürlich täglich rein, um auf dem Laufenden zu bleiben. Doch halt nur auf Sparflamme.

Puh, das klingt jetzt aber sehr theatralisch, war so gar nicht beabsichtigt. Aber irgendwie hinterlässt diese Zeit auch bei mir Spuren.

Zur heutigen Ausgabe: Christian Drosten hat gestern in seinem Podcast eine Studie besprochen, die Medizin & Wirtschaft miteinander verknüpft. Ich wurde durch mehrere Leser gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Das habe ich in Kapitel 02 getan. Zudem habe ich dort auch erklärt, wie es zu unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realität (welcher Realität?) an den Finanzmärkten kommt.

Die Stimmung unter den Anlegern hat sich eingetrübt, die Korrektur kam denn wohl doch, obwohl eigentlich von vielen erwartet, überraschend. Was wir daraus ablesen können, lesen Sie in der Sentimentanalyse in Kapitel 03.

Meine Erwartung für die Entwicklung an den Aktienmärkten in den kommenden Wochen und Monaten habe ich in Kapitel 04 ausgearbeitet. Zudem habe ich unsere Einkaufsliste aktualisiert.

Leserfragen gibt es auch heute wieder, ein Kunde brachte mich jedoch auf die Idee, das Kapitel HINTER die Updates und die Portfolio-Tabelle zu schieben: Insbesondere für die langjährigen Plus-Kunden ist der schnelle Blick in die Updates wichtig. Da könnte das Scrollen durch die langatmigen Leserfragen lästig werden. Daher sind die Leserfragen also ab sofort nach hinten verschoben, nichts desto trotz aber weiterhin überaus spannend: Darin behandele ich Fragen zu Wirecard, Eldorado Gold, 1&1 Drillisch, Dt. Lufthansa, Apple, Volkswagen, Biogen Idec, Tesla, Booking.com, Shopify und Nvidia.

Wichtige Updates sowie Kauf- und Verkaufsideen finden Sie in Kapitel 05. Die tabellarische Übersicht über unser Portfolio habe ich in Kapitel 06 abgebildet.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts200517.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Bedeutung der Wirtschaft für die Gesellschaft

Diese Woche hat das Ifo- gemeinsam mit dem Helmholtz-Institut eine Covid-19 Studie vorgelegt, die gleichermaßen sowohl medizinische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Es ist meines Wissens die weltweit erste wissenschaftliche Studie, die sich fakultätsübergreifend mit diesen beiden Bereichen gleichzeitig befasst. Virologe Christian Drosten befasste sich gestern mit dieser Studie aus medizinischer Sicht. Ich wurde von einer Reihe von Lesern geben, doch meinen wirtschaftlichen Senf dazuzugeben.

Die Studie umfasst 19 Seiten, ist auf deutsch geschrieben und kann hier eingesehen werden:
https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-digital-06-ifo-helmholtz-wirtschaft-gesundheit-corona_1.pdf

Ich finde es super, dass ein Gerüst geschaffen wurde, um medizinische und wirtschaftliche Auswirkungen der Coronakrise sowie der Kontaktbeschränkungs- und Lockerungsmaßnahmen gegeneinander abzuwiegen. Die wesentliche Erkenntnis der Studie, dass es einen goldenen Mittelweg geben muss, teile ich seit Beginn der Krise, wie sich die aufmerksamen Leser unter Ihnen erinnern werden.

Ein vollständiger Lockdown, wie in Wuhan praktiziert, würde gemäß dem Studienergebnis Folgekosten nach sich ziehen, die exorbitant hoch wären. Viele Unternehmen gingen pleite, Lieferketten würden dadurch nicht nur unterbrochen, sondern zerstört werden und ein anschließendes Anlaufen der Wirtschaft würde nur langsam erfolgen, da zerstörte Strukturen neu aufgebaut werden müssten.

Eine ungebremste Durchseuchung der Bevölkerung, wie ansatzweise in Schweden praktiziert, würde ebenfalls zu hohen Kosten führen, abgesehen von den hohen Opferzahlen, die in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert würden.

Aber auch eine Wellenbewegung mit abwechselnden Lockerungen und Verschärfungen, je nach Entwicklung der Infiziertenzahlen, würde hohe Kosten bei Unternehmen verursachen, so dass die zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Erfolge wieder zunichte gemacht würden. Ich kann dieses Argument gut nachvollziehen, denn ich habe nach meinem Studium zunächst bei Ticona gearbeitet, einer Produktionsfirma für technische Kunststoffe. Das Schlimmste, was dort passieren konnte, war der Stillstand eines Betriebsteils. Das Herunterfahren der Produktion wurde regelmäßig ca. alle 18 Monate zwecks Wartung gemacht und kostete Millionen. Ein ungeplantes Herunterfahren würde noch viel teurer werden.

Daher wird in der Studie dafür plädiert, die Lockerungen vorsichtig und schrittweise durchzuführen, um zu vermeiden, dass man später wieder zurückrudern und damit die Wirtschaft überraschen müsste. Bis dahin stimme ich voll zu.

Nun wird in der Studie ein optimaler Rt-Wert von 0,75 bestimmt. Diese Reproduktionszahl wird vom Robert-Koch-Institut berechnet und gibt die Anzahl der neu Infizierten an. Über diese Ziffer lässt sich wunderbar streiten, daher sind die beiden letzten Sätze der Studie in meinen Augen am wichtigsten: "Von einer direkten und engen quantitativen Interpretation dieser Resultate wird abgeraten. Die qualitative Aussage, dass eine leichte und schrittweise Lockerung der Beschränkungen sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitspolitisch einer schnellen Aufhebung vorzuziehen ist, halten wir aber für robust."

Der Studie liegen viele Annahmen zugrunde. Das ist üblich, sonst könnte man gar nichts berechnen. Eine Annahme ist, dass Gesundheitsämter eine Kapazität von täglich 300 neu Infizierten bewältigen können. Darauf aufbauend wird dann das Modell danach ausgerichtet, wie hoch die Rt-Zahl sein darf, damit die Gesundheitsämter nicht überlastet werden. Auch werden Vergleichswerte für eine Kapazität von 200 oder auch 400 neu infizierten pro Tag angestellt.

Nicht berücksichtigt wird allerdings bspw., dass der Einsatz der sehnlichst erwarteten Tracing-App die Arbeit der Gesundheitsämter stark entlasten könnte. Außerdem war ich bislang davon ausgegangen, dass die Intensivkapazitäten in Deutschland als Flaschenhals zu betrachten seien. Die wurden für viel Geld kräftig ausgebaut, geht das bei den Gesundheitsämtern nicht?

Eine weitere Annahme ist, dass ein Impfstoff erst ab Herbst 2021 zu klinischen Tests der Phase II und III zugelassen werden. Moderna ist aber jetzt schon am Testen, CureVac steht kurz davor. Es besteht also die Möglichkeit einer positiven Überraschung. Doch in diesem Punkt stimme ich den Autoren zu: Ich habe hier im Heibel-Ticker immer wieder davor gewarnt, die optimistischen Prognosen des Managements dieser beiden Unternehmen für bare Münze zu nehmen, denn deren Forschungsansatz ist so neu, dass es noch keinerlei Erfahrungswerte über die Erfolgsaussichten gibt. Wenn wir also für die Zukunft in Sachen Impfstoff planen, gilt: Auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen. Mit Hoffnung lässt sich aber keine wissenschaftliche Studie machen.

Das gleiche Prinzip hat man bei der nächsten Annahme gewählt: In der Studie gibt es keinen "Sommereffekt" für das Virus. Hier wird der Streit derzeit offen ausgetragen: Viele Menschen sind der Ansicht, dass die rückläufigen Zahlen der Infizierten zu einem Teil durch das warme Wetter verursacht wurden und nur zu einem Teil durch den Lockdown. Ich bin kein Virologe und muss das glücklicherweise nicht für die Bevölkerung beurteilen. Aber ich schreibe einen Börsenbrief und muss meine Aktionen begründen. Und wenn es einen Sommereffekt geben sollte, dann können wir in den kommenden Monaten trotz Lockerungen mit weiter fallenden Zahlen rechnen. Das würde sich extrem positiv auf die Stimmung der Anleger auswirken und könnte der Aktienmarktrallye weiter Treibstoff geben.

Glaube ich das? Nun, ich halte es für möglich und entsprechend werde ich im Rahmen der aktuellen Konsolidierung am Aktienmarkt schon bald wieder die eine oder andere Position eingehen, mit der ich auf eine Fortsetzung der seit Ende März laufenden Rallye setze.

Eine der Annahmen finde ich allerdings realitätsfern: Die Auswirkungen der Einschränkungen wird als linear angenommen: So als könne man beliebig verschärfen und lockern. Zwei Dinge sprechen jedoch dagegen: zum einen kam der Lockdown im März nach kurzer Vorankündigung mitten in eine Zeit, in der die Wirtschaft weitgehend rund lief. Unternehmen hatten finanzielle Reserven und konnten ihre Lager in den Tagen vor dem Lockdown noch füllen. Je länger uns das Coronavirus im Griff behält, desto mehr Unternehmen werden jedoch pleite gehen und da wird es zunehmend schwerer, die Lager zu füllen, geschweige denn die finanziellen Mittel dafür aufzubringen.

Vielleicht gibt es irgendwann sogar einen Tipping Point, nach dem die Lieferketten schon bei einer kleinen Verschärfung zusammenbrechen, obwohl das zuvor bei der gleichen Maßnahme noch nicht passiert war. Auch diese Überlegung spricht für eine schrittweise und vorsichtige Lockerung.

Soweit ein paar Kritikpunkte, die mir aufgefallen sind. Daraus sollte ersichtlich werden, wie vage eine solche Studie für die politische Umsetzung ist. Zum einen ist die vorgeschlagene Rt = 0,75 eine Ziffer, die man mit überschaubaren Maßnahmen deutlich höher ansetzen könnte. Zum anderen sind die umgesetzten Lockerungen in ihrer Struktur nach wie vor noch gar nicht untersucht: Welchen Stellenwert haben Lockerungen des Wirtschaftslebens gegenüber Lockerungen bei Kindern? Was ist mit weiteren Anstrengungen hinsichtlich des Schutzes der Risikogruppen machbar, um die Gesundheitsämter oder Intensivstationen (wo ist denn nun der Flaschenhals?) zu entlasten?

So hat diese Studie in meinen Augen einen extrem wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion um die Lockerungsmaßnahmen geliefert, aber die Diskussion noch lange nicht zu einem Ergebnis geführt. Es ist zu hoffen, dass die Diskussion mit Hilfe dieser Studie an Sachlichkeit gewinnt.

DAX IST UM -4% EINGEBROCHEN

Diese Woche haben die Aktienmärkte den Rückwärtsgang eingelegt. Rohstoffaktien (ThyssenKrupp, Salzgitter, Klöckner, ...) sind um durchschnittlich 10% eingebrochen, Finanztitel (Dt. Pfandbriefbank, Commerzbank, Talanx, ...) um durchschnittlich 8%. Logistiker (Hamburger Hafen, Airbus, Jungheinrich, ...) gaben durchschnittlich 7% ab, Immobilienunternehmen (Billiger, CoreEstate, Dt. Euroshop, ...) brachen um durchschnittlich 7% ein. Einmal mehr trifft es die von mir mit dem Stempel "Corona-Verlierer" versehenen Unternehmen am stärksten.

Und einmal mehr trifft es die als "Corona-Gewinner" deklarierten Aktien und Branchen am wenigsten stark: Tech -3% und Gesundheitswesen -2%. Der Einzelhandel ist durchwachsen, aber dennoch wurden auch hier Dank Zooplus und HelloFresh nur durchschnittlich 2% abgegeben. Am besten jedoch liefen diese Woche die Versorger (0%), bei denen 1&1 Drillisch und United Internet mit je +9% die Verluste der anderen vollständig kompensieren konnte.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland, in Europa sowie in den USA ist explodiert. Steuereinnahmen eingebrochen (-80 Mrd. EUR), Hilfspakete übersteigen die Tragfähigkeit der Nationalstaaten, für die wir uns vor dreißig Jahren mal auf eine Neuverschuldung von maximal 3% des BIP geeinigt haben. Der Ölmarkt ist zusammengebrochen, ganze Branchen haben keine Geschäftsgrundlage mehr: Luftfahrtbranche (Lufthansa-Rettung kostet bislang 6 Mord. EUR, Dt. Bahn ca. 7 Mrd. EUR), Tourismusbranche, Messeveranstaltungen, Kulturveranstaltungen (Künstler haben bislang keinerlei Staatshilfen erhalten) bis hin zur Stahlindustrie, deren Kunden (Autobauer) nun bauen dürfen, aber nicht wollen. Haben Sie das auch bemerkt: Volkswagen hat unter großem Medienrummel die Autoproduktion wieder hochgefahren, um wenige Tage später zu verkünden, dass man im laufenden Monate die Bänder für vier Tage still stehen lassen werde, um nicht mehr zu produzieren als nachgefragt wird.

Randbemerkung: Tesla-Chef Elon Musk hat riskiert, in den Knast zu gehen, um seine Produktion wieder zu starten... wegen der Nachfrage. So sieht ein gesundes Unternehmen aus, nicht wie VW.

Heute wurde das Wirtschaftswachstum für das Q1 veröffentlicht: Deutschland kommt mit -2,2% noch glimpflich davon, Europa verzeichnet einen durchschnittlichen Rückgang von -3,8%. Doch das waren nur wenige Wochen zum Ende von Q1, die dafür verantwortlich sind. Richtig schlechte Zahlen müssen wir für das laufende Q2 erst noch befürchten.

Bei dieser Nachrichtenlage ist es nahezu unverständlich, wie der DAX seit Ende März um 30% zulegen konnte. Doch ich habe zwei Erkärungen dafür. Erstens gibt es Unternehmen wie HelloFresh (+90%), Nemetschek (+86%), Bechtle (+77%), Zalando (+77%), und TeamViewer (+72%), die seit dem Crash-Tief im März ordentlich (siehe Prozentzahl in Klammern) zulegen konnten, weil sie von der Coronakrise profitieren. Es gibt Geschäftsmodelle, die zufällig begünstigt werden, es gibt aber auch Unternehmen, die aufgrund eines cleveren Managements gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Zweitens haben wir Madame Lagarde, die EZB Chefin. Sie bezahlt alles. Wer das noch nicht verstanden hat, der kann das gerne in meiner Antwort zur Leserfrage am 10.4. nachlesen (https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1737 - Notenbanken erschaffen Geld aus dem Nichts).

Gabor Steinhart hat heute früh in seinem Morning Briefing gezeigt, dass Wirtschaftskenntnisse in der Politik bis in die höchste Ebene lückenhaft sind. Hier ein Tweet der Vorsitzenden der SPD Saskia Esken:

Esken
Abbildung 1: SPD-Chefin Saskia Esken zeigt Lücken im Wirtschaftsverständnis


Kommt das Geld nun aus der Wirtschaft, die Mehrwert schafft und Gehälter ihrer Mitarbeiter davon bezahlt, wie beispielsweise im Einzelhandel? Diese Gehälter werden besteuert und von den Steuern werden die Diäten der Politiker bezahlt, somit auch von Frau Esken. Auf diesen dezenten Hinweis eines Angestellten im Einzelhandel erwidert Frau Esken, dass sie durch ihre Einkäufe im Supermarkt ja auch sein Gehalt finanziere.

Frau Esken sollte sich bewusst machen, dass nicht die Politik Geld verdient und sich dadurch eine Wirtschaft leisten kann, sondern umgekehrt. Wir brauchen die Politik, damit die Wirtschaft effizienter gestaltet werden kann. Die Politik ist aber kein Selbstzweck, aus dem heraus sie sich Einzelhändler leisten kann.

Doch in Zeiten, in denen Madame Lagarde beliebig viel Liquidität in die Märkte pumpt, ein Verfassungsgerichtsurteil als unsozial bezeichnet wird und Kritik nicht mehr zum Anlass einer Diskussion genommen wird, darf es nicht verwundern, wenn die Vorsitzende der SPD mit wirtschaftlicher Unkenntnis auffällt.

Für uns Anleger heißt das nach wie vor, dass wir in einem System mit vielen Fehlern leben. Doch noch läuft das System und die Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich wohl darin. Ihr Autor hat beispielsweise zwei Jahren in den USA und zwei Jahre in Portugal gelebt, und ich bin aus Überzeugung zurück nach Deutschland gekommen. Wir können hier viel kritisieren, doch anderswo ist es nicht besser.

Unser System wird daher so lange weiterlaufen, wie die Bevölkerung sich wohl darin fühlt und ihm vertraut. "Müsste uns das Geldsystem nicht längst um die Ohren fliegen?", werde ich immer wieder gefragt. Volkswirtschaftlich betreten wir eins ums andere Neuland, doch Volkswirte lassen ein System nicht um die Ohren fliegen: Die Bevölkerung ist es. Wenn die Bevölkerung dem Euro, der Politik oder unserem Rechtsstaat das Vertrauen entzieht, und zwar mehrheitlich entzieht, dann müssen wir uns Sorgen machen. Vorher nicht.

Bis dahin darf Madame Lagarde den Euroraum mit Liquidität fluten. Berlin darf sich verschulden und die Schuldpapiere bei Madame Lagarde abgeben, genau wie Rom und Paris. Und da hat Saskia Esken dann letztlich doch Recht: Die Politik holt das Geld aus Frankfurt von der EZB, um sich damit eine Wirtschaft zu leisten. Wie kann es da ein Angestellter des Einzelhandels wagen, der Politikerin vorzuhalten, seine Steuern würden ihre Diäten finanzieren.

Wenn ich dann Leserbriefe erhalte, in denen mir mitgeteilt wird, an General Electric käme man nie wieder so günstig wie heute, oder Wirecard sei eigentlich doppelt so viel Wert, dann muss ich zur Vorsicht mahnen: Diesen Argumenten liegen wirtschaftliche Sichtweisen zugrunde, die sind aber derzeit außer Kraft gesetzt.

Schauen wir uns mal an, wie sich die wichtigsten Indikatoren im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES14.5.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones23.427 -3,4%-18,2%
DAX10.465 -4,0%-21,0%
Nikkei20.037 -0,7%-15,3%
Shanghai A 3.007 -0,9%-5,6%
Euro/US-Dollar1,08-0,4%-3,4%
Euro/Yen116,020,4%-5,1%
10-Jahres-US-Anleihe0,64%-0,02-1,29
Umlaufrendite Dt-0,54%0,01-0,31
Feinunze Gold$1.746 2,0%15,4%
Fass Brent Öl$31,96 5,5%-53,6%
Kupfer5.155 -0,8%-17,0%
Baltic Dry Shipping393 -23,5%-63,9%
Bitcoin9.647 -2,5%32,3%








03. Sentiment: Anleger wollen jetzt investieren... oder vielleicht auch nicht

Der DAX hat diese Woche 4% verloren. Im Crash war der DAX vom Hoch am 21.2. bis zum Tief am 18.3. um 38% eingebrochen, es folgte eine Erholung um 30%. Ein Ende der Coronakrise ist noch nicht in Sicht. Daher ist es nachvollziehbar, dass die 30%-Erholung irgendwann einmal ein wenig konsolidiert werden muss. Das haben wir diese Woche gesehen.

Für die Teilnehmer an unserer Sentiment-Umfrage kam diese Konsolidierung überraschend, obwohl wir an dieser Stelle im Rahmen der Sentiment-Analyse mehrfach darauf hingewiesen haben, dass dies überfällig ist.

So ist das Anlegersentiment stark auf -2,9 eingebrochen. Wurde in den beiden Vorwochen zaghaft gefeiert, so ist nun wieder Katerstimmung angesagt. Und das kratzt am Selbstwertgefühl: Mit einem Wert von -4,2 zeigt sich unter den Anlegern umgehend wieder eine starke Verunsicherung. Die Frage, ob man richtig positioniert ist, beschäftigt nun wieder viele Anleger.

Immerhin lässt mit fallenden Kursen der Pessimismus ein wenig nach: Nach einem Wert von -1,1 vor einer Woche zeigt sich die Zukunftserwartung mit einem Wert von -0,4 nun fast neutral.

In den kommenden zwei Wochen wollen viele Anleger wieder investieren. Die Investitionsbereitschaft ist auf 2,3 gesprungen. Schnäppchenjäger, die wir vor einer Woche ausgemacht haben, sitzen nun mit dem Finger am Abzug und warten auf das Erreichen ihrer Wunschpreise.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger hat sich in Folge der Konsolidierung etwas erholt (von -10 auf -7,5): Die starken Absicherungspositionen der Vorwochen wurden teilweise aufgelöst. Das Put/Call-Verhältnis der Eurex, über die sich die Profi-Anleger absichern, ist ebenfalls stark zurückgegangen und zeigt schon wieder eine Netto-Long-Spekulation an: Institutionelle Anleger positionieren sich, um von steigenden Kursen zu profitieren.

An der CBOE ist das Put/Call-Verhältnis ebenfalls weiter abgesunken, auch US-Anleger gehen zunehmend von einer Fortsetzung der Ende März begonnenen Aktienmarktrallye aus.

US-Fondsanleger haben ihre Investitionsquote um 10% auf nur noch 57% zurückgefahren. Wenn wir einmal die Ausnahmesituation im März missachten, dann ist das schon wieder eine ziemlich niedrige Investitionsquote.

Das Bulle/Bär-Verhältnis unter den US-Privatanlegern zeigt mit -27% einen sehr starken Pessimismus an. Der absolute Wert erinnert an Extremwerte, die im Chaos-Dezember 2018 und im Rahmen der Brexit-Entscheidung 2016 erreicht wurden. Das waren jeweils gute Zeitpunkte, um langfristig zu investieren.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 notiert mit 38% weiterhin im neutralen Bereich.

Interpretation



Das Bild ist ziemlich uneinheitlich: Da haben viele Anleger auf einen Rücksetzer gewartet, um ihre Corona-Lieblinge zu Schnäppchenpreisen einsammeln zu können. Nun haben wir den Rücksetzer, doch Anleger zeigen sich überrascht. Vielleicht sind die Gründe, die für den Rücksetzer verantwortlich zu sein scheinen, überraschend: Trump poltert gegen China, die globale Wirtschaft hängt am Tropf der Notenbanken und ein Zurück zur Normalität gibt es nicht.

Wir befinden uns somit genau in der Situation, die ich vor einer Woche recht umständlich zu beschreiben versuchte: In einem ersten Rücksetzer dürfte es bis in die niedrigen 10.000 Punkte gehen, wo dann Schnäppchenjäger warten und den Kursverfall stoppen. Leider sind jedoch die gewünschten Schnäppchenpreise nicht erreicht worden. Das liegt daran, dass die Schnäppchen unter den Corona-Gewinnern in der Technologiebranche und im Gesundheitswesen gesucht wurden. Der Ausverkauf fand aber in diesen Branchen nicht statt. Der DAX wurde vom Autosektor, Finanzen, Logistik und Rohstoffsektor in den Keller gezogen. Dort wollen aber selbst die Schnäppchenjäger nicht einsteigen.

So hinterlässt dieser Rücksetzer nichts als lange Gesichter: Das war nun doch noch nicht die erhoffte Einstiegsgelegenheit, doch gleichzeitig ist derzeit ungewiss, ob man jetzt den Kursen hinterherlaufen sollte, oder auf einen Ausverkauf unter 10.000 Punkte warten sollte. Ein Unterschreiten der 10.000er Punkte würde jedoch wieder zu mehr Panik führen, so dass es auch dann ungewiss wäre, ob Schnäppchenjäger dann noch die Nerven bewahren, zuzugreifen.

Wenn wir das Sentiment-Bild dieser Woche betrachten, zeigt sich dennoch weiterhin eine ordentliche Investitionsbereitschaft. Gleichzeitig, so entnehme ich es meiner animusX-Umfrage, ist die Investitionsquote unter Privatanlegern als auch Institutionellen in Deutschland bereits wieder recht hoch. Viel Cash für eine schnelle Rallye in Richtung 11.000 gibt es da leider nicht.

Ich wäre also vorsichtig mit Überzeugungskäufen. In fallende Kurse hinein ist es sicherlich angebracht, hier und da ein wenig Aktien einzusammeln. Doch behalten Sie noch Pulver trocken, falls es doch noch deutlich tiefer gehen sollte.










04. Ausblick: Volatilität lässt zu wünschen übrig

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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05. Leserfragen



Zweite Ausverkaufswelle von 30-40% nur bei Corona-Verlierern möglich

Mo, 11. Mai um 17:50 Uhr
Sehr geehrter Herr Heibel,

nach langer Abwesenheit bin ich wegen der Corona Krise zu Ihrem Ticker Plus zurückgekehrt. In der Schönwetterphase der letzten 10 Jahre ging es auch mit Erfahrungswerten am Aktienmarkt ganz gut.

Aber der jetzigen Corona bedingten Marktentwicklung ist mit herkömmlichen Mitteln wohl nicht beizukommen. Des Ergebnisses guter Rat und Ihr Analyse- und Einschätzungsvermögen sehr wertvoll.

Mich beschäftigt die Frage: „Wird es, egal ob ohne oder mit zweiter Coronawelle nochmals einen 30-40%igen, oder sogar noch stärkeren Börseneinbruch geben und wie mag der sich ankündigen.”

Es müssen doch Auswirkungen dieser bisher ungewöhnlich schnellen und starken Arbeitslosenzahlen, zeitversetzter Epidemien nach Kontinent, einer geringeren Globalisierung und der immens hohen Verschuldung der Staaten und Unternehmen, bei wohl kommenden Steuererhöhungen, statt deren notwendiger Reduzierungen, zur Bekämpfung wirtschaftlicher Flaute kommen.

„Ist es angeraten, das Portfolio radikal zu reduzieren?” Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie unbeschadet aus dieser Zeit heraus zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen , Jürgen aus Rottach
12.5.

Wir segeln derzeit mit einer Aktienquote von nur 47% und haben 34% Cash, mehr denn je.

Notenbanken fluten die Finanzmärkte mit Liquidität, ein Ausverkauf, der auf die Tiefs vom März zurückfällt, ist daher für mich schwer vorstellbar. Möglich wäre das ggfls. im Rahmen eines weltweiten Crashs, wenn insbesondere andere Länder unter den Corona-Folgen kollabieren sollten (Italien, Brasilien, …?). Das würde ich dann aber nicht vor diesem Herbst erwarten, denn bis dahin wurschteln sich alle noch durch. Bleibt der Kollaps aus, ist auch ein Nachholeffekt an unserer Börse denkbar, denn viele deutsche Unternehmen haben die Krise nutzen können, Speck abzuschlagen. Sie werden nach der Krise durchstarten.
In jedem Fall wird die Zweiteilung an den Aktienmärkten für längere Zeit bleiben: Corona-Gewinner und -Verlierer. Je nachdem, welche Themen dominieren, gewinnen die einen oder anderen die Oberhand, während die anderen oder einen auf der Stelle treten. Sprich: Corona-Gewinner würde ich jetzt schon ins Depot holen, aber Pulver trocken halten, um ggfls. günstiger nachzukaufen. Ein bisschen günstiger, nicht aber 30-40%. Die 30-40% könnten die Corona-Verlierer erneut verlieren, nicht aber die -Gewinner.



Eldorado Gold hat heftige Rallye hinter sich

Di, 12. Mai um 09:55 Uhr
Hallo Herr Heibel,

kurze pragmatische Einschätzung zu :
-- GOLD in 18 Monaten !
-- Eldorado Gold A2PA9H

Ich bin schon lange bei IHNEN und nerve nie. Deswegen dieses eine mal wäre es mir wirklich wichtig. Bin nämlich da drin !

Vielen lieben Dank Ihr treuer
Micha aus Freiburg

ANTWORT
Je kürzer die Antwort, desto mehr Arbeit muss ich aufwenden, um eine prägnante und treffende Aussage zu machen :-(.

Ich habe Wheaton Precious verkauft, weil die Rallye im Gold als auch bei der Aktie heftig war und nach einer Verschnaufpause ruft. Das ist etwas Kurzfristiges, muss man also nicht mitmachen.

Mittelfristig ist die Situation für mich völlig undurchsichtig: Ja, wir haben eine Liquiditätsflutung weltweit, die den Goldpreis nach oben treibt. Aber gleichzeitig trifft eine Rezession auf die Märkte, was Liquidität aufsaugt und somit den Goldpreis belasten wird. Wie der Nettoeffekt sein wird, kann ich nicht sagen. Mittelfristig (also 12-18 Monate) ist es für mich also schwer, eine Aussage zu treffen.

Langfristig ist Gold eine gute Absicherung. Ich fürchte nicht, dass der Goldpreis deutlich fallen wird. Ob sich nun eine Rallye anschließt, die den Goldpreis in Richtung 2.000 USD/Oz treibt, ist in meinen Augen unwichtig. Hauptsache der Wert, den man in das Gold gelegt hat, bleibt. Daher bin ich langfristig nur in Goldbarren und -münzen investiert, nicht in Goldminen. Bei Goldminen gibt es eine Vielzahl an anderen Komponenten, die in die Aktienkursbildung hinein spielen.

Eldorado hat in Q1 Produktionsausfälle zu verzeichnen gehabt, aber recht gut verkraftet. Es ist absehbar, dass die Ausfälle in Q2 größer werden, wenngleich im Verlauf viele Minen ihre Produktion wieder aufnehmen. Kurzfristig würde ich jetzt eher nicht einsteigen … warum also drin bleiben?

Ich hoffe, diese Betrachtung hilft ein wenig bei Ihrer Entscheidungsfindung :-).



1&1 Drillisch, Dt. Lufthansa, Apple, und Volkswagen

Di, 12. Mai um 11:22 Uhr
Guten Tag Herr Heibel,

ich bin zwar noch nicht so lange Ihr Leser, habe aber in der kurzen Zeit
schon eine Menge gelernt und auch schon etwas positiv umgesetzt.

Nun habe ich mal diese Frage:

Warum kommt eigentlich 1+1 Drillisch "nicht aus den Puschen"? Dort bin
ich schon seit Jahren investiert und dauernd nur im großen Minusbereich.
Telekommunikation ist doch kein Minusgeschäft und bei dem neuen Standard
haben die doch auch mitgemischt.

Alle anderen Minuswerte in meinem Depot kann ich ja noch (fast) nachvollziehen
in der Hoffnung, dass die sich erholen werden wie beispielsweise Volkswagen,
Lufthansa oder auch Apple.

Danke für Ihre Einschätzung

Mit freundlichem Gruß aus Flensburg,
Jürgen

ANTWORT
Vielen Dank für das Lob :-)

1&1 ist seit dem Tief im März bereits um 50% angesprungen … was meinen Sie denn mit „nicht aus den Puschen kommen”?

Drillisch kauft Netzkapazitäten bei den Mobilfunkbetreibern ein und schnürt Nischenverträge für seine Kunden. Durch die neue 5G-Technologie ist derzeit vieles ungewiss: Wird es weiterhin lukrative Nischen für Drillisch geben? Welche Preise dürfen die Mobilfunkbetreiber für ihre 5G-Netze verlangen? Derzeit wird vor Gericht über diese Frage für die 4G-Geschwindigkeit gestritten.

Es kann sein, dass noch ein wenig Geduld erforderlich ist, bis die Aktie alle Hochs zurückerobert.

Lufthansa: Könnte unter der Last staatlicher Hilfen / Sonderkredite auf viele Jahr leiden, ich wäre da vorsichtig.

Volkswagen: Die nutzen die Krise, um die verfehlte Modellpolitik der vergangenen Jahre nun zu korrigieren. Rückläufige Absatzzahlen lassen jedoch in meinen Augen nur eine „Gegenbewegung” für die Aktie erwarten, keinen Lauf auf neue Hochs.

Apple: Kommt super durch die Krise, doch die schiere Größe könnte zur Belastung/ Gefährdung werden, wenn Staaten nach eigenen IT-Lösungen suchen.

…von den genannten vier Aktien gefällt mir dennoch Apple am besten :-).



Biogen Idec will Aducanumab gegen Alzheimer zulassen

Di, 12. Mai um 15:53 Uhr
Hallo Herr Heibel,

irgendwie war es mir entgangen das wir Biogen verkauft haben. Die Aktie ist bei mir im Depot aktuell mit 13 % im Plus. Soll ich verkaufen oder halten?

LG, Andreas aus Krefeld

ANTWORT
Biogen war eine Spekulation von 2019 auf die Zulassung des Alzheimer-Medikaments, wir sind im Dezember mit +2% ausgestiegen. Diese verzögert sich nun und es gibt jede Menge andere Biotech-Ansätze, die wesentlich gefragter sind in dieser Zeit (Corona), daher ist die Aktie derzeit in Vergessenheit geraten. Als Spekulation taugt sie aktuell also nicht mehr.

Langfristig habe ich mir keine Gedanken gemacht: Corona ist eine kurzfristige Pandemie und daher kein langfristiges Geschäftsmodell. Die Anleger, die heute in Moderna et. al. investieren, werden schon bald wieder zu den anderen Biotech-Unternehmen zurückkehren. Ich schaue nach Biotech-Alternativen, Biogen ist aktuell aber nicht dabei.



Rückfrage zum ETC auf Öl

Di, 12. Mai um 17:01 Uhr
Guten Tag Herr Heibel,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich gehe davon aus, dass die BNP bereits in den August gerollt hat. Anders wäre das veränderte Bezugsverhältnis nicht zu erklären.

Sie haben Recht, ich werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen und verkaufen.

Eine Frage bitte ich noch zu prüfen bzw. zu beantworten. Das ich überhaupt in den ETC (PS7WT1) investiert habe, lag an der Anaylse der beiden Charts seit Auflegung des ETC. Beide liefen 1:1. Daher der Irrglaube bei mir, ein Indexzertifikat zu kaufen. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, trotz der niedrigeren Vola des WTI in den letzten Jahren, dass es so gar nicht zu Rollverlusten gekommen sein soll. So ganz ohne Schwankungen lief das die letzten Jahre nicht ab.Würde Sie freundlicherweise beide Charts auch mal vergleichen und mir Ihre Meinung dazu sagen bzw., wo der Fehler in meiner Betrachtung liegt? Den muss es geben: Anders ist das für mich nicht erklärbar.

Jetzt wäre es meine Vermutung, dass die BNP in den letzten ruhigen Jahren bewußt Roll- Verluste vermieden hat bzw. die Charts falsch dargestellt werden, um solche trottligen Anleger wie ich es bin, einzufangen, um jetzt Kasse zu machen. Denn die Zeitpunkte, wann gerollt wurde und mit welchen Konsequenzen für den Anleger, sind nicht nachvollziehbar. Kurz nach dem Rollen vom April in den Mai- Kontrakt wurde in den Juni- Kontrakt gerollt. Da war der Spread zwischen dem Mai- und Juni- Kontrakt riesig und es war eigentlich klar, dass der sich schließen würde. Also, warum rollen?

Hätte man das nicht getan, dann wäre mein Plan aufgegangen. Mit meinen Nachkäufen hätte ich verdient, die Verluste der bestehenden Positionen wären wesentlich kleiner und ich wäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt schiebt man durch das ständige Rollen meine Investition in den Totalverlust. Das macht keinen Sinn, d. h. für die Bank schon.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte da Niemanden etwas unterstellen. Aber es mutet schon anrüchig an.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und freue mich schon auf Ihre Antwort.

Viele Grüße Roy aus Naumburg

ANTWORT
Das Rollen liegt auch immer ein wenig im Geschick des Händlers, der das Finanzprodukt umsetzt, sowie auch am Markt. Zeitweilig werden längere Laufzeiten der Futures mit einem kleinen Aufpreis gegenüber den kürzer laufenden gehandelt, zeitweilig mit einem Abschlag. In der Vergangenheit hat sich dieser Effekt - meist sehr klein - über die längere Zeit egalisiert. Die besondere Stresssituation im April hat dann jedoch durch den extrem großen Abschlag, der für kurze Laufzeiten gezahlt wurde, zu dem heftigen Verlust geführt.

Öl-ETC
Abbildung 2: Öl-ETC abweichende Preisentwicklung zum WIT Öl


Wenn Sie sich Ihren ETC (blau) mit dem Ölpreis (grau) über die längere Laufzeit (3 Jahre) vergleichen, sehen Sie, dass die beiden Preise sich mit geringen Abweichungen weitgehend parallel entwickelt haben. Erst zum Ende hin (Mitte April) kommt es dann zu der heftigen Abweichung zu Ihren Lasten. Zuvor haben sich die Abweichungen nach oben und unten über die Zeit ausgeglichen.

Solange Finanzprodukte funktionieren, gibt es nur geringe Abweichungen zum unterliegenden Rohstoff / Aktie / … Insbesondere in Stresssituationen jedoch wirft es Finanzprodukte schneller aus der Bahn.



Tesla, Optionsscheine und Anlagesumme

Di, 12. Mai um 17:18 Uhr
Sehr geehrter Herr Heibel,

seit ein paar Tagen habe ich Ihr Probeabo abonniert und muss sagen, dass ich begeistert bin.

Ohne sicher zu sein, ob ich mit diesem Abo Fragen stellen darf, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mich kurz wissen lassen, was sie zu folgenden Punkten halten:

Einschätzung zu Tesla nach den gestrigen Twitterpostings von Elon Musk. M.E.beabischtigt er, auf diese Weise kalifornische Politiker unter Druck zu setzten, um so eine Wiedereröffnung seines Tesla Werkes in Kalifornien ¨zu erzwingen¨
Investition von 10.000 an der Börse: Ich würde in den kommenden Monaten gerne 10.000 schrittweise an der Börse investieren. Kann ich mit so einem Betrag ihr Musterdeput schon abbilden oder soll ich lediglich in einige wenige Werte des Musterdepots diversifiziert investieren. Ich beabsichtige, zunächst mit 20% einzusteigen und bei weiteren Kursnachlässen in den kommenden Monaten, schrittweise weitere 10% zu investieren.
Optionsscheine: Sie haben ja auch DAX calls ïn Ihrem Programm. Leider verstehe ich dieses Instrument nicht. Haben Sie einen Tip, wie ich mir Grundlagenwissen zu Optionsscheinen aneignen kann?

Ich würde mich ueber eine Antwort freuen und wuensche Ihnen ein schönes Wochenende.

Mit herzlichen Gruessen aus Paris
Florenz

ANTWORT
Vielen Dank für das Lob :-).

@Tesla: Wenn Sie ein wenig die Entwicklung in Kalifornien verfolgt haben, werden Sie feststellen, dass Musk diverse Kompromissvorschläge unterbreitet hat, mit denen er die Gesundheit seiner Mitarbeiter sicherstellen möchte. Die Politik ist jedoch nicht darauf eingegangen, sondern blieb bei einem Pauschal-Verbot. Ich halte es für mutig, dass Musk nun die Produktion aufnimmt, seine Mitarbeiter einbestellt und darum bittet, ihn zu verhaften und nicht seine Mitarbeiter, wenn das nötig sei.

Corona gibt es nun seit vielen Monaten, der Informationsstand ist deutlich besser als zum Jahresanfang. Ich denke, man kann Menschen schon einen gewissen Grad an Selbstverantwortung zusprechen. Zu Beginn war der Lockdown sowohl in Deutschland als auch in den USA sicherlich richtig. Doch sukzessive sollten die Menschen wieder in die Eigenverantwortung entlassen werden. Die Politik ist gefragt, dies schnell und intelligent zu organisieren Leider ist die Politik in meinen Augen zu langsam.

Nein, niemand darf das Gesetz brechen: Ich würde das, was Elon Musk tut, nicht tun und auch nicht empfehlen. Die Kritik, die dahinter steckt, ist jedoch in meinen Augen gerechtfertigt.

@10T€: Unser diversifiziertes Portfolio ist eigentlich für eine Anlagesumme von 100T€ gedacht, aber auch mit 50T€ lässt sich das schon weitgehend abbilden. Wenn’s weniger Geld ist, wird es zu kleinteilig, die Gebühren (meist Pauschalen) je Transaktion fressen die Performance auf. Ich würde mich da für einige wenige Positionen entscheiden.

Je nach Ihrem Alter könnten Sie - wenn Sie jung sind - stärker die Wachstumspositionen und spekulativen Ideen verfolgen. Wenn Sie schon Rentner sind, würde ich etwas weiter unten im Portfolio schauen. Doch ohne Ihre wirtschaftliche Situation zu kennen würde ich sagen, dass auch Rentner mit 10T€ durchaus ein wenig spekulieren können.

—> Sie brauchen nur einmal reich zu werden: Wenn Sie es sind, müssen Sie defensiv anlegen - egal wie alt Sie sind. Wenn Sie es nicht sind, müssen Sie mehr Risiko eingehen, damit im Falle eines Gewinns genug übrig bleibt, um Spaß zu machen. Wenn’s verloren geht, gibt es bei kleinen Beträgen andere Wege, den Verlust wett zu machen (Arbeiten :-( ).

@Optionsscheine: Googlen - ich habe kein Buch oder Ähnliches, was ich empfehlen könnte.



Booking.com als Krisengewinner

Di, 12. Mai um 17:23 Uhr
Hallo Herr Heibel,

zuletzt bin ich auf auf eine Empfehlung via Internet für die oben genannte Aktie gestoßen. Nun reagiere ich wirklich auf viele Empfehlungen maximal
mit einem Achselzucken. Aber hier habe ich dann doch positive Ansätze gesehen. Die Aktien ist derzeit mit ca. 30% im Minus. Und natürlich wird
derzeit alles abgestraft was mit Reisen zu tun hat. Aber ist es bei diesem Portal nicht ähnlich wie bei Amazon? Man kann durchaus davon ausgehen,
dass diverse stationäre Reisebüros nach der Krise nicht mehr existieren werden und es auch hier zu einer stärkeren Verlagerung ins Internet kommen
könnte.
Andererseits sitzen doch viele Menschen auf virtuell gepackten Koffern und warten auf den Startschuss... Auch wenn ein halbwegs normaler Reiseverkehr
sicher noch eine längere Zeit auf sich warten lassen wird. Lange Vorrede und kurze Frage: Was halten Sie von dieser Aktie für die mittelfristige Zukunft?

Beste Grüße

Karl aus Viernheim

ANTWORT
Nein, davon halte ich nichts: Es wird lange dauern, bis das Reisevolumen wieder auf das Vor-Krisenniveau angestiegen ist. Eine niedrigere Bewertung auch nach Ende der Reisebeschränkungen ist in meinen Augen gerechtfertigt. Es gibt zudem so tolle Geschäftsmodelle, die in dieser Krise profitieren. Warum beschäftigen Sie sich mit einem, dessen Zukunft völlig ungewiss ist?



Shopify-Investoren unter Drogen

Di, 12. Mai um 18:59 Uhr
Sehr geehrter Herr Heibel,

ich habe Anfang April 2020 einige Aktien des Unternehmens Shopify gekauft und wundere mich über die erstaunlichen Zuwächse um so mehr als das KGV jenseits jeder Vorstellung ist. Nach einem Zitat im Internet soll Shopify besonders von der Freigabe von Marihuana profitieren, was ich mir nicht vorstellen und was das ganze noch rätselhafter macht. Bis jetzt habe ich aber vor die Aktie noch ein Weile zu halten. Vielleicht gibt es eine Erläuterung zu der erstaunlichen Entwicklung.

Mit besten Grüßen, Peter aus Bobingen

ANTWORT
Shopify wird schon als das Amazon des Marihuana-Marktes bezeichnet: Der Vertrieb von Marihuana wurde in Kanada legalisiert, natürlich müssen bei diesem Vertrieb besondere Auflagen befolgt werden. Shopify hat eine Infrastruktur von Lagerung bis Auslieferung aufgebaut, die den kanadischen Vorschriften genügt, mehrere Bundesstaaten Kanadas haben dem Shopify-System eine entsprechende Freigabe gegeben.

Die Marihuana-Highflyer der Börse, wie beispielsweise Canopy Front oder Aurora Cannabis, nutzen Shopify. Da Shopify am abgewickelten Bruttoverkaufswert partizipiert, geht auch der Umsatz von Shopify durch die Decke, wie dann also auch die Aktie.

90 Mrd. USD Marktkapitalisierung für 1,7 Mrd. USD Jahresumsatz ist mir denn doch ein wenig zu hoch: Die Investoren haben wohl ein paar der verkauften Produkte zu viel konsumiert. Ich würde einen engen Stopp Loss setzen.



Nvidia besser als Infineon

Di, 12. Mai um 19:01 Uhr
Lieber Herr Heibel,

was halten Sie von Infeneon.
Sehr solide Quartalszahlen, mit seinen Halbleiterprodukten in fast allen Bereichen des modernen Lebens gut vertreten und gut aufgestellt für die Zukunft.
Darüberhinaus mit einer EK Quote von 64% auch gut gerüstet für schwierigere Zeiten.

Ich würde mich über eine Analyse sehr freuen.

Danke übrigens für Ihren mehr als lesenswerten Börsenbrief.

Beste Grüsse aus Wien, Harald

ANTWORT
Infineon habe ich auch in der Beobachtung, gefällt mir gut. Nvidia gefällt mir besser, die haben wir im Portfolio :-).



Kursziel für Wirecard: 50 - 200€

Di, 12. Mai um 19:25 Uhr
Hallo Herr Heibel,


erst einmal vielen Dank für die Mühe, die Sie sich jedesmal wieder mit so konkreten Leserfragen beschäftigen, wie auch in dieser Ausgabe.

Auch Ihre Auseinandersetzung mit Corona im Rahmen der letzten Ausgaben , seinen medizinischen Fakten, sowie seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen, die unsere Anlagestrategie entscheidend verändern werden, finde ich bemerkenswert.

Nun zu meinem Thema:
Ich bin zwar Ihrer Empfehlung zur Spekulation auf Wirecard gefolgt, habe das Stop-LossLimit aber nicht auf 85€ gesetzt, sondern unter das 52- Wochentief (79,68) gelegt, bei 78€.
Deshalb bin ich derzeit noch im Spiel.

Ihr gewähltes Stop-Loss konnte ich nicht nachvollziehen. Vielleicht haut es mich ja nächste Woche mit grösserem Verlust raus, wenn wir dann Richtung 50€ gehen...

Was wäre denn das Spekulationsziel nach oben, wenn die Horror-Szenarien (50...30...0€) sich jetzt nicht bewahrheiten ???
Eher 130€ bis 140€?
Oder wenn schon, denn schon 160€?
Oder warten auf 200€?

Vielen Dank für Ihre geschätzte Meinung!

Mit freundlichen Grüßen
Werner aus Dreieich

ANTWORT
Das Ziel nach oben wären 200€, wenn CEO Markus Braun eine weiße Weste hat und dies beweisen kann. Ich gehe davon aus, dass die Weste zumindest Flecken hat, daher sind die 200€ erstmal nicht erreichbar. Wo’s tatsächlich auf Sicht von 12-18 Monaten hingeht, hängt von der Farbe der Flecken ab. Sollte die Weste entsorgt werden müssen, dann sind tatsächlich die genannten 50€ drin. Riesige Spanne von 50 bis 200€, ich weiß, aber deswegen spekulieren da so viele Zocker drin. Für uns hier im Heibel-Ticker ist das derzeit nichts.



06. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 20 € für 6 Wochen.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter

http://www.heibel-ticker.de/customer/new



07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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http://www.heibel-ticker.de/bestellung.php

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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